Buntnessel in Beet und Kübel: Boden vorbereiten, vorziehen, richtig pflanzen
- Buntnesseln bevorzugen im Garten einen Boden-pH von 6 bis 7; eine Bodenuntersuchung zeigt, wo dein Beet liegt.
- Auf schwerem Boden arbeitest du vor dem Pflanzen Kompost oder Sand ein, damit Wasser besser abzieht.
- Vorkultur im März oder April: Die Samen bleiben unbedeckt, denn Buntnesseln sind Lichtkeimer.
- Zum Keimen brauchen die Samen 22 bis 28 °C.
- Ins Beet kommen Buntnesseln erst nach dem Abhärten und wenn kein Frost mehr droht.
- Im Kübel brauchst du freie Abzugslöcher und strukturstabile Erde; in vorgedüngter Erde düngst du zunächst 4 bis 6 Wochen nicht nach.

Buntnesseln wollen feucht stehen und brauchen trotzdem guten Wasserabzug. In schwerem, tonigem Boden staut sich Wasser leicht, und im Kübel ohne freie Abzugslöcher bleibt überschüssiges Wasser stehen. Deshalb kümmere ich mich bei Buntnesseln zuerst um Boden oder Kübelerde und erst danach um die Pflanze. Hier erfährst du, wie du das Beet vorbereitest, Buntnesseln aus Samen vorziehst und sie in Beet und Kübel setzt.
Was ist die Buntnessel?
Die Buntnessel, botanisch Plectranthus scutellarioides, ist eine Blattschmuckpflanze mit vielfältig gefärbtem Laub. Eigentlich ist sie eine krautige mehrjährige Pflanze, doch winterhart ist sie nicht, und so wird sie bei uns im Freiland als frostempfindliche Einjährige kultiviert. Wie sich Sommerblumen nach Lebensdauer und Herkunft einordnen lassen, zeigt das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Halbschatten wird bevorzugt; volle Sonne kann Welken verursachen, tiefer Schatten lange dünne Triebe. Als Zimmerpflanze hell stellen.
- Bodenart
Geeignet ist nährstoffreicher, lockerer Boden.
- Substrat
Feucht halten und für gute Drainage sorgen.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Beete, Rabatten, Blumenampeln oder Gefäße im Freiland sowie als Zimmerpflanze.
Pflege
- Pflege
Triebspitzen bei Bedarf entspitzen, um buschigen Wuchs zu fördern. Besonders im Zimmer auf Blattläuse, Weiße Fliege und Spinnmilben achten.
- Düngung
Etwa einen Monat nach dem Auspflanzen leicht mit Langzeitdünger düngen und im Hochsommer noch einmal nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als Blattschmuckpflanze mit vielfältig gefärbtem Laub.
Welcher Platz passt für Buntnesseln?
Buntnesseln bevorzugen Halbschatten, dort färben sich ihre Blätter besonders gut. Je nach Sorte reicht der passende Platz von sonnig bis halbschattig; volle Sonne kann Welken auslösen, tiefer Schatten lange, dünne Triebe. Welcher Platz drinnen und draußen kräftige Blattfarben bringt, klärt ein eigener Ratgeber zum Standort.
Wie bereite ich den Boden im Beet vor?
Buntnesseln brauchen nährstoffreichen, lockeren Boden, der Feuchte hält und überschüssiges Wasser ableitet. Bevor du etwas einarbeitest, klärst du zwei Dinge: welche Bodenart du hast und wo der pH-Wert liegt.
Welche Bodenart habe ich?
Nimm leicht feuchte Erde zwischen die Finger und versuche, sie zu formen. Zerfällt sie körnig, ist es grob gesagt Sandboden; lässt sie sich gut formen und klebt, eher Tonboden. Sandreiche Böden lassen Wasser schnell durch und speichern wenig. Tonreiche Böden lassen es langsamer durch und vernässen leichter. Buntnesseln sollen feucht stehen und brauchen gute DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton., also fehlt ihnen auf Sand eher Wasser, während auf Ton eher Staunässe droht. Danach richtest du die Bodenverbesserung aus.
Wo liegt der pH-Wert?
Buntnesseln bevorzugen im Garten einen Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. von 6 bis 7. Ob dein Beet in diesem Bereich liegt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Vorgesehen ist sie vor der Neuanlage eines Beets und danach alle 3 bis 5 Jahre. Vor der Probenahme düngst du nicht.
Für die Probe entnimmst du Erde an mehreren gleichmäßig verteilten Stellen, gewöhnlich bis 30 cm tief. Unterschiedlich genutzte Flächen beprobst du getrennt. Je Fläche mischst du 10 bis 15 Einzelproben. Davon schickst du rund 500 g zur Untersuchung ein.
Ich nehme meine Bodenproben zwischen Herbst und Frühjahr, nach dem Abräumen der Beete und immer bevor Dünger ausgebracht wird.
