Rettich düngen: wann, womit und wie viel wirklich nötig ist
- Rettich düngst du nur bei Bedarf, den eine Bodenuntersuchung vor der Kultur zeigt.
- Horndünger für Rettich: bis zu 50 g je m² als Gesamtmenge zur Saat.
- Reifer Kompost: etwa 3 l je m² und Jahr als Faustzahl, weniger bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten.
- Stickstoff misst die Standard-Bodenuntersuchung meist nicht mit, du beauftragst ihn separat.
- Als Gründüngung vor Rettich passt Phacelia, nicht aber Senf, Ölrettich oder Raps.
- Kalk gibst du nur nach gemessenem pH-Wert und passend zur Bodenart.
Beim Rettich ist die Versuchung groß, vorsorglich Dünger ins Beet zu streuen, damit die Rüben kräftig werden. Für Rettiche zur Wurzelernte gilt eine andere Reihenfolge. Den Düngebedarf bestimmst du vor der Kultur mit einer Bodenuntersuchung, und gedüngt wird nur, wenn der Bericht einen Bedarf zeigt. Ich lese deshalb zuerst den Untersuchungsbericht für mein Beet, bevor ich Kompost oder HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. abwiege.
Braucht Rettich überhaupt Dünger?
Ob dein Rettich Dünger braucht, klärst du vor der Kultur mit einer Bodenuntersuchung. Sie zeigt, ob dein Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist, und liefert daran angepasste Düngeempfehlungen. Die Standarduntersuchung umfasst gewöhnlich Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Stickstoff wird im Hausgarten dagegen normalerweise nicht mitgemessen, du beauftragst ihn separat und hältst die Probe dafür bis zum Labor kühl.
Für den Rettich heißt das: Du düngst nach dem Bericht, doch ohne Zusatzauftrag sagt er über Stickstoff nichts. Willst du auch beim Stickstoff nach Messwert entscheiden, bestellst du diesen Wert gleich mit.
Für gekaufte Dünger bemisst du die Menge nach drei Punkten:
- dem Bodenvorrat laut Bericht,
- der Deklaration auf der Packung,
- dem Kompost, den du ohnehin gibst.
Wie du die Probe ziehst und welche Düngerarten es gibt, steht in den Grundlagen dazu, wie du Wurzelgemüse je nach Art und Boden düngst.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Was der Boden vor dem Düngen braucht
Für Rettich empfiehlt sich ein feuchtigkeitsspeichernder, gut durchlässiger Boden, stark saure Böden meidest du. Ob du kalkst, entscheiden Bodenart und gemessener pH-Wert, oberhalb des Zielbereichs wird nicht gekalkt. Wie du das Beet lockerst, damit gerade Rüben wachsen können, steht im Beitrag darüber, wie du den Boden für gerade, ungespaltene Rettiche vorbereitest.
Womit du Rettich düngst: Kompost als Grundlage
Die Grundlage im Rettichbeet ist reifer Kompost. Als Faustzahl für die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. im Gemüsegarten gelten etwa 3 l je m² und Jahr. Ich nehme dafür vollständig verrotteten Kompost und arbeite ihn im Frühjahr oberflächlich ein. Zeigt der Bericht stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Gabe ein.
Kompost wirkt dabei auch auf die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten.. Schwere Böden lockert er, leichte speichern mit ihm Wasser und Nährstoffe besser.
Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl kommen auf 10 bis 14 %.
| Organische Gabe | Richtwert im Gemüsegarten | Was du dazu wissen musst |
|---|---|---|
| Reifer Kompost | etwa 3 l je m² und Jahr | bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger |
| StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. | etwa 3 kg je m², alle drei Jahre | im ersten Jahr rund 30 bis 40 % des Stickstoffs pflanzenverfügbar |
Vom Mist ist im ersten Jahr nur ein Teil des Stickstoffs verfügbar, und Rettich der Sorte Rex wird ungefähr 9 bis 10 Wochen nach der Aussaat geerntet. Mist ist deshalb eher eine Gabe für das Beet über mehrere Jahre als ein Dünger eigens für den Rettich.
Horndünger: bis zu 50 g je m² zur Saat
Zeigt die Untersuchung einen Stickstoffbedarf, kommen Hornspäne, Horngrieß oder Hornmehl infrage. Für Rettich liegt die Gesamtmenge an Horndünger zur Saat bei bis zu 50 g je m². Denselben Rahmen gibt es für Möhren und Rote Rüben, StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. liegen höher.
| Kultur | Horndünger, Gesamtmenge zur Saat oder Pflanzung |
|---|---|
| Rettich, Möhren, Rote Rüben | bis zu 50 g je m² |
| Starkzehrer wie Sellerie oder Kohlrabi | bis zu 100 g je m² |
Die Menge ist eine Obergrenze, kein Pflichtwert. Weil Rettich nur nach Bericht gedüngt wird, bleibt der Horndünger ohne nachgewiesenen Bedarf im Schrank. Ich gebe die ganze Menge zur Saat und plane keine zweite Gabe ein, weil der Wert als Gesamtmenge gilt.
