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Sonnenblumenfeld: Nützlinge fördern, Schädlinge naturnah steuern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Kritisch ist die Jugend: Nacktschnecken und Blattläuse, vor allem die Kleine Pflaumenlaus, können junge Sonnenblumen beträchtlich schädigen.
  • Danach ist gegen tierische Schaderreger an Sonnenblumen im Allgemeinen keine Behandlung nötig.
  • Ein Marienkäfer frisst während seines Lebens etwa 5000 Blattläuse.
  • Gegen die Blattlauskräuselung brachte chemische Bekämpfung in mehrjährigen Versuchen keinen Ertragsvorteil.
  • Ein Vogelschutznetz schützt Saat und Sämlinge und kommt nach der Sämlingsphase wieder ab.
  • Gegen Sklerotinia ist eine weite Fruchtfolge die wichtigste Vorbeugung.
Blattlausbefall an einer Blütenknospe – ein häufiges Problem an Sommerblumen
Foto: LeneA · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ein Sonnenblumenfeld zieht Tiere an, und nicht alle sind dir willkommen. Die heikle Zeit liegt ganz am Anfang. Während des Auflaufens und der Jugendentwicklung können Nacktschnecken und Blattläuse einen jungen Bestand beträchtlich schädigen. Sind die Pflanzen aus dieser Phase heraus, ist gegen tierische Schaderreger im Allgemeinen keine Behandlung mehr nötig. Ich lege meine Kontrollgänge deshalb in die Zeit vom Auflaufen bis zur Jugendentwicklung und lasse die Tiere danach weitgehend in Ruhe.

Naturnah steuern heißt für mich zweierlei. Ich stärke die Nützlinge, die von den Schädlingen leben, und greife bei den Schädlingen nur dort ein, wo der junge Bestand wirklich leidet.

Welche Tiere leben im Sonnenblumenfeld?

Im Feld triffst du auf drei Gruppen. Schädlinge fressen oder saugen an Saat, Keimlingen und Triebspitzen. Nützlinge fressen oder parasitieren vor allem die Blattläuse. Bestäuber wie Honig- und Wildbienen besuchen die Blüten. Die Übersicht zeigt, woran du die einzelnen Tiere erkennst.

Tier Rolle Woran du es bemerkst
Nacktschnecken Schädling Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren, vor allem in der Auflaufphase
Blattläuse, besonders die Kleine Pflaumenlaus Schädling starke Kräuselung der Blätter in der Triebspitze junger Pflanzen
Vögel wie Tauben und Fasane Schädling Fraß an frischer Saat und Sämlingen, ausgedünnter Bestand
Hasen und Kaninchen Schädling abgefressene Jungpflanzen, ausgedünnter Bestand
Marienkäfer Nützling Käfer und Larven an den Blattlauskolonien
Schwebfliegen Nützling Erwachsene an Korb- und Doldenblüten, Larven in den Kolonien
Florfliegen Nützling Larven in den Kolonien, sie fressen auch Thripse und Spinnmilben
Schlupfwespen Nützling Erwachsene an ungefüllten Blüten, Eier in den Blattläusen
Spinnen, Laufkäfer und Kurzflügler Nützling räuberisch, in einem Kohlversuch mit Begleitblumen häufiger beobachtet
Honigbienen und Wildbienen Bestäuber an den offenen Blüten

Schädlinge und Nützlinge findest du oft an derselben Stelle. Die Blattlauskolonie in der Triebspitze ist zugleich der Ort, an dem Marienkäfer fressen und Schwebfliegen ihre Eier ablegen.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Helianthus
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, humusreicher, feuchter, gut durchlässiger, neutraler bis alkalischer Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; beste Blüte bei langem, heißem Sommer, gegebenenfalls stützen.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist mäßig fruchtbar, humusreich, feucht und gut durchlässig.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Direktsaat oder frühe Gewächshausanzucht mit zwei bis drei Samen pro Topf; auf den kräftigsten Sämling vereinzeln.

Pflege

Pflege

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich.

Düngung

Die angebotene kompakte Topf-Sonnenblume Sunsation während der Blüte regelmäßig düngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich zur Gründüngung. Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.

