Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Pflege

Gründüngung einarbeiten: Zeitpunkt, Technik und Bodenpflege für Mischungen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gründüngung schneidest du kurz vor der Blüte, spätestens aber vor der Samenbildung.
  • In einer Mischung richtest du den Schnitt nach der Art, die zuerst Samen ansetzen würde.
  • Frische Masse arbeitest du nur flach ein, tief vergraben kann sie unter Luftabschluss faulen.
  • Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, damit frei werdende Nährstoffe nicht ausgewaschen werden.
  • Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.

Eine Gründünger-Mischung wächst fast von allein, doch über ihren Nutzen entscheidest du am Tag des Einarbeitens. Wartest du zu lange, verholzen die Stängel und die ersten Arten säen sich aus. Gräbst du frische Masse tief unter, kann sie unter Luftabschluss faulen. Ich gehe deshalb vor jedem Schnitt durch den Bestand und schaue mir jede Art in der Mischung einzeln an.

Hier geht es darum, wann du einarbeitest, wie du vorgehst, was dein Bodentyp verlangt und wie du den Boden danach behandelst. Auswahl, Aussaat und Pflege der Mischung streife ich am Ende nur kurz.

Der richtige Zeitpunkt: kurz vor der Blüte, sicher vor den Samen

Im Hausgarten schneidest du Gründüngung gewöhnlich kurz vor der Blüte. Die feste Grenze ist die Samenbildung. Reifen keimfähige Samen aus, sät sich der Bestand selbst aus und wird im nächsten Beet zum unerwünschten Aufwuchs. Soll die Mischung zuerst Insekten Nahrung bieten, lässt du sie blühen und beendest sie nach der Blüte, aber vor der Samenreife.

In der Mischung zählt die Art, die zuerst so weit ist

Die Arten einer Mischung entwickeln sich nicht gleich schnell. Das zeigen schon die Angaben zur Entwicklungsdauer im Hausgarten:

Art Angaben zur Entwicklungsdauer im Hausgarten Darauf achtest du beim Schnitt
Senf 4–10 Wochen vor der Samenbildung mähen; bei später Saat zählt Blattmasse bis zum Frost, nicht die Blüte
Phacelia 6–10 Wochen vor der Samenbildung schlegeln oder abfrieren lassen; kein Zwischenschnitt
Ölrettich 6–10 Wochen spätestens nach der Blüte die Blütenstiele zurückschneiden, damit er sich nicht aussät
Buchweizen 6–10 Wochen vor der Samenbildung mähen; sind Körner ausgefallen, lässt du sie vor dem ersten Frost keimen, damit die Pflanzen abfrieren
Alexandrinerklee keine Angabe spätestens zum Blühbeginn schneiden, bevor die Stängel verholzen
Serradella keine Angabe vor der Samenbildung zurückschneiden, Masse mulchen oder flach einarbeiten

Eine Gründüngung muss vor der Samenreife enden, und Senf kann früher so weit sein als Phacelia oder Buchweizen. In der Mischung bestimmt deshalb die Art den Schnitt, die zuerst Samen ansetzen würde. Ich schaue beim Rundgang darum nicht auf die Art mit der meisten Masse, sondern auf die, die als erste Knospen zeigt.

Junge Masse oder verholzte Stängel

Junge Pflanzen haben ein engeres C/N-Verhältnis als ältere und werden im Boden schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten dagegen langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Steht bald nach dem Einarbeiten die Folgekultur an, ist grüne, noch weiche Masse deshalb günstiger als ein überständiger, verholzter Bestand.

Kurz erklärt

Das C/N-Verhältnis gibt an, wie viel Kohlenstoff eine Pflanzenmasse im Verhältnis zu ihrem Stickstoff enthält. Ein enges Verhältnis wie bei jungen Pflanzen bedeutet, dass die Masse schneller umgesetzt wird.

