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Kartoffelkrankheiten erkennen und behandeln: Schadbilder von Blatt bis Knolle

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Braune Blattflecken mit schmalem weißem Pilzsaum auf der Unterseite sind bei feuchtem Wetter typische Warnzeichen der Krautfäule.
  • Eine faulende, dunkelbraune bis schwarze Stängelbasis mit welkenden Trieben weist auf Schwarzbeinigkeit hin; befallene Pflanzen kommen samt Knollen heraus.
  • Knollen mit gewöhnlichem Schorf bleiben essbar, wenn sie ansonsten einwandfrei sind.
  • Virussymptome können fehlen, deshalb setzt der Schutz bei zertifiziert virusfreiem Pflanzgut an.
  • Für Kartoffeln gilt auf derselben Fläche eine Anbaupause von 4 bis 6 Jahren.
  • Schon der Verdacht auf bakterielle Ringfäule oder Schleimkrankheit ist meldepflichtig.
Frisch geerntete Kartoffeln liegen auf dem Boden, teilweise noch mit Erde und Pflanzenresten bedeckt
Foto: Katherine Mihailova · Pexels License · Quelle ↗

Braune Flecken auf dem Laub, eine faulige Stängelbasis, dunkle Pocken auf frisch geernteten Knollen: So etwas sieht niemand gern im Beet. Dann willst du schnell wissen, was dahintersteckt und ob du noch eingreifen kannst. Ich gehe bei jedem Schadbild in derselben Reihenfolge vor. Zuerst schaue ich, an welchem Pflanzenteil es sitzt, danach, bei welchem Wetter es aufgetaucht ist. Erst dann entscheide ich, ob ich Blätter abnehme, eine Pflanze ziehe oder weiter beobachte.

Symptome sind dabei Hinweise, keine sicheren Diagnosen. Manche Schadbilder ähneln sich, und einzelne Knollenschäden klärt erst ein Labor. Die folgenden Abschnitte helfen dir, die Möglichkeiten einzugrenzen und passend zu handeln.

Welche Kartoffelkrankheiten gibt es? Die Schadbilder im Überblick

Die Tabelle sortiert die Krankheiten, die dir im Garten begegnen können, nach dem Ort des Schadbilds. Sie ersetzt nicht den genauen Blick, zeigt dir aber, wo du weiterliest.

Wo? Was du siehst Kann hindeuten auf Erster Schritt
Blätter und Stängel bei feuchtem Wetter graugrüne bis braune Flecken, auf der Blattunterseite ein schmaler weißer Pilzsaum Kraut- und Knollenfäule befallenes Laub abnehmen, nicht kompostieren
ältere Blätter runde, scharf begrenzte braune Flecken mit Ringzeichnung Dürrfleckenkrankheit (Alternaria) von der Krautfäule abgrenzen, beobachten
ältere Blätter Aufhellungen zwischen den Blattadern Magnesiummangel, ebenso Trockenstress, Staunässe oder Wurzelschäden Boden untersuchen lassen
Stängelbasis faulend, dunkelbraun bis schwarz, Triebe welken oder vergilben Schwarzbeinigkeit Pflanze samt Knollen entfernen
Blätter Mosaik, Kräuselungen Kartoffel-Y-Virus Staude früh entfernen
Blätter starr und nach oben eingerollt Blattrollvirus Staude früh entfernen
Knollenschale braune, korkartige Flecken gewöhnlicher Schorf essbar, wenn die Knolle sonst einwandfrei ist
Knollenschale schwarze Pocken Rhizoctonia Pflanztermin und Erntezeit prüfen
Knolle außen bleigraue, eingesunkene Flecken, innen braunes Gewebe Kraut- und Knollenfäule aussortieren
Knolle innen Nekrosen im Gewebe Kartoffel-Y-Virus oder Tabak-Rattle-Virus Laboruntersuchung

Krankheit oder Schädling?

