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Steckrüben düngen: Grundversorgung, Nachdüngen und Warnzeichen am Laub

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Steckrüben, auch Kohlrüben genannt, haben im Erwerbsanbau einen hohen Nährstoffbedarf, die Herbstrübe gilt dagegen als Schwachzehrer.
  • Vor der Aussaat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten, als allgemeine Faustzahl gelten etwa 3 l reifer Kompost je m² und Jahr.
  • Stallmist gibst du nur alle drei Jahre, im ersten Jahr wird nur ein Teil seines Stickstoffs verfügbar.
  • Erbsen eignen sich wegen ihrer Stickstoffbindung als Vorfrucht, ihre Wurzeln bleiben nach der Ernte im Boden.
  • Im Sommer nur mit Anlass nachdüngen: Laub, Wuchs und Bodenfeuchte entscheiden, nicht ein fester Termin.
  • Die Standard-Bodenuntersuchung zeigt Phosphat, Kalium und Kalkbedarf, Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen.
Zwei frisch geerntete Kohlrüben mit Blättern liegen auf einem Holzboden.
Foto: Danler · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Steckrüben stehen lange im Beet, die Kulturdauer liegt bei 140 Tagen. Kohlrüben, wie Steckrüben auch heißen, haben im Erwerbsanbau zudem einen hohen Nährstoffbedarf. Wer sie wie eine genügsame Rübe behandelt, plant an ihrem Bedarf vorbei. Ich lege die Grundversorgung deshalb vor der Saat an und entscheide im Sommer am Laub, ob die Rüben Nachschub brauchen.

Welchen Nährstoffbedarf haben Steckrüben?

Der hohe Nährstoffbedarf gilt für Kohlrüben im Erwerbsanbau. In deinem Garten richtet sich die Düngermenge nach dem Nährstoffvorrat im Boden, nach der Vorfrucht und nach dem, was du als Kompost oder Mist gibst. Wie unterschiedlich verwandte Kreuzblütler beim Düngen eingeordnet werden, zeigt der Vergleich:

Kultur Einordnung beim Düngen
Steckrübe, Kohlrübe hoher Nährstoffbedarf im Erwerbsanbau; vor der Aussaat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten
Herbstrübe Schwachzehrer; ist der Boden vor der Aussaat verbessert, in der Wachstumsphase in der Regel keine zusätzliche Düngung
Mairübe der Sorte Polar nur wenig düngen
Rettich Düngebedarf vor der Kultur über eine Bodenuntersuchung bestimmen, nur bei Bedarf düngen

Anleitungen für diese Verwandten überträgst du deshalb nicht auf die Steckrübe. Die Einzelheiten stehen in den Beiträgen darüber, wie du Herbstrüben düngst und ihren Boden pflegst und wie du Mairüben bedarfsgerecht versorgst. Für den Rettich zeigt dir ein eigener Beitrag, wie du Rettich nach Bedarf düngst. Grundsätzliches zum Düngen nach Art und Boden steht im Abschnitt Düngen des Ratgebers zu Wurzel- und Knollengemüse.

Aussaatkalender Kohlrüben/Steckrüben
GartenkalenderVorkultur: April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai, Juni; Ernte: August, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniErnteErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberVorkulturAussaatErnte

Steckrüben nach Wachstumsphase düngen

Die Steckrübe bekommt ihre Grundversorgung vor der Saat, danach düngst du nur noch mit Anlass. Die Übersicht zeigt, was in welcher Phase ansteht:

Phase Zeitpunkt Was du tust Worauf du achtest
Vor der Saat vor der Aussaat zwischen April und Juni reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten Vorfrucht, Bodenbefund, letzte Mistgabe
Keimung und Jugend Keimdauer 7 bis 14 Tage Saatbett feucht halten, ohne es zu vernässen; nicht nachdüngen gleichmäßiger Aufgang
Wachstum im Sommer zwischen Aufgang und Herbst nur mit Anlass organisch Stickstoff nachgeben ältere Blätter, Wuchs, Bodenfeuchte
Herbst und Ernte Ernte von September bis Dezember keinen Stickstoff mehr geben Folgekultur und Fruchtfolge planen

Vor der Aussaat: Kompost oder Mist einarbeiten

Arbeite vor der Aussaat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist ein, um den Boden zu verbessern. Gesät wird zwischen April und Juni, und den passenden Termin für deine Lage findest du im druckbaren Aussaatkalender für Wurzelgemüse. Für die Menge gelten allgemeine Richtwerte aus dem Gemüsegarten:

Material Richtwert Worauf du achtest
Reifer Kompost etwa 3 l je m² und Jahr, oberflächlich eingearbeitet bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten die Gabe einschränken
Stallmist etwa 3 kg je m², nur alle drei Jahre im ersten Jahr sind rund 30 bis 40 % des Stickstoffs pflanzenverfügbar

Da im ersten Jahr nur ein Teil des Mist-Stickstoffs verfügbar wird und Mist nur alle drei Jahre aufs Beet kommt, zählt eine Gabe aus dem Vorjahr bei den Steckrüben noch mit. Ich notiere mir deshalb für jedes Beet, wann es zuletzt Mist bekommen hat.

