Blattgemüse und Salate: Anbaukalender fürs ganze Jahr, von Eichblattsalat bis Feldsalat
- Kombinierst du Sommer- und Winterarten, reicht die Salaternte über fast das ganze Jahr.
- Kopfsalat säst du im Freiland von April bis Juli und erntest von Mai bis September.
- Kleine Folgesätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen halten die Ernte am Laufen.
- Kopf-, Eichblatt-, Lollo- und Bataviasalat für die Herbsternte säst du spätestens Ende Juli.
- Feldsalat säst du von Juli bis September, er ist bis etwa −15 °C frosthart.
- Einen guten Anhaltspunkt für den Start gibt die Mindesttemperatur, ab der eine Art keimt.

Wer im April alle Salattüten auf einmal leert, hat im Juni mehr Köpfe, als die Küche schafft, und im August ein leeres Beet. Ich plane Salate und Blattgemüse deshalb als Kette: kleine Sätze im Frühjahr und Sommer, danach Arten, die Kälte aushalten. Hier findest du für die gängigen Arten, wann du säst, pflanzt und erntest, welche Frost vertragen und wie daraus dein eigener Kalender wird.
Die Monatsangaben in diesem Kalender sind eine Orientierung für das Freiland. Ob du eher am Anfang oder am Ende eines Fensters säst, zeigt dir die Mindesttemperatur, ab der eine Art keimt.
Dieser Kalender ordnet die Arten nach Terminen, nicht nach Geschmack. Wie sich die Blattsalate in Geschmack und Verwendung unterscheiden, erklärt ein eigener Ratgeber. Und wie viel Vitamine und Ballaststoffe die einzelnen Blattsalate liefern, zeigt der Nährstoffvergleich.
Das Gartenjahr im Überblick: wann säen, pflanzen, ernten?
Die Tabelle zeigt für jede Art, wann du im Freiland säst oder pflanzt und wann du erntest. In der letzten Spalte steht, worauf du im Jahreslauf achtest.
| Art | Aussaat und Pflanzung | Ernte | Darauf achtest du |
|---|---|---|---|
| Kopfsalat | Aussaat April bis Juli, Pflanzung März bis April | Mai bis September | in Folgesätzen etwa alle 14 Tage bis Ende August pflanzen |
| Eichblattsalat | kleine Folgesätze, für die Herbsternte spätestens Ende Juli säen | als Schnittsalat mehrfach | Herz beim Schnitt nicht verletzen |
| Pflücksalat | Aussaat März bis August | Mai bis Oktober | Blätter wiederholt ernten |
| Römischer Salat | Aussaat April bis Juli, Pflanzung März bis Mai | Mai bis Oktober | sonniger Platz |
| Endivie | Aussaat Mai bis Juli | Juni bis November | bei unter 20 °C säen |
| Radicchio | Sätze alle 2 Wochen bis Anfang Juli | etwa 8 bis 10 Wochen nach der Pflanzung | vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. und verpflanzen |
| Feldsalat | Aussaat Juli bis September | Oktober bis März | frosthart bis etwa −15 °C |
| Winterportulak (Claytonie) | Pflanzung September bis Oktober | Oktober bis Dezember, Januar bis März | keimt schon ab 8 °C |
| Spinat | Aussaat März bis Juni, August bis Oktober | April bis November | blüht bei über 12 Stunden Tageslänge |
| Mangold | Aussaat April bis Juli, Pflanzung April bis Mai | Juni bis Oktober | für Winter- oder Frühjahrsernte spätestens Ende Juli bis Anfang August säen |
| Salatrauke (Rucola) | Aussaat März bis August | März bis Oktober | im Sommer etwas Schatten |
| Blattsenf | Aussaat März bis September | April bis Oktober | nicht winterhart |
| Sommerportulak | Aussaat April bis August | Mai bis September | keimt erst ab 20 °C |
| Neuseeländer Spinat | Aussaat März bis Juni | Juni bis Oktober | keimt erst ab 15 °C, verträgt keinen Frost |
Kombinierst du Sommer- und Winterarten, reicht die Ernte über fast das ganze Jahr. Kopfsalat und Spinat tragen die warme Jahreshälfte, Feldsalat und Winterportulak übernehmen im Winter.
