Gemüse · Salate & Blattgemüse · Pflege

Eissalat bewässern: vom Angießen über die Kopfbildung bis zur Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Jungpflanzen hoch setzen, mit feuchtem Ballen pflanzen und sofort kräftig angießen.
  • Während Hauptblattwachstum und Kopfbildung steigt der Wasserbedarf, dann muss Wasser ausreichend verfügbar bleiben.
  • Auch in der letzten Kulturwoche und am Tag vor der Ernte braucht der Boden ausreichend Feuchte.
  • Morgens bodennah gießen, gegen Salatfäulen 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang.
  • Kein aufbereitetes Abwasser und kein Regenwasser von flächigen Kupfer- oder Zinkdächern verwenden.
  • Unter Glas regelmäßig und reichlich lüften, weil anhaltende Feuchte Falschen Salatmehltau begünstigt.
Ein gesunder Kopfsalat mit frischen grünen Blättern wächst in einem Gartenbeet unter Sonnenschein.
Foto: EM80 · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wenn sich beim Eissalat der Kopf schließt, steigt sein Wasserbedarf. Fehlt dann im Sommer Wasser, können die Blätter härter werden und die Pflanzen früher schossen. Schwankt die Versorgung, können die Blattränder absterben. Ich gieße meine Eissalate deshalb morgens direkt auf die Erde und schaue vorher nach, wie feucht der Boden noch ist. Worauf du beim Eissalat, vielen als Eisbergsalat bekannt, achtest, hängt von der Phase ab: vom Angießen über die Kopfbildung bis zur Ernte. Dazu kommen das Gießwasser selbst, der Anbau unter Glas und die Frage, ob Dünger ins Gießwasser gehört.

Eisbergsalat im Garten pflanzen und richtig angießen

Hast du Eissalat vorgezogen, kommen die Jungpflanzen etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat ins Freiland. Der Erdballen sollte dabei feucht sein und rundum guten Kontakt zum Boden bekommen. Ich tauche die Topfballen vor dem Pflanzen in einen Eimer Wasser, damit sie gleichmäßig durchfeuchtet ins Beet kommen.

Der Erdpresstopf soll nach dem Pflanzen etwa 1 cm aus dem Boden ragen, drück ihn rundum an. Danach gießt du sofort kräftig an, damit der Ballen Anschluss an den Boden findet und nicht austrocknet. Sitzt Salat zu tief, bildet er schlechter Köpfe, und die bodennahen Blätter faulen leichter. Hoch pflanzen und Dammkultur zählen deshalb zur Vorbeugung gegen Salatfäulen.

Zahl im Blick

Salat steht im Freiland als Einzelpflanze in Reihen mit etwa 30 × 30 cm, also jeweils etwa 30 cm in der Reihe und zwischen den Reihen. Im Frühbeet, Folientunnel oder Gewächshaus genügen 25 × 25 cm. Im Erwerbsanbau von Eissalat liegt der Pflanzabstand bei rund 50 × 30 cm.

Termine für deine Salatsätze findest du bei den Saatterminen für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken. Die Reihen für das ganze Beet legst du im Beetplaner an.

Aussaatkalender Eissalate
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: April, Mai, Juni, Juli; Ernte: Mai, Juni, Juli, August, September; Pflanzung: März, April, Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliErnteErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliPflanzung: AugustVorkulturAussaatErntePflanzung

Wie viel, wann und womit: die Grundregeln kurz

Wie viel Wasser dein Eissalat braucht, hängt von Sorte, Wärme, Niederschlag, Boden und einer sonnigen oder windigen Lage ab. Um Salatfäulen vorzubeugen, gießt du Salate im Hausgarten morgens, und zwar 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang. Morgens und bodennah gegossen, trocknen benetzte Blätter tagsüber schneller ab, und Blattkrankheiten finden weniger günstige Bedingungen.

