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Komposter im Garten: Welches System zu Fläche, Haushalt und Abfallmenge passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Als Faustregel braucht die Eigenkompostierung ungefähr 50 bis 70 m² mit Kompost gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied.
  • Moorbeete, Staudenflächen magerer Standorte und Böden mit zu hohem pH-Wert zählen bei dieser Fläche nicht mit.
  • Geschlossene Komposter brauchen wenig Platz und schützen kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung, verlangen aber besonders sorgfältige Belüftung.
  • Offene Komposter ermöglichen natürlichen Luft- und Wasseraustausch, bei ausreichendem Platz erleichtern 3 Komposter die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost.
  • Der Komposter steht günstig im Halbschatten oder Schatten auf offenem, ebenem Boden und bleibt bequem erreichbar.
  • Holzasche gehört nicht in den Komposter, sondern abgekühlt in den Hausmüll.
Komposter im Garten mit Küchen- und Gartenabfällen
Foto: Eva Bronzini · Pexels License · Quelle ↗

Bevor ich einen Komposter aussuche, gehe ich mit dem Zollstock durch den Garten und messe die Beete aus, die jedes Jahr Kompost bekommen. Der Behälter muss zu zwei Größen passen: zur Abfallmenge deines Haushalts und zur Fläche, die den fertigen Kompost aufnimmt. Ist die Fläche zu klein, reichern sich Nährstoffe übermäßig im Boden an.

Stimmen beide Größen, lohnt sich der eigene Kompost. Er liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, die allerdings nicht alle sofort pflanzenverfügbar sind. Außerdem fördert er das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können.

Wie viel Kompost verträgt dein Garten?

Fang bei der Fläche an, nicht beim Behälter. Die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle setzt als Faustregel ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied voraus. Die Regel schützt vor Überdüngung, denn Nährstoffe aus Kompost zählen bei der Berechnung jeder weiteren Düngung mit.

Zahl im Blick

Ungefähr 50 bis 70 m² mit Kompost gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied gelten als Faustregel, wenn du alle häuslichen Bioabfälle selbst kompostieren willst. Ist deine Fläche kleiner, kompostierst du nur einen Teil selbst.

Rechne dabei nur Flächen ein, die Kompost auch bekommen dürfen. Säureliebende Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken sollen keine pauschalen Kompostgaben erhalten. Für Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf kargen Standorten ist eine Kompostgabe nicht sinnvoll. Liegt der Boden-pH über dem Zielbereich für Boden und Kultur, gehört dort ebenfalls kein Kompost hin. Wer viele solcher Flächen hat, kann also weniger Bioabfall selbst verwerten, als die Gartengröße vermuten lässt.

Ich notiere mir dafür drei Werte: Personen im Haushalt, gemessene Beetfläche und die Fläche, die ich davon abziehe. Bleibt mehr Abfall, als deine Fläche aufnehmen kann, wäge ab, ob Gartensäcke für einen Teil deiner Gartenabfälle die bessere Lösung sind.

Offen oder geschlossen: welcher Komposter zu deinem Platz passt

Die Bauart bestimmt, wie viel Platz du brauchst und worauf du bei der Pflege achtest. Offene Komposter aus Holzlatten oder Drahtgitter ermöglichen einen natürlichen Luft- und Wasseraustausch. Geschlossene Komposter wie der Thermokomposter brauchen wenig Platz und schützen kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung. Dafür verlangen sie eine besonders sorgfältige Belüftung.

Für einen kleinen Garten mit wenig Abfall spricht deshalb viel für einen geschlossenen Komposter. Er spart Fläche und schützt die kleine Menge vor rascher Austrocknung, solange du ihn sorgfältig belüftest.

Hast du ausreichend Platz, erleichtern dir 3 Komposter nebeneinander die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost. So füllst du einen Behälter, während im zweiten die Rotte läuft und du aus dem dritten reifen Kompost entnimmst. Steht der Komposter auf offenem Boden, leg ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite darunter, denn es erschwert Wühlmäusen das Einnisten.

