Mais im Garten anbauen: So planst du Platz, Abstände und Blöcke
- Mais steht in der Reihe 34 bis 45 cm auseinander, zwischen den Reihen 80 cm, als Block aus mehreren kurzen Reihen.
- Der Block statt einer einzelnen langen Reihe unterstützt die Windbestäubung.
- Mais wird 120 bis 400 cm hoch, lichtbedürftige Nachbarn gehören nicht auf seine Nordseite.
- Zwischen Zuckermais im Hausgarten und Feldmais werden mindestens 500 m Abstand empfohlen.
- Vor dem Mais kann Spinat wachsen, wenn er abgeerntet ist, bevor er den jungen Mais bedrängt.
- Auf dieselbe Fläche kommt Mais erst nach 3 Jahren Anbaupause zurück.

Wer Mais im Garten anbauen will, plant zuerst die Fläche und dann die Saat. Mais wird vom Wind bestäubt und steht dafür besser in einem Block aus mehreren kurzen Reihen als in einer langen Reihe am Zaun. Dazu kommt seine Höhe: Was Licht braucht, gehört nicht auf seine Nordseite. Ich zeichne das Maisbeet deshalb jedes Frühjahr auf Karopapier, bevor ich das erste Korn lege.
Abstände, Anordnung, Mischkultur und die Planung über die Saison bestimmen, wie viel Mais in deinen Garten passt. Das gilt im Beet genauso wie im Hochbeet und im Kübel.
Wie viel Platz braucht Mais im Garten?
Den Platzbedarf von Mais legst du über ein System aus drei Größen fest: Abstand in der Reihe, Abstand zwischen den Reihen und Form der Pflanzung. In der Reihe stehen die Pflanzen 34 bis 45 cm auseinander. Zwischen den Reihen planst du 80 cm ein. Mehrere dieser kurzen Reihen setzt du nebeneinander, sodass ein Block entsteht.
| Planungsgröße | Wert für Mais |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 34 bis 45 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 80 cm |
| Form der Pflanzung | Block aus mehreren kurzen Reihen |
| Wuchshöhe | 120 bis 400 cm |
| Kulturdauer | 90 bis 110 Tage |
| Abstand von Zuckermais zu Feldmais | mindestens 500 m |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 3 Jahre |
Die Fläche in Quadratmetern ergibt sich aus der Zahl der Reihen und der Pflanzen je Reihe. Ich stecke die Reihen vor der Saat mit Schnur ab und markiere jeden Pflanzplatz mit einem kurzen Stab. So sehe ich, ob der Block ins Beet passt und ob zwischen den Reihen Platz zum Hacken bleibt.
Auf leichtem, trockenem Boden weiter pflanzen
Auf leichtem, trockenem Boden ist das Wasser der knappe Faktor. Eine geringere Bestandsdichte kann dort die Konkurrenz der Maispflanzen um dieses Wasser mindern. Auf sandigem Boden nutze ich deshalb das obere Ende der Spanne in der Reihe, statt die Pflanzen enger zu setzen. Wie du den Maisanbau insgesamt auf trockene Jahre einstellst, zeigt der Ratgeber, wie du Mais an Trockenheit, Hitze und Extremwetter anpasst.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein warmer Standort ist geeignet.
- Bodenart
Für Zuckermais nährstoffreichen Boden wählen und vor der Kultur gut verrottetes organisches Material wie Gartenkompost einarbeiten oder bei Kultur ohne Umgraben als Mulch aufbringen.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,8 werden bevorzugt.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Pflege
- Pflege
Während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bereitstellen.
- Düngung
Für Zuckermais: Bodenuntersuchung, Vorfrüchte und bisherige Nährstoffgaben zur Düngeplanung heranziehen. Bei sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, Auswaschung zu verringern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Block statt Reihe: So ordnest du Mais für die Bestäubung an
Beim Mais sitzen die Blüten an zwei Stellen. Die Rispen an der Spitze geben Pollen ab, und die Fäden der jungen Kolben weiter unten fangen ihn auf. Den Weg dazwischen übernimmt der Wind. Deshalb pflanzt du Mais in Blöcken und nicht in einer einzelnen langen Reihe, denn im Block stehen in jeder Windrichtung Nachbarn mit Kolben.
Den Block legst du so, dass er nichts beschattet, was Licht braucht. Mais wird 120 bis 400 cm hoch, und lichtbedürftige Nachbarn gehören nicht auf seine Nordseite. Ich lege den Maisblock deshalb an den Nordrand des Gemüsegartens.
