Eissalat düngen: Bedarf je m², Kopfbildung, Topf und Nitrat
- Für eine Eissalatkultur sind je m² 14 g N, 4 g P₂O₅, 32 g K₂O und 3 g MgO tabelliert, bevor der Boden angerechnet wird.
- Bei Gartensalat kann die Düngung der Vorfrucht bereits ausreichen, eine Bodenprobe zeigt, was fehlt.
- Horndünger höchstens 100 g je m² zur Saat oder Pflanzung, als Orientierung auf phosphat- und kalireichen Böden mit jährlicher Kompostgabe.
- Späte Stickstoffgaben können bei Salat den Nitratgehalt und das Innenbrandrisiko erhöhen.
- Weniger Stickstoffüberangebot, mehr Licht und die Ernte am Nachmittag oder Abend können den Nitratgehalt verringern.
- In Hydrokultur fehlt der Puffer des Bodens, deshalb Nährstoffkonzentration und pH etwa einmal pro Woche messen.

Eissalat soll feste, knackige Köpfe bilden. Bleibt der Kopf locker, liegt Nachdüngen nahe. Eine späte Stickstoffgabe kann aber den Nitratgehalt und das Risiko für Innenbrand erhöhen. Ich plane die Düngung deshalb vor der Pflanzung und schaue während der Kopfbildung vor allem auf Wasser und Blätter. Du gehst hier vom Bedarf der Kultur aus, rechnest ab, was dein Boden liefert, und ergänzt nur, was fehlt.
Welchen Nährstoffbedarf hat Eissalat?
Für eine Eissalatkultur sind Bedarfswerte je Quadratmeter tabelliert. Sie zeigen, was die Kultur braucht, bevor du abziehst, was der Boden schon mitbringt.
| Nährstoff | Bedarf einer Eissalatkultur je m² |
|---|---|
| Stickstoff (N) | 14 g |
| Phosphat (P₂O₅) | 4 g |
| Kali (K₂O) | 32 g |
| Magnesium (MgO) | 3 g |
Diese Zahlen sind noch keine Düngermenge. Beim Stickstoff ziehst du vom Bedarf den mineralischen Stickstoff ab, der schon im Boden liegt, und dazu das, was der Boden nachliefert. Bei Gartensalat kann die Düngung der VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. bereits ausreichen. Ich notiere deshalb für jedes Beet, was vorher darauf stand und wie es gedüngt wurde. Den Überblick über die Belegung behältst du, wenn du dein ganzes Beet planst.
Auffällig ist der Kaliwert, denn Kali ist in der Eissalat-Tabelle der größte Posten. Die Orientierung für HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. weiter unten setzt aber einen phosphat- und kalireichen Boden voraus. Ob dein Beet so versorgt ist, zeigt erst eine Bodenprobe.
Für die Probe stichst du vor der Düngung 10 bis 15 Einzelproben aus dem Beet und mischst sie. Die Einzelproben nimmst du jeweils aus 0 bis 25 cm Tiefe. Von der Mischung schickst du rund 500 g ein. Wie du den Befund liest und gezielt ergänzt, zeigt der Ratgeber, wie du Eichblattsalat nach Bodenanalyse düngst.
Grundlagen in Kürze
Stickstoff unterstützt das Wachstum, Kalium den Wasserhaushalt, Phosphor das Wurzelwachstum und Magnesium die Bildung des Blattgrüns. Gartensalate brauchen einen gut durchlüfteten, tiefgründigen, mäßig humosen und salzarmen Boden. Mehr dazu steht in den Abschnitten Standort und Boden sowie Düngen im Überblick über Salate und Blattgemüse.
Grunddüngung: Kompost und Horndünger zum Kulturbeginn
Die Basis ist Kompost. Als allgemeine Orientierung gilt im Frühjahr eine Gabe von höchstens 3 l je m², die du leicht einarbeitest. Die Stickstoffversorgung musst du dabei gesondert beurteilen.