Den Horndünger-Wert eines Starkzehrers auf das Rettichbeet übertragen. Sellerie und Kohlrabi stehen beim Horndünger in einer anderen Gruppe als Rettich.
Ich wiege den Horndünger für jedes Rettichbeet auf der Küchenwaage ab und schreibe die Menge in meinen Beetplan. So sehe ich beim nächsten Satz, was ich dort schon gegeben habe.
Wann du Rettich düngst
Die Termine sind beim Rettich schnell aufgezählt. Den Bedarf klärst du vor der Kultur, den Kompost arbeitest du im Frühjahr ein, und den Horndünger gibst du zur Saat.
Rettich säst du von März bis September, gestaffelt in mehreren Sätzen. Als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. kommt Sommerrettich von Ende Mai bis Mitte Juli ins Beet. Herbst- und Winterrettich säst du als Nachkultur von Mitte Juli bis Anfang August. Bei einer Nachkultur hat die Vorkultur das Beet schon genutzt, prüfe deshalb vor jedem Rettichsatz neu, was Bericht und Vorkultur hergeben. Die SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. für deine Sätze siehst du im druckbaren Aussaatkalender für Wurzelgemüse.
Vor der Kultur die Bodenprobe ziehen und Stickstoff bei Bedarf extra beauftragen. Im Frühjahr reifen Kompost oberflächlich einarbeiten, bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger. Zur Saat Horndünger nur nach Bericht geben, insgesamt bis zu 50 g je m². Vor jedem Nachkultur-Satz prüfen, wie die Vorkultur das Beet verlassen hat.
Vorfrucht und Gründüngung: was schon im Beet steckt
Rettich ist ein KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., wie Radieschen, Steckrübe und die Kohlarten. Arten derselben Familie sollen auf demselben Beet nicht unmittelbar aufeinander folgen, und bei der Planung zählt zusätzlich ihr Nährstoffbedarf. Die Anbaupausen im Einzelnen findest du im Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.
Für die Düngung zählt, wie die Vorkultur das Beet verlassen hat. Wurde sie als ganze Pflanze abgeräumt, liefert sie über Erntereste keinen Stickstoff für den Rettich nach.
Als Gründüngung vor Rettich passt Phacelia, die mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt ist. Senf, Ölrettich und Raps sind dagegen selbst Kreuzblütler und zählen zur Anbaupause. Nach dem flachen Einarbeiten der Phacelia wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur Aussaat. Solange sie wächst, schützt sie den Boden und bindet vorhandene Nährstoffe, sodass weniger ausgewaschen wird. Ich trage Vorkultur, Gründüngung und Rettichsatz für jedes Beet in den Beetplaner für meine Gemüsebeete ein.
Radieschen, Steckrübe, Meerrettich: jede Art hat eigene Mengen
Auch unter den Kreuzblütlern düngst du jede Art für sich. Radieschen brauchen in ausreichend versorgter Erde wegen ihres geringen Nährstoffbedarfs keine zusätzliche Düngung. Mehr dazu steht im Beitrag, wie du Radieschen mit Nährstoffen versorgst.
Kohlrüben haben im Erwerbsanbau einen hohen Nährstoffbedarf. Wie du sie im Garten versorgst, erfährst du im Beitrag, wie du Steckrüben mit Nährstoffen versorgst und Überdüngung erkennst.
Meerrettich reagiert empfindlich auf hohe Salzgehalte, deshalb vermeidest du bei ihm eine übermäßige Düngung. Seinen eigenen Plan findest du im Beitrag, wann und womit du Meerrettich düngst.
Schießender oder schwacher Rettich: nicht gleich nachdüngen
Wirkt der Bestand schwach, schau dir zuerst Blätter und Bodenfeuchte an, bevor du über Dünger nachdenkst. Schießt der Rettich, lohnt der Blick auf Temperatur und Tageslänge. Kälte kann bei Rettich die Blütenbildung auslösen, und Langtag beschleunigt die weitere Blütenentwicklung. An diesen beiden Auslösern ändert eine Düngergabe nichts.
Frühe Aussaaten deckst du mit Folie oder einem Vlies von 17 g/m² ab. Das kann die Ernte verfrühen und das Schossrisiko vermindern. Weitere Ursachen für schwache Rüben findest du im Beitrag darüber, welche Probleme beim Rettichanbau auftreten und wie du sie behebst.
Den ganzen Weg von der Bodenvorbereitung bis zur Lagerung zeigt die Anleitung, wie du Rettich Schritt für Schritt anbaust.