Nicht jeder Schaden am Laub geht auf einen Erreger zurück. Bei Schädlingen findest du meist den Verursacher selbst, etwa Kartoffelkäfer mit ihren Larven. Ihre orangefarbenen Eigelege sitzen an den Blattunterseiten. Käfer, Larven und Gelege sammle ich ab, sobald ich sie entdecke. An der Knolle wird es kniffliger, denn die Dry-core-Symptome von Rhizoctonia können Drahtwurmfraß ähneln. Blattläuse wiederum können Viren übertragen, dazu mehr im Abschnitt über Viruskrankheiten.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.

Anbauort

Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.

Pflege

Pflege

In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.

Düngung

Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Kartoffel
GartenkalenderAussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Kraut- und Knollenfäule: Flecken mit weißem Saum

So erkennst du die Krautfäule

Bei feuchter Witterung erscheinen an Blättern und Stängeln graugrüne bis bräunliche Flecken. Auf der Blattunterseite zeigt sich dann ein schmaler weißer Pilzsaum, teilweise auch ein grauweißer Belag. Die Krankheit kann das Kraut vorzeitig absterben lassen. Ihr Erreger, Phytophthora infestans, befällt außerdem die Knollen. Sie zeigen außen bleigraue, eingesunkene Flecken und können innen braunes Gewebe haben.

Die Sporen keimen bei feuchter Witterung innerhalb weniger Stunden aus und ziehen mit Wind und Wasserspritzern weiter. Weil beides zusammenkommt, schaue ich in nassen Phasen besonders genau unter die Blätter.

Zahl im Blick

Im Haus- und Kleingarten gelten anhaltende Blattnässe und 13 bis 18 Grad als optimale Infektionsbedingungen für den Erreger. Für die allgemeine Krankheitsentwicklung werden auch eine Luftfeuchte über 80 % und 8 bis 12 Grad als begünstigend genannt. Oberhalb von 21 Grad entwickelt sich der Pilz nicht weiter. Für das Auskeimen der Sporen bei feuchter Witterung werden 12 bis 15 Grad genannt.

Marias Erfahrung

Bei feuchtem Wetter drehe ich beim Gang durch die Reihen Blätter um und sehe mir die Unterseiten an. Einen Beutel habe ich dabei, damit befallenes Laub gleich darin landet und ich es nicht durchs Beet trage.

Was du bei Befall tust

Befallene Blätter nimmst du ab, sobald du den weißen Saum sicher erkennst. Mit Kraut- und Knollenfäule befallene Pflanzenreste gehören nicht auf den Hausgartenkompost. Ist das Kraut sehr stark befallen, entsorgst du es über die Biotonne. Bei der Ernte nimmst du alle Knollen auf, damit keine im Boden bleibt und im nächsten Jahr durchwächst. Knollen mit bleigrauen, eingesunkenen Flecken sortierst du dabei aus.

Vorbeugen gegen Krautfäule

Luftige Bestände trocknen schneller ab und unterstützen damit die Vorbeugung. Tomaten, Paprika, Auberginen, Physalis und Birnenmelonen sind wie die Kartoffel Nachtschattengewächse und teilen mit ihr Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule. Ich plane sie deshalb nicht direkt neben die Kartoffeln; passende Nachbarn findest du in der Mischkultur-Übersicht mit guten und schlechten Nachbarn. Welche Abstände im Beet sinnvoll sind und wie Sortenwahl und Beikrautregulierung dazukommen, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge meines Kartoffel-Anbauratgebers.

Dürrflecken, Mangel oder Stress: andere Blattflecken einordnen

Dürrfleckenkrankheit (Alternaria)

Die Dürrfleckenkrankheit zeigt sich an älteren Blättern. Typisch sind runde, scharf begrenzte braune Flecken mit konzentrischer Ringzeichnung. Ringe an älteren Blättern sprechen also für Alternaria, ein weißer Pilzsaum auf der Blattunterseite bei feuchtem Wetter für Krautfäule. Ich nehme befallene Blätter ab und beobachte, ob sich die Flecken auf jüngeres Laub ausweiten.

Aufhellungen zwischen den Blattadern

Hellen ältere Blätter zwischen den Adern auf, kann das auf Magnesiummangel hindeuten. Solche Verfärbungen entstehen aber auch durch Trockenstress, Staunässe oder Wurzelschäden und belegen allein keinen Mangel. Hohe Kaliumgaben können die Aufnahme von Magnesium zusätzlich vermindern. Bevor ich dünge, lasse ich deshalb den Boden untersuchen, und zwar neben pH-Wert, Phosphat und Kalium auch auf Magnesium.

