Steckrüben düngen: Grundversorgung, Nachdüngen und Warnzeichen am Laub
- Steckrüben, auch Kohlrüben genannt, haben im Erwerbsanbau einen hohen Nährstoffbedarf, die Herbstrübe gilt dagegen als Schwachzehrer.
- Vor der Aussaat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten, als allgemeine Faustzahl gelten etwa 3 l reifer Kompost je m² und Jahr.
- Stallmist gibst du nur alle drei Jahre, im ersten Jahr wird nur ein Teil seines Stickstoffs verfügbar.
- Erbsen eignen sich wegen ihrer Stickstoffbindung als Vorfrucht, ihre Wurzeln bleiben nach der Ernte im Boden.
- Im Sommer nur mit Anlass nachdüngen: Laub, Wuchs und Bodenfeuchte entscheiden, nicht ein fester Termin.
- Die Standard-Bodenuntersuchung zeigt Phosphat, Kalium und Kalkbedarf, Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen.

Steckrüben stehen lange im Beet, die Kulturdauer liegt bei 140 Tagen. Kohlrüben, wie Steckrüben auch heißen, haben im Erwerbsanbau zudem einen hohen Nährstoffbedarf. Wer sie wie eine genügsame Rübe behandelt, plant an ihrem Bedarf vorbei. Ich lege die Grundversorgung deshalb vor der Saat an und entscheide im Sommer am Laub, ob die Rüben Nachschub brauchen.
Welchen Nährstoffbedarf haben Steckrüben?
Der hohe Nährstoffbedarf gilt für Kohlrüben im Erwerbsanbau. In deinem Garten richtet sich die Düngermenge nach dem Nährstoffvorrat im Boden, nach der VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. und nach dem, was du als Kompost oder Mist gibst. Wie unterschiedlich verwandte Kreuzblütler beim Düngen eingeordnet werden, zeigt der Vergleich:
| Kultur | Einordnung beim Düngen |
|---|---|
| Steckrübe, Kohlrübe | hoher Nährstoffbedarf im Erwerbsanbau; vor der Aussaat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten |
| Herbstrübe | SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt.; ist der Boden vor der Aussaat verbessert, in der Wachstumsphase in der Regel keine zusätzliche Düngung |
| Mairübe der Sorte Polar | nur wenig düngen |
| Rettich | Düngebedarf vor der Kultur über eine Bodenuntersuchung bestimmen, nur bei Bedarf düngen |
Anleitungen für diese Verwandten überträgst du deshalb nicht auf die Steckrübe. Die Einzelheiten stehen in den Beiträgen darüber, wie du Herbstrüben düngst und ihren Boden pflegst und wie du Mairüben bedarfsgerecht versorgst. Für den Rettich zeigt dir ein eigener Beitrag, wie du Rettich nach Bedarf düngst. Grundsätzliches zum Düngen nach Art und Boden steht im Abschnitt Düngen des Ratgebers zu Wurzel- und Knollengemüse.
Steckrüben nach Wachstumsphase düngen
Die Steckrübe bekommt ihre Grundversorgung vor der Saat, danach düngst du nur noch mit Anlass. Die Übersicht zeigt, was in welcher Phase ansteht:
| Phase | Zeitpunkt | Was du tust | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Vor der Saat | vor der Aussaat zwischen April und Juni | reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten | Vorfrucht, Bodenbefund, letzte Mistgabe |
| Keimung und Jugend | Keimdauer 7 bis 14 Tage | Saatbett feucht halten, ohne es zu vernässen; nicht nachdüngen | gleichmäßiger Aufgang |
| Wachstum im Sommer | zwischen Aufgang und Herbst | nur mit Anlass organisch Stickstoff nachgeben | ältere Blätter, Wuchs, Bodenfeuchte |
| Herbst und Ernte | Ernte von September bis Dezember | keinen Stickstoff mehr geben | FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. und Fruchtfolge planen |
Vor der Aussaat: Kompost oder Mist einarbeiten
Arbeite vor der Aussaat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist ein, um den Boden zu verbessern. Gesät wird zwischen April und Juni, und den passenden Termin für deine Lage findest du im druckbaren Aussaatkalender für Wurzelgemüse. Für die Menge gelten allgemeine Richtwerte aus dem Gemüsegarten:
| Material | Richtwert | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Reifer Kompost | etwa 3 l je m² und Jahr, oberflächlich eingearbeitet | bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten die Gabe einschränken |
| StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. | etwa 3 kg je m², nur alle drei Jahre | im ersten Jahr sind rund 30 bis 40 % des Stickstoffs pflanzenverfügbar |
Da im ersten Jahr nur ein Teil des Mist-Stickstoffs verfügbar wird und Mist nur alle drei Jahre aufs Beet kommt, zählt eine Gabe aus dem Vorjahr bei den Steckrüben noch mit. Ich notiere mir deshalb für jedes Beet, wann es zuletzt Mist bekommen hat.
Erst Kompost einarbeiten und dann trotzdem die volle Düngermenge von der Packung obendrauf geben. Die Düngermenge im Hausgarten richtest du nach dem Bodenvorrat, der Deklaration auf der Packung und allen zusätzlichen Gaben, und dazu zählt auch der Kompost.
