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Boden für Blattkohl vorbereiten: von der Bodenprobe bis zum Pflanztermin

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erst die Bodenprobe, dann entscheidest du über Kalk und Kompost.
  • Grünkohl mag nährstoffreichen, tiefgründigen Boden mit pH 6,8 bis 7,5.
  • Bestehende Beete lockerst du mit dem Sauzahn, statt sie umzugraben.
  • Bearbeitet wird der Boden erst, wenn keine Erde mehr am Gerät haftet.
  • Staunässe vermeiden, denn feuchte bis staunasse Böden begünstigen Kohlhernie.
  • Das Beet ist fertig, bevor Grünkohl zwischen Anfang Juni und Anfang August einzieht.
Hand liegt auf großen blaugrünen Kohlblättern mit violetten Blattrippen und feinen Wassertropfen
Foto: Marina Leonova · Pexels License · Quelle ↗

Grünkohl steht bei mir vom Pflanzen im Sommer bis in den Winter auf demselben Beet. Solange er dort wächst, grabe ich das Beet nicht mehr um. Bodenprobe, Lockern und Kompost erledige ich deshalb, bevor die Jungpflanzen einziehen.

Für die Herbst- und Winterernte pflanzt du Grünkohl zwischen Anfang Juni und Anfang August. Geerntet wird er je nach Sorte von Oktober bis März. Das Beet ist also viele Monate belegt, und was du vorher am Boden versäumst, holst du in dieser Zeit kaum nach.

Palmkohl liefert seine Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst. Welche Kohlarten und Sorten es gibt und in welche Jahreszeit sie passen, zeigt der Kohl-Ratgeber. Die einzelnen Blattkohle stellt ein eigener Ratgeber vor: welche Blattkohlsorten es gibt und wie du sie in der Küche verwendest.

Welchen Boden braucht Blattkohl?

Grünkohl bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Erde, die Wasser gut speichert. Zugleich soll der Boden fruchtbar, gut durchlässig und vorzugsweise alkalisch sein. Gesucht ist also kein leichter Boden, sondern einer, der Wasser hält und überschüssiges Wasser trotzdem abziehen lässt.

Mythos-Check

„Auf schwerem Boden wird Grünkohl nichts.“ Das Gegenteil trifft zu: Kohl verträgt auch schwere Tonböden, und für Grünkohl werden schwere Böden sogar bevorzugt. Wichtig bleibt, dass im Beet kein Wasser stehen bleibt.

Für Palmkohl nimmst du den allgemeinen Rahmen für Kohl: fruchtbarer, gut durchlässiger Boden. Die Sorte ‘Nero di Toscana’ kommt mit sonnigen bis halbschattigen Plätzen zurecht. Grünkohl eignet sich gut für den Gartenanbau, während Blumenkohl höhere Ansprüche stellt. Baust du beides an, lies nach, wie du den Boden für Blumenkohl vorbereitest.

Aussaatkalender Blattkohl
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Mai, Juni; Ernte: Januar, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: JanuarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Bodenanalyse: erst messen, dann handeln

Bodenart mit der Fingerprobe bestimmen

Die Bodenart findest du ohne Labor heraus. Nimm leicht feuchte Erde zwischen die Finger und reibe sie. Sandboden zerfällt dabei körnig. Toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen. Das Ergebnis brauchst du später mehrfach, denn der passende pH-Wert und die Wirkung von Kompost hängen von der Bodenart ab.

Bodenprobe fürs Labor

Für pH-Wert und Nährstoffe schickst du eine Mischprobe ins Bodenlabor. Ich nehme sie im Herbst nach der Ernte, wenn das Beet leer ist und noch kein Kompost daraufliegt. Die Reihenfolge ergibt sich aus zwei Regeln: Direkt nach einer Düngung wird keine Probe genommen, und über Kalk und Kompost entscheidest du nach dem Befund.

Mini-Checkliste

So nimmst du die Probe

  • 10 bis 15 Teilproben, verteilt über die ganze Beetfläche
  • jede Teilprobe aus den oberen 30 cm
  • alles gründlich mischen, etwa 500 g davon ans Labor schicken
  • Zeitraum: Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte
  • nicht direkt nach einer Düngung
  • das Gemüsebeet getrennt von anderen Gartenbereichen beproben

Eine Standardanalyse bestimmt den pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt beauftragst du gesondert. Legst du ein Beet auf einer Fläche mit unbekannter Vorgeschichte an, klärt ein entsprechend ausgestattetes Labor auch, ob der Boden mit Schadstoffen belastet ist.

pH-Wert einordnen und kalken

Zahl im Blick

Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen. Für Grünkohl liegt die Empfehlung bei 6,8 bis 7,5.

