Boden für Edelwicken vorbereiten: vom Bodentest bis zum Anzuchttopf
- Edelwicken brauchen humus- und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden, der feucht bleibt.
- Die Großblumige Prachtmischung verlangt einen tiefgründigen, kalkhaltigen Boden.
- Erst die Bodenprobe, dann Kalk: Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist.
- Schwere Böden verbesserst du je nach Ausgangszustand mit 2 bis 5 Litern gewaschenem Sand ohne Feinanteile je m².
- Kompost kommt im Spätwinter oder Frühjahr aufs Beet, nicht als pauschale Herbstgabe.
- Zum Vorziehen nimmst du tiefe Töpfe mit Wasserabzug und normale Aussaaterde.

Edelwicken vertragen das Verpflanzen schlecht und bleiben die ganze Saison an ihrem Platz. Was dem Boden dort fehlt, holst du nach der Pflanzung nur mühsam nach. Ich fange deshalb jedes Wickenbeet mit dem Spaten für die Bodenprobe an, nicht mit der Saatgutpackung.
Wer Edelwicken vorzieht, bereitet den Boden sogar zweimal vor: zuerst die Erde im Anzuchttopf, später das Beet. Um beides geht es hier.
Edelwicke, Duftwicke und Gartenwicke stehen für dieselbe Art, Lathyrus odoratus. Sie wird einjährig kultiviert und ist nicht winterhart. Gärtner ziehen sie als duftende Schnittblume, die von Juni bis September blüht.
Welchen Boden brauchen Edelwicken?
Der passende Boden ist humus- und nährstoffreich und gut durchlässig. Gleichzeitig soll er feucht bleiben, ohne zu vernässen. Für die Art werden Ton-, Lehm- und Sandboden als geeignet geführt. Die Edelwicke stellt also an die Bodenart wenig Bedingungen, an Humus und Durchlässigkeit dagegen klare. Es kommt deshalb weniger darauf an, welchen Boden du hast, als darauf, was du aus ihm machst.
Genauer wird es bei einzelnen Sorten. Edelwicken der Großblumigen Prachtmischung brauchen einen tiefgründigen, kalkhaltigen Boden. Tiefgründig bedeutet, dass der Boden auch unter der obersten Schicht locker und durchwurzelbar ist.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist humus- und nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden in voller Sonne oder lichtem Schatten.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte humusreich, nährstoffreich und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
Verblühte Blüten regelmäßig entfernen und nach Abschluss der Blüte zurückschneiden.
- Düngung
Vor dem Pflanzen gut verrotteten organischen Mist einarbeiten und während des Wachstums alle zwei Wochen ausgewogenen Flüssigdünger geben.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Wo soll das Wickenbeet liegen?
Edelwicken wollen einen sonnigen Platz, auch lichter Schatten ist möglich. Wie viel Licht, Wärme und Windschutz sie brauchen, liest du im Ratgeber dazu, welchen Standort Edelwicken brauchen. Hier geht es um das, was unter dem Platz liegt.
Bodenanalyse: den Boden verstehen
Bevor ich Sand, Kompost oder Kalk ins Beet bringe, will ich wissen, was schon drin ist. Dafür reichen zwei Schritte: die Fingerprobe im Garten und die Bodenprobe fürs Labor.
Fingerprobe: sandig oder schwer?
Nimm leicht feuchte Erde aus dem Spatenstich und reibe sie zwischen Daumen und Fingern. Fühlt sie sich körnig an und zerfällt, hast du einen Sandboden. Lässt sie sich gut formen und klebt, deutet das auf einen schweren Tonboden hin. Die Probe ist nur eine Näherung. Sie zeigt dir aber, ob dein Beet eher mehr Wasserspeicher oder eher mehr Luft braucht.
Bodenprobe: Was misst das Labor?
Eine Standarduntersuchung von Gartenboden erfasst üblicherweise PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5., Kalium und den Kalkbedarf. Damit beantwortest du die beiden Fragen, die vor dem Wickenbeet stehen: Braucht der Boden Kalk, und wie viel Kompost verträgt er? Die Probe nimmst du vor der Neuanlage und danach alle 3 bis 5 Jahre. Vor der Probenahme düngst du nicht. Unterschiedlich genutzte Flächen lässt du getrennt untersuchen, das Wickenbeet bekommt also eine eigene Probe.
Ich steche für die Probe an mehreren Stellen des geplanten Beets ein und mische die Erde in einem sauberen Eimer. Die Tüte fürs Wickenbeet beschrifte ich getrennt von der fürs Gemüsebeet, auch wenn beide nebeneinander liegen.
Was bedeutet der pH-Wert für Edelwicken?
Für die Art als Ganzes ist kein enger pH-Bereich vorgegeben: Geführt werden saure, neutrale und alkalische Böden. Bei der Großblumigen Prachtmischung soll der Boden dagegen kalkhaltig sein. Kalk bringst du trotzdem nur aus, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt. Die Menge nimmst du aus dem Befund, nicht aus der Sortenbeschreibung.