Bevor ich größere Mengen gieße, fühle ich nach, wie feucht die Erde auch in 20 cm Tiefe noch ist. Was der Regenmesser in Millimetern anzeigt, entspricht derselben Menge in Litern je Quadratmeter. Kündigt sich ergiebiger Regen an, darf eine geplante Gabe warten, wenn die Pflanzen bis dahin ausreichend versorgt sind.

Mit Tropfschläuchen kommt das Wasser gezielt an die Pflanzen, eine Beregnung von oben macht dagegen die Blätter nass und erhöht den Krankheitsdruck. Mulch auf dem Beet verringert die Verdunstung, Saatrillen und Jungpflanzen bleiben dabei frei. Der Boden unter Gartensalaten soll gut durchlüftet, tiefgründig, mäßig humos und salzarm sein. Locker ihn im Frühjahr erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist.

Ausführlich stehen die Grundlagen zum Gießen und Pflegen von Salaten im Überblick zu Salaten und Blattgemüse. Dort findest du im Abschnitt Standort und Boden auch, was einen hellen, humosen und durchlässigen Salatstandort ausmacht. Wie du die Gaben nach Wachstumsphase und Wetter staffelst, zeige ich ausführlich beim Gießen von Bataviasalat. Die laufende Kontrolle der Bodenfeuchte beschreibt der Ratgeber zum Bewässern von Eichblattsalat.

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Kopfbildung: Jetzt braucht Eissalat gleichmäßig Wasser

Kopfbildender Salat wie der Eissalat braucht mehr Wasser, sobald das Hauptblattwachstum einsetzt und der Kopf sich bildet. Für zarte Blätter muss in dieser Zeit ausreichend Wasser verfügbar bleiben. Fehlt im Sommer Wasser, können Gartensalate härtere Blätter bilden, langsamer wachsen und früher schossen.

Weil Salate Langtagpflanzen sind, schießen sie bei langen Tagen und Hitze leichter. Für Sommersätze wählst du deshalb schossfeste Sorten. Bleibt es dauerhaft wärmer als 25 °C, kann das beim Eissalat außerdem die Kopfbildung beeinträchtigen. Sobald sich die inneren Blätter zum Kopf schließen, gehört der Griff in die Erde neben den Pflanzen fest zu meinem Rundgang durchs Beet.

Abgestorbene Blattränder können entstehen, wenn der Calciumtransport ins Blatt gestört ist, etwa bei schwankender Wasserversorgung oder Überdüngung. Auch Innenbrand kann auf einen gestörten Calciumtransport zurückgehen. Zusätzliches Calcium zu düngen bleibt dann wirkungslos, selbst wenn der Boden genug davon enthält. Bei braunen Rändern prüfst du deshalb zuerst, ob die Wasserversorgung geschwankt hat oder zu viel gedüngt wurde, statt Calcium nachzulegen.

Bis zur Ernte: den Boden nicht trocken fallen lassen

Lactuca-Salate wie der Eissalat brauchen auch in ihrer letzten Kulturwoche einen ausreichend feuchten Boden. Das gilt besonders bei heißer Witterung und reicht bis zum Tag vor der Ernte. Ich gieße deshalb bis zum Schluss nach demselben Muster wie in der Kopfbildung: morgens, bodennah und nach einem Griff in die Erde.

Mythos-Check

Vor der Ernte weniger gießen, damit der Kopf knackiger wird? Für Lactuca-Salate lautet die Empfehlung anders: Auch in der letzten Kulturwoche und am Tag vor der Ernte braucht der Boden ausreichend Feuchte, besonders bei Hitze. Fehlt im Sommer Wasser, können die Blätter härter werden.

Wann der Kopf erntereif ist und wie du ihn danach lagerst, liest du im Ratgeber zu Erntezeitpunkt und Lagerung von Eissalat.

Welches Wasser in die Gießkanne gehört

Eissalat wächst dicht über dem Boden und wird roh gegessen. Deshalb zählt nicht nur die Menge, sondern auch die Herkunft des Wassers. Sammelst du Regenwasser, nimm es nur von unproblematischen Dachflächen und nicht von flächigen Kupfer- oder Zinkdächern. Meine Regentonne hängt nur an Dächern, deren Material ich kenne.

