Nährstoffhaushalt der Mairübe: Kompost vor der Saat, Stickstoff mit Maß
- Über die Nährstoffe der Mairübe entscheidest du vor der Saat: Auf einem vorher verbesserten Boden braucht die artgleiche Herbstrübe während des Wachstums in der Regel keinen Zusatzdünger.
- Als allgemeine Faustzahl im Gemüsegarten gelten etwa 3 l reifer Kompost je Quadratmeter und Jahr, bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten eingeschränkt.
- Für die Mairübensorte Polar lautet die Empfehlung, nur wenig zu düngen; hohe Stickstoffgaben fördern bei der artgleichen Herbstrübe die Nitratansammlung.
- Die Standard-Bodenuntersuchung zeigt Phosphat, Kalium und Kalkbedarf, Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen.

Mairüben stehen nur kurz im Beet: Als verbreiteter Hausgarten-Richtwert sind sie 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat erntereif. Auf einem vor der Aussaat verbesserten Boden braucht die artgleiche Herbstrübe während des Wachstums in der Regel keinen zusätzlichen Dünger. Zusammen heißt das: Über die Nährstoffe entscheidest du vor der Saat, nicht mitten in der kurzen Kultur. Ich plane die Versorgung meiner Mairüben deshalb schon, wenn ich das Beet für die Aussaat herrichte.
Botanisch gehört die Mairübe zur selben Art wie die Herbstrübe, Brassica rapa subsp. rapa. Als Speiserübe zählt sie zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. und ist mit Kohl verwandt. Wenn ich im Folgenden die Herbstrübe nenne, meine ich diese artgleiche Verwandte.
Wie viel Dünger braucht die Mairübe?
Für die Mairübensorte Polar lautet die Empfehlung, nur wenig zu düngen. Die artgleiche Herbstrübe gilt als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt., zusätzliche Düngung ist bei ihr im Hobbyanbau entbehrlich. Die Grundlage dafür ist ein Boden, der vor der Aussaat verbessert wurde.
| Rübe | Einordnung beim Nährstoffbedarf |
|---|---|
| Mairübe, Sorte Polar | nur wenig düngen |
| Herbstrübe, artgleich mit der Mairübe | Schwachzehrer; auf vor der Aussaat verbessertem Boden in der Wachstumsphase in der Regel keine zusätzliche Düngung |
| Steckrübe (Kohlrübe) | hoher Nährstoffbedarf im Erwerbsanbau |
Steckrüben, auch Kohlrüben genannt, gehören zu einer anderen Art und haben im Erwerbsanbau einen hohen Nährstoffbedarf. Wie du sie versorgst, liest du im Beitrag über die Düngung von Steckrüben.
Gemüse wird nach seinem Nährstoffbedarf in Gruppen eingeordnet. Möhren zählen zu den Schwachzehrern, Kartoffeln zu den StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe.. Pastinaken gelten als Mittelstarkzehrer.
Grunddüngung vor der Saat: reifer Kompost als Basis
Die Grundversorgung meiner Mairüben kommt aus reifem Kompost. Als allgemeine Faustzahl für die Kompost-Grunddüngung im Gemüsegarten gelten etwa 3 l je Quadratmeter und Jahr. Vollständig verrotteten Kompost arbeitest du im Frühjahr oberflächlich ein. Zeigt die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Gabe ein.
Mairüben säst du besonders im März und April sowie im Juli und August. Die Faustzahl bezieht sich aber auf das Jahr, nicht auf jede einzelne Aussaat. Folgt deine Sommersaat auf eine Vorkultur, zählt deren Kompostgabe aus dem Frühjahr deshalb schon mit. Was sich zwischen Frühjahrs- und Sommeraussaat sonst ändert, steht im Beitrag wann du Mairüben im Frühjahr oder Sommer säst.
Ich notiere jede Kompostgabe mit Datum und Beet im Beetplaner für deine Beete. Vor der Sommersaat schaue ich dort nach, was die Fläche in diesem Jahr schon bekommen hat.
Was die Bodenprobe für die Düngung verrät
Mairüben gedeihen besonders auf humosen, tiefgründigen lehmigen Sandböden. Saure und staunasse Böden sind für sie ungeeignet. Wie du Beet und Saatbett vorbereitest, zeige ich dir im Beitrag über den passenden Boden für Mairüben.
