Futterrüben schützen: Schädlinge und Krankheiten am Schadbild erkennen
- Die Grüne Pfirsichblattlaus kann an Futterrüben Viren der Vergilbungskrankheit übertragen.
- Kot und Gespinstfäden an Herzblättern und Rübenkopf sprechen für die Rübenmotte.
- Umfallende Keimlinge mit braun bis schwarz verfärbten Wurzeln können auf Wurzelbrand hindeuten.
- Cercospora bildet rundliche rotbraune Flecken und wird durch hohe Feuchtigkeit und 25 bis 30 °C begünstigt.
- Für die Runkelrübe gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren.
- Ein Kulturschutznetz direkt nach der Saat kann bei starkem Druck die Rübenfliege abhalten.
Fallen deine jungen Futterrüben um, kräuseln sich Blätter oder tauchen rotbraune Flecken auf, willst du wissen, was dahintersteckt. Ich gehe meine Rübenreihen beim Hacken Pflanze für Pflanze durch und schaue dabei auf Blattunterseiten, Herzblätter und WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt.. Viele Schadbilder lassen sich an wenigen Merkmalen auseinanderhalten. Vorbeugen kannst du vor allem über Standort, Fruchtfolge und Kontrolle, eine Garantie gibt es dabei nicht.
Futterrüben, auch Runkelrüben genannt, gehören zur Art Beta vulgaris und dienen als energiereiches, proteinarmes Ausgleichsfutter. Was sie als Futterpflanze ausmacht und wie du sie anbaust, steht im Überblick über Futterpflanzen von Grünland bis Rübe und Zichorie.
Schadbilder an Futterrüben auf einen Blick
Die Tabelle ordnet typische Zeichen möglichen Auslösern zu. So weißt du beim Kontrollgang, wo du genauer hinschauen solltest.
| Auslöser | Wo du hinschaust | Typisches Zeichen | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Blattläuse | Blattunterseiten, junge Blätter | Kolonien, klebriger HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn., verformte Blätter | Grüne Pfirsichblattlaus kann Viren der Vergilbungskrankheit übertragen |
| Rübenmotte | Herzblätter, Rübenkopf | Fraßgänge mit Kot und Gespinstfäden | spätes Bild ähnelt einer Herz- und Trockenfäule durch Bormangel |
| Rübenfliege | Blattfläche | helle, unregelmäßige Flecken durch minierende Larven | Netz direkt nach der Saat kann den Befall abhalten |
| Wurzelbrand | Keimlingswurzel, Keimstängel | braun bis schwarz verfärbte Wurzeln, Einschnürungen, umfallende Jungpflanzen | zu Nässe neigende Böden meiden |
| Cercospora-Blattflecken | Blattfläche | rundliche rotbraune Flecken, grau-weißlicher bis grau-silbriger Belag | begünstigt durch hohe Feuchtigkeit und 25 bis 30 °C |
| Falscher Mehltau | Blattoberseite und Blattunterseite | gelbliche Aufhellung oben, grau-violetter Belag unten | begünstigt durch kühle, feuchte Witterung und dichte Bestände |
| Rhizoctonia-Fäule | Wurzeln, Rübenkörper, Rübenkopf | dunkle, eingesunkene Faulstellen, welkende Pflanzen in Nestern | auch Mais, Bohnen und Phacelia sind WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. |
Die Zeichen sind Hinweise, keine Diagnose. Ähnliche Bilder können verschiedene Ursachen haben. Welkende Rüben etwa können auch auf Wurzelschäden durch zu viel Wasser hindeuten, die ähnlich aussehen wie Wassermangel.
Woran du Blattläuse an Futterrüben erkennst
So findest du die Kolonien
An Futterrüben findest du zum Beispiel die Schwarze Bohnenlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus. Die Kolonien sitzen meist auf den Blattunterseiten und an jungen Blättern. Befallene Blätter können sich verformen. Die Läuse scheiden Honigtau aus, einen klebrigen Belag, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Ich drehe beim Kontrollgang einzelne Blätter um, weil die Tiere von oben kaum zu sehen sind.
Warum die Grüne Pfirsichblattlaus mehr als Saft kostet
Die Grüne Pfirsichblattlaus kann bei Futterrüben Viren der Vergilbungskrankheit übertragen. Damit kann der Schaden über das bloße Saugen hinausgehen. Behalte deshalb auch kleine Kolonien im Blick, statt erst auf sichtbare Saugschäden zu warten.
