Gemüse · Kohl · Pflege

Grünkohl richtig wässern: So gießt du ihn von der Anzucht bis in den Winter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Von Anfang August bis Mitte September besonders auf ausreichend Wasser achten, sonst können die Blätter vergilben.
  • Vor dem Gießen den Boden mit dem Finger prüfen und dann lieber selten und gründlich gießen als täglich in kleinen Mengen.
  • Aussaaten gleichmäßig feucht halten, ohne dass sich Staunässe bildet.
  • Wasser an den Fuß der Pflanze geben, damit die Blätter rasch abtrocknen.
  • Bei vielen Sorten macht Kälte den Grünkohl milder, Frost braucht es dafür nicht.
  • Im Winter nach Wetter gießen und den Kübel so isolieren, dass Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben.
Grünkohl mit stark gekrausten, blaugrünen Blattspitzen in dichter Rosette
Foto: Sayanti Roy · Pexels License · Quelle ↗

Mein Grünkohl steht vom Sommer bis in den Winter im Beet, und in jeder Phase stellt sich die Wasserfrage anders. Besonders aufpassen musst du von Anfang August bis Mitte September: Fehlt dann Wasser, können die Blätter vergilben. Im Winter gießt du dagegen nach Wetter und schützt den Kohl in rauen Lagen mit Vlies vor Kahlfrost und eisigem Wind.

Wie viel Wasser braucht Grünkohl?

Eine Literzahl, die für jeden Grünkohl passt, gibt es nicht. Der Wasserbedarf von Gemüse richtet sich nach Kultur und Sorte, nach Wetter und Boden sowie nach Sonne und Wind am Standort. Grünkohl mag frischen, feuchten Boden und bevorzugt tiefgründige Erde, die Wasser gut hält. Ich richte mich deshalb nach dem Boden und nicht nach dem Kalender: Erst wenn die Erde unter der Oberfläche trocken ist, gieße ich. Hat es kräftig geregnet, prüfe ich trotzdem zuerst mit dem Finger, bevor ich nachgieße.

Zahl im Blick

Für Gemüse im Hobbygarten empfiehlt die Bayerische Gartenakademie eher einmal wöchentlich eine gründliche Gabe von rund 14 Litern pro Quadratmeter als tägliche kleine Mengen. Gießt du Beetpflanzen täglich mit 2 Litern pro Quadratmeter, verdunstet gut ein Liter davon wieder, ohne dass die Pflanze etwas davon hat.

Wo dein Grünkohl stehen soll, legst du im Beetplaner für deinen Gemüsegarten fest. Ein Platz in Reichweite von Kanne oder Schlauch erleichtert dir das Gießen im August.

Aussaatkalender Grünkohl
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: April, Mai; Ernte: Januar, November, Dezember; Pflanzung: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: JanuarErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Wie viel Trockenheit verträgt Grünkohl?

Grünkohl eignet sich gut für den Gartenanbau, Blumenkohl stellt höhere Ansprüche. Frost verträgt Grünkohl häufig bis etwa −10 °C. Das ist ein grober Richtwert, denn Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung bestimmen, wie viel er tatsächlich aushält. Bei Trockenheit zeigt er dagegen Grenzen, weil Wassermangel seine Blätter vergilben lassen kann. Seine Winterhärte sagt also nichts darüber, wie gut er einen trockenen Spätsommer übersteht, und genau dann braucht er deine Aufmerksamkeit mit der Kanne.

Grünkohl gießen nach Wachstumsphase

Mit dem Kalender verschiebt sich, worauf es beim Gießen ankommt. Die Übersicht zeigt, worauf ich in welcher Phase achte.

Phase Zeitraum Worauf ich beim Gießen achte
Aussaat und Anzucht Mai bis Juli Erde gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden, Gefäße mit Wasserabzug
Pflanzung und Anwachsen Anfang Juni bis Anfang August angießen, Wasser an den Fuß der Pflanze, Blätter trocken halten
Spätsommer Anfang August bis Mitte September besonders auf ausreichend Wasser achten, selten und gründlich gießen
Erntezeit im Herbst und Winter je nach Sorte Oktober bis März nach Boden und Wetter gießen, im Kübel Gießen und Abfluss möglich halten

Aussaat und Anzucht: gleichmäßig feucht, nie nass

Gesät wird Grünkohl von Mai bis Juli, die Termine hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt. In Schalen und Töpfen halte ich die Aussaat gleichmäßig feucht, ohne dass sich Staunässe bildet. Dafür brauchen die Anzuchtgefäße einen Wasserabzug. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, nehme ich die Abdeckung ab. Säst du ins Anzuchtbeet, drückst du die Saatrille an, streifst sie zu und feuchtest sie mit feiner Brause an.

