Mangold als Dauerkultur: Nicht mehrjährig, aber fast ganzjährig zu ernten
- Mehrjährig ist Mangold nicht: Als zweijährige Pflanze blüht er normalerweise im zweiten Jahr.
- Du erntest Stiel für Stiel von außen und schonst das Herzblatt, aus dem neue Blätter kommen.
- Der Satz für Winter und Frühjahr kommt spätestens Ende Juli bis Anfang August in die Erde.
- Schnittmangold verträgt Winterkälte besser als Stielmangold, Sorten mit weißen oder grünen Stielen sind frostresistenter als buntstielige.
- Bei Kahlfrost deckst du überwinternden Mangold mit Reisig, Laub oder Stroh ab.
- Frischer Mangold hält im Gemüsefach 1 bis 2 Tage, für Vorrat blanchierst und frierst du ihn ein.

Du suchst nach „Mangold mehrjährig“ und hoffst auf ein Beet, das einmal angelegt über Jahre Blätter liefert? Das leistet Mangold nicht, denn er ist eine zweijährige Pflanze, die normalerweise erst im zweiten Jahr blüht. Als Dauerkultur taugt er trotzdem: Eine Pflanze bringt über Monate neue Blätter, wenn du richtig erntest. Mit einem zweiten Satz im Spätsommer kann die Ernte bis in den Winter und ins Frühjahr reichen. Ich plane deshalb jedes Jahr zwei Aussaaten ein und ernte konsequent von außen.
Ist Mangold mehrjährig?
Nein. Mangold wächst zweijährig und zeigt seine Blüten normalerweise erst im zweiten Standjahr. Blühenden Mangold siehst du zwischen Juni und September. Die einzelne Pflanze trägt also nicht über viele Jahre. Die Dauer im Beet entsteht deshalb auf zwei Wegen: durch die fortlaufende Ernte und durch Folgesätze, die rechtzeitig nachrücken.
Die Blüte im zweiten Jahr und eigenes Saatgut
Die Blüte brauchst du nur, wenn du eigenes Saatgut gewinnen willst. Rote Bete, Futter- und Zuckerrübe sind eng mit Mangold verwandt, alle vier zählen zur Art Beta vulgaris. Als windbestäubter Fremdbefruchter kreuzt Mangold sich mit diesen Verwandten. Für eigene Samen hältst du deshalb ausreichend Abstand zu anderen Mangoldsorten und zu blühender Roter Bete, Futter- oder Zuckerrübe.
Wie erntest du Mangold, damit er immer wieder nachwächst?
Du erntest von außen nach innen und nimmst jedes Blatt samt Stiel einzeln ab. In der Mitte bleibt das Herzblatt stehen, weil aus ihm neue Blätter nachwachsen. Am Blattmangold interessieren dich vor allem die Blätter, am Stielmangold die kräftigen, fleischigen Stiele. Ich höre auf, sobald nur noch die jungen Blätter der Mitte stehen.
Nach dem Ernten gießt du gut, weil ausreichend Wasser den neuen Austrieb unterstützt. Wann die nächste Runde fällig ist, liest du an der Pflanze ab: Stehen außen wieder kräftige Blätter, kannst du erneut ernten. Blattgemüse, das in den Kühlschrank soll, erntest du vorzugsweise morgens, dann ist es kühl und prall.
Die ganze Pflanze samt Herz abschneiden. Dann fehlen die Herzblätter, aus denen neue Blätter nachkommen, und die fortlaufende Ernte an dieser Pflanze kann damit vorbei sein.
Welcher Mangold passt zur Dauerkultur?
Für die Dauerkultur wähle ich Mangold nach zwei Merkmalen aus: nach dem Typ und nach der Stielfarbe. Der Typ entscheidet, was du erntest und wie viel Platz die Pflanze braucht.
| Merkmal | Blattmangold | Stielmangold |
|---|---|---|
| Was du erntest | vor allem die Blätter | die kräftigen, fleischigen Blattstiele |
| PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. im Hausgarten | 30 × 25 cm | 40 × 30 cm |
| In der Küche | Blätter als Gemüse, etwa gedünstet oder kurz gebraten | Blätter und Stiele getrennt garen, die Stiele brauchen je nach Dicke etwa doppelt so lange |
Für den Winter zählt vor allem der Typ. Schnittmangold verträgt Winterkälte besser als Stielmangold, und Stielmangold kommt meist nicht durch den Winter. Bei der Farbe gibt es ebenfalls einen Unterschied: Sorten mit weißen oder grünen Stielen sind frostresistenter als buntstielige. Daraus ergibt sich eine Aufteilung auf die zwei Sätze im Jahr. Buntstieligen Mangold säst du für die Ernte von Juni bis Oktober, in den Spätsommersatz für Winter und Frühjahr kommt Schnittmangold.
Wie planst du eine Ernte fast rund ums Jahr?
Eine Ernte fast rund ums Jahr planst du mit zwei Sätzen, die sich ablösen.
| Satz | Aussaat | Ernte |
|---|---|---|
| Frühjahrssatz | DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. von April bis Juli, vorgezogene Pflanzen setzt du von April bis Mai | Juni bis Oktober |
| Spätsommersatz | spätestens Ende Juli bis Anfang August | Winter oder Frühjahr |
Säst du den Frühjahrssatz zu früh, solange die Temperaturen noch niedrig sind, kann das vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. fördern. Die Saattermine zum Ausdrucken findest du im Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse. Ich trage den Spätsommertermin schon im Frühjahr in meinen Gartenkalender ein, damit ich ihn im Hochsommer nicht verpasse.
