Anleitung zum Anbau von Zuckererbsen

Zuckererbsen: Süße Köstlichkeiten aus dem eigenen Garten

Zuckererbsen sind eine wahre Delikatesse für Hobbygärtner. Mit ihrer zarten Süße und dem knackigen Biss bereichern sie jeden Garten und Teller.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zuckererbsen sind nährstoffreich und einfach anzubauen
  • Sonniger Standort und lockerer Boden sind ideal
  • Aussaat ab April, Ernte nach etwa 60 Tagen
  • Regelmäßige Bewässerung und Rankgerüst wichtig

Was sind Zuckererbsen?

Zuckererbsen, auch Kaiserschoten oder Kefe genannt, sind eine besondere Erbsensorte. Im Gegensatz zu herkömmlichen Erbsen werden sie mit der ganzen Schote verzehrt. Die flachen, zarten Hülsen enthalten kleine, süße Erbsen und sind eine Augenweide im Garten wie auf dem Teller.

Botanisch gehören Zuckererbsen zur Familie der Hülsenfrüchte (Fabaceae) und zur Gattung Pisum. Sie zeichnen sich durch ihre essbaren, faserarmen Schoten aus, die im unreifen Zustand geerntet werden. Die Pflanzen wachsen als Ranken und können je nach Sorte eine Höhe von 60 cm bis 2 m erreichen.

Vorteile des Zuckererbsenanbaus

Der Anbau von Zuckererbsen bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Gesundheitlicher Nutzen: Zuckererbsen sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen (besonders Vitamin C und K) sowie Mineralstoffen wie Eisen und Magnesium.
  • Bodenverbesserung: Als Leguminosen können sie Luftstickstoff binden und den Boden damit anreichern.
  • Einfache Kultivierung: Zuckererbsen sind relativ pflegeleicht und eignen sich gut für Anfänger.
  • Platzsparend: Durch ihr Rankverhalten können sie auch in kleineren Gärten oder auf Balkonen angebaut werden.
  • Dekorativ: Die hübschen Blüten und rankenden Pflanzen sind eine Zierde für jeden Garten.

Überblick über den Anbau-Prozess

Der Anbau von Zuckererbsen folgt einem einfachen, aber wichtigen Ablauf:

  • Standortwahl: Sonnig bis halbschattig, windgeschützt
  • Bodenvorbereitung: Lockerer, humusreicher Boden mit guter Drainage
  • Aussaat: Ab April direkt ins Freiland, Abstand 5-10 cm
  • Rankgerüst: Aufstellen von Stangen oder Gittern zum Hochranken
  • Pflege: Regelmäßiges Gießen, leichte Düngung, Unkrautentfernung
  • Ernte: Nach etwa 60 Tagen, wenn die Schoten prall gefüllt sind

Vorbereitung für den Anbau

Wahl des richtigen Standorts

Lichtverhältnisse

Zuckererbsen gedeihen am besten an einem sonnigen bis leicht halbschattigen Standort. Sie benötigen mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich für optimales Wachstum und eine reiche Ernte. In Regionen mit sehr heißen Sommern kann ein leichter Halbschatten am Nachmittag von Vorteil sein, um die Pflanzen vor Überhitzung zu schützen.

Bodenbeschaffenheit

Der ideale Boden für Zuckererbsen ist locker, humusreich und gut durchlässig. Schwere, lehmige Böden sollten vor der Aussaat mit Sand und Kompost verbessert werden. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist optimal. Zuckererbsen mögen es nicht zu nass, daher ist eine gute Drainage wichtig, um Staunässe zu vermeiden.

Bodenvorbereitung

pH-Wert des Bodens

Vor der Aussaat sollte der pH-Wert des Bodens überprüft werden. Ist er zu niedrig, kann er durch die Zugabe von Kalk angehoben werden. Eine Bodenprobe kann Aufschluss über den aktuellen pH-Wert geben. Die Anpassung sollte idealerweise im Herbst vor der Frühjahrsaussaat erfolgen.

Nährstoffversorgung

Zuckererbsen haben einen moderaten Nährstoffbedarf. Eine Grunddüngung mit gut verrottetem Kompost oder Hornspänen vor der Aussaat ist in der Regel ausreichend. Übermäßige Stickstoffdüngung sollte vermieden werden, da dies zu üppigem Blattwachstum auf Kosten der Schotenbildung führen kann.

Auswahl der Zuckererbsensorte

Verschiedene Sorten und ihre Eigenschaften

Es gibt eine Vielzahl von Zuckererbsensorten, die sich in Wuchshöhe, Reifezeit und Geschmack unterscheiden:

  • 'Norli': Niedrig wachsend, ideal für Töpfe und kleine Gärten
  • 'Ambrosia': Mittelhohe Sorte mit besonders süßem Geschmack
  • 'Golden Sweet': Gelbe Schoten, dekorativ und schmackhaft
  • 'Mammut': Hochwachsend mit großen Schoten, ertragreich

Kriterien für die Sortenauswahl

Bei der Wahl der passenden Sorte sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Platzverhältnisse: Höhe der Pflanzen und verfügbarer Raum
  • Klimabedingungen: Anpassung an regionale Gegebenheiten
  • Verwendungszweck: Frischverzehr oder Konservierung
  • Reifezeit: Früh-, mittel- oder spätreifende Sorten für gestaffelte Ernte
  • Resistenzen: Widerstandsfähigkeit gegen häufige Krankheiten

Mit der richtigen Vorbereitung und Sortenwahl legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Zuckererbsen-Kultur. Die Mühe lohnt sich, denn bald schon können Sie die ersten zarten Schoten ernten und genießen.

Zum Produkt
Produktbild von Sperli Zuckererbse Sweet Horizon mit Darstellung der Erbsenhülsen und Blüten sowie Beschreibung langer zarter fadenloser Hülsen, der Preiskategorie und Resistenzen auf Deutsch.
Zum Produkt
Produktbild von Sperli BIO Zuckererbse mit Darstellung von Erbsen, Blüten und einem Anhänger mit Produktinformationen auf Deutsch, Preisgruppe I und dem Logo von Sperli.
Zum Produkt

Aussaat der Zuckererbsen: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Wer Zuckererbsen anbauen möchte, sollte den optimalen Zeitpunkt für die Aussaat nicht verpassen. Je nachdem, ob Sie eine Frühjahrssaat oder eine Spätsommersaat planen, gibt es einige Dinge zu beachten.

