Rüben-Schädlinge und Krankheiten im Garten erkennen und bekämpfen
- Rote Bete zählt zu den Fuchsschwanzgewächsen, Mairübe, Herbstrübe und Steckrübe sind Kreuzblütler; die Familie bestimmt mit, welche Schädlinge und Krankheiten drohen.
- Erdflöhe fressen kleine Löcher ins junge Laub; ein früh aufgelegtes Netz mit 0,8 mm Maschenweite, das dicht am Boden abschließt, kann sie abhalten.
- Bei Zuckerrüben kann Befall mit der Schwarzen Bohnenlaus bis zum 5-Blatt-Stadium mehr als 70 % Ertragsverlust je befallener Pflanze bringen.
- Knotig verdickte Wurzeln können auf Kohlhernie hindeuten; kranke Pflanzen samt Wurzeln entfernen und nicht kompostieren.
- Bei Roter Bete steigt die Gefahr von Bormangel bei pH-Werten über 7 und bei Trockenheit.
- Pflanzenschutzmittel sind im Garten der letzte Schritt, nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten und nach Gebrauchsanweisung.
Löcher im jungen Laub, schwarze Läuse im Herz, eine Rübe mit knotigen Wurzeln: Jedes dieser Bilder hat eine andere Ursache und verlangt einen anderen Handgriff. Wer zuerst das Schadbild liest, verliert keine Zeit mit Maßnahmen, die am Problem vorbeigehen. Ich drehe bei auffälligen Blättern immer auch die Unterseite um. Kümmert eine Pflanze, ziehe ich sie heraus und schaue mir Wurzel und Rübenkörper an.
Welche Rüben sind gemeint?
„Rüben“ ist im Garten ein Sammelname. Mairüben, Herbstrüben und Teltower Rübchen sind Speiserüben und gehören wie die Steckrübe zu den Kreuzblütlern, sind also mit Kohl verwandt. Rote Bete zählt zu den Fuchsschwanzgewächsen und ist mit Mangold und Spinat verwandt, ebenso die Zucker- und Futterrüben vom Acker.
Die Familie entscheidet mit, welche Probleme auftauchen. Die Kreuzblütler-Rüben teilen sich ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. und KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. mit Kohl, Radieschen und Rettich. Rote Bete teilt dagegen das Risiko für Bodenpilze mit Mangold und Spinat.
Meinst du mit Rüben die Gelben Rüben, also Möhren? Deren bekanntester Schädling im Wurzelbeet ist die MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit., und die beschreibt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Wurzel- und Knollengemüse.
Rüben-Schädlinge und Krankheiten: Schadbilder auf einen Blick
Die Tabelle ordnet typische Bilder ein. Eine sichere Diagnose ersetzt sie nicht, denn ähnliche Spuren können verschiedene Ursachen haben.
| Was du siehst | Möglicher Auslöser | An welchen Rüben | Erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Viele kleine, runde Löcher in Keimblättern und jungem Laub | Erdflöhe | Mairübe, Herbstrübe, Steckrübe | Netz auflegen, Ränder dicht schließen |
| Helle, später bräunliche Blasen im Blatt, darin kleine Maden | Rübenfliege | Rote Bete, Mangold | Befallene Blätter abnehmen |
| Schwarze Kolonien an Blattunterseiten und Herzblättern, gekräuselte Blätter | Schwarze Bohnenlaus | Rote Bete und andere Rüben | Abspritzen, Nützlinge fördern |
| Schmale Gänge und Löcher im Rübenkörper | Drahtwurm | alle Rübenarten | Larven beim Lockern absammeln |
| Knotig verdickte Wurzeln, Pflanze welkt in der Sonne | Kohlhernie | Mairübe, Herbstrübe, Steckrübe | Pflanze ziehen, Wurzeln prüfen |
| Rundliche graue Flecken, später mit rötlichem Rand | Cercospora-Blattflecken | Rote Bete | Befallene Blätter abnehmen |
| Absterbende Herzblätter, dunkle trockene Stellen im Rübenfleisch | Bormangel | Rote Bete | pH-Wert prüfen, gleichmäßig wässern |
| Weiche, braune Faulstellen am Rübenkörper | Bodenpilze, etwa Rhizoctonia | alle Rübenarten | Rübe aussortieren, Standort prüfen |
| Welke, verdrehte Herzblätter mit Fraßgängen | Rübenmotte | Zuckerrübe und ihre Verwandten | Befallene Blätter abnehmen |
So gehe ich vor, wenn mir eine Rübe auffällt:
- Blattoberseite, Blattunterseite und Herzblätter ansehen.
