Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Pflege

Rettich richtig gießen und pflegen: gleichmäßig feucht, ohne Staunässe

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Das Saatbett bleibt bis zur Keimung feucht, aber nicht vernässt.
  • Wachsende Rettiche gießt du bodennah und so durchdringend, dass das Wasser die Wurzelzone erreicht.
  • Ob Gießen fällig ist, zeigt die Fingerprobe unter der Oberfläche, nicht der Kalender.
  • Staunässe meiden: Hohe Bodenfeuchte begünstigt zusammen mit hohen Bodentemperaturen die Kohlhernie.
  • Eine verkrustete Oberfläche lockerst du flach und mit Abstand zur Rübe.
  • Das Kulturschutznetz gegen die Kohlfliege kommt direkt nach der Saat aufs Beet und schließt am Boden dicht.

Rettich braucht gleichmäßig feuchte Erde, aber keine Staunässe. Warmer und zugleich sehr feuchter Boden begünstigt die Kohlhernie, und dauernasse Erde kann Fäulnis an der Rübe fördern. Ich gieße mein Rettichbeet deshalb nach der Feuchte in Wurzeltiefe und nicht nach dem Kalender. Aussaat, Ernte und Lagerung reiße ich am Ende kurz an, dort steht auch, wann du Radieschen säst.

Welcher Boden macht das Gießen leichter?

Rettich wächst sonnig bis halbschattig in Erde, die Wasser hält und Überschuss ablaufen lässt. Stark saure Böden meidest du. Wie du Standort und Beet vorbereitest, steht unter Standort, Boden und Gefäß im Wurzelgemüse-Ratgeber.

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 1-2 cm tief säen.

Aussaatkalender Rettich
GartenkalenderVorkultur: Januar, Februar, März, April; Aussaat: Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September; Ernte: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JanuarVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilAussaatAussaat: FebruarAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberErnteErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberVorkulturAussaatErnte

Wie gießt du Rettich in jeder Wachstumsphase?

Vom Saatbett bis zur fertigen Rübe ändert sich, worauf es beim Gießen ankommt. Die Tabelle zeigt den Überblick, die Abschnitte darunter zeigen die Handgriffe.

Phase Was du tust Richtwert
Vor der Saat Vorwässern, wenn der Unterboden sehr trocken ist 15 bis 20 l je m², 1 bis 2 Tage vor der Saat
Quellung und Keimung Saatbett feucht halten, ohne es zu vernässen Keimdauer bei Rettich 4 bis 25 Tage
Junge Pflanzen Keimlinge vorsichtig und direkt auf den Boden gießen Fingerprobe entscheidet
Rübe wächst Durchdringend und bodennah gießen, in sommerlichen Trockenphasen nachgießen Menge siehe Kasten „Zahl im Blick“
Bis zur Ernte Gleichmäßig weitergießen, keine Wechsel von trocken zu nass Fingerprobe entscheidet

Vor der Saat und bis zur Keimung

Ist der Unterboden vor der Saat sehr trocken, wässere ich das Beet vor und säe erst danach. Während Quellung und Keimung hältst du das Saatbett feucht, ohne es zu vernässen. Ich gieße in dieser Zeit mit feiner Brause, damit die Samen nicht freigespült werden. Auch die jungen Keimlinge gieße ich vorsichtig und direkt auf den Boden.

Wie viel Wasser braucht die wachsende Rübe?

Sobald die Pflanzen wachsen, zählt, dass das Wasser bis in die Wurzelzone kommt.

Zahl im Blick

Richte dich bei Gemüse im Garten nach etwa 10 bis 20 l Wasser je m², wenn das Wasser die Wurzelzone in ungefähr 10 bis 20 cm Tiefe erreichen soll. Das ist eine allgemeine Orientierung für Gemüse, kein eigener Rettichwert. Gießt du langsam, verteilst du diese Menge auf mindestens 2 Stunden, damit sie einsickern kann.