Frühjahrssaat: Der Startschuss für leckere Zuckererbsen

Die Frühjahrssaat ist die klassische Methode, um Zuckererbsen anzubauen. Sobald der Boden nicht mehr gefroren und gut bearbeitbar ist, können Sie loslegen. In der Regel ist das ab Mitte März der Fall. Zuckererbsen sind überraschend frosthart und vertragen leichte Minusgrade. Trotzdem sollten Sie bei Nachtfrostgefahr vorsorglich ein Vlies über die Aussaat legen.

Spätsommersaat: Eine zweite Chance auf Ernte

Wer im Frühjahr den richtigen Zeitpunkt verpasst hat, muss nicht bis zum nächsten Jahr warten. Eine Spätsommersaat im August ermöglicht eine zweite Ernte im Herbst. Beachten Sie aber, dass die Pflanzen dann weniger Zeit zum Wachsen haben und die Ernte entsprechend geringer ausfallen kann.

Methoden der Aussaat: Direkt ins Beet oder lieber vorziehen?

Bei der Aussaat von Zuckererbsen haben Sie zwei Möglichkeiten: die Direktsaat im Garten oder das Vorziehen im Haus oder Gewächshaus. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile.

Direktsaat im Garten: Natürlich und unkompliziert

Die Direktsaat ist die einfachste Methode. Sie säen die Erbsen direkt an Ort und Stelle aus. Das hat den Vorteil, dass die Pflanzen sich von Anfang an an die Bedingungen im Garten gewöhnen. Allerdings müssen Sie bei dieser Methode besonders auf Schnecken achten, die junge Keimlinge gerne als Snack betrachten.

Vorziehen im Haus oder Gewächshaus: Ein sanfter Start

Beim Vorziehen säen Sie die Erbsen in kleine Töpfe oder Anzuchtschalen. Das ermöglicht einen früheren Start und schützt die jungen Pflanzen vor Schnecken und anderen Gefahren. Allerdings müssen Sie die Setzlinge später vorsichtig umpflanzen, was zu Wachstumsverzögerungen führen kann.

Die richtige Saattiefe und der perfekte Abstand

Egal, ob Sie sich für die Direktsaat oder das Vorziehen entscheiden, die richtige Saattiefe und der optimale Abstand sind wichtig für den Erfolg Ihrer Zuckererbsen-Kultur.

  • Saattiefe: Zuckererbsen sollten etwa 3-5 cm tief in die Erde gelegt werden.
  • Abstand zwischen den Pflanzen: Planen Sie etwa 5-10 cm ein.
  • Reihenabstand: Zwischen den Reihen sollten Sie 40-50 cm lassen.

Ein kleiner Tipp aus meinem Garten: Ich säe immer ein paar Erbsen mehr aus als nötig. So kann ich schwächere Pflanzen aussortieren und habe trotzdem genug für eine reiche Ernte.

Keimung und erste Pflegemaßnahmen: Der Start ins Erbsenleben

Nach der Aussaat heißt es: Geduld haben! Je nach Temperatur dauert es 7-14 Tage, bis die ersten grünen Spitzen aus der Erde lugen. In dieser Zeit ist es wichtig, den Boden gleichmäßig feucht zu halten, aber Staunässe zu vermeiden.

Sobald die Pflänzchen etwa 10 cm hoch sind, ist es Zeit für die erste Pflegemaßnahme: das Anhäufeln. Dabei häufeln Sie vorsichtig etwas Erde um die Stängel. Das fördert die Standfestigkeit und regt die Wurzelbildung an.

Pflege der Zuckererbsenpflanzen: Wasser, Nährstoffe und Unterstützung

Nun, da Ihre Zuckererbsen wachsen und gedeihen, ist es an der Zeit, sich um ihre Pflege zu kümmern. Dazu gehören die richtige Bewässerung, Düngung, Unkrautbekämpfung und das Anbringen von Rankhilfen.

Bewässerung: Wichtig für saftige Erbsen

Zuckererbsen haben in verschiedenen Wachstumsphasen unterschiedliche Wasseransprüche. Besonders während der Blüte und Hülsenbildung benötigen sie viel Feuchtigkeit. Ein gleichmäßig feuchter Boden ist ideal, aber Vorsicht vor Staunässe!

Ich gieße meine Erbsen am liebsten morgens und vermeide es, die Blätter zu befeuchten. Das beugt Pilzkrankheiten vor. An heißen Tagen hilft eine Mulchschicht, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Düngung: Weniger ist manchmal mehr

Zuckererbsen sind Leguminosen und können Stickstoff aus der Luft binden. Daher haben sie einen geringen Nährstoffbedarf. Eine Startdüngung mit Kompost reicht oft aus. Übermäßige Stickstoffdüngung fördert das Blattwachstum auf Kosten der Hülsenbildung.

Wenn Sie düngen möchten, greifen Sie am besten zu organischen Düngern wie gut verrottetem Kompost oder Hornspänen. Diese geben die Nährstoffe langsam ab und fördern das Bodenleben.

Unkrautbekämpfung: Freie Bahn für die Erbsen

Regelmäßiges, vorsichtiges Jäten hält unerwünschte Konkurrenz in Schach. Achten Sie darauf, die flachen Wurzeln der Erbsen nicht zu beschädigen. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt unterdrückt Unkraut und hält den Boden feucht.

Rankhilfen und Stützen: Halt geben für hohe Erträge

Zuckererbsen sind Kletterkünstler und brauchen eine Rankhilfe. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Reisig: Natürlich und kostengünstig, aber jedes Jahr neu nötig.
  • Rankgitter: Stabil und wiederverwendbar, ideal für größere Flächen.
  • Schnüre: Einfach anzubringen, besonders gut für Balkone oder kleine Gärten.

Ich persönlich bevorzuge selbstgemachte Rankhilfen aus Bambusstäben und Schnüren. Das sieht nicht nur schön aus, sondern lässt sich auch flexibel an die Bedürfnisse meiner Pflanzen anpassen.

Mit der richtigen Pflege werden Ihre Zuckererbsen bald in die Höhe schießen und Sie mit einer reichen Ernte belohnen. Denken Sie daran: Jeder Garten ist anders, also experimentieren Sie ruhig ein bisschen, um herauszufinden, was bei Ihnen am besten funktioniert.

Krankheiten und Schädlinge bei Zuckererbsen

Zuckererbsen sind zwar recht robust, können aber dennoch von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Als Gärtner sollten Sie diese kennen und wissen, wie Sie damit umgehen.

Häufige Krankheiten bei Zuckererbsen

Echter Mehltau

Der Echte Mehltau zeigt sich als weißer, mehliger Belag auf Blättern und Stängeln. Bei starkem Befall können die Pflanzen verkümmern. Um dem vorzubeugen, sollten Sie auf gute Luftzirkulation achten und die Pflanzen nicht von oben gießen.