Gegenspieler arbeiten lassen, Hausmittel einordnen
Marienkäferlarven gehören zu den Blattlausfressern, ebenso die Larven von Schwebfliegen und Florfliegen. Ich lasse Kolonien, an denen schon solche Larven fressen, zunächst in Ruhe und sehe beim nächsten Kontrollgang wieder nach. Einzelne stark befallene Blätter kannst du von Hand abstreifen oder abschneiden.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und Rapsöl gelten im Garten als Hausmittel gegen Blattläuse. Ihnen wird nachgesagt, dass sie die weichhäutigen Tiere benetzen und so schädigen. Ein Wirkversprechen ist das nicht, und auf denselben Blättern können auch die Larven der Gegenspieler sitzen. Reicht das alles nicht, bleibt ein chemisches Mittel als letzter Schritt. Den Rahmen dafür beschreibe ich im Abschnitt zum letzten Mittel.
Rübenmotte: Fraßgänge im Herz der Rübe
Woran du den Befall erkennst
Die Rübenmotte ist ein kleiner Schmetterling, dessen Raupen an Futterrüben fressen. Sie fressen zunächst an den Blättern und können sich später in den Rübenkörper bohren. Typisch sind Fraßgänge mit Kot und feinen Gespinstfäden an den Herzblättern und am Rübenkopf. Die Herzblätter können dabei welken.
Vertrocknete Herzblätter vorschnell einem Nährstoffmangel zuschreiben. Das späte Schadbild der Rübenmotte kann einer Herz- und Trockenfäule durch Bormangel ähneln. Such deshalb im Herz und am Rübenkopf nach Kot und Gespinstfäden: Findest du beides, spricht das für die Motte. Fehlen sie, kann auch Bormangel dahinterstecken, und eine Bodenuntersuchung kann helfen, das zu klären.
Beobachten statt raten
Im Feldanbau wird der Mottenflug mit Pheromonfallen überwacht, teils ergänzt durch Prognosemodelle auf Basis von Wetterdaten. Im Garten schaue ich beim Hacken direkt in die Herzen der Pflanzen. Dafür biege ich die inneren Blätter vorsichtig auseinander.
Was du gegen die Rübenmotte tun kannst
- Sammle Raupen samt Gespinst von Hand ab, solange der Befall klein ist.
- Bei starkem Befall kann eine frühere Ernte weitere Fraßschäden am Rübenkörper begrenzen.
- Räume nach der Ernte Blattreste und befallene Rüben vom Beet.
- Ein chemisches Mittel kommt erst als letzter Schritt und nur im Sicherheitsrahmen infrage.
Rübenfliege statt Möhrenfliege: der Blattminierer an Futterrüben
Die MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit. taucht manchmal in Listen zu Rübenschädlingen auf. Sie befällt aber Doldenblütler wie Möhre, Sellerie und Pastinak, keine Futterrüben. An Futterrüben kann dagegen die Rübenfliege auftreten. Ihre Larven minieren in den Blättern, sie fressen also Gänge ins Blattinnere. Dabei entstehen helle, unregelmäßige Flecken.
Ich halte ein fleckiges Rübenblatt gegen das Licht. Sind die hellen Stellen hohl und sitzt darin eine Larve, denke ich an die Rübenfliege. Ein Belag auf der Blattfläche lenkt meinen Blick dagegen eher zu einer Pilzkrankheit.
Bei starkem Rübenfliegendruck kann ein Kulturschutznetz den Befall abhalten, wenn du es unmittelbar nach der Saat auflegst. Schließ die Ränder dicht, damit keine Fliegen darunter gelangen. Ein solches Netz kann allerdings auch Nützlingen den Zugang verwehren. Weil es also auch die Gegenspieler der Blattläuse aussperren kann, lohnt es sich vor allem dort, wo der Rübenfliegendruck wirklich stark ist.
Krankheiten an Futterrüben erkennen und vorbeugen
Wurzelbrand an Keimlingen
Wurzelbrand trifft die Rüben ganz am Anfang. Typische Anzeichen sind braun bis schwarz verfärbte Keimlingswurzeln und Einschnürungen am Keimstängel. Die Jungpflanzen fallen um, und im Bestand zeigt sich das als Lücke. Beteiligt sein können verschiedene Bodenpilze, darunter Rhizoctonia.
Vorbeugen beginnt beim Boden: Meide für Futterrüben Flächen, die zu Nässe neigen. Futterrüben bevorzugen tiefgründige, mittelschwere bis schwere Böden und vertragen keine Staunässe. Verdichtungen und eine harte Kruste erschweren den Keimlingen den Start, deshalb breche ich Krusten vorsichtig mit der Hacke auf. Verwende gesundes Saatgut und säe Futterrüben 2 bis 3 cm tief.