Weil der Pollen mit dem Wind fliegt, zählt auch, was jenseits des Zauns wächst. Zwischen Zuckermais im Hausgarten und Feldmais wird ein Abstand von mindestens 500 m empfohlen, um unerwünschte BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. zu vermeiden.
Mais als einzelne lange Reihe am Zaun, gedacht als Sichtschutz. Dort fehlt der Block, der die Windbestäubung unterstützt. Setze lieber mehrere kurze Reihen nebeneinander.
Reihen mit Schnur abgesteckt, Block aus mehreren kurzen Reihen geplant, Nordseite frei von lichtbedürftigen Nachbarn, Feldmais in der Umgebung geprüft.
Mischkultur: mehr Ernte auf derselben Fläche
Mischkultur spart beim Mais Fläche, weil die Partner unterschiedliche Höhen nutzen. In einer Milpa-Mischkultur dient der Mais kletternden Bohnen oder Erbsen als Stütze. Kürbisblätter bedecken darunter den Boden und schützen ihn vor Austrocknung. So teilen sich drei Kulturen ein Beet: oben der Mais, an ihm die Ranken, am Boden das Kürbislaub.
Gute Partner für Mais sind Kürbis und Prunkbohnen. Zitronengras dagegen passt nicht neben ihn. Weitere Kombinationen prüfst du im Mischkultur-Planer.
Plane die Mischkultur mit den endgültigen Pflanzengrößen, nicht mit der Größe beim Setzen. Ich trage im Beetplan für jede Art ein, wie viel Raum sie am Ende einnimmt. Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. räumst du ab, bevor sie den Mais bedrängen.
Bei Untersaaten unter Mais ist Vorsicht angebracht: Bei Trockenheit konkurrieren sie mit ihm um Wasser. Eine Garantie gibt Mischkultur ohnehin nicht, ihre Wirkung hängt von Standort, Licht, Boden und Pflege ab. Den Aufbau Schritt für Schritt zeigt der Ratgeber, wie du eine Mais-Mischkultur nach dem Drei-Schwestern-Prinzip anlegst.
Das Maisbeet über die Saison planen
Mais belegt sein Beet nicht das ganze Jahr. Seine Kulturdauer liegt bei 90 bis 110 Tagen, davor und danach kann eine andere Kultur die Fläche nutzen. So kann ein Jahr auf dem Maisbeet aussehen:
| Zeitraum | Kultur auf der Fläche |
|---|---|
| Anfang März bis Mitte Mai | Spinat, Anfang März unter Vlies gesät |
| Anfang Mai bis Mitte September | Zuckermais |
| nach der Maisernte | Gründüngung |
Von Anfang bis Mitte Mai stehen Spinat und junger Mais gemeinsam auf dem Beet. Eine Zwischenkultur, die zu lange bleibt, kann Wuchshöhe und Kolbengröße des Zuckermaises verringern. Der Spinat muss deshalb abgeerntet sein, bevor er den auflaufenden Mais bedrängt.
Ich schreibe beim Säen des Spinats auf das Etikett, bis wann die Reihe abgeerntet sein muss. Beim Hacken schaue ich nach, wie nah der Spinat dem jungen Mais schon kommt.
Geerntet wird Mais von August bis Oktober, danach übernimmt eine Gründüngung. Zu Mais passen Lein, Luzerne und Phacelia. Wird das Beet erst Ende September oder Anfang Oktober frei, ist Winterroggen eine robuste Wahl.
Über mehrere Jahre gilt: Mais kommt erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren auf dieselbe Fläche zurück. Das gilt auch, wenn er dort in Mischkultur stand. Im ökologischen Maisanbau gilt ein Erbse-Wick-Gemenge als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., weil LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. wie Wicken Luftstickstoff binden und die Nährstoffversorgung der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. verbessern können. Welche Fläche in welchem Jahr frei ist, ordnest du im Beetplaner. Die Aussaattermine von Mais und den anderen Arten seiner Gruppe hast du im Aussaatkalender zum Ausdrucken beisammen.
Mais im Hochbeet
Mais wächst auch im Hochbeet, das Prinzip bleibt dasselbe. Ein freistehendes Hochbeet sollte höchstens doppelte Armlänge breit sein, damit du jede Stelle erreichst. In so einem schmalen Beet bildest du den Block aus kurzen Reihen quer über die Breite, statt eine Reihe längs an der Kante zu ziehen. Teilt sich der Mais das Beet mit anderen Kulturen, bekommt er das Nordende.
