Gemüse · Kohl · Anbau

Chinakohl im Topf und Kübel anbauen: Erde, Wasserabzug, Pflanzung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Chinakohl im Topf braucht Erde, die Wasser gut speichert, und freie Ablauflöcher gegen Staunässe.
  • Für Kübel eignen sich faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate.
  • Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, deshalb bekommt jede Pflanze einen eigenen, lieber großen Kübel.
  • Für den Herbst säst du von Anfang Juli bis Mitte August direkt in den Kübel.
  • Das Kulturschutznetz kommt direkt nach Saat oder Pflanzung auf den Kübel.
  • Im Hausgarten vergehen von der Pflanzung bis zur Ernte 55 bis 75 Tage.
Gestapelte Chinakohlköpfe mit hellgrünen, stark geaderten Blättern und breiten weißen Blattrippen
Foto: L. Lum · Pexels License · Quelle ↗

Chinakohl im Topf braucht zwei Dinge zugleich: Erde, die Wasser gut hält, und einen Gefäßboden, durch den überschüssiges Wasser ungehindert abläuft. Staut sich unten Wasser, schadet das den Wurzeln. In einem kleinen Topf brauchst du dagegen im Hochsommer unter Umständen mehrmals täglich die Gießkanne. Ich kümmere mich deshalb zuerst um Gefäß und Erde und säe erst danach.

Die Grundlagen, die für alle Kohlarten gelten, stehen im Kohl-Ratgeber mit den Grundlagen von der Anzucht bis zum Pflanzenschutz. Hier geht es um das, was der Kübel verändert.

Welcher Kübel passt für Chinakohl?

Am Gefäß schaue ich zuerst auf den Boden. Er braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser staut, das die Wurzeln schädigt.

Bei der Größe helfen zwei Tatsachen weiter. Chinakohl bevorzugt Erde, die Wasser gut speichert. Kleine Gefäße wiederum brauchen häufiger Wasser. In einem kleinen Topf musst du also häufiger nachgießen, damit die Erde so feucht bleibt, wie Chinakohl es bevorzugt. Ich setze deshalb jede Pflanze in ein eigenes Gefäß und nehme lieber ein großes.

Wie viel Platz Kopf-Chinakohl bekommt, zeigen die Abstände im Beet:

Kulturzeit Abstand in der Reihe Reihenabstand
Frühkultur 35 bis 40 cm etwa 40 cm
Sommer- und Herbstkultur 40 bis 50 cm etwa 50 cm

Einen Balkonkasten teile ich deshalb nicht unter mehreren Köpfen auf. Steht dir ein Hochbeet zur Verfügung, lies nach, wie du Chinakohl im Hochbeet anbaust.

Aussaatkalender Chinakohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: JuliPflanzung: AugustVorkulturAussaatErntePflanzung

Wasserabzug: So staut sich im Kübel nichts

Überschüssiges Wasser muss ungehindert aus dem Gefäß ablaufen können, sonst entsteht im Wurzelraum Staunässe. Bei Kohl kommt ein zweites Risiko hinzu: Kohlhernie-Infektionen werden durch feuchte bis staunasse Erde begünstigt, besonders bei 20 bis 25 °C. Vor dem Befüllen halte ich jeden Kübel gegen das Licht und prüfe, ob alle Ablauflöcher offen sind.

Häufiger Fehler

Ablauflöcher helfen nur, wenn das Wasser auch wegkann. Steht der Kübel flach auf dichtem Untergrund oder in einem vollen Untersetzer, bleibt die Nässe im Wurzelraum. Ich stelle meine Kübel deshalb auf Füße und kippe den Untersetzer nach dem Gießen aus.

Welche Erde kommt in den Kübel?

Für Gemüse im Gefäß eignen sich faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate. Diese Substrate speichern Luft, Wasser und Nährstoffe. Das passt zu den Ansprüchen von Chinakohl, der humose, lockere Erde mit guter Wasserspeicherung und ohne Staunässe bevorzugt. Ich mische meine Kübelerde selbst und fülle sie locker ein, ohne sie festzupressen.