Achtung

Aufbereitetes Abwasser gehört nicht an Salat, der bodennah wächst und roh gegessen wird. Es kann Krankheitserreger enthalten.

Richte die Kanne so, dass möglichst viel Wasser auf den Boden trifft und möglichst wenig auf die Blätter. Läuft das Wasser durch eine Tropfbewässerung, gehört ein Filter vor die Leitung, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Fällt ein Tropfer aus, bekommt der Kopf daneben weniger Wasser als seine Nachbarn, und schwankende Versorgung kann Blattränder absterben lassen. Ich prüfe deshalb in der Kopfbildung, ob an jeder Pflanze Wasser ankommt.

Eissalat unter Glas, Folie und Vlies: lüften und bodennah gießen

Im Frühbeet, Folientunnel oder Gewächshaus beginnt die Salatsaison früher: Ab Januar ziehst du dort vor, ab Mitte Februar pflanzt du frühe Sorten. Wer unter Glas gießt, muss auch rechtzeitig lüften, denn anhaltende Feuchte fördert den Falschen Salatmehltau. Lüfte Gewächshaus und Frühbeet deshalb regelmäßig und reichlich. Im Folientunnel gieße ich morgens direkt auf die Erde und öffne danach die Enden, damit feuchte Luft abziehen kann.

Anhaltend feuchte und mäßig warme Witterung begünstigt den Erreger Bremia lactucae, vor allem im Spätsommer und Herbst. Ausreichend weite Pflanzabstände, morgendliches Gießen und rechtzeitiges Lüften können dem Falschen Salatmehltau vorbeugen. Im Freiland legst du die Reihen zusätzlich in Hauptwindrichtung an.

Neuseeländer Spinat wächst im Gewächshaus bei hoher Luftfeuchte gut, und Besprühen von oben kann sie unterstützen. Für Eissalat taugt das nicht, weil Wasser von oben Blattnässe und Krankheitsdruck erhöht.

Pflanzt du schon im März oder April, deckst du die Reihen mit Vlies ab. Wird es darunter wärmer als 30 °C, nimmst du die Abdeckung ab.

Dünger im Gießwasser: was die Kanne leisten kann

Lösliche Mineraldünger wirken meist schneller als organische, werden aber auch leichter ausgewaschen. Bei organischen Düngern werden die Nährstoffe überwiegend erst frei, wenn Mikroorganismen sie umgesetzt haben. Gartensalat kommt meist mit der Düngung aus, die schon die Vorfrucht bekommen hat. Flüssigdüngung über das Gießwasser gehört also nicht automatisch zur Routine.

Kurz erklärt

Für den Wasserhaushalt der Pflanze ist Kalium zuständig. Stickstoff unterstützt das Wachstum, Phosphor das Wurzelwachstum und Magnesium die Bildung des Blattgrüns.

Gibst du Stickstoff spät als Kopfdüngung, können Nitratgehalt und Innenbrandrisiko im Salat steigen. Verwertet der Salat den aufgenommenen Stickstoff nicht mehr für sein Wachstum, kann sich Nitrat anreichern. Weil lösliche Dünger meist schnell wirken, trifft Stickstoff aus der Gießkanne spät in der Kopfbildung genau diese ungünstige Phase.

Zu viel Stickstoff kann außerdem die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöhen. Schwacher Wuchs und flächige Vergilbung, zuerst an älteren Blättern, können auf Stickstoffmangel hindeuten. Den zusätzlichen Bedarf bestimmst du dann mit einer Nmin-Bodenuntersuchung, bevor du düngst.

Ich plane die Nährstoffe für meine Eissalate beim Vorbereiten des Beets ein und nicht über die Gießkanne in der Kopfbildung. Mengen und Zeitpunkte, auch für Topf und Hydrokultur, findest du im Ratgeber dazu, wie du Eissalat bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgst.

