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Schädlinge im Blumengarten erkennen und umweltfreundlich bremsen: von Blattlaus bis Thrips

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Spinnmilben an Zierpflanzen sind etwa 0,5 mm groß und sitzen vor allem auf den Blattunterseiten.
  • Thripse können helle bis silbrig schimmernde Blattstellen und winzige schwarze Kottröpfchen hinterlassen.
  • Blattläuse lassen sich häufig mit einem kräftigen Wasserstrahl ausreichend reduzieren.
  • Ein Schneckenzaun verhindert nicht den Fraß von Schnecken, die schon innerhalb des Zauns leben.
  • In der ADR-Prüfung werden Rosensorten drei Jahre ohne Pflanzenschutzmittel unter anderem auf Blattgesundheit geprüft.
  • Bei blattlausfressenden Schwebfliegen fressen die Larven Blattläuse, die erwachsenen Tiere nutzen Pollen und Nektar.
Nahaufnahme einer Kolonie gruener Blattlaeuse an einer gelben Bluetenknospe. Die Tiere sitzen dicht an Kelchblaettern und Knospenansatz, dazwischen liegen weisse Haeutungsreste.
Foto: Marian Florinel Condruz · Pexels License · Quelle ↗

Fein gesprenkelte Blätter an der Kübelpflanze, silbrige Stellen auf dem Laub, abgefressene Triebe im Staudenbeet: Ein Befall fällt im Blumengarten meist erst am Schaden auf. Ich schaue dann zuerst nach, wer da sitzt, bevor ich irgendetwas unternehme. Ob ein Wasserstrahl, ein Brett oder eine Raubmilbe weiterhilft, hängt nämlich am Schädling.

Umweltfreundlich heißt für mich: erst die Bedingungen im Beet verbessern, dann von Hand eingreifen und die natürlichen Gegenspieler dabei schonen. Dieser Ratgeber bleibt bei Zierpflanzen in Beet, Kübel und Wintergarten. Kohlweißling, Kartoffelkäfer und Möhrenfliege sind Gemüsethemen; wie du Gemüsekulturen vor ihren typischen Schädlingen schützt, steht an anderer Stelle. Für Trauermücken und Wurzelläuse in Topferde lies nach, woran du Schädlinge in der Kübelpflanzenerde erkennst und wie du vorbeugst.

Welche Schädlinge sitzen an Zierpflanzen?

Die Übersicht hilft beim ersten Blick. Symptome sind dabei Hinweise, keine Diagnose: Sicher bist du erst, wenn du das Tier selbst gefunden hast.

Schädling Woran du ihn erkennen kannst Wo du nachschaust
Blattläuse klebriger Honigtau, oft mit Rußtau; verkrüppelte Blätter junge Triebe und Blätter
Spinnmilben Tiere etwa 0,5 mm groß; zunächst weißlich gelbe Sprenkel vor allem Blattunterseiten
Thripse helle bis silbrig schimmernde Blattstellen; winzige schwarze Kottröpfchen Blätter und Blüten
Gewächshaus-Weiße-Fliege Erwachsene mit vier weißen Flügeln; flache, ungeflügelte Larven vor allem Blattunterseiten
Buchsbaumzünsler grüne Raupen mit schwarzen Seitenstreifen und schwarzem Kopf jung zwischen zusammengesponnenen Blättern
Nacktschnecken Fraß an jungen Trieben und zarten Blättern tagsüber feuchte, schattige Verstecke

Wie gehst du vor, bevor du eingreifst?

Nicht jeder Schaden stammt von einem Schädling. Bei Topf- und Wintergartenpflanzen können welke und gelbe Blätter auch durch übermäßiges Gießen und Sauerstoffmangel im Wurzelbereich entstehen. Im integrierten Pflanzenschutz schöpfst du zuerst Kulturmaßnahmen aus und bevorzugst bei weiterem Bedarf biologische oder biotechnische Verfahren. Wie du Schädlinge einordnest und welche Maßnahme zuerst kommt, erklärt der Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.

Beim Rundgang schaue ich mir Triebspitzen, Blüten und Blattunterseiten an. Für einen gezielten Nützlingseinsatz bestimmst du den Schädling genau und bereitest den Einsatz schon bei beginnendem Befall vor. Wie du solche Kontrollen aufbaust, beschreibt derselbe Ratgeber im Abschnitt Monitoring.