Herbst und Winter: stehen lassen statt früh einarbeiten

Im Frühherbst arbeitest du Gründüngung nicht ein, auch wenn der Bestand schon kräftig dasteht. Beim Verrotten frei werdende Nährstoffe könnten sonst ausgewaschen werden, bevor die nächste Kultur sie nutzt. Winterharte Arten, die bis zum Frühjahr weiterwachsen, halten den aufgenommenen Stickstoff besser fest als früh beendete Bestände.

Abfrierende Arten musst du nicht mähen. Was der Frost abgetötet hat, bleibt über Winter als Mulch auf dem Boden liegen. Im Frühjahr arbeitest du die Reste flach ein. Brauchst du für feine Saaten ein feines Saatbett, rechst du sie stattdessen ab und bringst sie auf den Kompost.

Winterharte Bestände beendest du vor der nächsten Kultur aktiv. Weil dann noch viel Pflanzenmasse steht, kann das Entfernen oder Einarbeiten viel Handarbeit bedeuten.

Bei Mischungen aus beiden Gruppen entscheidet der Winter mit. Phacelia ist nicht winterhart, verträgt aber Frost bis etwa −8 °C. Inkarnatklee wird als überwinternde Zwischenfrucht genutzt, übersteht harte, lange, kalte und schneereiche Winter aber schlecht. Weil Phacelia erst bei stärkerem Frost abstirbt und Inkarnatklee harte Winter schlecht übersteht, prüfst du solche Mischungen im Frühjahr Stelle für Stelle.

Marias Erfahrung

Im Frühjahr gehe ich gemischte Bestände mit der Grabgabel ab. Lebende Pflanzen ziehe ich heraus, den abgestorbenen Rest arbeite ich anschließend flach ein.

Die Aussaatmonate deiner Arten findest du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.

Gründüngung einarbeiten: so gehst du vor

Abmähen und zerkleinern

Zuerst mähst du den Bestand ab. Ich zerkleinere dabei dicke, harte Stängel, bevor ich die Masse mulche oder einarbeite. Kleines Material lässt sich flach untermischen, ohne dass lange Stängel an der Gabel hängen bleiben.

Flach einarbeiten, nicht vergraben

Im Hausgarten arbeitest du die Gründüngungsmasse nur flach in den Boden ein. Tief vergraben fehlt ihr die Luft, und frische Masse kann dann faulen. Im Gemüsebau wird Phacelia erst geschlegelt und in einem zweiten Arbeitsgang 5 cm tief gefräst. Für die Handarbeit im Beet nimmst du die Grabgabel oder den Krail, und zwar nur auf ausreichend abgetrocknetem Boden.

Eine Gartenfräse kann auf Flächen mit Wurzelunkräutern deren Vermehrung fördern. Wachsen solche Unkräuter in deinem Beet, bleibst du deshalb bei der Handarbeit.

Häufiger Fehler

Die grüne Masse wird mit dem Spaten abgestochen und nach unten gewendet. Unter Luftabschluss kann frische Pflanzenmasse faulen. Mische sie stattdessen flach in die oberste Bodenschicht.

Einarbeiten, mulchen oder abräumen

Abgeschnittene Gründüngung kannst du flach einarbeiten, als Mulch liegen lassen oder kompostieren. Welche Verwertung passt, hängt von der Lage auf deinem Beet ab:

Situation So verwertest du die Masse
Die Folgekultur steht an, der Boden ist abgetrocknet flach einarbeiten
Der Bestand ist über Winter abgefroren als Mulch liegen lassen, im Frühjahr flach einarbeiten
Nach einer Wintergründüngung folgt eine feine Saat abräumen und kompostieren
Die Bodenuntersuchung zeigt erhöhte Phosphor- und Kaliumvorräte den Großteil entfernen und auf schwächer versorgten Beeten oder im Kompost nutzen
Im Bestand stehen Unkräuter mit Samen oder kranke Pflanzen diese Pflanzen herausnehmen und vorsorglich über die Biotonne entsorgen

Für den Kompost schichtest du das feuchte, grüne Schnittgut in dünnen, wechselnden Lagen mit trockenem, strukturreichem Gartenmaterial. Kranke Pflanzen gehören nicht hinein, weil kleine Gartenkomposter keine sichere Hygienisierung gewährleisten.