Frühling (März bis Mai): die ersten Sätze
Im März öffnen sich die SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. für Spinat, Pflücksalat, Salatrauke und Blattsenf. Kopfsalat pflanzt du im März und April, Römischen Salat bis in den Mai. Gesät werden beide im Freiland ab April. Die Anzucht für das Freiland beginnt im Februar, die ersten Pflanzungen folgen ab Mitte März. Frühe Pflanzungen im März und April deckst du mit Vlies ab. Mangold säst oder pflanzt du ab April, Neuseeländer Spinat kommt ab Mitte bis Ende April als Saat ins Freiland.
Sommerportulak darfst du ab April säen, er keimt aber erst ab 20 °C. Im Freiland wartest du mit ihm deshalb, bis der Boden diese Wärme erreicht hat.
Wer früher ernten will, zieht Salat ab Januar im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet., Folientunnel oder Gewächshaus vor. Wie du ein Frühbeet einrichtest und übers Jahr mit Salaten bepflanzt, zeigt der Frühbeet-Ratgeber.
Sommer (Juni bis August): schossfeste Sorten und späte Termine
Im Sommer säst du weiter Pflücksalat, Kopf- und Römischen Salat, dazu Endivie und Zuckerhut. Radicchio säst du alle 2 Wochen bis Anfang Juli, damit sich die Ernte über eine lange Zeit verteilt. Ab Juli beginnt das Saatfenster für Feldsalat. Für alle Salate nimmst du jetzt schossfeste Sorten.
Spinat bildet ab einer Tageslänge von über 12 Stunden Blüten, und die herrscht bei uns von Mai bis August. Sein Saatfenster setzt im Juli aus und öffnet sich erst im August wieder. Eine Juli-Saat stünde mitten in den langen Tagen.
Spätestens Ende Juli säst du Kopf-, Eichblatt-, Lollo- und Bataviasalat für die Herbsternte. Mangold für die Ernte im Winter oder Frühjahr kommt spätestens Ende Juli bis Anfang August in die Erde. Für Pak Choi als Herbstkultur liegt der späteste Saattermin ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August.
Wasser brauchen Salate vor allem, solange die Blätter stark wachsen und die Köpfe sich bilden. Gieß morgens mit 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang, das kann Salatfäulen vorbeugen. Welche Gießmethoden zu Salaten und Blattgemüse passen, erklärt der Ratgeber zur Bewässerung.
Herbst (September bis November): Winterarten ins Beet
Im September gehen die letzten Feldsalat-Sätze in die Erde, und du pflanzt Winterportulak bis in den Oktober. Spinat säst du noch bis Oktober. Winterkopfsalat säst du bis spätestens Mitte September und pflanzt ihn Ende September. Blattsenf kannst du ebenfalls bis September säen. Geerntet werden jetzt Endivie und Spinat bis in den November, ab Oktober auch der erste Feldsalat. Späte Pflanzungen schützt du im Herbst mit Vlies vor Frost.
Winter (Dezember bis Februar): ernten und vorplanen
Draußen erntest du Feldsalat und ab Januar wieder Winterportulak. Winterkopfsalat steht als Jungpflanze im Beet und wird erst im April und Mai geerntet. Ab Januar kannst du Salat unter Glas vorziehen, ab Februar beginnt die Anzucht für die ersten Freilandpflanzungen. Die ruhigen Wochen nutzt du, um Anbaupausen und Folgesätze fürs nächste Jahr festzulegen.
Unter Glas lüftest du rechtzeitig, denn anhaltende Feuchte fördert den Falschen Salatmehltau. Wie du Blattgemüse im Gewächshaus mit Temperatur- und Lüftungsführung durch den Winter bringst, zeigt der Gewächshaus-Ratgeber.
