Rettiche natürlich vor Kohlfliege, Erdfloh und Schnecken schützen
- Die Maden der Kleinen Kohlfliege fressen Gänge in die Rettichwurzel, oft zeigt sich der Schaden erst beim Ziehen.
- Das Kulturschutznetz kommt direkt nach der Saat aufs Beet und schließt rundum dicht am Boden ab.
- Gegen Erdflöhe wird eine Maschenweite von 0,8 mm empfohlen.
- Ein Rettich wie 'Rex' braucht ungefähr 9 bis 10 Wochen bis zur Ernte, so lange bleibt das Netz dicht.
- Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Blattlausbefall entgegenwirken.
- Zur Kohlhernie-Vorbeugung stehen Rettiche nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche.
- Hausmittel ordnest du ohne Wirkversprechen ein, Chemie kommt nur als letztes Mittel mit Zulassung für Haus- und Kleingarten infrage.
Beim Rettich fressen die Maden der Kleinen KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. genau das Stück, das du ernten willst. Oft siehst du die Gänge erst, wenn du die Rübe aus der Erde ziehst. Deshalb beginnt mein Schutz schon am Saattag: Ich lege das Kulturschutznetz direkt nach der Saat auf und schließe die Ränder am Boden. Danach kommen ein prüfender Blick unter die Blätter, Blüten für Nützlinge und ein Beet, auf dem zuletzt keine Kreuzblütler standen.
Welche Schädlinge gehen an Rettiche?
Rettich gehört wie Kohl und Radieschen zu den Kreuzblütlern und teilt viele Schädlinge mit ihnen. In meinem Beet unterscheide ich vier Gruppen, die sich am Schadbild gut auseinanderhalten lassen.
| Schädling | Mögliche Hinweise | Was ich tue |
|---|---|---|
| Kleine Kohlfliege | welkende Blätter, Kümmerwuchs, Fraßgänge in der Wurzel | Netz direkt nach der Saat, verdächtige Rettiche ziehen und aufschneiden |
| ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. | kleine Löcher im jungen Laub, Käfer von etwa 1,5 bis 3 mm, die wegspringen | Netz mit 0,8 mm Maschenweite, Ränder dicht am Boden |
| Nacktschnecken | Fraß am Laub, Schleimspuren | in der Dämmerung absammeln |
| Blattläuse | Läuse an Blättern und jungen Trieben | Nützlinge fördern, erst beobachten |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Kleine Kohlfliege: Was ist im Rettichbeet anders?
Beim Rettich achte ich zuerst auf die Kleine Kohlfliege, weil ihre Maden das Erntegut selbst angreifen. Die Fliege legt ihre Eier in Bodennähe an die Pflanzen. Die Maden bohren sich in die Wurzel und hinterlassen Fraßgänge, die die Rübe anfällig für Fäulnis machen. Wie der Kreislauf der Fliegen im Wurzelbeet abläuft und welcher Grundschutz für alle Arten gilt, steht im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen im Ratgeber für Wurzel- und Knollengemüse.
Im Rettichbeet kommt die lange Standzeit dazu. Weil ein Rettich deutlich länger bis zur Ernte braucht als ein Sommerradieschen, muss das Netz bei ihm entsprechend länger dicht bleiben. Winterrettich säst du im Sommer, und er steht bis in den Herbst im Beet.
Sommerradieschen sind etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. Beim Rettich ‘Rex’ liegt die Ernte ungefähr 9 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Winterrettich wird von Mitte Juni bis Mitte August gesät.
Welkende Blätter oder Pflanzen, die im Wachstum stecken bleiben, können auf Maden an der Wurzel hindeuten. Ich ziehe dann einen verdächtigen Rettich und schneide ihn der Länge nach auf. Finde ich Gänge mit Maden darin, spricht das für die Kohlfliege. Einzelne angefressene Rettiche ernte ich früher und schneide die Gänge großzügig heraus.
Das Netz erst auflegen, wenn die ersten Blätter welken. Welke kann dann schon auf Maden in der Wurzel hindeuten, und für diese Pflanzen kommt der Schutz zu spät.
