Blumendünger für Balkonpflanzen: So versorgst du Topf und Kasten durch die Saison
- Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen vier bis sechs Wochen keinen zusätzlichen Dünger.
- Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase düngst du während ihrer Wachstumszeit von Ende April bis August.
- Düngerlösung gibst du nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
- Pelargonien ohne Langzeitdünger bekommen alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger, sobald sie eingewurzelt sind und zu wachsen beginnen.
- Mit bedarfsgerecht eingesetztem Langzeitdünger brauchen Kübelpflanzen im Sommer gewöhnlich keine Nachdüngung.
Im Topf und im Balkonkasten leben deine Pflanzen von dem Vorrat in der Erde und von dem, was du nachgibst. Gibst du Düngerlösung auf trockene Erde, riskierst du Wurzelschäden. In kühlen Phasen wirken Langzeitdünger zusätzlich verzögert, und kranke Pflanzen solltest du gar nicht zum Wachstum antreiben. Ich stelle mir deshalb vor jeder Gabe drei Fragen: Was steckt noch in der Erde, was braucht diese Pflanze, und passt gerade die Witterung?
Welcher Blumendünger passt auf den Balkon?
Flüssigdünger gibst du mit dem Gießwasser, Granulat und Düngestäbchen kommen fest in die Erde. Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern ihre Nährstoffe meist als Salze. Wann Flüssigdünger und wann Granulat besser passt, vergleicht ein eigener Ratgeber.
Bei ummantelten Langzeitdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung der Nährstoffe. Für Kübelrosen werden solche Dünger mit einer Abgabe über 4 bis 6 Monate beschrieben; wie du Langzeitdünger für Balkonpflanzen dosierst und einarbeitest, steht im Ratgeber dazu.
Auf der Packung steht die NPK-Angabe, also die Anteile von Stickstoff, Phosphat und KaliumoxidKaliumoxid (K2O) ist die chemische Form, in der der Kaliumgehalt von Düngern und Bodenproben angegeben wird. Die Angabe bezieht sich auf die Verbindung aus Kalium und Sauerstoff, nicht auf reines Kalium. in Prozent, bei manchen Düngern ergänzt um Magnesiumoxid. Was hinter NPK, Spurenelementen und dem Nährstoffbedarf deiner Pflanzen steckt, erklärt der Grundlagenratgeber zu Düngen, Boden und Kompost.
Nach der Pflanze entscheiden
Für meine Kästen und Kübel frage ich zuerst, was darin wächst, und erst dann, welchen Dünger ich öffne. Einige typische Balkonpflanzen haben eigene Ansprüche:
| Pflanze | Worauf du beim Düngen achtest |
|---|---|
| Pelargonien | Starkzehrer; ohne Langzeitdünger alle 10 bis 14 Tage flüssiger VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt., sobald sie eingewurzelt sind und zu wachsen beginnen |
| Lavendel | stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können zu weichem, instabilem Wuchs führen; Kalium ist blühfördernd |
| Blaue Hortensie | die Blaufärbung hängt von saurem Substrat und verfügbarem Aluminium ab; Phosphat kann das Aluminium festlegen, also achte auf den Phosphatgehalt |
| Buchs im Kübel | nach starkem Rückschnitt mulchen und einen allgemeinen Dünger geben |
| Obstgehölze im Kübel | Düngung ab August einstellen |
| Kresse zur jungen Ernte | in Reihe oder Schale kein zusätzlicher Dünger |
Pelargonien gehören zu den Starkzehrern und brauchen mehr Nährstoffe als viele andere Balkonpflanzen, also auch ein entsprechend versorgtes Substrat. Wie du Stark-, Mittel- und SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. im Topf übers Jahr versorgst, zeigt der Ratgeber zur Nährstoffversorgung im Topf.
Welcher Dünger Balkonblumen zur Blüte bringt und wann du ihn einsetzt, klärt ein eigener Ratgeber vom Flüssigdünger bis zum Blühdünger.
Die Düngesaison in Kasten und Kübel
Über die Saison folge ich einem festen Ablauf und passe ihn an die einzelne Pflanze an.
| Zeitpunkt | Was gilt |
|---|---|
| Frisch umgetopft in ausreichend vorgedüngte Blumenerde | Kübelpflanzen brauchen in den ersten vier bis sechs Wochen keinen zusätzlichen Dünger |
| Ende April bis August | Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase während ihrer Wachstumszeit düngen |
| Ab August | Düngung bei Obstgehölzen im Kübel einstellen |
| Ab dem Spätsommer | Stickstoffdünger bei ausreifenden mehrjährigen Pflanzen aussetzen |
| Winterruhe | kaum zusätzliche Nährstoffe, weil die Pflanzen nur wenig wachsen |
Start: erst den Vorrat der Erde nutzen
Nach dem Umtopfen versorgt zunächst die vorgedüngte Blumenerde deine Pflanzen. Ich lese vor dem Pflanzen auf dem Erdsack nach, ob die Erde vorgedüngt ist, und stecke ein Etikett mit dem Pflanzdatum in den Kasten. Damit sehe ich später, wann die vier bis sechs Wochen für Kübelpflanzen um sind. Pelargonien ohne Langzeitdünger bekommen ihren ersten flüssigen Volldünger, sobald sie eingewurzelt sind und zu wachsen beginnen.
