Maisanbau im Garten: Schritt für Schritt von der Sortenwahl bis zur Ernte
- Mais säst du von April bis Juli, aber erst, wenn der Boden über 10 °C warm ist.
- Für die Direktsaat ins Freiland sollte der Boden konstant über 14 °C haben.
- Lege mehrere kurze Reihen als Block an, denn Mais wird vom Wind bestäubt.
- Abstand im Block: 34 bis 45 cm in der Reihe und 80 cm zwischen den Reihen.
- Zuckermais erntest du in der Milchreife: Die Fäden werden braun, ein angeritztes Korn gibt milchigen Saft.
- In ein feuchtes Tuch gewickelt halten sich frische Kolben einige Tage im Kühlschrank.
- Auf dieselbe Fläche kommt Mais erst nach 3 Jahren Anbaupause wieder.

Beim Maisanbau im Garten zählen zwei Dinge schon beim Säen: ein warmer Boden und genug Nachbarn, denn Mais wird vom Wind bestäubt. Ich messe deshalb vor jeder Aussaat die Bodentemperatur. Meinen Mais lege ich nie in eine einzelne lange Reihe, sondern in einen Block aus mehreren kurzen Reihen.
Mais (Zea mays) ist einjährig und nicht winterhart, die Pflanzen werden 120 bis 400 cm hoch. Wie er sich zwischen Andenbeere, Quinoa und den übrigen Raritäten einordnet, zeigt der Überblick über Fruchtgemüse, Knollen, Körner und Raritäten.
Die wichtigsten Werte für den Maisanbau
Diese Werte brauchst du beim Planen immer wieder, die Einzelheiten folgen in den Abschnitten darunter.
| Was | Wert für Mais |
|---|---|
| Aussaat ins Beet | April bis Juli |
| Bodentemperatur zur Aussaat | über 10 °C |
| Bodentemperatur für die Direktsaat | konstant über 14 °C |
| VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. im Haus | in kühleren Regionen ab Ende April |
| Auspflanzen vorgezogener Pflanzen | Mai |
| Saattiefe Zuckermais | etwa 3 bis 4 cm |
| Saattiefe Popcornmais „Dobosz F1“ und Ziermais „Glass Gem“ | etwa 2 bis 3 cm |
| Abstand in der Reihe | 34 bis 45 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 80 cm |
| Anordnung | Block aus mehreren kurzen Reihen |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Kulturdauer | 90 bis 110 Tage |
| Erntezeit | August bis Oktober |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 3 Jahre |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein warmer Standort ist geeignet.
- Bodenart
Für Zuckermais nährstoffreichen Boden wählen und vor der Kultur gut verrottetes organisches Material wie Gartenkompost einarbeiten oder bei Kultur ohne Umgraben als Mulch aufbringen.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,8 werden bevorzugt.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Pflege
- Pflege
Während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bereitstellen.
- Düngung
Für Zuckermais: Bodenuntersuchung, Vorfrüchte und bisherige Nährstoffgaben zur Düngeplanung heranziehen. Bei sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, Auswaschung zu verringern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Welche Maissorte passt in deinen Garten?
Für die Küche baust du Zuckermais an, seine Kolben erntest du in der Milchreife. Im Hausgarten sind frühe Zuckermaissorten eine gute Wahl, weil ihre Kolben zuverlässig ausreifen sollen. Popcornmais wie „Nana“ oder „Dobosz F1“ bildet harte Körner, die beim Erhitzen aufplatzen. Ziermais wie „Glass Gem“ ziehst du für die Dekoration.
Worin sich Zuckermais und Futtermais bei Verwendung, Ernte und Verarbeitung unterscheiden, zeigt der Vergleich, welcher Maistyp als Zucker- oder Futtermais in deinen Garten passt. Ob eine Hybridsorte oder samenfester Mais besser zu dir passt, klärt der Ratgeber, wie sich beide Typen bei Ertrag, Geschmack und Saatgutgewinnung unterscheiden.
Liegt ein Maisfeld in der Nähe, kann Feldmais deinen Zuckermais unerwünscht bestäuben. Empfohlen sind mindestens 500 m Abstand zwischen Zuckermais im Hausgarten und Feldmais.
Welcher Standort passt für Mais?
Mais braucht einen warmen Platz in voller Sonne. Bei hoher Sonneneinstrahlung liegt das Optimum für Zuckermais bei 24 bis 29 °C. Plane eine Fläche statt eines langen Streifens ein, damit später ein Block aus kurzen Reihen Platz hat. Was für die übrigen Arten dieses Bereichs gilt, steht im Überblick zu Fruchtgemüse und Exoten unter Standort und Boden.
Was du bei Frost, Trockenheit oder Starkregen tust, erklärt der Ratgeber zum Bedarf von Mais an Temperatur, Wasser und Licht. Maßnahmen für heiße, trockene Sommer findest du im Beitrag, wie du deinen Maisanbau an Trockenheit, Hitze und Extremwetter anpasst.