Für beide Sätze wählst du Flächen, auf denen in den letzten 3 Jahren kein Mangold stand. Wo sie im Garten hinkommen, legst du im Beetplaner fest.
Spätsommeraussaat für Winter und Frühjahr
Der Spätsommersatz ist für die Winter- und Frühjahrsernte gedacht, deshalb hältst du seinen Termin ein: spätestens Ende Juli bis Anfang August. Die Werte für die Saat stehen in der Tabelle.
| Wert | Mangold |
|---|---|
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 1 bis 2 cm |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 10 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Samen je Samenknäuel | 2 bis 5 |
| Kulturdauer bis zur Ernte | etwa 6 bis 8 Wochen bei frühen Sätzen, bis zu 16 bis 18 Wochen bei später erntereifen Rippenmangold-Sorten |
Bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. hältst du die Saatreihe mäßig feucht und gießt mit feinem Strahl, so bleiben die Knäuel an ihrem Platz. Weil ein Knäuel mehrere Pflänzchen hervorbringen kann, laufen die Sämlinge oft in kleinen Gruppen auf. Ich lasse an jeder Stelle den kräftigsten Sämling stehen und ziehe die übrigen vorsichtig heraus. Den Abstand richtest du nach dem Pflanzraster deines Typs aus der Tabelle weiter oben.
Wie bringst du Mangold durch den Winter?
Mangold ist nur bedingt winterhart. Wie gut er durchkommt, hängt vom Typ, von der Stielfarbe und vom Schutz ab. Eine Abdeckung ist bei Kahlfrost besonders wichtig, also bei Frost ohne schützende Schneedecke. Dann legst du Reisig, Laub oder Stroh über den überwinternden Mangold. Ein Vlies hält von überwinterndem Gemüse starke Kälte und Wintersonne ab. Liegt Schnee, schützt die Schneedecke ebenfalls.
Sind die Blätter gefroren, wartest du mit der Ernte, bis sie an der Pflanze langsam aufgetaut sind. Gefroren brechen sie leicht. Gießen brauchst du im Winter nur bei Bedarf, und zwar an sonnigen Tagen vormittags, so trocknen die Blätter im Laufe des Tages ab.
Ich lege Reisig und trockenes Laub schon im Herbst neben das Mangoldbeet. Ist Kahlfrost angesagt, decke ich die Pflanzen ab, ohne erst Material zusammensuchen zu müssen.
Im Frühjahr erntest du am überwinterten Mangold wieder von außen. Weil er im zweiten Jahr normalerweise blüht, ist das überwinterte Beet keine Lösung für den Sommer. Die Ernte ab Juni kommt aus dem neuen Frühjahrssatz. Wie du Mangold im Hochbeet überwinterst, steht in einem eigenen Beitrag.
Wie lange hält geernteter Mangold?
Frischer Mangold hält nur kurz, für Vorrat frierst du ihn ein.
| Aufbewahrung | Wert |
|---|---|
| Frisch im Gemüsefach, im Kunststoffbeutel oder feuchten Tuch | 1 bis 2 Tage |
| BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. vor dem Einfrieren | 2 Minuten |
| Gefrierlagerung bei -18 °C | durchschnittlich 10 bis 12 Monate |
Nach dem Blanchieren hackst du den Mangold grob oder passierst ihn und frierst ihn dann ein. Mehr zu Erntezeitpunkt und Aufbewahrung findest du im Beitrag darüber, wie du Mangold erntest und haltbar lagerst.
Roher Mangold enthält relativ viel Oxalsäure. Bei einer Nierenerkrankung kann das zum Problem werden, sprich dann vor dem Verzehr mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Durch Blanchieren oder Kochen sinkt der Oxalsäuregehalt.
Standort, Aussaat, Pflege und Schutz kurz gefasst
Für die Dauerkultur zählen Ernte, Sätze und Winterschutz. Die Grundlagen fasse ich hier nur kurz zusammen und verweise auf die ausführlichen Ratgeber.
Standort und Boden: Mangold wächst sonnig bis halbschattig. Der Boden sollte nährstoffreich, leicht und gut durchlässig sein und genug Feuchtigkeit halten. Wie du beides für Blattgemüse wählst und vorbereitest, steht unter Standort und Boden für Salate und Blattgemüse.
Aussaat und Sorten: Ziehst du vor, pflanzt du die Jungpflanzen nach 4 bis 6 Wochen Anzucht aus. Aussaat, Pflanzung und Sortenwahl ausführlich findest du im Ratgeber, wie du Mangold vom Standort bis zur Ernte anbaust.
Gießen und Pflegen: Gieße morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und die Blätter trocken bleiben. Mulch hält die Feuchte im Boden und kann nachkommendes BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. bremsen. Mehr dazu steht im Abschnitt Gießen und Pflegen des Ratgebers zu Salaten und Blattgemüse.
Düngen: Pauschal rechnet man für Mangold vor der Aussaat mit 3 l Kompost je m². Auf reichlich Stickstoff verzichtest du, denn damit kann der Nitratgehalt der Blätter steigen. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt Düngen desselben Ratgebers.
Krankheiten und Schädlinge: Fraßstellen zusammen mit Schleimspuren deuten auf Schnecken hin. Absammeln und ein Schneckenzaun können den Befall begrenzen. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, beschreibt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im selben Ratgeber.
Mischkultur und Fruchtfolge: Gute Nachbarn können das Beet unterstützen, einen Erfolg versprechen sie nicht. Welche Partner zu Mangold passen, liest du im Mischkultur-Beitrag. Ob deine Wunschnachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.