Mini-Checkliste

reifer, gesiebter Kompost · Garten- oder Kokosfaser · unkraut- und krankheitsfreie Gartenerde · alles zu ungefähr gleichen Anteilen gründlich mischen

Krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du wieder nutzen. Bei kranken Wurzeln sieht das anders aus.

Achtung

Erde aus einem Kübel mit wurzelkranken Pflanzen verwendest du nicht wieder. Bei Kohlhernie gilt das erst recht, weil die Dauersporen ihres Erregers bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Befallene Wurzeln gehören in den Restmüll und nicht auf den Kompost.

Wann säen, welche Sorte?

Für den Herbst säst du Chinakohl zwischen Anfang Juli und Mitte August direkt in den Kübel, in Bayern in einem engeren Fenster im Juli. Bei der Sorte zählt die Saison: Für frühen Anbau nimmst du schossfeste Sorten, für eine geplante Herbstlagerung lagerfähige. Wie du beides aufeinander abstimmst, zeigt der Ratgeber, wie du Aussaattermine und Sorten für Chinakohl im Beet planst. Alle Kohltermine auf einem Blatt liefert dir der druckbare Aussaatkalender für Kohl.

Chinakohl im Kübel säen oder pflanzen: Schritt für Schritt

Für den Herbstsatz säe ich direkt in den Kübel. Für eine frühe Ernte setze ich vorgezogene Jungpflanzen.

Jungpflanzen für den frühen Anbau

Für die Anzucht von Chinakohl im Frühanbau sind Temperaturen über 15 °C empfohlen. Kühle Phasen von 5 bis 8 °C fördern das Schossen besonders, deshalb halte ich die Jungpflanzen auch beim Abhärten nicht so kalt. Die allgemeinen Schritte von der Aussaaterde bis zum Pikieren beschreibt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Aussaat, Anzucht und Pflanzung.

So kommt der Chinakohl in den Kübel

  1. Kübel vorbereiten: Prüf die Ablauflöcher, füll die Erde locker bis knapp unter den Rand und feuchte sie an.
  2. Säen: Leg mehrere Samen 0,5 bis 1 cm tief in die Mitte des Kübels, so tief wie bei den meisten Kohlarten, und bedecke sie mit Erde.
  3. Oder pflanzen: Setz die Jungpflanze in die Mitte, drück die Erde rundum an und gieß sie an.
  4. Feucht halten: Halte die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser steht. Eine Abdeckung über der Saat nimmst du ab, sobald die ersten Keimlinge erscheinen.
  5. Schützen: Leg das Kulturschutznetz direkt nach Saat oder Pflanzung auf. Pflanzt du schon im April, kommt zusätzlich Gartenvlies gegen niedrige Temperaturen darüber. Steigen die Temperaturen stark, nimmst du das Vlies ab, damit sich darunter keine Hitze staut.
  6. Vereinzeln: Sind die Keimlinge kräftig genug, lässt du den stärksten stehen und entfernst die übrigen.
Marias Erfahrung

Beim Pflanzen stecke ich ein Etikett mit dem Datum in den Kübel, weil die Entwicklungszeit bis zur Ernte ab der Pflanzung zählt.

Wo steht der Kübel am besten?

Stell den Kübel sonnig und luftig, denn bei Kohljungpflanzen beugen gute Lüftung und rasch abtrocknende Blätter dem Falschen Mehltau vor. Im Herbst gilt für Chinakohl etwa −4 °C als grober Richtwert der Frosttoleranz, und wiederholtes Frieren und Tauen kann Fäulnis fördern. Bei angesagtem Frost rücke ich den Kübel deshalb an einen geschützten Platz. Wie Chinakohl mit Hitze, Trockenheit, Starkregen und Wind zurechtkommt, liest du im Beitrag darüber, welches Klima Chinakohl braucht.

Pflege im Kübel: gießen, düngen, schützen

Die Grundlagen dazu stehen im Kohl-Ratgeber. Hier steht nur, was im Kübel dazukommt.