Achtung

Wässrig-weiche Sämlingsstängel, die an einer Stelle stark verengt sind, können auf Umfallkrankheit hinweisen. Vorbeugen kannst du mit sauberem, neuem Anzuchtsubstrat und gereinigten Gefäßen, und indem du Staunässe vermeidest.

Pflanzen und Anwachsen: angießen, Blätter trocken halten

Für die Herbst- und Winterernte kommt Grünkohl von Anfang Juni bis Anfang August ins Beet. Ich gieße jede Pflanze gleich nach dem Setzen an und halte den Boden feucht, bis sie sichtbar weiterwächst. Das Wasser gebe ich an den Fuß der Pflanze, nicht über die Blätter. Bei jungen Kohlpflanzen helfen gute Lüftung, wenig Taubildung und rasch abtrocknende Blätter, dem Falschen Mehltau vorzubeugen.

Wer erst spät in diesem Fenster pflanzt, setzt Jungpflanzen genau in die Wochen ab Anfang August, in denen Wassermangel die Blätter vergilben lassen kann. Bei solchen Pflanzungen fallen Anwachsen und empfindliche Phase zusammen, deshalb prüfe ich dann den Boden besonders aufmerksam.

Spätsommer: Anfang August bis Mitte September

In diesen Wochen achte ich besonders darauf, dass der Grünkohl ausreichend Wasser bekommt. Fehlt es, können die Blätter vergilben. Ich gieße dann lieber selten und gründlich, damit das Wasser in die Tiefe zieht, statt täglich in kleinen Mengen. Stehendes Wasser vermeide ich trotzdem, denn feuchter bis staunasser Boden begünstigt bei 20 bis 25 °C Infektionen mit Kohlhernie besonders.

Marias Erfahrung

Im August gieße ich langsam und in mehreren Durchgängen rund um den Fuß der Pflanze, damit das Wasser einziehen kann und die Blätter trocken bleiben. Vorher stecke ich den Finger neben der Pflanze in die Erde, und ist sie unter der Oberfläche noch feucht, bleibt die Kanne stehen.

Herbst und Erntezeit: nach Wetter und Boden

Je nach Sorte erntest du Grünkohl von Oktober bis März. Mit den kühleren Wochen gieße ich weiter nach Boden und Wetter und nur dann, wenn die Erde unter der Oberfläche trocken ist.

Mythos-Check

Wird Grünkohl milder, wenn er im Herbst wenig Wasser bekommt? Bei vielen Sorten fördern niedrige Temperaturen die Zuckeranreicherung und einen milderen Geschmack, Frost braucht es dafür nicht. Absichtlich dursten lasse ich meinen Grünkohl deshalb nicht, denn Wassermangel kann seine Blätter vergilben lassen.

Winter: nach Wetter gießen, vor Kahlfrost schützen

Grünkohl ist winterhart und bleibt zur Ernte im Beet. Im Winter greife ich dort nur zur Kanne, wenn der Boden bei offenem Wetter lange trocken war und nicht gefroren ist. In rauen Lagen lege ich Vlies über die Pflanzen, das gegen Kahlfrost und eisigen Wind schützt und auch vor Wintersonne.

Im Kübel friert der Wurzelballen schneller als im Gartenboden, und Wurzeln reagieren empfindlicher auf Minusgrade als Blätter und Stängel. Isoliere deshalb Topfwand, Erdoberfläche und Topfboden so, dass du weiter gießen kannst und das Wasser abläuft.

Woran erkennst du Wassermangel und zu viel Nässe?

Gelbe oder schlaffe Blätter können mehrere Ursachen haben. Deshalb schaue ich zuerst auf den Boden, bevor ich gieße oder das Gießen einstelle.

Merkmal Kann hindeuten auf Was ich tue
Blätter vergilben, Erde unter der Oberfläche trocken Wassermangel gründlich an den Fuß der Pflanze gießen, danach den Boden erneut prüfen
Blätter hängen schlaff, Erde trocken Wassermangel gründlich gießen und beobachten, ob sich die Blätter wieder aufrichten
Pflanze welkt, obwohl die Erde nass ist Staunässe oder ein Wurzelproblem wie Kohlhernie nicht weiter gießen, Wurzeln ansehen, für Wasserabzug sorgen

Welke und Flecken sind Hinweise und keine sichere Diagnose. Bei der Kohlhernie sitzt der Befall an den Wurzeln, deshalb lohnt dort der Blick, bevor du weiter gießt.

