Schädlinge an Buschbohnen: Bohnenfliege, Läuse und Schnecken sanft abwehren
- Larven der Bohnenfliege fressen Gänge in die Keimblätter; ein dicht abschließendes Kulturschutznetz oder das Vorziehen im Topf kann den Befall verringern.
- Schwarze Bohnenblattläuse sitzen an Stängeln und Blütenständen: erst mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen, Reste von Hand zerdrücken.
- Marienkäfer sowie Florfliegen- und Schwebfliegenlarven zählen zu den natürlichen Blattlausgegnern; ein vielfältig bepflanzter Garten bietet ihnen Lebensraum.
- Spinnmilben verraten sich durch feine, nadelstichartige Blattsprenkel; mit der Lupe findest du sie auf der Blattunterseite.
- Gegen Schnecken können Kontrolle der Verstecke, Absammeln, ein Schneckenzaun und morgendliches Gießen helfen.
- Bohnen kommen erst nach einer Anbaupause von mindestens 4 Jahren wieder auf dasselbe Beet.

Zerfressene KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., schwarze Läuse an den Blütenständen, fein gesprenkelte Blätter: So zeigen sich Schädlinge an Buschbohnen. Ich greife dann zuerst zu Netz, Wasserstrahl und Fingern und schone die Tiere, die Blattläuse fressen. Ein chemisches Mittel kommt bei mir erst ganz am Ende infrage, und dann nur mit klaren Sicherheitsregeln.
Welche Schädlinge treten an Buschbohnen auf?
Im Bohnenbeet können dir vier Gruppen begegnen: die Bohnenfliege, die Schwarze Bohnenblattlaus, SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. und Schnecken. Die Tabelle zeigt, woran du sie erkennst und wo ich zuerst nachschaue.
| Schädling | Woran du ihn erkennst | Wo du nachschaust | Erster sanfter Schritt |
|---|---|---|---|
| Bohnenfliege | Fraßgänge in den Keimblättern, das Herz der Keimpflanze kann zerstört sein | an den Keimlingen | KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. nach der Aussaat, alternativ Vorkultur im Topf |
| Schwarze Bohnenblattlaus | verkrüppelte Blätter, Triebe und Hülsen | an Stängeln und Blütenständen, bei stärkerem Befall an den Blattunterseiten | kräftiger Wasserstrahl, Reste von Hand zerdrücken |
| Spinnmilben | feine, nadelstichartige Blattsprenkel | mit der Lupe auf den Blattunterseiten | genau bestimmen, im Gewächshaus bei hoher Luftfeuchte RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt. |
| Schnecken | die Tiere selbst in ihren Verstecken | rund ums Beet | absammeln, Schneckenzaun, morgens gießen |
Die Merkmale sind Hinweise, keine sichere Diagnose. Ähnliche Flecken können auch andere Ursachen haben, deshalb bestimme ich zuerst und handle dann. Wo du bei allen Hülsenfrüchten grundsätzlich nach Befall schaust, erklärt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt darüber, wie du Hülsenfrüchte vorbeugend schützt und auf Befall kontrollierst.
Bohnenfliege: Keimlinge unter dem Netz schützen
Die Bohnenfliege schadet den Bohnen schon als Keimling. Ihre Larven verursachen Fraßgänge in den Keimblättern und können das Herz der Keimpflanze zerstören. Ich schaue mir deshalb die Keimblätter an, sobald die Bohnen aufgelaufen sind.
Als Schutz lege ich gleich nach der Aussaat ein Kulturschutznetz über die Reihen. Für den Insektenschutz im Gemüsegarten eignen sich dicht abschließende Netze mit einer Maschenweite unter 1 mm. Alternativ ziehst du die Bohnen im Topf vor, denn auch das VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. in Töpfchen kann den Befall durch die Bohnenfliege verringern. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt der Beitrag darüber, wie du Buschbohnen vorziehst und auspflanzt.
Das Netz hat eine Grenze: Stecken im Boden schon zahlreiche Larven oder Puppen, verhindert es die Schäden nicht zuverlässig. Da wiederholter Anbau derselben Pflanzenfamilie bodenbürtige Schädlinge vermehren kann, säe ich Bohnen unter Netz nur dort, wo zuletzt keine Hülsenfrüchte standen.
Ein Netz, das am Rand locker aufliegt. Durch Lücken gelangen Insekten ans Beet, deshalb beschwere ich die Ränder rundum und prüfe sie jedes Mal, wenn ich darunter nachschaue.
Schwarze Bohnenblattlaus: abspritzen, zerdrücken, Gegenspieler schonen
Schwarze Bohnenblattläuse sitzen an Stängeln und Blütenständen, bei stärkerem Befall auch an den Blattunterseiten. Sie können verkrüppelte Blätter, Triebe und Hülsen verursachen.
Bei den ersten Kolonien spritze ich die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl von den Pflanzen. Was danach noch sitzt, zerdrücke ich von Hand. Dabei schaue ich genau hin, denn Larven von Marienkäfern und Florfliegen sind natürliche Gegenspieler der Läuse und sollen geschont werden.
Spinnmilben: Sprenkel mit der Lupe prüfen
Spinnmilben hinterlassen an Buschbohnen feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern. Die Tiere selbst erkennst du mit einer Lupe auf den Blattunterseiten. Stehen deine Bohnen im Gewächshaus, ist dort bei hoher Luftfeuchte ein Einsatz von Raubmilben möglich.
