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Gartenkalender September: Nachsäen, Stauden teilen, Knollen vor dem Frost sichern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Spinat und Feldsalat bis Mitte September direkt säen, Feldsalat danach bis Mitte Oktober als Jungpflanze setzen.
  • Winterknoblauch Ende September bis Anfang Oktober etwa 5 bis 6 cm tief stecken.
  • Stabtomaten im Hausgarten spätestens Mitte September entspitzen.
  • Nur ausgereifte Kürbisse mit harter, unverletzter Schale und intaktem Stiel einlagern, bittere Früchte entsorgen.
  • Zu groß gewordene Stauden nach der Blüte teilen, die kahle Mitte aussortieren und Wurzelunkräuter herauslesen.
  • Dahlien, Gladiolen, Canna und Knollenbegonien vor den ersten Frösten ausgraben und einlagern.
Reihen reifer Zwiebeln mit papierbrauner Schale liegen an der Oberflaeche eines kruemeligen Beetbodens.
Foto: Couleur · Pixabay Content License · Quelle ↗

Im September räume ich die ersten Beete ab und säe oft am selben Tag nach, weil sich für einige Herbstkulturen das Zeitfenster schließt. Spinat und Feldsalat etwa gehen nur noch bis Mitte September als Direktsaat ins Beet. Gleichzeitig reifen Kürbisse und späte Kartoffeln, zu groß gewordene Stauden lassen sich jetzt teilen, und vor den ersten Frösten müssen die Dahlienknollen aus der Erde. Damit nichts davon untergeht, arbeite ich mit einer festen Liste.

Mini-Checkliste

Das steht im September an.

  • Spinat und Feldsalat bis Mitte September direkt säen
  • Stabtomaten spätestens Mitte September entspitzen
  • Winterknoblauch ab Ende September stecken
  • Kürbisse auf Stroh legen, reife Früchte fürs Lager auswählen
  • zu groß gewordene Stauden teilen, Rhabarber verjüngen
  • Blumenzwiebeln für das Frühjahr setzen
  • Dahlien, Gladiolen, Canna und Knollenbegonien vor dem Frost ausgraben
  • Igelquartier bauen

Was kannst du im September noch säen?

Wo Sommerkulturen abgeerntet sind, ist Platz für Nachsaaten. Diese Termine und Abstände plane ich für meine Herbstaussaaten ein:

Kultur Termin Saat, Abstand, Hinweis
Spinat Direktsaat bis Mitte September Samen im Abstand von 3 bis 5 cm, Reihen mindestens 25 cm auseinander
Feldsalat Direktsaat bis Mitte September, Jungpflanzen bis Mitte Oktober späte Pflanzungen dienen der Winter- oder Frühjahrsernte
Radieschen ‘Sora’ Direktsaat bis September 1 bis 2 cm tief; in der Reihe auf 3 bis 5 cm vereinzeln, 15 cm Reihenabstand
Winterportulak Direktsaat je nach Kulturführung von August bis Oktober gleichmäßig feucht halten; keimt optimal bei Bodentemperaturen bis maximal 12 °C
Kopfsalat ‘Larissa’ Saat Ende September bis Anfang Oktober, Pflanzung Mitte Oktober bis Anfang November für eine geschützte Frühjahrsernte, Erntefenster Februar und März
Winterroggen als Gründüngung Saat noch bis Mitte oder Ende Oktober für Beete, die über Winter frei bleiben

Radieschen eignen sich auch als kurzlebige Zwischenkultur. Du erntest sie, bevor die länger stehenden Nachbarn den Platz brauchen. Welche Gemüse du dabei gut nebeneinander setzen kannst, prüfst du vor der Saat; eine Garantie gegen Schädlinge oder Krankheiten ist eine Mischkultur nicht.

Erst prüfen, was vorher dort stand

Bevor du nachsäst, schau nach, welche Kultur das Beet gerade geräumt hat, denn Kulturen derselben Familie oder Fruchtfolgegruppe folgen nicht direkt aufeinander. Radieschen sind wie Kohl Kreuzblütler, Spinat steht mit Mangold und Roter Bete in einer Fruchtfolgegruppe: Radieschen also nicht nach Kohl, Spinat nicht nach Mangold. Wie du die Fruchtfolge über mehrere Jahre planst, zeigt der Ratgeber zu Gartenplanung, Mischkultur und Fruchtfolge.

