Standort für Edelwicken: Sonne bis Halbschatten, luftig und humos
- Licht: sonnig bevorzugt, Halbschatten geht noch, ein schattiger Platz passt nicht.
- Luft: Das Laub soll nach Regen schnell abtrocknen können.
- Boden: humusreich, fruchtbar, gut durchlässig und feucht; Kalk nur nach Bodenuntersuchung.
- Wärme: einjährig und nicht winterhart; vorgezogene Duftwicken der Bunten Mischung nicht vor Mitte Mai auspflanzen.
- Hitze: Wasser geben und mulchen, denn Mulch bremst Verdunstung und Erwärmung des Bodens.
- Wind: Gerüst und Kübel standfest verankern, statt die Pflanzen in eine windstille Ecke zu setzen.

Bevor ich Edelwicken setze, schaue ich mir den geplanten Platz bei Sonne an und noch einmal nach einem Regenschauer. Beim ersten Gang zählt, wie viel Licht dort ankommt. Beim zweiten achte ich darauf, wie schnell das Laub der Nachbarpflanzen wieder trocken ist. Diese beiden Punkte beschreiben ziemlich genau, was Edelwicken suchen: einen sonnigen, luftigen Standort.
Die kurze Antwort auf die Frage nach Sonne oder Schatten lautet deshalb: Sonnig ist der bevorzugte Platz, HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. liegt noch im passenden Bereich, ein schattiger Platz nicht. Dazu kommen ein humusreicher, durchlässiger Boden, Schutz vor Frost und ein Gerüst, das auch bei Wind hält. Im Handel heißen Edelwicken oft Duftwicken, gemeint ist dieselbe Art: Lathyrus odoratus.
Sonnig, halbschattig oder schattig: Wie viel Licht brauchen Edelwicken?
Edelwicken bevorzugen einen sonnigen Platz. Halbschatten vertragen sie ebenfalls, die passende Spanne reicht also von voller Sonne bis Halbschatten. Ein dauerhaft schattiger Platz gehört nicht mehr dazu, dort setzt du besser auf andere Pflanzen.
Ob ein Beet sonnig oder halbschattig liegt, erkennst du nicht mit einem einzigen Blick. Ich gehe deshalb an einem Tag morgens, mittags und am späten Nachmittag an der Stelle vorbei. Dabei schaue ich, wann direkte Sonne auf den Boden fällt und wann Hauswand, Hecke oder Baum ihren Schatten darüberlegen.
Für einen schattigen Balkon oder ein Beet im Schatten gibt es passendere Pflanzen. Knollenbegonien und Fuchsien eignen sich für Halbschatten bis Schatten. Das Fleißige Lieschen ‘Leuchtfeuer’ kommt ebenfalls an halbschattige bis schattige Plätze.
Neue Plätze für Edelwicken prüfe ich im späten Frühjahr, wenn Bäume und Sträucher belaubt sind. Erst dann sehe ich, wie viel Schatten im Sommer tatsächlich auf die Stelle fällt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist humus- und nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden in voller Sonne oder lichtem Schatten.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte humusreich, nährstoffreich und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
Verblühte Blüten regelmäßig entfernen und nach Abschluss der Blüte zurückschneiden.
- Düngung
Vor dem Pflanzen gut verrotteten organischen Mist einarbeiten und während des Wachstums alle zwei Wochen ausgewogenen Flüssigdünger geben.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Welcher Boden passt zu Edelwicken?
Edelwicken brauchen eine humusreiche, fruchtbare und gut durchlässige Erde, die feucht bleibt. Bei der Bodenart sind sie weniger festgelegt: Ton-, Lehm- und Sandböden kommen infrage. Entscheidend ist, dass überschüssiges Wasser abziehen kann und die Erde trotzdem Feuchtigkeit hält.
Feucht und trotzdem durchlässig: deinen Boden einschätzen
Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt Staunässe. Sandreiche Böden lassen Wasser dagegen schnell durch und speichern wenig. Beides passt schlecht zu einer Pflanze, die feuchte und zugleich durchlässige Erde braucht.