Die Sorte verlangt also kalkhaltigen Boden, gekalkt wird aber nur nach Messung. Ohne Laborwert streust du deshalb auch für die Prachtmischung keinen Kalk auf Verdacht.
Den Boden optimieren für prächtige Edelwicken
Mit dem Befund in der Hand weißt du, was dein Beet braucht. Danach folgen zwei Arbeitsschritte: lockern und organisches Material einarbeiten.
Wie lockere ich tief, ohne den Boden umzudrehen?
Bestehende Zierbeete lockerst du mit einem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Ich ziehe ihn in Bahnen durch das Beet und danach einmal quer. Wo die Zinken stocken, gehe ich ein zweites Mal durch. Ein neues Beet auf festem Boden lockere ich mit der Grabegabel in voller Zinkenlänge. Gerade für die Großblumige Prachtmischung, die tiefgründigen Boden braucht, lohnt sich diese Arbeit.
Organisches Material für leichte und schwere Böden
Organisches Material wirkt je nach Boden unterschiedlich. Im Sandboden verbessert es die Wasserspeicherung, im schweren Boden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung. Für Edelwicken kannst du vor dem Pflanzen gut verrotteten organischen Mist einarbeiten.
Auch Kompost ist organisches Material, und bei ihm zählt die Menge. Zeigt die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumgehalte, schränkst du die Kompostgabe ein. Vor der Probenahme wird nicht gedüngt, und Kompost kommt ohnehin erst im Spätwinter oder Frühjahr aufs Beet. Die Probe nimmst du also vor der Kompostgabe, nicht danach.
„Kompost im Herbst schadet nie, er hat ja den ganzen Winter Zeit.“ Als pauschale Herbstgabe kann Kompost die Nitratauswaschung begünstigen. Deshalb bringst du ihn im Spätwinter oder Frühjahr aus.
Und der Dünger?
Ob die Wicken später zusätzlich Dünger brauchen, richtet sich nach der Bodenuntersuchung und nach dem Stickstoff, den der Humus nachliefert. Wie du nach Phase und Bedarf düngst, steht im Abschnitt Gießen und Düngen im Sommerblumen-Ratgeber.
Drainage: das A und O für gesunde Edelwicken
Edelwicken brauchen Boden, der feucht bleibt und trotzdem gut durchlässig ist. Das passt zusammen, wenn überschüssiges Wasser nach unten abziehen kann. Wo es im Beet stehen bleibt, fehlt dem Boden genau diese Durchlässigkeit.
Woran erkenne ich, dass Wasser im Beet steht?
Schau dir das Beet nach einem kräftigen Regen an und achte darauf, wo sich Pfützen halten. Klebt die Erde dort bei der Fingerprobe, kann das auf einen schweren Boden hindeuten, der Wasser schlecht ableitet. Ich mache diesen Rundgang vor dem Lockern und markiere mir die Stellen, an denen Sand hin muss.
Schwere Böden mit Sand und Humus verbessern
Für schwere Gartenböden ist gewaschener Sand ohne Feinanteile vorgesehen. Wie viel du einarbeitest, hängt vom Ausgangszustand des Bodens ab. Das organische Material aus dem vorigen Schritt hilft hier mit, weil es in schweren Böden die Durchlüftung verbessert. Ich verteile den Sand vor dem Lockern auf der Fläche, damit Sauzahn oder Grabegabel ihn gleich mit einarbeiten.
Für schwere Gartenböden 2 bis 5 Liter gewaschener Sand ohne Feinanteile je m², je nach Ausgangszustand.
Hochbeet oder Kübel als Ausweg
Edelwicken eignen sich auch für Hochbeet und Topf. Im Hochbeet bestimmst du die Füllung selbst und baust humusreiche, durchlässige Erde auf, ohne gegen den Gartenboden zu arbeiten. Beim Kübel müssen die Abzugslöcher frei bleiben, das Substrat muss strukturstabil sein, und das Wasser muss unter dem Gefäß abfließen können. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können diese stabile Struktur der Kübelpflanzenerde unterstützen.
Für die Duftwicke Bunte Mischung säst du sechs bis acht Samen je Kübel. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen auch unter der schnell abtrocknenden Oberfläche, ob sie noch feucht ist. Ich stelle meine Kübel auf Füße, damit das Wasser unten frei ablaufen kann.
Saatbett für die Direktsaat
Wer direkt ins Beet sät, braucht ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind.. Gesät wird von März bis Mai. Die Saattiefe unterscheidet sich je nach Saatgutangebot und liegt zwischen 1 und 3 cm, die Angabe auf deiner Packung geht vor. Edelwicken keimen im Dunkeln, deshalb bedeckst du die Samen vollständig mit Erde.
Abstände plane ich immer zusammen mit der Rankhilfe, denn die Reihe läuft am Gerüst entlang.
| Abstand und Erziehung | Wert |
|---|---|
| Pflanzabstand in der Reihe | 5–20 cm |
| Reihenabstand | 20 cm |
| ErziehungsformDie Erziehungsform ist die Gestalt, in die du eine Pflanze, vor allem ein Obstgehölz, durch Schneiden und Binden gezielt ziehst. Bei Obstbäumen gelten Spindel und Spalier als die einfachsten Erziehungsformen. | an der Rankhilfe, Wuchshöhe 80–160 cm |
Rankhilfe: aufstellen, solange das Beet leer ist
Edelwicken werden 80 bis 160 cm hoch und klettern an einem Gerüst. Ich stelle die Rankhilfe auf, solange das frisch gelockerte Beet noch leer ist, und trete so später nicht zwischen den Jungpflanzen in den Boden. Grundsätzliches zu Rankhilfen findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Pflege.