Regionale Unterschiede: Bodenwärme statt Datum
Wie früh du in ein Saatfenster einsteigst, hängt von deinem Garten ab. In einer rauen Lage erreicht der Boden die nötige Wärme später als in einer milden. Einen guten Anhaltspunkt gibt deshalb die Mindesttemperatur, ab der eine Art keimt.
| Art | Keimtemperatur mindestens | Keimtemperatur höchstens |
|---|---|---|
| Winterportulak (Claytonie) | 8 °C | 12 °C |
| Kopfsalat | 10 bis 12 °C | 16 °C |
| Pflücksalat | 10 °C | 15 °C |
| Mangold | 10 °C | 20 °C |
| Feldsalat | 10 bis 15 °C | 18 bis 20 °C |
| Spinat | 12 °C | 20 °C |
| Neuseeländer Spinat | 15 °C | 25 °C |
| Sommerportulak | 20 °C | 20 °C |
Salatrauke keimt am besten bei 15 bis 20 °C. Endivie säst du bei unter 20 °C, sonst drohen Keimhemmungen.
Radicchio keimt am besten bei 16 bis 20 °C. Wird es kälter, droht Jungpflanzen ein KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. mit Schossgefahr, wird es wärmer, drohen bei Zichorien Keimhemmungen. Sein Fenster ist also nach beiden Seiten eng, deshalb ziehst du Radicchio vor und verpflanzt ihn ins Beet.
In kühlen Lagen deckst du frühe Saaten ab. Was Aussaat und Keimung bei den einzelnen Salatarten verlangen, vertieft der Ratgeber zum Salatanbau.
Ich stecke vor der ersten Frühjahrssaat ein Bodenthermometer in Saattiefe ins Beet und lese es morgens ab. Den Wert schreibe ich neben das Saatdatum in mein Gartenheft.
Frost und Hitze: welche Arten was vertragen
Frostgrenzen im Vergleich
Im Herbst entscheidet die Frosthärte, welche Arten draußen stehen bleiben.
| Art | Verhalten bei Frost |
|---|---|
| Feldsalat | frosthart bis etwa −15 °C |
| Winterkopfsalat | überwintert als Jungpflanze, bei Frost unter −10 °C mit Vlies schützen |
| Zuckerhut | verträgt im Freiland Frost bis etwa −6 °C |
| Chinakohl | kann schon bei −4 °C Frostschäden erleiden |
| Mangold | weiß- und grünstielige Sorten sind frostresistenter als buntstielige |
| Neuseeländer Spinat | verträgt keinen Frost |
| Endivie, Salatrauke, Blattsenf | nicht winterhart |
Zuckerhut stellst du an einen sonnigen, windgeschützten Platz mit tiefgründigem, humosem Boden.
Hitze und lange Tage: Sorten nach Jahreszeit wählen
Salate sind Langtagpflanzen, lange Tage und Hitze treiben sie ins SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Wähle deshalb für jeden Zeitraum passende Sorten:
- Frühsorten für Frühbeet und Frühjahr
- schossfeste Sorten für den Sommer
- Herbst- oder Wintersorten für späte Sätze
- Ganzjahressorten, die weitgehend tagneutral und schossfest sind
Auch Trockenheit lässt Salat schießen. Kopfsalat geht schnell ins Schossen, wenn er zu trocken steht, Pflücksalat bei heißem, trockenem Wetter. Im Sommer gibst du beiden etwas Schatten, das kann das Schossen bremsen. Salatrauke steht im Sommer ebenfalls gern etwas schattig. Bei Spinat und Endivie kann leichte Beschattung dem Schossen entgegenwirken.
Für die heiße Jahreshälfte bietet sich Neuseeländer Spinat an. Eingewachsene Pflanzen vertragen Hitze und Trockenheit, seine jungen Blätter und Triebspitzen isst du gegart wie Spinat.
Im Hochsommer wird mit der Frühsorte vom März weitergesät. Frühsorten sind für Frühbeet und Frühjahr gedacht, für die Sommersätze nimmst du schossfeste Sorten.
