Futtermais oder Zuckermais: Unterschiede, Sorten und was in deinen Garten passt
- Bei Zuckermais wird der Zucker im Korn langsamer zu Stärke als bei landwirtschaftlich genutztem Mais wie Futtermais.
- Silomais wird als ganze oberirdische Pflanze grün geerntet und gehäckselt, bei Körnermais zählen nur die ausgereiften, trockenen Körner.
- Auch Futtermais kannst du in der Milchreife als Speisemais verwenden, solange die Körner noch weich sind.
- Pollen von normalsüßem Zuckermais oder landwirtschaftlichem Mais kann bei extrasüßen Sorten den hohen Zuckergehalt unterdrücken.
- Zuckermais ist reif für die Küche, sobald die Fäden braun werden und ein angeritztes Korn milchigen Saft zeigt.

Futtermais und Zuckermais gehören beide zu Zea mays, im Garten nutzt du sie aber ganz unterschiedlich. Futtermais kannst du in der Milchreife kochen, solange die Körner noch weich sind. Steht er neben extrasüßem Zuckermais, kann sein Pollen dessen hohen Zuckergehalt unterdrücken. Ich schaue deshalb bei jeder Maissorte zuerst auf den Typ, bevor ich das Beet plane.
Was unterscheidet Zuckermais und Futtermais?
Der Unterschied liegt im Korn. Bei Zuckermais wird der eingelagerte Zucker langsamer zu Stärke umgewandelt als bei landwirtschaftlich genutztem Mais, zu dem auch der Futtermais gehört. Zuckermais erntest du für die Küche in der Milchreife. Futtermais wird für Futterzwecke angebaut und je nach Nutzung als Silomais oder Körnermais geerntet.
| Merkmal | Zuckermais | Futtermais |
|---|---|---|
| Zucker im Korn | wird langsamer zu Stärke | wird schneller zu Stärke |
| Für die Küche | Kolben in der Milchreife | Kolben in der Milchreife, solange die Körner weich sind |
| Was geerntet wird | der Kolben | als Silomais die ganze oberirdische Pflanze, als Körnermais nur die trockenen Körner |
| BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. | extrasüße Sorten können durch fremden Pollen ihren hohen Zuckergehalt verlieren | sein Pollen kann extrasüßen Zuckermais in der Nachbarschaft beeinträchtigen |
Willst du Futtermais kochen, prüfst du seine Kolben deshalb früh: Sein Zucker wird schneller zu Stärke, und als Speisemais braucht er weiche Körner.
„Futtermais kann man nicht essen.“ So pauschal stimmt das nicht. Auch Futtermaiskolben lassen sich in der Milchreife als Speisemais verwenden, solange die Körner noch weich sind. Sein Zucker wird allerdings schneller zu Stärke als beim Zuckermais.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein warmer Standort ist geeignet.
- Bodenart
Für Zuckermais nährstoffreichen Boden wählen und vor der Kultur gut verrottetes organisches Material wie Gartenkompost einarbeiten oder bei Kultur ohne Umgraben als Mulch aufbringen.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,8 werden bevorzugt.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Pflege
- Pflege
Während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bereitstellen.
- Düngung
Für Zuckermais: Bodenuntersuchung, Vorfrüchte und bisherige Nährstoffgaben zur Düngeplanung heranziehen. Bei sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, Auswaschung zu verringern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Wie wird Futtermais genutzt: Silomais, Körnermais und Corn-Cob-Mix
Beim Futtermais entscheidet die Nutzung darüber, welcher Teil der Pflanze geerntet wird.
Silomais
Bei Silomais wird die gesamte oberirdische Pflanze grün geerntet und gehäckselt. Stängel, Blätter und Kolben landen also gemeinsam im Erntegut. Für den Hausgarten ist das selten ein Ziel, solange du keine Tiere fütterst.
Körnermais
Körnermais wird anders geerntet: Hier kommen nur die ausgereiften, trockenen Körner vom Feld. Die Kolben bleiben dafür an der Pflanze, bis die Körner ausgereift sind. Wer aus eigenem Mais Grieß oder Mehl machen will, lässt die Kolben deshalb ausreifen und trocknen, statt sie in der Milchreife zu pflücken.
Hartmais und Zahnmais sind Korntypen des Maises. Hartmais wird zu Grieß verarbeitet, Zahnmais zu Mehl.
