Nützlinge im Gemüsegarten fördern: Blüten, Nisthilfen und wilde Ecken für deine Helfer
- Nützlinge fördern heißt vor allem, ihnen Nahrung, Verstecke und Nistplätze anzubieten.
- Lass einen Teil von Thymian, Lavendel, Dill oder Gewürzfenchel blühen: Erwachsene Schwebfliegen nutzen Pollen und Nektar, ihre Larven fressen Blattläuse.
- Ein erwachsener Siebenpunkt-Marienkäfer frisst etwa 40 bis 50 Blattläuse am Tag.
- Nistgänge für Wildbienen bohrst du in trockenes Hartholz, 3 bis 8 mm weit, mindestens 100 mm tief und nie ganz durch.
- Mehr als zwei Drittel der mitteleuropäischen Wildbienenarten nisten im Boden und brauchen offene Bodenstellen.
- Gekaufte Nützlinge werden überwiegend im Gewächshaus eingesetzt, im Freiland ist ihr Einsatz teurer und weniger effizient.

Wenn an meinen Bohnen die ersten Blattläuse sitzen, greife ich nicht zur Spritze. Ich schaue zuerst, ob zwischen den Läusen schon Larven von SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse., Marienkäfern oder Florfliegen unterwegs sind. Damit solche Helfer kommen und bleiben, fängst du lange vor dem ersten Befall an. NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. fördern heißt vor allem, ihnen Nahrung, Verstecke und Nistplätze anzubieten. Welche Pflanzen, Nisthilfen und Pflegegewohnheiten das im Gemüsegarten leisten, zeige ich dir hier.
Was Nützlinge im Gemüsegarten leisten
Nützlinge sind Tiere, die Schädlinge fressen, parasitieren oder deine Kulturen bestäuben. Ein erwachsener Siebenpunkt-Marienkäfer frisst etwa 40 bis 50 Blattläuse am Tag. Bevor du eingreifst, lohnt der Blick, wer im Beet unterwegs ist: wie du ein Tier erst einordnest und dann handelst, zeigt der Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.
Auch Ohrwürmer gehören zu den Blattlausjägern. Wie sie und die Marienkäfer aussehen und welche Nützlinge in deinem Garten leben und welche Schädlinge sie fressen, findest du im Nützlings-Überblick. Hier geht es darum, wie du diese Helfer in den Gemüsegarten holst und dort hältst.
Welche Helfer du ansprichst und was sie brauchen
Jeder Nützling stellt andere Ansprüche an Nahrung und Unterschlupf. Die Tabelle ordnet die Helfer, die im Gemüsegarten eine Rolle spielen, den Maßnahmen zu, die ich weiter unten beschreibe.
| Helfer | Was er im Garten tut | Was du ihm bietest |
|---|---|---|
| Schwebfliegen | Larven blattlausfressender Arten fressen Blattläuse, die erwachsenen Tiere nutzen Pollen und Nektar | blühende Kräuter und Sommerblumen nah am Gemüse |
| Grüne Florfliege | räuberische Larven fressen unter anderem Blattläuse | einen geduldeten Grundbefall als Nahrung |
| Blattlausfressende Marienkäfer | Käfer und Larven erbeuten Blattläuse | einen geduldeten Grundbefall, Laub und Totholz als Rückzugsraum |
| Grabwespen der Gattungen Passaloecus und Pemphredon | sammeln Blattläuse als Futter für ihren Nachwuchs | Hohlraum-Nisthilfe |
| Wildbienen und Hummeln | bestäuben Blüten | Nisthilfen, offene Bodenstellen, Blüten über die Saison |
| SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. | legen ihre Eier in Wirtsinsekten, in denen sich ihre Larven entwickeln | Zurückhaltung bei Pflanzenschutzmitteln |
| Bodenbewohnende Spinnen | jagen als natürliche Gegenspieler von Pflanzenschädlingen | schonend bearbeiteten Boden |
| Frösche und Molche | fressen Insekten, Würmer und Schnecken | Wasserstelle mit Ausstieg, Verstecke |
| Gartenvögel | brauchen in der Brutzeit eiweißreiche Nahrung wie Raupen und Blattläuse | Hecken und Sträucher |
| Igel | frisst Schnecken nur zu einem kleinen Teil | Durchlass von mindestens 10 × 10 cm |
Wie wird dein Garten zum Lebensraum für Nützlinge?