Folgesätze: so bleibt die Ernte am Laufen
Säe oder pflanze kleine Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen statt einer großen Reihe auf einmal. So wird laufend etwas erntereif, ohne dass alles gleichzeitig kommt. Beim Kopfsalat reicht die Ernte von Mai bis zum Frost, wenn du von März bis Ende August etwa alle 14 Tage pflanzt.
Ein gepflanzter Kopfsalat-Satz braucht je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte. Danach bleibt er etwa zwei Wochen erntbar.
Jeder Satz bleibt also nur kurz erntbar. Pflanzt du im Abstand von 10 bis 14 Tagen nach, wird der nächste Satz ungefähr dann reif, wenn der vorige ausläuft.
Schnelle Arten füllen die Lücken zwischen langsameren Kulturen. Für Pflücksalat und Spinat rechnest du mit 42 bis 56 Tagen Kulturdauer. Sommerportulak ist schon nach 28 bis 42 Tagen so weit. Salatrauke kannst du im Sommer bereits nach 3 Wochen schneiden. Viele kleine Sätze zählen zudem zu den Anbaumaßnahmen, die sich gegen Blattläuse an Salat bewährt haben.
Ich stecke zu jedem Satz ein Etikett mit dem Saatdatum in die Reihe. Beim Gang durchs Beet sehe ich so, wann der nächste Satz fällig ist.
Frostperioden: abdecken, lüften, Ernte verlängern
Vlies und Folie schützen frühe und späte Sätze vor Kälte. Frühe Salatpflanzungen im März und April deckst du mit Vlies ab. Beim allerfrühesten Anbau legst du doppelt Vlies und darüber Folie. Die obere Lage einer solchen Doppeldeckung nimmst du meist schon nach 2 bis 3 Wochen ab.
Wird es unter der Abdeckung wärmer als 30 °C, nimmst du sie ab. Ich lege deshalb ein Thermometer unter das Vlies und schaue an sonnigen Frühjahrstagen mittags nach.
Im Herbst kommt das Vlies wieder zum Einsatz, diesmal über späten Pflanzungen aus dem Spätsommer. Es schützt sie vor Frost. Winterkopfsalat bekommt sein Vlies, sobald Frost unter −10 °C droht.
Was im Beet überwintert
Über den Winter stehen im Freiland die Arten, die du eigens dafür säst oder pflanzt. Feldsalat hält Frost bis etwa −15 °C aus und liefert von Oktober bis März. Winterportulak pflanzt du im September und Oktober, geerntet wird von Oktober bis Dezember und wieder von Januar bis März.
Winterharte Kopfsalatsorten wie ‘Maiwunder’, ‘Brauner Winter’ oder ‘Winterkönig’ überwintern als Jungpflanzen. Du säst sie von Mitte August bis spätestens Mitte September und pflanzt sie Ende September im Raster 30 × 30 cm. Geerntet werden sie im April und Mai.
Mangold für die Ernte im Winter oder Frühjahr säst du spätestens Ende Juli bis Anfang August. Wähle dafür weiß- oder grünstielige Sorten, denn sie sind frostresistenter als buntstielige. Zuckerhut verträgt draußen Frost bis etwa −6 °C.
Mangold gilt manchen als mehrjährig. Er ist aber zweijährig und blüht normalerweise im zweiten Jahr. Überwinterter Mangold geht im Frühjahr also in das Jahr, in dem er normalerweise Blüten bildet.
Anbaukalender der einzelnen Arten
Die Übersicht oben zeigt die Fenster. Hier stehen die Handgriffe, die den Kalender je Art bestimmen.
Kopfsalat und Batavia
Kopfsalat säst du im Freiland von April bis Juli. Jungpflanzen setzt du im März und April, die ersten ab Mitte März. Frühe und späte Sätze stellst du sonnig. Im Freiland stehen die Köpfe mit etwa 30 × 30 cm Abstand. Im Frühbeet, Folientunnel oder Gewächshaus genügen 25 × 25 cm.
Bataviasalat bildet lockere, offene Köpfe mit zarten und zugleich knackigen Blättern, die nach Regen schnell abtrocknen. Du erntest ihn als ganzen Kopf oder blattweise, dadurch zieht sich die Ernte lange hin. Für die Herbsternte säst du ihn wie Kopfsalat spätestens Ende Juli.
