Mischkultur mit Pflücksalat: gute Nachbarn, Folgesätze, Fruchtfolge
- Pflücksalat bildet keinen festen Kopf: du erntest die äußeren Blätter einzeln und wiederholt, die Pflanze bleibt im Beet.
- Gute Nachbarn sind blühende Doldenblütler wie Dill, Kerbel und Petersilie, dazu Steinkraut, Ringelblume und Salate in anderen Farben.
- Blühende Partner können Schwebfliegen und Florfliegen anlocken, deren Larven Blattläuse fressen; ein Schutzversprechen ist Mischkultur nicht.
- Kleine Folgesätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen halten die Ernte am Laufen.
- Auf derselben Fläche braucht Pflücksalat 2 Jahre Anbaupause.
- Geräumte Reihen gibst du im Herbst an Feldsalat oder Winterportulak weiter.

Pflücksalat erntest du nicht auf einen Schlag, sondern Blatt für Blatt. Die Pflanze bleibt dabei im Beet, während neben ihr andere Kulturen wachsen, reifen und abgeräumt werden. Deshalb zählen die Nachbarn: Von ihnen hängt ab, wie viel Licht der Salat bekommt, ob Blattlausjäger in der Nähe sind und wo der nächste Satz Platz findet. Ich plane mein Mischbeet vom Pflücksalat aus und fülle jede frei werdende Lücke gleich wieder.
Mischkultur heißt, verschiedene Arten gezielt nebeneinander zu ziehen. Das kann Nützlinge fördern und Befall etwas bremsen, ein Erfolgsversprechen ist Mischkultur aber nicht. Was sie bei Salaten allgemein leisten kann und wie die Anbaupausen der Arten zusammenhängen, erklärt der Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur im Überblick zu Salaten und Blattgemüse. Hier geht es um das, was beim Pflücksalat eigen ist: fortlaufende Ernte, NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. und Rotation.
Pflücksalat (Lactuca sativa var. crispa) gehört zu den Korbblütlern und bildet keinen festen Kopf. Du nimmst seine Blätter einzeln und wiederholt ab, die Pflanze bleibt stehen. Auch Römischer Salat und Bataviasalat lassen sich blattweise ernten. Schnittsalat wird dagegen geschnitten; wie er ins Beet passt, zeigt der Ratgeber zur Mischkultur mit Schnittsalat samt Blühpflanzen und Staffelanbau.
Was Pflücksalat für die Beetplanung mitbringt
Pflücksalat wird nur 10 bis 20 cm hoch und passt deshalb gut zwischen höhere Kulturen. Er verträgt Sonne und Halbschatten. Am besten wächst er in gut durchlässigem, humusreichem Boden, bevorzugt in leichtem sandigem Lehm. Für die Planung zählen vor allem Maße und Zeiten:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Wuchsbreite | 15 bis 30 cm |
| Abstand in der Reihe | 25 cm |
| Reihenabstand | 30 cm |
| Kulturdauer | 42 bis 56 Tage |
| Aussaat | März bis August |
| Ernte | Mai bis Oktober |
| Blütezeit | Juli bis August |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 2 Jahre |
| Winterhart | nein |
Den Abstand zwischen Pflücksalat und einer Partnerreihe richtest du nach der Partnerart. Ich schlage dafür im Ratgeber des Partners nach und plane alle Reihen, bevor ich säe.
Vor der ersten Aussaat kläre ich vier Fragen. Wo stand in den letzten 2 Jahren Pflücksalat? Welche Partner blühen im Beet oder gleich daneben? Wo ist Platz für die Folgesätze? Was kommt im Herbst auf die geräumten Reihen?
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Im Sommer etwas Schatten vorsehen, um vorzeitiges Schossen zu bremsen.
- Bodenart
Leichter sandiger Lehm bevorzugt; auch andere gut durchlässige, humusreiche Böden geeignet.
- Bodenreaktion
Geeignet sind neutrale bis schwach alkalische Böden.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, humusreicher Boden; bevorzugt leichter sandiger Lehm.
- Anbauort
Die Kultur im Freiland ist möglich; für eine verlässlichere Winterernte eignet sich geschützte Kultur im Frühbeet.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden; bei heißem, trockenem Wetter schossen die Pflanzen schnell. Bei nasser Witterung auf Pilzerkrankungen achten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig bis zweijährig.
- Verwendung
Die Blätter eignen sich als Salatgemüse.
