Komposter im Garten: Welches System zu Fläche, Haushalt und Abfallmenge passt
- Als Faustregel braucht die Eigenkompostierung ungefähr 50 bis 70 m² mit Kompost gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied.
- Moorbeete, Staudenflächen magerer Standorte und Böden mit zu hohem pH-Wert zählen bei dieser Fläche nicht mit.
- Geschlossene Komposter brauchen wenig Platz und schützen kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung, verlangen aber besonders sorgfältige Belüftung.
- Offene Komposter ermöglichen natürlichen Luft- und Wasseraustausch, bei ausreichendem Platz erleichtern 3 Komposter die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost.
- Der Komposter steht günstig im Halbschatten oder Schatten auf offenem, ebenem Boden und bleibt bequem erreichbar.
- Holzasche gehört nicht in den Komposter, sondern abgekühlt in den Hausmüll.

Bevor ich einen Komposter aussuche, gehe ich mit dem Zollstock durch den Garten und messe die Beete aus, die jedes Jahr Kompost bekommen. Der Behälter muss zu zwei Größen passen: zur Abfallmenge deines Haushalts und zur Fläche, die den fertigen Kompost aufnimmt. Ist die Fläche zu klein, reichern sich Nährstoffe übermäßig im Boden an.
Stimmen beide Größen, lohnt sich der eigene Kompost. Er liefert Stickstoff, PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5., Kalium und weitere Nährstoffe, die allerdings nicht alle sofort pflanzenverfügbar sind. Außerdem fördert er das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. und die Bildung stabiler Bodenaggregate, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können.
Wie viel Kompost verträgt dein Garten?
Fang bei der Fläche an, nicht beim Behälter. Die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle setzt als Faustregel ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied voraus. Die Regel schützt vor ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt., denn Nährstoffe aus Kompost zählen bei der Berechnung jeder weiteren Düngung mit.
Ungefähr 50 bis 70 m² mit Kompost gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied gelten als Faustregel, wenn du alle häuslichen Bioabfälle selbst kompostieren willst. Ist deine Fläche kleiner, kompostierst du nur einen Teil selbst.
Rechne dabei nur Flächen ein, die Kompost auch bekommen dürfen. Säureliebende Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken sollen keine pauschalen Kompostgaben erhalten. Für PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf kargen Standorten ist eine Kompostgabe nicht sinnvoll. Liegt der Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. über dem Zielbereich für Boden und Kultur, gehört dort ebenfalls kein Kompost hin. Wer viele solcher Flächen hat, kann also weniger Bioabfall selbst verwerten, als die Gartengröße vermuten lässt.
Ich notiere mir dafür drei Werte: Personen im Haushalt, gemessene Beetfläche und die Fläche, die ich davon abziehe. Bleibt mehr Abfall, als deine Fläche aufnehmen kann, wäge ab, ob Gartensäcke für einen Teil deiner Gartenabfälle die bessere Lösung sind.
Offen oder geschlossen: welcher Komposter zu deinem Platz passt
Die Bauart bestimmt, wie viel Platz du brauchst und worauf du bei der Pflege achtest. Offene Komposter aus Holzlatten oder Drahtgitter ermöglichen einen natürlichen Luft- und Wasseraustausch. Geschlossene Komposter wie der Thermokomposter brauchen wenig Platz und schützen kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung. Dafür verlangen sie eine besonders sorgfältige Belüftung.
Für einen kleinen Garten mit wenig Abfall spricht deshalb viel für einen geschlossenen Komposter. Er spart Fläche und schützt die kleine Menge vor rascher Austrocknung, solange du ihn sorgfältig belüftest.
Hast du ausreichend Platz, erleichtern dir 3 Komposter nebeneinander die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost. So füllst du einen Behälter, während im zweiten die Rotte läuft und du aus dem dritten reifen Kompost entnimmst. Steht der Komposter auf offenem Boden, leg ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite darunter, denn es erschwert Wühlmäusen das Einnisten.
Plane neben dem Komposter außerdem Platz für Vorräte ein. Herbstlaub lässt sich neben dem Kompost bevorraten und im Winter in dünnen Lagen mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln kombinieren.