Stickstoff aus der Vorfrucht
Erbsen eignen sich wegen ihrer StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. als Vorfrucht für Steckrüben, und ihre Wurzeln bleiben nach der Ernte im Boden. Reißt du die Erbsen samt Wurzeln aus, entfernst du die ganze Pflanze, und über Erntereste kommt dann kein Stickstoff für die Steckrüben nach. Ich schneide sie deshalb bodennah ab. Auch nach Frühkartoffeln oder Bohnen kannst du Steckrüben anbauen.
Boden prüfen, bevor du mehr gibst
Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob dein Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist, und ermöglicht daran angepasste Düngeempfehlungen. Ob du kalkst, entscheiden Bodenart und gemessener pH-Wert. Probe, Lockerung und Vorbereitung beschreibt der Beitrag darüber, wie du den Boden für Steckrüben gründlich vorbereitest.
Keimung und Jugend: beobachten statt nachlegen
Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung hältst du das Saatbett ausreichend feucht, ohne es zu vernässen. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. In dieser Phase gebe ich keinen Dünger nach, sondern schaue, ob die Reihe gleichmäßig aufläuft und die Sämlinge frisch grün aussehen.
Im Sommer: nachdüngen nur mit Anlass
Ob die Steckrüben im Sommer Nachschub brauchen, entscheidest du nach Laub, Wuchs und Bodenfeuchte, nicht nach einem festen Termin.
Bevor du im Sommer nachdüngst, klärst du diese Fragen.
- Ist der Boden unter der Oberfläche feucht?
- Was stand vorher auf dem Beet, und sind die Erbsenwurzeln im Boden geblieben?
- Wann gab es zuletzt Mist, und wie viel Kompost kam vor der Saat hinein?
- Verfärben sich vor allem die älteren Blätter, und legt die Rübe noch zu?
Braucht das Beet Stickstoff, gibst du ihn organisch, zum Beispiel als Hornmehl. Arbeite es zwischen den Reihen oberflächlich ein und beobachte, ob das neue Laub kräftiger nachwächst. Mengen aus Anleitungen für andere Rüben übernimmst du dabei nicht, du tastest dich heran.
Wer genug Kompost gibt, muss nie Stickstoff nachlegen? Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff, Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl dagegen 10 bis 14 %. Kompost ist deshalb vor allem die Grundversorgung vor der Saat, für gezielten Stickstoff im Sommer ist Horn die konzentriertere Quelle.
Brennnessel- oder Beinwelljauche verdünnst du zum Gießen in der Regel 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit gibt es für PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. nicht, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat des Bodens maßgeblich sind.
Steckrüben bevorzugen feuchten Boden. Wie du Wurzelgemüse gleichmäßig und durchdringend gießt, steht im Abschnitt Gießen desselben Wurzelgemüse-Ratgebers. Einen Nährstoffgewinn durch Beetnachbarn planst du besser nicht ein, weil sich günstige Wirkungen zwischen Gemüsearten schwer nachweisen lassen. Welche Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Bevor ich an Dünger denke, schaue ich mir die älteren, unteren Blätter an und fühle mit dem Finger in den Boden. Ist er trocken, gieße ich zuerst und sehe mir die Pflanzen danach noch einmal an.
Herbst bis zur Ernte: Stickstoff weglassen
Geerntet wird von September bis Dezember. Gegen Ende der Kultur gebe ich keinen Stickstoff mehr. Bei der Herbstrübe, ebenfalls ein Kreuzblütler, fördern hohe Stickstoffgaben die Nitratansammlung, und ich gehe bei der Steckrübe genauso vorsichtig vor.
Für die nächste Saison zählt die Pflanzenfamilie: Als Kreuzblütler folgen Steckrüben nicht unmittelbar auf Kohl, Radieschen, Rettich oder Rucola im selben Beet. Die Folge über mehrere Jahre, Gründüngungen eingeschlossen, planst du im Beetplaner.
Mangel oder Überdüngung erkennen
Blattsymptome sind Hinweise, keine Diagnose. Trockenheit, Staunässe oder Schädlinge können ähnlich aussehen, deshalb prüfst du zuerst Boden und Wasser.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du tust |
|---|---|---|
| Ältere Blätter werden hell bis gelblich, der Wuchs stockt | Stickstoffmangel | Bodenfeuchte prüfen, dann organisch Stickstoff nachgeben und das neue Laub beobachten |
| Braune, trockene Ränder an älteren Blättern | Kaliummangel oder Trockenheit | Gießen prüfen, Kalium über eine Bodenuntersuchung klären |
| Auffallend üppiges, weiches Laub, die Rübe legt kaum zu | zu viel Stickstoff | nicht mehr nachdüngen, Kompost und Mist der Vorjahre mitrechnen |
Was die Bodenprobe zeigt und was nicht
Eine Standarduntersuchung umfasst gewöhnlich Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Stickstoff muss separat beauftragt werden, und die Probe dafür bleibt bis zum Labor gekühlt. Weil Stickstoff im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen wird, bleiben dir für ihn vor allem Laub, Wuchs und die Vorgeschichte des Beets.
Wenn du zu viel gegeben hast
Hast du den Verdacht, zu viel gegeben zu haben, düngst du in dieser Saison nicht mehr nach. Zeigt die Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe vor der nächsten Kultur ein. Nach der Ernte kann eine Gründüngung das Beet schützen, vorhandene Nährstoffe binden und ihre AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. vermindern. Senf, Gelbsenf und Ölrettich meidest du dafür, weil sie als Kreuzblütler auch als Gründüngung zur Anbaupause zählen. Für Aussaaten ab Ende September oder Anfang Oktober kommen nur noch wenige robuste Arten infrage, darunter Winterroggen.



