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Sonnenblumensamen selbst gewinnen: Feldsonnenblumen ernten, trocknen und lagern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erntereif sind Körnersonnenblumen, wenn die Laubblätter abgestorben sind und die Korbrückseite gelb ist.
  • Zur Reife ist die Schale der Körner fest, und die ersten Körner fallen aus.
  • Gegen Vogelfraß bindest du ein dünnes Gewebetuch um die ganze Blume, bis sich die Kerne von allein lösen.
  • In feuchten Jahren rechtzeitig ernten, denn eine späte Ernte kann den Anteil freier Fettsäuren erhöhen.
  • Kerne auf Papier nachtrocknen, von Resten trennen und erst vollständig trocken luftdicht, kühl und dunkel lagern.
  • Samen von F1-Hybriden bringen nicht zuverlässig Pflanzen wie die Mutterpflanze hervor.
  • Als Gründüngung schlägelst du Sonnenblumen vor der Samenbildung, sonst droht Durchwuchs.
Ein Kiesweg führt durch eine Kleingartenanlage mit verschiedenen Hochbeeten, Gewächshäusern und blühenden Pflanzen wie Sonnenblumen
Foto: Jan Wright · Pexels License · Quelle ↗

Wenn sich bei meinen Feldsonnenblumen die Rückseite der Körbe gelb färbt, gehe ich mit Gewebetuch und Schnur durch die Reihe. Jetzt fallen die ersten Kerne, und auch die Vögel haben es auf sie abgesehen. Wer Sonnenblumensamen selbst gewinnen will, muss diesen Moment erkennen, die Köpfe schützen und die Kerne danach gründlich trocknen. Gut gereinigt und richtig gelagert, nutzt du sie für die nächste Aussaat, in der Küche oder als Vogelfutter.

Feldsonnenblumen sind einjährig, jede Saison beginnt also wieder mit Saatgut. Einen Teil der Ernte lege ich deshalb als Saatgut zurück, den Rest verwende ich in Küche und Garten.

Wann sind Feldsonnenblumen erntereif?

Erntereif sind Sonnenblumen für die Körnernutzung, wenn die Laubblätter abgestorben sind und sich die Rückseiten der Körbe gelb verfärbt haben. Die Schale der Körner ist dann fest, und die ersten Körner beginnen auszufallen. Ich prüfe das beim Rundgang mit der Hand: Ich fasse hinten an den Korb und streiche vorne mit dem Daumen über die Kerne.

Bis zu diesem Punkt brauchen die Pflanzen Zeit. Sonnenblumen reifen nach etwa 130 bis 150 Vegetationstagen. Im bayerischen Anbau liegt der zu erwartende Erntetermin etwa zwischen Ende August und Ende September.

Achte im Spätsommer auf das Wetter. In feuchten Jahren ist es ratsam, rechtzeitig zu ernten, weil eine späte Ernte zu einem höheren Anteil an freien Fettsäuren führen kann. Auch die Düngung wirkt auf den Zeitpunkt: Im Feldanbau verzögern überhöhte Stickstoffgaben die Reife und erhöhen die Anfälligkeit für Korbfäule.

Bevor du schneidest, schau dir jeden Korb von beiden Seiten an. Weichfaule Flecken mit grauem Pilzbelag können auf Grauschimmel hinweisen. Solche Köpfe nehme ich nicht für Saatgut, die befallenen Teile entferne ich.

Die wichtigsten Kennwerte rund um Reife und Ernte im Überblick:

Kennwert Wert
Reifezeit von Sonnenblumen für die Körnernutzung etwa 130 bis 150 Vegetationstage
Erwarteter Erntetermin im bayerischen Anbau etwa Ende August bis Ende September
Erntezeit der Gemeinen Sonnenblume August bis Oktober
Trocknung der Körner im Erwerbsanbau auf 9 % Wassergehalt
Tausendkorngewicht der Feldsonnenblume 60 g