Ich trage jede Nachsaat gleich mit Kultur und Saattermin in meinen Beetplan ein. Darin stehen alle Gemüsearten mit ihren Belegungszeiten, auch Vor- und Nachkulturen, und du kannst ihn digital im Beetplaner führen.

Winterknoblauch stecken

Winterknoblauch kommt Ende September bis Anfang Oktober in die Erde. Ich lockere das Beet vorher mit der Grabgabel und zerlege die Knollen in einzelne Zehen. Jede Zehe setzt du mit der Spitze nach oben, danach drückst du die Erde an.

Zahl im Blick

Winterknoblauch steckst du etwa 5 bis 6 cm tief. Zwischen den Reihen planst du 20 cm ein, in der Reihe je nach Anleitung 15 bis 20 cm zwischen den Zehen.

Endivien bleichen: Haube, Bast oder gar nichts?

Endivien, die jetzt im Beet stehen, brauchen oft keine Extraarbeit mehr. Bei modernen Sorten entstehen helle Innenblätter häufig von selbst. Willst du zusätzlich bleichen, setzt du etwa eine Woche vor der Ernte eine Haube über die Pflanze. Statt der Haube kannst du die äußeren Blätter auch mit Bast über der Mitte zusammenbinden.

Bei feuchtem Wetter erhöht die Haube die Fäulnisgefahr. Ich bleiche deshalb nur, wenn die Pflanzen trocken sind. Als Richtwert vertragen Endivien Temperaturen bis etwa −4 °C; Standort, Sorte und Zustand der Pflanze verschieben diesen Wert.

Tomaten entspitzen und trocken halten

Stabtomaten entspitzt du im Hausgarten spätestens Mitte September. Dafür kappst du die Spitze des Haupttriebs.

Der Erreger der Kraut- und Braunfäule kann bei Luftfeuchten über 90 % oder auf tropfnassen Blättern Sporen bilden und keimen. Ein Regendach schützt die Pflanzen vor Niederschlag, und gegossen wird direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter möglichst trocken bleiben. Mehr zu den Bedingungen des Erregers steht im Ratgeber zur Gartenplanung im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Kürbisse auf Stroh legen und fürs Lager auswählen

Kürbisse, die noch reifen, lege ich auf eine Unterlage aus trockenem Stroh, damit sie nicht direkt auf feuchter Erde liegen. Ins Lager kommen nur gut ausgereifte Winterkürbisse mit harter, unverletzter Schale und intaktem Stiel. Deshalb schneide ich die Früchte mit Stiel ab und trage sie nie am Stiel. Gelagert werden sie luftig, dunkel und trocken bei etwa 10 bis 12 °C.

Achtung

Schmeckt ein Kürbis oder eine Zucchini bitter, spuck den Bissen aus und entsorge die Frucht. Erhitzen macht die bitteren, giftigen Cucurbitacine nicht unschädlich.

Späte Kartoffeln, Zwiebeln, Weißkohl und Mangold ernten

Späte Kartoffelsorten und Zwiebeln holst du jetzt an einem trockenen Tag aus dem Boden. Woran du den Erntezeitpunkt erkennst und wie du Kartoffeln und Zwiebeln einlagerst, steht im Gartenkalender für August.

Reifer Weißkohl lässt sich jetzt ernten, und auch aufgeplatzte Köpfe kannst du noch zu Sauerkraut verarbeiten. Dafür wird der Kohl fein gehobelt, mit Salz versetzt und im Gärtopf milchsauer vergoren. Salzmenge und Ablauf nimmst du aus einem erprobten Rezept und hältst sie genau ein.

Mangold erntest du laufend weiter. Du nimmst nur die äußeren Blätter und Stiele, die Herzblätter bleiben für den weiteren Austrieb stehen.

Was im Beet bleiben darf

Nicht jedes Gemüse muss jetzt raus. Pastinaken und Schwarzwurzeln können im Winter im Beet bleiben, Möhren und Knollensellerie vertragen leichte Fröste. Rote Bete dagegen erntest du vor dem Frost.