Spinnmilben: Woran erkennst du sie, und was hilft?

Spinnmilben an Zierpflanzen sind etwa 0,5 mm groß und sitzen vor allem auf den Blattunterseiten. Auf dem Blatt verursachen sie zunächst weißlich gelbe Sprenkel. Bei starkem Befall können feine Gespinste zwischen Blättern und Trieben dazukommen. Die Tiere übersiehst du mit bloßem Auge leicht, die Sprenkel dagegen kaum.

Marias Erfahrung

Ich drehe beim Rundgang einzelne Blätter um und schaue mit der Lupe auf die Unterseite. Weißlich gelbe Sprenkel auf der Oberseite sind für mich das Zeichen, dort genauer hinzusehen.

Im Wintergarten und Kleingewächshaus

Bei Zierpflanzen im Wintergarten oder Kleingewächshaus können regelmäßiges Übersprühen mit Wasser und eine höhere Luftfeuchte die Vermehrung und Ausbreitung der Spinnmilben mindern. Dort lassen sich auch Raubmilben einsetzen, genannt werden die Arten Phytoseiulus persimilis und Amblyseius californicus. Ihr Erfolg hängt von Tageslänge, Lichtstärke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Nach dem Ausbringen gehören regelmäßige Erfolgskontrollen dazu, aus denen sich auch eine Nachbestellung ergeben kann. Hast du vorher ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt, berücksichtigst du mögliche Nebenwirkungen auf die Raubmilben.

Gekaufte Nützlinge werden überwiegend im Gewächshaus eingesetzt; im Freiland ist ihr Einsatz im Vergleich teurer und weniger effizient. Wie biologische Schädlingsbekämpfung funktioniert und wo sie an Grenzen stößt, liest du im Ratgeber dazu.

Thripse: Wie deutest du silbrige Stellen?

Thripsbefall an Zierpflanzen kann sich durch helle bis silbrig schimmernde Blattstellen zeigen. Dazu kommen winzige schwarze Kottröpfchen auf dem Blatt. Die Tiere schaben an Blättern und Blüten und saugen den austretenden Pflanzensaft, mit bloßem Auge sind sie kaum zu erkennen.

Tipp

Silbrig schimmernde Stellen mit schwarzen Pünktchen deuten eher auf Thripse, weißlich gelbe Sprenkel eher auf Spinnmilben. Sicher bist du erst, wenn du das Tier unter der Lupe hast.

Blautafeln unter Glas

Unter Glas und am Blumenfenster dienen Blautafeln der Früherkennung von Thripsen. Gelbtafeln setzt du dort für Weiße Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken ein. Beide locken mit ihrer Farbe und halten anfliegende Insekten auf einer Leimfläche fest. Im Gewächshaus hängst du die Tafeln möglichst auf Höhe der Pflanzen und nicht unmittelbar neben Nützlingsträger. Nach einer Behandlung wechselst du sie, damit die neuen Fänge zeigen, ob die Maßnahme gewirkt hat.

Im Freien setze ich Klebetafeln nur zurückhaltend ein, weil Leimringe und Klebetafeln Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten können. Wenn überhaupt, begrenzt du sie auf die Zeit, in der der Zielschädling aktiv ist.

Blattläuse, Weiße Fliegen und Buchsbaumzünsler

Blattläuse

Blattläuse saugen an jungen Trieben und Blättern; befallene Pflanzen zeigen oft verkrüppelte Blätter. Typisch ist klebriger Honigtau, auf dem sich häufig Rußtau ansiedelt. Ein kräftiger Wasserstrahl reduziert Blattläuse häufig ausreichend. Ich spritze befallene Triebspitzen mit dem Schlauch ab und achte dabei auf Larven von Marienkäfern oder Schwebfliegen in der Kolonie.

Einen gewissen Befall toleriere ich, denn natürliche Gegenspieler brauchen ihn als Nahrungsgrundlage. Ein erwachsener Siebenpunkt-Marienkäfer frisst etwa 40 bis 50 Blattläuse pro Tag. Welche Nützlinge im Garten leben und welche Schädlinge sie fressen, zeigt der Nützlings-Ratgeber.

