Knollensellerie düngen und gießen: Was die Knolle wann braucht
- Knollensellerie braucht während des ganzen Wachstums ausreichend Bodenfeuchte, sonst bleiben die Knollen klein und zäh.
- Etwa 10 bis 20 l Wasser je m² gelten für Gemüse als Orientierung, um die Wurzelzone zu erreichen; gegossen wird an den Boden, nicht über das Laub.
- Im Freiland-Erwerbsanbau braucht Knollensellerie von Mitte Juli bis Anfang September besonders viel Wasser.
- Vor der Pflanzung kommt Kompost ins Beet, und für Starkzehrer wie Sellerie liegt die Horndünger-Gesamtmenge zur Pflanzung bei bis zu 100 g je m².
- Zu viel leicht verfügbarer Stickstoff erhöht das Risiko hohler Knollen.

Fehlt Knollensellerie während des Wachstums Wasser, bleiben die Knollen klein und zäh. Beim Düngen liegt die Gefahr dagegen im Zuviel, denn übermäßig viel leicht verfügbarer Stickstoff erhöht das Risiko hohler Knollen. Ich gieße meinen Sellerie deshalb nach der Bodenfeuchte statt nach dem Kalender. Beim Dünger schaue ich zuerst, was schon im Beet steckt.
Wie viel Wasser braucht Knollensellerie?
Knollensellerie braucht einen fruchtbaren, gleichmäßig feuchten und gut durchlässigen Boden. Während des ganzen Wachstums sorgst du dafür, dass reichlich Feuchte im Boden ist. Für die Menge je Gabe hilft eine allgemeine Orientierung, die für Gemüse im Garten gilt.
Etwa 10 bis 20 l Wasser je m² gelten als allgemeine Orientierung für Gemüse im Garten, wenn die Wurzelzone in ungefähr 10 bis 20 cm Tiefe erreicht werden soll. Beim langsamen Gießen verteilst du eine solche Gabe auf mindestens 2 Stunden, damit das Wasser einsickern kann.
Wann die nächste Gabe fällig ist, zeigt dir der Boden unter der Oberfläche. Ist die Erde dort abgetrocknet, gießt du gründlich nach, bis die Wurzelzone wieder durchfeuchtet ist.
Sandreiche Böden lassen Wasser gut durch und speichern wenig davon, tonreiche leiten es schlecht ab. Reifer Kompost verbessert auf leichten Böden die Wasserspeicherung und auf schweren die Lockerung. Wie du den Boden für Knollensellerie vorbereitest, liest du im Beitrag zur Bodenvorbereitung.
Wann braucht Knollensellerie besonders viel Wasser?
Der Bedarf verteilt sich nicht gleichmäßig über die Saison. Die Übersicht zeigt, worauf es in welcher Phase ankommt.
| Phase | Zeitpunkt | Gießen | Nährstoffe |
|---|---|---|---|
| Anzucht | geschützte Vorkultur, Aussaat Ende Februar | Feuchte vor dem Gießen von Hand prüfen | nährstoffarme Aussaaterde |
| Pflanzung | ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten | gleichmäßig feucht halten, an den Boden gießen | vorher Kompost einarbeiten, HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. zur Pflanzung |
| Hauptwachstum | im Freiland-Erwerbsanbau Mitte Juli bis Anfang September | besonders viel Wasser, Mangel begrenzt Knollenentwicklung und Ertrag | ergänzende Gaben nach Bodenvorrat, kein Übermaß an leicht verfügbarem Stickstoff |
In der Anzucht kann torffreies Substrat an der Oberfläche trocken wirken, obwohl es darunter noch nass ist. Prüf die Feuchte deshalb vor dem Gießen mit dem Finger. Wie du die Jungpflanzen vorziehst und auspflanzt, zeigt die Anleitung von der Aussaat bis zur Ernte.
Nach der Pflanzung hältst du den Boden gleichmäßig feucht und gießt an den Boden statt über die Blätter. Besonders viel Wasser braucht Knollensellerie im Freiland-Erwerbsanbau von Mitte Juli bis Anfang September. In dieser Zeit begrenzt Wassermangel die Knollenentwicklung und den Ertrag. Ich achte in diesen Wochen deshalb besonders genau auf die Bodenfeuchte in meinem Selleriebeet.
Wie gießt du, ohne Blattflecken zu fördern?