Eichblattsalat: säen, schneiden, nachernten
Eichblattsalat folgt demselben Takt wie die anderen Gartensalate: Anzucht ab Februar, erste Pflanzungen ab Mitte März, danach kleine Folgesätze. Für eine Herbsternte säst du ihn spätestens Ende Juli. Als Schnittsalat erntest du ihn mehrmals. Schneidest du so, dass das Herz unverletzt bleibt, kannst du nach etwa 3 Wochen erneut ernten.
Häufig geht Eichblattsalat nach dem dritten oder vierten Schnitt in die Blüte. Einen neuen Satz legst du deshalb an, bevor der alte schießt.
Ich setze das Messer oberhalb des Herzens an und schaue nach dem Schnitt, ob die jungen Innenblätter heil geblieben sind.
Salatrauke und Feldsalat
Unter dem Namen Rucola findest du zwei Pflanzen: die Wilde Rauke mit schmalen, stark gezähnten Blättern und die Gartenrauke mit breiteren, gebuchteten Blättern. Die Termine hier gelten für die Gartenrauke, auch Salatrauke genannt. Du säst sie von März bis August direkt ins Beet. Im Frühjahr und Herbst braucht sie etwa 7 Wochen bis zur Ernte. Im Sommer kannst du schon nach 3 Wochen schneiden. Auf gelockertem Boden sät sie sich auch selbst aus, und ihre Blüten sind essbar und schmecken pfeffrig.
Feldsalat säst du von Juli bis September. Rechne mit 7 bis 30 Tagen, bis er aufläuft. Ist das Saatbeet im Spätsommer noch belegt, ziehst du ihn etwa 3 Wochen in Multitopfplatten mit Aussaaterde vor. Danach pflanzt du ihn in Büscheln aus jeweils etwa 6 Pflänzchen aus. Geerntet wird von Oktober bis März.
Mangold und Spinat
Mangold säst du von April bis Juli, vorgezogene Jungpflanzen kommen im April und Mai ins Beet. Für eine frühe Kultur ziehst du ihn in einer Aussaatschale im Gewächshaus vor. Stielmangold braucht im Hausgarten ein PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. von 40 × 30 cm. Für Blattmangold genügt ein Raster von 30 × 25 cm. Geerntet wird von Juni bis Oktober: Du nimmst äußere Blätter und Stiele einzeln ab, das Herzblatt bleibt für den Neuaustrieb stehen.
Spinat säst du direkt ins Beet, von März bis Juni und wieder von August bis Oktober. In der Reihe stehen die Pflanzen 5 bis 8 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du 20 cm Platz. Winterkulturen stellst du sonnig, Sommerkulturen profitieren von etwas Schatten. Geerntet wird von April bis November.
Endivie, Radicchio, Zuckerhut und Chicorée
Bei der Endivie gibt es glatte und krause Typen, die krause heißt auch Friséesalat. Du ziehst sie von Anfang Mai bis Mitte Juli in Töpfen vor. Nach 3 bis 4 Wochen pflanzt du sie mit einem Abstand von 30 × 35 cm ins Beet. Geerntet wird von Juni bis November.
Radicchio ziehst du vor und verpflanzt ihn. In der Reihe stehen die Pflanzen 25 cm auseinander. Der Reihenabstand beträgt 20 cm. Etwa 8 bis 10 Wochen nach dem Pflanzen ist er erntereif. Die Ernte zieht sich dann über zwei bis drei Wochen.
Zuckerhut säst du im Juni und Juli. Im Topf vorgezogen kommt er spätestens nach 4 Wochen ins Beet, weil ältere Pflanzen das Umpflanzen schlecht vertragen.