Für Eissalat dienen höchstens 100 g Horndünger je m² als Orientierung, gegeben zur Saat oder Pflanzung. Das gilt für phosphat- und kalireiche Gartenböden, bei denen die jährliche Kompostgabe schon berücksichtigt ist. Es ist eine Obergrenze, kein Pflichtwert.
Vorgezogene Eissalat-Jungpflanzen kommen etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat ins Freiland. Auf diesen Pflanztermin lege ich die Horngabe, falls Stickstoff fehlt.
Hornmehl braucht für die Umsetzung etwa 6 Wochen, größere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Späte Stickstoffgaben können Nitrat anreichern, wenn die Pflanze den Stickstoff nicht mehr für ihr Wachstum verwertet. Deshalb gebe ich Horndünger beim Eissalat zur Pflanzung und nicht erst, wenn sich der Kopf schließt.
Organische Dünger setzen ihre Nährstoffe überwiegend erst nach mikrobieller Umsetzung frei. Lösliche Mineraldünger wirken meist schneller, werden aber auch leichter ausgewaschen. Welcher Weg wann passt und wie oft du düngst, vertieft der Ratgeber, wie du Bataviasalat organisch oder mineralisch düngst.
Zu Kulturbeginn hacke ich regelmäßig zwischen den Pflanzen, damit Beikräuter dem jungen Salat keine Konkurrenz machen. Grobe Stroh- und Holzreste räumst du vor der nächsten Bodenbearbeitung ab, weil ihr Einarbeiten Stickstoff für den mikrobiellen Abbau bindet.
Düngen während der Kopfbildung: wann nachlegen, wann nicht
Mit dem Hauptblattwachstum und der Kopfbildung steigt bei kopfbildendem Salat der Wasserbedarf. Ich gieße in dieser Phase morgens und möglichst direkt auf den Boden, damit benetzte Blätter tagsüber abtrocknen. Mengen, Methode und Wasserqualität stehen im Ratgeber, wie du Eissalat bis zur Ernte richtig bewässerst.
Beim Stickstoff ist die späte Phase heikel. Eine späte Stickstoff-Kopfdüngung kann bei Salat den Nitratgehalt erhöhen und das Innenbrandrisiko steigern. Innenbrand und abgestorbene Blattränder können entstehen, wenn der CalciumtransportCalciumtransport ist die Verteilung von Calcium in der Pflanze. Calcium wandert mit dem Wasserstrom aus dem Boden in die Blätter, wo das Wasser verdunstet (Transpirationsstrom); Früchte verdunsten wenig und erhalten deshalb weniger Calcium. ins Blattgewebe gestört ist, etwa bei Überdüngung oder schwankender Wasserversorgung. Zusätzliches Calcium hilft dann nicht, solange der Boden ausreichend davon enthält.
Der Kopf bleibt locker, also wird Stickstoff nachgelegt. Dauerhafte Temperaturen über 25 °C können die Kopfbildung bei Eissalat beeinträchtigen. Eine späte Stickstoffgabe kann in dieser Lage Nitratgehalt und Innenbrandrisiko erhöhen. In langen Hitzephasen prüfe ich deshalb zuerst Wetter und Bodenfeuchte, bevor ich an Dünger denke.
Wenn du Stickstoffmangel vermutest
Schwacher Wuchs und eine flächige Vergilbung, die an den älteren Blättern beginnt, können auf Stickstoffmangel hindeuten. Nicht jede Gelbfärbung kommt vom Stickstoff: Gelbliche, von den Blattadern begrenzte Flecken mit PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. auf der Blattunterseite weisen bei Kopfsalat auf Falschen Mehltau hin. Den zusätzlichen Düngebedarf bestimmst du deshalb mit einer Nmin-Bodenuntersuchung, bevor du nachdüngst.
Eine Nmin-Untersuchung misst den mineralischen Stickstoff, der gerade im Boden liegt. Diesen Wert und die NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. des Bodens ziehst du vom Bedarf der Kultur ab. Eine Standard-Bodenuntersuchung ersetzt diese Messung nicht.
Weitere Mangelbilder beschreibt der Ratgeber, woran du Mangel und Überschuss bei Kopfsalat erkennst.