Corn-Cob-Mix
Corn-Cob-Mix, kurz CCM, besteht aus Maiskörnern und Teilen der Kolbenspindeln. Anders als beim Körnermais bleibt hier also ein Teil der Spindel im Erntegut.
Was du im Garten mit Futtermais anfangen kannst
Im Hausgarten bleiben dir zwei sinnvolle Wege. Willst du Kochkolben, erntest du in der Milchreife, solange die Körner weich sind. Willst du Körner für Grieß oder Mehl, lässt du die Kolben an der Pflanze ausreifen. Ich setze Futtermais grundsätzlich nicht in die Nähe von extrasüßem Zuckermais.
Welche Zuckermaissorten passen in den Garten?
Für den Hausgarten eignen sich frühe Zuckermaissorten, weil ihre Kolben zuverlässig ausreifen sollen. Damaun, Mezdi und Tramunt gehören zum extrasüßen sh2-Typ und sind samenfest. Tatonka F1 ist eine extrasüße Hybride, die mittelfrüh reift.
| Sorte | Süßetyp | Saatgut | Reifezeit |
|---|---|---|---|
| Damaun | extrasüß, sh2 | samenfest | 85 bis 95 Tage |
| Mezdi | extrasüß, sh2 | samenfest | 90 bis 100 Tage |
| Tramunt | extrasüß, sh2 | samenfest | 100 bis 105 Tage |
| Tatonka F1 | extrasüß | F1-HybrideF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. | mittelfrüh |
Unter den drei samenfesten Sorten hat Damaun die kürzeste Reifezeit. Wer auf zuverlässiges Ausreifen setzt, fängt also mit Damaun an. Golden Bantam ist ebenfalls samenfest, schmeckt aber vergleichsweise wenig süß. Ich schreibe den Süßetyp mit aufs Beetschild, damit ich beim Planen im nächsten Jahr nachsehen kann.
Bei extrasüßen Sorten kann Fremdbestäubung die Ausbildung des hohen Zuckergehalts unterdrücken. Auslösen kann das Pollen von normalsüßem Zuckermais, aber auch Pollen von landwirtschaftlichem Mais. Für Zuckermais im Hausgarten gilt zu Feldmais ein empfohlener Mindestabstand von 500 m.
Samenfest oder Hybride?
Samenfeste Sorten können ihre typischen Eigenschaften bei sortenerhaltender Vermehrung an die nächste Generation weitergeben. F1-Hybriden bilden zwar ebenfalls Samen, deren Nachkommen fallen aber uneinheitlich aus. Ob dir eigenes Saatgut oder eine Hybride mehr bringt, klärt der Vergleich, ob Hybridmais oder samenfester Mais besser zu dir passt.
Ziermais für bunte Kolben
Ziermais wie Glass Gem bildet glasperlenartig glänzende Körner in unterschiedlichen Regenbogenfarben. Zum Trocknen streifst du die Hüllblätter vom Kolben, bindest sie nach oben und hängst die Kolben auf. Was du daraus machen kannst, zeigt der Ratgeber, wie du Ziermais anbaust und für Herbstdekorationen nutzt.
Wann erntest du Zuckermais und Futtermais?
Zuckermais erntest du für die Küche in der Milchreife. Du erkennst sie an braun werdenden Fäden und an milchigem Saft, der aus einem angeritzten Korn tritt. Futtermais kannst du im selben Stadium als Speisemais nutzen, solange die Körner noch weich sind. Körnermais bleibt dagegen stehen, bis die Körner ausgereift und trocken sind. Mais hat seine Erntezeit von August bis Oktober. Wie du den Zeitpunkt bei Silo- und Körnermais im Detail festmachst, zeigt der Ratgeber zum richtigen Erntezeitpunkt bei Zucker-, Silo- und Körnermais.
Ich ziehe die Hüllblätter an der Kolbenspitze nur ein Stück zurück und ritze ein Korn mit dem Fingernagel an. So sehe ich den Saft, ohne den Kolben abzubrechen.
Frisch geernteten Zuckermais wickelst du in ein feuchtes Tuch und legst ihn in den Kühlschrank. Dort hält er sich einige Tage.
Welche Vor- und Nachteile haben beide Typen?
Zuckermais
Dafür spricht:
- Der Zucker im Korn wird langsamer zu Stärke als bei landwirtschaftlich genutztem Mais.