Schwarze Stängelbasis: Schwarzbeinigkeit

Eine faulende, dunkelbraune bis schwarze Stängelbasis zusammen mit welkenden oder vergilbenden Trieben ist ein typischer Hinweis auf Schwarzbeinigkeit. Beim Anhäufeln und Jäten sehe ich mir deshalb die Stängel direkt über dem Boden an. Eine direkte Bekämpfung der Krankheit ist nicht möglich. Passt das Schadbild eindeutig, ziehst du die Pflanze samt ihren Knollen heraus. Die Reste kommen nicht auf den Hauskompost, das gilt für hartnäckige Stängel- und Wurzelfäulen allgemein. Nach der Arbeit an solchen Pflanzen spüle ich Grabgabel und Hacke ab, bevor ich zu den gesunden Reihen gehe.

Gerollte oder gescheckte Blätter: Viruskrankheiten

Woran du Viren erkennst

Das Kartoffel-Y-Virus kann Mosaik und Kräuselungen an den Blättern verursachen. Je nach Stamm kann es auch Strichel oder Knollennekrosen hervorrufen. Beim Blattrollvirus stehen die Blätter starr und sind nach oben eingerollt. Wie deutlich sich ein Virus zeigt, hängt von Sorte und Infektionsverlauf ab, Symptome können auch ganz fehlen. Alte Sorten können gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein. Knollennekrosen durch Tabak-Rattle-Virus und Y-Virus sehen sich äußerlich ähnlich, die Ursache klärt eindeutig erst eine Laboruntersuchung.

Was du bei Virusverdacht tust

Stauden mit deutlichen Virussymptomen entferne ich früh. Das verringert das Risiko, dass Blattläuse die Viren aufnehmen und weiterverbreiten. Ihre Reste gehören nicht auf den Hauskompost. Eine Behandlung gegen Blattläuse verhindert die Übertragung des Y-Virus nicht zuverlässig, denn die Läuse geben das Virus schon beim Probestich weiter. Im Garten ist ihre Bekämpfung in der Regel ohnehin nicht erforderlich.

Weil Symptome fehlen können und die Läuse schon beim Probestich übertragen, setzt der Schutz vor Viren beim Pflanzgut an. Ich pflanze deshalb zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln. Auf Flächen mit Befall durch das Tabak-Rattle-Virus eignen sich Gelbsenf und Phacelia nicht als Gründüngung vor Kartoffeln.

Flecken, Pocken, Fäule: Krankheiten an der Knolle

Gewöhnlicher Schorf

Gewöhnlicher Schorf ist eine bakterielle Erkrankung der Knollenschale. Er zeigt sich als braune, korkartige Flecken. Ansonsten einwandfreie Knollen bleiben essbar, die Korkflecken schälst du mit ab. Leichte Standorte können eher unter Schorf leiden. Eine ausreichende Wasserversorgung während der Knollenbildung gehört deshalb zur Vorbeugung. Als günstig gilt für Kartoffeln ein Boden-pH von 5,0 bis 6,0, abgestimmt auf die übrigen Kulturen der Fruchtfolge.

Häufiger Fehler

Das Beet direkt vor den Kartoffeln kalken. Eine direkte Kalkgabe mit überhöhtem pH-Wert kann den Schorfbefall fördern. Eine nötige Kalkung legst du deshalb in die Fruchtfolge nach den Kartoffeln.

Rhizoctonia

Schwarze Pocken auf der Knollenoberfläche sind ein typischer Hinweis auf Rhizoctonia. Vorkeimen und das Pflanzen in erwärmten Boden fördern einen zügigen Aufgang und unterstützen so die Vorbeugung. Als Richtwert für den Pflanztermin gilt eine Bodentemperatur von rund 8 Grad. Den Pflanzzeitraum behältst du mit dem Aussaatkalender für Kartoffeln zum Ausdrucken im Blick.