Im Herbst setze ich das Laub in einem Drahtkorb direkt neben den Komposter. Im Winter decke ich die Küchenabfälle Lage für Lage damit ab und gebe Gehölzhäcksel dazwischen. Neben jedem Komposter halte ich deshalb einen freien Streifen für diesen Vorrat und für die Schubkarre frei.
| Bauart | Stärke | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Offener Komposter | natürlicher Luft- und Wasseraustausch | Inhalt feucht, aber nicht nass halten |
| Geschlossener Komposter | wenig Platzbedarf, schützt kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung | besonders sorgfältig belüften |
| 3 Komposter nebeneinander | Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost | braucht ausreichend Platz |
| Wurmkiste | geht ohne Garten, Bioabfallvolumen sinkt auf ungefähr ein Zehntel | günstige Temperatur 15 bis 25 °C |
| Bokashi-Eimer | fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen | vor dem Einsatz als Gartendünger kompostieren |
„Im Thermokomposter wird alles keimfrei.“ So einfach ist es nicht. Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen, eine einzelne Messung beweist aber keine Hygienisierung. Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen werden im Gartenkompost nicht zuverlässig abgetötet, denn ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. werden oft nicht durchgehend erreicht. Umgekehrt entsteht guter Kompost auch durch Kaltrotte, ohne ausgeprägte Heißrotte.
Kein Garten oder wenig Fläche: Wurmkiste und Bokashi-Eimer
Ohne Garten geht es mit der Wurmkiste. Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Temperaturbedingungen, also suchst du der Kiste einen Platz, an dem diese Spanne gehalten wird. Je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial ist der Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Das Bioabfallvolumen sinkt dabei auf ungefähr ein Zehntel des Ausgangsvolumens.
Der Bokashi-Eimer arbeitet anders, denn er fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen. Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung organischer Abfälle. Je nach Verfahren dauert die Fermentation im verschlossenen Behälter etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte auch länger. Vor dem Einsatz als Gartendünger muss eine Kompostierungsphase folgen. Eine Möglichkeit: Du mischst das fermentierte Material mit Gartenerde oder Kompost und lässt es im offenen Behälter unter gelegentlichem Umsetzen weitere 3 Monate reifen. Bokashi ersetzt den Komposter also nicht, sondern braucht selbst einen Platz zum Nachreifen mit Erde oder Kompost.
In dieser Reihenfolge triffst du die Wahl.
- Personen im Haushalt zählen und die Fläche messen, die jedes Jahr Kompost bekommt.
- Moorbeete, Staudenflächen magerer Standorte und Böden mit zu hohem pH-Wert abziehen.
- Wenig Platz und wenig Abfall: geschlossener Komposter mit sorgfältiger Belüftung.
- Ausreichend Platz: 3 Komposter für frisches Material, laufende Rotte und reifen Kompost.
- Kein Garten: Wurmkiste, Bokashi nur mit einem Platz zum Nachreifen.
- Auf offenem Boden ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite einplanen.
Wo der Komposter stehen sollte
Stell den Komposter auf offenen, ebenen Boden in den HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. oder Schatten, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind. Wähle den Platz so, dass du ihn mit Schubkarre und Grabgabel bequem erreichst. Ausführlicher geht der Ratgeber darauf ein, welche Anforderungen der Platz für deinen Komposthaufen stellt.
Was in den Komposter gehört
Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich als Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts. Holzasche gehört dagegen nicht hinein, weil sie mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein kann; abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du Staub aufwirbelst. Wie du Material mischst und schichtest, erklärt der Grundlagenabschnitt Kompost anlegen mit Standort, Material und System.
Pflege und Probleme in Kürze
Kompost braucht gute Durchlüftung und soll feucht, aber nicht nass sein: Zusammengedrückt soll er sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Fauliger Geruch kann auf zu viel Nässe hindeuten, Ammoniakgeruch auf zu viel nährstoffreiches Material, dem du dann Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischst. Was bei Nässe, Trockenheit oder träger Rotte hilft, erklärt der Ratgeber dazu, wie du typische Kompostprobleme erkennst und behebst.
Wann der Kompost fertig ist und wohin er kommt
Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate, die Reife prüfst du zusätzlich mit einem KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch. im Vergleich zu Gartenerde. Als allgemeine Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach ein, über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse. Wie viel davon wohin gehört, erklärt der Ratgeber dazu, wie du reifen Kompost anwendest und richtig dosierst.
Was rechtlich gilt
Haus-, Nutz- und Kleingärten sind vom Anwendungsbereich der Bioabfallverordnung ausgenommen, die Vorschriften des Düngemittel- und Pflanzenschutzrechts gelten aber weiter. Liegt dein Garten in einem Wasserschutzgebiet, schau in die örtliche Schutzverordnung, denn sie kann bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken.
