Salat im Gewächshaus pflanzen: Blattgemüse ganzjährig ernten
- Im Gewächshaus kannst du Salat ab Januar vorziehen und frühe Sorten ab Mitte Februar pflanzen.
- Unter Glas genügt für Salat ein Pflanzraster von 25 × 25 cm.
- Setze Salat so hoch, dass der Erdpresstopf etwa 1 cm über die Erde ragt.
- Welche Art gerade passt, zeigt die Mindesttemperatur zum Keimen: Winterportulak keimt schon bei 8 °C.
- Rechtzeitiges Lüften und Gießen am Morgen beugen Falschem Salatmehltau vor.
- Feldsalat verträgt Frost bis etwa −15 °C, geerntet wird er von Oktober bis März.
- Neue Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen sorgen für eine fortlaufende Ernte.

Deutscher Freiland-Kopfsalat ist nur von Mai bis Oktober zu haben, in den übrigen Monaten stammt er aus dem Anbau unter Glas. Mit einem eigenen Gewächshaus pflanzt du frühe Salate schon ab Mitte Februar und erntest im Winter Feldsalat und Winterportulak. Dafür wählst du die Arten nach der Temperatur im Haus und lüftest rechtzeitig, denn Hitze fördert das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. und anhaltende Feuchte den Falschen Salatmehltau. Ich plane meine Gewächshausbeete deshalb zuerst nach Thermometer und Tageslänge und erst danach nach dem Kalender.
Salat im Gewächshaus pflanzen: ab wann und wie eng?
Im Gewächshaus kannst du Salat ab Januar vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Frühe Sorten pflanzt du dort ab Mitte Februar, im Freiland folgen die ersten Pflanzungen erst ab Mitte März. Unter Glas genügt ein PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. von 25 × 25 cm, also derselbe Abstand in der Reihe und zwischen den Reihen. Im Freiland rechnest du mit etwa 30 × 30 cm. Halte dieses Raster ein, denn ausreichend weite Pflanzabstände gehören zur Vorbeugung gegen Falschen Salatmehltau.
Setze die Jungpflanzen so hoch, dass der ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm über die Erde ragt. Drück den Topf rundum fest und gieß gleich danach kräftig an.
Salat zu tief pflanzen. Sitzt er zu tief, bildet er schlechter Köpfe, und die bodennahen Blätter faulen leicht. Hast du anhaltend Probleme mit Fäulnis, kannst du noch höher pflanzen. Auch Dammkultur zählt zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Salatfäulen.
Salat reagiert als Langtagpflanze auf lange Tage und Hitze mit Schossen. Nimm deshalb Frühsorten für FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. und Frühjahr, schossfeste Sorten für den Sommer und Herbst- oder Wintersorten für späte Sätze; Ganzjahressorten sind weitgehend tagneutral und schossfest. Die Salattypen im Überblick stellt der Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse im Abschnitt Familien und Typen vor, und welche Blattgemüse sich für den ersten Anbau eignen, zeigt ein eigener Ratgeber für Einsteiger.
Welche Blattgemüse passen zu welcher Temperatur?
Ob eine Art gerade passt, erkennst du gut an ihrer Mindesttemperatur zum Keimen. Ich lese vor jeder Aussaat das Thermometer auf Beethöhe ab und suche mir dann die Arten heraus, die zu diesem Wert passen.
| Art | Keimtemperatur min | Keimtemperatur max |
|---|---|---|
| Winterportulak (Claytonie) | 8 °C | 12 °C |
| Feldsalat | 10 bis 15 °C | 18 bis 20 °C |
| Kopfsalat | 10 bis 12 °C | 16 °C |
| Pflücksalat | 10 °C | 15 °C |
| Mangold | 10 °C | 20 °C |
| Sarepta-Senf (Blattsenf) | 10 °C | 25 °C |
| Spinat | 12 °C | 20 °C |
| Neuseeländer Spinat | 15 °C | 25 °C |
| Sommerportulak | 20 °C | 20 °C |
Salat-Rauke keimt am besten bei 15 bis 20 °C. Zeigt das Thermometer über 20 °C, wartest du mit Endivien, Chicorée und Radicchio, denn dann drohen Keimhemmungen.
Sommerportulak und Winterportulak sind zwei verschiedene Pflanzenarten. Winterportulak hat längere, dünnere Stiele und zartere Blätter. Er keimt schon bei 8 °C, Sommerportulak erst ab 20 °C. Für Herbst und Winter im Gewächshaus wählst du also Winterportulak, Sommerportulak gehört in die warme Jahreszeit.
Auch Kälte kann Schossen auslösen. Chinakohl-Jungpflanzen für den Frühanbau ziehst du bei 15 bis 20 °C an, damit sie nicht kältebedingt schossen. Radicchio-Jungpflanzen droht unter 16 °C ein KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. mit Schossgefahr.
Wie führe ich Lüftung und Wärme im Gewächshaus?