Nitrat im Eissalat: was Anbau, Ernte und Lagerung ausmachen
Blattsalate können viel Nitrat enthalten. Bei unsachgemäßer Lagerung können Mikroben daraus Nitrit bilden. Empfohlen bleibt eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse.
Beim Anbau kannst du den Nitratgehalt beeinflussen. Ein geringeres Stickstoffüberangebot im Boden und mehr Licht können die Anreicherung verringern. Zu viel Stickstoff kann Salat außerdem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen.
Ich ernte Eissalat am Nachmittag oder am Abend. Bis dahin ist ein Teil des Nitrats, das sich in der Nacht angereichert hat, bereits abgebaut. Den geernteten Kopf lagerst du gekühlt und sauber im Kühlschrank, vor Austrocknung geschützt und getrennt von Äpfeln, Birnen und Tomaten.
Stickstoff nur nach Befund und zu Kulturbeginn geben · keine späte Kopfdüngung · einen hellen Platz wählen · am Nachmittag oder Abend ernten · gekühlt und sauber lagern.
Eissalat im Topf und in Hydrokultur
Im Topf
Wenn du Eissalat im Topf ziehst, eignet sich für Salate im Balkongefäß gewöhnliche Blumenerde. Feine Saat kommt in weniger grobe AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an.. Das Gefäß braucht Ablauflöcher gegen Staunässe, und ein größerer Topf speichert mehr Wasser, sodass du seltener gießen musst.
Die Bedarfswerte je Quadratmeter übertrage ich nicht auf den Topf, weil sie sich auf eine Beetfläche beziehen. Im Gefäß düngst du nach dem, was die Pflanze zeigt. Bleibt sie im Wuchs zurück und hellt von den älteren Blättern her flächig auf, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Dann tastest du dich mit einer Nachdüngung heran und beobachtest danach Blattfarbe und Wuchs. Ein Überangebot an Stickstoff vermeidest du auch im Topf, weil es die Nitratanreicherung fördern kann.
In Hydrokultur
In einer Tiefwasserkultur, der Deep Water Culture, stehen die Nährstoffe direkt im Wasser bereit. Umwälzung und Sauerstoffversorgung unterstützen die Wurzeln, doch die Pufferwirkung des Bodens fehlt. Eine falsch eingestellte NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. fängt also nichts ab. Deshalb misst du bei Salat in Tiefwasserkultur Nährstoffkonzentration und pH-Wert regelmäßig, etwa einmal pro Woche. Ich notiere jede Messung, damit ich Veränderungen im Verlauf erkenne.
Eissalat, Batavia, Romana und Lollo im Vergleich
Auch für andere Salattypen ist der Bedarf je Kultursatz tabelliert. Beim Stickstoff liegen die Werte dicht beieinander.
| Salattyp | Stickstoff (N) je m² | Kali (K₂O) je m² |
|---|---|---|
| Eissalat | 14 g | 32 g |
| Bataviasalat | 15 g | 30 g |
| Romanasalat | 14 g | keine Angabe |
| Lollo, grün und rot | 13 g | keine Angabe |
Alle Werte gelten, bevor das Angebot des Bodens angerechnet ist. Sie beziehen sich auf den Salattyp, nicht auf einzelne Sorten. Wie du Lollo und andere Pflücksalate versorgst, steht im Ratgeber, wie du Pflücksalat bedarfsgerecht düngst.
Sorten nach der Jahreszeit wählen
Bei der Sortenwahl richtest du dich nach der Jahreszeit. Salate sind Langtagpflanzen, lange Tage und Hitze fördern das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Frühsorten gehören ins Frühjahr, schossfeste Sorten in den Sommer und Herbst- oder Wintersorten in späte Sätze. Ganzjahressorten reagieren weniger stark auf die Tageslänge und sind weitgehend schossfest.
Notiere vor der nächsten Pflanzung die Vorfrucht deines Beets und nimm eine Bodenprobe. Mit Befund und Tabellenwert entscheidest du dann, ob dein Eissalat überhaupt zusätzlichen Stickstoff braucht.





