Boden für Blattkohl vorbereiten: von der Bodenprobe bis zum Pflanztermin
- Erst die Bodenprobe, dann entscheidest du über Kalk und Kompost.
- Grünkohl mag nährstoffreichen, tiefgründigen Boden mit pH 6,8 bis 7,5.
- Bestehende Beete lockerst du mit dem Sauzahn, statt sie umzugraben.
- Bearbeitet wird der Boden erst, wenn keine Erde mehr am Gerät haftet.
- Staunässe vermeiden, denn feuchte bis staunasse Böden begünstigen Kohlhernie.
- Das Beet ist fertig, bevor Grünkohl zwischen Anfang Juni und Anfang August einzieht.

Grünkohl steht bei mir vom Pflanzen im Sommer bis in den Winter auf demselben Beet. Solange er dort wächst, grabe ich das Beet nicht mehr um. Bodenprobe, Lockern und Kompost erledige ich deshalb, bevor die Jungpflanzen einziehen.
Für die Herbst- und Winterernte pflanzt du Grünkohl zwischen Anfang Juni und Anfang August. Geerntet wird er je nach Sorte von Oktober bis März. Das Beet ist also viele Monate belegt, und was du vorher am Boden versäumst, holst du in dieser Zeit kaum nach.
Palmkohl liefert seine Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst. Welche Kohlarten und Sorten es gibt und in welche Jahreszeit sie passen, zeigt der Kohl-Ratgeber. Die einzelnen Blattkohle stellt ein eigener Ratgeber vor: welche Blattkohlsorten es gibt und wie du sie in der Küche verwendest.
Welchen Boden braucht Blattkohl?
Grünkohl bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Erde, die Wasser gut speichert. Zugleich soll der Boden fruchtbar, gut durchlässig und vorzugsweise alkalisch sein. Gesucht ist also kein leichter Boden, sondern einer, der Wasser hält und überschüssiges Wasser trotzdem abziehen lässt.
„Auf schwerem Boden wird Grünkohl nichts.“ Das Gegenteil trifft zu: Kohl verträgt auch schwere Tonböden, und für Grünkohl werden schwere Böden sogar bevorzugt. Wichtig bleibt, dass im Beet kein Wasser stehen bleibt.
Für Palmkohl nimmst du den allgemeinen Rahmen für Kohl: fruchtbarer, gut durchlässiger Boden. Die Sorte ‘Nero di Toscana’ kommt mit sonnigen bis halbschattigen Plätzen zurecht. Grünkohl eignet sich gut für den Gartenanbau, während Blumenkohl höhere Ansprüche stellt. Baust du beides an, lies nach, wie du den Boden für Blumenkohl vorbereitest.
Bodenanalyse: erst messen, dann handeln
Bodenart mit der Fingerprobe bestimmen
Die Bodenart findest du ohne Labor heraus. Nimm leicht feuchte Erde zwischen die Finger und reibe sie. Sandboden zerfällt dabei körnig. Toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen. Das Ergebnis brauchst du später mehrfach, denn der passende pH-Wert und die Wirkung von Kompost hängen von der Bodenart ab.
Bodenprobe fürs Labor
Für pH-Wert und Nährstoffe schickst du eine MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. ins Bodenlabor. Ich nehme sie im Herbst nach der Ernte, wenn das Beet leer ist und noch kein Kompost daraufliegt. Die Reihenfolge ergibt sich aus zwei Regeln: Direkt nach einer Düngung wird keine Probe genommen, und über Kalk und Kompost entscheidest du nach dem Befund.
So nimmst du die Probe
- 10 bis 15 Teilproben, verteilt über die ganze Beetfläche
- jede Teilprobe aus den oberen 30 cm
- alles gründlich mischen, etwa 500 g davon ans Labor schicken
- Zeitraum: Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte
- nicht direkt nach einer Düngung
- das Gemüsebeet getrennt von anderen Gartenbereichen beproben
Eine Standardanalyse bestimmt den pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt beauftragst du gesondert. Legst du ein Beet auf einer Fläche mit unbekannter Vorgeschichte an, klärt ein entsprechend ausgestattetes Labor auch, ob der Boden mit Schadstoffen belastet ist.
pH-Wert einordnen und kalken
Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. von 6,5 bis 7 empfohlen. Für Grünkohl liegt die Empfehlung bei 6,8 bis 7,5.
Beide Spannen sind Richtwerte, denn der passende pH-Wert hängt auch von Bodenart und Humusgehalt ab. Ob du kalkst, entscheidest du deshalb nach Bodenart und Befund. Liegt der Wert schon über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt.
Lass den Humusgehalt mit untersuchen. Er beeinflusst, welcher pH-Wert zu deinem Boden passt, und die Standardanalyse erfasst ihn nicht.