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Häufige Fragen

Wie häufig sollte Eissalat bewässert werden?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil Sorte, Wärme, Regen, Boden und eine sonnige oder windige Lage den Bedarf verschieben. Kontrollier vor einer größeren Wassergabe, wie feucht der Boden auch in 20 cm Tiefe ist, und gieß dann morgens bodennah. Während des Hauptblattwachstums und der Kopfbildung steigt der Wasserbedarf, dann schaust du genauer hin.
Welche Wassermenge benötigt Eissalat pro Woche?
Eine feste Wochenmenge lässt sich für Eissalat nicht angeben, weil Wärme, Regen, Boden und Lage den Bedarf laufend verändern. Als Orientierung gegen Salatfäulen gelten im Hausgarten morgens 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang. Was dein Regenmesser in Millimetern anzeigt, entspricht derselben Menge in Litern je Quadratmeter, sodass du Regen direkt anrechnen kannst.
Wann ist die beste Zeit zum Gießen von Eissalat?
Gieß Eissalat vorzugsweise morgens und möglichst direkt auf den Boden. Benetzte Blätter trocknen dann tagsüber schneller ab, und Blattkrankheiten finden weniger günstige Bedingungen. Morgendliches Gießen gehört deshalb auch zur Vorbeugung gegen den Falschen Salatmehltau.
Wie unterscheidet sich die Bewässerung von Eissalat im Gewächshaus vom Freiland?
Im Gewächshaus musst du neben dem Gießen auch rechtzeitig lüften, da anhaltende Feuchte Falschen Salatmehltau begünstigt. Gieß morgens und bodennah und lüfte Gewächshaus oder Frühbeet regelmäßig und reichlich. Besprühen von oben, das bei Neuseeländer Spinat die Luftfeuchte unterstützen kann, erhöht beim Salat Blattnässe und Krankheitsdruck. Im Freiland legst du die Reihen zusätzlich in Hauptwindrichtung an.
Wie erkennt man Über- und Unterwässerung bei Eissalat?
Wassermangel kann sich bei Gartensalaten im Sommer durch härtere Blätter, langsameres Wachstum und früheres Schossen zeigen. Abgestorbene Blattränder können auf eine schwankende Wasserversorgung hindeuten, aber auch auf Überdüngung. Anhaltende Feuchte begünstigt dagegen Pilzkrankheiten wie den Falschen Salatmehltau. Im Zweifel schaust du in 20 cm Tiefe nach, bevor du die Gaben änderst.
Wie sammelt und nutzt man Regenwasser für die Pflanzenbewässerung?
Fang Regenwasser nur von unproblematischen Dachflächen auf und nicht von flächigen Kupfer- oder Zinkdächern. Gieß es möglichst direkt auf den Boden und wenig auf die Blätter. Läuft es durch eine Tropfbewässerung, gehört ein Filter davor, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können.
Warum führt falsches Gießen bei Salat zu Pilzkrankheiten?
Nasse Blätter und anhaltende Feuchte begünstigen Pilzkrankheiten wie den Falschen Salatmehltau, besonders bei mäßig warmer Witterung im Spätsommer und Herbst. Wasser von oben erhöht die Blattnässe und damit den Krankheitsdruck. Gießt du morgens und bodennah, trocknen benetzte Blätter im Lauf des Tages schneller ab. Weite Pflanzabstände, Reihen in Hauptwindrichtung und Lüften unter Glas können zusätzlich vorbeugen.
Unterscheidet sich der Wasserbedarf von Salat je nach Jahreszeit?
Ja, denn Wärme und Niederschlag bestimmen den Bedarf mit. Im Sommer kann Wassermangel bei Gartensalaten zu härteren Blättern, langsamerem Wachstum und früherem Schossen führen. Im Spätsommer und Herbst begünstigt anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung dagegen den Falschen Salatmehltau, dann rechnest du Regen sorgfältig an, bevor du gießt.
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