Mini-Checkliste

Bevor du einarbeitest, gehst du diese Punkte durch.

  • Die Art, die in der Mischung zuerst so weit ist, zeigt Knospen, aber noch keine Samen.
  • Der Boden ist ausreichend abgetrocknet.
  • Dicke Stängel sind zerkleinert.
  • Unkraut mit Samen und kranke Pflanzen sind aus dem Bestand entfernt.
  • Die Folgekultur ist geplant und die Wartezeit eingerechnet.

Einarbeiten je nach Bodentyp

Wie du einarbeitest, hängt auch davon ab, ob dein Boden eher schwer oder leicht ist. Einen ersten Anhaltspunkt gibt die Fingerprobe: Tonreicher Boden klebt, lässt sich gut formen und ausrollen und zeigt eine glatte, glänzende Oberfläche. Für mittlere Lehmböden gelten die Grundregeln ohne Besonderheit: abgetrocknet bearbeiten, flach einarbeiten, Wartezeit einhalten. Die Wahl der Mischung je Boden behandelt der Ratgeber dazu, welche Gründünger-Mischung zu Bodentyp und Aussaatzeit passt.

Schwerer, toniger Boden

Auf schwerem Boden gehe ich erst mit der Grabgabel hinein, wenn er abgetrocknet ist. Die Gründüngung lasse ich dort bis zum Frühjahr stehen. Möglich ist auch, bei passender Witterung im Dezember oder Januar umzugraben, bevor der Boden durchfriert. Frische, grüne Masse gehört dabei trotzdem nicht tief in den Boden. Die organische Substanz fördert in schweren Böden eine Krümelstruktur, die besser durchlüftet ist und Wasser versickern lässt.

Achtung

Bearbeite tonigen Boden nicht im feuchten Zustand. Dann ist die Verdichtungsgefahr besonders hoch. Auch Befahren bei zu hoher Bodenfeuchte kann ungünstige, dichte Gefügezustände verursachen.

Ist der Boden stark verdichtet, kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben. Vor einer Tiefenlockerung prüfst du Lage, Mächtigkeit und Festigkeit der verdichteten Schicht. Danach stabilisieren tiefwurzelnde Pflanzen das gelockerte Gefüge. Welche Arten dafür infrage kommen, zeigt der Ratgeber zu tiefwurzelnden Gründüngern für verdichteten Gartenboden.

Leichter, sandiger Boden

Sandboden lässt Wasser durch seine weiten Grobporen schnell versickern und hält im Wurzelraum wenig pflanzenverfügbares Wasser. Früh eingearbeitete Masse setzt Nährstoffe frei, die vor der nächsten Kultur ausgewaschen werden können. Weil Sand Wasser schnell durchlässt und früh frei werdende Nährstoffe ausgewaschen werden können, lässt du den Bestand hier besonders konsequent bis zum Frühjahr stehen. Abgefrorene Masse bleibt als Decke liegen, denn organischer Mulch vermindert die Verdunstung und hält die Oberfläche durchlässig.

Nach dem Einarbeiten: so behandelst du den Boden

Wartezeit bis zur Folgekultur

Nach dem Einarbeiten braucht der Boden eine Pause, bevor du neu säst oder pflanzt. In dieser Zeit versorgt die Masse das Bodenleben mit organischem Material, das bei seiner Zersetzung Nährstoffe freisetzt. Die Folgekultur mit ihrer Wartezeit trage ich gleich in den Beetplaner ein.

Zahl im Blick

Zwischen Einarbeiten und nächster Aussaat oder Pflanzung liegen meist etwa 2–3 Wochen.