Für die Direktsaat gilt im ökologischen Feldanbau eine Bodentemperatur von mindestens 5 bis 8 °C. Ich messe vor der Saat mit einem Bodenthermometer nach. Gesät werden Futterrüben von März bis Mai. Den Zeitraum für deine Futterpflanzen hast du mit dem Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken auf einen Blick. Sind viele Keimlinge ausgefallen, bleibt oft nur eine Neuaussaat, solange dieses Zeitfenster noch offen ist.
Cercospora-Blattflecken
Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit geht auf den Pilz Cercospora beticola zurück. Auf den Blättern entstehen rundliche, rotbraune Flecken. Darauf kann ein grau-weißlicher bis grau-silbriger Pilzbelag sichtbar sein. Bei starkem Befall können die Flecken zusammenwachsen und ganze Blätter absterben. Die Rübe bildet dann neue Blätter, was zulasten des Ertrags gehen kann.
Hohe Feuchtigkeit und Temperaturen von 25 bis 30 °C begünstigen den Pilz. Weil Feuchtigkeit ihn fördert, gieße ich früh morgens und bodennah, damit das Laub nicht unnötig nass wird. Der Erreger kann an Pflanzenresten überdauern.
- Räume befallene Blätter und Erntereste vom Beet.
- Halte die FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. der Rüben ein.
- Achte beim Saatgutkauf auf Sortenangaben zur Blattgesundheit oder Cercospora-Toleranz.
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau zeigt sich an Futterrüben als gelbliche Aufhellung auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite kann darunter ein grau-violetter Belag wachsen. Bei starkem Befall können die Blätter welken und absterben. Kühle, feuchte Witterung begünstigt ihn, ebenso dichte Bestände und reichlich Stickstoff.
Von Cercospora unterscheidest du ihn am Belag. Bei Cercospora sitzt er auf rundlichen, rotbraunen Flecken, beim Falschen Mehltau auf der Blattunterseite unter einer gelblichen Stelle.
Mit dem Vereinzeln warte ich bis zum 4-Blatt-Stadium und ziehe dabei gleich spät aufgelaufenes Unkraut mit heraus. In der Reihe lasse ich 30 cm zwischen den Rüben. Zwischen den Reihen halte ich 40 cm Abstand, damit der Bestand luftig bleibt. Futterrüben zählen zwar zu den Starkzehrern, beim Stickstoff dünge ich trotzdem nach Bedarf und nicht auf Vorrat. Befallene Blätter nehme ich ab und entsorge sie außerhalb des Beets.
Rhizoctonia-Fäule
Rhizoctonia solani ist ein Bodenpilz, der junge wie ältere Futterrüben befallen kann. Typisch sind dunkle, eingesunkene Faulstellen an Wurzeln und Rübenkörper sowie braune Verfärbungen im Rübenkopf. Im Bestand welken einzelne Pflanzen oder ganze Nester. Der Pilz kann lange im Boden überdauern, und verdichtete Böden können ihn fördern.
Neben Futterrüben gehören Mais, Bohnen und Phacelia zu seinen Wirtspflanzen. Phacelia ist zugleich eine schnell wachsende Gründüngung. Wer sie vor Futterrüben sät, hält also eine weitere Wirtspflanze des Pilzes auf der Fläche. Getreide ist dagegen eine empfohlene Vorfrucht für Futterrüben.
Steht ein Befall im Bestand, kannst du direkt wenig ausrichten. Nimm welkende und faulende Rüben heraus und lagere sie nicht ein.
Integrierter Pflanzenschutz bei Futterrüben
Integrierter Pflanzenschutz heißt: Zuerst kommen Standort, Fruchtfolge und Pflege, dann die Kontrolle, und erst ganz am Ende ein Mittel. Die einzelnen Maßnahmen ergänzen sich, keine schützt allein.
Standort und Fruchtfolge
Für die Runkelrübe gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Weizen gilt als günstige Folgefrucht nach Futterrüben. Auch Rote Bete, Mangold, Spinat, Raps und Kohlarten können Wirtspflanzen des Weißen Rübenzystennematoden sein. Ich trage deshalb auch diese Beete in meinen Plan ein, wenn ich die Rübenpause festlege.
Resistente Ölrettich- oder Senfsorten können als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. helfen, den Weißen Rübenzystennematoden zu verringern. Senf und Ölrettich zählen allerdings wie Kohl zu den Kreuzblütlern und gehören damit in dessen Fruchtfolge. Diese Pausen behältst du mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge leichter im Blick. Für Futterzichorie der Sorte Spadona gilt ein eigener Anbauabstand von 3 bis 4 Jahren am selben Standort. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du Futterzichorie pflegst und gesund hältst.