Weiße Fliegen

Weiße Fliegen sind keine echten Fliegen, sondern näher mit Blattläusen verwandt, und scheiden ebenfalls Honigtau aus. Stößt du an die Pflanze, fliegen sie auf. Bei der Gewächshaus-Weißen-Fliege sitzen die Erwachsenen mit vier weißen Flügeln und die flachen, ungeflügelten Larven vor allem auf den Blattunterseiten. An Kübelzierpflanzen im Freien zeigen Gelbsticker und kleine Gelbtafeln den Befall an, zur Bekämpfung reichen sie nicht aus.

Befallene Beet- und Balkonpflanzen können den Schädling ins Gewächshaus einschleppen, und Larven wie Erwachsene sitzen unten am Blatt. Bevor eine Kübelpflanze ins Kleingewächshaus wandert, schaue ich mir deshalb die Blattunterseiten an. Weil hohe Temperaturen die Vermehrung begünstigen, lüftest du das Kleingewächshaus bei Sonne rechtzeitig und beschattest bei Bedarf. Gegen die Gewächshaus-Weiße-Fliege lässt sich dort auch die Schlupfwespe Encarsia formosa einsetzen. Im Wintergarten braucht sie mindestens 4.200 Lux. Als Luftfeuchtigkeit werden dort 60 bis 70 % angegeben.

Buchsbaumzünsler

Die Raupen des Buchsbaumzünslers sind grün, mit schwarzen Seitenstreifen und schwarzem Kopf. Junge Raupen sitzen häufig zwischen zusammengesponnenen Blättern, größere flüchten bei Erschütterung ins Strauchinnere. Überwinterte Raupen werden im Frühjahr ab etwa 7 °C wieder aktiv und beginnen zu fressen. Bei früh erkanntem oder geringem Befall kann gezieltes Absammeln ausreichen. Befallenes Schnittgut gehört nicht auf den üblichen Hauskompost, weil dessen Temperaturen die Raupen nicht abtöten.

Wie schützt du Stauden vor Schnecken?

Nacktschnecken fressen mit Vorliebe junge Triebe und zarte Blätter, oft bleiben nur die Blattstiele übrig. Spanische Wegschnecken sind bei Trockenheit vor allem morgens, abends und nachts unterwegs, bei feuchtem Wetter auch tagsüber. Ich lege alte Bretter zwischen die Stauden, weil sie Schnecken als Versteck dienen, und hebe sie regelmäßig zum Absammeln an. Gegossen wird bei mir morgens und gezielt an den Pflanzen, während die Wege, über die Schnecken zuwandern, trocken bleiben.

Zwei Arten lasse ich beim Absammeln in Ruhe. Weinbergschnecken sind geschützt und dürfen im Garten nicht gezielt bekämpft werden. Tigerschnegel fressen unter anderem andere Nacktschnecken und deren Eier. Auf Igel als Schneckenjäger verlasse ich mich nicht, denn Igel sind vor allem Insektenfresser und Schnecken machen nur etwa 5 % ihrer Nahrung aus.

Welche Barrieren bremsen Schnecken?

Ein Schneckenzaun lohnt sich vor allem bei wiederkehrender Zuwanderung und ist viele Jahre verwendbar, kostet in der Anschaffung aber vergleichsweise viel. Den Fraß von Schnecken, die schon innerhalb des Zauns leben, verhindert er nicht. Sammle deshalb im Beet gründlich unter den Brettern ab, bevor du den Zaun schließt; sonst sperrst du die Fresser mit ein.

Barriere Worauf du achtest
Schneckenzaun breiter, nach außen gebogener Überhang; lückenlos verbunden; überhängende Pflanzen fernhalten
Kupferband an Beeteinfassung, Hochbeet oder Pflanzgefäß mindestens 5 cm breit
Streifen aus Sägemehl trocken und etwa 30 bis 50 cm breit; verliert bei Nässe an Wirkung, nach Regen erneuern
Asche nicht ausstreuen, weil sie Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten kann
Häufiger Fehler

Bierfallen aufstellen und auf Ruhe hoffen. Bierfallen können zusätzliche Schnecken aus der Umgebung anlocken und auch andere Tiere als die Schnecken töten.

Mythos-Check

Lavendel oder Rosmarin am Beetrand halten Schnecken ab? Eine zuverlässige Abwehr ist wissenschaftlich nicht belegt. Für Kräuterbarrieren gilt die Wirkung als nicht gesichert, trinkfertiger Kaffee als unwirksam.

