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Spinatanbau: vom Samen bis zur Ernte, Satz für Satz geplant

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Spinat säst du von März bis Juni und wieder von August bis Oktober direkt ins Beet.
  • Die Samen kommen 1 bis 2 cm tief in Reihen mit 20 cm Abstand, später vereinzelst du auf 5 bis 8 cm in der Reihe.
  • Spinat keimt ab 12 °C, die Keimlinge zeigen sich nach 7 bis 14 Tagen.
  • Bei über 12 Stunden Tageslänge, in Deutschland von Mai bis August, geht Spinat in die Blüte.
  • Wintersorten wie 'Giant Winter' säst du für eine Winterkultur im August oder September.
  • Frischer Spinat hält im Gemüsefach höchstens 2 Tage, ernte deshalb nur, was du bald verbrauchst.
Ein Haufen frischer Spinatblätter mit rosa Stielen und sichtbaren Wassertropfen, bereit zur Zubereitung.
Foto: Engin Akyurt · Pexels License · Quelle ↗

Spinat ist schnell gesät, doch er hat es eilig mit der Blüte. Sobald die Tage lang werden, schießt er in die Höhe. Legst du die Saattermine danach, kannst du im Frühjahr und wieder im Herbst ernten. Ich säe Spinat deshalb in zwei Blöcken: einen im zeitigen Frühjahr, einen im Spätsommer. Hier findest du den ganzen Weg vom Samen über das Vereinzeln bis zur Ernte, dazu die Werte für dein Beet.

Spinat auf einen Blick: die Eckdaten

Mit diesen Werten planst du Sätze, Abstände und Erntetermine.

Was Wert
Aussaat März bis Juni und August bis Oktober
Saattiefe 1 bis 2 cm
Abstände Direktsaat in Reihen, 5 bis 8 cm in der Reihe, 20 cm Reihenabstand
Keimtemperatur 12 bis 20 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Kulturdauer 42 bis 56 Tage
Erntezeit April bis November
Wuchshöhe 10 bis 20 cm
Licht sonnig
Anbaupause auf derselben Fläche 3 Jahre
Aussaatkalender Spinat
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Ernte: April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat: NovemberErnteErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberAussaatErnte

Wann säen und welche Sorte?

Spinat säst du von März bis Juni und wieder von August bis Oktober. Welche Wochen im Frühjahr und Herbst passen und wie du Boden, Sorte und Technik darauf abstimmst, erklärt der Ratgeber zu den Saatzeiten für Spinat im Frühjahr und Herbst. Alle Termine für Salate und Blattgemüse findest du im Kalender mit den Saatterminen zum Ausdrucken.

Bei den Sorten entscheidet der Saattermin: Frühjahrssorten säst du bereits ab Februar, Herbstsorten ab Juli. Wintersorten wie ‘Giant Winter’ gehören in die späten Sätze, für eine Winterkultur säst du sie im August oder September. Welche Sorten zu welchem Termin passen und wie du im Herbst säst, zeigt der Ratgeber zum Säen von Spinat ins Beet samt Sortenwahl.

Spinat säen: so kommt er ins Beet

Spinat säst du direkt an Ort und Stelle in Reihen. Vorher lockerst du das Beet und rechst die Oberfläche fein. Wie du Boden und Saatbett gründlich vorbereitest, zeigt der Ratgeber zur Vorbereitung des Spinatbeets.

Jetzt dran

Zieh die Saatrillen im Abstand von 20 cm. Leg die Samen 1 bis 2 cm tief hinein und bedecke sie mit Erde. Drück die Erde mit der flachen Hand an und gieß die Reihe an. Halte die Rillen feucht, bis die Keimlinge da sind. Vereinzle danach auf 5 bis 8 cm in der Reihe.

Die Samen gehören unter die Erde, denn Spinat ist kein Lichtkeimer. Er keimt ab 12 °C. Die ersten Keimlinge zeigen sich nach 7 bis 14 Tagen, bis dahin darf die Saatreihe nicht austrocknen.

Vereinzeln: Platz für jede Rosette

Laufen die Reihen dicht auf, vereinzelst du die Keimlinge auf 5 bis 8 cm in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben die 20 cm aus der Saat. Ich ziehe die schwächeren Keimlinge nicht heraus, sondern kneife sie dicht über dem Boden ab, damit die Wurzeln der Nachbarn in Ruhe bleiben. Die ausgedünnten Pflänzchen wandern bei mir in den Salat.