Gute Nachbarn für Pflücksalat
Ein guter Nachbar bringt dem Pflücksalat etwas, das er selbst nicht hat: Blüten für Nützlinge, etwas Sommerschatten oder Farbe gegen Blattläuse. Diese Partner setze ich neben meinen Pflücksalat:
| Partner | Was er beiträgt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Dill, Kerbel, Petersilie | Doldenblüten mit Pollen und Nektar für Schwebfliegen und Florfliegen | Nahrung gibt es nur, wenn einzelne Pflanzen blühen dürfen |
| Ringelblume, Kamille, Schafgarbe, Margerite | Korbblüten als Nahrung für erwachsene Nützlinge | als bunte Tupfer zwischen die Gemüsereihen setzen |
| Steinkraut | viel Nektar und Pollen, fördert Schwebfliegen, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und Raubwanzen | direkt als Zwischenpflanzung in den Salat setzen |
| Buchweizen, blühende Zwiebeln und Lauch | Pollen und Nektar im Gemüsebeet | Nahrung gibt es nur zur Blüte |
| Salate in anderen Farben | gemischte Salatarten und -farben gelten als bewährte Vorbeugung gegen Blattläuse | rote Sorten zeigen weniger Blattlausbefall |
| höhere Nachbarreihe | etwas Schatten im Sommer kann vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. bremsen | den Salat nicht dauerhaft beschatten |
Knapp wird es für Pflücksalat unter Partnern, die ihn dauerhaft überwachsen, denn er braucht Sonne oder Halbschatten. Ungünstig ist auch jeder Platz, an dem in den letzten 2 Jahren schon Pflücksalat stand. Weitere Kombinationen stellt der Ratgeber vor, welche Partner zu Eichblattsalat passen. Welche Pflanzen zu Kopfsalat passen und welche nicht, zeigt die Übersicht über gute und ungünstige Nachbarn für Kopfsalat. Ob eine geplante Nachbarschaft passt, prüfst du vorab im Mischkultur-Planer.
Warum Blüten im Salatbeet zählen
Pflücksalat selbst gilt nicht als nützlingsfreundlich. Erwachsene Schwebfliegen und Florfliegen leben aber von Pollen, Nektar und HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn.. Die Blüten, die diese Blattlausjäger ins Salatbeet holen, müssen also von den Nachbarn kommen.
Das zählt vor allem bei der Grünen Salatblattlaus, die sich im Inneren von Salatköpfen versteckt. Ihre wichtigsten natürlichen Gegenspieler sind die Larven von Schwebfliegen und Florfliegen.
Der Pflanzenschutzdienst Hamburg hat mit Steinkraut als Zwischenpflanzung im Salat signifikant weniger Salatblattläuse festgestellt. Mischkultur kann den Befall so etwas bremsen, verlass dich aber nicht allein darauf. Frühblüher liefern früh im Jahr erste Pollen. Damit Nützlinge überwintern, lässt du Laub- und Astmulch unter Sträuchern liegen und legst einen Reisighaufen an.
Eine Schwebfliegenlarve frisst in ihrer Entwicklung 150 bis 900 Blattläuse. Eine Florfliegenlarve schafft 500 bis 700 in zwei bis drei Wochen oder bis zu 100 am Tag. Steinkraut zwischen den Salaten lockt Schwebfliegen an.
„Gekaufte Nützlinge halten die Läuse vom Salat fern.“ Im Hausgarten gilt das Freilassen gekaufter Blattlausgegenspieler an Salat als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung. Schwebfliegen kannst du ohnehin nicht kaufen, sie müssen aus der Umgebung zuwandern. Bewährt sind Anbaumaßnahmen: Salatarten und -farben mischen, viele kleine Sätze, früh mit der Ernte beginnen und blattlausresistente Sorten wählen.
So erntest du Pflücksalat fortlaufend
Pflücksalat bildet keinen festen Kopf, deshalb erntest du seine Blätter wiederholt. Ich nehme bei jedem Erntegang die äußeren, ausgewachsenen Blätter und lasse die jungen in der Mitte stehen. Die Pflanze bleibt so im Beet und bildet aus der Mitte neue Blätter.
Früher Erntebeginn und viele kleine Sätze zählen zu den bewährten Anbaumaßnahmen gegen Blattläuse. Wer Pflücksalat in Folgesätzen zieht und früh mit dem Pflücken anfängt, setzt also zwei davon ohne Zusatzaufwand um.
Die typischen Salate sind Langtagpflanzen, lange Tage und Hitze fördern das Schossen. Bei heißem, trockenem Wetter schießt Pflücksalat schnell. Vermeide deshalb Trockenheit und gib ihm im Sommer etwas Schatten, etwa im Schutz einer höheren Nachbarreihe. Bei nasser Witterung achtest du dagegen auf Pilzerkrankungen.
Ich gehe beim Pflücken jede Pflanze einmal rundum durch und nehme die äußeren Blätter. Zum Schluss schaue ich in die Mitte nach Läusen. Pflanzen, die sich strecken und Blütenknospen ansetzen, ziehe ich beim selben Gang heraus. Die Lücke notiere ich mir für den nächsten Satz.
Nachsäen und Lücken füllen
Pflücksalat blüht von Juli bis August, geerntet wird aber bis Oktober. Die Blätter für den Herbst liefern also die Sätze aus dem Sommer, nicht die Pflanzen vom Frühjahr. Säe deshalb kleine Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen. Das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. reicht von März bis August.