Bevor ich säe, steche ich einen Spaten Erde aus und schaue auf Gefüge, Wurzelgänge, Hohlräume, Farbe und Geruch. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren zeigen eine günstige Durchlüftung und Wasserleitfähigkeit an. Ein fauliger Geruch kann darauf hindeuten, dass Pflanzenmasse unter Luftabschluss liegt. Dann warte ich mit der Saat und steche später noch einmal nach.

Boden bis zur Folgekultur abdecken

Willst du den Boden bis zur nächsten Kultur abdecken, nimm organischen Mulch. Er vermindert die Verdunstung und hält die Oberfläche für Wasser offenporig. Fürs Gemüsebeet reichen etwa 2 bis 3 cm Mulch. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und bringst ihn dünn und mehrmals aus, damit er nicht verklebt, schimmelt oder fault. Saatrillen und Jungpflanzen hältst du frei, wärmeliebendes Gemüse mulchst du erst ab Mai oder Juni.

Stroh und holzige Materialien können beim Verrotten Stickstoff binden. Prüfe deshalb vor dem Auflegen, ob deine Folgekultur zusätzlich versorgt werden muss. Rindenmulch gehört auf Wege und nicht ins Gemüsebeet, weil seine Gerbstoffe das Wachstum hemmen können. Bei starken Schneckenschäden prüfst du, ob die feuchte Mulchschicht mehr schadet als nützt.

Düngung der Folgekultur am Befund ausrichten

Eine Gründüngung nimmt gelöste Nährstoffe auf und gibt sie beim Verrotten wieder frei. Wie viel davon bei der Folgekultur ankommt, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen bringen über Knöllchenbakterien zusätzlichen Stickstoff aus der Luft ein. Eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse.

Mythos-Check

„Nach einer Gründüngung muss ich nicht mehr düngen.“ Das stimmt nicht automatisch. Den Stickstoff aus der Biomasse kann die Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig nutzen. Die Folgedüngung richtest du deshalb nach dem Bedarf und rechnest den Aufwuchs der Gründüngung mit ein.

Wie viel du noch düngst, klärt eine Bodenuntersuchung. Sie ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffe und hilft dir, Art und Menge einer nötigen Düngung festzulegen. Kalken solltest du nur, wenn der pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird.

Tipp

Für die Bodenprobe im Gemüsebeet stichst du 10–15 Einzelproben, verteilt über die einheitlich genutzte Fläche. Jede Probe kommt aus 25–30 cm Tiefe. Du vereinigst sie zu einer Mischprobe von etwa 500 g. Die Grunduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.

Fruchtfolge kurz eingeordnet

Bei einer Mischung müssen alle enthaltenen Pflanzenfamilien zur bisherigen und geplanten Gemüsefolge passen. Senf etwa ist ein Kreuzblütler wie Kohl, Rettich und Radieschen und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. Die Familien deiner Mischung gleichst du im Mischkultur-Werkzeug ab, die Grundsätze stehen im Gründünger-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

Auswahl, Aussaat und Sonderflächen in Kürze

Eine Gründünger-Mischung verbindet Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen und Wurzeltypen, muss als Ganzes aber zur Folgekultur passen. Gesät wird breitwürfig, eingerecht und angedrückt, und die Saatmenge einer fertigen Mischung richtet sich nach der Packungsangabe. Bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht, bei Trockenheit kann vor allem die Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Die Grundlagen findest du im Gründünger-Ratgeber unter Aussaat sowie Pflege, Gießen und Düngen, für den Einstieg gibt es einfache Schritte für deine erste Gründüngung.

Kombinieren lässt sich etwa Buchweizen mit Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke. Welche Arten zu deinem Boden und Ziel passen, erklärt der Ratgeber dazu, wie du eine Mischung passend zu Boden und Ziel auswählst. Um die Anteile der Arten geht es bei Mischungen mit den passenden Anteilen für deinen Boden.