Lockern: schonend statt umgraben
Ein bestehendes Gemüsebeet lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Im Frühjahr ziehst du ihn in etwa 20 cm Abstand kreuzweise durch das Beet. Umgraben ist vor allem bei einer Neuanlage und auf sehr schweren Böden sinnvoll. Steht im Frühjahr noch eine Vorkultur auf dem Beet, lockere ich erst nach deren Ernte.
Ich ziehe den Sauzahn erst längs durch das Beet und danach quer. So wende ich keine Schicht und komme trotzdem über die ganze Fläche.
Den Boden bearbeiten, solange er noch nass ist. Warte, bis keine Erde mehr an Spaten oder Sauzahn haften bleibt.
Bodenstruktur verbessern
Schwerer Boden
Auf schwerem Boden verbessert Kompost die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung. Eine Gründüngung kann schwere Böden zusätzlich durchlässiger machen. Beim Lockern merke ich mir die Stellen, an denen nach Regen Pfützen stehen bleiben. Dort arbeite ich den Kompost besonders sorgfältig ein.
Sandiger Boden
Auf sandigem Boden verbessert Kompost das Wasserhaltevermögen. Eine Gründüngung kann leichte Böden ebenfalls wasserspeichernder machen. Grünkohl braucht besonders von Anfang August bis Mitte September ausreichend Wasser, sonst können seine Blätter vergilben. Auf Sand ist der Kompost deshalb auch Vorsorge für diese Wochen.
Kompost und Nährstoffe
Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ein, als jährliche Grundgabe für Gemüsebeete gelten etwa 3 l je m². Zeigt der Befund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, fällt die Gabe kleiner aus. Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf nicht, und wie du Blattkohl gießt und während der Kultur nachdüngst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Nach dem Pflanzen
Ist der Grünkohl gepflanzt, deckst du den Boden mit Mulch ab, denn Mulch vermindert im Sommer Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Wo du nicht mulchst, hackst du regelmäßig flach. Das unterdrückt Beikräuter und vermindert ebenfalls die Verdunstung.
Staunässe vermeiden und Kohlhernie vorbeugen
KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. befällt die Wurzeln, und ihr Erreger hält sich lange im Beet. Seine DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Begünstigt werden Infektionen vor allem durch feuchte bis staunasse Böden bei 20 bis 25 °C. Zur Vorbeugung gehören deshalb drei Dinge: Staunässe vermeiden, die Anbaupause einhalten und befallene Pflanzen samt Wurzeln aus dem Beet holen.
Tritt Kohlhernie auf, braucht die Fläche danach eine langjährige KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie.. Weil die Dauersporen so lange überdauern, reinigst du Spaten und Sauzahn nach der Arbeit auf dieser Fläche gründlich.
Pflanzen mit Kohlhernie gehören samt Wurzeln in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
Welches Beet? Fruchtfolge kurz gefasst
Blattkohl gehört zu den Kreuzblütlern, und dazu zählen auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Die Regeln für die Kohlpause stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur, passende Beetnachbarn findest du im Mischkultur-Planer. Welche Vor- und Nachkulturen zu Blattkohl passen, zeigt ein eigener Ratgeber.
Zeitplan: Wann bereitest du den Boden vor?
Du planst vom Pflanztermin aus rückwärts. Säst du Palmkohl ‘Nero di Toscana’ direkt ins Freiland, muss das Beet schon im Mai bereit sein, denn dort wird er im Mai und Juni gesät. Grünkohl zieht erst ab Anfang Juni ein, sodass dir mehr Zeit bleibt.
| Wann | Was du am Boden tust |
|---|---|
| Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte | Bodenprobe nehmen, nicht direkt nach einer Düngung |
| Herbst | Gründüngung säen, Winterroggen noch bis Oktober |
| nach dem Befund | über Kalk und Kompostmenge entscheiden |
| Frühjahr, sobald keine Erde mehr am Gerät haftet | Beet mit dem Sauzahn kreuzweise lockern |
| vor dem Auspflanzen | reifen Kompost einarbeiten |
| Mai und Juni | Palmkohl ‘Nero di Toscana’ direkt ins Freiland säen |
| Anfang Juni bis Anfang August | Grünkohl für die Herbst- und Winterernte pflanzen |
Was außer dem Boden im Lauf des Jahres ansteht, zeigt der Ratgeber, welche Arbeiten beim Blattkohl in welcher Jahreszeit anfallen.
Gründüngung im Vorjahr
Eine Begrünung im Herbst durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt.. Vor Kohl passen Phacelia oder Buchweizen. Senf, Ölrettich und Raps lässt du weg, denn sie sind selbst Kreuzblütler und fallen unter die Kohlpause. Winterroggen kannst du noch bis Oktober säen, er eignet sich aber nur für Beete, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden. Ein Beet für Grünkohl, der ab Anfang Juni gepflanzt wird, erfüllt diese Bedingung.
Die Termine für Aussaat und Pflanzung hast du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt. Welches Beet wann frei wird, trägst du im Beetplaner ein.