Aussaatkalender Gemeine Sonnenblume
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai; Blüte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Ernte: August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturAussaatBlüteErnte

Schnecken an jungen Sonnenblumen: erkennen und absammeln

Auf Schneckenfraß achtest du bei Sonnenblumen vor allem in der Auflaufphase. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken. Auch eingetrocknete Schleimspuren neben Fraßschäden sind ein Hinweis. Die erste Maßnahme ist das Absammeln. Ich sammle in dieser Phase gezielt ab und schaue dabei auch unter die untersten Blätter.

Wandern immer neue Schnecken zu, umgibst du das Beet mit einem Schneckenzaun. Einzelne gefährdete Pflanzen schützt ein Schneckenkragen. Bereitest du die Fläche vor, arbeitest du vorhandenes Pflanzenmaterial gründlich ein, denn das senkt das Schneckenrisiko. Bei feuchtem Wetter verzichtest du auf eine dicke Mulchschicht, weil sie fault und Schnecken einen idealen Unterschlupf bietet.

Häufiger Fehler

Tagetes zwischen die Sonnenblumen setzen, damit sie die Schnecken fernhält. Tagetes kann Schnecken anlocken, und in einem Versuch zur Artenauswahl fiel die Polsterstudentenblume durch Schneckenfraß komplett aus. Setzt du Tagetes trotzdem, nutzt du sie als Stelle, an der du gezielt absammelst.

Blattläuse und Kleine Pflaumenlaus: abwarten oder eingreifen?

Blattläuse sitzen bei Sonnenblumen in der Triebspitze und verursachen dort eine starke Kräuselung der Blätter. In der Jugend kann vor allem die Kleine Pflaumenlaus einem Bestand erheblich zusetzen. An Zierpflanzen sitzen Blattläuse außerdem häufig an den Blattunterseiten.

In mehrjährigen Versuchen minderte eine chemische Bekämpfung der Läuse zwar die Symptome. Beim Ertrag brachte sie aber keinen Vorteil. Wer gegen die Kräuselung spritzt, gewinnt also keinen Ertrag und kann genau die Marienkäfer und Larven treffen, die von den Läusen leben.

Deshalb schaust du zuerst, ob schon Nützlinge an der Kolonie sitzen. Bei schwachem Befall reicht meist ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült. Ich halte den Strahl dabei von unten in die Spitze, damit auch die Blattunterseiten erreicht werden.

Tipp

Schneide bei eintriebigen Sorten eine verlauste Triebspitze nicht ab. Eintriebige Sorten werden nicht entspitzt, nur bei verzweigenden Sorten fördert das Entfernen der zentralen Spitze die Seitentriebe. Spüle die Läuse stattdessen mit Wasser ab.

Kurz erklärt

Gekräuselte Blätter in der Triebspitze sprechen für Blattläuse, wenn du die Tiere dort findest. Faltige Blätter mit Gelbfärbungen zwischen den Blattadern entlang des Blattrandes können dagegen auf Bormangel hinweisen.

Vögel, Hasen und Kaninchen: Fraß an Saat und Jungpflanzen

Nach Aussaat und Auflaufen holen sich Vögel gern die Saat und die Keimlinge. Tauben und Fasane, aber auch Hasen und Kaninchen können den Bestand durch Abfressen ausdünnen. Ein Vogelschutznetz schützt frisch gesäte Sonnenblumen und junge Sämlinge vor Fraß. Nach der Sämlingsphase nimmst du es wieder ab. Vogelscheuchen und ähnliche Schreckmittel halten Vögel nur einigermaßen fern, deshalb verlasse ich mich auf das Netz.

Vorgezogene Sonnenblumen kommen erst nach dem letzten Frost ins Beet, also Mitte bis Ende Mai. Wer vorzieht, lässt die frische Saat damit gar nicht erst draußen liegen, wo Vögel sie finden. Beim Auspflanzen, gerade bei verzweigenden Sorten, störst du die Wurzeln möglichst wenig. Säst du lieber direkt, übernimmt das Netz den Schutz der Saat. Wie du Sonnenblumen direkt ins Freiland säst, zeigt der Aussaat-Ratgeber.

Für die reifen Körbe im Spätsommer zählt dann die Ernte. Wie du Feldsonnenblumen erntest, trocknest und lagerst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Welche Nützlinge fressen die Blattläuse?