Lagerkartoffeln brauchen nach dem Absterben des Krauts als Faustregel etwa zwei bis drei Wochen, bis die Schale fest ist. Weil eine verspätete Ernte bereits abgereifter Bestände Rhizoctonia begünstigt, lässt du sie danach nicht unnötig lange im Boden.

Tipp

Wasch eine verdächtige Knolle ab, bevor du urteilst. Anhaftende Erde verschwindet dabei, und du siehst genauer, welche dunklen Stellen auf der Schale bleiben.

Bei der Ernte sortieren

Bei der Ernte stelle ich zwei Kisten auf: eine fürs Lager und eine für verletzte Knollen zum baldigen Verbrauch. Faulende Knollen und solche mit bleigrauen, eingesunkenen Flecken landen in keiner der beiden. Für eine längere Lagerung eignen sich nur ausgereifte Knollen mit fester Schale und unversehrter Oberfläche. Im Lager kontrollierst du den Vorrat alle paar Tage und sortierst kranke oder faule Knollen sofort aus. Wie du Raum, Temperatur und Luftfeuchte einstellst, steht im Kartoffel-Anbauratgeber unter Lagern.

Achtung

Grünliche Stellen deuten auf einen erhöhten Gehalt an Glykoalkaloiden wie Solanin hin, die sich vor allem in Keimen und Augen sammeln. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht. Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig weg.

Wann du den Pflanzenschutzdienst einschaltest

Für einige Krankheiten und Schädlinge der Kartoffel gelten Meldepflichten oder vorgeschriebene Bekämpfungsprogramme. Bei Verdacht auf Kartoffelkrebs schaltest du umgehend den zuständigen Pflanzenschutzdienst ein. Die Zystennematoden Globodera rostochiensis und Globodera pallida sind Quarantäneschädlinge. Ihr vorgeschriebenes Bekämpfungsprogramm verbindet resistente Sorten mit Anbaupausen. Passt eine Fäule an Knolle oder Stängel zu keinem der Schadbilder oben, fragst du beim Pflanzenschutzdienst nach, statt selbst zu probieren.

Achtung

Schon der Verdacht auf bakterielle Ringfäule oder Schleimkrankheit muss unverzüglich der zuständigen Behörde gemeldet werden. Das gilt für alle, die Kartoffelpflanzen oder geerntete Knollen besitzen, also auch im Hausgarten. Gib dabei den Standort der Pflanzen oder den Lagerort der Knollen an.

Behandeln: was im Garten hilft und was nicht

Bei Kartoffelkrankheiten setzt die Behandlung im Garten an vier Stellen an: Hygiene, Sortenwahl, Nützlinge und, ganz zum Schluss, chemischer Pflanzenschutz. Dazu kommen Hausmittel, denen viel nachgesagt wird.

Hygiene: kranke Reste und Durchwuchs raus

Kranke Pflanzenreste kommen bei mir nicht auf den Kompost, egal ob Krautfäule, ein Virus oder eine Stängelfäule dahintersteckt. Durchwuchskartoffeln ziehe ich in den Folgebeeten heraus, sobald sie austreiben. Sie ermöglichen Krankheiten und Schädlingen, zwischen den Anbaujahren zu überdauern.

Kurz erklärt

Durchwuchskartoffeln wachsen aus Knollen, die bei der Ernte im Boden geblieben sind. Sie treiben im Folgejahr zwischen der nächsten Kultur wieder aus.

Resistente und robuste Sorten

Bei der Sortenwahl gegen Krautfäule achte ich auf Krautfäuletoleranz, frühen Knollenansatz und geringen Stickstoffbedarf. Für einzelne Sorten gibt es konkrete Angaben:

Sorte Eigenschaft
Alanis mittelspät, geringe Krautfäuleanfälligkeit, Boniturnote 3 in einer Sortenbewertung
Belana sehr geringer Besatz mit gewöhnlichem Schorf in niedersächsischen Landessortenversuchen
Jutta sehr geringer Besatz mit gewöhnlichem Schorf in niedersächsischen Landessortenversuchen
Agria mittlere bis hohe Anfälligkeit für Kartoffelschorf

Eine geringe Anfälligkeit ersetzt weder Hygiene noch Anbaupause. In einem Feldversuch verringerte der reihenweise abwechselnde Anbau unterschiedlich anfälliger Sorten den Krautfäulebefall stärker als eine vollständige Durchmischung. Pflanze ich mehrere Sorten, setze ich sie deshalb Reihe für Reihe statt bunt gemischt. Welche Sorten zu Kochtyp und Erntetermin passen, liest du im Kartoffel-Anbauratgeber unter Sorten.