Mais im Hochbeet und im Kübel
Mais lässt sich auch im Hochbeet und im Kübel ziehen. Wie viel Platz du dafür brauchst und wie du die Pflanzen für eine gute BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. anordnest, auch auf dem Balkon, zeigt der Ratgeber, wie du Fläche, Anordnung und Abstände für Mais planst.
Wie bereitest du den Boden für Mais vor?
Mais wächst in nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden und bevorzugt einen pH-Wert von 5,5 bis 6,8. Vor der Aussaat arbeite ich gut verrotteten Gartenkompost ins Beet ein. Im No-Dig-Beet bringst du ihn stattdessen als Mulch auf. Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst Kalium, Phosphor und den pH-Wert und ist die Grundlage für deine Düngeplanung.
Bei schweren Böden verbessert regelmäßig eingearbeiteter Kompost die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und damit Luftführung und Wasserdurchlässigkeit. Nassen Boden betrittst du nicht, weil er sonst verdichtet. Den Weg von der Analyse über Kalkung und Bearbeitung bis zum Saatbett beschreibt der Ratgeber, wie du den Boden für Mais Schritt für Schritt vorbereitest.
Wie säst du Mais?
Direktsaat ins Beet
Ins Beet säst du Mais von April bis Juli, aber erst, wenn der Boden über 10 °C warm ist. Für die Direktsaat ins Freiland wartest du, bis die Bodentemperatur konstant über 14 °C liegt. Ich messe dafür an mehreren Tagen mit einem Bodenthermometer in Saattiefe, bevor ich die Körner lege.
Zuckermais legst du etwa 3 bis 4 cm tief. Popcornmais „Dobosz F1“ und Ziermais „Glass Gem“ kommen flacher in die Erde, etwa 2 bis 3 cm. In der Reihe lässt du 34 bis 45 cm zwischen den Pflanzen. Zwischen den Reihen bleiben 80 cm frei. Mehrere kurze Reihen nebeneinander ergeben einen Block. Nach 7 bis 14 Tagen erscheinen die Keimlinge.
Wie du den Termin nach Region wählst und was bei Spätfrost oder schlechter Keimung hilft, steht im Ratgeber, wann du Mais je nach Bodentemperatur und Region säst. Die Termine aller Exoten zum Aufhängen hat der Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Mais als einzelne lange Reihe am Beetrand säen. Mais wird vom Wind bestäubt, deshalb baust du ihn in Blöcken statt in einer langen Reihe an.
Vorkultur im Haus
In kühleren Regionen kannst du Zuckermais ab Ende April im Haus vorziehen. Ins Beet kommen die Jungpflanzen im Mai, mit denselben Abständen wie bei der Direktsaat. Vorher härtest du sie ab: tagsüber zuerst im Halbschatten, danach schrittweise in der Sonne. Beim Auspflanzen setze ich den ganzen Wurzelballen in das Pflanzloch und drücke die Erde rundherum an.
Bevor du Mais säst
- Bodentemperatur an mehreren Tagen gemessen
- Fläche für einen Block aus kurzen Reihen abgesteckt
- Saattiefe für deine Sorte auf der Saatgutpackung nachgesehen
- Netz gegen Vögel bereitgelegt
- Schild mit Sorte und Aussaatdatum geschrieben
Wie pflegst du Mais bis zur Ernte?
Vlies und Hacke für junge Pflanzen
Junger Zuckermais kann von der Saat bis etwa 20 cm Pflanzenhöhe unter Verfrühungsvlies stehen. Das kann die Anfangsentwicklung fördern. Aus dem ökologischen Maisanbau stammt die Regel, den Bestand bis zum 8-Blattstadium unkrautfrei zu halten. Ich hacke deshalb zwischen den Reihen und zähle dabei an einzelnen Pflanzen die Blätter.
Eine UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. zwischen dem Mais kann bei Trockenheit mit ihm um Wasser konkurrieren. Unnötige Bodenbearbeitung lässt du weg, weil dabei Bodenwasser verloren geht. Hohe Sorten binde ich an windigen Stellen zusätzlich an Stäbe.
Gießen und düngen
Mais braucht während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit, kritisch sind Blüte und Kornfüllung. In diesen Phasen prüfst du mit dem Finger, ob der Boden unter der Oberfläche noch feucht ist. Mit 3 Litern Kompost je Quadratmeter im Frühjahr bekommt Zuckermais Phosphor, Kalium und Magnesium. Den Stickstoff rechnest du getrennt ein, auf sandigen Böden in aufgeteilten Gaben, weil das die AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. verringern hilft.
Die Grundsätze für alle Arten findest du im Überblick unter Gießen und Düngen. Einen Plan nach Wachstumsphase zeigt der Ratgeber, wie du Mais bedarfsgerecht bewässerst. Mengen von der Bodenanalyse bis zur Kopfdüngung stehen im Beitrag, welche Nährstoffe Mais in welcher Menge braucht.