Marienkäfer und Florfliegen

Marienkäfer gehören zusammen mit den Larven von Florfliegen und Schwebfliegen zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Ein Marienkäfer frisst während seiner gesamten Lebenszeit etwa 5000 Blattläuse. Die Larven der Florfliegen sind nach ihrer Verzehrmenge sehr wichtige Regulierer in Blattlauskolonien. Daneben fressen sie Thripse, Spinnmilben und andere Insekten.

Schwebfliegen und Schlupfwespen

Schlupfwespen und Schwebfliegen gelten als die wichtigsten Blattlausfeinde. Erwachsene Schwebfliegen besuchen häufig Korb- und Doldenblüten. Die Weibchen legen ihre Eier in die Nähe von Blattlauskolonien, und die Larven saugen dort die Läuse aus. Schlupfwespen legen bis zu 50 Eier in Blattläuse. Als erwachsene Tiere brauchen beide leicht zugängliche Pollen- und Nektarnahrung aus ungefüllt blühenden Korbblüten und Dillgewächsen.

Der Nachwuchs entwickelt sich also bei den Läusen, die eigene Nahrung finden die Erwachsenen an Blüten. Ob diese Gegenspieler bei deinen Sonnenblumen ankommen, hängt deshalb auch vom Blütenangebot am Feldrand ab.

Spinnen, Laufkäfer und Kurzflügler

In einem Kohlversuch mit Kornblume, Ringelblume und Steinkraut als Begleitpflanzen wurden mehr räuberische Nützlinge beobachtet. Dazu gehörten Spinnen, Laufkäfer und Kurzflügler. Der Schädlingsdruck lag dort aber nur etwas niedriger. Begleitblumen können die Räuber unterstützen, einen befallsfreien Bestand garantieren sie nicht.

Bienen und andere Bestäuber

Die Sonnenblume gilt selbst als nützlingsfreundlich. Außerdem zählt sie zu den Sommerblumen, die sich als bienenfreundliche Lückenfüller im Gemüsegarten eignen. Für Insekten wählst du Sorten mit ungefüllten Blüten. Bei stark gefüllten Zierblüten erreichen Insekten Nektar und Pollen häufig nur schwer. Die Füllung allein bestimmt den Bienenwert allerdings nicht sicher, und einzelne Farbsorten innerhalb einer Art werden unterschiedlich stark besucht.

Wie förderst du Nützlinge rund um das Feld?

Vielerorts fehlt es an Blütenangebot im zeitigen Frühjahr und vor allem im Spätsommer. Sonnenblumen blühen von Juni bis Oktober und können damit einen Teil der späten Lücke schließen. Für die Blattlausfeinde zählen aber auch Blüten neben dem Feld, Verstecke und Nistplätze.

Begleitblumen am Feldrand

Ungefüllte Ringelblumen und Kosmeen bieten erwachsenen Schlupfwespen und Schwebfliegen gut zugängliche Blütennahrung. Auf die Kornblume fliegen neben Honigbienen und Hummeln auch Schlupfwespen. Die Schlupfwespen nutzen dort den Nektar und parasitieren die Larven des Kohlweißlings. Die Wilde Möhre lockt Schlupfwespen, Schwebfliegen, Spinnen und blattlausfressende Blumenwanzen an, dazu 24 Wildbienenarten. Allerdings ist sie konkurrenzstark. In kleineren Gärten steht sie deshalb besser für sich, und ihre Samenstände entfernst du rechtzeitig, bevor sie andere Pflanzen durch Selbstaussaat verdrängt.

Einen Streifen aus einjährigen Sommerblumen legst du als Mischung an. Wie die Direktsaat von Sommerblumenmischungen gelingt, beschreibt der Sommerblumen-Überblick. Säst du gestaffelt von Ende April bis Anfang Juni, kann das Nahrungsangebot für Tiere bis in den nahrungsarmen Herbst reichen. Die Termine trägst du dir in den Aussaatkalender für Sommerblumen ein.

Liegt dein Sonnenblumenfeld in der freien Landschaft, nimmst du für den Blühstreifen regionales, artenreiches Wildpflanzensaatgut mit zertifizierter Herkunft. Dort darf Saat- und Pflanzgut nur innerhalb seines Vorkommensgebiets ausgebracht werden, und bei geförderten Streifen gelten zusätzlich die Fördervorgaben. Der Garten am Haus gehört dagegen nicht zur freien Natur.