Welche Richtung dein Boden hat, zeigt dir eine Fingerprobe. Ich nehme dafür etwas leicht feuchte Erde zwischen Daumen und Finger. Zerfällt sie körnig, spricht das für Sandboden. Lässt sie sich gut formen und klebt, deutet das auf Tonboden hin. Die Probe ist ein grober Anhalt und ersetzt keine Bodenuntersuchung.
Hier hilft HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. in beide Richtungen. Organisches Material verbessert bei Sandboden die Wasserspeicherung und bei schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung. Weil Edelwicken Feuchte und Durchlässigkeit zugleich brauchen, ist Humus auf jeder dieser Bodenarten die passende Verbesserung. Kompost bringst du dafür im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht als Herbstgabe, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird.
pH-Wert, Kalk und tiefgründige Erde
Beim pH-Wert sind Edelwicken nicht auf eine Richtung festgelegt: Saure, neutrale und alkalische Böden kommen infrage. Für die Großblumige Prachtmischung ist dagegen ein tiefgründiger, kalkhaltiger Boden angegeben. Tiefgründig heißt, dass die Wurzeln auch unterhalb der obersten Schicht lockere Erde finden.
Kalk streust du trotzdem nicht auf Verdacht. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig liegt. Liegt er oberhalb des passenden Bereichs, bleiben Kalk und kalkhaltige Düngemittel weg. Wie du Bodenprobe, Lockerung und pH-Korrektur angehst, erklärt der Ratgeber, wie du den Boden für Edelwicken vorbereitest. Den Rahmen für alle Arten liefern die Grundlagen zu Standort und Boden bei Sommerblumen.
Wärme, Frost und Hitze: Welche Temperaturen vertragen Edelwicken?
Edelwicken sind einjährige Pflanzen und nicht winterhart. Über den Winter bringst du sie nicht, im nächsten Jahr säst du neu aus. Im Haus kannst du bei früher Vorkultur schon ab Januar säen.
Vorgezogene Duftwicken der Bunten Mischung pflanzt du nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Vorher gewöhnst du die Jungpflanzen schrittweise an draußen: bei mildem Wetter zuerst geschützt im Schatten, später auch in der Sonne. Kübel und Kästen, die du schon früher bepflanzt hast, brauchen bei drohendem Spätfrost Schutz.
Hitze im Sommer
Die Blütezeit der Edelwicke reicht von Juni bis September und fällt damit in die warmen Monate. Bei Hitze brauchen Edelwicken Wasser. Eine MulchdeckeEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. vermindert die Verdunstung aus dem Boden und bremst zugleich seine Erwärmung. Für eine Pflanze, die bei Hitze Wasser braucht, kann Mulch damit zweifach nützen: Die Feuchte bleibt länger im Boden, und der Wurzelraum heizt sich weniger auf.
Als Mulch eignet sich angewelkter, gesunder Rasenschnitt ohne Unkrautsamen, den du in dünnen Schichten auflegst. Rohen, nicht kompostierten RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. lässt du in Beeten mit Einjahresblumen weg. Wann und wie oft du gießt, hängt von Phase und Wetter ab; das beschreibt der Ratgeber, wie du Edelwicken vom Keimling bis zur Blüte gießt.
Windschutz oder luftiger Platz: Wie viel Wind vertragen Edelwicken?
Edelwicken bevorzugen einen luftigen Standort, an dem das Laub nach Regen schnell trocknet. Ausreichender Pflanzabstand unterstützt das, weil er die Luftzirkulation und das Abtrocknen der Blätter verbessert. So sinkt das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten.
Wind wird vor allem für Gerüst und Gefäß zur Belastung. Eine Rankhilfe an der Hauswand muss neben dem Pflanzengewicht auch Wind- und Schwingungslasten sowie zusätzliche Nässe aushalten. Verankerung und Material wählst du passend zum Wandaufbau. Im Kübel braucht das Gefäß genug Standfestigkeit, und das Klettergerüst sicherst du möglichst zusätzlich an einer festen Rückwand. Hohe Pflanzen brauchen ein entsprechend schweres Gefäß, damit Wind sie nicht umkippt.