Fusarium-Welke

Diese Pilzkrankheit lässt die Pflanzen von unten nach oben welken und absterben. Leider gibt es keine direkte Bekämpfungsmöglichkeit. Eine mehrjährige Fruchtfolge und die Verwendung resistenter Sorten sind hilfreich.

Grauschimmel

Bei feuchter Witterung kann sich Grauschimmel bilden, der sich als grauer, pelziger Belag zeigt. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort und sorgen Sie für gute Luftzirkulation.

Typische Schädlinge

Erbsenblattlaus

Diese kleinen grünen Läuse saugen an den Triebspitzen und können die Pflanzen schwächen. Ein starker Wasserstrahl kann helfen, sie abzuspülen. Bei starkem Befall können Sie auch Nützlinge wie Marienkäfer einsetzen.

Erbsenwickler

Die Raupen dieses Schmetterlings fressen sich in die Hülsen und Samen. Achten Sie auf kleine Löcher in den Hülsen und entfernen Sie befallene Früchte sofort.

Vogelfraß

Vögel können besonders bei jungen Pflanzen und reifenden Erbsen zum Problem werden. Ein Vogelschutznetz kann hier Abhilfe schaffen.

Präventionsmaßnahmen

Vorbeugen ist oft effektiver als heilen. Hier ein paar Tipps:

  • Wählen Sie resistente Sorten
  • Achten Sie auf die richtige Fruchtfolge
  • Sorgen Sie für gute Bodenbedingungen
  • Gießen Sie morgens, damit die Pflanzen über Tag abtrocknen können
  • Entfernen Sie kranke Pflanzenteile sofort

Biologische und chemische Bekämpfungsmethoden

Im Hobbygarten sollten Sie zunächst auf biologische Methoden setzen:

  • Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen gegen Blattläuse einsetzen
  • Knoblauch- oder Brennnesseljauche als natürliches Pflanzenstärkungsmittel verwenden
  • Bei Pilzbefall kann Backpulver-Wasser-Gemisch helfen

Chemische Mittel sollten nur im äußersten Notfall und nach Beratung im Fachhandel eingesetzt werden.

Die Ernte: Der Lohn der Mühe

Nach all der Pflege kommt endlich der spannendste Teil: die Ernte. Aber wann und wie erntet man Zuckererbsen richtig?

Erkennungsmerkmale der Reife

Zuckererbsen sind erntereif, wenn die Hülsen prall gefüllt, aber noch flach sind. Die Erbsen sollten sich deutlich abzeichnen, aber noch nicht zu groß sein. Die Hülse sollte beim Biegen mit einem hörbaren 'Knack' brechen.

Richtige Erntetechnik

Ernten Sie Ihre Zuckererbsen am besten so:

  • Fassen Sie die Hülse vorsichtig am Stielansatz
  • Drehen Sie sie leicht und ziehen Sie sie gleichzeitig ab
  • Vermeiden Sie es, an der Pflanze zu zerren

Erntezeitpunkt und -häufigkeit

Die erste Ernte erfolgt meist 60-70 Tage nach der Aussaat. Ernten Sie regelmäßig, am besten alle 2-3 Tage. Dies regt die Pflanze zur weiteren Blüten- und Hülsenbildung an. Die Erntezeit kann sich so über mehrere Wochen erstrecken.

Nacherntebehandlung und Lagerung

Zuckererbsen schmecken am besten frisch geerntet. Wenn Sie sie lagern möchten:

  • Waschen Sie sie nicht, sondern bürsten Sie anhaftende Erde vorsichtig ab
  • Lagern Sie sie im Gemüsefach des Kühlschranks, eingewickelt in ein feuchtes Tuch
  • Verbrauchen Sie sie innerhalb von 2-3 Tagen
  • Für längere Lagerung: blanchieren und einfrieren

Mit diesen Tipps zu Krankheiten, Schädlingen und der Ernte sind Sie gut vorbereitet für eine erfolgreiche Zuckererbsen-Saison. Viel Spaß beim Gärtnern und guten Appetit!

Tipps für eine erfolgreiche Zuckererbsen-Kultur

Fruchtfolge und Mischkultur

Zuckererbsen profitieren von einer durchdachten Fruchtfolge und Mischkultur. Als Leguminosen reichern sie den Boden mit Stickstoff an, weshalb sie ideal vor nährstoffbedürftigen Pflanzen wie Kohl oder Tomaten angebaut werden. In der Mischkultur vertragen sich Zuckererbsen gut mit Möhren, Radieschen oder Salat. Diese Kombination nutzt den Gartenboden optimal aus und kann sogar Schädlinge abwehren.

Mulchen zur Feuchtigkeitserhaltung

Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt um die Zuckererbsenpflanzen herum hat mehrere Vorteile: Sie hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkraut und reguliert die Bodentemperatur. Besonders in heißen Sommermonaten kann Mulchen den Wasserbedarf deutlich reduzieren und den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen bieten.

Verwendung von Kompost

Kompost ist äußerst wertvoll für Gärtner, und Zuckererbsen gedeihen darin prächtig! Eine Schicht gut verrotteter Kompost, im Frühjahr vor der Aussaat in den Boden eingearbeitet, versorgt die Pflanzen mit allen nötigen Nährstoffen. Zusätzlich verbessert Kompost die Bodenstruktur, was wiederum die Wasserhaltefähigkeit erhöht und das Wurzelwachstum fördert.

Schutz vor Witterungseinflüssen

Zuckererbsen mögen es zwar kühl, sind aber empfindlich gegenüber Frost und starkem Wind. Ein Vlies oder Folientunnel kann in den ersten Wochen nach der Aussaat Schutz bieten. Bei starkem Wind hilft zusätzlich zur Rankhilfe eine Windschutzhecke oder ein temporärer Zaun aus Schilfmatten, um die zarten Pflanzen zu schützen.

Verwendung und Verarbeitung von Zuckererbsen

Kulinarische Verwendungsmöglichkeiten

Zuckererbsen lassen sich vielfältig in der Küche einsetzen. Roh knabbern sie Kinder gerne als gesunden Snack. In Salaten sorgen sie für einen knackigen Biss. Kurz blanchiert behalten sie ihre schöne grüne Farbe und eignen sich perfekt als Beilage zu Fisch oder Fleisch. In Wok-Gerichten geben sie asiatischen Gerichten eine leichte Süße. Auch in Suppen und Eintöpfen machen sich Zuckererbsen gut, sollten aber erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt werden, um ihre Knackigkeit zu bewahren.