Verstecke und Winterquartiere

Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten fördern die Ansiedlung von Nützlingen, die Blattläuse dezimieren. Marienkäfern dienen Laubschichten und Polsterstauden als Überwinterungsschutz. Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, ihre Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Ich lasse am Feldrand eine Laubschicht liegen und schneide die vorjährigen Staudenstängel dort erst im Frühjahr ab.

Nistplätze für Wildbienen

Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten nistet im Boden. Diese Arten profitieren von offenen, besonnten und langfristig ungestörten Bodenstellen. Totholz sowie Stein- und Holzhaufen ergänzen das Angebot um Nist- und Überwinterungsplätze. Bohrst du ein Nistholz, setzt du die Bohrungen splitterfrei ins Längsholz und lässt die Rückseite geschlossen. Einige spezialisierte Wildbienen brauchen bestimmte heimische Pflanzen. Deshalb ergänzt du das Blütenangebot um heimische Arten regionaler Herkunft.

Mischkultur mit Augenmaß

Manche Partnerpflanzen erschweren Schädlingen mit ihren Duftstoffen das Auffinden der Wirtspflanze. Der Effekt ist allerdings schwer belegbar und nur bei guter Bodenverbesserung, richtigem Abstand und ausreichender Wasserversorgung zu erwarten. Stangenbohnen können an Sonnenblumen hochranken; passende Nachbarn findest du im Mischkultur-Planer, die Grundlagen im Sommerblumen-Überblick.

In welcher Reihenfolge steuerst du Schädlinge naturnah?

Ich gehe bei jedem Befall in derselben Reihenfolge vor. Zuerst bestimme ich, was ich sehe, denn ein Symptom ist ein Hinweis und noch keine Diagnose. Bei unklaren Blattflecken und kümmernden Pflanzen kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose und die Wahl passender Maßnahmen klären.

Im zweiten Schritt prüfe ich, ob Nützlinge schon vor Ort sind. Erst danach greife ich von Hand ein. Schädlinge absammeln und erkrankte Pflanzenteile entfernen gehören zu den empfohlenen mechanischen Pflegemaßnahmen. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du Werkzeug und Handschuhe, bevor du an gesunde gehst.

Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz schont im Garten auch die nützlichen Insekten. Zugelassene Präparate sind im Biogarten nur selten nötig. Das gilt für den Fall, dass ein Schaderreger zuverlässig bestimmt ist und sanftere Methoden versagt haben.

Mythos-Check

Selbst angesetzter Pflanzenjauche wird nachgesagt, sie mache Pflanzen widerstandsfähiger gegen Läuse. Die Nährstoffgehalte einer solchen Jauche schwanken jedoch mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeitpunkt, und eine allgemein gültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht. Ich verlasse mich bei Blattläusen deshalb auf Nützlinge und den Wasserstrahl.

Achtung

Kommt ein chemisches Mittel als letzter Schritt doch infrage, nimm nur eines mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten. Halte dich genau an die Gebrauchsanweisung, trage Schutzkleidung, beachte die Wartezeit und entsorge Reste sachgerecht. Bedenke, dass ein solches Mittel auch Marienkäfer, Schwebfliegen und Bienen treffen kann.

Mini-Checkliste

Beim Kontrollgang in der Jugendphase prüfst du die Blattränder auf Fraß und Schleimspuren. Die Triebspitzen siehst du auf Kräuselung und Läuse durch, die Kolonien auf Marienkäfer und Larven. Das Vogelschutznetz nimmst du nach der Sämlingsphase ab, und nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du das Werkzeug.

Pilzkrankheiten: vorbeugen statt bekämpfen

Eine Bekämpfung pilzlicher Schaderreger ist bei Sonnenblumen in der Regel nicht notwendig. Botrytis-Graufäule, Sonnenblumenkrebs durch Sklerotinia und Phoma lassen sich im ökologischen Anbau nicht direkt bekämpfen. Vorgebeugt wird mit passender Sortenwahl, guter Durchlüftung und sauber eingearbeiteten Ernterückständen. Ausreichender Pflanzabstand verbessert die Luftzirkulation, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt.