Feuchte abführen: rechtzeitig lüften
Falscher Salatmehltau durch Bremia lactucae wird vor allem im Spätsommer und Herbst begünstigt, wenn es anhaltend feucht und mäßig warm ist. Zur Vorbeugung gehören rechtzeitiges Lüften unter Glas, Gießen am Morgen und ausreichend weite Pflanzabstände. Ich öffne an sonnigen Tagen Tür und Lüftungsklappen und schließe sie wieder, bevor es abends kühl wird. Bei nasser Witterung schaust du deine Salate besonders gründlich auf Pilzerkrankungen durch.
Hitze und lange Tage: beschatten und passend wählen
Im Sommer kommen lange Tage und Hitze zusammen, und beides fördert bei Salat das Schossen. Sommerkulturen von Kopfsalat vertragen etwas Schatten, der das Schossen bremst. Auch bei Pflücksalat, Spinat und Endivie kann leichter Schatten im Sommer dem Schossen entgegenwirken. Ich spanne dafür im Sommer ein Schattiernetz über die Salatreihen.
Spinat bildet ab einer Tageslänge von über 12 Stunden Blüten aus, und so lange Tage herrschen in Deutschland zwischen Mai und August. Das Glasdach ändert an der Tageslänge nichts, deshalb überlässt du den Hochsommer im Haus besser dem Neuseeländer Spinat. Zum Keimen braucht er mindestens 15 °C, und etablierte Pflanzen vertragen heiße, trockene Bedingungen, aber keinen Frost. Geerntet wird er von Juni bis Oktober.
Welche Blattgemüse eignen sich für den Winteranbau im Gewächshaus?
Für den Winter zählen zwei Fragen: Wann säst oder pflanzt du, und wie viel Kälte verträgt die Art?
| Art | Säen oder pflanzen | Ernte | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Feldsalat | Aussaat Juli bis September | Oktober bis März | frosthart bis etwa −15 °C |
| Winterportulak (Claytonie) | Pflanzung September bis Oktober | Oktober bis Dezember, Januar bis März | keimt schon bei 8 °C |
| Spinat | Aussaat August bis Oktober | April bis November | Winterkulturen sonnig stellen |
| Mangold | Aussaat spätestens Ende Juli bis Anfang August | im Winter oder Frühjahr | weiß- und grünstielige Sorten sind frostresistenter als buntstielige |
| Winterharter Kopfsalat | Aussaat Mitte August bis spätestens Mitte September | April und Mai | überwintert als Jungpflanze |
Feldsalat lässt sich etwa 3 Wochen in Multitopfplatten mit Aussaaterde vorziehen. Danach pflanzt du ihn in Büscheln aus jeweils etwa 6 Pflänzchen aus. Ich ziehe Feldsalat gern so vor, weil ich die Büschel dann setzen kann, sobald im Haus ein Sommerbeet frei wird. Winterportulak bekommt 3 bis 5 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du ihm 15 cm.
Winterharte Kopfsalatsorten wie ‘Maiwunder’, ‘Brauner Winter’ oder ‘Winterkönig’ überwintern als Jungpflanzen. Pflücksalat für eine Winter- oder Frühjahrskultur säst du im August oder September, in geschützter Kultur wie im Frühbeet gelingt die Winterernte verlässlicher. Pak Choi für die Herbstkultur säst du spätestens ungefähr Ende Juli bis Anfang August.
Nicht jede Herbstkultur verträgt gleich viel Frost. Chinakohl kann bereits bei −4 °C Frostschäden erleiden. Zuckerhut verträgt im Freiland Frost bis etwa −6 °C. Vorgezogenen Zuckerhut pflanzt du spätestens nach 4 Wochen, weil ältere Pflanzen das Umpflanzen schlecht vertragen.
Ich hänge im Winter ein Minimum-Maximum-Thermometer auf Pflanzenhöhe. Den nächtlichen Tiefstwert vergleiche ich mit der FrosthärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. der Arten, bevor ich entscheide, ob Vlies über die Reihen kommt.
Wie plane ich das Gewächshausjahr mit Folgesätzen?
Kleine Sätze statt einer großen Pflanzung
Vom Pflanzen bis zur Ernte vergehen bei Kopfsalat je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage. Erntereif bleibt der Satz danach etwa zwei Wochen. Kleine Folgesätze setzt du im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen. Weil ein Satz ungefähr so lange erntbar bleibt, wie du bis zum nächsten wartest, schließt jeder neue Satz an den vorigen an.
Zwischen langsameren Kulturen kannst du freie Stellen mit schnellen Arten füllen.
Rauke ist im Sommer schon nach 3 Wochen erntereif, im Frühjahr und Herbst dauert die Kultur etwa 7 Wochen. Sommerportulak braucht 28 bis 42 Tage Kulturdauer, Pflücksalat und Spinat brauchen 42 bis 56 Tage.
