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Steinkraut als Bodendecker: So bepflanzt du Flächen, Wege und Hänge

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Unter dem Namen Steinkraut laufen der einjährig kultivierte Duft-Steinrich (Lobularia maritima) und mehrjährige Alyssum-Arten wie das Goldkörbchen.
  • Duft-Steinrich bildet niedrige, duftende Polster und blüht von Juni bis Oktober.
  • Als Bodendecker setzt du die Sorte 'Schneeteppich' mit etwa 10 cm Pflanzabstand.
  • Der Duft-Steinrich ist kein Trockenkünstler und braucht feuchten, gut durchlässigen Boden.
  • Nicht stark düngen, denn sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten.
  • Ausputzen begrenzt die Samenbildung und lenkt so die Selbstaussaat.
Dicht bepflanztes Sommerblumenbeet mit Zinnien und Tagetes in voller Blüte
Foto: hai pham tuan · Pexels License · Quelle ↗

Eine sonnige Wegkante mit nackter Erde, Fugen zwischen Steinen oder ein schmaler Streifen vor dem Staudenbeet: Für solche Stellen suchst du einen Bodendecker, der niedrig bleibt und lange blüht. Ich setze dort gern Steinkraut und säe es in kleinen Tuffs aus. Bevor du loslegst, lohnt ein genauer Blick auf das Saatguttütchen. Unter dem Namen Steinkraut werden einjährige und mehrjährige Pflanzen angeboten, und davon hängt ab, ob deine Fläche im nächsten Jahr noch steht.

Welches Steinkraut ist gemeint?

Unter dem Namen Steinkraut findest du zwei Pflanzengruppen. Die eine ist der Duft-Steinrich, botanisch Lobularia maritima, mit Sorten wie ‘Schneeteppich’ und ‘Schneedecke’. Botanisch gilt er als einjährige oder kurzlebige mehrjährige Pflanze. Gezogen wird er meist einjährig, weil er bei mehrjähriger Kultur rasch seinen kompakten Wuchs verliert. Winterhart ist er nicht.

Die andere Gruppe gehört zur Gattung Alyssum. Das Felsen-Steinkraut ‘Goldkörbchen’ wird als Alyssum saxatile angeboten und ist mehrjährig und winterhart. Das Berg-Steinkraut, Alyssum montanum, zählt zu den Stauden, die für extensive Dachbegrünungen empfohlen werden. Im Handel tragen beide Gruppen denselben Namen, im Beet verhalten sie sich verschieden.

Pflanze Botanischer Name Lebensdauer im Garten Was das für deine Fläche heißt
Duft-Steinrich, z. B. ‘Schneeteppich’, ‘Schneedecke’ Lobularia maritima einjährig kultiviert, nicht winterhart jedes Jahr neu säen oder Selbstaussaat zulassen
Felsen-Steinkraut ‘Goldkörbchen’ angeboten als Alyssum saxatile mehrjährig, winterhart bleibt über den Winter an seinem Platz
Berg-Steinkraut Alyssum montanum Staude für extensive Dachbegrünung empfohlen

Daraus folgt die erste Entscheidung für deine Fläche. Der Duft-Steinrich wird einjährig kultiviert und ist nicht winterhart, deshalb wächst er jedes Jahr aus neuer Saat oder Selbstaussaat auf. Soll ein Bereich ohne jährliche Neusaat bewachsen bleiben, passt das mehrjährige, winterharte Goldkörbchen besser. Im Folgenden geht es vor allem um den Duft-Steinrich, den du als Sommerblume selbst aussäst.

Wo Steinkraut gut steht

Der Duft-Steinrich wächst in Sonne bis Halbschatten. Die Sorte ‘Schneedecke’ bevorzugt einen sonnigen Platz mit nährstoffarmem, durchlässigem Boden. Was Licht, Platz und pH-Wert grundsätzlich für Sommerblumen bedeuten, findest du im Überblick zu Standort und Boden der Sommerblumen.

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Was Steinkraut als Bodendecker leistet

Niedrige Polster, die sich schließen

Der Duft-Steinrich bleibt niedrig und wird bis 20 cm hoch. Die Sorte ‘Schneeteppich’ bildet Polster von etwa 10 bis 20 cm Höhe. In die Breite wächst die Art 10 bis 30 cm. Diese Sorte rankt und schlingt nicht, ein Gerüst brauchst du also nicht.