Mit dem Befund entscheidest du über Kalk. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene Wert für Bodenart und Humusgehalt zu niedrig liegt. Liegt der pH-Wert über dem passenden Zielbereich, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger. Holzasche gehört auch aus naturbelassenem Holz nicht ins Beet und nicht auf den Kompost.
Der pH-Wert einer Bodenprobe kann in Calciumchloridlösung oder in Wasser gemessen werden. Der Wert aus der Calciumchloridlösung kann um 0,5 bis 1,0 Einheiten niedriger liegen als der Wert einer wässrigen Bodensuspension. Schau deshalb auf deinem Befund nach, welches Verfahren angegeben ist.
Schweren Boden verbessern, leichten Boden anreichern
Für Buntnesseln arbeitest du auf schweren Böden Kompost oder Sand ein, damit Wasser besser abzieht. Tonige Böden lockerst du zusätzlich und gibst gröberen Humus dazu, bei Bedarf auch groben Sand. Für schwere Gartenböden gelten je nach Ausgangszustand 2 bis 5 Liter gewaschener Sand ohne Feinanteile je m². Auf Sandboden verbessert organisches Material die Wasserspeicherung.
Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht als Herbstgabe, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Als allgemeine Faustzahl gelten etwa 3 l Kompost je m² und Jahr. Zeigt der Befund stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, bringst du weniger aus. Eine artspezifische Düngeberechnung ersetzt diese Faustzahl nicht.
Bestehende Beete lockere ich mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Danach betrete ich die Fläche möglichst nicht mehr, damit Poren und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.
Roher, nicht kompostierter RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. auf einem Beet mit Einjahresblumen. Er ist dafür ungeeignet, und stickstoffarme Mulchstoffe wie Rinde können bei ihrer Zersetzung Stickstoff im Boden binden.
Wie ziehe ich Buntnesseln aus Samen vor?
Buntnesseln ziehst du im Haus vor, gestartet wird im März oder April. Die Eckdaten stehen in der Tabelle.
| Was | Wert |
|---|---|
| Start der Vorkultur | März oder April |
| Keimtemperatur | 22 bis 28 °C |
| Keimdauer | 14 bis 28 Tage |
| Saat | unbedeckt, Lichtkeimer |
| Tausendkorngewicht | 0,2812 g |
| Salzgehalt der Aussaaterde | unter 0,5 g/l |
Aussaat Schritt für Schritt
Nimm saubere Schalen mit Wasserabzug und fülle frische Aussaaterde ein. Gut geeignet ist hygienische, nährstoffarme, humose und durchlässige Erde. Tausend Buntnesselsamen wiegen zusammen nur 0,2812 g. So feines Saatgut lässt sich, wenn es nicht pilliert ist, mit Sand vermischt dünner aussäen, und deshalb mische ich unpillierte Samen vor dem Säen mit Sand. Weil Buntnesseln Lichtkeimer sind, legst du die Samen auf die Erde und bedeckst sie nicht.
Die Schale stellst du bei 22 bis 28 °C auf. Bis zur Keimung und kurz danach darf das Saatgut nicht austrocknen. Eine durchsichtige Abdeckung hält die Feuchte, darf aber nicht luftdicht schließen. Ich lüfte sie täglich und nehme sie nach der Keimung ab. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 28 Tage.
Licht und Temperatur für die Sämlinge
Nach der Keimung brauchen die Sämlinge ausreichend Licht. Zu wenig Licht lässt Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün werden. Senke außerdem die Temperatur, denn viel Wärme bei Lichtmangel begünstigt lange, weiche Triebe. Für die professionelle Weiterkultur der Sorten ‘Chocolate Covered Cherry’, ‘Chocolate Mint’, ‘Chocolate Splash’ und ‘Dark Chocolate’ werden tagsüber 18 bis 24 °C empfohlen. Nachts sind es dort 14 bis 18 °C.
Pikieren und Entspitzen
Sobald die ersten echten Blätter entwickelt sind, pikierst du die Sämlinge vorsichtig einzeln in eigene Töpfe. Halte sie dabei, ohne an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. zu ziehen, und setze die Wurzel gerade ein. Danach schließt du das Pflanzloch seitlich, gießt an und drückst die Erde leicht an. Hast du genug Platz, kommen die Sämlinge zuerst in 8-cm-Töpfe und später in größere Endtöpfe. Die PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt.
Als allgemeine Orientierung für Substrate gelten diese Salzgehalte: unter 0,5 g/l in Aussaaterde, bis 1,5 g/l beim PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und 2,5 bis 3 g/l in Kübel- und Balkonkastenerde.
Die jungen Pflanzen entspitze ich, denn EntspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. fördert bei Buntnesseln den buschigen Wuchs.
Wann du welche Sommerblume vorziehst, zeigt der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Wann und wie pflanze ich Buntnesseln ins Beet?