Nützlinge brauchen Orte, an denen sie sich verstecken, überwintern und Beute finden. Je abwechslungsreicher dein Garten aufgebaut ist, desto mehr solcher Orte bietet er.
Laub, Totholz und Steine liegen lassen
Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen und unaufgeräumte Gartenecken bieten vielen Tieren Nahrung und Rückzugsraum. Ich lege solche Haufen abseits der Wege an, die ich mit Schubkarre und Rasenmäher fahre. So bleiben sie ungestört liegen.
Nicht jede Schnecke unter dem Holz ist ein Gegner. Tigerschnegel fressen unter anderem andere Nacktschnecken und deren Eier. Beim Absammeln schaue ich deshalb genau hin, welches Tier ich in der Hand habe. Weinbergschnecken sind geschützt und dürfen im Garten nicht gezielt bekämpft werden.
Hecken und Sträucher pflanzen
Eine Hecke aus heimischen Sträuchern wie Weißdorn, Holunder oder Hasel bietet Vögeln Nistplätze und vielen Kleintieren Deckung. Gartenvögel brauchen während der Brutzeit eiweißreiche Nahrung, darunter Raupen, Blattläuse und andere kleine Insekten. Ich lasse meine Hecke dicht wachsen und schneide sie nur so weit, wie es nötig ist.
Eine Wasserstelle mit Ausstieg anlegen
Eine flache Schale oder ein kleiner Teich versorgt Insekten, Vögel und Amphibien mit Wasser. Wasserstellen für Insekten sollten leicht erreichbar sein und Ausstiegsmöglichkeiten bieten. Ich lege deshalb Steine in meine Schale, die über die Wasseroberfläche ragen. Erwachsene Frösche und Molche fressen tierische Beute, darunter Insekten, Würmer und Schnecken.
Einen Durchgang für den Igel lassen
Damit der Igel überhaupt in deinen Garten kommt, braucht der Zaun eine Lücke. Ein Durchlass an der Grundstücksgrenze muss dafür mindestens 10 × 10 cm groß sein.
Der Igel gilt als Schneckenjäger. Tatsächlich machen Schnecken nur etwa 5 % seiner Nahrung aus. Den Durchlass lohnt es sich trotzdem anzulegen, nur für die Schnecken im Salat brauchst du andere Wege.
Welche Pflanzen holen Nützlinge in den Gemüsegarten?
Bei blattlausfressenden Schwebfliegen jagen die Larven Blattläuse, die erwachsenen Tiere nutzen Pollen und Nektar. Blüten nah am Gemüse versorgen also die Elterntiere genau der Larven, die du an deinen Läusen sehen willst. Deshalb plane ich Blüten im Gemüsegarten genauso fest ein wie die Gemüsereihen.
Kräuter blühen lassen
Ich ernte Thymian, Dill und Gewürzfenchel nie ganz ab, sondern lasse einen Teil davon blühen. Mit Lavendel halte ich es genauso, denn die Blüten dieser Kräuter bieten Insekten Nahrung. Rosmarin, Salbei und Thymian bevorzugen einen sonnigen Standort.
Dill und Basilikum können selbst von Blattläusen befallen werden. Ich lasse solche Kolonien zunächst stehen, weil ein gewisser Befall die Nahrung der Gegenspieler ist. Lavendel und Rosmarin setze ich wegen ihrer Blüten, nicht als Schneckenschutz. Eine zuverlässige Schneckenabwehr durch diese beiden Pflanzen ist wissenschaftlich nicht belegt.
Sommerblumen als Lückenfüller säen
Wird im Sommer ein Gemüsebeet frei, setze ich blühende Lückenfüller hinein. Gut passen dafür Zinnien, Schmuckkörbchen, Ringelblumen oder Tagetes. So bleibt das abgeerntete Beet ein Futterplatz, bis die nächste Kultur kommt.