Was Kräuter gegen Schädlinge leisten können und wie du sie dafür pflanzt, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Welche Sorten und Standorte beugen vor?

Vorbeugung beginnt beim Kauf. Bei Rosen frage ich in der Gärtnerei nach Sorten aus der ADR-Prüfung und nach ihrem Abschneiden bei der Blattgesundheit. Für andere Zierpflanzen fragst du gezielt nach robusten Sorten und lässt dir erklären, wogegen sie robust sind.

Kurz erklärt

Bei der ADR-Prüfung werden Rosensorten drei Jahre lang ohne Pflanzenschutzmittel geprüft, unter anderem auf Frosthärte, Blühverhalten und Blattgesundheit. Das Ergebnis zeigt, wie sich eine Sorte ohne Spritzen hält; Schutz vor jedem Schädling verspricht es nicht.

Ebenso zählt der Platz, denn ein passender Standort gehört zu den Kulturmaßnahmen, die du zuerst ausschöpfst. Rosmarin, Salbei und Thymian etwa bevorzugen einen sonnigen Standort, und bei Kübeln prüfst du vor dem Befüllen die Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht. Mehr zu Standort, Boden und Düngung steht im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.

Mischkultur kann unterstützen, eine zuverlässige Schädlingsabwehr durch beliebige Pflanzenkombinationen ist aber nicht belegt. Beschriebene Effekte treten zudem nicht unter allen Standort-, Licht-, Boden- und Pflegebedingungen gleich auf. Welche Nachbarn zueinander passen, kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen; die Grundlagen stehen dort im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur des Nützlinge-Ratgebers.

Wie lockst du Nützlinge mit Blühstreifen an?

Ein insektenfreundliches Staudenbeet kombiniert ungefüllte Blüten unterschiedlicher Formen mit Blühzeiten vom Frühjahr bis in den Herbst. Für einen Blühstreifen am Rasenrand gilt dasselbe: Staffle die Arten so, dass über die ganze Saison etwas blüht. Bei blattlausfressenden Schwebfliegen fressen die Larven Blattläuse, die erwachsenen Tiere nutzen Pollen und Nektar. Wer also vom Frühjahr bis in den Herbst Blüten anbietet, versorgt die Elterngeneration der Blattlausjäger direkt im Beet.

Ein Teil der Kräuter darf blühen: Thymian, Lavendel, Dill oder Gewürzfenchel bieten Insekten dann Nahrung. Freie Stellen im abgeernteten Gemüsebeet füllst du mit Zinnien, Schmuckkörbchen, Ringelblumen oder Tagetes als blühenden Lückenfüllern; wie du den Gemüsegarten dauerhaft für Nützlinge attraktiv machst, steht im Ratgeber dazu. Im Herbst lasse ich die Staudenstängel stehen, weil Insekten und Entwicklungsstadien von Schmetterlingen daran oder darin überwintern können.

Mini-Checkliste

ungefüllte Blüten in verschiedenen Formen wählen; Blühzeiten vom Frühjahr bis in den Herbst staffeln; einen Teil der Kräuter blühen lassen; Lücken mit Sommerblumen füllen; Staudenstängel über Winter stehen lassen.

Neben Blüten brauchen Nützlinge Verstecke: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen und unaufgeräumte Gartenecken bieten vielen Tieren Nahrung und Rückzugsräume. Auf der Wiese bleibt ein Altgrasstreifen als Rückzugsraum 1 Jahr lang ungemäht. Wie du Wiese, Altgras und offene Bodenstellen pflegst, beschreibt der Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen im Abschnitt Lebensräume.

Hausmittel und Spritzmittel: Wie ordnest du sie ein?

Jauchen, Schmierseife oder Knoblauchauszüge werden im Blumengarten oft empfohlen; ihnen wird nachgesagt, Schädlinge abzuschrecken oder Pflanzen zu stärken. Schmierseife ist allerdings kein genehmigter Grundstoff für den Pflanzenschutz, und selbst hergestellte Kräuterzubereitungen wirken nicht grundsätzlich selektiv, sie können also auch Nützlinge treffen. Wie du pflanzliche Mittel, Jauchen und Hausmittel einordnest, statt dir zu viel zu versprechen, steht im entsprechenden Abschnitt des Nützlinge-Ratgebers.