Saatgut für das nächste Jahr gewinnen

Aus reifen Früchten und Samenständen kannst du Saatgut für das nächste Jahr nehmen. Von Hybridsorten lohnt das nicht, weil aus ihren Samen keine zuverlässig sortenechten Nachkommen entstehen. Gartenkresse lässt du dafür ausreifen und reibst die Samen aus; verpackt werden sie erst, wenn sie vollständig getrocknet sind.

Eigene Kürbissamen sind heikel. Hat ein Zierkürbis eingekreuzt, sind die Früchte der Speisepflanze dadurch nicht unmittelbar giftig. Aus ihren Samen können in der nächsten Generation aber bittere und giftige Früchte wachsen. Ich kaufe Kürbissaatgut deshalb jedes Jahr neu.

Samen von Paprika und Chili, die nicht von Hybridsorten stammen, säst du im nächsten Jahr aus. Wann du Paprika und Chili im Februar vorziehst, steht im Kalender für den Februar.

Stauden teilen: so gehst du vor

Zu groß gewordene Stauden und solche, die in der Mitte kahl werden, teile ich, sobald ihre Blüte vorbei ist. Das Teilen verjüngt die Pflanze und beugt dem Verkahlen von innen vor. Die Teilstücke setzt du an neuer Stelle ein oder gibst sie an Nachbarn weiter.

  1. Abstechen: Stich rund um die Staude mit dem Spaten ab und hebe den Wurzelballen mit der Grabgabel heraus.
  2. Teilen: Zerteile den Ballen mit dem Spaten. Bei sehr festen Ballen stichst du zwei Grabgabeln Rücken an Rücken in die Mitte und drückst die Stiele auseinander.
  3. Auswählen: Jedes Teilstück braucht Wurzeln und Triebknospen. Die kahle alte Mitte kommt auf den Kompost, die kräftigen Randstücke pflanzt du wieder.
  4. Säubern: Lies Wurzelunkräuter wie Quecke und Disteln samt Wurzeln aus dem Ballen, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können.
  5. Einpflanzen: Setze die Teilstücke so tief wie vorher, drück die Erde an und gieß direkt im Wurzelbereich an.

Legst du mit den Teilstücken eine neue Staudenmischpflanzung an, genügen in der Regel 7 bis 9 Pflanzen je m². Standort und Pflanzthema können eine andere Dichte verlangen. Ich verteile zuerst die Leitstauden als Gerüst, dann die niedrigeren Begleitstauden, deren Blüte die Leitstauden ergänzt. Füllstauden schließen am Ende die Lücken, und ein Blütezeitkalender hilft mir, die Blüte über die Saison zu staffeln.

Rhabarber verjüngen

Rhabarber teilst du vorzugsweise im frühen Herbst, um ihn zu verjüngen. Danach braucht jede Pflanze etwa 1 m² Platz.

Was über Winter stehen bleibt

Nicht jede Staude wird jetzt abgeschnitten. Gesunde Stängel und Samenstände lasse ich über Winter stehen, kranke Teile und alles, was störend in Wege ragt, kommt weg. Standfeste, trockene Blütenstände von Fetthenne und Brandkraut geben dem Beet im Winter Struktur. Stehen gelassene Fruchtstände und Beerensträucher bieten Gartenvögeln im Herbst und Winter Nahrung, deshalb bleiben bei mir auch die verblühten Sonnenblumen stehen.

Häufiger Fehler

Lavendel im Herbst kräftig zurückschneiden. Nach der Blüte nimmst du nur die verblühten Blütenstängel ab, der kräftige Schnitt gehört ins Frühjahr.

Blumenzwiebeln für das Frühjahr setzen

Zwiebeln von Narzissen, Tulpen und Krokussen setze ich, sobald die Sommerblumen abgeräumt sind. Die Herbstpflanzung gibt ihnen bis zum Frühjahr Zeit zum Einwurzeln. Tulpen, Narzissen und Hyazinthen passen zwischen Sommerstauden, mit Traubenhyazinthen fasst du Beete ein. Krokusse und Schneeglöckchen wachsen auch im Rasen zwischen Obstbäumen.