Mehrere kleine Sätze statt einer großen Fläche

Für eine fortlaufende Ernte säst du Spinat gestaffelt: lieber mehrere kleine Sätze nacheinander als ein ganzes Beet auf einmal. So werden die Sätze nacheinander erntereif. Möchtest du vor allem junge Blätter für Salat, säst du dichter und erntest früh. Wie das geht, steht im Ratgeber zum Anbau von Baby-Leaf-Spinat.

Marias Erfahrung

An jede Spinatreihe stecke ich ein Etikett mit dem Saattag. Beim Ernten sehe ich so, welcher Satz wie lange steht, und plane den nächsten danach.

Warum Spinat schießt und wie du damit planst

Kurz erklärt

Spinat ist eine Langtagpflanze. Ab einer Tageslänge von über 12 Stunden bildet er Blüten, und solche Tage herrschen in Deutschland zwischen Mai und August.

Ein Satz braucht eine Kulturdauer von 42 bis 56 Tagen. Säst du im März, liegt ein großer Teil davon vor dem Mai, in dem die langen Tage beginnen. Ein Satz im Juni wächst dagegen mitten in sie hinein. Deshalb lege ich meine Hauptsätze ins Frühjahr und in den Spätsommer.

Für Sätze, die in den Sommer hineinwachsen, hältst du den Boden gleichmäßig feucht, denn Trockenheit fördert das Schossen. Etwas Schatten tut Sommersätzen gut, Winterkulturen stehen dagegen sonnig. Streckt sich die Mitte einer Rosette in die Höhe, kündigt sich meist die Blüte an. Dann erntest du den Satz zügig ab.

Neuseeländer Spinat für die Sommerlücke

Für die warmen Monate gibt es eine Ausweichpflanze: Neuseeländer Spinat. Er keimt erst ab 15 °C. Geerntet wird er von Juni bis Oktober. Damit liefert er Blätter in den Sommermonaten, in denen Spinat unter den langen Tagen in die Blüte geht.

Mythos-Check

Neuseeländer Spinat ist keine glattblättrige Spinatsorte. Er ist eine eigene Pflanze, Tetragonia tetragonioides, während Spinat botanisch Spinacia oleracea heißt. Zum Keimen braucht er mehr Wärme als Spinat.

Standort, Gießen, Düngen und Pflanzenschutz kurz gefasst

Diese Punkte laufen bei Spinat ähnlich wie bei anderen Blattgemüsen. Die Grundlagen stehen im Ratgeber zu Standort, Gießen, Düngen und Pflanzenschutz bei Salaten und Blattgemüse.

Standort: Spinat steht gern sonnig. Der Boden sollte fruchtbar und reich an organischer Substanz sein, mehr dazu im Abschnitt Standort und Boden.

Gießen: Halte den Boden während des Wachstums gleichmäßig feucht. Ich gieße am Morgen direkt an die Reihen. Die Einzelheiten erklärt der Abschnitt Gießen und Pflegen.

Düngen: Zur Vorbereitung arbeitest du reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist ein. Organischen Universaldünger gibst du nur auf nährstoffarmem Boden, ein gut versorgtes Beet braucht keine pauschale Zusatzgabe. Welche Blattgemüse nachgedüngt werden, zeigt der Abschnitt Düngen.

Krankheiten und Schädlinge: Hier gilt die Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, eingreifen, und kontrollieren heißt: beim Ernten auch die Blattunterseiten ansehen. Anbaupause, luftige Abstände und Blühpflanzen für Nützlinge am Beetrand können vorbeugen. Wie du bei Befall mechanisch eingreifst, erklärt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Spinat im Hochbeet, im Topf und unter Glas

Spinat eignet sich auch fürs Hochbeet und für Töpfe, die Pflanzen werden 10 bis 20 cm hoch. Im Frühbeet und im Gewächshaus kommen Temperatur, Lüftung und Feuchte als eigene Aufgaben hinzu. Wie du sie für eine lange Ernte steuerst, zeigt der Ratgeber zum Spinatanbau im Frühbeet und Gewächshaus.

Fruchtfolge und Nachbarn im Beet

Auf derselben Fläche lässt du Spinat 3 Jahre pausieren. Mit einer Kulturdauer von 42 bis 56 Tagen füllt er Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen. Gute Nachbarn können den Anbau unterstützen, versprechen aber keinen Erfolg. Welche Partner zu Spinat passen, stellt der Ratgeber zu Mischkultur-Partnern für Spinat vor. Geplante Nachbarschaften prüfst du mit dem Planer für Mischkultur. Ich trage jeden Spinatsatz in meinen Plan für das ganze Beet ein, damit ich die Anbaupause im Blick behalte.

