Chinakohl im Topf und Kübel anbauen: Erde, Wasserabzug, Pflanzung
- Chinakohl im Topf braucht Erde, die Wasser gut speichert, und freie Ablauflöcher gegen Staunässe.
- Für Kübel eignen sich faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate.
- Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, deshalb bekommt jede Pflanze einen eigenen, lieber großen Kübel.
- Für den Herbst säst du von Anfang Juli bis Mitte August direkt in den Kübel.
- Das Kulturschutznetz kommt direkt nach Saat oder Pflanzung auf den Kübel.
- Im Hausgarten vergehen von der Pflanzung bis zur Ernte 55 bis 75 Tage.

Chinakohl im Topf braucht zwei Dinge zugleich: Erde, die Wasser gut hält, und einen Gefäßboden, durch den überschüssiges Wasser ungehindert abläuft. Staut sich unten Wasser, schadet das den Wurzeln. In einem kleinen Topf brauchst du dagegen im Hochsommer unter Umständen mehrmals täglich die Gießkanne. Ich kümmere mich deshalb zuerst um Gefäß und Erde und säe erst danach.
Die Grundlagen, die für alle Kohlarten gelten, stehen im Kohl-Ratgeber mit den Grundlagen von der Anzucht bis zum Pflanzenschutz. Hier geht es um das, was der Kübel verändert.
Welcher Kübel passt für Chinakohl?
Am Gefäß schaue ich zuerst auf den Boden. Er braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser staut, das die Wurzeln schädigt.
Bei der Größe helfen zwei Tatsachen weiter. Chinakohl bevorzugt Erde, die Wasser gut speichert. Kleine Gefäße wiederum brauchen häufiger Wasser. In einem kleinen Topf musst du also häufiger nachgießen, damit die Erde so feucht bleibt, wie Chinakohl es bevorzugt. Ich setze deshalb jede Pflanze in ein eigenes Gefäß und nehme lieber ein großes.
Wie viel Platz Kopf-Chinakohl bekommt, zeigen die Abstände im Beet:
| KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|
| Frühkultur | 35 bis 40 cm | etwa 40 cm |
| Sommer- und Herbstkultur | 40 bis 50 cm | etwa 50 cm |
Einen Balkonkasten teile ich deshalb nicht unter mehreren Köpfen auf. Steht dir ein Hochbeet zur Verfügung, lies nach, wie du Chinakohl im Hochbeet anbaust.
Wasserabzug: So staut sich im Kübel nichts
Überschüssiges Wasser muss ungehindert aus dem Gefäß ablaufen können, sonst entsteht im Wurzelraum Staunässe. Bei Kohl kommt ein zweites Risiko hinzu: Kohlhernie-Infektionen werden durch feuchte bis staunasse Erde begünstigt, besonders bei 20 bis 25 °C. Vor dem Befüllen halte ich jeden Kübel gegen das Licht und prüfe, ob alle Ablauflöcher offen sind.
Ablauflöcher helfen nur, wenn das Wasser auch wegkann. Steht der Kübel flach auf dichtem Untergrund oder in einem vollen Untersetzer, bleibt die Nässe im Wurzelraum. Ich stelle meine Kübel deshalb auf Füße und kippe den Untersetzer nach dem Gießen aus.
Welche Erde kommt in den Kübel?
Für Gemüse im Gefäß eignen sich faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate. Diese Substrate speichern Luft, Wasser und Nährstoffe. Das passt zu den Ansprüchen von Chinakohl, der humose, lockere Erde mit guter Wasserspeicherung und ohne Staunässe bevorzugt. Ich mische meine Kübelerde selbst und fülle sie locker ein, ohne sie festzupressen.
reifer, gesiebter Kompost · Garten- oder Kokosfaser · unkraut- und krankheitsfreie Gartenerde · alles zu ungefähr gleichen Anteilen gründlich mischen
Krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du wieder nutzen. Bei kranken Wurzeln sieht das anders aus.
Erde aus einem Kübel mit wurzelkranken Pflanzen verwendest du nicht wieder. Bei KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. gilt das erst recht, weil die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. ihres Erregers bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Befallene Wurzeln gehören in den Restmüll und nicht auf den Kompost.
Wann säen, welche Sorte?
Für den Herbst säst du Chinakohl zwischen Anfang Juli und Mitte August direkt in den Kübel, in Bayern in einem engeren Fenster im Juli. Bei der Sorte zählt die Saison: Für frühen Anbau nimmst du schossfeste Sorten, für eine geplante Herbstlagerung lagerfähige. Wie du beides aufeinander abstimmst, zeigt der Ratgeber, wie du Aussaattermine und Sorten für Chinakohl im Beet planst. Alle Kohltermine auf einem Blatt liefert dir der druckbare Aussaatkalender für Kohl.
