Blumendünger und Bewässerung abstimmen: Reihenfolge, Wassermenge, Jahreszeit
- Bei Kübelpflanzen gehört Düngerlösung auf feuchte Erde: erst gießen, dann düngen.
- Ein durchdringender Gießgang im Beet liegt bei eingewachsenen Pflanzen bei 10 bis 20 l/m², je nach Bodenart.
- Organische Dünger setzen bei Trockenheit, Frost oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei.
- Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde brauchen Kübelpflanzen üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen Dünger.
- Frühjahrsdüngung ist der Herbstdüngung vorzuziehen, weil weniger Nährstoffe ausgewaschen werden.

Wer Düngerlösung in einen ausgetrockneten Balkonkasten gießt, kann damit die Wurzeln schädigen. Ich fühle deshalb vor dem Düngen in die Erde und gieße einen trockenen Ballen zuerst mit klarem Wasser. Wasser entscheidet mit, ob ein Dünger wirken kann und ob seine Nährstoffe im Boden bleiben.
Warum Wasser mitentscheidet, ob Dünger wirkt
Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit die Nährstoffe gleich wirken können. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Feuchtwarme Bedingungen können die Freisetzung dagegen verstärken. Zu trocken und zu nass bremsen also beide.
Schwächelt eine Blume in einer Trockenphase, behebt eine weitere Düngergabe das akute Problem nicht zuverlässig, solange die Freisetzung gehemmt ist. Ich prüfe dann zuerst die Bodenfeuchte und gieße, bevor ich über Dünger nachdenke.
Welche Nährstoffe Blumen brauchen und wie sich die Düngerarten unterscheiden, steht im Grundlagenteil zu Nährstoffen, Düngerarten und Düngerformen. Für das Gießen genügt eine Unterscheidung: Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze.
Erst gießen, dann düngen
Bei Kübel- und Balkonpflanzen gibst du Flüssigdünger nur auf Erde, die bereits feucht ist, um Wurzelschäden zu vermeiden. Ist der Ballen trocken, gießt du zuerst klares Wasser und gibst die Düngerlösung erst danach.
Die Düngerlösung kommt auf ausgetrocknete Erde, und erst danach wird nachgegossen. Richtig ist die umgekehrte Reihenfolge: erst Wasser, dann die Lösung auf die feuchte Erde.
Bei torffreier und torfreduzierter Erde täuscht die Oberfläche. Die oberste Schicht kann trocken sein, während die Erde tiefer im Topf noch nass ist. Prüf die Feuchte deshalb mit der Hand auch unterhalb der Oberfläche, bevor du erneut gießt.
Bei Kübelpflanzen ist die Dosierungsanweisung des verwendeten Düngers maßgeblich. Ich habe die passende Menge einmal mit der Waage abgemessen und die Füllhöhe an einem Messbecher markiert. Welche Mengen je Düngerform und Pflanzengruppe gelten, erklärt der Ratgeber zur Dosierung von Blumendünger nach Form und Pflanzengruppe.
Wie viel Wasser ein Gießgang im Beet braucht
Für einen durchdringenden Gießgang bei Trockenheit rechnest du bei eingewachsenen Gartenpflanzen mit 10 bis 20 l/m². Wo du in diesem Bereich landest, hängt von der Bodenart ab.
Neu gepflanzte Stauden und Gehölze gießt du in trockenen Phasen häufiger als gut eingewachsene Bestände. Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe. Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen deshalb eher zu Staunässe.
Nach einem Gießgang steche ich mit dem Spaten neben einer Pflanze ein und schaue, bis wohin die Erde feucht ist. Daran sehe ich, ob das Wasser bis zu den Wurzeln gekommen ist.
Humus ernährt die BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben., und über Regenwurmgänge unterstützt das Bodenleben auch Durchlüftung und Wasserversickerung. Wie Dünger auf pH-Wert, Bodenstruktur und Bodenleben wirkt, liest du im Ratgeber dazu, wie Blumendünger die Bodenqualität beeinflusst.