Gießtechnik, Mulch, Boden und Kübel in Kürze

Gießtechnik: Ich gieße an den Fuß der Pflanze und lasse die Blätter trocken. Welche Technik und welche Tageszeit zu deinem Beet passen, steht im Kohl-Ratgeber im Kapitel darüber, wie du Kohl nach Bedarf und direkt an der Wurzel gießt.

Mulch: Eine Mulchdecke vermindert im Sommer Verdunstung und Verschlämmung. Angetrockneten Rasenschnitt lege ich nur bodendeckend aus und ergänze ihn öfter. Wo kein Mulch liegt, unterdrückt regelmäßiges flaches Hacken Beikräuter und vermindert die Verdunstung.

Boden: Grünkohl bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden mit gutem Wasserhaltevermögen. Kompost verbessert auf sandigen Böden das Wasserhaltevermögen und auf schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung. Wie du Boden und pH für Kohl vorbereitest, steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.

Düngen: Vor dem Auspflanzen arbeite ich reifen Kompost ein und dünge während der Kultur regelmäßig nach, denn Kompost allein deckt die Stickstoffversorgung von Gemüse nicht. Mengen und Zeitpunkte findest du im Ratgeber darüber, wie du Grünkohl bedarfsgerecht düngst.

Kübel und Hochbeet: Kleine Gemüsegefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer mitunter mehrmals täglich. Hochbeeterde erwärmt sich schneller und trocknet dadurch auch schneller aus, eine Mulchauflage mindert den Feuchtigkeitsverlust. Bei torffreier Erde prüfst du die Feuchte auch unter der schnell abtrocknenden Oberfläche, mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Gefäß, Balkon und Hochbeet.

Und wie kochst du den geernteten Grünkohl?

Junge Blätter kannst du roh oder gegart essen, ältere Blätter können zäh werden. Kurz blanchiert und klein geschnitten passen Grünkohlblätter in einen Salat, gegart kommen sie in Suppen. Zum Einfrieren blanchierst du den Grünkohl vorher 3 Minuten. Mehr zu Küche und Nährwerten steht im Kohl-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte man Grünkohl während der Wachstumsphase gießen?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, du gießt nach Bedarf. Prüf vorher mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist, und gieß dann lieber selten und gründlich als täglich in kleinen Mengen. Von Anfang August bis Mitte September achtest du besonders darauf, dass der Grünkohl ausreichend Wasser bekommt.
Welche Wassermenge benötigt Grünkohl pro Woche für optimales Wachstum?
Eine Wochenmenge, die für jeden Grünkohl passt, gibt es nicht, denn der Bedarf hängt von Sorte, Wetter, Boden, Sonne und Wind ab. Für Gemüse im Hobbygarten empfiehlt die Bayerische Gartenakademie eher wöchentlich eine gründliche Gabe von rund 14 Litern pro Quadratmeter als tägliche kleine Mengen. Hat es kräftig geregnet, prüfst du zuerst den Boden, bevor du nachgießt.
Woran erkennt man Wassermangel bei Grünkohl-Pflanzen?
Vergilbende Blätter können auf Wassermangel hindeuten, besonders im Spätsommer. Auch schlaffe Blätter sind ein Hinweis, aber noch keine sichere Diagnose. Prüf deshalb den Boden: Ist er unter der Oberfläche trocken, gießt du gründlich. Welkt die Pflanze trotz nasser Erde, schau dir die Wurzeln an, denn dann kommen Staunässe oder Kohlhernie infrage.
Wie erstellt man einen jahreszeitlichen Bewässerungsplan für Grünkohl im eigenen Garten?
Plane nach Phasen statt nach festen Mengen. Bei der Anzucht hältst du die Erde gleichmäßig feucht ohne Staunässe, nach dem Pflanzen gießt du gründlich an. Von Anfang August bis Mitte September achtest du besonders auf ausreichend Wasser. In der Erntezeit, je nach Sorte von Oktober bis März, gießt du nach Wetter und Boden und hältst im Kübel trotz Winterschutz Gießen und Abfluss möglich.
Stimmt es, dass Grünkohl bei zu viel Wasser seine charakteristische Krause verliert?
Eine verlässliche Regel, nach der viel Wasser die Krause glättet, gibt es nicht. Ernst nehmen solltest du bei zu viel Wasser vor allem die Wurzeln: Feuchter bis staunasser Boden begünstigt bei 20 bis 25 °C Infektionen mit Kohlhernie. Halte den Boden deshalb feucht, aber ohne stehendes Wasser.
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