‘Schneeteppich’ setzt du mit etwa 10 cm Abstand. Weil die Pflanzen mindestens so breit werden, können sich die Polster bei diesem Abstand zu einer geschlossenen Fläche verbinden.

Lange Blüte, Duft und Nektar

Der Duft-Steinrich blüht von Juni bis Oktober. Wie sein Name verspricht, duftet er. Eine Schnittblume ist er nicht, er gehört ins Beet und in den Kasten.

In Versuchen mit Zwischenpflanzungen wurden Schwebfliegen beobachtet, die am Duft-Steinrich Nektar aufnahmen. Die Larven der Schwebfliegen gehören zu den natürlichen Feinden von Blattläusen. Steinkraut zwischen anderen Pflanzen versorgt also Insekten, deren Nachwuchs Läuse frisst. Einen Schutz vor Blattläusen garantiert das nicht.

Wenig Dünger, magerer Platz

Viel Nahrung braucht der Duft-Steinrich nicht. Sehr nährstoffreicher Boden fördert bei ihm Laub statt Blüten, deshalb düngst du ihn nicht stark. Ich pflanze ihn lieber an magere Beetkanten als mitten in ein frisch gedüngtes Beet.

Mythos-Check

„Steinkraut ist ein Trockenkünstler.“ Für den Duft-Steinrich stimmt das so nicht. Er braucht feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Und selbst trockenheitsverträgliche Pflanzen dürfen in der Anwachsphase nicht austrocknen.

Wie viel Wasser er in welcher Phase braucht, beschreibt der Ratgeber, wie du Steinkraut je nach Lebensphase und Jahreszeit gießt.

So bepflanzt du eine Fläche

Eine Fläche aus Duft-Steinrich legst du jedes Jahr neu an, wie jede einjährige Sommerblumenfläche. Liegt dort bisher Rasen, entfernst du die Grasnarbe vollständig. Für die Direktsaat bereitest du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbett vor.

Abstand, Wuchs und Pflanzeinheit im Überblick:

Angabe Wert
Wuchshöhe ‘Schneeteppich’ etwa 10–20 cm
Wuchsbreite Duft-Steinrich 10–30 cm
Pflanzabstand ‘Schneeteppich’ etwa 10 cm
Pflanzabstand Duft-Steinrich in der Reihe 10–20 cm
Reihenabstand Duft-Steinrich 10–25 cm
Direktsaat ‘Schneeteppich’ 6–8 Samen zusammen als Tuff
Vorkultur ‘Schneeteppich’ 4–5 Sämlinge zusammen als Tuff in einen Topf
Wuchsform ‘Schneeteppich’ Polster, keine Rank- oder Schlingpflanze

Ich arbeite bei Steinkraut mit Tuffs statt mit einzelnen Pflanzen. Bei der Direktsaat kommen mehrere Samen an eine Stelle, bei der Vorkultur pikierst du mehrere Sämlinge zusammen in einen Topf. Die Sämlinge der Steinkraut-Mischung ‘Aphrodite’ ziehst du nach dem Verpflanzen kühler und hell weiter. Ihre vorgezogenen Tuffs kommen nicht vor Mitte Mai ins Freiland.

Beim Jäten in der frisch aufgelaufenen Fläche musst du die Steinkraut-Keimlinge sicher von unerwünschten Keimlingen unterscheiden. Ich spanne mir deshalb eine Schnur entlang der Tuff-Reihen und weiß so, wo gesät wurde.

Aussaat in Kürze

Duft-Steinrich säst du von April bis Juni direkt an den endgültigen Platz oder ziehst ihn von März bis Mai vor. Als Lichtkeimer kommen die Samen nur etwa 0 bis 0,5 cm tief in die Erde. Alle Schritte zeigt dir der Ratgeber, wie du Steinkraut direkt, vorgezogen oder im Kasten aussäst.

Wege und Beete einfassen

Am Wegrand bildet Steinkraut einen niedrigen, blühenden Saum. Die Sorte ‘Schneedecke’ eignet sich als Bodendecker für Einfassungen, außerdem für Steingärten, Steinfugen und Balkonkästen. Im Staudenbeet stehen hohe Leitstauden eher hinten und kleinere Begleiter davor, deshalb gehört der niedrige Duft-Steinrich an die vordere Kante. Wie andere Sommerblumen kann er dort auch Lücken zwischen den Stauden füllen.