Chicorée bringt zwei Ernten: zuerst die Wurzel aus dem Beet, danach die gebleichten Sprosse aus dem Dunkeln. Jede Wurzel liefert dabei nur eine Sprossernte.
| Schritt | Richtwert |
|---|---|
| Wurzeln wachsen lassen | 18 bis 20 Wochen, dann roden |
| Wurzeln zum Treiben auswählen | gleichmäßig geformt, 3 bis 6 cm Durchmesser |
| Blattschopf abschneiden | 4 cm über der Rübe, ohne das Herz zu verletzen |
| Treiben | bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit |
| Sprosse ernten | bei 16 °C nach etwa 3 Wochen |
Während der Treiberei hältst du die Erde feucht, benetzt die Sprosse beim Gießen nicht und kontrollierst auf Blattläuse.
Asia-Salate und Blattsenf
Asia-Salate wie Blattsenf und Mizuna kannst du als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur anbauen. Blattsenf säst du von März bis September direkt an Ort und Stelle und erntest von April bis Oktober. Im Sommer achtest du bei ihm auf ausreichend Wasser, winterhart ist er nicht.
Der späteste Saattermin für Pak Choi als Herbstkultur liegt ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Als länger stehende Kopfkultur braucht er 50 bis 65 Tage.
Chinakohl braucht von der Pflanzung bis zur Ernte etwa 55 bis 75 Tage. Für den Frühanbau ziehst du die Jungpflanzen bei 15 bis 20 °C an, um kältebedingtes Schossen zu vermeiden. Schon bei −4 °C kann Chinakohl Frostschäden erleiden. Bei späten Pflanzungen rechnest du die Kulturdauer deshalb vom ersten Frost in deinem Garten zurück.
Sommerportulak und Neuseeländer Spinat
Beide Arten gehören in die warme Jahreshälfte. Sommerportulak säst du von April bis August an einen sonnigen Platz und erntest von Mai bis September. Sommer- und Winterportulak sind verschiedene Pflanzenarten, Winterportulak hat längere, dünnere Stiele und zartere Blätter. Das Portulakröschen ist dagegen eine Zierblume und kein Salat.
Neuseeländer Spinat säst du ab Mitte bis Ende April ins Freiland. Wer früher starten will, zieht ihn im Gewächshaus vor und pikiert die Sämlinge einzeln. Geerntet wird von Juni bis Oktober.
Erntezeiten: wie lange es bis zur Ernte dauert
Wie lange eine Art bis zur Ernte braucht, bestimmt, wie eng du Folgesätze legst und wie spät du noch säen kannst. Bei Kopfsalat und Salatrauke hängt diese Zeit deutlich von der Jahreszeit ab.
| Art | Bis zur Ernte | Erntefenster und Hinweis |
|---|---|---|
| Kopfsalat | 40 bis 55 Tage nach der Pflanzung, je nach Jahreszeit | etwa zwei Wochen je Satz |
| Eichblattsalat als Schnittsalat | Nachschnitt nach etwa 3 Wochen, wenn das Herz heil bleibt | häufig Blüte nach dem dritten oder vierten Schnitt |
| Pflücksalat | 42 bis 56 Tage | Mai bis Oktober, Blätter wiederholt ernten |
| Römischer Salat | 56 bis 84 Tage | Mai bis Oktober |
| Spinat | 42 bis 56 Tage | April bis November |
| Salatrauke | im Sommer ab 3 Wochen, im Frühjahr und Herbst etwa 7 Wochen | März bis Oktober |
| Blattsenf | 21 Tage | April bis Oktober |
| Sommerportulak | 28 bis 42 Tage | Mai bis September |
| Endivie | 56 bis 112 Tage | Juni bis November |
| Radicchio | etwa 8 bis 10 Wochen nach der Pflanzung | Ernte über zwei bis drei Wochen |
| Feldsalat | 42 bis 112 Tage | Oktober bis März |
| Chinakohl | etwa 55 bis 75 Tage nach der Pflanzung | Frostschäden schon ab −4 °C möglich |
| Pak Choi als Kopfkultur | 50 bis 65 Tage | späteste Herbstsaat ungefähr Ende Juli bis Anfang August |
| Mangold | laufend, äußere Blätter zuerst | Juni bis Oktober |
| Chicorée | Wurzeln nach 18 bis 20 Wochen roden | Sprosse bei 16 °C nach etwa 3 Wochen Treiberei |
Boden, Düngen, Pflanzenschutz und Lagern: kurz eingeordnet
Boden und Pflanzen. Kopf-, Pflück- und Römischer Salat wollen einen gut durchlässigen, humusreichen Boden, am liebsten leichten sandigen Lehm. Jungpflanzen setzt du so hoch, dass der ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm aus dem Boden schaut, und gießt jede sofort kräftig an. Mehr dazu steht im Abschnitt Standort und Boden im Überblick über Salate und Blattgemüse.