Nährwerte und gesundheitliche Vorteile

Zuckererbsen sind nicht nur lecker, sondern auch äußerst gesund. Sie sind kalorienarm und reich an Ballaststoffen, was sie zu einem idealen Nahrungsmittel für eine ausgewogene Ernährung macht. Ihr hoher Vitamin-C-Gehalt stärkt das Immunsystem, während die enthaltenen B-Vitamine den Stoffwechsel unterstützen. Zuckererbsen liefern zudem pflanzliches Eiweiß und wichtige Mineralstoffe wie Eisen und Kalium.

Konservierungsmethoden

Einfrieren

Das Einfrieren ist eine praktische Methode, um die Ernte für den Winter haltbar zu machen. Dafür die Zuckererbsen kurz blanchieren, in Eiswasser abschrecken und nach dem Abtropfen portionsweise in Gefrierbeutel füllen. So bleiben sie bis zu einem Jahr haltbar und behalten Geschmack sowie Nährwerte weitgehend bei.

Trocknen

Eine weniger bekannte, aber effektive Konservierungsmethode ist das Trocknen. Hierfür die Zuckererbsen in dünne Scheiben schneiden und bei niedriger Temperatur im Backofen oder Dörrgerät trocknen. Die getrockneten Erbsen eignen sich hervorragend für Suppen oder können zu Erbsenmehl verarbeitet werden – eine interessante Zutat für glutenfreie Backwaren.

Zuckererbsen: Ein Garten voller Möglichkeiten

Der Anbau von Zuckererbsen ist nicht nur ein lohnendes Unterfangen für den Hobbygärtner, sondern auch eine Bereicherung für jede Küche. Von der Aussaat bis zur Ernte bieten diese vielseitigen Hülsenfrüchte zahlreiche Möglichkeiten, gärtnerisches Geschick zu beweisen und kulinarische Kreativität auszuleben. Mit den richtigen Pflegetipps, einer durchdachten Fruchtfolge und etwas Geduld kann jeder einen reichen Ertrag an knackigen, süßen Zuckererbsen erzielen.