Blühstreifen und Stauden am Beetrand
Am Rand meiner Gemüsebeete ziehe ich einen Streifen mit Kornblumen und Klatschmohn. Stauden wie Schafgarbe, Storchschnabel oder Fetthenne kommen jedes Jahr wieder und blühen zu unterschiedlichen Zeiten. Die Fetthenne öffnet ihre Blüten erst spät im Jahr. Ich wähle die Arten so aus, dass vom Frühjahr bis in den Herbst etwas blüht.
Grenzt dein Gemüsegarten an Blumenbeete, lies auch, wie du Blumenbeete und Zierpflanzen gezielt umweltfreundlich schützt.
Nisthilfen: so baust und hängst du sie richtig
Das Insektenhotel für Hohlraumnister
Beim Insektenhotel kommt es auf die Nistgänge an. Ich bohre in trockenes Hartholz und achte darauf, dass die Gänge innen glatt und splitterfrei sind.
| Bauteil | So machst du es richtig |
|---|---|
| Holz | trockenes Hartholz, nicht ins Stirnholz bohren |
| Bohrdurchmesser | 3 bis 8 mm, unterschiedlich breite Gänge mischen |
| Bohrtiefe | mindestens 100 mm, das Holz nicht vollständig durchbohren |
| Röhrchen aus Bambus oder Schilf | Innendurchmesser 2 bis 9 mm |
| Standort | sonnig, Öffnungen nach Süden, vor Regen geschützt |
| Befestigung | so fest, dass sich die Nisthilfe bei Windböen nicht bewegt |
| Schutz vor Vögeln | bei Bedarf ein Gitter mit 25 × 25 mm Maschenweite, 5 bis 10 cm vor den Röhren |
Feuchtigkeit muss draußen bleiben, weil Schimmel Eier und Larven schädigen oder töten kann. Ein vorstehendes Dach über der Nisthilfe hält den Regen von den Öffnungen ab.
Wer in die Nisthilfe einzieht
Hohlraum-Nisthilfen nutzen unter anderem Mauerbienen, Scherenbienen und Blattschneiderbienen sowie Lehm- und Grabwespen. Für den Gemüsegarten sind die Grabwespen der Gattungen Passaloecus und Pemphredon interessant, denn sie sammeln Blattläuse als Futter für ihren Nachwuchs. Solitärbienenweibchen versorgen ihre Brutzellen dagegen mit Blütenstaub, legen ein Ei dazu und verschließen die Zelle mit artspezifischem Material.
So erkennst du die Gäste grob. Mauerbienen sind etwa 8 bis 14 mm groß und stark behaart. Maskenbienen messen etwa 4 bis 9 mm, sind überwiegend schwarz, kaum behaart und tragen eine helle Gesichtszeichnung. Blattschneiderbienen kleiden ihre Brutzellen mit Blattstückchen aus.
Bodennister brauchen offenen Boden
Mehr als zwei Drittel der mitteleuropäischen Wildbienenarten nisten im Boden. Ein Insektenhotel bedient dagegen nur Arten, die in Hohlräumen nisten, also höchstens den kleineren Teil. Ich halte deshalb am Beetrand eine Stelle mit offenem Boden frei. Solche Bodennistplätze schützt du behutsam und ohne Pflanzenschutzmittel davor, zuzuwachsen oder zunehmend beschattet zu werden.
Auch Hummeln suchen im Boden: Erdhummelköniginnen gründen ihr Volk im Frühjahr bevorzugt in alten Mäuselöchern. Ein verlassenes Mäuseloch am Wiesenrand lasse ich deshalb in Ruhe.
Ohrwurmtöpfe aufhängen
Ohrwürmer verstecken sich tagsüber gern in dunklen Hohlräumen. Ich fülle einen Tontopf mit Holzwolle oder Stroh und hänge ihn kopfüber an einen Stab oder in ein Gehölz. Ohrwürmer fressen Blattläuse, können aber auch weichschaliges Obst wie Kirschen und Weintrauben anfressen. Ich hänge die Töpfe deshalb nicht in Kirschbäume mit reifenden Früchten und nicht an die Weinrebe.
Nisthilfen für wenig Platz
Für Balkon oder Gartenzaun reicht eine Nisthilfe aus markhaltigen Stängeln. Du befestigst Stängel von 30 bis 50 cm Länge senkrecht oder leicht schräg am Gitter. Die Stängel sollten etwa 1,5 cm dick sein. Für eine Nisthilfe in einer Konservendose schneidest du die Röhrchen etwas kürzer als die Dose zu und bringst das ganze Modul regengeschützt an.