Häufiger Fehler

Erst Kompost einarbeiten und dann trotzdem die volle Düngermenge von der Packung obendrauf geben. Die Düngermenge im Hausgarten richtest du nach dem Bodenvorrat, der Deklaration auf der Packung und allen zusätzlichen Gaben, und dazu zählt auch der Kompost.

Stickstoff aus der Vorfrucht

Erbsen eignen sich wegen ihrer Stickstoffbindung als Vorfrucht für Steckrüben, und ihre Wurzeln bleiben nach der Ernte im Boden. Reißt du die Erbsen samt Wurzeln aus, entfernst du die ganze Pflanze, und über Erntereste kommt dann kein Stickstoff für die Steckrüben nach. Ich schneide sie deshalb bodennah ab. Auch nach Frühkartoffeln oder Bohnen kannst du Steckrüben anbauen.

Boden prüfen, bevor du mehr gibst

Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob dein Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist, und ermöglicht daran angepasste Düngeempfehlungen. Ob du kalkst, entscheiden Bodenart und gemessener pH-Wert. Probe, Lockerung und Vorbereitung beschreibt der Beitrag darüber, wie du den Boden für Steckrüben gründlich vorbereitest.

Keimung und Jugend: beobachten statt nachlegen

Während Quellung und Keimung hältst du das Saatbett ausreichend feucht, ohne es zu vernässen. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. In dieser Phase gebe ich keinen Dünger nach, sondern schaue, ob die Reihe gleichmäßig aufläuft und die Sämlinge frisch grün aussehen.

Im Sommer: nachdüngen nur mit Anlass

Ob die Steckrüben im Sommer Nachschub brauchen, entscheidest du nach Laub, Wuchs und Bodenfeuchte, nicht nach einem festen Termin.

Mini-Checkliste

Bevor du im Sommer nachdüngst, klärst du diese Fragen.

  • Ist der Boden unter der Oberfläche feucht?
  • Was stand vorher auf dem Beet, und sind die Erbsenwurzeln im Boden geblieben?
  • Wann gab es zuletzt Mist, und wie viel Kompost kam vor der Saat hinein?
  • Verfärben sich vor allem die älteren Blätter, und legt die Rübe noch zu?

Braucht das Beet Stickstoff, gibst du ihn organisch, zum Beispiel als Hornmehl. Arbeite es zwischen den Reihen oberflächlich ein und beobachte, ob das neue Laub kräftiger nachwächst. Mengen aus Anleitungen für andere Rüben übernimmst du dabei nicht, du tastest dich heran.

Mythos-Check

Wer genug Kompost gibt, muss nie Stickstoff nachlegen? Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff, Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl dagegen 10 bis 14 %. Kompost ist deshalb vor allem die Grundversorgung vor der Saat, für gezielten Stickstoff im Sommer ist Horn die konzentriertere Quelle.

Brennnessel- oder Beinwelljauche verdünnst du zum Gießen in der Regel 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit gibt es für Pflanzenjauche nicht, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat des Bodens maßgeblich sind.

Steckrüben bevorzugen feuchten Boden. Wie du Wurzelgemüse gleichmäßig und durchdringend gießt, steht im Abschnitt Gießen desselben Wurzelgemüse-Ratgebers. Einen Nährstoffgewinn durch Beetnachbarn planst du besser nicht ein, weil sich günstige Wirkungen zwischen Gemüsearten schwer nachweisen lassen. Welche Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.

Marias Erfahrung

Bevor ich an Dünger denke, schaue ich mir die älteren, unteren Blätter an und fühle mit dem Finger in den Boden. Ist er trocken, gieße ich zuerst und sehe mir die Pflanzen danach noch einmal an.

Herbst bis zur Ernte: Stickstoff weglassen

Geerntet wird von September bis Dezember. Gegen Ende der Kultur gebe ich keinen Stickstoff mehr. Bei der Herbstrübe, ebenfalls ein Kreuzblütler, fördern hohe Stickstoffgaben die Nitratansammlung, und ich gehe bei der Steckrübe genauso vorsichtig vor.

Für die nächste Saison zählt die Pflanzenfamilie: Als Kreuzblütler folgen Steckrüben nicht unmittelbar auf Kohl, Radieschen, Rettich oder Rucola im selben Beet. Die Folge über mehrere Jahre, Gründüngungen eingeschlossen, planst du im Beetplaner.

Mangel oder Überdüngung erkennen

Blattsymptome sind Hinweise, keine Diagnose. Trockenheit, Staunässe oder Schädlinge können ähnlich aussehen, deshalb prüfst du zuerst Boden und Wasser.