Ein frisch mit verrottendem Gartenmaterial aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Standjahr besonders viele Nährstoffe frei. Mais will nährstoffreichen Boden, deshalb passt er gut in das erste Jahr eines neuen Hochbeets. Ich prüfe vor dem Pflanzen, ob ich jede Pflanzstelle vom Rand aus erreiche, ohne ins Beet zu greifen wie über einen Zaun.
Plane beim Hochbeet die Höhe mit. Mais wird 120 bis 400 cm hoch und ragt im Hochbeet noch weiter über den Weg. Prüfe deshalb vorher, ob er dort Fenster, Sitzplatz oder Nachbarbeete beschattet.
Mais im Kübel auf Balkon und Terrasse
Mais gilt als topfgeeignet und wächst auch im Kübel. Für die Bestäubung gilt im Kleinen dasselbe wie im Beet: Stell mehrere Maiskübel als Gruppe zusammen, statt sie einzeln am Geländer aufzureihen.
Das Gefäß braucht einen Wasserablauf und darf nicht im Wasser stehen, damit sich keine Staunässe bildet und keine WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. entsteht. Als Erde eignet sich torffreie Blumen- oder Kübelpflanzenerde mit porösen mineralischen Bestandteilen, die das Substrat luftig halten. Den Kübel stellst du an einen sonnigen, windgeschützten Platz.
Torffreie Erde kann an der Oberfläche trocken aussehen, obwohl sie darunter noch feucht ist. Ich prüfe deshalb vor dem Gießen mit dem Finger auch die Schicht unter der Oberfläche. Besonders aufmerksam bin ich zur Blüte und während sich die Körner füllen, denn das sind beim Mais die kritischen Phasen für die Wasserversorgung.
Schwarze Kunststofftöpfe erwärmen sich in der Sonne stark. Ein Übertopf und eine Abdeckung der Erdoberfläche schützen Wurzeln und Substrat vor Überhitzung und Austrocknung.
Kübel auf Balkon und Terrasse müssen standsicher stehen. Bei einer Pflanze, die 120 bis 400 cm hoch wird, prüfst du das vor dem Bepflanzen.
Was außer dem Platz noch zählt
Mais will einen warmen Platz in voller Sonne und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Zuckermais wächst bei hoher Sonneneinstrahlung am besten bei 24 bis 29 °C. Was Sonne, Wärme und Boden für die ganze Gruppe bedeuten, steht im Abschnitt Standort und Boden bei Exoten und Gemüse-Raritäten.
Kälte setzt jungem Mais zu: Mehrere Tage mit Lufttemperaturmitteln unter 10 °C können Blattvergilbungen auslösen und Assimilation sowie Nährstoffaufnahme vermindern. Wie du mit Frost, Trockenheit und Starkregen umgehst, zeigt der Ratgeber, welche Temperatur-, Wasser- und Lichtbedingungen Mais braucht.
Gesät wird Mais von April bis Juli, vorgezogene Pflanzen setzt du im Mai ins Beet. In kühleren Regionen kann Zuckermais ab Ende April im Haus vorgezogen werden. Ab wann die Bodentemperatur passt und was bei Spätfrost hilft, erklärt der Ratgeber, wann du Mais im Hausgarten aussäst.
Im Frühjahr versorgen 3 Liter Kompost je Quadratmeter Zuckermais mit Phosphor, Kalium und MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose., den Stickstoff planst du gesondert. Auf sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, die AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. zu verringern. Einen Fahrplan nach Wachstumsphase findest du im Ratgeber, wie du Mais bedarfsgerecht gießt und düngst.
Verfrühungsvlies kann jungen Zuckermais von der Saat bis etwa 20 cm Pflanzenhöhe abdecken und die Anfangsentwicklung fördern. Gesäte Körner und reifende Kolben schützt du bei Bedarf mit Netzen oder Schutzbeuteln vor Vögeln. Erntereif ist Zuckermais in der Milchreife: Die Fäden werden braun, und ein angeritztes Korn gibt milchigen Saft ab. Den ganzen Ablauf zeigt der Ratgeber, wie du Mais Schritt für Schritt von der Saat bis zur Ernte anbaust.
Für den Hausgarten eignen sich frühe Zuckermaissorten, weil ihre Kolben zuverlässig ausreifen sollen. Die Unterschiede in Sorten, Ernte und Verwendung erklärt der Ratgeber, worin sich Zuckermais und Futtermais unterscheiden. Bunte Kolben für Herbstdeko behandelt der Ratgeber, wie du Ziermais anbaust und dekorativ verwendest.