Für die Düngung zählt, was die Bodenuntersuchung zeigt: eine Unter- oder Überversorgung mit Kalk und Nährstoffen. Darauf bauen angepasste Düngeempfehlungen auf. Nimm die Probe deshalb vor der Düngung, also bevor der Kompost ins Beet kommt. Eine Standarduntersuchung umfasst gewöhnlich Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Willst du ihn wissen, beauftragst du ihn separat und hältst die Probe dafür bis zum Labor gekühlt.
Beim Stickstoff, dessen hohe Gaben bei der Herbstrübe die Nitratansammlung fördern, liefert dir die Standardprobe also keinen Wert. Sie zeigt dir aber, ob du die Kompostgabe wegen hoher Phosphor- oder Kaliumwerte einschränken solltest. Ob du kalkst, richtet sich nach der Bodenart und dem gemessenen pH-Wert. Liegt der Wert schon über dem Zielbereich deiner Bodenart, wird nicht gekalkt.
Nachdüngen während der Kultur: nur mit Grund
Einen festen Termin zum Nachdüngen plane ich bei Mairüben nicht ein. Bevor ich überhaupt an Dünger denke, prüfe ich mit dem Finger die Feuchte unter der Oberfläche. Die Sorte Polar braucht gleichmäßige Feuchtigkeit. Bei Sommeraussaaten von Speiserüben ist zusätzliches Gießen erforderlich, weil Wassermangel die Schosserbildung begünstigt. Wie ich dabei vorgehe, beschreibe ich im Beitrag wie du Mairüben richtig gießt und pflegst.
Wirkt der Bestand trotz gleichmäßiger Feuchte schwach, kann eine Unterversorgung dahinterstecken. Für eine Nachdüngung mit selbst angesetzter PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. gibt es keine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit. Maßgeblich sind der Bedarf deiner Pflanzen und der Nährstoffvorrat im Boden. Nach einer solchen Gabe beobachte ich die Pflanzen, statt nach Plan weiterzudüngen.
Vor einer Nachdüngung kläre ich drei Fragen. Ist der Boden auch unter der Oberfläche gleichmäßig feucht? Hat das Beet in diesem Jahr schon Kompost bekommen? Steht die Kultur im ersten Standjahr eines frisch geschichteten Hochbeets?
Überdüngung vermeiden: den Stickstoff im Blick
Bei der Herbstrübe fördern hohe Stickstoffgaben die Nitratansammlung. Ich versorge das Mairübenbeet deshalb über den Kompost und lege keinen Stickstoffdünger nach Plan nach.
Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff. HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl., Horngrieß und HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. kommen auf 10 bis 14 %.
Hornspäne sind deshalb kein Tausch für Kompost: Sie liefern Stickstoff in deutlich konzentrierterer Form, also genau den Nährstoff, bei dem hohe Gaben die Nitratansammlung fördern. Gibst du doch zusätzlich einen Dünger, zählt der Kompost mit. Düngermengen im Hausgarten passt du an den Bodenvorrat, die Produktdeklaration und zusätzliche Gaben wie Kompost an.
Mairüben im Hochbeet
In einem Hochbeet, das mit verrottbaren Gartenmaterialien geschichtet ist, werden im ersten Standjahr besonders viele Nährstoffe frei. Dort gebe ich Mairüben im ersten Jahr keinen zusätzlichen Dünger. Füllst du ein Hochbeet neu für überwiegend schwach zehrende Kulturen, lässt sich die Deckschicht aus Feinkompost, Gartenerde und Sand im Verhältnis 1:1:2 mischen.
Organisch, mineralisch oder über das Blatt?
Welche Aufgaben Stickstoff, Phosphor und Kalium haben und worin sich organische, mineralische und Blattdünger unterscheiden, erkläre ich für alle Wurzelgemüse gemeinsam. Du findest es im Abschnitt Düngen je nach Art und Boden in unserem Überblick über Wurzel- und Knollengemüse, dort auch das Grundsätzliche zur ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt..
Vorfrucht, Gründüngung und Beetnachbarn
Senf, Ölrettich und Raps sind wie die Mairübe Kreuzblütler und sollen deshalb in ihrer Fruchtfolge möglichst nicht als Gründüngung stehen. Erntest du Rübe samt Laub, liefert das Beet der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. über Erntereste keinen Stickstoff nach. Wie du Vor- und Nachfrüchte planst, liest du im Beitrag über Mairüben in der Fruchtfolge; welche Nachbarn zusammenpassen, zeigt dir unser Mischkultur-Werkzeug.