Was du siehst Kann hindeuten auf Was du tust
Ältere Blätter werden hell bis gelblich, der Wuchs stockt Stickstoffmangel Bodenfeuchte prüfen, dann organisch Stickstoff nachgeben und das neue Laub beobachten
Braune, trockene Ränder an älteren Blättern Kaliummangel oder Trockenheit Gießen prüfen, Kalium über eine Bodenuntersuchung klären
Auffallend üppiges, weiches Laub, die Rübe legt kaum zu zu viel Stickstoff nicht mehr nachdüngen, Kompost und Mist der Vorjahre mitrechnen

Was die Bodenprobe zeigt und was nicht

Eine Standarduntersuchung umfasst gewöhnlich Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Stickstoff muss separat beauftragt werden, und die Probe dafür bleibt bis zum Labor gekühlt. Weil Stickstoff im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen wird, bleiben dir für ihn vor allem Laub, Wuchs und die Vorgeschichte des Beets.

Wenn du zu viel gegeben hast

Hast du den Verdacht, zu viel gegeben zu haben, düngst du in dieser Saison nicht mehr nach. Zeigt die Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe vor der nächsten Kultur ein. Nach der Ernte kann eine Gründüngung das Beet schützen, vorhandene Nährstoffe binden und ihre Auswaschung vermindern. Senf, Gelbsenf und Ölrettich meidest du dafür, weil sie als Kreuzblütler auch als Gründüngung zur Anbaupause zählen. Für Aussaaten ab Ende September oder Anfang Oktober kommen nur noch wenige robuste Arten infrage, darunter Winterroggen.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist der Nährstoffbedarf von Steckrüben im Vergleich zu anderen Gemüsesorten?
Kohlrüben, wie Steckrüben auch heißen, haben im Erwerbsanbau einen hohen Nährstoffbedarf. Verwandte Rüben werden anders eingeordnet: Die Herbstrübe gilt als Schwachzehrer, und Mairüben der Sorte Polar sollen nur wenig gedüngt werden. Mengen aus Anleitungen für andere Rüben überträgst du deshalb nicht, sondern richtest dich nach deinem Boden, der Vorfrucht und deinen Kompostgaben.
Warum ist eine Bodenanalyse vor dem Düngen von Steckrüben sinnvoll?
Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob dein Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist, und ermöglicht daran angepasste Düngeempfehlungen. Die Standarduntersuchung umfasst gewöhnlich Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Stickstoff muss separat beauftragt werden, und die Probe dafür bleibt bis zum Labor gekühlt. Zeigt der Befund stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du auch die Kompostgabe ein.
Welche Rolle spielt der pH-Wert beim Düngen von Steckrüben?
Steckrüben tolerieren eine weite Spanne von pH 4,2 bis 8,2, das ist aber eine Toleranzangabe und kein Optimalbereich. Der Zielbereich für dein Beet hängt von der Bodenart ab, auf Sand liegt er zum Beispiel bei 5,4 bis 5,8. Auf sandigem Lehm bis Lehm sind es 6,6 bis 7,0. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert, oberhalb des Zielbereichs wird nicht gekalkt.
Wie erkennst du Nährstoffmangel bei Steckrüben im Hausgarten?
Blattsymptome sind Hinweise, keine sichere Diagnose. Hellen sich die älteren Blätter gelblich auf und stockt der Wuchs, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten, braune Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel hindeuten. Trockenheit und Staunässe sehen manchmal ähnlich aus, deshalb prüfst du zuerst die Bodenfeuchte. Kalium klärt eine Bodenuntersuchung, Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu größeren Steckrüben führt?
Nein, darauf verlässt du dich besser nicht. Auffallend üppiges, weiches Laub bei einer Rübe, die kaum zulegt, kann auf zu viel Stickstoff hindeuten. Bei der Herbstrübe, ebenfalls ein Kreuzblütler, fördern hohe Stickstoffgaben außerdem die Nitratansammlung. Deine Düngermenge richtest du nach Bodenvorrat, Packungsdeklaration und dem, was Kompost oder Mist schon geliefert haben.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Steckrüben zu düngen?
Die Grundversorgung mit reifem Gartenkompost oder gut verrottetem Mist arbeitest du vor der Aussaat ein, gesät wird zwischen April und Juni. Mist kommt dabei nur alle drei Jahre aufs Beet. Im Sommer düngst du nur nach, wenn Laub und Wuchs einen Anlass geben. Gegen Ende der Kultur gebe ich keinen Stickstoff mehr.
Wie wirkt sich die Fruchtfolge auf den Nährstoffbedarf von Steckrüben aus?
Erbsen eignen sich wegen ihrer Stickstoffbindung als Vorfrucht, und ihre Wurzeln bleiben nach der Ernte im Boden. Wird eine Kultur als ganze Pflanze entfernt, liefert sie über Erntereste keinen Stickstoff für die Folgekultur. Auf andere Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen oder Rettich folgen Steckrüben nicht unmittelbar, und Senf oder Ölrettich als Gründüngung zählen dabei mit.
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