Körbe vor Vögeln schützen

Vögel lieben Sonnenblumensamen. Gegen Vogelfraß bindest du deshalb ein dünnes Gewebetuch um die ganze Blume und lässt es dort, bis sich die Kerne von allein lösen. So kann der Korb an der Pflanze ausreifen. Weil zur Reife die ersten Körner ausfallen und Vögel genau diese Samen suchen, gehört das Tuch an den Korb, bevor diese Phase beginnt. Ich binde es unter dem Korb am Stängel fest, damit es bei Wind nicht verrutscht.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Helianthus
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Ungiftig
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Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Feldsonnenblumen
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai; Blüte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Ernte: August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturAussaatBlüteErnte

So erntest du die Sonnenblumenköpfe

Geerntet wird bei trockenem, sonnigem Wetter. Zum Abschneiden brauchst du ein scharfes Messer oder eine Rosenschere. Lass so viel Stiel am Korb, dass du ihn gut greifen und zum Trocknen aufhängen kannst. Hast du den Korb mit Tuch an der Pflanze ausreifen lassen, schneidest du ihn, sobald sich die Kerne lösen.

Die geschnittenen Köpfe trocknen anschließend nach. Leg sie dafür an einen warmen, trockenen Platz, etwa auf eine Gewächshausbank oder eine warme Fensterbank. Ich lege große Köpfe mit den Kernen nach oben auf ein Gitter, damit auch von unten Luft herankommt.

Kerne aus dem Korb lösen und reinigen

Sind die Köpfe trocken, reibst du die Kerne mit der flachen Hand aus dem Korb. Leg ein Tuch oder eine Wanne darunter, dann fängst du auch die Kerne auf, die zur Seite springen. Anschließend trennst du die Kerne von Korbresten, vertrockneten Blüten und tauben Körnern. Ich lese diese Reste mit der Hand aus, bevor die Kerne ausgebreitet auf Papier kommen.

Im Erwerbsanbau werden Sonnenblumenkörner nach der Ernte auf 9 % Wassergehalt getrocknet. Im Garten misst du diesen Wert nicht. Lass die Kerne deshalb auf dem Papier nachtrocknen, bis sie vollständig trocken sind, und fülle sie erst dann ab.

Häufiger Fehler

Die Kerne direkt nach dem Ausreiben in ein Schraubglas füllen. Luftdicht gelagert werden nur vollständig getrocknete Samen, das Nachtrocknen auf Papier kommt deshalb immer zuerst.

Sonnenblumenkerne richtig lagern

Vollständig getrocknete Samen lagerst du luftdicht und kühl, geschützt vor Feuchtigkeit und Wärme. Gut geeignet sind dicht schließende Gläser oder Dosen an einem dunklen Platz. Beschrifte jedes Gefäß mit Sortenname und Erntejahr.

Für die Temperatur gibt es zwei Bezugsgrößen, die du nicht verwechseln solltest:

Lagerung Wert Einordnung
Winterquartier für Saatgut, kühl und dunkel 4 bis 15 °C allgemeiner Richtwert für Saatgut
Klimatisierte Lagerung eines Saatgutherstellers 15 bis 18 °C Handelsreferenz, keine Grenze für den Hausgarten
Luftfeuchte bei diesem Hersteller je nach Art konstant 35 bis 45 % relative Luftfeuchte Handelsreferenz
Keimfähigkeit der meisten Samen etwa drei Jahre bei kühler, dunkler und trockener Lagerung

Der Wert von drei Jahren gilt für die meisten Samen, nicht speziell für Sonnenblumen. Ob deine Kerne noch keimen, zeigt dir vor der Aussaat eine Keimprobe.

Marias Erfahrung

Ich beschrifte die Gläser noch am Erntetag. Kerne aus zwei Sorten kann ich später sonst nicht mehr sicher auseinanderhalten.

Sonnenblumensamen selbst gewinnen: Saatgut für das nächste Jahr

Für die eigene Nachzucht lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest sie bei trockenem Wetter. Ich wähle dafür Köpfe ohne faule Stellen aus und lege sie getrennt von den Küchenkernen ab. Trocknen, Reinigen und Lagern laufen genauso wie bei den übrigen Kernen.

Schau vorher auf die Saatgutpackung deiner Sorte. Bei der Nachzucht von F1-Hybriden spalten die Merkmale in der Folgegeneration wieder auf. Aus solchen Samen können Sonnenblumen entstehen, die anders aussehen als ihre Mutterpflanze.