Wie überwintern Nützlinge in deinem Garten?
Im Herbst räume ich den Garten nicht vollständig auf. Staudenstängel bleiben über den Winter stehen, weil Insekten und Entwicklungsstadien von Schmetterlingen daran oder darin überwintern können. Laubhaufen, Totholz und Steinhaufen bleiben ebenfalls liegen. Den RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. der Stauden erledige ich erst im Frühjahr.
Die Wildbienen-Nisthilfe im Herbst in den Schuppen oder ins Haus holen und ausputzen. Sie bleibt im Winter draußen an ihrem Standort.
Für das Reinigen der Niströhrchen gibt es keinen festen Termin, ausputzen darfst du einen Gang erst, wenn die Brut geschlüpft und ausgeflogen ist. Ein Teil der Mauerbienen schlüpft erst nach der zweiten Überwinterung. Zudem kann ein Nistgang besiedelt sein, obwohl du von außen keinen Verschluss siehst. Ein leer wirkender Gang ist also kein sicheres Zeichen dafür, dass du ihn schon reinigen kannst. Stell deshalb lieber neue Röhrchen dazu, statt alte auszuleeren.
Welche Pflegegewohnheiten halten Nützlinge im Beet?
Den Boden schonend bearbeiten
Ich grabe meine Gemüsebeete nicht tief um, sondern lockere den Boden nur oberflächlich. So störe ich die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und die Tiere darin weniger. Am Boden jagen unter anderem räuberische Spinnen, die zu den natürlichen Gegenspielern von Pflanzenschädlingen gehören. Auch Laufkäfer und Kurzflügler leben dort. Zwischen zwei Kulturen säe ich GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet., damit das Beet nicht kahl liegt.
Wildwuchs und Wiese zulassen
Ich dulde Wildkräuter am Beetrand und lasse Teile des Gartens wilder wachsen. Die Ränder zum Weg und zum Nachbarn halte ich gemäht, damit die wilden Bereiche als Absicht erkennbar sind. Für eine Gartenwiese gelten beim Mähen eigene Regeln.
So mähst du eine Gartenwiese insektenfreundlich. Mähe nur 1 bis 2 Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. Eine Schnitthöhe von 14 cm gibt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Das Mähgut nimmst du nach 2 Tagen von der Fläche. Altgrasstreifen bleiben als Rückzugsraum 1 Jahr lang ungemäht.
Einen Grundbefall aushalten
Zur Förderung natürlicher Gegenspieler gehört, einen gewissen Schädlingsbefall auszuhalten, denn er ist ihre Nahrung. Eine Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers vertilgt während ihrer Entwicklung etwa 600 Blattläuse. Wer jede Kolonie sofort abspritzt, nimmt also genau diesen Larven das Futter.
Im Frühjahr drehe ich bei Bohnen und Kohl die Blätter um und schaue, was auf der Unterseite sitzt. Neben Läusen achte ich auf Eier auf etwa 5 mm langen Stielchen, die zur Grünen Florfliege gehören, und auf Larven von Marienkäfern und Schwebfliegen. Erst danach entscheide ich, ob ich eingreife.
Wird der Befall zu stark, greife ich zuerst mit der Hand ein. Raupen, Kartoffelkäfer und Schnecken kannst du durch Absammeln sofort entfernen. Bei früh erkanntem oder geringem Raupenbefall an Kohl kann das schon ausreichen. Wie du Gemüsekulturen gezielt vor Kohlweißling, Kartoffelkäfer und Möhrenfliege schützt, steht im Ratgeber zur natürlichen Schädlingsbekämpfung im Gemüsegarten.
Gelbtafeln, Klebetafeln oder Leimringe die ganze Saison hängen lassen. Sie können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten. Setzt du sie überhaupt ein, begrenze sie auf die Zeit, in der der Zielschädling aktiv ist. Elektrische UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden.
Mischkultur, Fruchtfolge, Mulch und Düngung kurz gefasst
Mischkultur kann helfen, garantiert aber nichts. Tomaten und Sellerie können als Partner von Kopfkohl den Kohlweißlingsbefall mindern, solche Effekte treten aber nicht unter allen Standort-, Licht-, Boden- und Pflegebedingungen gleich auf. Prüfe, welche Arten als Nachbarn im Beet zusammenpassen, und plane deine Fruchtfolge Beet für Beet über die Jahre.