Mit seiner Kulturdauer von 42 bis 56 Tagen kann Pflücksalat Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen füllen. Einen Teil der Sätze ziehe ich deshalb in Töpfen vor. Wird neben dem Salat eine Reihe abgeerntet, setze ich die Jungpflanzen gleich in die Lücke.
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm, Samen nur knapp mit Erde bedecken |
| Keimtemperatur | mindestens 10 °C, höchstens 15 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Vorgezogene Jungpflanzen auspflanzen | 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat |
| Pflanzhöhe | ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. schaut etwa 1 cm aus dem Boden |
| Folgesätze | im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen |
Drück die Jungpflanzen allseits an und gieße jede sofort kräftig an. Zu tief gesetzter Salat fault leicht an den bodennahen Blättern.
Wähle für jeden Satz die passende Sorte: Frühsorten für FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. und Frühjahr, schossfeste Sorten für den Sommer, Herbstsorten für späte Sätze. Frühe Pflanzungen im März und April deckst du mit Vlies ab. Wird es darunter wärmer als 30 °C, nimmst du das Vlies ab.
| Zeitraum | Im Mischbeet mit Pflücksalat |
|---|---|
| März bis April | erste Sätze säen oder vorziehen, frühe Pflanzungen mit Vlies abdecken |
| Mai bis Juni | Folgesätze säen, mit der Ernte beginnen |
| Juli bis August | schossfeste Sorten säen, schießende Pflanzen herausziehen, im August letzte Aussaat |
| September bis Oktober | späte Sätze beernten, geräumte Reihen an Winterkulturen weitergeben |
Alle Termine findest du in den Aussaatterminen für Salate zum Ausdrucken. Standort, Aussaat und Pflege Schritt für Schritt erklärt der Ratgeber, wie du Pflücksalat von der Aussaat bis zur Ernte anbaust.
Nur einmal im Frühjahr säen. Frühjahrspflanzen können im Sommer schießen, dann fehlt dir der Nachschub für den Herbst. Plane die Folgesätze deshalb gleich bei der ersten Aussaat mit ein.
Gießen, Düngen, Schädlinge: kurz für das Mischbeet
Die Pflege aller Salate steht ausführlich im Überblick zu Salaten und Blattgemüse. Für das Mischbeet mit Pflücksalat reicht dir das Folgende.
Gießen: Gieße morgens, zur Vorbeugung gegen Salatfäulen mit 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang. Wasser brauchen Salate vor allem während des starken Blattwachstums. Mehr dazu findest du dort unter Gießen und Pflegen.
Düngen: Viele Salate kommen mit einem gut vorbereiteten Boden aus. Dünge die Partner nach ihrer Art statt das ganze Beet pauschal, so vermeidest du hohe Stickstoffreste. Welche Art was braucht, erklärt der Abschnitt Düngen.
Schnecken und Mehltau: Schnecken fressen überwiegend nachts, Absammeln und Schneckenzäune können den Befall im Salatbeet begrenzen. Falschen Salatmehltau begünstigt anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung im Spätsommer und Herbst, weite Abstände und Reihen in Hauptwindrichtung helfen vorbeugend. Vorbeugen, kontrollieren und eingreifen beschreibt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Verschiedene Ansprüche: Partner mit ähnlichem Wasserbedarf setze ich nebeneinander, damit ich nicht Reihe für Reihe anders gießen muss. Wie du Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen kombinierst, vertieft der Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.
Fruchtfolge: Was nach dem Pflücksalat kommt
Auf derselben Fläche braucht Pflücksalat 2 Jahre Anbaupause. Kopfsalat und Römischer Salat brauchen jeweils 3 Jahre. Ich trage jeden Salatsatz in meinen Plan ein, damit ich im Folgejahr sehe, wo er stand. Dein ganzes Beet planst du im Beetplaner für Gemüsebeete.
Die letzte Pflücksalat-Aussaat fällt in den August, Feldsalat säst du von Juli bis September. Reihen, die im Spätsommer frei werden, kannst du also direkt an eine Winterkultur weitergeben.
| NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. | Termine | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Feldsalat | Aussaat Juli bis September, Ernte Oktober bis März | gehört zu den Geißblattgewächsen; keine besondere Düngung, hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeiden; Anbaupause 4 Jahre |
| Winterportulak (Claytonie) | Aussaat meist Ende August bis Oktober, Pflanzung September bis Oktober; Ernte Oktober bis Dezember und Januar bis März | keimt erst unter 12 °C; Restnährstoffe der Vorkultur genügen; Anbaupause 3 Jahre |
| Spinat | Aussaat August bis Oktober | Bodenvorbereitung mit reifem Gartenkompost; Anbaupause 3 Jahre |
Im September räume ich abgeerntete Pflücksalat-Reihen und setze dort Winterportulak, dessen Pflanzzeit bis Oktober reicht. Feldsalat kannst du im September noch säen. Die späten Pflücksalat-Sätze pflücke ich weiter, bis die Erntezeit im Oktober endet.