Gegen Sklerotinia ist eine weite Fruchtfolge die wichtigste Vorbeugung. Die Standorte deiner Sonnenblumen hältst du dafür im Beetplaner fest.

Zahl im Blick

Zwischen Sonnenblumen und Raps, Erbsen und Kartoffeln liegen mindestens 4 Jahre Anbaupause.

Ein weißer Pilzbelag auf der Blattoberseite kann auf Echten Mehltau hinweisen. Weichfaule Flecken mit grauem Pilzbelag oder eine Stängelfäule können auf Grauschimmel deuten. Bei der Düngung hältst du Maß: Überhöhte Stickstoffgaben fördern im Feldanbau das vegetative Wachstum, erhöhen die Anfälligkeit für Korbfäule und verzögern die Reife. Wie du Sonnenblumen über die Saison pflegst und vor Krankheiten schützt, zeigt der Pflege-Ratgeber.

Marias Erfahrung

Ich notiere nach jeder Saison, wo die Sonnenblumen standen und was vorher auf der Fläche wuchs. Erbsen und Kartoffeln wechseln bei mir durch dieselben Beete, deshalb plane ich die Pause zu ihnen ein, bevor ich säe.

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Häufige Fragen

Welche Schädlinge machen Sonnenblumen im Feld zu schaffen?
Am stärksten gefährdet ist der junge Bestand. Während des Auflaufens und der Jugendentwicklung können Nacktschnecken und Blattläuse, besonders die Kleine Pflaumenlaus, Sonnenblumen beträchtlich schädigen. Nach der Aussaat fressen Vögel an Saat und Keimlingen, und Tauben, Fasane, Hasen sowie Kaninchen können den Bestand ausdünnen. Sind die Pflanzen aus dieser Phase heraus, ist gegen tierische Schaderreger im Allgemeinen keine Behandlung erforderlich.
Worin unterscheiden sich Marienkäfer und Schwebfliegen als Blattlausfeinde an Sonnenblumen?
Beim Marienkäfer fressen schon die Larven Blattläuse, und ein Käfer vertilgt während seines Lebens etwa 5000 davon. Bei der Schwebfliege besuchen die erwachsenen Tiere Korb- und Doldenblüten. Die Weibchen legen ihre Eier in die Nähe von Blattlauskolonien, und die Larven saugen dort die Läuse aus. Schwebfliegen brauchen deshalb ungefüllte Blüten in der Nähe, Marienkäfern helfen Laubschichten und Polsterstauden als Winterquartier.
Was bringt ein Blühstreifen neben dem Sonnenblumenfeld für Nützlinge?
Ein Blühstreifen liefert erwachsenen Schlupfwespen und Schwebfliegen die leicht zugängliche Pollen- und Nektarnahrung, die sie aus ungefüllten Blüten brauchen. Gut geeignet sind dafür ungefüllte Ringelblumen und Kosmeen. In einem Kohlversuch mit Kornblume, Ringelblume und Steinkraut wurden mehr räuberische Nützlinge wie Spinnen und Laufkäfer beobachtet, der Schädlingsdruck war aber nur etwas niedriger. Ein Blühstreifen kann die Gegenspieler also unterstützen, eine Garantie gegen Befall ist er nicht.
Welche Nisthilfen unterstützen Nützlinge rund um das Sonnenblumenfeld?
Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten nistet im Boden, deshalb helfen offene, besonnte und langfristig ungestörte Bodenstellen. Totholz sowie Stein- und Holzhaufen ergänzen das Angebot um Nist- und Überwinterungsplätze. Bei Nisthölzern werden die Bohrungen splitterfrei ins Längsholz gesetzt und bleiben rückseitig geschlossen. Marienkäfer finden in Laubschichten und Polsterstauden Schutz für den Winter.
Stimmt es, dass chemische Pflanzenschutzmittel grundsätzlich alle Nützlinge vernichten?
So absolut lässt sich das nicht sagen, aber ein chemisches Mittel kann Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen treffen. Wer darauf verzichtet, schont im Garten auch die nützlichen Insekten. Bei Blattläusen an Sonnenblumen minderte eine chemische Bekämpfung in mehrjährigen Versuchen zwar die Symptome, brachte aber keinen Ertragsvorteil. Kommt ein Mittel als letzter Schritt doch infrage, dann nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten und streng nach Gebrauchsanweisung.
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