Plane neben dem Komposter außerdem Platz für Vorräte ein. Herbstlaub lässt sich neben dem Kompost bevorraten und im Winter in dünnen Lagen mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln kombinieren.

Marias Erfahrung

Im Herbst setze ich das Laub in einem Drahtkorb direkt neben den Komposter. Im Winter decke ich die Küchenabfälle Lage für Lage damit ab und gebe Gehölzhäcksel dazwischen. Neben jedem Komposter halte ich deshalb einen freien Streifen für diesen Vorrat und für die Schubkarre frei.

Bauart Stärke Darauf achtest du
Offener Komposter natürlicher Luft- und Wasseraustausch Inhalt feucht, aber nicht nass halten
Geschlossener Komposter wenig Platzbedarf, schützt kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung besonders sorgfältig belüften
3 Komposter nebeneinander Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost braucht ausreichend Platz
Wurmkiste geht ohne Garten, Bioabfallvolumen sinkt auf ungefähr ein Zehntel günstige Temperatur 15 bis 25 °C
Bokashi-Eimer fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen vor dem Einsatz als Gartendünger kompostieren
Mythos-Check

„Im Thermokomposter wird alles keimfrei.“ So einfach ist es nicht. Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen, eine einzelne Messung beweist aber keine Hygienisierung. Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen werden im Gartenkompost nicht zuverlässig abgetötet, denn ausreichende Rottetemperaturen werden oft nicht durchgehend erreicht. Umgekehrt entsteht guter Kompost auch durch Kaltrotte, ohne ausgeprägte Heißrotte.

Kein Garten oder wenig Fläche: Wurmkiste und Bokashi-Eimer

Ohne Garten geht es mit der Wurmkiste. Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Temperaturbedingungen, also suchst du der Kiste einen Platz, an dem diese Spanne gehalten wird. Je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial ist der Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Das Bioabfallvolumen sinkt dabei auf ungefähr ein Zehntel des Ausgangsvolumens.

Der Bokashi-Eimer arbeitet anders, denn er fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen. Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung organischer Abfälle. Je nach Verfahren dauert die Fermentation im verschlossenen Behälter etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte auch länger. Vor dem Einsatz als Gartendünger muss eine Kompostierungsphase folgen. Eine Möglichkeit: Du mischst das fermentierte Material mit Gartenerde oder Kompost und lässt es im offenen Behälter unter gelegentlichem Umsetzen weitere 3 Monate reifen. Bokashi ersetzt den Komposter also nicht, sondern braucht selbst einen Platz zum Nachreifen mit Erde oder Kompost.

Mini-Checkliste

In dieser Reihenfolge triffst du die Wahl.

  • Personen im Haushalt zählen und die Fläche messen, die jedes Jahr Kompost bekommt.
  • Moorbeete, Staudenflächen magerer Standorte und Böden mit zu hohem pH-Wert abziehen.
  • Wenig Platz und wenig Abfall: geschlossener Komposter mit sorgfältiger Belüftung.
  • Ausreichend Platz: 3 Komposter für frisches Material, laufende Rotte und reifen Kompost.
  • Kein Garten: Wurmkiste, Bokashi nur mit einem Platz zum Nachreifen.
  • Auf offenem Boden ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite einplanen.

Wo der Komposter stehen sollte

Stell den Komposter auf offenen, ebenen Boden in den Halbschatten oder Schatten, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind. Wähle den Platz so, dass du ihn mit Schubkarre und Grabgabel bequem erreichst. Ausführlicher geht der Ratgeber darauf ein, welche Anforderungen der Platz für deinen Komposthaufen stellt.

Was in den Komposter gehört

Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich als Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts. Holzasche gehört dagegen nicht hinein, weil sie mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein kann; abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du Staub aufwirbelst. Wie du Material mischst und schichtest, erklärt der Grundlagenabschnitt Kompost anlegen mit Standort, Material und System.