Aus beidem ergibt sich, wie Windschutz bei Edelwicken aussieht: Du sicherst das Gerüst, statt der Pflanze die Luft zu nehmen. Wie viel Fläche der Wind findet, hängt auch an der Sorte. Die Klettersorte Cupani wird etwa 180 cm hoch. Die kompakte Mischung Ampelkorb bildet dagegen nur Ranken von etwa 20 bis 25 cm und braucht keine Rankhilfe.
Junge Triebe lenke ich in den ersten Wochen in die gewünschte Richtung und befestige sie vorsichtig an der Kletterhilfe. Nach stürmischen Tagen kontrolliere ich, ob Gerüst und Befestigung noch fest sitzen. Welche Gerüste sich eignen und wie du sie baust und befestigst, zeigt der Ratgeber, welches Rankgerüst zu Edelwicken passt.
Edelwicken in eine enge, windstille Ecke setzen, damit nichts abknickt. Dort kann die Luft schlecht zirkulieren, und das Laub trocknet nach Regen langsamer ab. Besser passt ein offener, sonniger Platz mit fest verankertem Gerüst.
Welcher Platz im Garten passt: Sitzplatz, Zaun oder Kübel?
Am Sitzplatz
Edelwicken duften, die Sorte Cupani sogar stark. Duftpflanzen nimmst du an Sitzplätzen, Terrassen und Gartenwegen gut wahr. Ein sonniger Sitzplatz mit Zaun oder Gerüst dahinter bietet der Pflanze Licht und dir den Duft aus der Nähe. Wo kleine Kinder spielen, wägst du diesen Platz gegen die Giftigkeit der Pflanze ab.
Alle Teile der Edelwicke sind giftig, besonders die Samen. Kleine Kinder beaufsichtigst du im Garten und auf dem Balkon und klärst sie früh über mögliche Gefahren auf. Hat jemand Pflanzenteile verschluckt, entfernst du Reste aus dem Mund, rufst ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löst kein Erbrechen aus.
Am Zaun und an der Pergola
Die Großblumige Prachtmischung kann Drahtnetze, Lauben, Zäune oder Pergolen beranken, auch ein Gerüst aus Gartenholz dient als Kletterhilfe. Die Mischung Fire and Ice kombiniert zum Beispiel rote und weiße Blüten. Ideen für Farben und Pflanzpartner findest du im Ratgeber, wie du Edelwicken an Zäunen, Pergolen und in Kombinationen einsetzt.
Im Kübel und auf dem Balkon
Edelwicken eignen sich auch für Topf und HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche.. Für die Kübelkultur der Duftwicke Bunte Mischung säst du sechs bis acht Samen je Kübel; das passt dazu, dass Edelwicken das Verpflanzen schlecht vertragen. Wie du sie in Kästen und Töpfen pflegst, beschreibt der Ratgeber, wie Edelwicken auf dem Balkon auf kleinem Raum wachsen.
Für Bienen und Hummeln
Beim Nektarsammeln landen Bienen und Hummeln auf dem Schiffchen der Blüte, dabei gelangt Pollen an ihre Körperunterseite. Mehr dazu liest du im Ratgeber, wie Edelwicken einen naturnahen Garten für Insekten bereichern.
Aussaat und Pflege: was zum Standort dazugehört
VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. kannst du Edelwicken im Haus in normaler Aussaaterde, für die Anzucht empfiehlt sich ein tiefes Gefäß. Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. brauchen die Jungpflanzen ausreichend Licht, weil Lichtmangel lange, instabile Triebe begünstigt. Zeitpunkt und Methode beschreibt der Ratgeber, wann und wie du Edelwicken aussäst.
Verblühte Blüten entfernst du regelmäßig, nach dem Ende der Blüte schneidest du die Pflanzen zurück. Düngung, Pflanzenschutz, Ernte und Saatgut behandelt der Ratgeber, wie du Edelwicken von der Sortenwahl bis zur Ernte kultivierst.
Fällt im Sommer Sonne oder höchstens Halbschatten auf die Stelle? Kann Luft zirkulieren, sodass das Laub nach Regen abtrocknet? Hast du per Fingerprobe geprüft, ob eher Sand oder Ton vorliegt, und Humus eingeplant? Steht das Gerüst windfest, und ist der Kübel schwer genug? Passt der Pflanztermin, bei der Bunten Mischung nicht vor Mitte Mai?





