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Langzeitdünger oder Flüssigdünger für Geranien: welche Form zu deinem Kasten passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Geranien sind Starkzehrer und brauchen mehr Nährstoffe als viele andere Balkonpflanzen.
  • Langzeitdünger mischst du beim Bepflanzen ins Substrat; bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung.
  • Ohne Langzeitdünger bekommen eingewurzelte, wachsende Geranien alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.
  • Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen.
  • Wer beide Formen kombiniert, rechnet das Depot an und bemisst den Flüssigdünger danach.
  • Kühl und frostfrei überwinterte Geranien brauchen in der Ruhephase keinen Dünger.
Ein Hängekorb mit üppig blühenden Hängegeranien in Rot- und Rosatönen hängt an einer Kette
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Beim Bepflanzen der Geranienkästen stelle ich mir jedes Jahr dieselbe Frage: Kommt Langzeitdünger ins Substrat, oder gieße ich den Sommer über Flüssigdünger nach? Geranien, botanisch Pelargonien, gehören zu den Starkzehrern und brauchen mehr Nährstoffe als viele andere Balkonpflanzen. Beide Düngerformen können diesen Bedarf decken, wenn sie zu deinem Alltag auf dem Balkon passen. Riskant sind zu hohe Gaben, denn sofort wirksamer Flüssigdünger kann dann Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Wer Depot und Flüssigdünger ohne Rechnung kombiniert, düngt außerdem doppelt.

Kurz entschieden: Welche Düngerform passt zu dir?

Ich entscheide danach, wie viel Zeit ich im Sommer für den Balkon habe. Langzeitdünger passt, wenn du die Versorgung beim Bepflanzen anlegen und danach laufen lassen willst. Bei bedarfsgerechtem Einsatz brauchen Kübelpflanzen im Sommer dann gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung.

Flüssigdünger passt, wenn du ohnehin regelmäßig gießt und die Versorgung selbst steuern willst. Mineralischer Flüssigdünger liefert leicht lösliche Nährstoffe und kann kurzfristigen Bedarf rasch decken. Ohne Depot hängt die Versorgung dafür ganz an deinem Rhythmus.

Meine Empfehlung: Kannst du im Sommer nicht verlässlich nachdüngen, nimm Langzeitdünger als Grundversorgung und halte Flüssigdünger für den Bedarfsfall bereit. Gießen musst du trotzdem, denn auch ein Depot wird nur in Verbindung mit Wasser wirksam.

Langzeitdünger Flüssigdünger
Wirkprinzip Hüllschicht oder organische Bindung verzögert die Freisetzung Nährstoffe gelöst im Gießwasser, mineralisch rasch verfügbar
Rhythmus Depot beim Bepflanzen anlegen, Wirkungsdauer steht auf der Verpackung ohne Depot alle 10 bis 14 Tage, sobald die Pflanzen eingewurzelt sind und wachsen
Menge nach Packungsangabe, Grunddüngung der Erde anrechnen nach Packungsangabe, nur auf feuchte Erde
Tempo hängt ab von Temperatur und Feuchtigkeit deinem Düngerhythmus
Risiko bei hoher Bevorratung kann der Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich steigen zu hohe Gaben können Salzschäden an den Wurzeln verursachen
Passt, wenn du die Versorgung vorab anlegen willst du regelmäßig gießt und steuern willst

Geraniendünger als Langzeitdünger: So arbeitet das Depot

Kurz erklärt

Langzeitdünger heißen auch Depotdünger. Bei ummantelten mineralischen Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung der Nährstoffe. Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen.

Wie schnell ein Depot abgibt, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Bei niedrigen Temperaturen setzt die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger zusätzlich verzögert ein. Die Wirkungsdauer eines mineralischen Depotdüngers steht auf der Verpackung, deshalb lese ich sie vor dem Kauf nach.

Das Tempo bestimmen also Temperatur und Feuchte, nicht du. Zugleich kann ein hoch bevorrateter Depotdünger den Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich heben. Steuern kannst du beim Depot deshalb vor allem die Menge, und die bemesse ich nach Packung statt auf Vorrat.

Mythos-Check

„Was im Depot steckt, kann nicht ausgewaschen werden.“ Die Hülle verzögert nur die Freisetzung. Nährsalze, die bereits freigesetzt und im Substrat gelöst sind, können ausgewaschen werden.

Langzeitdünger einarbeiten: Schritt für Schritt

  1. Menge festlegen. Maßgeblich ist die Dosierungsanweisung auf der Packung. Ich wiege die Menge einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.
  2. Vorrat anrechnen. Steckt in der Blumenerde schon eine Grunddüngung, zählt sie bei der Bemessung mit.
  3. Verteilen. Beim Bepflanzen mischst du den Dünger ins Substrat. In bereits bepflanzte Kästen streust du ihn gleichmäßig auf und bedeckst ihn leicht mit Erde.
  4. Angießen. Gieß von oben an, damit das Depot sofort Wasser bekommt.
  5. Feucht halten. Gedüngte Kübelpflanzen sollen nicht austrocknen, sonst wirkt auch das Depot nicht.