Nützlinge fördern

Blattläuse haben viele natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Blattlausschlupfwespen und räuberische Gallmücken. Korb- und Doldenblütler in Beetnähe können Schwebfliegen anlocken und fördern. Im Hobbygarten ist es sinnvoller, die vorhandenen Nützlinge zu fördern, als gezüchtete auszubringen. Gezüchtete Nützlinge haben sich vor allem in geschützten Anbauräumen bewährt.

Hausmittel: was ihnen nachgesagt wird

Schmierseife oder Rapsöl gegen Läuse lasse ich an Kartoffeln weg, weil die Läuse das Y-Virus schon beim Probestich übertragen. Bittersalz wird bei aufgehellten Blättern gern empfohlen, weil ihm eine Hilfe bei Magnesiummangel nachgesagt wird. Ob wirklich ein Mangel vorliegt, zeigt dir aber erst die Bodenuntersuchung.

Mythos-Check

„Mit Schachtelhalmbrühe hältst du die Krautfäule fern.“ Solchen Brühen und Jauchen wird nachgesagt, das Laub widerstandsfähiger zu machen. Ein verlässlicher Schutz ist das nicht. Ich setze stattdessen auf luftige Bestände, früh abgenommenes Laub und die Anbaupause.

Chemischer Pflanzenschutz: nur als letztes Mittel

Greifst du doch zu einem Pflanzenschutzmittel, kommt nur eines mit der Kennzeichnung „Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig“ infrage. Für Schwarzbeinigkeit gibt es keine direkte Bekämpfung, und gegen die Virusübertragung durch Läuse hilft eine Behandlung nicht zuverlässig. Bedenke außerdem, dass ein Mittel auch Nützlinge treffen kann.

Mini-Checkliste

Bevor du ein Pflanzenschutzmittel einsetzt:

  • Kennzeichnung für nicht-berufliche Anwender prüfen
  • Gebrauchsanweisung vollständig lesen und einhalten
  • Schutzkleidung tragen
  • Wartezeit bis zur Ernte beachten
  • Reste und Verpackung nach Anweisung entsorgen

Vorbeugen: welche Maßnahme bei welcher Krankheit ansetzt

Die Grundlagen zu Pflanzgut, Gießen, Düngen und Fruchtfolge stehen ausführlich im Kartoffel-Anbauratgeber. Hier siehst du, welche Maßnahme bei welcher Krankheit ansetzt.

Maßnahme setzt an bei
zertifiziert virusfreies Pflanzgut Viruskrankheiten
Vorkeimen, Pflanzen in erwärmten Boden Rhizoctonia, Vorsprung vor der Krautfäule
luftig pflanzen, Beikraut regulieren Kraut- und Knollenfäule
morgens auf den Boden gießen statt aufs Laub Kraut- und Knollenfäule
ausreichend Wasser während der Knollenbildung Schorf
Kalkung in die Fruchtfolge legen Schorf
kein Überangebot an Stickstoff verzögerte Abreife und Schalenfestigkeit
Anbaupause, Durchwuchs entfernen Erreger und Schädlinge, die zwischen den Anbaujahren überdauern
alle Knollen ernten, kranke aussortieren Kraut- und Knollenfäule

Vorkeimen verlegt einen Teil des Wachstums in die Zeit vor einem möglichen Krautfäulebefall. In Jahren ohne vorzeitiges Krautabsterben holen nicht vorgekeimte Bestände bis zum Saisonende auf. Der Vorsprung aus dem Vorkeimen zählt also vor allem in Jahren, in denen die Krautfäule das Laub früh absterben lässt.