- Eine kümmernde Pflanze ziehen und Wurzeln, Rübenhals und Rübenkörper prüfen.
- Den Boden fühlen: nass und schmierig oder fest verdichtet?
- Notieren, welche Rübe wo stand und was auffiel.
Rüben-Schädlinge erkennen und bekämpfen
Die Größe hilft beim Erkennen, mit Lupe oder bloßem Auge:
| Schädling | Größe | Woran du ihn erkennst |
|---|---|---|
| Kohlerdfloh und andere Erdflöhe | etwa 1,5 bis 3 mm | kleiner Käfer, springt bei Berührung weg |
| Rübenfliege | bis zu 7 mm | grau gestreifte Fliege, Larven im Blattinneren |
| Schwarze Bohnenlaus | etwa 1,3 bis 3,1 mm | schwarze Blattlaus, oft in dichten Kolonien |
| Drahtwurm | 2,5 bis 3 cm im letzten Larvenstadium | goldgelbe, harte Larve im Boden |
Erdflöhe: Lochfraß an Mairübe, Herbstrübe und Steckrübe
Erdflöhe sind kleine Käfer, die mit ihren Sprungbeinen weite Sätze machen. Tippst du an ein befallenes Blatt, springen die Käfer davon. Die Käfer fressen kleine, runde Löcher in das Laub der Kreuzblütler-Rüben, an Keimlingen wirkt es oft wie ein Sieb. Weil Keimlinge nur wenig Blattfläche haben, kann starker Fraß sie deutlich zurückwerfen.
Gegen Erdflöhe kann ein engmaschiges Gemüseschutznetz helfen, das frühzeitig liegt. Empfohlen wird eine Maschenweite von 0,8 mm. Wichtig ist, dass das Netz dicht am Boden abschließt, sonst finden die Käfer einen Weg darunter. Oft heißt es, gleichmäßig feuchter Boden halte Erdflöhe fern; verlass dich als Schutz aber lieber auf das Netz.
Ich lege das Netz direkt nach der Saat auf und beschwere die Ränder rundum mit Erde. Zum Jäten hebe ich es nur an einer Seite an und lege es gleich wieder dicht auf.
Das Netz plane ich schon bei der Aussaat mit ein. Wie du dabei vorgehst, zeigt die Anleitung, wie du Rübensamen Schritt für Schritt aussäst.
Rübenfliege: Blasen im Laub der Roten Bete
Die Rübenfliege ist grau gestreift und als ausgewachsenes Insekt bis zu 7 mm groß. In der Schweiz schlüpfen die ersten Rübenfliegen ab Mitte April. Den Schaden machen die Larven, die im Inneren der Blätter fressen. Es entstehen helle, später bräunliche Blasen, und gegen das Licht gehalten können darin die kleinen Maden sichtbar sein.
Befallene Blätter nehme ich ab und trage sie aus dem Beet, damit die Larven nicht dort bleiben. Ein dicht schließendes Kulturschutznetz kann auch fliegende Schädlinge von jungen Pflanzen fernhalten.
Schwarze Bohnenlaus: Kolonien an Blatt und Herz
Die Schwarze Bohnenlaus befällt nicht nur Bohnen, sondern auch Rüben und Rote Bete. Die Laus ist etwa 1,3 bis 3,1 mm lang und sitzt oft in dichten, schwarzen Kolonien an Blattunterseiten und Herzblättern. Befallene Blätter können sich kräuseln, und Blattläuse können beim Saugen Viruskrankheiten übertragen.