Wie schützt du Mais vor Vögeln, Schädlingen und Krankheiten?
Vögel
Vögel können frisch gesäte Maiskörner und später die reifenden Kolben fressen. Über die Saat spanne ich ein Netz, reifende Kolben bekommen bei Bedarf einen Schutzbeutel.
Maiszünsler
Die Raupen des Maiszünslers bohren sich in Stängel und Kolben. Knickt ein Stängel ein und zeigt Bohrlöcher, kann das auf diesen Schädling hindeuten. Trichogramma-Schlupfwespen parasitieren die Eier des Maiszünslers und können so den Befall bremsen. Welche Nützlinge und biologischen Verfahren es darüber hinaus gibt, zeigt der Ratgeber, wie du Mais nach ökologischen Regeln ohne chemische Mittel anbaust.
Drahtwürmer
Drahtwürmer fressen an den Wurzeln junger Maispflanzen. Folgt Mais auf mehrjähriges Kleegras, kontrollierst du den Boden vor der Aussaat auf Drahtwurmbesatz. Ich grabe dafür an mehreren Stellen eine SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge. aus und suche die Erde durch.
Krankheiten
Dunkle Beulen an Stängeln, Blättern oder Kolben können auf Maisbeulenbrand hindeuten. Woran du die einzelnen Krankheiten erkennst und wie du vorbeugst, zeigt der Ratgeber, welche Krankheiten Mais befallen und wie du sie erkennst. Die Vorsorge für alle Arten steht im Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.
Mit welchen Pflanzen verträgt sich Mais?
Mischkultur
Als gute Mischkulturpartner für Mais gelten Kürbis und Prunkbohnen. Zitronengras passt dagegen nicht neben Mais. Mais, Bohnen und Kürbis zusammen ergeben die Drei-Schwestern-Mischkultur, bei der die Bohnen am Mais ranken. Wie du sie anlegst, erklärt der Ratgeber, wie du eine Mais-Mischkultur nach dem Drei-Schwestern-Prinzip anlegst.
Plane die endgültigen Pflanzengrößen von Anfang an ein. Wie gut eine Mischkultur funktioniert, hängt von Standort, Licht, Boden und Pflege ab, sie fällt nicht in jedem Garten gleich aus. Geplante Kombinationen prüfe ich im Mischkultur-Planer.
Fruchtfolge
Mais kommt erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Im ökologischen Maisanbau dient ein Erbse-Wick-Gemenge als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., und Wicken können als Leguminosen Luftstickstoff binden, der die Versorgung der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. verbessern kann. Als Gründüngung zwischen zwei Kulturen passen zu Mais Lein, Luzerne und Phacelia. Die Flächen über mehrere Jahre ordne ich im Beetplaner, die Grundsätze für alle Arten stehen im Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Wann ist Mais erntereif?
Die Erntezeit für Mais reicht von August bis Oktober. Die Kulturdauer liegt bei 90 bis 110 Tagen. Zuckermais erntest du für die Küche in der Milchreife. Sobald die Fäden braun werden, ziehe ich an einem Kolben die Hüllblätter ein Stück zurück und ritze ein Korn mit dem Fingernagel an.
Popcorn- und Ziermais lässt du länger an der Pflanze, bis die Körner hart sind. Zum Ernten knicke ich den Kolben nach unten und drehe ihn vom Stängel. Wie du den Zeitpunkt bei Zucker-, Silo- und Körnermais bestimmst, zeigt der Ratgeber, woran du den Erntezeitpunkt bei jedem Maistyp erkennst.
Milchreife heißt: Ritzt du ein Korn an, tritt milchiger Saft aus. Von außen erkennst du sie an Fäden, die braun werden.
Ich notiere zu jedem Maisblock die Sorte und das Aussaatdatum. Ab August schaue ich nach den Fäden und schreibe auf, wann sie braun werden.
Wie lagerst und verwendest du deine Maisernte?
Frisch lagern
Frische Kolben wickelst du in ein feuchtes Tuch und legst sie in den Kühlschrank. Dort halten sie sich einige Tage. Ich ernte deshalb nur so viele Kolben, wie wir in den nächsten Tagen essen. Popcornmais trocknest du mit den Hüllblättern an einem luftigen, trockenen Ort. Wie du Mais trocknest und lange haltbar machst, zeigt der Ratgeber, wie du geernteten Mais trocknest und länger lagerst.
In der Küche
Frischer Zuckermais schmeckt gekocht oder gegrillt direkt vom Kolben. Popcornmais erhitzt du mit Öl im geschlossenen Topf, bis die Körner aufplatzen. Aus getrockneten Körnern mahlst du in einer Getreidemühle Maismehl, etwa für Polenta. Wie du frische Kolben aufbereitest und die ganze Pflanze verwertest, zeigt der Beitrag, wie du Mais aus dem Beet in der Küche verarbeitest.