Wie legst du das Kulturschutznetz richtig auf?
Das Netz trennt Fliegen und Käfer mechanisch von der Pflanze, deshalb ist es im Rettichbeet meine erste Maßnahme. Ich lege es direkt nach der Saat auf, noch bevor die Keimlinge durch die Erde kommen. Die Ränder schließe ich rundum dicht am Boden ab und beschwere sie mit Erde oder Steinen. Nach oben lasse ich so viel Spiel, dass das Laub wachsen kann, ohne gegen das Gewebe zu drücken.
Gegen Erdflöhe wird eine Maschenweite von 0,8 mm empfohlen, und das Netz muss dicht am Boden abschließen. Erdflöhe sind winzig und springen, deshalb entscheidet der Rand genauso viel wie die Masche: Eine Lücke am Boden reicht ihnen als Eingang.
Beim Jäten öffne ich das Netz nur kurz und lege es gleich wieder dicht an. Unter dem Netz können sich trotzdem Tiere halten, etwa wenn sie schon vorher im Beet waren. Ein Blick unter die Blätter gehört deshalb dazu, auch wenn das Netz liegt.
Wann welche Rettichsaat an der Reihe ist, zeigt dir der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken. Ich lege das Netz schon am Saattag neben das Beet.
- Netz direkt nach der Saat auflegen
- Ränder rundum dicht am Boden schließen und beschweren
- nach oben Luft für das Laub lassen
- beim Jäten nur kurz öffnen und gleich wieder schließen
- Risse und Löcher sofort flicken
Erdflöhe: Woher kommen die Löcher im jungen Laub?
Erdflöhe sind Käfer von etwa 1,5 bis 3 mm, die bei Störung mit ihren Sprungbeinen weite Sätze machen. Sie fressen kleine Löcher in die Blätter, an Keimlingen fällt das besonders auf. Bei warmem, trockenem Wetter hebe ich gezielt die jungen Blätter an und schaue nach. Das feine Netz ist hier meine Hauptmaßnahme, solange es wirklich dicht am Boden anliegt.
Radieschen haben dieselben Käfer im Beet, sind aber viel schneller erntereif. Für sie gibt es einen eigenen Beitrag, wie du Radieschen natürlich vor Schädlingen schützt.
Was hilft gegen Schnecken und Blattläuse?
Nacktschnecken
Nacktschnecken fressen am Laub und können junge Rettiche in feuchten Phasen stark zurückwerfen. Ich sammle sie in der Dämmerung und früh am Morgen ab, wenn sie unterwegs sind. Tagsüber verstecken sie sich gern unter Brettern oder Blättern am Beetrand, dort schaue ich gezielt nach.
Kaffeesatz wird nachgesagt, Schnecken vom Beet fernzuhalten, weil sie die bittere, krümelige Schicht meiden sollen. Verlassen würde ich mich darauf nicht, ich sammle trotzdem ab.
Blattläuse
Blattläuse saugen an Blättern und jungen Trieben. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Befall entgegenwirken. Bei den ersten Läusen schaue ich deshalb zuerst, ob schon Larven dieser Helfer dazwischen sitzen. Erst wenn davon nichts zu sehen ist und die Kolonien wachsen, greife ich ein, etwa indem ich stark befallene Blätter abnehme.
Wie holst du Nützlinge ins Rettichbeet?
Blühende Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. fördern Schwebfliegen, und deren Larven gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Blüten am Beetrand holen also die Schwebfliegen in die Nähe, deren Larven dann auch an deinen Rettichen als Gegenspieler der Läuse auftreten können. Ich lasse deshalb neben dem Rettichbeet einen schmalen Streifen blühen. Breit wirkende Spritzungen vermeide ich, weil sie die Helfer mit treffen können.
Den Blühstreifen neben dem Rettichbeet mähe ich erst spät. Bevor ich irgendetwas gegen Läuse unternehme, suche ich dort und an den Rettichblättern nach Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegen.
Was taugen Hausmittel wie Jauche und Schmierseife?