Beide Spannen sind Richtwerte, denn der passende pH-Wert hängt auch von Bodenart und Humusgehalt ab. Ob du kalkst, entscheidest du deshalb nach Bodenart und Befund. Liegt der Wert schon über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt.

Tipp

Lass den Humusgehalt mit untersuchen. Er beeinflusst, welcher pH-Wert zu deinem Boden passt, und die Standardanalyse erfasst ihn nicht.

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Lockern: schonend statt umgraben

Ein bestehendes Gemüsebeet lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Im Frühjahr ziehst du ihn in etwa 20 cm Abstand kreuzweise durch das Beet. Umgraben ist vor allem bei einer Neuanlage und auf sehr schweren Böden sinnvoll. Steht im Frühjahr noch eine Vorkultur auf dem Beet, lockere ich erst nach deren Ernte.

Marias Erfahrung

Ich ziehe den Sauzahn erst längs durch das Beet und danach quer. So wende ich keine Schicht und komme trotzdem über die ganze Fläche.

Häufiger Fehler

Den Boden bearbeiten, solange er noch nass ist. Warte, bis keine Erde mehr an Spaten oder Sauzahn haften bleibt.

Bodenstruktur verbessern

Schwerer Boden

Auf schwerem Boden verbessert Kompost die Krümelstruktur und die Durchlüftung. Eine Gründüngung kann schwere Böden zusätzlich durchlässiger machen. Beim Lockern merke ich mir die Stellen, an denen nach Regen Pfützen stehen bleiben. Dort arbeite ich den Kompost besonders sorgfältig ein.

Sandiger Boden

Auf sandigem Boden verbessert Kompost das Wasserhaltevermögen. Eine Gründüngung kann leichte Böden ebenfalls wasserspeichernder machen. Grünkohl braucht besonders von Anfang August bis Mitte September ausreichend Wasser, sonst können seine Blätter vergilben. Auf Sand ist der Kompost deshalb auch Vorsorge für diese Wochen.

Kompost und Nährstoffe

Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ein, als jährliche Grundgabe für Gemüsebeete gelten etwa 3 l je m². Zeigt der Befund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, fällt die Gabe kleiner aus. Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf nicht, und wie du Blattkohl gießt und während der Kultur nachdüngst, steht in einem eigenen Ratgeber.

Nach dem Pflanzen

Ist der Grünkohl gepflanzt, deckst du den Boden mit Mulch ab, denn Mulch vermindert im Sommer Verdunstung und Verschlämmung. Wo du nicht mulchst, hackst du regelmäßig flach. Das unterdrückt Beikräuter und vermindert ebenfalls die Verdunstung.

Staunässe vermeiden und Kohlhernie vorbeugen

Kohlhernie befällt die Wurzeln, und ihr Erreger hält sich lange im Beet. Seine Dauersporen können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Begünstigt werden Infektionen vor allem durch feuchte bis staunasse Böden bei 20 bis 25 °C. Zur Vorbeugung gehören deshalb drei Dinge: Staunässe vermeiden, die Anbaupause einhalten und befallene Pflanzen samt Wurzeln aus dem Beet holen.

Tritt Kohlhernie auf, braucht die Fläche danach eine langjährige Kohlpause. Weil die Dauersporen so lange überdauern, reinigst du Spaten und Sauzahn nach der Arbeit auf dieser Fläche gründlich.

Achtung

Pflanzen mit Kohlhernie gehören samt Wurzeln in den Restmüll, nicht auf den Kompost.

Welches Beet? Fruchtfolge kurz gefasst

Blattkohl gehört zu den Kreuzblütlern, und dazu zählen auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Die Regeln für die Kohlpause stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur, passende Beetnachbarn findest du im Mischkultur-Planer. Welche Vor- und Nachkulturen zu Blattkohl passen, zeigt ein eigener Ratgeber.

Zeitplan: Wann bereitest du den Boden vor?

