Gemüse · Kohl · Pflege

Weißkohl richtig bewässern: wie viel Wasser, wann gießen, was tun bei Starkregen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Weißkohl braucht feuchten Boden, besonders wichtig ist genug Wasser beim Blattwachstum und bei der Kopfbildung.
  • Gründlich statt täglich: Für Gemüse rät die Bayerische Gartenakademie eher zu einer Gabe von rund 14 l/m² pro Woche als zu täglichen kleinen Mengen.
  • Nach dem Gießen soll der Boden 15 bis 20 cm tief feucht sein, das prüfst du durch Nachgraben.
  • Gieß sehr früh morgens und bodennah, damit die Blätter trocken bleiben.
  • Vor angekündigtem Starkregen bekommt Kopfkohl kein zusätzliches Wasser.
  • Schlappe Blätter bei nassem Boden können auf zu viel Wasser hindeuten.
Ein Kopf Weißkohl (Brassica oleracea) wird auf einem Schneidebrett geschnitten
Foto: Natalia S · Pexels License · Quelle ↗

Sommertrockenheit und Starkregen erschweren den Gemüseanbau, und Weißkohl steht lange im Beet. Während der Kopfbildung braucht er ausreichend Wasser, nach einem Wolkenbruch kann er dagegen durch Nässe im Wachstum stocken. Ich gieße meine Kohlreihen deshalb nicht nach Kalender, sondern grabe vor und nach dem Gießen in die Erde. So findest du eine Routine, die zu deinem Boden und zum Wetter passt.

Braucht Weißkohl viel Wasser?

Ja, Weißkohl braucht feuchten Boden, und sein Bedarf wächst mit der Pflanze. Bei Gemüse steigt der Wasserbedarf mit dem Wachstum. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung während des Hauptblattwachstums und der Kopfbildung. Wie viel dein Beet tatsächlich braucht, hängt von Sorte, Witterung und Boden ab, dazu von Sonne und Wind am Standort.

Zahl im Blick

Ein geschlossener, etwa 40 bis 50 cm hoher Gemüsebestand wie Blumenkohl hat in der mittleren Wachstumsphase einen täglichen Wasserbedarf von ungefähr 3 bis 4 l/m². Das ist der Bedarf des Bestands, keine Gießgabe. Einen Teil davon liefern Regen und das Wasser im Boden, den Rest ergänzt du.

Aussaatkalender Weißkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturAussaatErnte

Wie viel gießt du auf einmal?

Gieß lieber seltener und dafür gründlich. Die Bayerische Gartenakademie rät Hobbygärtnern, Gemüse eher einmal pro Woche kräftig zu wässern als täglich in kleinen Mengen. Als Gabe nennt sie dafür rund 14 l/m². Nach dem Gießen soll der Gartenboden 15 bis 20 cm tief gut durchfeuchtet sein. Ob das geklappt hat, prüfst du durch vorsichtiges Nachgraben neben der Pflanze.

Mythos-Check

Hält täglich ein bisschen Wasser den Kohl schön feucht? Werden Beetpflanzen täglich mit 2 l/m² gegossen, verdunstet nach Einschätzung der Bayerischen Gartenakademie gut ein Liter davon wieder, ohne ihnen zu nützen. Ihre Empfehlung für Gemüse lautet: seltener und gründlich.

Wie oft du gießen musst, richtet sich nach der Speicherfähigkeit deines Bodens, nach der Witterung und nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen. Der Wochenrhythmus ist deshalb eine Orientierung, die du nach dem Nachgraben anpasst. Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen, bei schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung. Mehr zu Boden, pH-Wert und Staunässe steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.

Die Werte fürs Gießen im Überblick:

Frage Orientierung
Wie viel auf einmal? rund 14 l/m² als gründliche Gabe für Gemüse
Wie oft? eher einmal pro Woche statt täglich, angepasst an Boden, Wetter und Entwicklungsstand
Wie tief soll es feucht sein? 15 bis 20 cm nach dem Gießen
Zu welcher Tageszeit? sehr früh morgens, bodennah
Wann nicht? vor angekündigtem Starkregen
Marias Erfahrung

Ich habe einmal ausgelitert, wie viel Wasser meine Gießkanne fasst. So kann ich die Gabe auf die Fläche meiner Kohlreihe umrechnen. Nach dem Gießen steche ich mit der Handschaufel neben einer Pflanze ein und schaue, wie tief die Erde dunkel und feucht ist.

Wann braucht Weißkohl besonders viel Wasser?