Ob Sie nun einen großen Garten Ihr Eigen nennen oder nur einen kleinen Balkon zur Verfügung haben – Zuckererbsen lassen sich nahezu überall anbauen. Sie belohnen Ihre Mühen mit einer reichen Ernte und der Freude, selbst angebautes Gemüse genießen zu können. Probieren Sie es aus: Greifen Sie zur Samentüte, bereiten Sie Ihr Beet vor und beobachten Sie, wie die ersten zarten Ranken sich ihren Weg nach oben bahnen. Ihre Geschmacksknospen und Ihr Garten werden es Ihnen danken!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was sind Zuckererbsen und wie unterscheiden sie sich von herkömmlichen Erbsen?
    Zuckererbsen, auch Kaiserschoten oder Kefe genannt, sind eine besondere Erbsensorte aus der Familie der Hülsenfrüchte (Fabaceae). Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Erbsen liegt darin, dass bei Zuckererbsen die gesamte Schote mit verzehrt wird. Die flachen, zarten Hülsen sind faserarmer und werden im unreifen Zustand geerntet, wenn die Erbsen noch klein und die Schoten noch weich sind. Herkömmliche Erbsen hingegen werden aus den Hülsen gepalt und nur die Samen gegessen. Zuckererbsen zeichnen sich durch ihre essbare, süßliche Schote aus, die einen knackigen Biss und zarten Geschmack bietet. Botanisch gehören sie zur Gattung Pisum und wachsen als Rankpflanzen, die je nach Sorte zwischen 60 cm und 2 m hoch werden können. Diese Vielseitigkeit macht sie sowohl roh als Snack als auch gekocht zu einer beliebten Delikatesse im Garten und in der Küche.
  2. Welche Standortbedingungen benötigen Zuckererbsen für optimales Wachstum?
    Zuckererbsen gedeihen am besten an einem sonnigen bis leicht halbschattigen Standort mit mindestens 6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich. Der ideale Boden ist locker, humusreich und gut durchlässig mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. Schwere, lehmige Böden sollten vor der Aussaat mit Sand und Kompost verbessert werden. Besonders wichtig ist eine gute Drainage, da Zuckererbsen keine Staunässe vertragen. Ein windgeschützter Standort ist vorteilhaft, da die rankenden Pflanzen bei starkem Wind leicht beschädigt werden können. In Regionen mit sehr heißen Sommern kann ein leichter Halbschatten am Nachmittag von Vorteil sein, um die Pflanzen vor Überhitzung zu schützen. Der Standort sollte zudem gut zugänglich sein für regelmäßige Pflege und Ernte. Die Bodenvorbereitung mit gut verrottetem Kompost einige Wochen vor der Aussaat schafft optimale Voraussetzungen für gesundes Wachstum und reiche Erträge.
  3. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Zuckererbsen?
    Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Zuckererbsen liegt zwischen Mitte März und April, sobald der Boden nicht mehr gefroren und gut bearbeitbar ist. Zuckererbsen sind überraschend frosthart und vertragen leichte Minusgrade bis etwa -5°C. Bei Nachtfrostgefahr sollte vorsorglich ein Vlies über die Aussaat gelegt werden. Eine Spätsommersaat ist im August möglich und ermöglicht eine zweite Herbsternte, wobei die Ernte dann geringer ausfallen kann. Für eine gestaffelte Ernte können alle 2-3 Wochen bis Ende Mai weitere Aussaaten erfolgen. Die Bodentemperatur sollte idealerweise konstant über 5°C liegen für eine zügige Keimung. Je nach Region und Klimabedingungen kann der Zeitpunkt leicht variieren - in milderen Gebieten bereits ab Ende Februar, in rauen Lagen erst ab Ende April. Eine Vorkultur im Gewächshaus oder Frühbeet ab Februar ermöglicht einen noch früheren Start mit Auspflanzung ab März.
  4. Welche Besonderheiten weist der Anbau von Zuckererbsen im Vergleich zu anderen Gemüsesorten auf?
    Zuckererbsen unterscheiden sich in mehreren wichtigen Punkten vom Anbau anderer Gemüsesorten. Als Leguminosen können sie Luftstickstoff binden und benötigen daher deutlich weniger Stickstoffdüngung als andere Kulturen. Ihr Rankverhalten erfordert zwingend Kletterhilfen in Form von Stangen, Netzen oder Gittern. Die Pflanzen sind kältetoleranter als viele andere Gemüsesorten und können bereits bei niedrigen Temperaturen ausgesät werden. Im Gegensatz zu Wurzelgemüse entwickeln sie ein oberirdisches Ranksystem, das vertikal wächst und somit Platz spart. Zuckererbsen verbessern durch die Stickstoffbindung den Boden für Folgekulturen, weshalb sie ideal in der Fruchtfolge vor starkzehrenden Pflanzen stehen. Die Ernte erfolgt kontinuierlich über mehrere Wochen, nicht einmalig wie bei vielen anderen Gemüsesorten. Besonders bemerkenswert ist auch ihre Fähigkeit, sowohl die unreifen Schoten als auch bei Bedarf die reifen Samen zu nutzen, was sie vielseitiger macht als reine Blatt- oder Wurzelgemüse.
  5. Warum können Zuckererbsen den Boden verbessern und wie funktioniert die Stickstoffbindung?
    Zuckererbsen gehören zu den Leguminosen und können durch eine symbiotische Beziehung mit Knöllchenbakterien (Rhizobium) atmosphärischen Stickstoff binden. Diese Bakterien leben in kleinen Knötchen an den Wurzeln und wandeln gasförmigen Stickstoff (N₂) aus der Luft in pflanzenverfügbare Verbindungen um. Im Gegenzug versorgt die Pflanze die Bakterien mit Kohlenhydraten aus der Photosynthese. Nach der Ernte verbleibt ein Teil des gebundenen Stickstoffs in den Wurzelresten im Boden und steht nachfolgenden Kulturen zur Verfügung. Pro Quadratmeter können Zuckererbsen etwa 2-4 g Stickstoff im Boden anreichern. Dies entspricht der Düngerwirkung von etwa 20-40 g Hornspänen. Zusätzlich lockern die Pfahlwurzeln den Boden auf und verbessern die Bodenstruktur. Diese natürliche Bodenverbesserung macht Zuckererbsen zu wertvollen Vorkulturen für nährstoffbedürftige Pflanzen wie Kohl, Tomaten oder Salat und trägt zu einem nachhaltigen, ökologischen Gartenbau bei.
  6. Worin unterscheiden sich Zuckererbsen von Markerbsen und Schalerbsen?
    Die drei Erbsentypen unterscheiden sich grundlegend in ihrer Verwendung und Beschaffenheit. Zuckererbsen (Pisum sativum var. saccharatum) werden komplett mit der Schote verzehrt, da diese zart und faserarmer ist. Sie werden im unreifen Zustand geerntet, wenn die Erbsen noch klein sind. Markerbsen (Pisum sativum var. medullare) haben dickere, faserigere Schoten, die nicht gegessen werden. Nur die süßen, rundlichen Erbsensamen werden frisch verzehrt oder eingefroren. Schalerbsen (Pisum sativum var. sativum) haben die härtesten Schoten und werden vollreif geerntet. Die getrockneten Samen dienen als Trockenerbsen für Suppen und Eintöpfe. Morphologisch unterscheiden sich die Schoten deutlich: Zuckererbsenschoten sind flach und zart, Markerbsenschoten rundlicher und dicker, Schalerbsenschoten am härtesten. Auch die Reifezeit variiert - Zuckererbsen werden am frühesten geerntet (unreif), Markerbsen halbreif und Schalerbsen vollreif. Nutritional bieten alle Typen ähnliche Vorteile als Leguminosen, unterscheiden sich jedoch in der kulinarischen Nutzung erheblich.