Ich lege dafür einen Tropfschlauch zwischen die Reihen. So kommt das Wasser bodennah an, und das Laub bleibt trocken. Bei Radieschen, die zur selben Art gehören wie der Rettich, beeinträchtigt Trockenheit die Wurzelqualität und fördert das Schossen. In sommerlichen Trockenphasen gieße ich meine Rettiche deshalb verlässlich nach.

Woran erkennst du, dass Gießen fällig ist?

Einen festen Gießrhythmus gibt es für Rettich nicht, weil Wetter und Boden den Bedarf bestimmen. Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger in die Erde und prüfe, ob sie unter der Oberfläche noch feucht ist. Mit einer Handschaufel schaue ich zwischen den Reihen tiefer nach.

Wie oft du nachschaust, hängt vom Boden ab. Sandreiche Böden lassen Wasser gut durch und speichern wenig davon. Tonreiche Böden leiten es schlecht ab und erschweren die Durchwurzelung. Auf Sand prüfst du deshalb öfter, auf schwerem Boden achtest du vor allem auf stehende Nässe.

Wie gießt du Rettich im Topf und im Hochbeet?

Rettich eignet sich für Topf und Hochbeet. Im begrenzten Substrat trocknet die Erde aber schneller aus als im gewachsenen Gartenboden, im Hochbeet zusätzlich durch die stärkere Erwärmung. Bei torffreier Topferde puffert ein größeres Gefäß die Wasserversorgung besser, weil mehr Erde mehr Wasser speichert. Die Oberfläche torffreier Erde kann trocken wirken, obwohl es darunter noch nass ist. Mach die Fingerprobe deshalb auch unterhalb der Oberfläche. Im Hochbeet kann eine Mulchdecke aus Rasenschnitt dem Austrocknen entgegenwirken. Kübel brauchen freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft und keine Staunässe entsteht.

Warum gleichmäßig bis zur Ernte?

Bei Möhren begünstigen starke Feuchtewechsel das Platzen. Bei Radieschen können starke Schwankungen der Wasserversorgung pelzige oder geplatzte Knollen verursachen. Ich gieße meine Rettiche deshalb bis zur Ernte gleichmäßig und lasse das Beet nicht erst austrocknen, um es dann kräftig zu wässern. Wenn Rettiche pelzig werden, platzen oder schießen, hilft dir der Beitrag, welche Probleme beim Rettichanbau auftreten und wie du sie behebst.

Wie vermeidest du Staunässe?

Hohe Bodenfeuchte begünstigt zusammen mit hohen Bodentemperaturen die Kohlhernie, und Rettich zählt zu den anfälligen Kreuzblütlern. Verdichtete und staunasse Stellen im Beet sind für ihn deshalb ungeeignet. Die Dauersporen des Erregers können mehrere Jahre im Boden lebensfähig bleiben. Wo schon einmal Kohlhernie auftrat, können auf einer nassen Stelle also auch Jahre später Erreger und begünstigende Nässe zusammentreffen. Findest du Kohlhernie, entfernst du die kranken Pflanzen samt Wurzeln und gibst sie nicht auf den Kompost.

So erkennst du Staunässe

Bleiben nach Regen Pfützen auf dem Beet stehen, läuft das Wasser schlecht ab. Bei Verdacht auf eine verdichtete Schicht prüfst du den Widerstand mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden. Die Bodenart zeigt dir die Fingerprobe: Toniger Boden klebt an den Händen und lässt sich ausrollen, leicht feuchter Sandboden zerfällt beim Formen.

Was gegen Staunässe hilft

Reifer Kompost fördert in schweren Böden eine durchlüftete Krümelstruktur, in der Wasser besser versickert. Schwere Böden bearbeitest du erst, wenn sie abgetrocknet sind und nicht mehr an Schuhen oder Spaten kleben. Gegossen wird nur, wenn die Fingerprobe unter der Oberfläche keine Nässe mehr zeigt.

Häufiger Fehler

Nach kräftigem Regen trotzdem die gewohnte Gießrunde drehen. Ich prüfe nach Regen zuerst mit dem Finger, wie feucht es unter der Oberfläche ist, und lasse die Kanne stehen, solange die Erde dort nass ist.