Anzucht und Pflanzung

Weißkohl wird üblicherweise vorgezogen, und zwar in Schalen unter Glas oder Folie. Halte die Aussaat gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut. Die Abdeckung nimmst du ab, sobald die ersten Keimlinge erscheinen. Ausgepflanzt wird Weißkohl, wenn die Jungpflanzen fünf Blätter haben. Gieß ihn dann mit einem feinen Wasserstrahl an, damit Wurzelballen und umgebende Erde guten Kontakt bekommen.

Blattwachstum und Kopfbildung

Weißkohl bildet seinen geschlossenen Kopf aus Blättern. Bei Gemüse zählt eine ausreichende Wasserversorgung besonders während des Hauptblattwachstums und der Kopfbildung. Da der Kopf selbst aus Blättern besteht, fällt bei Weißkohl die ganze Strecke vom kräftigen Blattzuwachs bis zum festen Kopf in diese Zeit. Sobald sich die Blätter in der Reihe berühren, grabe ich nach dem Gießen besonders sorgfältig nach. Reicht die Feuchte nicht tief genug, gieße ich beim nächsten Mal mehr auf einmal.

Zur Erntereife

Empfindliche Weißkohlsorten können zur Erntereife aufplatzen. Dem beugst du mit rechtzeitiger Ernte und mit platzfesten Sorten vor.

Zu welcher Tageszeit und wie gießt du?

Gieß im Sommer sehr früh am Morgen, solange Boden und Luft noch kühl sind. Dann verdunstet wenig Wasser, und die Pflanzen trocknen im Lauf des Tages ab. Bei Kohljungpflanzen beugen rasch abtrocknende Blätter, gute Lüftung und vermiedene Taubildung dem Falschen Mehltau vor. Wer morgens gießt, gibt frisch gesetztem Weißkohl also den ganzen Tag zum Abtrocknen. Ich halte dabei den Hals der Gießkanne tief an den Boden zwischen die unteren Blätter.

Gießkanne, Tropfschlauch und Mulch in Kürze

Gleich womit du gießt, das Wasser gehört an den Boden und nicht auf die Blätter. Langsam laufende Tropfbewässerung lässt das Wasser in tiefere Bodenschichten eindringen und kann Wasserverbrauch und Krankheitsdruck vermindern. Eine dünne Mulchschicht aus trockenem Grasschnitt oder Stroh vermindert die Verdunstung, auf ungemulchten Beeten tut das regelmäßiges flaches Hacken. Methoden, Mulch und Wassersparen erklärt der Gießen-Abschnitt im Kohl-Ratgeber ausführlicher. Welche Systeme sich für effizientes, wassersparendes Gießen anbieten, zeigt der Beitrag darüber, wie du Wirsing mit passenden Systemen wassersparend bewässerst.

Was tust du bei Starkregen und nassem Boden?

Kündigt der Wetterbericht Starkregen an, bekommt dein Kopfkohl vorher kein zusätzliches Wasser. Starkregen kann bei Kopfkohl zu Übernässung, verschlämmtem Boden und Sauerstoffmangel führen. Die Folge können Wachstumsstockungen bis hin zu Ausfällen sein. Nach einem Wolkenbruch warte ich mit der Hacke, bis keine Erde mehr am Gerät haften bleibt.

Mulch vermindert im Sommer Verdunstung und Verschlämmung und verbessert die Aufnahme starken Regens. Da Verschlämmung zu den Starkregenschäden bei Kopfkohl zählt, kann eine Mulchdecke also nicht nur in Trockenzeiten helfen.

Häufiger Fehler

Hängende Blätter sofort mit der Gießkanne beantworten. Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen, und dann zeigt die Pflanze womöglich Wassermangelsymptome, obwohl der Boden feucht ist. Grab deshalb erst nach, bevor du gießt.

Nasser Boden bringt ein weiteres Risiko mit sich. Kohlhernie-Infektionen werden besonders durch 20 bis 25 °C und feuchte bis staunasse Böden begünstigt. Wie du Kohlhernie und Falschem Mehltau vorbeugst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten.

Wie gießt du Weißkohl im Kübel oder Hochbeet?

Weißkohl gilt als topfgeeignet. Kleine Gemüsegefäße brauchen häufiger Wasser und können im Hochsommer sogar mehrmals täglich eine Gabe brauchen. Größere Gefäße speichern mehr Wasser und ermöglichen dadurch längere Gießabstände. Wer nicht mehrmals am Tag zur Kanne greifen will, setzt Weißkohl also lieber in ein großes Gefäß. Ablauflöcher braucht jedes Gefäß, damit sich kein Wasser staut.