  7. Welche Gemeinsamkeiten haben Zuckererbsen mit anderen Hülsenfrüchten und Leguminosen?
    Zuckererbsen teilen als Mitglieder der Familie Fabaceae wichtige Eigenschaften mit anderen Leguminosen. Die bedeutendste Gemeinsamkeit ist die Fähigkeit zur symbiotischen Stickstoffbindung mit Rhizobium-Bakterien in Wurzelknöllchen. Diese biologische Eigenschaft verbindet sie mit Bohnen, Klee, Luzerne und Lupinen. Morphologisch zeigen alle Leguminosen die charakteristische Hülsenfrucht als Fruchttyp, auch wenn sie unterschiedlich genutzt wird. Die Blütenstruktur folgt dem typischen Leguminosen-Schema mit Fahne, Flügeln und Schiffchen. Nutritional sind Leguminosen reich an pflanzlichem Protein und Ballaststoffen, was auch für Zuckererbsen gilt. Ökologisch fungieren alle als Bodenverbesserer und Stickstofflieferanten für nachfolgende Kulturen. In der Fruchtfolge nehmen sie ähnliche Positionen ein als Vorfrüchte für starkzehrende Pflanzen. Kulturell haben viele Leguminosen eine lange Tradition als Nahrungsquellen und Bodenverbesserer. Die Keimungsbiologie ist ebenfalls ähnlich - alle Leguminosen sind Lichtkeimer mit charakteristischen Keimblättern. Diese Gemeinsamkeiten machen Leguminosen zu einer wertvollen Pflanzenfamilie für nachhaltige Landwirtschaft und Gartenbau.
  8. Welche Nährstoffe und gesundheitlichen Vorteile bieten Zuckererbsen?
    Zuckererbsen sind nutritionale Kraftpakete mit beeindruckenden gesundheitlichen Vorteilen. Sie enthalten hohe Mengen an Vitamin C (etwa 60mg pro 100g), das die Immunabwehr stärkt und als Antioxidans wirkt. Vitamin K unterstützt die Blutgerinnung und Knochengesundheit, während B-Vitamine den Stoffwechsel fördern. Der hohe Ballaststoffgehalt (etwa 3g pro 100g) unterstützt die Verdauung und kann Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Mit etwa 4-5g pflanzlichem Protein pro 100g sind sie wertvolle Eiweißlieferanten. Wichtige Mineralstoffe wie Eisen (1,5mg), Magnesium (24mg) und Kalium (240mg) unterstützen Blutbildung, Muskelfunktion und Herz-Kreislauf-System. Zuckererbsen sind kalorienarm (etwa 42 kcal pro 100g) und haben einen niedrigen glykämischen Index, was sie diabetikerfreundlich macht. Die enthaltenen Antioxidantien wie Carotinoide und Flavonoide schützen vor oxidativem Stress. Folsäure ist besonders für Schwangere wichtig. Der hohe Wassergehalt (etwa 89%) unterstützt die Hydratation. Diese Nährstoffkombination macht Zuckererbsen zu einem idealen Gemüse für ausgewogene Ernährung.
  9. Wo kann man qualitatives Zuckererbsensaatgut kaufen und worauf sollte man bei der Auswahl achten?
    Qualitatives Zuckererbsensaatgut erhalten Sie bei etablierten Gartenfachhändlern wie samen.de, die sich auf hochwertiges Saatgut spezialisiert haben. Bei der Auswahl sollten Sie zunächst auf die Keimfähigkeit achten - seriöse Anbieter geben diese in Prozent an, wobei über 80% optimal sind. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist entscheidend, da älteres Saatgut schlechtere Keimraten aufweist. Wählen Sie Sorten passend zu Ihren Standortbedingungen: niedrig wachsende wie 'Norli' für kleine Gärten, hochwachsende wie 'Mammut' für größere Flächen. Achten Sie auf Resistenzen gegen häufige Krankheiten wie Mehltau oder Fusarium. Bio-Saatgut von vertrauenswürdigen Erzeugern ist oft behandlungsfrei und nachhaltig produziert. Samen.de als erfahrener Gartenfachhändler bietet detaillierte Sortenbeschreibungen und Anbauhinweise. Vermeiden Sie extrem günstiges Saatgut unbekannter Herkunft. Überprüfen Sie die Packungsgröße entsprechend Ihrem Bedarf. Seriöse Händler geben auch Aussaatzeitpunkte, Anbautipps und Ernteinformationen an. Eine Keimprobe mit wenigen Samen vor der Hauptaussaat kann bei unsicherer Qualität hilfreich sein.
  10. Welches Gartenzubehör und welche Rankhilfen eignen sich am besten für den Zuckererbsenanbau?
    Für erfolgreichen Zuckererbsenanbau sind verschiedene Rankhilfen und Gartenwerkzeuge essentiell. Bewährte Rankhilfen sind Bambusrohre (1,5-2m hoch) mit gespannten Schnüren, robuste Rankgitter aus Metall oder Holz sowie traditionelles Reisig. Für größere Flächen eignen sich Spaliere oder Drahtgitter. Professionelle Gartenfachhändler wie samen.de führen stabile Ranksysteme verschiedener Höhen. Unverzichtbare Gartenwerkzeuge sind eine kleine Handhacke für die Bodenvorbereitung, eine Gartenschere für die Ernte und ein Gießkanne mit feiner Brause für schonendes Wässern. Für die Aussaat benötigen Sie einen Pflanzstock oder Dibbelstab für gleichmäßige Saatlöcher. Mulchmaterial wie Stroh oder Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit. Ein Vlies schützt vor Spätfrost. Für Topfkulturen eignen sich mindestens 30cm tiefe Pflanzgefäße mit Wasserabzugslöchern. Schneckenschutz durch Schneckenkorn oder Kupferbänder kann nötig sein. Eine kleine Sprühflasche hilft bei der schonenden Schädlingsbekämpfung mit natürlichen Mitteln. Wetterstation oder Thermometer unterstützen die richtige Timing-Entscheidung.
  11. Wie beeinflusst die Fruchtfolge das Wachstum und die Bodenqualität bei Zuckererbsen?
    Die Fruchtfolge spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg von Zuckererbsen und die langfristige Bodengesundheit. Als Leguminosen reichern Zuckererbsen den Boden mit Stickstoff an und sind ideale Vorfrüchte für starkzehrende Pflanzen wie Kohl, Tomaten, Kürbis oder Salat. Nach Zuckererbsen folgen am besten Mittel- bis Starkzehrer, die den angereicherten Stickstoff nutzen können. Ungünstig ist der Anbau nach anderen Leguminosen, da dies zu einseitiger Nährstoffausschöpfung führt. Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf als Vorfrüchte können durch Wurzelausscheidungen das Wachstum fördern. Eine 3-4-jährige Anbaupause zwischen Leguminosen auf derselben Fläche verhindert bodenbürtige Krankheiten und Schädlingsansammlungen. Zuckererbsen verbessern durch ihre tiefreichenden Pfahlwurzeln die Bodenstruktur und lockern verdichtete Schichten auf. Die Wurzelrückstände bilden nach der Ernte wertvollen Humus. Eine durchdachte Fruchtfolge kann Erträge um 20-30% steigern und reduziert den Bedarf an Düngemitteln sowie Pflanzenschutzmitteln erheblich.
  12. Welche wissenschaftlichen Aspekte stehen hinter der Stickstoffbindung von Leguminosen?