Ich habe beim Gang durchs Bohnenbeet eine Lupe in der Tasche. Sehe ich Sprenkel auf einem Blatt, drehe ich es um und schaue auf der Unterseite nach, bevor ich irgendetwas unternehme.
Nicht jeder Fleck stammt von Tieren. Braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen können durch Sonnenbrand entstehen. Gelblich gescheckte, blasig gewölbte Blätter können auf Viren hinweisen, deren genaue Bestimmung normalerweise eine Laboruntersuchung erfordert. Welche Flecken auf Pilze, Bakterien oder Viren hindeuten können, liest du im Beitrag darüber, welche Krankheiten an Buschbohnen auftreten und wie du sie erkennst.
Schnecken: Verstecke kontrollieren und Zuwanderung bremsen
Gegen Schnecken kombiniere ich mehrere Handgriffe. Ich kontrolliere ihre Verstecke rund ums Beet und sammle die Tiere ab. Ein Schneckenzaun als Barriere gegen Zuwanderung lässt sich gut mit dem Absammeln verbinden. Gegossen wird bei mir morgens, auch das gehört zu den Maßnahmen gegen Schnecken.
Nützlinge ins Bohnenbeet holen
Vielfältig bepflanzte und strukturierte Gärten bieten den natürlichen Blattlausgegnern Lebensraum. Dazu zählen Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen. Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. können Schwebfliegen fördern.
Die Larven einiger Schwebfliegenarten fressen Blattläuse, während die erwachsenen Fliegen Pollen und Nektar aufnehmen. Blüten am Beetrand versorgen also die erwachsenen Schwebfliegen, deren Larven du an den Bohnen haben möchtest. Ich lasse in der Nähe der Bohnen Dill blühen, denn blühender Dill bietet Insekten Nahrung und ergänzt das Blütenangebot im Gemüsegarten.
Mischkultur kann das Beet vielfältiger machen, einen Schutz garantiert sie nicht. Welche Pflanzen neben Buschbohnen passen und welche nicht, zeigt der Beitrag über gute und schlechte Nachbarn für Buschbohnen.
Duftende Nachbarpflanzen sollen Läuse von den Bohnen fernhalten. Solche Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte dazu widersprechen sich häufig. Ich plane Mischkultur deshalb für ein vielfältiges Beet und gehe Läuse mit Wasserstrahl, Fingern und Nützlingen an.
Hausmittel und Jauchen: was man ihnen nachsagt
Rund um Buschbohnen werden viele Hausmittel weitergegeben. SchmierseifenlösungEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. wird oft gegen Blattläuse und Spinnmilben genannt, ihr wird nachgesagt, die Atemöffnungen der Tiere zu verkleben. Ich beginne bei Läusen trotzdem mit Wasserstrahl und Fingern.
Brennnessel- und Knoblauchjauche sollen die Pflanzen stärken und Läuse mit ihrem Geruch vertreiben. Als Dünger gehören Jauche und frischer StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. nicht unmittelbar zur Bohnenkultur, und eine reine Stickstoffdüngung bekommen Buschbohnen nicht. Wie du Bohnen düngst, beschreibt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
Kaffeesatz wird nachgesagt, Schnecken als raue Streu abzuhalten. Ich verlasse mich darauf nicht und sammle trotzdem ab.
Wann kommt ein chemisches Mittel infrage?
Bei mir erst, wenn Netz, Handarbeit und Nützlinge nicht mehr reichen und der Schädling sicher bestimmt ist.
Bevor ich überhaupt an ein Mittel denke, prüfe ich vier Dinge.
- Ist es wirklich ein Schädling und nicht Sonnenbrand oder eine Krankheit?
- Schließt das Netz rundum dicht ab?
- Habe ich die Läuse abgespritzt und Reste von Hand zerdrückt?
- Sitzen schon Marienkäfer oder Larven von Florfliegen und Schwebfliegen an den Kolonien?
Greifst du doch zu einem chemischen Mittel, nimm nur eines mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten und halte dich an die Gebrauchsanweisung. Trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste sachgerecht. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, die an deinen Bohnen Läuse fressen.
Vorbeugen: Fruchtfolge, Boden und Gießen
Auf dasselbe Beet kommen Bohnen bei mir erst nach einer Anbaupause von mindestens 4 Jahren, auch wenn dort zuvor andere Hülsenfrüchte standen. Damit ich den Überblick behalte, plane ich die Fruchtfolge über mehrere Jahre im Beetplaner.
Nässe und Bodenverdichtungen beeinträchtigen Buschbohnen. Ich gieße morgens direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter nicht unnötig nass werden, und halte den Boden mit Mulch gleichmäßiger feucht. Gießen, Düngen und Fruchtfolge im Detail behandelt der Hülsenfrüchte-Ratgeber in eigenen Abschnitten. Stolperfallen beim ersten Bohnenbeet findest du bei den Fehlern, die Einsteigern im Buschbohnenanbau oft passieren.
Nach der Saison: kranke Pflanzen aus dem Garten
Erkrankte Pflanzen entferne ich aus dem Garten, statt sie im Beet liegen zu lassen. Die Wurzeln gesunder Bohnen lasse ich nach der Ernte im Boden, so bleiben Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche. Erde aus Töpfen, in denen Pflanzen an Wurzelfäule erkrankt sind, verwende ich nicht wieder. Wann deine Buschbohnen pflückreif sind und wie du sie erntest, beschreibt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Ernte.