Eine Mulchdecke aus Stroh oder Grasschnitt schützt den Boden und bietet bodenbewohnenden Tieren Unterschlupf. Dünge nach einer Bodenuntersuchung statt nach Gefühl, denn übermäßige Stickstoffgaben machen zum Beispiel Kopfkohl anfälliger für Krankheiten. Mehr zu Standort, Boden und Düngung sowie zu Fruchtfolge und Mischkultur steht im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.
Wenn ein Mittel nötig scheint
Ein Pflanzenschutzmittel erwägst du im Hausgarten erst, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind und erhebliche Ernteverluste drohen. Dann kommt nur ein für Pflanze und Schadorganismus zugelassenes Mittel infrage, angewendet nach Gebrauchsanleitung und ohne Kinder und Haustiere in der Nähe. Auch Mittel natürlichen Ursprungs können Nützlinge wie Schlupfwespen, RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt. und Bestäuber treffen; die Abwägung zwischen natürlichen und chemischen Wegen findest du im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.
Nützlinge kaufen und aussetzen: wann lohnt sich das?
Gekaufte Nützlinge werden überwiegend im Gewächshaus eingesetzt. Im Freiland ist ihr Einsatz im Vergleich teurer und weniger effizient. Im offenen Gemüsebeet setze ich deshalb auf die Tiere, die ohnehin da sind. Im Kleingewächshaus sieht das anders aus: Die Schlupfwespe Encarsia formosa lässt sich dort gegen die Gewächshaus-Weiße-Fliege einsetzen.
Der Erfolg vieler Nützlinge hängt von Tageslänge, Lichtstärke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Wie eng diese Bedingungen sein können, zeigen die Angaben für den Wintergarten.
| Nützling | Einsatz | Angegebene Bedingung |
|---|---|---|
| FlorfliegenlarvenFlorfliegenlarven sind die räuberischen Larven der zarten, hellgrünen Florfliege. Mit langen Saugzangen saugen sie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und andere Kleininsekten aus und gelten deshalb im Garten als wichtige Nützlinge. | gegen Blattläuse an Grünpflanzen im Wintergarten | Temperaturen über 5 °C |
| Blattlausfressende Gallmückenlarven | gegen Blattläuse im Wintergarten | Luftfeuchte über 70 % und offener Boden für die Entwicklung |
| Blattlausfressende Gallmückenlarven | Ruhephase | Winterruhe bei Tageslängen unter 16 Stunden |
| Encarsia-Schlupfwespen | gegen Weiße Fliegen im Wintergarten | mindestens 4.200 Lux |
| Encarsia-Schlupfwespen | gegen Weiße Fliegen im Wintergarten | Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 % |
Bevor du Nützlinge bestellst, prüfst du diese Punkte.
- Ist der Schädling genau bestimmt?
- Beginnt der Befall gerade? Den Einsatz bereitest du bei beginnendem Befall vor.
- Passen Tageslänge, Licht, Temperatur und Luftfeuchte zum gewählten Nützling?
- Hast du vorher Pflanzenschutzmittel eingesetzt? Dann berücksichtigst du mögliche Nebenwirkungen auf die Nützlinge.
Nach dem Ausbringen kontrollierst du regelmäßig, ob die Nützlinge wirken. Daraus kann sich ergeben, dass du nachbestellst oder zu einem anderen Nützling wechselst.
Hängst du im Gewächshaus Leimtafeln zur Kontrolle auf, dann auf Höhe der Kultur und nicht unmittelbar neben die Nützlingsträger.
Auch im Freiland gibt es gezielte Einsätze. Trichogramma-Wespen parasitieren die Eier des Maiszünslers, sodass aus befallenen Eiern Wespen statt Maiszünslerraupen schlüpfen. Wie du Nützlinge im Maisbeet förderst, steht im Mais-Ratgeber. Und wie du dein Gemüse biologisch schützt und wo diese Methoden an Grenzen stoßen, liest du im Ratgeber zum biologischen Pflanzenschutz.