    Die Stickstoffbindung bei Leguminosen wie Zuckererbsen basiert auf einer hochspezialisierten biologischen Symbiose mit Rhizobium-Bakterien. Diese Bakterien besitzen das Enzym Nitrogenase, das molekularen Luftstickstoff (N₂) unter hohem Energieaufwand zu Ammoniak (NH₃) reduziert. Dieser Prozess erfordert 16 ATP-Moleküle pro fixiertem N₂-Molekül, weshalb die Bakterien auf Kohlenhydrate der Wirtspflanze angewiesen sind. Die Bakterien leben in spezialisierten Wurzelknöllchen, die eine sauerstoffarme Umgebung schaffen, da Nitrogenase sauerstoffempfindlich ist. Das pflanzliche Protein Leghämoglobin reguliert den Sauerstofftransport in den Knöllchen. Die fixierte Stickstoffmenge variiert je nach Art zwischen 50-300 kg N/ha/Jahr. Bei Zuckererbsen liegt sie bei etwa 40-80 kg N/ha. Genetisch wird die Symbiose durch komplexe Signalaustausche eingeleitet - Pflanzen senden Flavonoide aus, Bakterien antworten mit Nod-Faktoren. Diese evolutionäre Errungenschaft ermöglicht es Leguminosen, auch auf stickstoffarmen Böden zu gedeihen und trägt wesentlich zum globalen Stickstoffkreislauf bei.
  13. Wie wirken sich verschiedene Bodenbeschaffenheiten auf das Wurzelwachstum von Zuckererbsen aus?
    Die Bodenbeschaffenheit beeinflusst das Wurzelsystem von Zuckererbsen erheblich. In lockeren, gut durchlässigen Böden entwickeln sie tiefreichende Pfahlwurzeln bis zu 60-80 cm Tiefe, die eine optimale Wasser- und Nährstoffversorgung ermöglichen. Schwere Lehmböden hingegen behindern das Wurzelwachstum und fördern oberflächliche, verzweigte Wurzelsysteme, was zu schlechterer Standfestigkeit führt. Sandige Böden erleichtern das Wurzelwachstum, haben aber geringere Wasserspeicherkapazität, weshalb häufigeres Gießen nötig ist. Der optimale pH-Wert zwischen 6,0-7,0 fördert sowohl Wurzelentwicklung als auch die Aktivität der Knöllchenbakterien. Saure Böden (pH unter 6,0) reduzieren die Rhizobium-Aktivität um bis zu 50%. Verdichtete Böden verhindern die Ausbildung tiefer Wurzeln und beeinträchtigen die Sauerstoffversorgung der Knöllchen. Humusreiche Böden fördern durch bessere Struktur und Nährstoffverfügbarkeit ein gesundes Wurzelwachstum. Staunässe führt zu Wurzelfäulnis und dem Absterben der sauerstoffbedürftigen Knöllchenbakterien. Eine gute Bodenbearbeitung mit Kompost verbessert nachhaltig die Wurzelentwicklung und Stickstoffbindung.
  14. Welche biologischen Prozesse laufen während der Keimung und ersten Wachstumsphase ab?
    Die Keimung von Zuckererbsen ist ein komplexer biologischer Vorgang, der mit der Wasseraufnahme (Imbibition) beginnt. Die Samen quellen auf das 1,5-2-fache ihres ursprünglichen Volumens. Enzyme werden aktiviert und mobilisieren Stärkereserven in Zucker. Das erste sichtbare Zeichen ist das Aufbrechen der Samenschale und das Erscheinen der Keimwurzel (Radicula) nach 3-7 Tagen bei optimalen Bedingungen (5-15°C). Die Pfahlwurzel wächst zunächst nach unten und verzweigt sich. Gleichzeitig entwickelt sich der Spross (Plumula) nach oben. Zuckererbsen sind Dunkelkeimer - die Keimblätter (Kotyledonen) bleiben unter der Erde und dienen als Nährstoffspeicher. Die ersten echten Blätter erscheinen nach 10-14 Tagen. In der 3-4. Woche beginnt die Infektion der Wurzeln durch Rhizobium-Bakterien und die Bildung der ersten Stickstoff-fixierenden Knöllchen. Die Rankenbildung startet etwa 4 Wochen nach der Keimung. Während dieser Phase ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe kritisch für erfolgreiches Wachstum und die Etablierung der wichtigen Wurzel-Bakterien-Symbiose.
  15. Wie lassen sich Zuckererbsen erfolgreich in Mischkultur anbauen?
    Zuckererbsen eignen sich hervorragend für Mischkulturen und bieten mehrere Vorteile in Pflanzengemeinschaften. Ideale Mischkulturpartner sind Möhren, die von dem von Erbsen fixierten Stickstoff profitieren, während ihre tieferen Wurzeln verschiedene Bodenschichten nutzen. Radieschen gedeihen zwischen den Reihen und nutzen den Platz optimal aus. Salat kann am Fuß der rankenden Erbsen angebaut werden und profitiert vom leichten Schatten. Kräuter wie Dill oder Koriander verbessern durch ihre ätherischen Öle das Mikroklima und können Schädlinge abwehren. Ungünstige Partner sind andere Leguminosen wie Bohnen wegen ähnlicher Nährstoffansprüche und möglicher Konkurrenz um Rhizobium-Bakterien. Zwiebeln können durch ihre Schwefelverbindungen das Wachstum beeinträchtigen. Der Reihenabstand sollte auf 60-80 cm erweitert werden, um Platz für Beikulturen zu schaffen. Die gestaffelte Aussaat verschiedener Partner ermöglicht optimale Flächennutzung. Diese Mischkultur-Strategie steigert nicht nur die Flächenproduktivität, sondern fördert auch die Biodiversität und reduziert Schädlingsprobleme durch natürliche Regulation.
  16. Welche Pflegemaßnahmen sind während der verschiedenen Wachstumsphasen erforderlich?
    Zuckererbsen benötigen phasenspezifische Pflege für optimale Erträge. In der Keimphase (0-2 Wochen) ist gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe entscheidend. Bei Frostgefahr Vlies auflegen. Nach dem Auflaufen vorsichtig anhäufeln für bessere Standfestigkeit. In der Jungpflanzenphase (2-6 Wochen) beginnt die Rankhilfeninstallation bei 10-15 cm Höhe. Erstes vorsichtiges Jäten und Mulchen mit Stroh. Schneckenschutz ist jetzt besonders wichtig. Während der Wachstumsphase (6-10 Wochen) regelmäßig an Rankhilfen befestigen und bei Trockenheit durchdringend gießen. Keine Überkopfberegnung zur Pilzvermeidung. In der Blüh- und Fruchtphase (10-16 Wochen) ist der Wasserbedarf am höchsten. Regelmäßige Ernte alle 2-3 Tage fördert weitere Blütenbildung. Verblühte Blüten und überreife Hülsen entfernen. Organischen Dünger sparsam einsetzen - übermäßige Stickstoffgaben fördern Blattmasse auf Kosten der Hülsenbildung. Pflanzenstärkungsmittel können bei feuchter Witterung Pilzkrankheiten vorbeugen. Diese systematische Pflege maximiert Ertrag und Pflanzengesundheit über die gesamte Kulturdauer von 12-16 Wochen.
  17. Stimmt es, dass Zuckererbsen viel Dünger benötigen wie andere Gemüsesorten?
    Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Zuckererbsen haben als Leguminosen einen deutlich geringeren Düngebedarf als die meisten anderen Gemüsesorten. Durch ihre Symbiose mit Rhizobium-Bakterien können sie atmosphärischen Stickstoff fixieren und sind daher weitgehend stickstoffautark. Eine übermäßige Stickstoffdüngung wirkt sogar kontraproduktiv, da sie üppiges Blattwachstum auf Kosten der Hülsenbildung fördert und die natürliche N-Fixierung reduziert. Eine Grunddüngung mit 2-3 Liter gut verrottetem Kompost pro Quadratmeter vor der Aussaat reicht meist völlig aus. Bei nährstoffarmen Böden kann eine moderate Phosphor-Kalium-Düngung sinnvoll sein, da diese Nährstoffe für Blüten- und Fruchtbildung wichtig sind. Hornspäne in geringen Mengen (20-30g/m²) können als Startdüngung dienen. Compared to heavy feeders like cabbage or tomatoes that need 100-150g N/m², peas require only about 20-30g N/m² additionally to their self-fixed nitrogen. Diese Eigenschaft macht Zuckererbsen besonders wertvoll für biologischen und nachhaltigen Gartenbau, da sie Böden sogar verbessern statt auszulaugen.
  18. In welchen Klimazonen und Regionen gedeihen Zuckererbsen am besten?
    Zuckererbsen sind an gemäßigte Klimazonen angepasst und gedeihen in Regionen mit kühlen, feuchten Frühjahren und milden Sommern optimal. Sie bevorzugen Temperaturen zwischen 12-18°C während der Hauptwachstumszeit. In Deutschland sind sie in allen Regionen anbaubar, besonders erfolgreich in Nord- und Mitteldeutschland sowie in höheren Lagen Süddeutschlands. Maritime Klimazonen mit ausgeglichenen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit bieten ideale Bedingungen. Kontinentale Gebiete mit heißen Sommern erfordern Halbschatten und verstärkte Bewässerung. Zuckererbsen vertragen Temperaturen bis -5°C, weshalb frühe Aussaaten möglich sind. Problematisch sind Regionen mit sehr heißen Sommern über 25°C, da dies zu vorzeitiger Blütenbildung und reduzierten Erträgen führt. In südlichen Weinbaugebieten ist Herbstanbau erfolgreicher als Frühjahrskultur. Höhenlagen bis 800m sind gut geeignet wegen der kühleren Temperaturen. Regionen mit später Schneeschmelze ermöglichen oft bessere Erträge durch ideale Aussaatbedingungen. Küstenregionen profitieren von ausgeglichenen Temperaturen und natürlicher Feuchtigkeit. Der Anbau ist grundsätzlich überall dort erfolgreich, wo auch Kartoffeln oder Kohl gut wachsen.
  19. Was sind die Hauptunterschiede zwischen Kaiserschoten und Zuckerschoten?
    Kaiserschoten und Zuckerschoten werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber botanisch verschiedene Unterarten von Zuckererbsen. Beide gehören zu Pisum sativum var. saccharatum, unterscheiden sich jedoch in morphologischen und kulinarischen Eigenschaften. Kaiserschoten haben typischerweise flachere, breitere Hülsen mit deutlich sichtbaren, aber noch kleinen Erbsen. Sie werden traditionell jung geerntet, wenn die Hülsen noch vollständig essbar sind. Zuckerschoten können sowohl die flachen Varianten als auch die rundlicheren Formen mit pralleren Hülsen umfassen. Geschmacklich sind Kaiserschoten oft zarter und süßer, während Zuckerschoten je nach Reifegrad variieren können. In der Praxis hat sich regional unterschiedliche Namengebung etabliert - in Norddeutschland dominiert 'Zuckerschoten', in Süddeutschland und Österreich 'Kaiserschoten'. Kulturell werden Kaiserschoten häufiger in der gehobenen Gastronomie verwendet, Zuckerschoten sind im Haushaltsbereich verbreiteter. Beide haben identische Anbauansprüche und -methoden. Die Verwirrung entsteht hauptsächlich durch regionale Handelsnamen, nicht durch grundlegende botanische Unterschiede.
  20. Wie lassen sich Zuckererbsen von anderen Rankpflanzen und Kletterpflanzen unterscheiden?
    Zuckererbsen haben charakteristische Erkennungsmerkmale, die sie eindeutig von anderen Rankpflanzen unterscheiden. Ihre gefiederten Blätter bestehen aus 2-3 Fiederpaaren und enden in verzweigte Ranken, die sich spiralförmig um Stützen winden. Die Blüten sind typisch schmetterlingsförmig mit weißen, rosa oder violetten Farbtönen - ein klares Leguminosen-Merkmal. Der hohle, kantige Stängel ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal gegenüber vollmarkigen Trieben anderer Kletterer. Die charakteristischen Nebenblätter sind groß und pfeilförmig am Stängelgrund angewachsen. Besonders markant sind die flachen, essbaren Hülsen, die keine andere Rankpflanze aufweist. Im Gegensatz zu Wicken haben Erbsen größere Blüten und essbare Früchte. Bohnenranken sind meist linkswindend und haben dreiteilige Blätter. Erbsenranken winden rechtsherum. Die Wurzeln zeigen bei genauer Betrachtung die typischen Rhizobium-Knöllchen der Leguminosen. Hopfen hat gezahnte, herzförmige Blätter und keine Ranken. Clematis hat gegenständige Blätter und kleine Blüten. Diese Kombination aus gefiederten Blättern, Schmetterlingsblüten, hohlen Stängeln und flachen Hülsen macht Zuckererbsen unverwechselbar.
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Zur Kategorie Zuckererbsen
Topseller
Kiepenkerl Zuckererbse Delikett Kiepenkerl Zuckererbse Delikett
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Produktbild von Sperli Zuckererbse Nairobi mit Darstellung der frischen Schoten und Informationen über die Sorte wie ertragreiche Knackerbsen fadenlos fleischige Schoten in deutscher Sprache. Sperli Zuckererbse Nairobi
Inhalt 1 Portion
2,89 € *
Kiepenkerl Zuckererbse Sweet Horizon Kiepenkerl Zuckererbse Sweet Horizon
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Produktbild von Sperli Zuckererbse Sweet Horizon mit Darstellung der Erbsenhülsen und Blüten sowie Beschreibung langer zarter fadenloser Hülsen, der Preiskategorie und Resistenzen auf Deutsch. Sperli Zuckererbse Sweet Horizon
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Bio nach EG-Öko-Verordnung
Produktbild von Sperli BIO Zuckererbse mit Darstellung von Erbsen, Blüten und einem Anhänger mit Produktinformationen auf Deutsch, Preisgruppe I und dem Logo von Sperli.
Sperli BIO Zuckererbse
Inhalt 1 Portion
3,89 € *
Passende Artikel
Kiepenkerl Zuckererbse Sweet Horizon Kiepenkerl Zuckererbse Sweet Horizon
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Kiepenkerl Zuckererbse Delikett Kiepenkerl Zuckererbse Delikett
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Produktbild von Sperli Zuckererbse Sweet Horizon mit Darstellung der Erbsenhülsen und Blüten sowie Beschreibung langer zarter fadenloser Hülsen, der Preiskategorie und Resistenzen auf Deutsch. Sperli Zuckererbse Sweet Horizon
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Bio nach EG-Öko-Verordnung
Produktbild von Sperli BIO Zuckererbse mit Darstellung von Erbsen, Blüten und einem Anhänger mit Produktinformationen auf Deutsch, Preisgruppe I und dem Logo von Sperli.
Sperli BIO Zuckererbse
Inhalt 1 Portion
3,89 € *
Produktbild von Sperli Zuckererbse Nairobi mit Darstellung der frischen Schoten und Informationen über die Sorte wie ertragreiche Knackerbsen fadenlos fleischige Schoten in deutscher Sprache. Sperli Zuckererbse Nairobi
Inhalt 1 Portion
2,89 € *