Die Tabelle zeigt ein Gewächshausjahr mit den üblichen Kulturzeiten der Arten. Vor jeder Aussaat prüfst du zusätzlich die Temperatur auf Beethöhe.
| Zeitraum | Was du im Gewächshaus tust |
|---|---|
| ab Januar | Salat vorziehen |
| ab Mitte Februar | frühe Salatsorten pflanzen |
| März bis Juni | Neuseeländer Spinat säen, Ernte von Juni bis Oktober |
| April bis August | Sommerportulak säen, sobald das Beet zum Keimen warm genug ist |
| Juli bis September | Feldsalat säen |
| spätestens Ende Juli bis Anfang August | Mangold für die Winter- und Frühjahrsernte säen |
| August bis Oktober | Spinat säen |
| Mitte August bis spätestens Mitte September | winterharten Kopfsalat säen |
| September bis Oktober | Winterportulak pflanzen |
| Oktober bis März | Feldsalat und Winterportulak ernten |
Welche Termine im Freiland gelten, zeigt dir der Ratgeber wann du Blattgemüse und Salate im Jahreslauf säst, pflanzt und erntest. Zum Aufhängen im Gewächshaus kannst du dir den Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse ausdrucken. Deine Sätze verteilst du übersichtlich, wenn du dein Gewächshausbeet im Beetplaner einteilst.
Anbaupausen: auch unter Glas das Beet wechseln
Im Gewächshaus bebaust du Jahr für Jahr dieselben Beete, deshalb planst du die Anbaupausen der Arten gleich mit.
| Art | Anbaupause |
|---|---|
| Pflücksalat | 2 Jahre |
| Kopfsalat, Römischer Salat, Endivie, Spinat, Mangold | 3 Jahre |
| Feldsalat | 4 Jahre |
| Salatrauke, Blattsenf | 6 Jahre |
| Zuckerhut | 3 bis 4 Jahre, Chicorée, Radicchio und Endivie zählen mit |
Welche Arten sich als Nachbarn eignen, kannst du im Mischkultur-Planer prüfen. Mischkultur kann unterstützen, einen Erfolg garantiert sie nicht.
Wie gieße, dünge und schütze ich Salat unter Glas?
Gießen
Unter Glas bekommen deine Salate nur das Wasser, das du ihnen gibst, und sie brauchen es besonders beim starken Blattwachstum und während der Kopfbildung. Gieße morgens, als Vorbeugung gegen Salatfäulen rechnet man je Gießvorgang mit 10 bis 15 l Wasser je m². Wie du gleichmäßig und am Morgen gießt, erklärt der Abschnitt Gießen und Pflegen im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse.
Düngen
Vielen Salaten genügt ein gut vorbereiteter Boden. Feldsalat braucht keine besondere Düngung, und vor ihm sollten keine hohen Stickstoffreste aus der Vorkultur im Beet stecken. Welche Arten nachgedüngt werden, steht im Abschnitt Düngen desselben Ratgebers, und wie du den Boden im Bio-Anbau aufbaust, zeigt ein eigener Ratgeber.
Schädlinge
Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber, Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen. Gegen Blattläuse an Salat haben sich Anbaumaßnahmen bewährt: verschiedene Salatarten und Farben mischen, viele kleine Sätze setzen und blattlausresistente Sorten wählen. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Salat-Ratgebers.
Was bringen Hydroponik und LED-Licht im Hobby-Gewächshaus?
Hydroponik: Salat ohne Erde
Bei Hydroponik wachsen die Pflanzen ohne Erde, ihre Wurzeln werden über eine NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. versorgt. Alles, was im Beet der Boden liefert, gibst du dann über diese Lösung, und ihre Werte überwachst du selbst. Welche Werte für Nährlösung und Wasser gelten, legt die Anleitung deines Systems fest; halte dich daran und miss selbst nach. Im Beet genügt vielen Salaten dagegen ein gut vorbereiteter Boden. Ich baue meine Wintersalate deshalb im Gewächshausbeet an.
LED-Licht: länger hell, mit Folgen fürs Schossen
Pflanzenlampen verlängern die kurzen Wintertage. Weil lange Tage bei Salat das Schossen fördern und Ganzjahressorten weniger stark auf die Tageslänge reagieren, nimmst du unter der Lampe Ganzjahressorten. Für Leuchtdauer und Lichtstärke hältst du dich an die Angaben zu deiner Lampe und schaust dabei auf die Pflanzen. Ich setze im Winter vor allem auf Arten, deren Erntezeit ohnehin in die dunklen Monate fällt: Feldsalat und Winterportulak.
Mehr Licht bringt automatisch mehr Blätter? Bei Salat und Spinat nicht unbedingt. Beide reagieren auf lange Tage mit Schossen oder Blütenbildung. Schiebt ein Salat unter der Lampe einen Blütentrieb, kann die lange Beleuchtung eine Ursache sein.
Ernten und frisch halten
Mangold erntest du laufend, indem du äußere Blätter und Stiele einzeln abnimmst und das Herzblatt für den Neuaustrieb stehen lässt. Zartes Blattgemüse bleibt nach der Ernte nur kurz frisch, deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie du Blattgemüse erntest und lagerst, damit es lange frisch bleibt.