Gieß Knollensellerie an den Boden und nicht über das Laub. Lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. und Temperaturen über 20 °C begünstigen Septoria-Blattflecken an Sellerie. Als günstig für das Wachstum von Knollensellerie gilt eine Temperatur von etwa 20 °C. Gutes Wachstumswetter liegt also direkt an der Schwelle, ab der lange Blattnässe zum Risiko wird. Welche Temperatur-, Licht- und Feuchtebedingungen Knollensellerie insgesamt braucht, erklärt der Beitrag zum Klima.
Zur Vorbeugung vermeidest du Blattnässeperioden von über 70 Stunden. Auch kürzere Nässe schließt einen Befall aber nicht aus. Stell die Pflanzen so, dass das Laub nach Regen rasch abtrocknet, und wähle widerstandsfähige Sorten. Für große Knollen braucht Knollensellerie ohnehin Platz für eine üppige, breit aufgefächerte Blattmasse. Wie viel Platz du dafür im Beet einplanst, liest du im Beitrag zum Platzbedarf.
Bei Septoria zeigen Sellerieblätter gelbbraune bis graubraune Flecken mit schwarzen Punkten. Entdeckst du solche Flecken, können sie auf Septoria hindeuten. Starker Blattverlust beeinträchtigt den Knollenzuwachs, deshalb schaust du dir das Laub beim Gießen gleich mit an.
Wie hältst du die Feuchte im Boden?
Eine Bodenbedeckung aus Grasschnitt, Ernteresten oder Stroh vermindert bei Sellerie die Verdunstung. Die Decke hält die Bodenoberfläche außerdem für Regenwasser aufnahmefähig. Mulch begrenzt zudem Austrocknung und BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt..
Das spart Hackarbeit, und vorsichtiges Hacken schont die oberflächennahen Wurzeln des Knollenselleries. Anhäufeln entfällt, weil sich sonst keine guten Knollen bilden. Was sonst zur Pflege gehört, erklärt der Pflege-Abschnitt im Wurzelgemüse-Ratgeber.
Nach dem Pflanzen lege ich Grasschnitt zwischen die Selleriepflanzen. Vor dem Gießen schiebe ich den Mulch an einer Stelle beiseite und fühle mit dem Finger, ob die Erde darunter noch feucht ist. Dann gieße ich direkt auf den Boden und lasse das Laub trocken.
Im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. erwärmt sich die Erde stärker und trocknet dadurch schneller aus. Eine Mulchdecke aus Rasenschnitt wirkt dem entgegen.
Sellerie düngen: Was braucht Knollensellerie vor und nach der Pflanzung?
Sellerie gehört im Gemüsegarten zu den Kulturen mit hohem Stickstoffbedarf. Knollensellerie erhält vor der Pflanzung Kompost und wird ergänzend in mehreren Gaben nachgedüngt.
Als Faustzahl für die Kompost-Grunddüngung im Gemüsegarten gelten etwa 3 l reifer Kompost je m² und Jahr, bei StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. bis zu 5 l je m². Die Horndünger-Gesamtmenge zur Pflanzung liegt für Starkzehrer wie Sellerie bei bis zu 100 g je m². Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff, HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl., Horngrieß und HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. dagegen 10 bis 14 %.
Weil Gartenkompost durchschnittlich nur 1 % Stickstoff enthält, liefert beim Sellerie vor allem das Horn den Stickstoff. Die Menge richtest du nach dem Bodenvorrat, der Packungsangabe und dem, was der Kompost schon mitbringt. Den Vorrat an PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und Kalium zeigt dir eine Bodenuntersuchung.
Mehr Dünger ist dabei nicht automatisch besser. Überversorgst du Sellerie mit leicht verfügbarem Stickstoff, wächst die Knolle sehr schnell und üppig, und das Risiko hohler Knollen steigt. Für die Sorte ‘Giant Prague’ nennt der Anbieter sogar keinen zusätzlichen Dünger während des Wachstums. Voraussetzung ist ein Platz, der gut mit Nährstoffen und reichlich Kompost versorgt ist. Welche Nährstoffe Knollensellerie in welcher Wachstumsphase braucht und woran du Mangel erkennst, erklärt der Beitrag zu den Nährstoffen.
Wie geht es nach dem Sommer weiter?
Knollensellerie ist erntereif, wenn die äußeren Blätter gelb zu werden beginnen. Geerntet wird bei trockenem Wetter. Vor dem Einlagern befreist du die Knollen grob von Erde und schneidest Wurzeln und Laub bis auf die Herzblätter glatt zurück. Mehr dazu findest du in den Abschnitten Ernte und Lagern des Wurzelgemüse-Ratgebers.