Tipp

Torffreie Erde trocknet an der Oberfläche schnell ab. Prüf die Feuchte deshalb auch darunter, bevor du den Kübel gießt.

Im Hochbeet erwärmt sich die Erde schneller und trocknet dadurch auch schneller aus. Dicht bewachsene Hochbeete brauchen bei sommerlicher Hitze besonders viel Wasser, und eine Mulchauflage kann den Feuchtigkeitsverlust mindern.

Was hat Düngen mit dem Gießen zu tun?

Weißkohl hat einen hohen Stickstoffbedarf, außerdem zählen die Schwefelversorgung und ein passender Boden-pH. Flüssigdünger gießt du bei großer Hitze und Trockenheit nur in niedriger Konzentration auf vorher angefeuchteten Boden und nicht über die Pflanzen. Mehr zum Nährstoffbedarf und zur Anwendung findest du im Beitrag darüber, wie du Weißkohl nach seinem Nährstoffbedarf düngst; die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Düngen.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Sperli Mini-Weißkohlsamen Minica, F1
Sperli Mini-Weißkohlsamen Minica, F1
Zum Shop
Kiepenkerl Weißkohl Brunswijker
Kiepenkerl Weißkohl Brunswijker
Zum Shop
Kiepenkerl Weißkohl Filderkraut
Kiepenkerl Weißkohl Filderkraut
Zum Shop
Kiepenkerl Spitzkohl Caraflex F1
Kiepenkerl Spitzkohl Caraflex F1
Zum Shop

Häufige Fragen

Wie viel Wasser benötigt Weißkohl während der verschiedenen Wachstumsphasen?
Der Bedarf steigt mit dem Wachstum, besonders wichtig ist genug Wasser während des Hauptblattwachstums und der Kopfbildung. Frisch gesetzte Pflanzen gießt du mit feinem Strahl an, damit Wurzelballen und Erde Kontakt bekommen. Für Gemüse rät die Bayerische Gartenakademie eher zu einer gründlichen Gabe von rund 14 l/m² pro Woche als zu täglichen kleinen Mengen. Danach sollte der Boden 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet sein.
Warum ist die Wasserversorgung während der Kopfbildung so wichtig?
Weißkohl bildet seinen Kopf aus Blättern, und bei Gemüse zählt eine ausreichende Wasserversorgung besonders während des Hauptblattwachstums und der Kopfbildung. In dieser Zeit wächst der Bedarf mit der Pflanze. Prüf deshalb nach dem Gießen durch Nachgraben, ob der Boden 15 bis 20 cm tief feucht ist.
Woran erkennt man Wassermangel oder Überwässerung bei Weißkohl?
Schlappe Blätter allein zeigen nicht sicher, ob Wasser fehlt. Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen, und dann zeigt die Pflanze womöglich Wassermangelsymptome trotz feuchten Bodens. Grab deshalb neben der Pflanze nach, bevor du gießt. Ist die Erde nass, kann zu viel Wasser die Ursache sein.
Worin unterscheiden sich Tröpfchenbewässerung und Sprinklerbewässerung für Kopfkohl?
Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann Wasserverbrauch und Krankheitsdruck vermindern. Läuft sie langsam, dringt das Wasser in tiefere Bodenschichten ein. Ein Sprinkler verteilt das Wasser von oben und benetzt dabei die Blätter, empfohlen ist aber, den Boden zu wässern und die Blätter trocken zu lassen. Vor angekündigtem Starkregen bekommt Kopfkohl ohnehin keine zusätzliche Beregnung.
Wie beeinflusst die Bodenbeschaffenheit die Wasserhaltekapazität bei der Kohlpflege?
Wie oft du gießen musst, richtet sich unter anderem danach, wie viel Wasser dein Boden speichern kann. Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen und bei schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung. Staunässe solltest du vermeiden, denn feuchte bis staunasse Böden begünstigen Kohlhernie.
Ist es ein Mythos, dass abends gießen immer schädlich für Gemüsepflanzen ist?
Empfohlen wird im Sommer vorzugsweise der frühe Morgen, ein striktes Verbot für den Abend ist das nicht. Morgens verdunstet wenig Wasser, und die Pflanzen können tagsüber abtrocknen. Bei Kohljungpflanzen beugt rasches Abtrocknen der Blätter dem Falschen Mehltau vor. Gießt du doch am Abend, dann bodennah und ohne die Blätter zu benetzen.
Zuletzt geprüft:
↑