Kurz erklärt

Der Sortenschutz erstreckt sich nicht auf Handlungen im privaten Bereich zu nicht gewerblichen Zwecken. Kerne für den eigenen Garten nachzubauen, liegt damit außerhalb seiner Wirkung.

Rechtlich steht der Sortenschutz dem Nachbau im eigenen Garten also nicht entgegen; bei F1-Sorten liegt die Grenze in der Vererbung. Wie viel Saatgut du zurücklegst, schätzt du über das Gewicht ab. Das Tausendkorngewicht der Feldsonnenblume liegt bei 60 g. Gemeint ist das Gewicht von tausend Kernen.

Keimprobe vor der Aussaat

Vor der Aussaat prüfe ich die Keimfähigkeit mit genau abgezählten Kernen. Leg sie zwischen die Wand eines durchsichtigen Glases und feuchtes Küchenpapier, dann siehst du die Wurzeln wachsen. Das Papier bleibt feucht, aber nicht nass, und eine Abdeckung schützt es vor dem Austrocknen.

Feldsonnenblumen keimen bei 15 bis 20 °C. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. Danach zählst du, wie viele Kerne gekeimt sind, und siehst, wie keimfähig dein Saatgut ist. Gekeimte Kerne setzt du nach der Entwicklung grüner Blätter in Erde. Für die Planung der nächsten Aussaat hilft dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Passt dazu

Samen sammeln lässt sich nicht nur bei Sonnenblumen. Wie du Kornblumen übers Jahr bis zur Samenernte begleitest, zeigt ein eigener Ratgeber.

Wofür du die Kerne nutzen kannst

Neben der Aussaat gibt es drei Wege für deine Ernte: Küche, Vogelfutter und Öl.

In der Küche

Für die Küche brauchst du geschälte Kerne. Bei Feldsonnenblumen knacke ich von Hand nur so viele, wie ich gerade verarbeite. Gut passen die Kerne in Gemüsecracker, für die Sonnenblumen- und Kürbiskerne fein gemahlen in den Teig kommen.

Zutat Menge für etwa 35 Cracker
Karotte 1
Rote Bete, klein 1
Sonnenblumenkerne 40 g
Kürbiskerne 40 g
Haferflocken 70 g
Senf 1 EL
Tomatenmark 2 EL
Rapsöl 5 EL
Salz, Pfeffer und etwas Chili zum Abschmecken

Raspel das Gemüse fein und mahle Kerne und Haferflocken fein. Vermische alle Zutaten und rolle den Teig dünn aus. Gebacken wird bei 170 °C Ober- und Unterhitze. Die Backzeit beträgt etwa 15 bis 20 Minuten. Nach der halben Backzeit zerteilst du die Teigplatte in Cracker.

Achtung

Sonnenblumenkerne können bei Kleinkindern in die Atemwege gelangen und eine lebensbedrohliche Erstickungsgefahr verursachen. Bewahre die Gläser außer Reichweite auf und beaufsichtige kleine Kinder im Garten, auch beim Keimversuch mit Kernen.

Als Vogelfutter

Weil Vögel die Samen so gern fressen, ist ein Teil der Ernte als Vogelfutter gut aufgehoben. Getrocknete und gereinigte Kerne bewahrst du dafür genauso auf wie Saatgut, also kühl, dunkel und trocken. Einen Korb lasse ich außerdem ohne Tuch an der Pflanze stehen.

Als Ölsaat

Konventionelle Sonnenblumensamen enthalten als Orientierungsbereich 40 bis 50 % Öl. Was Sonnenblumen als Energiepflanze für Biodiesel und Biogas leisten können und wo ihre Grenzen liegen, ordnet ein eigener Beitrag ein. Dort geht es auch um die wirtschaftliche Seite des Anbaus.

Feldsonnenblumen als Gründünger

Feldsonnenblumen kannst du auch ohne Kernernte nutzen, nämlich als Gründüngung. Als Aussaattermin kommt dafür die Zeit von Mitte April bis in den August infrage. Den Bestand schlägelst du auf jeden Fall vor der Samenbildung, weil reife Samen in der Folgekultur zu Durchwuchs führen.