- Für den Garten gibt es samenfeste und hybride extrasüße Sorten, etwa Damaun oder Tatonka F1.
- Frühe Sorten sollen im Hausgarten zuverlässig ausreifen.
- Die Erntereife erkennst du direkt am Kolben, an braunen Fäden und milchigem Saft.
Dagegen spricht:
- Bei extrasüßen Sorten kann fremder Pollen den hohen Zuckergehalt unterdrücken.
- Frische Kolben halten im Kühlschrank nur einige Tage.
- Für die Küche zählt die Milchreife, die du am Kolben selbst prüfen musst.
Futtermais
Dafür spricht:
- Seine Kolben lassen sich in der Milchreife ebenfalls als Speisemais verwenden.
- Lässt du die Körner ausreifen, kannst du sie je nach Korntyp zu Grieß oder Mehl verarbeiten.
- Wer Tiere hält, kann die ganze Pflanze als Silomais grün häckseln.
Dagegen spricht:
- Sein Zucker wird schneller zu Stärke als beim Zuckermais.
- Neben extrasüßem Zuckermais kann sein Pollen dessen hohen Zuckergehalt unterdrücken.
- Silomais und Corn-Cob-Mix sind Nutzungen für die Fütterung, für die im Hausgarten meist der Anlass fehlt.
Welcher Mais passt in deinen Garten?
Für Kochkolben aus dem eigenen Beet nimmst du Zuckermais, und zwar eine frühe Sorte. Futtermais passt, wenn du ausgereifte Körner verarbeiten willst. Beide Typen vertragen sich im selben Garten schlecht, sobald dein Zuckermais extrasüß ist. Dann entscheidest du dich für einen der beiden.
Kochkolben gewünscht? Dann Zuckermais. Kühlere Region? Dann eine Sorte mit kurzer Reifezeit wie Damaun und VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. im Haus ab Ende April. Extrasüßer Zuckermais im Beet? Dann weder Futtermais noch normalsüßen Zuckermais daneben. Grieß oder Mehl geplant? Dann Kolben ausreifen und trocknen lassen.
Wie baust du Mais im Garten an?
Die ganze Kultur Schritt für Schritt zeigt die Anleitung, wie du Mais von der Saat bis zur Ernte anbaust.
Standort und Boden
Mais braucht volle Sonne, einen warmen Platz und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Optimal sind für Zuckermais 24 bis 29 °C, wenn viel Sonne auf das Beet fällt. Was wärmeliebende Arten sonst an Sonne, Wärme und Boden brauchen, steht im Überblick zu Standort und Boden für Exoten und Gemüse-Raritäten.
Aussaat und Platz
Mais säst du von April bis Juli, in kühleren Regionen kannst du Zuckermais ab Ende April im Haus vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Pflanze ihn in Blöcken statt in einer einzelnen langen Reihe, das unterstützt die Windbestäubung. Wann du Mais je nach Bodentemperatur und Region säst und wie du Fläche und Abstände für eine gute Bestäubung planst, zeigen zwei eigene Ratgeber.
Gießen und Düngen
Sorge in der Wachstumszeit für ausreichend Feuchtigkeit, besonders kritisch sind beim Mais Blüte und Kornfüllung. Im Frühjahr liefern 3 Liter Kompost je Quadratmeter dem Zuckermais PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat., KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten. und MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose., den Stickstoff planst du gesondert. Einen Fahrplan nach Wachstumsphase findest du im Ratgeber, wie du Mais bedarfsgerecht bewässerst und düngst.
Schädlinge und Krankheiten
Ausgesäte Körner schützt du bei Bedarf mit Netzen vor Vögeln, reifende Kolben mit Schutzbeuteln. Silbrig glänzende Wucherungen, die aufreißen und schwarzes Sporenpulver freisetzen, können auf Maisbeulenbrand hindeuten. Weitere Schadbilder ordnet der Ratgeber ein, wie du Maiskrankheiten erkennst und ihnen vorbeugst.
Fruchtfolge und Nachbarn
Als gute Partner für Mais gelten Kürbis und Prunkbohnen, als unverträglich Zitronengras; geplante Kombinationen prüfst du im Mischkultur-Planer. Auf dieselbe Fläche kommt Mais erst nach einer AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 3 Jahren, die Folge über mehrere Jahre ordnest du im Beetplaner. Lichtbedürftige Nachbarn setzt du nicht nördlich vom Mais.