Wann und wie lockerst du den Boden?

Nach Regen oder kräftigem Gießen kann die Oberfläche verkrusten. Dann lockere ich sie flach zwischen den Reihen, sobald der Boden abgetrocknet ist. Mit der Hacke halte ich Abstand zur Rübe, damit ich keine Wurzeln verletze.

Unkraut jäte ich früh und von Hand dicht an den Pflanzen, weil es mit dem Rettich um Wasser konkurriert. Bei Sellerie vermindert eine Bodenbedeckung mit Grasschnitt oder Stroh die Verdunstung. Zwischen meine Rettichreihen lege ich nach dem Jäten deshalb ebenfalls eine Mulchdecke aus Rasenschnitt.

Vor der Saat lockere ich ein etabliertes Beet mit dem Sauzahn, ohne die Erde zu wenden. Umgraben lohnt sich vor allem bei sehr schweren Böden oder bei einer Beetneuanlage.

Marias Erfahrung

Lockern und Jäten erledige ich in einem Durchgang, wenn ich das Kohlfliegennetz ohnehin anhebe. Danach lege ich das Netz sofort wieder dicht auf und gieße durch die Maschen.

Wie schützt ein Netz vor der Kohlfliege?

Die Maden der Kohlfliege können Gänge in die Rübe fressen. Fraßgänge beim Ernten oder Putzen können deshalb auf Befall hindeuten. Ein dicht aufliegendes Kulturschutznetz kann die Fliegen von den Pflanzen fernhalten, garantiert aber nichts. Welche Maschenweite gegen die Kohlfliege nötig ist, nennt der Netzhersteller, und ich wähle ein Netz mit genau dieser Angabe.

Mini-Checkliste

Netz direkt nach der Saat auflegen. Ränder rundum mit Erde beschweren, damit keine Lücke bleibt. Genug Spielraum lassen, damit die Rettiche darunter wachsen können. Durch das Netz hindurch gießen. Zum Jäten und Lockern nur kurz anheben und gleich wieder schließen. Risse sofort flicken.

Weitere Wege, wie du Rettiche mit natürlichen Mitteln vor Schädlingen schützt, findest du in einem eigenen Beitrag. Die Grundlagen stehen im Wurzelgemüse-Ratgeber unter „Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen statt behandeln“.

Was hilft bei früher Saat gegen das Schossen?

Bei Rettich kann Kälte die Blütenbildung auslösen, und lange Tage können die weitere Blütenentwicklung beschleunigen. Frühe Aussaaten decke ich deshalb mit einem Vlies von 17 g/m² ab. Das kann die Ernte verfrühen und das Schossrisiko vermindern.

Kurz erklärt

Schossen heißt, dass die Pflanze vorzeitig einen Blütenstängel treibt.

Was sonst zum Rettichjahr gehört

Sorten und Aussaat

Beim Rettich unterscheidest du Sommer- und Winterrettich, Runder schwarzer Winter etwa ist ein Winterrettich und keine Radieschensorte. Die Sortentypen beschreibt der Wurzelgemüse-Ratgeber unter „Sorten: nach Typ, Form und Reife wählen“. Den ganzen Anbau zeigt dir die Anleitung, wie du Rettich von der Bodenvorbereitung bis zur Lagerung anbaust.

Rettich säst du von März bis September, und welche Sorte wann in die Erde kommt, klärt der Beitrag zur Aussaatzeit. Radieschen säst du im Freiland von Mitte Februar bis Mitte August, mit passender Sorte noch bis Mitte September. Die Grundlagen findest du im Ratgeber unter „Aussaat, Vorkultur und Pflanzung“, die Termine aller Wurzelgemüse im Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.

Düngen

Rettich düngst du nicht nach Schema: Den Bedarf bestimmst du vor der Kultur mit einer Bodenuntersuchung und düngst nur, wenn der Bericht es verlangt. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber unter „Düngen: je nach Art und Boden“. Wie du dabei konkret vorgehst, zeigt der Beitrag, wie du Rettich im Garten bedarfsgerecht düngst.