Die Aufwuchsmenge der Sonnenblume ist riesig und kann bei der Folgekultur stören. Beende die Gründüngung deshalb früh genug. Geschnitten bleibt sie als Mulch liegen oder wird flach eingearbeitet. Bis zur Folgekultur wartest du danach meist zwei bis drei Wochen.

Wurzeln und verrottende Grünmasse der Gründüngung liefern organisches Material für die Humusbildung und verbessern die Bodenstruktur. Weil der Bestand vor der Samenbildung geschlägelt wird und Kerne erst mit fester Schale reif sind, schließen sich Gründüngung und Kernernte auf derselben Fläche aus.

Mythos-Check

Sonnenblumen als Gründüngung sparen dir den Dünger? Nicht unbedingt. Die Pflanzen binden vorhandene Bodennährstoffe in ihrer Pflanzenmasse und setzen sie beim Verrotten wieder frei. Eine Düngung ersetzt das nicht automatisch.

Für die Gemeine Sonnenblume gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Ich trage deshalb auch Gründüngungsflächen mit Sonnenblumen in meinen Beetplan ein. Mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge behältst du die Pausen im Blick.

Anbau und Tierwelt kurz eingeordnet

Gesät werden Feldsonnenblumen 3 bis 5 cm tief. Wie du Sonnenblumen direkt ins Freiland säst und wie du sie bis zur Blüte gesund durch die Saison bringst, steht in eigenen Ratgebern. Die Grundlagen zu Standort und Boden von Sommerblumen fasst der Sommerblumen-Überblick zusammen.

Sonnenblumen gelten als nützlingsfreundlich und eignen sich im Gemüsegarten als bienenfreundliche Lückenfüller. Welche Nützlinge und Schädlinge an Sonnenblumen leben und wie du sie naturnah steuerst, liest du im Ratgeber zum Sonnenblumenfeld.

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Häufige Fragen

Wie erkennt man den richtigen Erntezeitpunkt bei Feldsonnenblumensamen?
Erntereif sind Sonnenblumen für die Körnernutzung, wenn die Laubblätter abgestorben sind und sich die Rückseite der Körbe gelb verfärbt hat. Dann ist die Schale der Körner fest, und die ersten Körner beginnen auszufallen. Im bayerischen Anbau liegt der zu erwartende Erntetermin etwa zwischen Ende August und Ende September. In feuchten Jahren lohnt sich eine rechtzeitige Ernte, weil eine späte Ernte den Anteil freier Fettsäuren erhöhen kann.
Wie kann man Feldsonnenblumensamen richtig trocknen und für die Lagerung vorbereiten?
Lass die Kerne nach dem Ausreiben auf Papier nachtrocknen und trenne sie von Korbresten und tauben Körnern. Im Erwerbsanbau werden Sonnenblumenkörner nach der Ernte auf 9 % Wassergehalt getrocknet. Erst vollständig getrocknete Kerne kommen, beschriftet mit Sorte und Erntejahr, in dicht schließende Gefäße. Gelagert wird kühl, dunkel und trocken, als Richtwert für Saatgut gelten 4 bis 15 °C.
Stimmt es, dass Sonnenblumen immer der Sonne folgen und sich nach ihr drehen?
Nur zum Teil. Junge Sonnenblumen folgen tagsüber der Sonne und richten sich nachts wieder nach Osten aus. Ausgereifte Blütenköpfe drehen sich dagegen nicht mehr täglich mit und bleiben nach Osten ausgerichtet.
Welche Rolle spielen Feldsonnenblumen im Nährstoffkreislauf des Bodens?
Als Gründüngung binden Sonnenblumen vorhandene Bodennährstoffe in ihrer Pflanzenmasse und setzen sie beim Verrotten wieder frei. Eine Düngung ersetzt das nicht automatisch. Wurzeln und verrottende Grünmasse liefern organisches Material für die Humusbildung und verbessern die Bodenstruktur. Geschlägelt wird der Bestand vor der Samenbildung, weil reife Samen sonst zu Durchwuchs führen.
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