Als Nachbar an einer sonnigen Wegkante passt Lavendel. Er bevorzugt einen sonnigen, warmen Platz mit gutem Wasserabzug und braucht nur wenig Dünger. Der Duft-Steinrich mag ebenfalls durchlässigen Boden und wird nicht stark gedüngt, beide kommen also mit derselben mageren, sonnigen Kante zurecht.

Ich säe die Tuffs an der Kante in einer Reihe und messe den Abstand mit dem Zollstock nach. Wer die Kante vorher aufzeichnen möchte, kann sie im Beetplaner für deine Beetkante anlegen.

Im Balkonkasten wächst Duft-Steinrich ebenfalls, denn er ist für Gefäße geeignet. Der Kasten braucht Ablauflöcher, damit an regenreichen Tagen keine Staunässe entsteht.

Tipp

Plane die Steinkraut-Kante dort, wo im Frühjahr Zwiebelblumen blühen. Sommerblumen eignen sich als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen, und der Duft-Steinrich übernimmt die Kante, wenn deren Blüte vorbei ist.

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Hang, Steingarten und Mauerfugen

Am sonnigen Hang

An einem sonnigen Hang kann Steinkraut eine Fläche mit Blüten bedecken. Für die Planung zählt dort zuerst die Lebensdauer. Soll der Hang dauerhaft bewachsen sein, setzt du auf das mehrjährige, winterharte Goldkörbchen. Den Duft-Steinrich säst du am Hang dagegen jedes Jahr neu.

Zwischen Steinen braucht jede Steingartenpflanze genug durchwurzelbare Erde in Erdtaschen und Pflanzlöchern. Gegossen wird früh morgens durchdringend direkt auf die Erde, bei Bedarf in mehreren Gießgängen, damit nichts abschwemmt. In der Anwachsphase darf die Erde nicht austrocknen. Ich plane Steinkraut am Hang als Blühfläche ein, nicht als Befestigung für rutschende Erde.

Steingarten und Trockenmauer

In Steingärten und Steinfugen kannst du die Sorte ‘Schneedecke’ ebenfalls einsetzen. An Trockenmauern bepflanzt du nur die Stoßfugen, die Lagerfugen bleiben aus Stabilitätsgründen frei. Als Nachbarn für sonnige Steingärten kommen Polsterstauden wie Blaukissen, Schleifenblume, Polsterphlox und Teppichglockenblumen infrage, ebenso Thymian, Lavendel und Heiligenkraut. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du mit Steinkraut einen sonnigen Steingarten mit Trockenmauer und Fugen gestaltest.

Auf dem Gründach

Für extensive Dachbegrünungen wird das Berg-Steinkraut empfohlen. Vorher müssen Tragfähigkeit, wurzelfeste Abdichtung und Entwässerung des Dachs fachgerecht geklärt sein. Gewöhnliche Gartenerde ist als Substrat für ein solches Dach ungeeignet.

Pflege und Pflanzenschutz in Kürze

Nach einer sommerlichen Hitzepause können Wässern, ein leichter Rückschnitt und eine leichte Düngung dem Duft-Steinrich helfen, sich bei kühlerem Wetter zu erholen. Schwacher Blattlausbefall an Zierpflanzen lässt sich häufig schon mit einem Wasserstrahl abspülen. Wie du Steinkraut ausputzt, zurückschneidest und gesund hältst, beschreibt der Pflege-Ratgeber ausführlich.

Wenn sich Steinkraut zu stark ausbreitet

Duft-Steinrich kann sich am geeigneten Standort selbst aussäen. Das ist praktisch, wenn eine Fläche im nächsten Jahr von allein wiederkommen soll. Lästig wird es, wenn Sämlinge in Fugen oder Nachbarbeeten aufgehen, wo du sie nicht haben willst.

Am meisten steuerst du beim Verblühen. Entfernst du welke Blüten, begrenzt das die Samenbildung und kann weitere Blüten fördern. Weil sich der Duft-Steinrich selbst aussäen kann und das Ausputzen die Samenbildung begrenzt, beeinflusst du mit der Schere, wo im nächsten Jahr Sämlinge auftauchen.