Düngen. Viele Salate kommen mit einem gut vorbereiteten Boden aus. Spinat bekommt zur Bodenvorbereitung reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist. Wie viel die übrigen Arten brauchen, erklärt derselbe Überblick im Abschnitt Düngen.
Jäten und Mulchen. Zwischen den Reihen jätest du regelmäßig, damit die jungen Sätze Platz haben. Beim Mangold gilt Mulchen als vorteilhaft.
Schädlinge und Krankheiten. Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchtem Wetter auch tagsüber, Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen. Falscher Salatmehltau wird besonders im Spätsommer und Herbst durch anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung begünstigt. Weite Pflanzabstände, Reihen in Hauptwindrichtung und morgendliches Gießen können vorbeugen, mehr steht im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.
Ernten und Lagern. Frischer Spinat hält im Gemüsefach des Kühlschranks höchstens 2 Tage. Lagere Blattgemüse gekühlt und sauber, weil enthaltenes Nitrat bei unsachgemäßer Lagerung mikrobiell zu Nitrit werden kann. Wie du Salate frisch hältst, vertieft der Abschnitt Frisch halten im Überblick.
Planung für das kommende Gartenjahr
Im Winter legst du fest, welche Art im nächsten Jahr auf welches Beet kommt. Dafür brauchst du die Anbaupausen, denn sie fallen je nach Art verschieden aus.
| Art | Anbaupause auf demselben Beet |
|---|---|
| Pflücksalat | 2 Jahre |
| Kopfsalat, Römischer Salat, Endivie, Spinat, Mangold | jeweils 3 Jahre |
| Feldsalat | 4 Jahre |
| Zuckerhut, dabei Chicorée, Radicchio und Endivie mitrechnen | 3 bis 4 Jahre |
| Salatrauke, Blattsenf | jeweils 6 Jahre |
Feldsalat braucht keine besondere Düngung, und hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur solltest du vor ihm vermeiden. Winterportulak kommt mit den Restnährstoffen der Vorkultur aus. Plane beide deshalb als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. auf einem Sommerbeet ein, das du vorher nicht stark gedüngt hast.
Nachbarschaften im Beet können den Anbau unterstützen, garantieren aber nichts. Ob zwei Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Die Aufteilung deiner Beete legst du im Beetplaner fest.
Planst du zum ersten Mal, beginnst du mit wenigen Arten. Welche Blattgemüse sich für den Einstieg eignen, zeigt der Ratgeber für Anfänger.
Dein persönlicher Anbaukalender
Die Fenster in diesem Artikel sind der Rahmen, deine Beobachtungen machen daraus deinen Kalender. So gehst du vor:
- Wähle deine Arten und übertrage ihre Monate für Aussaat, Pflanzung und Ernte.
- Trage Folgesätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen ein.
- Markiere die späten Termine: spätestens Ende Juli für Herbstsalate, spätestens Ende Juli bis Anfang August für Mangold, spätestens Mitte September für Winterkopfsalat.
- Notiere, wann dein Boden die Mindesttemperatur deiner ersten Arten erreicht und wann der erste Frost kommt.
- Schreib die Anbaupause neben jedes Beet.
Ich führe dafür ein Gartenheft mit einer Seite je Beet. Darin stehen Saat, Pflanzung, erste und letzte Ernte mit Datum. Im Winter lege ich die Seiten nebeneinander und verschiebe die Termine fürs nächste Jahr. Als Vorlage eignet sich der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken.