Gießen

Wie viel Wasser ein Kübel braucht, hängt von Wetter, Substrat, Sonne und Wind am Standort ab. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer unter Umständen mehrmals täglich. Bei torffreier Erde stecke ich vor dem Gießen den Finger tiefer hinein, weil die Oberfläche schneller abtrocknet als die Erde darunter.

Düngen

Kohl, der länger im Kübel steht, kann im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen, bei torffreier Erde auch trotz Vordüngung. Mehr ist dabei nicht besser: Einseitige oder übermäßige Düngung kann bei Chinakohl Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen begünstigen. Wie das ohne Mineraldünger geht, zeigt der Ratgeber, wie du Chinakohl biologisch mit natürlicher Düngung anbaust.

Schädlinge abhalten

Direkt nach Saat oder Pflanzung kommt ein Kulturschutznetz mit einer Maschenweite unter 1 mm über den Kübel, rundum dicht bis zur Ernte. Bei feuchtem Wetter trocknet Chinakohl darunter langsamer ab, was das Risiko von Pilzerkrankungen erhöhen kann. Tritt trotz Netz Befall auf, sammle ich die Larven ab und entferne befallene Blätter, um den Schaden zu begrenzen.

Ernten und aufbewahren

Im Hausgarten braucht Chinakohl 55 bis 75 Tage von der Pflanzung bis zur Ernte. Steht der Chinakohl in einem kleinen Topf, ernte ich ihn lieber jung, denn als sehr junges Gemüse lässt er sich schon 6 Wochen nach der Aussaat ernten. In Folie gewickelt hält er sich im Gemüsefach ungefähr 1 bis 2 Wochen; die Erntezeiten der übrigen Kohlarten findest du im Kohl-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Welche Chinakohl-Sorten eignen sich für den Kübel?
Ich wähle die Sorte nach der Saison und nicht nach dem Gefäß. Für frühen Anbau nimmst du schossfeste Sorten, für eine geplante Herbstlagerung lagerfähige.
Wie groß muss der Kübel für Chinakohl sein?
Ich setze in jeden Kübel nur eine Pflanze und nehme lieber ein großes als ein kleines Gefäß. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, während Chinakohl Erde mit guter Wasserspeicherung bevorzugt. Ebenso wichtig sind freie Ablauflöcher im Boden, damit sich kein Wasser staut.
Warum braucht Chinakohl im Kübel einen guten Wasserabzug?
Ohne freien Abfluss entsteht im Wurzelraum Staunässe, und gestautes Wasser schädigt die Wurzeln. Feuchte bis staunasse Erde begünstigt außerdem Kohlhernie, besonders bei 20 bis 25 °C. Achte deshalb auf offene Ablauflöcher und kipp einen vollen Untersetzer nach dem Gießen aus.
Wie oft muss ich Chinakohl im Kübel gießen?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil der Bedarf von Wetter, Substrat, Sonne und Wind abhängt. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer unter Umständen mehrmals täglich. Prüf bei torffreier Erde vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche, denn oben trocknet sie schnell ab.
Muss ich Chinakohl im Kübel nachdüngen?
Das kann nötig werden. Kohl, der länger im Gefäß steht, kann im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen, bei torffreier Erde auch trotz Vordüngung. Dünge aber nicht einseitig oder übermäßig, denn das kann bei Chinakohl Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen begünstigen.
Wann säe ich Chinakohl für den Kübel?
Für den Herbst säst du zwischen Anfang Juli und Mitte August direkt in den Kübel, in Bayern in einem engeren Fenster im Juli. Für eine frühe Ernte ziehst du Jungpflanzen warm vor und schützt sie nach dem Pflanzen im April mit Gartenvlies. Kühle Phasen von 5 bis 8 °C in der Anzucht fördern das Schossen besonders.
Wann ist Chinakohl im Kübel erntereif?
Im Hausgarten vergehen bei Chinakohl 55 bis 75 Tage von der Pflanzung bis zur Ernte. Als sehr junges Gemüse kannst du ihn schon 6 Wochen nach der Aussaat ernten. Das bietet sich bei kleinen Töpfen an. In Folie gewickelt hält er sich im Gemüsefach ungefähr 1 bis 2 Wochen.
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