Du planst vom Pflanztermin aus rückwärts. Säst du Palmkohl ‘Nero di Toscana’ direkt ins Freiland, muss das Beet schon im Mai bereit sein, denn dort wird er im Mai und Juni gesät. Grünkohl zieht erst ab Anfang Juni ein, sodass dir mehr Zeit bleibt.

Wann Was du am Boden tust
Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte Bodenprobe nehmen, nicht direkt nach einer Düngung
Herbst Gründüngung säen, Winterroggen noch bis Oktober
nach dem Befund über Kalk und Kompostmenge entscheiden
Frühjahr, sobald keine Erde mehr am Gerät haftet Beet mit dem Sauzahn kreuzweise lockern
vor dem Auspflanzen reifen Kompost einarbeiten
Mai und Juni Palmkohl ‘Nero di Toscana’ direkt ins Freiland säen
Anfang Juni bis Anfang August Grünkohl für die Herbst- und Winterernte pflanzen

Was außer dem Boden im Lauf des Jahres ansteht, zeigt der Ratgeber, welche Arbeiten beim Blattkohl in welcher Jahreszeit anfallen.

Gründüngung im Vorjahr

Eine Begrünung im Herbst durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor Auswaschung. Vor Kohl passen Phacelia oder Buchweizen. Senf, Ölrettich und Raps lässt du weg, denn sie sind selbst Kreuzblütler und fallen unter die Kohlpause. Winterroggen kannst du noch bis Oktober säen, er eignet sich aber nur für Beete, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden. Ein Beet für Grünkohl, der ab Anfang Juni gepflanzt wird, erfüllt diese Bedingung.

Passt dazu

Die Termine für Aussaat und Pflanzung hast du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt. Welches Beet wann frei wird, trägst du im Beetplaner ein.

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Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Grundlagen der Bodenvorbereitung für Blattkohl?
Am Anfang steht eine Bodenprobe, nach deren Befund du über Kalk und Kompost entscheidest. Bestehende Beete lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Achte darauf, dass kein Wasser im Beet stehen bleibt, denn feuchte bis staunasse Böden begünstigen Kohlhernie. Fertig ist das Beet, bevor der Grünkohl zwischen Anfang Juni und Anfang August einzieht.
Welcher pH-Wert passt für Blattkohl, und wann wird gekalkt?
Für Kohl im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen. Bei Grünkohl liegt die Empfehlung bei 6,8 bis 7,5. Welcher Wert für dein Beet passt, hängt auch von Bodenart und Humusgehalt ab. Gekalkt wird nur nach Bodenuntersuchung und nicht, wenn der pH-Wert schon über dem passenden Zielbereich liegt.
Warum kommt es bei der Bodenvorbereitung für Blattkohl auf die Zeitplanung an?
Grünkohl wird zwischen Anfang Juni und Anfang August gepflanzt und je nach Sorte bis in den März geerntet. Solange er steht, bearbeitest du den Boden darunter kaum noch. Die Bodenprobe nimmst du deshalb zwischen Herbst und Frühjahr, gelockert wird, sobald keine Erde mehr am Gerät haftet. Auch Winterroggen passt als Gründüngung davor, weil er sich nur für Beete eignet, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden.
Wie nimmst du eine Bodenprobe für die Bodenanalyse?
Du stichst 10 bis 15 Teilproben, verteilt über das ganze Beet. Jede Teilprobe stammt aus den oberen 30 cm. Die Proben mischst du und schickst etwa 500 g davon ans Bodenlabor, aber nicht direkt nach einer Düngung. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt beauftragst du dort gesondert.
Wie verbesserst du schweren Boden für den Kohlanbau?
Grünkohl verträgt schweren Boden und bevorzugt ihn sogar, solange überschüssiges Wasser abziehen kann. Kompost verbessert auf schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung. Eine Gründüngung kann sie durchlässiger machen, und bei sehr schwerem Boden ist Umgraben sinnvoll. Bearbeite ihn erst, wenn keine Erde mehr am Spaten haftet.
Warum ist Staunässe im Boden für Kohl ein Problem?
Feuchte bis staunasse Böden begünstigen Infektionen mit Kohlhernie, besonders bei 20 bis 25 °C. Der Befall sitzt an den Wurzeln, und die Dauersporen können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Staunässe zu vermeiden gehört deshalb zur Vorbeugung, ebenso die Anbaupause und das Entfernen befallener Pflanzen samt Wurzeln.
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