Edelwicken vorziehen: Topf, Erde und Samen vorbereiten
Beim VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. ist der Anzuchttopf das erste Beet deiner Wicken. Edelwicken vertragen das Verpflanzen schlecht und brauchen zur Aussaat ein tiefes Pflanzgefäß. PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. fällt damit aus: Du säst gleich in den tiefen Topf, in dem die Pflanze bis zum Auspflanzen bleibt.
Wann fängst du an?
Bei früher Vorkultur kannst du Edelwicken schon ab Januar säen. Als Startmonate für die Kultur gelten März und April. Ich trage den Termin im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein, damit er neben den anderen Arten steht.
Wie bereitest du die Samen vor?
Raue die Samenschale vor dem Säen zwischen Schleifpapier an. Danach weichst du die Samen in warmem Wasser ein, bis sie gequollen sind. Das dauert gewöhnlich 24 bis 48 Stunden. Samen, die dann noch oben schwimmen, verwirfst du zusammen mit dem Wasser. Ich lege die Samen dafür in ein beschriftetes Glas und schaue nach, welche sichtbar aufgequollen sind.
Alle Teile der Edelwicke sind giftig, besonders die Samen. Bewahre Saatgut und das Glas mit quellenden Samen außer Reichweite von Kindern auf. Edelwicken sind Zier- und Schnittblumen, keine Küchenpflanzen.
Welcher Topf und welche Erde?
Edelwicken lassen sich im Haus in normaler Aussaaterde vorziehen. Für die Jungpflanzenanzucht sollte Aussaaterde einen Salzgehalt unter 0,5 g je Liter haben. Der Topf braucht vor allem Tiefe. Ich säe direkt in tiefe Einzeltöpfe und lasse die Pflanze darin bis zum Auspflanzen stehen.
Anzuchttöpfe ohne Wasserabzug. Anzuchtschalen und Töpfe brauchen einen Abzug, damit keine Staunässe entsteht.
Keimen, Licht und Abhärten
Bis zur Keimung stehen die Töpfe dunkel. Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. brauchen die Jungpflanzen ausreichend Licht, weil Lichtmangel lange, instabile Triebe begünstigt. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du sie bei mildem Wetter an draußen: zuerst geschützt im Schatten, nach einigen Tagen auch in der Sonne. Vorgezogene Duftwicken der Bunten Mischung pflanzt du nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Den Ballen setzt du dann ungestört in das vorbereitete Beet.
Die Werte für die Anzucht stehen hier zusammen:
| Vorziehen | Wert |
|---|---|
| Früheste Aussaat bei Vorkultur | ab Januar |
| Aussaatzeit | März bis Mai |
| Einweichen in warmem Wasser | bis zur Quellung, gewöhnlich 24–48 Stunden |
| Saattiefe | 1–3 cm, je nach Saatgutangebot |
| Untere KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 10–15 °C |
| Obere Keimtemperatur | 15–20 °C |
| Keimdauer | 7–21 Tage |
| Licht bis zur Keimung | dunkel |
| Auspflanzen, Duftwicke Bunte Mischung | nicht vor Mitte Mai |
Nach der Pflanzung: gießen und pflegen
Auf dem vorbereiteten Boden hältst du die Wicken gleichmäßig feucht. Wie oft und wie viel, steht im Ratgeber, wie du Edelwicken vom Keimling bis zur Blüte gießt. Verblühtes entfernst du regelmäßig, und alles Weitere von der Sortenwahl bis zum Pflanzenschutz bündelt der Ratgeber, wie du Edelwicken im Garten kultivierst.
In welcher Reihenfolge bereite ich das Beet vor?
Wenn ich ein Wickenbeet neu anlege, halte ich mich an eine feste Reihenfolge. Die Probe kommt zuerst, weil vor der Probenahme nicht gedüngt wird. Wo das Beet liegt und was im Vorjahr dort stand, halte ich im digitalen Beetplan fest. Welche Nachbarn neben die Wicken passen, prüfe ich in der Übersicht guter und schlechter Pflanzennachbarn.
- Fingerprobe an mehreren Stellen des geplanten Beets machen
- Bodenprobe nehmen, vorher nicht düngen
- Kalk nur ausbringen, wenn der Befund es verlangt
- Schweren Boden mit gewaschenem Sand ohne Feinanteile verbessern
- Mit Sauzahn oder Grabegabel lockern, ohne die Schichten zu wenden
- Kompost im Spätwinter oder Frühjahr einarbeiten
- Saatbett fein harken und unkrautfrei halten
- Von März bis Mai säen, Vorgezogene der Bunten Mischung nicht vor Mitte Mai pflanzen