Wie du je nach Düngerform gießt
Jede Düngerform gibt ihre Nährstoffe anders frei. Daran hängt, worauf du beim Gießen achtest.
| Düngerform | So werden die Nährstoffe frei | Darauf achtest du beim Gießen |
|---|---|---|
| Flüssigdünger | Die Nährstoffe kommen gelöst mit dem Gießwasser an die Wurzeln. | Lösung nur auf feuchte Erde geben, dosiert nach Packungsangabe. |
| Organische Dünger wie Hornmehl und Hornspäne | Für Hornmehl rechnet man mit etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung im Boden, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe wird wenig frei. | Auf feuchten Boden ausbringen, den Boden feucht halten und Staunässe vermeiden. |
| Umhüllter DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. | Eine Hüllschicht verzögert die Freisetzung. Für Kübelrosen wird eine Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate angegeben. Kälte verzögert zusätzlich. | Nach Bedarf der Pflanze gießen. Bei bedarfsgerechtem Einsatz brauchen Kübelpflanzen im Sommer gewöhnlich keine Nachdüngung. |
| Blattdünger | Die Aufnahme über das Blatt dauert je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage. | Abends oder bei bedecktem Himmel fein zerstäubt ausbringen, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. |
„Organischer Dünger braucht viel Wasser.“ Er braucht Feuchte, aber keine Nässe: Stauende Nässe hemmt seine NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab., Trockenheit ebenfalls. Halte den Boden feucht und sorg dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Wie oft du düngst, richtet sich nicht danach, wie oft du gießt. In den HOT-Reallaboren verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung. Verglichen wurde mit einer Düngung, die allein an das Gießwasser gekoppelt war.
Blattdünger kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber nicht die Versorgung über die Wurzeln. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Welche Form wann passt und wie du sie anwendest, liest du im Vergleich zwischen Flüssigdünger und Granulat für Blumen.
Topf, Balkonkasten und Beet: was sich unterscheidet
Im Topf und Balkonkasten
Pflanzgefäße brauchen einen funktionierenden Wasserablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann und keine Staunässe entsteht. Splitt, Bims, Blähton oder geeignete Granulate können die StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten. von Kübelerde verbessern.
Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Ich schreibe das Umtopfdatum deshalb auf das Stecketikett im Topf.
Pelargonien sind Starkzehrer und brauchen mehr Nährstoffe als viele andere Balkonpflanzen. Ohne Langzeitdünger bekommen sie nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt.. Kranke Kübelpflanzen regst du dagegen nicht durch zusätzliche Düngergaben zum Wachstum an.
Kompostreiche torffreie Erden können viel Phosphor und Kalium enthalten und bei Holzfaseranteilen zugleich an pflanzenverfügbarem Stickstoff verarmen. Gerade hier passt du die Gabe an Gefäß und Substrat an, statt sie nur an das Gießwasser zu koppeln.
Läuft das Wasser unten ab? Ist die Erde unter der Oberfläche feucht? Liegt das Umtopfen länger als 4 bis 6 Wochen zurück? Steckt schon Langzeitdünger im Topf? Ist die Pflanze gesund? Erst dann kommt die Düngerlösung auf die feuchte Erde.
Welcher Dünger zu Rosen, Balkonblumen, Stauden oder Sommerblumen passt, erklärt der Ratgeber zu Spezialdüngern für einzelne Blumengruppen.
Im Beet
Im Beet gießt du durchdringend und bringst festen Dünger auf Boden aus, der schon feucht ist. Wie du gießt und düngst, richtet sich auch nach der Pflanze. Lavendel braucht gut durchlässigen Boden ohne Staunässe. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können bei ihm zu weichem, instabilem Wuchs führen. Gartenhortensien bevorzugen dagegen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden.