Hauptsaison: Lösung nur auf feuchte Erde
Maßgeblich für die Menge ist die Dosierungsanweisung des Düngers, den du verwendest. Düngerlösung gibst du nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Bei torffreien und torfreduzierten Erden kann die Oberfläche schon trocken sein, während es tiefer im Gefäß noch nass ist. Ich stecke deshalb vor dem Gießen und Düngen einen Finger in die Erde und fühle unter der Oberfläche nach.
Hast du zu Saisonbeginn einen Langzeitdünger bedarfsgerecht eingesetzt, brauchen Kübelpflanzen im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung.
Kompostreiche torffreie Erden können viel Phosphor und Kalium enthalten und bei Holzfaseranteilen zugleich an verfügbarem Stickstoff verarmen. In den HOT-Reallaboren verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung gegenüber einer Düngung, die allein an das Gießwasser gekoppelt war. Gerade in torffreier Erde stimmst du die Gabe also auf Gefäß und Erde ab, statt jeder Gießkanne automatisch Dünger beizumischen.
Für festen Dünger wiege ich die Menge laut Packungsangabe einmal mit der Waage ab und markiere die Füllhöhe mit einem wasserfesten Stift an einem Messbecher, den ich nur dafür nutze. Danach fülle ich bis zur Markierung, statt jedes Mal neu zu wiegen.
Spätsommer und Winter: rechtzeitig aufhören
Ab August stelle ich bei Obstgehölzen im Kübel die Düngung ein. Bei ausreifenden mehrjährigen Pflanzen setzt du Stickstoffdünger ab dem Spätsommer aus. Langzeitdünger geben ihre Nährstoffe verzögert ab, und Kübelpflanzen mit Winterruhe werden nur bis August gedüngt. Ich arbeite ihn deshalb zu Saisonbeginn ein, denn spät eingebracht gibt er noch Nährstoffe ab, wenn die Düngezeit vorbei ist. In der Winterruhe wachsen Kübelpflanzen nur wenig und brauchen entsprechend kaum zusätzliche Nährstoffe.
Vor jeder Düngergabe gehe ich vier Punkte durch.
- Ist die Erde auch unter der Oberfläche feucht?
- Ist die Pflanze gesund und im Wachstum?
- Liegt die Gabe in der Düngezeit, bei Kübelpflanzen mit Winterruhe also zwischen Ende April und August?
- Habe ich die Menge nach der Dosierungsanweisung der Packung abgemessen?
Wann du besser nicht düngst
Dünger regt Wachstum an, und das braucht eine Pflanze nicht in jeder Lage. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht durch zusätzliche Düngergaben zum Wachstum an. Auch Blattschäden sind nicht automatisch ein Fall für den Dünger: Beim Buchs im Kübel können Wurzeln, die durch Hitze oder Frost geschädigt sind, Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen und so Blattschäden verursachen.
Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe nur wenige Nährstoffe frei, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Pflanzgefäße brauchen außerdem einen funktionierenden Wasserablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließt und keine Staunässe entsteht.
Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C bilden Pelargonien keine neuen Blütenanlagen. Da niedrige Temperaturen zugleich die Wirkung von Langzeitdüngern verzögern, wartest du in einer kühlen Phase auf Wärme, statt Dünger nachzulegen.
Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer eindeutig von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden. Ein zu hoher pH-Wert kann einen solchen Spurennährstoffmangel verursachen, obwohl die Nährstoffe in der Erde vorhanden sind; wie du den pH-Wert der Blumenerde an deine Pflanzen anpasst, erklärt ein eigener Ratgeber. Woran du Mangel und Überdüngung auseinanderhältst, behandelt der Grundlagenratgeber zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt über Mangel und Überdüngung.
Blattdünger: kurzfristige Hilfe, kein Ersatz
BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung mit HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. über die Wurzeln. Ob wirklich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen. Sprüh Blattdünger bevorzugt bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Fein zerstäubt tropft die NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. weniger schnell ab. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung.
Dünger selbst ansetzen: Pflanzenjauche und Wurmkiste
Pflanzenjauche setzt du aus frischen, grob zerkleinerten Blättern und Stängeln mit Wasser an. Den Behälter sicherst du mit einem luftdurchlässigen Gitter gegen hineinfallende Tiere und rührst den Ansatz einmal täglich kräftig um. Fertig ist die Jauche erst, wenn sie dunkel gefärbt ist und nicht mehr schäumt.
Für den Ansatz kommen 1 kg frisches, zerkleinertes Kraut auf 10 l Wasser, alternativ 100 bis 200 g getrocknetes Kraut auf 10 l Wasser. Die Gärzeit beträgt etwa 2 bis 3 Wochen, bei Wärme etwa 14 Tage. Zur Wurzeldüngung verdünnst du die fertige Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Diese Werte beschreiben Ansatz und Verdünnung; eine Ausbringmenge ergibt sich daraus nicht.
Für Menge und Wiederholung einer Jauchedüngung gibt es keine allgemeingültige Vorgabe, weil Pflanzen und Nährstoffvorräte verschieden sind. Ich gebe die verdünnte Jauche auf feuchte Erde und beobachte danach Blattfarbe und Neuaustrieb. KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. setzt du für jede Anwendung neu an.
Für Küchenabfälle ohne Garten bleibt die Wurmkiste. Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Temperaturbedingungen. Je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial ist Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig.
Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Blumendünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an und lass die Lage dort beurteilen. Ich bewahre Düngerflaschen und den Jaucheeimer außer Reichweite von Kindern auf.