Spritzmittel erwäge ich erst, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind. Dann kommen nur Mittel infrage, die für den Haus- und Kleingarten gekennzeichnet und für Pflanze und Schadorganismus zugelassen sind. Du hältst dich an Gebrauchsanleitung, Schutzkleidung und Wartezeit, hältst Kinder und Haustiere fern und bringst Reste zur Sondermüll-Sammelstelle. Auf befestigten Flächen wie Terrassen und Einfahrten ist der Einsatz grundsätzlich verboten. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen; den Vergleich natürlicher und chemischer Wege ordnet der Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen im Abschnitt Natürlich oder chemisch ein.

Häufige Fragen

Welche umweltfreundlichen Methoden gibt es zur Schädlingsbekämpfung im Blumengarten?
Am Anfang stehen Kulturmaßnahmen wie ein passender Standort und robuste Sorten, bei Rosen etwa Sorten aus der ADR-Prüfung. Bei Befall helfen Handgriffe: Blattläuse lassen sich häufig mit einem kräftigen Wasserstrahl ausreichend reduzieren, Schnecken sammelst du unter ausgelegten Brettern ab. Blüten vom Frühjahr bis in den Herbst sowie Laubhaufen und Totholz bieten natürlichen Gegenspielern Nahrung und Rückzugsräume. Pflanzenschutzmittel kommen erst infrage, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind, und dann nur zugelassene Mittel nach Gebrauchsanleitung.
Woran erkennst du Blattläuse und andere häufige Schädlinge an Zierpflanzen?
Blattläuse sitzen an jungen Trieben und Blättern und hinterlassen klebrigen Honigtau, auf dem sich häufig Rußtau ansiedelt. Bei der Gewächshaus-Weißen-Fliege sitzen Erwachsene mit vier weißen Flügeln und flache, ungeflügelte Larven vor allem auf den Blattunterseiten. Raupen des Buchsbaumzünslers sind grün mit schwarzen Seitenstreifen und schwarzem Kopf und sitzen jung oft zwischen zusammengesponnenen Blättern. Nacktschnecken fressen bevorzugt junge Triebe und zarte Blätter und verstecken sich tagsüber an feuchten, schattigen Plätzen.
Welche Erkennungsmerkmale zeigen Spinnmilben und Thripse an befallenen Pflanzen?
Spinnmilben an Zierpflanzen sind etwa 0,5 mm groß, sitzen vor allem auf den Blattunterseiten und verursachen zunächst weißlich gelbe Sprenkel. Bei starkem Befall können feine Gespinste dazukommen. Thripsbefall kann sich durch helle bis silbrig schimmernde Blattstellen und winzige schwarze Kottröpfchen zeigen. Eine Lupe hilft, weil beide Schädlinge mit bloßem Auge leicht übersehen werden.
Wie kannst du Nützlinge im Blumengarten fördern und gezielt einsetzen?
Ungefüllte Blüten mit Blühzeiten vom Frühjahr bis in den Herbst liefern Nahrung, etwa für erwachsene Schwebfliegen, deren Larven Blattläuse fressen. Staudenstängel, die über Winter stehen bleiben, sowie Laubhaufen, Totholz und Steinhaufen bieten Rückzugsräume. Gekaufte Nützlinge werden überwiegend im Gewächshaus eingesetzt, im Freiland ist ihr Einsatz im Vergleich teurer und weniger effizient. Im Wintergarten oder Kleingewächshaus können zum Beispiel Raubmilben gegen Spinnmilben an Zierpflanzen ausgebracht werden.
Was unterscheidet mechanische von biologischer Schädlingsbekämpfung?
Mechanisch greifst du direkt ein: Du sammelst Schnecken oder Raupen ab, spritzt Blattläuse mit Wasser ab oder setzt Barrieren wie einen Schneckenzaun. Biologische Schädlingsbekämpfung nutzt natürliche Gegenspieler, etwa räuberische oder parasitische Tiere wie Raubmilben oder Schlupfwespen. Ein gezielter Nützlingseinsatz setzt voraus, dass der Schädling genau bestimmt ist, und sein Erfolg hängt von Tageslänge, Lichtstärke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Nach dem Ausbringen von Nützlingen sind regelmäßige Erfolgskontrollen nötig.
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