Organischer Mulch vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und liefert Bodenorganismen Nahrung für den Abbau und die Humusbildung. Wie du mulchst, steht im Grundlagenteil im Abschnitt zu Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden.
Auswaschung: wann Nährstoffe verloren gehen
Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten sind freigesetzte Nährstoffe deshalb auswaschungsgefährdet, weil keine Pflanze sie mehr aufnimmt.
Sandreiche Böden speichern wenig Nährstoffe, und was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden: Auf Sand zahlt sich bedarfsgerechtes Düngen deshalb besonders aus. Tonminerale und organische Substanz können positiv geladene Nährstoffionen dagegen austauschbar binden und später an die Bodenlösung abgeben.
So hältst du Nährstoffe im Boden:
- Dünge bevorzugt im Frühjahr statt im Herbst, um Verluste durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. zu verringern.
- Halte Brachzeiten möglichst kurz und bedecke den Boden mit Gründüngung oder Mulch, das kann Nährstoffverluste vermindern.
- Rechne die gemessenen Bodenvorräte und zusätzliche Gaben wie Kompost mit ein, bevor du die Düngermenge festlegst.
Bei VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). D braucht nur 50 % des erwarteten Entzugs eines Nährstoffs durch Düngung ersetzt zu werden. Bei Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz ausgesetzt werden. Wie du Versorgungsstufen liest und Überdüngung erkennst, steht im Grundlagenteil im Abschnitt Mangel und Überdüngung.
Welche Dünger sich als umweltfreundliche Wahl für Blumen eignen, liest du im Ratgeber zu umweltfreundlichen Blumendüngern.
Gießen und Düngen im Jahreslauf
Über das Jahr ändern sich Temperatur, Wachstum und Bewuchs der Beete. Das verschiebt, wann Dünger wirkt und wann er verloren gehen kann.
| Zeitraum | Was gilt | Was du tust |
|---|---|---|
| Frühjahr | Frühjahrsdüngung ist der Herbstdüngung vorzuziehen, weil weniger ausgewaschen wird. Niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung von Langzeitdüngern zusätzlich. | Die Düngung ins Frühjahr legen und auf feuchten Boden ausbringen. |
| Sommer | Kübelpflanzen mit Winterruhe werden von Ende April bis August gedüngt. Organische Dünger setzen bei Trockenheit wenig frei. | Bei Trockenheit durchdringend gießen, Düngerlösung nur auf feuchte Erde geben. |
| Spätsommer | Bei ausreifenden mehrjährigen Gartenpflanzen wird Stickstoff ab dem Spätsommer ausgesetzt. | Stickstoffgaben bei mehrjährigen Pflanzen beenden. |
| Herbst | Auf leeren Beeten sind freigesetzte Nährstoffe auswaschungsgefährdet. | Abgeräumte Beete mit Gründüngung oder Mulch bedecken, statt sie zu düngen. |
| Winter | Winterruhende Kübelpflanzen wachsen nur wenig und brauchen kaum zusätzliche Nährstoffe. | In der Ruhephase keine regelmäßigen Düngergaben einplanen. |
Wann und wie oft Blühpflanzen je nach Entwicklungsstadium Dünger bekommen, vertieft der Ratgeber zu Zeitpunkt und Häufigkeit beim Düngen von Blühpflanzen.
Wenn Blätter trotz Pflege gelb werden
Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten, lassen sich aber nicht immer sicher von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden. Ein zu hoher Boden-pH kann einen Mangel an Spurennährstoffen verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Wie du den pH-Wert zur Pflanze passend einstellst, erklärt der Ratgeber zum passenden pH-Wert der Blumenerde.
Woran du einen Mangel an Stickstoff, Phosphor oder Kalium erkennst, beschreibt der Ratgeber zu N, P, K und Spurenelementen bei Blumen. Eine Standarduntersuchung des Gartenbodens wiederholst du alle 4 bis 5 Jahre.