Chinakohl im Kübel säen oder pflanzen: Schritt für Schritt
Für den Herbstsatz säe ich direkt in den Kübel. Für eine frühe Ernte setze ich vorgezogene Jungpflanzen.
Jungpflanzen für den frühen Anbau
Für die Anzucht von Chinakohl im Frühanbau sind Temperaturen über 15 °C empfohlen. Kühle Phasen von 5 bis 8 °C fördern das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. besonders, deshalb halte ich die Jungpflanzen auch beim AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. nicht so kalt. Die allgemeinen Schritte von der Aussaaterde bis zum Pikieren beschreibt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Aussaat, Anzucht und Pflanzung.
So kommt der Chinakohl in den Kübel
- Kübel vorbereiten: Prüf die Ablauflöcher, füll die Erde locker bis knapp unter den Rand und feuchte sie an.
- Säen: Leg mehrere Samen 0,5 bis 1 cm tief in die Mitte des Kübels, so tief wie bei den meisten Kohlarten, und bedecke sie mit Erde.
- Oder pflanzen: Setz die Jungpflanze in die Mitte, drück die Erde rundum an und gieß sie an.
- Feucht halten: Halte die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser steht. Eine Abdeckung über der Saat nimmst du ab, sobald die ersten Keimlinge erscheinen.
- Schützen: Leg das KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. direkt nach Saat oder Pflanzung auf. Pflanzt du schon im April, kommt zusätzlich Gartenvlies gegen niedrige Temperaturen darüber. Steigen die Temperaturen stark, nimmst du das Vlies ab, damit sich darunter keine Hitze staut.
- VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe.: Sind die Keimlinge kräftig genug, lässt du den stärksten stehen und entfernst die übrigen.
Beim Pflanzen stecke ich ein Etikett mit dem Datum in den Kübel, weil die Entwicklungszeit bis zur Ernte ab der Pflanzung zählt.
Wo steht der Kübel am besten?
Stell den Kübel sonnig und luftig, denn bei Kohljungpflanzen beugen gute Lüftung und rasch abtrocknende Blätter dem Falschen Mehltau vor. Im Herbst gilt für Chinakohl etwa −4 °C als grober Richtwert der Frosttoleranz, und wiederholtes Frieren und Tauen kann Fäulnis fördern. Bei angesagtem Frost rücke ich den Kübel deshalb an einen geschützten Platz. Wie Chinakohl mit Hitze, Trockenheit, Starkregen und Wind zurechtkommt, liest du im Beitrag darüber, welches Klima Chinakohl braucht.
Pflege im Kübel: gießen, düngen, schützen
Die Grundlagen dazu stehen im Kohl-Ratgeber. Hier steht nur, was im Kübel dazukommt.
Gießen
Wie viel Wasser ein Kübel braucht, hängt von Wetter, Substrat, Sonne und Wind am Standort ab. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer unter Umständen mehrmals täglich. Bei torffreier Erde stecke ich vor dem Gießen den Finger tiefer hinein, weil die Oberfläche schneller abtrocknet als die Erde darunter.
Düngen
Kohl, der länger im Kübel steht, kann im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen, bei torffreier Erde auch trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen.. Mehr ist dabei nicht besser: Einseitige oder übermäßige Düngung kann bei Chinakohl Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen begünstigen. Wie das ohne Mineraldünger geht, zeigt der Ratgeber, wie du Chinakohl biologisch mit natürlicher Düngung anbaust.
Schädlinge abhalten
Direkt nach Saat oder Pflanzung kommt ein Kulturschutznetz mit einer Maschenweite unter 1 mm über den Kübel, rundum dicht bis zur Ernte. Bei feuchtem Wetter trocknet Chinakohl darunter langsamer ab, was das Risiko von Pilzerkrankungen erhöhen kann. Tritt trotz Netz Befall auf, sammle ich die Larven ab und entferne befallene Blätter, um den Schaden zu begrenzen.
Ernten und aufbewahren
Im Hausgarten braucht Chinakohl 55 bis 75 Tage von der Pflanzung bis zur Ernte. Steht der Chinakohl in einem kleinen Topf, ernte ich ihn lieber jung, denn als sehr junges Gemüse lässt er sich schon 6 Wochen nach der Aussaat ernten. In Folie gewickelt hält er sich im Gemüsefach ungefähr 1 bis 2 Wochen; die Erntezeiten der übrigen Kohlarten findest du im Kohl-Ratgeber.