Pflege und Probleme in Kürze

Kompost braucht gute Durchlüftung und soll feucht, aber nicht nass sein: Zusammengedrückt soll er sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Fauliger Geruch kann auf zu viel Nässe hindeuten, Ammoniakgeruch auf zu viel nährstoffreiches Material, dem du dann Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischst. Was bei Nässe, Trockenheit oder träger Rotte hilft, erklärt der Ratgeber dazu, wie du typische Kompostprobleme erkennst und behebst.

Wann der Kompost fertig ist und wohin er kommt

Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate, die Reife prüfst du zusätzlich mit einem Kressetest im Vergleich zu Gartenerde. Als allgemeine Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach ein, über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse. Wie viel davon wohin gehört, erklärt der Ratgeber dazu, wie du reifen Kompost anwendest und richtig dosierst.

Was rechtlich gilt

Haus-, Nutz- und Kleingärten sind vom Anwendungsbereich der Bioabfallverordnung ausgenommen, die Vorschriften des Düngemittel- und Pflanzenschutzrechts gelten aber weiter. Liegt dein Garten in einem Wasserschutzgebiet, schau in die örtliche Schutzverordnung, denn sie kann bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken.

Häufige Fragen

Welcher Komposter eignet sich für kleine Gärten?
Für einen kleinen Garten mit wenig Abfall eignet sich ein geschlossener Komposter, denn er braucht wenig Platz und schützt kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung. Dafür musst du ihn besonders sorgfältig belüften. Stell ihn im Halbschatten oder Schatten auf offenen Boden und leg ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite gegen Wühlmäuse darunter. Hast du gar keinen Garten, bleibt die Wurmkiste als Alternative.
Worin unterscheiden sich offene und geschlossene Kompostersysteme?
Offene Komposter ermöglichen einen natürlichen Luft- und Wasseraustausch. Geschlossene Komposter brauchen wenig Platz und schützen kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung, verlangen aber eine besonders sorgfältige Belüftung. In beiden Bauarten soll der Inhalt gut durchlüftet und feucht, aber nicht nass sein. Krankheitserreger werden in keiner der beiden Bauarten zuverlässig abgetötet, weil Gartenkompost die nötigen Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht.
Welche besonderen Eigenschaften haben Wurmkomposter für den Hausgebrauch?
Mit einer Wurmkiste kannst du auch ohne Garten kompostieren. Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Temperaturbedingungen. Je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial ist der Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Das Bioabfallvolumen sinkt dabei auf ungefähr ein Zehntel des Ausgangsvolumens.
Wie unterscheidet sich die Bokashi-Methode von herkömmlicher Kompostierung?
Kompost im Komposter braucht gute Durchlüftung, Bokashi fermentiert Küchenabfälle dagegen luftdicht verschlossen im Eimer. Es handelt sich um eine milchsäurebasierte Vorbehandlung, die je nach Verfahren etwa 2 bis 6 Wochen dauert, bei Kälte auch länger. Bevor du das feste Material als Gartendünger verwendest, muss eine Kompostierungsphase folgen. Bokashi ergänzt den Kompost also, ersetzt ihn aber nicht.
Führt Kompostierung wirklich zu schlechten Gerüchen im Garten?
Ein unangenehmer Geruch ist ein Hinweis darauf, dass in der Rotte etwas nicht stimmt. Fauliger Geruch kann auf zu nassen Kompost hindeuten, Ammoniakgeruch auf zu viel nährstoffreiches Material, dem du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischst. Offen liegende Küchenabfälle deckst du mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, damit sich weniger Fliegen einfinden.
Wie beeinflusst Kompost die Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum?
Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, die aber nicht alle sofort pflanzenverfügbar sind. Er fördert das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Bei einer jährlichen Gabe von 3 l/m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt, zusätzlichen Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf. Moorbeetpflanzen wie Rhododendren erhalten keine pauschalen Kompostgaben.
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