Abhärten und Frostgefahr abwarten
Buntnesseln sind nicht winterhart und werden als frostempfindliche Pflanzen kultiviert. Ins Beet kommen sie deshalb erst, wenn kein Frost mehr droht. Vorher härtest du die Jungpflanzen ab, also mit niedrigeren Temperaturen und mehr Belüftung. Bei mildem Wetter stellst du sie zuerst geschützt in den Schatten und gewöhnst sie dann schrittweise ans Freiland.
Abstand und Wuchs planen
In der Reihe setze ich Buntnesseln mit 25 cm Pflanzabstand. Den Abstand zwischen den Reihen lege ich nach der Sortenhöhe fest. Diese reicht bei Buntnesseln von 15 bis 91 cm. Entspitzte Buntnesseln wachsen buschig, das plane ich beim Abstand mit ein. Als Begleiter in der Pflanzung passen Begonien und Farne. Wer mehrere Sorten kombiniert, kann die Fläche mit dem Beetplaner vorab einteilen.
So setzt du Buntnesseln ein
Ich hebe in der gelockerten Erde ein Pflanzloch aus, das den Ballen bequem aufnimmt. Ist der Topfballen ausgetrocknet, tauche ich ihn vorher in Wasser, bis er wieder durchfeuchtet ist. Dann setze ich die Pflanze ein, drücke die Erde an und gieße durchdringend an. Gegossen wird morgens direkt im Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen.
Vor dem Pflanztag im Beet
- Boden gelockert, schwerer Boden mit Kompost oder Sand verbessert
- pH-Wert geprüft, Kalk nur, wenn der Befund es verlangt
- Jungpflanzen abgehärtet, Frostgefahr vorbei
- trockene Ballen durch Eintauchen wieder durchfeuchtet
- Pflanzabstand in der Reihe 25 cm, Reihen nach Sortenhöhe
Bis die Buntnesseln eingewurzelt sind, hältst du die Erde feucht, ohne dass Wasser steht. Wie oft und wann du in Topf, Beet und Wohnung gießt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Buntnesseln richtig gießt.
Wie pflanze ich Buntnesseln in Kübel und Kasten?
Im Kübel bestimmst du die Erde selbst. Dafür muss das Gefäß überschüssiges Wasser zuverlässig ableiten, denn stehendes Wasser begünstigt Wurzelfäulnis.
Das Gefäß vorbereiten
Prüfe vor dem Befüllen, ob der Kübel Abzugslöcher hat und ob sie frei sind. Unter dem Gefäß muss das Wasser ablaufen können. Untersetzer leerst du nach Regen, damit an den Wurzeln keine Nässe steht. Buntnesseln wollen feucht gehalten werden, und ein größeres Erdvolumen speichert mehr Wasser; ich wähle für sie deshalb eher den größeren Topf. In windgefährdeten Lagen gibt ein großer, schwerer Übertopf mehr Standfestigkeit.
Die passende Erde
Kübelerde braucht eine stabile Struktur, die Wasser speichert und überschüssiges Wasser abgibt. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton unterstützen diese Struktur. Geeignet ist eine hochwertige torffreie oder torfreduzierte Blumenerde mit abgestimmtem Luft- und Wasserhaushalt. Bei torffreier Qualitätserde achte ich auf mindestens drei transparent deklarierte Torfersatzstoffe.
Einsetzen und die ersten Wochen
Frisch gekaufte Buntnesseln stelle ich zuerst an einen halbschattigen, windgeschützten und warmen Platz. Kübel, die schon vor Mitte Mai bepflanzt draußen stehen, brauchen bei drohendem Spätfrost Schutz. Nach dem Einsetzen in vorgedüngte Blumenerde düngst du zunächst 4 bis 6 Wochen nicht nach. Wie lange der Vorrat genau reicht, steht auf der Substratverpackung. In torffreier Erde kann trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. zu wenig Stickstoff verfügbar sein. Wie du danach nach Bedarf düngst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.
Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Ich prüfe die Feuchte deshalb mit dem Finger tiefer im Topf, bevor ich gieße.
Wie du Buntnesseln auf dem Balkon in Kästen und Mischpflanzungen einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber zum Balkon.
Wie geht es nach dem Pflanzen weiter?
Im Juni und Juli blüht die Buntnessel. Brichst du die Blüten heraus, fördert das die Größe der oberen Blätter; lässt du sie stehen, sind sie für Bestäuber attraktiv. Wie du Buntnesseln über den Sommer pflegst, vermehrst und überwinterst und welche Sorte zu deinem Platz passt, liest du im Ratgeber zur Pflege von Buntnesseln im Jahreslauf. Welche Temperaturen sie bei Keimung, Wachstum und im Winterquartier brauchen, klärt der Ratgeber zu Temperatur und Blattfarbe bei Buntnesseln.