Hausmittel ordne ich vorsichtig ein: Vieles wird ihnen nachgesagt, verlassen würde ich mich auf keines davon. BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. soll Pflanzen widerstandsfähiger machen und Schädlinge vertreiben. Vor allem liefert sie aber Nährstoffe. Für Pflanzenjauche gibt es keine allgemeingültige Ausbringmenge, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat des Bodens entscheiden. Rettich wird nur gedüngt, wenn eine Bodenuntersuchung Bedarf zeigt. Wer Jauche also zur Abwehr über ein ausreichend versorgtes Rettichbeet gießt, düngt eine Kultur, die gerade keinen Dünger braucht.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und Rapsöl gelten als Hausmittel gegen Blattläuse, weil sie die Tiere benetzen sollen. Eine solche Brühe unterscheidet aber nicht zwischen Laus und Nützling und kann die Helfer mit treffen.
Chemischer Pflanzenschutz ist im Rettichbeet nur das letzte Mittel. Wenn überhaupt, dann nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, genau nach Gebrauchsanweisung und mit Schutzkleidung. Halte die Wartezeit bis zur Ernte ein, zumal Rettich auch roh als Salat gegessen wird, und entsorge Reste vorschriftsgemäß. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
Wie beugst du über Boden, Wasser und Fruchtfolge vor?
Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber für Wurzel- und Knollengemüse in den Abschnitten zu Standort und Boden, zum Gießen sowie zu Fruchtfolge und Mischkultur. Hier geht es nur um das, was für die Abwehr im Rettichbeet zählt.
Boden: durchlässig statt staunass
Rettich mag Erde, die Feuchtigkeit speichert und trotzdem gut durchlässig ist, stark saure Böden meidest du. Verdichtete und staunasse Stellen lasse ich für Kreuzblütler aus, weil hohe Bodentemperaturen zusammen mit hoher Bodenfeuchte die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen. Wie du das Beet vorbereitest, zeigt die Anleitung für den Rettichanbau von der Bodenvorbereitung bis zur Lagerung.
Gießen: gleichmäßig feucht
Rettich braucht gleichmäßig feuchte Erde, deshalb prüfe ich die Feuchte mit dem Finger auch unter der Oberfläche. Wie oft und wie viel du gießt, erklärt der Beitrag, wie du Rettiche gleichmäßig gießt und pflegst.
Fruchtfolge: Abstand zu anderen Kreuzblütlern
Rettich gehört mit Kohl, Radieschen und Steckrübe zu den Kreuzblütlern. Zur Kohlhernie-Vorbeugung steht er nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche, und Senf, Ölrettich oder Raps plane ich dort nicht als Gründüngung ein. Die Jahre behältst du am einfachsten mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge im Blick, und welche Nachbarn zum Rettich passen, zeigt die Mischkultur-Übersicht.
Worauf achtest du beim Kontrollgang?
Beim Kontrollgang hebe ich einzelne Blätter an und schaue auf Blattunterseiten, WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. und den Boden rund um die Pflanze. Diese Hinweise nehme ich ernst, ohne gleich eine Diagnose festzulegen:
- Kleine Löcher im jungen Laub können auf Erdflöhe hindeuten.
- Welke Blätter und Kümmerwuchs können auf Maden an der Wurzel hindeuten.
- Fraß am Laub und Schleimspuren sprechen für Schnecken.
- Läuse an Blättern und Trieben: erst nach Nützlingen schauen.
- Faule Stellen an der Rübe: einen Rettich ziehen und aufschneiden.
Nicht jedes Problem hat einen Schädling als Ursache. Bei Rettich kann Kälte die Blütenbildung auslösen, und Langtag kann die weitere Blütenentwicklung beschleunigen. Was sonst hinter geplatzten Rüben oder SchossernSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. stecken kann, ordnet der Überblick über typische Probleme beim Rettichanbau und ihre Lösungen ein.
Steht dein Winterrettich noch unter dem Netz, prüfe nach Wind und Regen, ob die Ränder noch dicht am Boden liegen.