Im Hochbeet ist Gründüngung sinnvoll, wenn das Beet nach der Ernte mehrere Wochen oder über Winter leer steht. In kleinen Gefäßen lohnt sie sich meist wenig, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst. Mehr dazu findest du im Ratgeber, wie du Gründüngung im Hochbeet einsetzt, und bei Mischungen für Kleingarten, Balkon und Hochbeet.

Unter Obstbäumen konkurriert dichter Bewuchs mit den Bäumen um Wasser und Nährstoffe. Geschwächte Bäume entlastest du mit einer bewuchsfreien, gemulchten Baumscheibe. Im ungeheizten Kleingewächshaus kann es bei stärkerem Frost auch innen gefrieren, deshalb beurteilst du die Überwinterung einer Gründüngung dort nach dem tatsächlichen Klima im Haus.

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Einarbeitung verschiedener Gründünger-Arten?
Im Hausgarten schneidest du Gründüngung gewöhnlich kurz vor der Blüte, spätestens aber vor der Samenbildung, damit sie sich nicht selbst aussät. In einer Mischung richtest du dich nach der Art, die zuerst so weit ist, denn Senf kann früher Samen ansetzen als Phacelia. Im Frühherbst lässt du den Bestand stehen, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können.
Wie unterscheidet sich die Einarbeitung von Gründünger in schweren und leichten Böden?
Schweren Tonboden bearbeitest du nur abgetrocknet, weil er im feuchten Zustand besonders leicht verdichtet. Dort bleibt die Gründüngung am besten bis zum Frühjahr stehen, bei passender Witterung kannst du auch im Dezember oder Januar vor dem Durchfrieren umgraben. Sandboden lässt Wasser schnell versickern, deshalb lässt du den Bestand über Winter stehen, damit frei werdende Nährstoffe nicht ausgewaschen werden. Auf beiden Bodenarten arbeitest du frische Masse nur flach ein.
Stimmt es, dass Gründünger den Boden überdüngen kann?
Darauf achten musst du vor allem bei Böden mit erhöhten Nährstoffvorräten. Eine Gründüngung nimmt gelöste Nährstoffe auf und gibt sie beim Verrotten wieder frei. Zeigt eine Bodenuntersuchung erhöhte Phosphor- und Kaliumvorräte, entfernst du den Großteil der Masse und nutzt sie auf schwächer versorgten Beeten oder im Kompost. Die Düngung der Folgekultur richtest du nach dem Befund und rechnest den Aufwuchs der Gründüngung mit ein.
Worin unterscheiden sich Leguminosen von Nicht-Leguminosen als Gründünger?
Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff und bringen so zusätzlichen Stickstoff in den Boden. Nicht-Leguminosen wie Senf, Phacelia und Ölrettich nutzen nur den Stickstoff, der schon im Boden ist; Gelbsenf kann im Feldanbau viel davon aufnehmen und speichern. Als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse eignet sich eine Leguminosen-Gründüngung.
Wie beeinflusst Gründünger das Bodenleben und die Mikroorganismen?
Eingearbeitete Gründüngungsmasse versorgt das Bodenleben mit organischem Material, das bei seiner Zersetzung Nährstoffe freisetzt. Junge Pflanzen werden dabei schneller umgesetzt als verholzte Reste, die vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden können. Zwischenfruchtwurzeln und aktive Regenwürmer bilden außerdem Bioporen, durch die Regenwasser besser in den Boden eindringt.
Wie unterscheidet sich Gründüngung von Kompostierung und Mulchen?
Gründüngung wächst direkt auf dem Beet, und ihre abgeschnittene Masse kannst du flach einarbeiten, als Mulch liegen lassen oder kompostieren. Mulch bleibt oben liegen, vermindert die Verdunstung und hält den Boden für Wasser offenporig. Kompost entsteht außerhalb des Beetes aus geschichtetem Material und ist meist nach vier bis neun Monaten reif. Frische Gründüngungsmasse gehört nie tief in den Boden, weil sie unter Luftabschluss faulen kann.
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