Ein früher Befall mit der Schwarzen Bohnenlaus bis zum 5-Blatt-Stadium kann bei Zuckerrüben zu mehr als 70 % Ertragsverlust je befallener Pflanze führen. Späterer Befall wirkt deutlich schwächer.
Bei Zuckerrüben wiegt Lausbefall an jungen Pflanzen also deutlich schwerer als an älteren. Ich schaue deshalb in der Jungpflanzenzeit besonders genau auf die Blattunterseiten meiner Rüben.
Kleine Kolonien spritze ich mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Blattlausbefall entgegenwirken. Blühende Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. in der Nähe fördern Schwebfliegen, deren Larven zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse gehören.
„SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. oder BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. werden mit jeder Lauskolonie fertig.“ Beide Hausmittel werden gegen Blattläuse oft empfohlen. Der Seifenlösung wird nachgesagt, die weichhäutigen Läuse bei direktem Kontakt zu schädigen, der Jauche eine abschreckende Wirkung. Eine verlässliche Wirkung ist damit nicht verbunden, und Seifenlösung kann auch Nützlinge treffen, die gerade an der Kolonie fressen.
Drahtwürmer: Gänge im Rübenkörper
Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer und leben im Boden. Frisch geschlüpft sind sie weißlich, später färbt sich ihre Chitinhülle goldgelb. Im letzten Larvenstadium werden sie 2,5 bis 3 cm lang. Schmale Gänge und Löcher im Rübenkörper können auf sie hindeuten, und oft fallen sie erst bei der Ernte auf.
Beim Lockern und Jäten sammle ich die harten, gelben Larven ab. Als Hausmittel gelten eingegrabene Kartoffelstücke, an denen sich die Larven sammeln sollen. Solche Köder grabe ich wieder aus und entferne, was daran sitzt. Auf Beeten, die frisch aus Rasen entstanden sind, können Drahtwürmer besonders zahlreich sein.
Rübenmotte und Rübenrüssler: bekannt aus dem Zuckerrübenanbau
Aus dem Zuckerrübenanbau sind außerdem Rübenmotte und Rübenrüssler bekannt. Die Larven der Rübenmotte bohren sich in Herzblätter und Rübenkopf, welke und verdrehte Herzblätter können auf sie hindeuten. Der Rübenrüssler ist ein Käfer, der an jungen Rübenpflanzen frisst. Fallen, Schadschwellen und Resistenzmanagement, mit denen Betriebe solche Schädlinge steuern, gehören in den Feldbau. Im Beet nimmst du befallene Blätter ab und sammelst Käfer von Hand ab.
Krankheiten an Rüben erkennen
Kohlhernie: knotige Wurzeln bei Kreuzblütler-Rüben
Welken Mairüben, Herbstrüben oder Steckrüben in der Sonne, obwohl der Boden feucht ist, ziehe ich eine Pflanze heraus. Knotig verdickte Wucherungen an den Wurzeln können auf Kohlhernie hindeuten, eine Wurzelkrankheit der Kreuzblütler. Hohe Bodentemperaturen zusammen mit hoher Bodenfeuchte begünstigen die Krankheit. Verdichtete und staunasse Stellen meidest du deshalb für diese Rüben.
Bestätigt sich der Verdacht, entfernst du kranke Pflanzen einschließlich ihrer Wurzeln. DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Erregers können im Boden mehrere Jahre lebensfähig bleiben und erneut Infektionen auslösen. Nach starkem Befall kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis sich eine Fläche erholt hat. Zur Vorbeugung stehen Kreuzblütler in einer allgemeinen Gartenfruchtfolge nur alle 3 bis 5 Jahre auf derselben Fläche. Auch Gelbsenf und Ölrettich sind Kreuzblütler und zählen als Gründüngung zu dieser Anbaupause.
Kranke Rüben wandern samt Wurzeln auf den Kompost. Weil die Dauersporen mehrere Jahre überdauern können, kann fertiger Kompost den Erreger auf andere Beete tragen. Kohlhernie-Pflanzen gehören deshalb nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll.