Spinat ernten: ganze Rosette oder Blatt für Blatt

Geerntet wird Spinat je nach Satz von April bis November. Du schneidest entweder die ganze Rosette knapp über dem Boden ab oder pflückst die äußeren, großen Blätter und lässt das Herz stehen. Mit der zweiten Methode erntest du denselben Satz mehrmals. Ich ernte am Morgen und nehme nur so viel mit, wie ich bald verarbeite.

Nimm nur mit, was du sicher als Spinat erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide in dein Essen eintragen, deshalb sortierst du fremde Pflanzen konsequent aus. Woran du den richtigen Erntezeitpunkt erkennst und wie du je nach Typ und Jahreszeit erntest, erklärt der Ratgeber zur Erntereife von Spinat.

Nach der Ernte: frisch halten und auf dem Teller

Frischer Spinat hält im Gemüsefach des Kühlschranks höchstens 2 Tage. Spinat kann viel Nitrat enthalten, und bei unsachgemäßer Lagerung kann daraus durch Mikroben Nitrit entstehen. Aus beidem folgt: Du erntest nur, was du in dieser kurzen Zeit verbrauchst, und lagerst es gekühlt und sauber. Eine abwechslungsreiche Gemüseküche bleibt dabei die Empfehlung. Wie du Spinat länger haltbar machst, zeigt der Ratgeber zum Lagern von frischem und gekochtem Spinat. Was Anbau, Ernte und Zubereitung am Nitratgehalt ändern, steht im Beitrag zum Nitrat in Spinat.

Auf dem Teller ist Spinat ein Lebensmittel, keine Medizin: Roh enthält er relativ viel Oxalsäure, Blanchieren oder Kochen senkt den Gehalt. Bei einer Nierenerkrankung kann Oxalsäure problematisch sein, dann klärst du das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Nährwerte im Vergleich stehen im Abschnitt zu Nährwerten, Küche und Oxalsäure im Blattgemüse-Ratgeber, Ideen für die Küche in der Sammlung mit Spinatrezepten für jede Jahreszeit.

Eigenes Spinatsaatgut gewinnen

Spinat ist ein windbestäubter Fremdbefruchter, und die meisten Pflanzen sind zweihäusig. Sie tragen also entweder männliche oder weibliche Blüten. Der leichte Pollen fliegt im offenen Gelände bis zu 3 km weit. Deshalb lässt du pro Jahr nur eine Sorte zur Samengewinnung blühen. Geerntet werden die Samen, wenn etwa 80 % bräunlich-beige sind und sich nicht mehr zwischen den Fingern zerdrücken lassen.

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Häufige Fragen

Welche Spinatsorten eignen sich für den Anbau im eigenen Garten?
Entscheidend ist der Saattermin: Frühjahrssorten säst du bereits ab Februar, Herbstsorten ab Juli. Wintersorten wie 'Giant Winter' gehören in die späten Sätze. Achte auf die Angabe zur Anbauzeit auf der Samentüte, dann landet jede Sorte im passenden Satz.
Welche Eigenschaften haben Winterspinatsorten wie 'Giant Winter'?
Wintersorten sind für die späten Sätze gedacht: Für eine Winterkultur säst du sie im August oder September. Winterkulturen stellst du sonnig. Spinat gilt nur als bedingt winterhart, deshalb planst du den Wintersatz mit Blick auf Sorte und Lage.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Spinat?
Spinat säst du von März bis Juni und wieder von August bis Oktober. Er keimt ab 12 °C. Zwischen Mai und August bildet er bei langen Tagen Blüten, deshalb lege ich meine Hauptsätze ins Frühjahr und in den Spätsommer.
Welche Bodenbeschaffenheit braucht Spinat?
Spinat mag fruchtbaren Boden, der reich an organischer Substanz ist und gleichmäßig feucht bleibt. Beim pH-Wert ist er nicht festgelegt, er wächst auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Zur Vorbereitung arbeitest du reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist ein.
Wie beeinflusst die Fruchtfolge den Spinatanbau?
Auf derselben Fläche lässt du Spinat 3 Jahre pausieren. Weil ein Satz nur 42 bis 56 Tage Kulturdauer hat, passt er gut in Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen. Ich notiere jeden Satz im Beetplan, damit ich die Pause im Blick behalte.
Welche praktischen Schritte sind bei der Spinaternte zu beachten?
Du schneidest die ganze Rosette knapp über dem Boden ab oder pflückst die äußeren Blätter und lässt das Herz stehen. Kündigt sich in der Mitte die Blüte an, erntest du den Satz zügig ab. Nimm nur mit, was du sicher als Spinat erkennst. Frischer Spinat hält im Gemüsefach höchstens 2 Tage, also erntest du nur, was du bald verbrauchst.
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