Dahlien, Gladiolen, Canna und Knollenbegonien einlagern

Dahlien, Gladiolen, Canna und Knollenbegonien sind nicht winterhart. Ihre Knollen holst du vor den ersten Frösten aus der Erde, behalte dafür die Wettervorhersage im Blick. Ich hebe sie mit der Grabgabel vorsichtig heraus, kontrolliere sie auf Schädlinge und schneide die restlichen Stängel ab.

Pflanze So lagerst du sie
Dahlien abtrocknen lassen, dann dunkel und kühl nebeneinander lagern
Canna mit Erdballen bei 10 bis 15 °C, nicht austrocknen lassen
Gladiolen, Knollenbegonien kühl und frostfrei

Für viele klassische Kübelpflanzen passt später ein helles, frostfreies Winterquartier, die Eignung prüfst du aber für jede Art einzeln. Welche Ernten und Wintervorbereitungen der Oktober bringt, steht im Kalender für den Folgemonat.

Igelquartier bauen und Laub nutzen

Sobald das Laub fällt, baue ich ein Igelquartier. Ein loser Laubhaufen sackt mit der Zeit zusammen, deshalb stelle ich ein einfaches Gerüst aus Holz an einen ruhigen, geschützten Platz. Darüber kommt eine dicke Schicht Laub, das Innere polstere ich mit trockenem Stroh oder Heu aus.

Das Laub dafür reche ich von Rasen und Wegen und fische es aus dem Teich. Auf abgeräumten Beeten und zwischen Stauden darf es in dünnen Lagen liegen bleiben. Für Ohrwürmer genügt ein umgedrehter Blumentopf, den du mit Holzwolle füllst.

Häufige Fragen

Welche Gartenarbeiten stehen im September besonders im Fokus?
Im September laufen Ernte, letzte Aussaaten und erste Wintervorbereitungen parallel. Spinat und Feldsalat säst du bis Mitte September direkt, Winterknoblauch kommt Ende September bis Anfang Oktober in die Erde. Daneben werden späte Kartoffeln und Kürbisse geerntet, zu groß gewordene Stauden geteilt und Blumenzwiebeln gesetzt. Dahlien, Gladiolen, Canna und Knollenbegonien holst du vor den ersten Frösten aus dem Beet.
Ist es ein Mythos, dass alle Gemüsesorten im September geerntet werden müssen?
Ja, viele Kulturen dürfen länger stehen. Pastinaken und Schwarzwurzeln können im Winter im Beet bleiben, Möhren und Knollensellerie vertragen leichte Fröste. Grünkohl und Rosenkohl halten häufig Temperaturen bis etwa −10 °C aus, wobei Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung mitbestimmen. Rote Bete dagegen erntest du vor dem Frost.
Welche Rolle spielt die zeitliche Dringlichkeit bei Septemberarbeiten im Garten?
Mehrere Arbeiten haben im September ein festes Zeitfenster. Spinat und Feldsalat gehen nur bis Mitte September als Direktsaat ins Beet, und Stabtomaten entspitzt du im Hausgarten spätestens Mitte September. Winterknoblauch steckst du Ende September bis Anfang Oktober. Frostempfindliche Knollen wie Dahlien müssen vor den ersten Frösten aus der Erde.
Muss man Endivien zubinden, und wann wird gebleicht?
Bei modernen Endiviensorten entstehen helle Innenblätter häufig von selbst, das Zubinden ist dann oft nicht nötig. Willst du zusätzlich bleichen, setzt du etwa eine Woche vor der Ernte eine Haube über die Pflanze. Bei feuchtem Wetter erhöht die Haube die Fäulnisgefahr, deshalb bleichst du nur trockene Pflanzen.
Wozu dient das Einrichten eines Igelquartiers im Garten?
Ein Igelquartier gibt dem Igel einen geschützten Platz für den Winter. Ein loser Laubhaufen sackt mit der Zeit zusammen, stabiler ist ein einfaches Holzgerüst, das du dick mit Laub abdeckst und innen mit trockenem Stroh oder Heu polsterst. Stell es an einen ruhigen, geschützten Platz im Garten.
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