Marias Erfahrung

Ich lasse nur an einer Stelle, an der Steinkraut wiederkommen darf, einige Triebe bis zur Samenreife stehen. Den Rest schneide ich nach dem Verblühen ab.

Sämlinge an der falschen Stelle jätest du oder stichst sie aus. Stammt dein Steinkraut aus einer Hybridsorte, können die Sämlinge anders aussehen als die Mutterpflanze. Wie du den Bestand gezielt über Samen und Selbstaussaat erhältst, beschreibt der Pflege-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Was ist Steinkraut und welche botanischen Eigenschaften zeichnen es aus?
Unter dem Namen Steinkraut werden zwei Pflanzengruppen angeboten. Der Duft-Steinrich, botanisch Lobularia maritima, wird einjährig kultiviert, ist nicht winterhart und bildet niedrige, duftende Polster. Zur Gattung Alyssum gehören mehrjährige Steinkräuter wie das als Alyssum saxatile angebotene, winterharte Goldkörbchen und das Berg-Steinkraut Alyssum montanum.
Worin unterscheidet sich echter Duftsteinrich von botanischem Steinkraut?
Der Duft-Steinrich heißt botanisch Lobularia maritima, während Felsen-Steinkraut und Berg-Steinkraut zur Gattung Alyssum gehören. Der Duft-Steinrich wird meist einjährig gezogen, weil er bei mehrjähriger Kultur rasch seinen kompakten Wuchs verliert, und er ist nicht winterhart. Das als Alyssum saxatile angebotene Goldkörbchen ist dagegen mehrjährig und winterhart. Eine Fläche aus Duft-Steinrich legst du deshalb jedes Jahr neu an oder lässt ihn sich selbst aussäen.
Welche Vorteile bietet Steinkraut als Bodendecker für sonnige Standorte?
Der Duft-Steinrich bildet niedrige Polster, und die Sorte 'Schneedecke' eignet sich als Bodendecker für Einfassungen, Steingärten, Steinfugen und Balkonkästen. Die Sorte 'Schneeteppich' setzt du mit etwa 10 cm Abstand, sodass die Polster zu einer Fläche zusammenwachsen können. Der Duft-Steinrich blüht von Juni bis Oktober und duftet. Stark düngen musst du ihn nicht, denn sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten.
Verträgt Steinkraut längere Trockenheit?
Ein Trockenkünstler ist der Duft-Steinrich nicht, er braucht feuchten, aber gut durchlässigen Boden. In der Anwachsphase darf die Erde nicht austrocknen, das gilt sogar für trockenheitsverträgliche Pflanzen. Wenn Zusatzwasser nötig ist, gießt du morgens direkt auf die Erde, und zwar durchdringend in größeren Abständen.
Ist es ein Mythos, dass Steinkraut völlig ohne Pflege auskommt?
Ja, ganz ohne Pflege geht es nicht. Den einjährig kultivierten Duft-Steinrich säst du jedes Jahr neu und lenkst seine Selbstaussaat, indem du welke Blüten entfernst und unerwünschte Sämlinge jätest. Nach einer sommerlichen Hitzepause können Wässern, ein leichter Rückschnitt und eine leichte Düngung die Erholung bei kühlerem Wetter unterstützen.
Wie wird Steinkraut richtig ausgesät und was ist bei der Keimung zu beachten?
Duft-Steinrich säst du von April bis Juni direkt an den endgültigen Platz oder ziehst ihn von März bis Mai vor. Er ist ein Lichtkeimer, deshalb kommen die Samen nur etwa 0 bis 0,5 cm tief in die Erde. Bei der Sorte 'Schneeteppich' legst du bei der Direktsaat jeweils 6 bis 8 Samen zusammen als Tuff. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen.
Wie trägt Steinkraut zur Förderung der Biodiversität im Garten bei?
In Versuchen mit Zwischenpflanzungen wurden Schwebfliegen beobachtet, die am Duft-Steinrich Nektar aufnahmen. Die Larven der Schwebfliegen gehören zu den natürlichen Feinden von Blattläusen. Mit seiner Blütezeit von Juni bis Oktober liefert der Duft-Steinrich über einen langen Teil der Saison Blüten. Einen Schutz vor Blattläusen garantiert das nicht.
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