Düngestäbchen sind die feste Variante zum Einstecken. Du steckst sie in den Wurzelbereich und richtest dich nach der Dosierungsanweisung der konkreten Packung.

Marias Erfahrung

Ich schreibe das Datum der Depotgabe und die Wirkungsdauer von der Packung auf ein Steckschild im Kasten. Beim Gießen sehe ich so, ob das Depot noch läuft, bevor ich zur Flasche mit Flüssigdünger greife.

Achtung

Aufgestreute Düngerkörner bedeckst du mit Erde, die Packung lagerst du trocken und verpackt außer Reichweite von Kindern. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Blumendünger geschluckt, ruf zur Beurteilung das Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.

Organisch vorsorgen: Hornspäne und andere langsame Dünger

Ein Beispiel für eine organische Grunddüngung von Geranien beim Umtopfen sind 4 g Hornspäne je Liter Substrat. Organisch gebundene Nährstoffe müssen allerdings erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. Feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Freisetzungsschübe auslösen. Fein vermahlenes Hornmehl wird schneller umgesetzt als gröbere Hornspäne.

Langsam heißt nicht automatisch passend: In einem Pelargonienversuch setzte reines Schafwollgranulat seinen Stickstoff für die kurze Kulturzeit zu langsam frei. Mischst du die Erde selbst und stehen die Kästen im Regen, nimm ein leichtes Substrat mit höchstens 30 % Kompost.

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Flüssigdünger für Geranien: Rhythmus und Handgriffe

Wann du anfängst

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Geranien ohne Depot bekommen flüssigen Volldünger nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum. Beides zusammen heißt: Wer in frische, vorgedüngte Erde pflanzt, greift nicht am Pflanztag zur Düngerflasche, sondern nach dieser Startphase, wenn die Geranien sichtbar wachsen.

Zahl im Blick

Alle 10 bis 14 Tage bekommen eingewurzelte, wachsende Geranien flüssigen Volldünger, solange kein Langzeitdünger im Substrat steckt.

So gibst du die Lösung

Maßgeblich für die Menge ist die Dosierungsanweisung des verwendeten Düngers.

Häufiger Fehler

Düngerlösung in den ausgetrockneten Kasten gießen. Flüssigdünger gehört nur auf bereits feuchte Erde, sonst können hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln schädigen.

Bei torffreier und torfreduzierter Erde täuscht die Oberfläche: Sie kann trocken sein, während es tiefer im Kasten noch nass ist. Ich prüfe die Feuchte deshalb mit dem Finger auch unterhalb der Oberfläche, bevor ich gieße oder dünge.

Bei großer Hitze und langer Trockenheit gilt: Ist eine Flüssigdüngung nötig, gieß sie niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich. Die Blätter bleiben dabei trocken. Bei starker Sonne kann Düngerlösung auf dem Laub durch Verdunstung so salzhaltig werden, dass Verbrennungen entstehen.

Organischen Flüssigdünger rühre ich nur für einen Gießdurchgang an. Das angesetzte Wasser brauche ich dabei auf, weil es sonst gären kann.

Tipp

Geranien vertragen weiches Regenwasser häufig besser als hartes Leitungswasser. Wasser von Kupfer- oder Zinkdächern fängst du dafür aber nicht auf, es ist für die Gartenbewässerung ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet.

Selbst angesetzte Pflanzenjauche ist ebenfalls eine flüssige Gabe. Für Menge und Wiederholung gibt es dabei keine allgemeingültige Vorgabe, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat verschieden sind. Wie du Geraniendünger aus Pflanzenjauche selbst ansetzt, erklärt ein eigener Ratgeber.

Langzeitdünger und Flüssigdünger kombinieren, ohne doppelt zu düngen

Die Kombination trägt, wenn das Depot die Grundversorgung übernimmt und Flüssigdünger nur ergänzt. Bei Topfpflanzen zählt die vorhandene Grund- oder Depotdüngung mit, wenn du zusätzliche Flüssiggaben bemisst. Bei teilweiser Bevorratung richtet sich der Flüssigdünger nach dem Entzug der Pflanze und der vorhandenen Depotmenge.

Den Rhythmus von 10 bis 14 Tagen kannst du deshalb nicht einfach übernehmen. Er gilt für Geranien ohne Langzeitdünger, und mit einem Depot im Kasten ist ein Teil des Bedarfs schon gedeckt.

Flüssig ergänzt wird, wenn ein Nährstoffmangel festgestellt ist: Dann kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Bei torffreier Erde kann ein Engpass auch trotz Vordüngung entstehen, denn ihre Ersatzstoffe können vorübergehend zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen. In den HOT-Reallaboren verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung gegenüber einer Düngung, die allein an das Gießwasser gekoppelt war. Richte eine Ergänzung deshalb nach Kasten und Erde aus.