Ernte und Lagerung

Rettich erntest du je nach Sorte von April bis November. Bei Rettich Rex liegt die Ernte ungefähr 9 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Woran du den richtigen Moment erkennst, erklären der Ratgeber unter „Ernte: Größe und Jahreszeit statt Kalenderblatt“ und der Beitrag, wie du Rettiche schonend erntest und danach behandelst.

Nach der Ernte kommt das Laub ab. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen hält sich Rettich im Kühlschrank rund 1 Woche. Mehr zum Lagern steht im Ratgeber unter „Lagern: kühl, feucht und ohne Laub“ und im Beitrag, wie Rettich nach Ernte oder Einkauf lange knackig bleibt.

Fruchtfolge und Mischkultur

Rettich ist ein Kreuzblütler und steht zur Kohlhernie-Vorbeugung nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche. Senf und Ölrettich sind ebenfalls Kreuzblütler und passen darum nicht als Gründüngung in diese Fruchtfolge. Die Grundlagen stehen im Ratgeber unter „Fruchtfolge und Mischkultur“, deine Beete planst du im Beetplaner und passende Nachbarn findest du im Mischkultur-Werkzeug.

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Häufige Fragen

Wie bewässert man Rettiche richtig?
Bis zur Keimung hältst du das Saatbett feucht, ohne es zu vernässen. Danach gießt du bodennah und so durchdringend, dass das Wasser die Wurzelzone erreicht. Ob Gießen fällig ist, zeigt dir die Fingerprobe unter der Oberfläche. Bis zur Ernte bleibt die Versorgung gleichmäßig, Staunässe vermeidest du.
Welche Bewässerungstechnik eignet sich am besten für Rettiche?
Eine einzige richtige Technik gibt es nicht, entscheidend ist langsames, bodennahes Gießen. Ich lege einen Tropfschlauch zwischen die Reihen, damit das Wasser einsickern kann und das Laub trocken bleibt. Auf einem kleinen Beet erfüllt die Gießkanne denselben Zweck, wenn du in mehreren Durchgängen gießt. Zwischen die Reihen lege ich zusätzlich eine Mulchdecke aus Rasenschnitt.
Wie schützt man Rettiche vor der Kohlfliege?
Vorbeugend hilft ein Kulturschutznetz, das du direkt nach der Saat auflegst und am Boden rundum dicht schließt. Gießen kannst du durch das Netz hindurch, zum Jäten hebst du es nur kurz an. Die Maschenweite wählst du nach der Herstellerangabe für Kohlfliegen. Eine Garantie ist auch das Netz nicht, es kann das Befallsrisiko aber senken.
Was sind die wichtigsten Standortanforderungen für den Rettichanbau?
Rettich steht sonnig bis halbschattig. Der Boden soll Feuchtigkeit speichern und zugleich gut durchlässig sein, stark saure Böden meidest du. Verdichtete und staunasse Stellen sind ungünstig, weil hohe Bodenfeuchte zusammen mit hohen Bodentemperaturen die Kohlhernie begünstigt.
Wie beeinflusst die Fruchtfolge den Erfolg beim Rettichanbau?
Rettich gehört wie Kohl, Radieschen und Steckrüben zu den Kreuzblütlern. Arten dieser Familie sollen nicht unmittelbar nacheinander im selben Beet stehen. Zur Kohlhernie-Vorbeugung baust du Rettich nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche an. Senf und Ölrettich zählen auch als Gründüngung zu den Kreuzblütlern und passen deshalb nicht dazwischen.
Worin unterscheidet sich Rettich von Radieschen?
Botanisch gehören beide zur Art Raphanus sativus, das Radieschen ist eine Varietät davon. Ein Unterschied im Garten ist die Kulturdauer: Radieschen sind im Sommer etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. Bei Rettich Rex liegt die Ernte dagegen ungefähr 9 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Radieschen säst du im Freiland von Mitte Februar bis Mitte August.
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