Grenzt dein Rübenbeet an eine Wiese, kann ein etwa 2 bis 3 m breiter, kurz gehaltener Grasstreifen einwandernde Schnecken etwas abhalten. Verlass dich aber nicht darauf. Kombiniere lieber einen Schneckenzaun mit der Kontrolle der Verstecke und sammle die Tiere ab. Nach dem Umbruch alter, feuchter Wiesen solltest du bei Futterrüben besonders auf Erdschnaken achten.
Kontrolle und Schadschwellen
Eine Schadschwelle ist die Befallsstärke, ab der ein Eingriff mehr nützt, als er kostet oder schadet. Im Feldanbau werden solche Schwellen für einzelne SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. festgelegt. Im Garten zählst du nicht nach Tabelle, sondern beobachtest, ob ein Befall wächst und ob Gegenspieler schon da sind.
Ich vereinzle und hacke meine Futterrüben selbst und kontrolliere dabei jede Pflanze auf Fraßspuren, Flecken und Läuse. Weil die Rüben in der Jugend langsam wachsen und ihre Reihen spät schließen, brauchen sie besonders von der vierten bis zur achten Woche nach dem Auflaufen wenig Unkrautkonkurrenz. Zwischen den gut sichtbaren Reihen hackst du, in der Reihe ziehst du Unkraut von Hand. Die Hackgänge dieser Wochen sind damit zugleich deine Kontrollgänge.
Darauf schaue ich beim Kontrollgang.
- Keimlinge: dunkle Wurzeln, eingeschnürter Stängel, umgefallene Pflanzen
- Blattunterseiten: Läuse und klebriger Honigtau
- Herzblätter: Kot, Gespinstfäden, welkende Blätter
- Blattfläche: rotbraune Flecken mit grauem Belag, helle Minen, gelbliche Aufhellungen
- Bestand: welkende Pflanzen in Nestern
- Gegenspieler: Marienkäferlarven an den Kolonien
Nützlinge fördern
Lege am Rand des Rübenbeets einen Streifen mit Blühpflanzen an. Ungefüllte Blüten erleichtern Blütenbesuchern den Zugang zu Nektar und Pollen. Jedes Spritzmittel kann auch Nützlinge treffen, darum greife ich zuerst zu Hand und Hacke.
Tagetes oder Ringelblumen zwischen den Rübenreihen halten Schädlinge fern? Mischkultur kann die Gartenfläche besser ausnutzen. Günstige Einflüsse bestimmter Nachbarn aufeinander sind aber häufig schwer nachweisbar. Ich setze Blühpflanzen deshalb an den Beetrand und erwarte von ihnen keinen Schutz für die Rüben.
Welche Beetnachbarn zusammenpassen, prüfst du im Planer für passende Partner in der Mischkultur.
Resistenzmanagement
Resistenzmanagement soll verhindern, dass sich Schädlinge und Erreger an eine einzelne Maßnahme anpassen. Wer immer wieder zum selben Mittel greift, riskiert, dass Läuse oder Pilze unempfindlich werden. Im Garten heißt das vor allem: mehrere Maßnahmen kombinieren, also Fruchtfolge, Sortenwahl, Hygiene, Handarbeit und Gegenspieler. Kommt doch ein Mittel zum Einsatz, gilt die Gebrauchsanweisung auch für die Frage, wie oft du es anwenden darfst.
Hygiene im Beet und im Lager
Räume nach der Ernte Blattreste und kranke Rüben vom Beet. Säubere Hacke und Spaten, bevor du von einem befallenen Beet zum nächsten wechselst. Frische Futterrüben sind bei etwa 5 °C begrenzt lagerfähig. Wärme fördert dabei das Austrocknen, Frost mit anschließendem Auftauen die Fäulnis. Ich lagere nur unverletzte Rüben ein und sortiere beim Nachschauen faulende Exemplare aus.
Faulende oder verschimmelte Rüben gehören nicht ins Futter. Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen schon auf dem Feld oder erst während der Lagerung belasten.
Ist die Ernte durch, räume das Rübenbeet ab und trag die Fläche in deinen Fruchtfolgeplan ein. Kontrolliere eingelagerte Rüben und nimm faulende heraus.
Chemie nur als letztes Mittel
Reichen Vorbeugung, Handarbeit und Gegenspieler nicht aus, bleibt ein chemisches Pflanzenschutzmittel als letzter Schritt. Im Garten kommen dafür nur Mittel infrage, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Lies die Gebrauchsanweisung vollständig und halte dich genau daran. Trag beim Ausbringen Schutzkleidung. Halte die Wartezeit bis zur Ernte ein, denn Rübe und Blätter landen später im Futter. Reste und leere Packungen entsorgst du so, wie es auf der Packung steht. Ein solches Mittel kann auch Marienkäferlarven und andere Gegenspieler treffen und damit die natürliche Regulierung schwächen.