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Wann du mit dem Düngen aussetzt

Ist eine Geranie krank, regst du sie nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Staunässe kann bei Pelargonien die Wurzeln faulen lassen. Sind die Wurzeln eines vernässten Kastens noch nicht verfault, wird bis zum Abtrocknen und zur Erholung weder gegossen noch gedüngt. Damit es nicht so weit kommt, braucht jedes Gefäß einen funktionierenden Wasserablauf.

Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C bilden Geranien keine neuen Blütenanlagen. Langzeitdünger wirken in solchen kühlen Phasen zusätzlich verzögert.

Für viele Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase liegt die Düngezeit zwischen Ende April und August, daran orientiere ich mich bei überwinterten Geranien. Kühl und frostfrei überwinterte Geranien brauchen während der Ruhephase keinen Dünger. Weil die Wirkungsdauer eines Depots auf der Packung steht, prüfe ich vor einer späten Depotgabe, ob sie über dieses Düngefenster hinaus nachliefern würde.

Nährstoffe, Problemzeichen und Umwelt in Kürze

Nährstoffe. Zu den mineralischen Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist dabei kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Welche Nährstoffe Geranien für reiche Blüte brauchen und wie du zum Spätsommer hin düngst, vertieft ein eigener Ratgeber.

Problemzeichen. Kümmern Geranien trotz Dünger, liegt es nicht immer an fehlenden Nährstoffen. Blattvergilbung mit Blattfall kann auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten, und Mangelsymptome entstehen auch durch Sauerstoffmangel oder einen ungünstigen pH-Wert. Prüf deshalb erst Standort, Wasser und Erde, bevor du nachdüngst; die Mangelzeichen ordnet derselbe Geranien-Ratgeber ein.

Überdüngung. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen. Bei Salzschäden stellst du die Düngung ein und topfst gegebenenfalls um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst. Wie du nach Bedarf düngst und Überdüngung erkennst, zeigen die Grundlagen zu Düngen, Boden und Kompost.

Umwelt. Nährsalze, die im Substrat gelöst sind, können ausgewaschen werden, und auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten. Übermäßige Phosphoreinträge fördern in Gewässern Algen und Wasserpflanzen, deren Abbau dort Sauerstoff verbraucht. Wie du Geranien umweltschonend düngst, steht im Ratgeber dazu.

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Flüssigdünger und Langzeitdünger bei Geranien?
Mineralischer Flüssigdünger liefert leicht lösliche Nährstoffe über das Gießwasser und kann kurzfristigen Bedarf rasch decken, ohne Depot musst du die Gaben aber regelmäßig wiederholen. Langzeitdünger mischst du ins Substrat, bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung. Wie schnell ein Depot abgibt, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab, seine Wirkungsdauer steht auf der Verpackung.
Wie oft sollte man Geranien während der Wachstumszeit düngen?
Ohne Langzeitdünger bekommen Geranien nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Steckt ein bedarfsgerecht bemessener Langzeitdünger im Substrat, brauchen Kübelpflanzen im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde kannst du üblicherweise 4 bis 6 Wochen mit dem Düngen warten.
Wie arbeite ich Langzeitdünger bei Geranien richtig ein?
Bemiss die Menge nach der Packungsangabe und rechne eine vorhandene Grunddüngung der Erde mit ein. Beim Bepflanzen mischst du den Dünger ins Substrat, in bepflanzte Kästen streust du ihn gleichmäßig auf und bedeckst ihn leicht mit Erde. Danach gießt du von oben an und hältst die Erde feucht, denn auch Langzeitdünger wird nur in Verbindung mit Wasser wirksam.
Wie dosiert man Flüssigdünger für Geranien richtig?
Maßgeblich ist die Dosierungsanweisung des verwendeten Düngers. Gib die Lösung nur auf bereits feuchte Erde, denn hohe Salzkonzentrationen können sonst die Wurzeln schädigen. Ist bei großer Hitze und langer Trockenheit eine Flüssigdüngung nötig, gießt du sie niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich und nicht über die Blätter.
Müssen Geranien im Winter gedüngt werden?
Nein. Kühl und frostfrei überwinterte Geranien brauchen während ihrer Ruhephase keinen Dünger. Für viele Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase liegt die Düngezeit zwischen Ende April und August, flüssig gedüngt wird erst wieder bei beginnendem Wachstum.
Was unterscheidet organischen von mineralischem Dünger bei Geranien?
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, ihre Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen sie kaum Nährstoffe frei. Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und können kurzfristigen Bedarf rasch decken. Ein Beispiel für eine organische Grunddüngung von Geranien beim Umtopfen sind 4 g Hornspäne je Liter Substrat.
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