Blattflecken an Roter Bete: Cercospora
Rundliche Flecken auf dem Laub, zuerst grau und später mit rötlichem Rand, können auf die Cercospora-Blattfleckenkrankheit hindeuten. Bei starkem Befall vertrocknen ganze Blätter, und die Pflanze treibt neues Laub nach, das Kraft für die Rübe kostet. Befallene Blätter nehme ich ab. Ausführlich geht es darum im Beitrag, wie du Rote Bete im Garten vor Cercospora und anderen typischen Problemen schützt.
Bormangel: absterbende Herzblätter bei Roter Bete
Nicht jedes Schadbild hat einen Erreger. Sterben bei Roter Bete die Herzblätter ab und zeigt das Rübenfleisch dunkle, trockene Stellen, kann Bormangel dahinterstecken. Das Bild wird auch Herz- und Trockenfäule genannt. Die Gefahr steigt bei pH-Werten über 7 und bei Trockenheit.
Wer auf Verdacht kalkt, kann den pH-Wert über diese Grenze treiben. Deshalb kalkst du ein Rote-Bete-Beet nur nach einer Bodenprobe, die pH-Wert und Bodenart zeigt. Gleichmäßiges Gießen in Trockenphasen kann das Risiko senken, zumal Rote Bete empfindlich auf Wassermangel reagiert.
Fäulnis am Rübenkörper
Weiche, braune Faulstellen an der Rübe können auf Bodenpilze hindeuten, etwa Rhizoctonia. Oberirdisch wirken befallene Pflanzen dann oft nur etwas schwach, das Ausmaß zeigt sich erst beim Herausziehen. Zur Vermeidung von Bodenpilzen soll Rote Bete nur alle drei bis vier Jahre am selben Standort stehen. Auch Spinat und Mangold gehören in dieser Zeit nicht auf das Beet. Angefaulte oder verletzte Rüben sortiere ich bei der Ernte aus und lagere sie nicht ein.
Vorbeugen: Boden, Düngung und Fruchtfolge in Kürze
Einen Schutzplan für die ganze Saison findest du im Beitrag, wie du Rüben vorbeugend und bei Befall schützt. Hier folgen nur die Punkte, die mit den Schadbildern oben zusammenhängen.
Boden und Standort
Mairüben und Herbstrüben gedeihen auf humosen, lehmigen Sandböden, staunasse und saure Böden meidest du für sie. Nasse, verdichtete Stellen begünstigen zudem die Kohlhernie. Wie du den Boden prüfst und lockerst, steht im Wurzelgemüse-Überblick im Abschnitt Standort, Boden und Gefäß.
Düngen
Mit Stickstoff gehst du bei Rüben maßvoll um. Herbstrüben gelten als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt., hohe Stickstoffgaben fördern Nitratansammlung, und bei Roter Bete kann ein Überschuss zusätzlich die Lagerfähigkeit beeinträchtigen. Wie du je nach Art und Boden düngst, erklärt der Wurzelgemüse-Überblick im Abschnitt Düngen.
Fruchtfolge und Mischkultur
Anbaupausen plane ich über mehrere Jahre und halte im Beetplaner fest, welche Rübe wo stand. Wie sich Rüben in eine mehrjährige Beetplanung einfügen, erklärt der Beitrag darüber, welche Rolle Rüben in der Fruchtfolge spielen. Mischkultur kann unterstützen, günstige Einflüsse zwischen Gemüsearten sind aber schwer nachzuweisen; prüf deshalb nüchtern, welche Beetnachbarn zu deinen Rüben passen.
Pflanzenschutzmittel: nur als letzter Schritt
Pflanzenschutzmittel sind im Garten der letzte Schritt, wenn Netz, Absammeln, Standort und Fruchtfolge nicht reichen. Infrage kommt dann nur ein Mittel mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, angewendet nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung, Wartezeit und vorschriftsgemäßer Entsorgung. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, und die ganze Stufenfolge vom Vorbeugen bis zu diesem Schritt beschreibt der Wurzelgemüse-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.