Auf derselben Fläche gilt für Kartoffeln eine Anbaupause von 4 bis 6 Jahren. Damit du den Überblick behältst, kannst du deine Beete im Beetplaner anlegen und die Kartoffelfläche jedes Jahr ein Beet weiterwandern lassen. Wie Fruchtfolge und Gründüngung zusammenspielen, steht im Kartoffel-Anbauratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

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Häufige Fragen

Welche Kartoffelkrankheiten gibt es und woran erkennst du sie?
Im Garten begegnen dir unter anderem Kraut- und Knollenfäule, Dürrfleckenkrankheit, Schwarzbeinigkeit, Viruskrankheiten, Schorf und Rhizoctonia. Krautfäule zeigt bei feuchtem Wetter braune Blattflecken mit weißem Saum auf der Unterseite, die Dürrfleckenkrankheit runde Flecken mit Ringen an älteren Blättern. Schwarzbeinigkeit erkennst du an einer faulenden, dunklen Stängelbasis, Viren an Mosaik oder starr nach oben gerollten Blättern. An der Knolle weisen braune Korkflecken auf Schorf und schwarze Pocken auf Rhizoctonia hin.
Wie unterscheidest du Alternaria von der Krautfäule?
Die Dürrfleckenkrankheit, also Alternaria, zeigt an älteren Blättern runde, scharf begrenzte braune Flecken mit konzentrischen Ringen. Krautfäule bildet bei feuchter Witterung graugrüne bis braune Flecken an Blättern und Stängeln, auf der Blattunterseite teilweise mit weißem Pilzsaum. Sie kann außerdem die Knollen befallen und das Kraut vorzeitig absterben lassen.
Welche Symptome zeigen Kartoffeln bei Virusbefall?
Das Kartoffel-Y-Virus kann Mosaik und Kräuselungen verursachen, je nach Stamm auch Strichel oder Knollennekrosen. Beim Blattrollvirus rollen sich die Blätter starr nach oben ein. Wie deutlich sich ein Virus zeigt, hängt von Sorte und Infektionsverlauf ab, Symptome können auch ganz fehlen. Früh entfernte viruskranke Stauden verringern das Risiko, dass Blattläuse die Viren weitertragen.
Sind Kartoffeln mit braunen Flecken noch essbar?
Das hängt von der Ursache ab. Knollen mit gewöhnlichem Schorf bleiben essbar, wenn sie ansonsten einwandfrei sind. Bleigraue, eingesunkene Flecken mit braunem Gewebe im Inneren können auf Kraut- und Knollenfäule hinweisen, solche Knollen sortierst du ebenso aus wie faule. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht, Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig weg.
Welche Rolle spielt die Fruchtfolge bei Kartoffelkrankheiten?
Auf derselben Fläche gilt für Kartoffeln eine Anbaupause von 4 bis 6 Jahren. Durchwuchskartoffeln in den Folgekulturen ziehst du heraus, weil sie Krankheiten und Schädlingen das Überdauern zwischen den Anbaujahren ermöglichen. Tomaten, Paprika und Auberginen teilen als Nachtschattengewächse Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule mit der Kartoffel und gehören deshalb nicht direkt daneben.
Wie kannst du der Kraut- und Knollenfäule vorbeugen?
Pflanze luftig, damit der Bestand schneller abtrocknet, und gieß morgens auf den Boden statt aufs Laub. Bei der Sortenwahl achtest du auf Krautfäuletoleranz, frühen Knollenansatz und geringen Stickstoffbedarf. Vorkeimen verlegt einen Teil des Wachstums in die Zeit vor einem möglichen Befall. Bei der Ernte nimmst du alle Knollen auf, und befallenes Kraut kommt nicht auf den Kompost.
Wie unterscheidest du Kartoffelkrankheiten von Schädlingen wie dem Kartoffelkäfer?
Bei Schädlingen findest du meist den Verursacher selbst: Kartoffelkäfer, ihre Larven und die orangefarbenen Eigelege an den Blattunterseiten sammelst du ab. Krankheiten zeigen sich dagegen als Flecken, Fäulen oder Verfärbungen an Blatt, Stängel und Knolle. Knifflig wird es an der Knolle, denn die Dry-core-Symptome von Rhizoctonia können Drahtwurmfraß ähneln.
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