Erfolgreich Auberginen vorziehen: Leckere Früchte für den Garten

Auberginen: Exotische Schönheiten für den heimischen Garten

Auberginen bestechen mit ihrem samtigen Glanz und intensiven Geschmack. Ihre Anzucht in Mitteleuropa stellt Hobbygärtner jedoch vor Herausforderungen.

Auberginen-Anbau: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Lange Wachstumsperiode und hoher Wärmebedarf
  • Vorziehen ab Februar/März bei 20-25°C
  • Pikieren nach Entwicklung der ersten echten Blätter
  • Regelmäßiges Gießen und Düngen erforderlich
  • Sorgfältiges Abhärten vor dem Auspflanzen

Die Aubergine: Ein kulinarischer Schatz aus fernen Ländern

Auberginen, auch als Eierfrucht oder Melanzani bekannt, haben sich in den letzten Jahrzehnten in der europäischen Küche etabliert. Ihre Vielseitigkeit macht sie zu einem beliebten Gemüse: Ob gegrillt, gebraten, gefüllt oder püriert – Auberginen bereichern zahlreiche Gerichte mit ihrem charakteristischen Geschmack und ihrer cremigen Textur.

In der mediterranen und orientalischen Küche sind Auberginen ein fester Bestandteil. Klassiker wie Ratatouille, Moussaka oder Baba Ghanoush zeigen, wie wandelbar dieses Nachtschattengewächs ist. Auch in der vegetarischen und veganen Küche wird die Aubergine gerne als fleischiger Ersatz verwendet.

Herausforderungen beim Anbau in Mitteleuropa

Trotz ihrer Beliebtheit stellt der Anbau von Auberginen in unseren Breiten Hobbygärtner vor einige Hürden. Als ursprünglich tropische Pflanze hat die Aubergine hohe Ansprüche an Wärme und Licht. Unser mitteleuropäisches Klima mit seinen kühlen Frühlings- und Herbstnächten und oft wechselhaften Sommern entspricht nicht gerade ihren natürlichen Wachstumsbedingungen.

Die Hauptschwierigkeit liegt in der langen Wachstumsperiode der Aubergine. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen oft 150 bis 180 Tage. In dieser Zeit benötigen die Pflanzen durchgehend Temperaturen über 15°C, ideal sind sogar 20-25°C. Zusätzlich sind Auberginen sehr lichtbedürftig und reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen und Nachtfröste.

Vorteile des Vorziehens: Ein Kopfstart in die Saison

Um trotz dieser Herausforderungen erfolgreich Auberginen anzubauen, ist das Vorziehen der Pflanzen unerlässlich. Durch diese Methode verschaffen wir den Pflanzen einen wertvollen Vorsprung von mehreren Wochen.

Beim Vorziehen können wir den jungen Pflanzen optimale Bedingungen bieten: konstante Wärme, ausreichend Licht und die richtige Feuchtigkeit. So entwickeln sich kräftige Jungpflanzen, die beim späteren Auspflanzen ins Freiland oder Gewächshaus bereits gut etabliert sind und den Witterungsschwankungen besser trotzen können.

Ein weiterer Vorteil des Vorziehens ist die bessere Kontrolle über Schädlinge und Krankheiten. In der geschützten Umgebung können wir die Pflanzen genau beobachten und bei Problemen schnell eingreifen. Auch die Versorgung mit Nährstoffen lässt sich in dieser Phase optimal steuern.

Botanische Einordnung und Herkunft der Aubergine

Die Aubergine (Solanum melongena) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist damit verwandt mit Tomaten, Paprika und Kartoffeln. Ursprünglich stammt die Aubergine aus Südostasien, wo sie schon seit Jahrtausenden kultiviert wird.

Interessanterweise gibt es wilde Vorfahren der Aubergine, die noch heute in Indien und China zu finden sind. Diese sind meist kleiner und haben oft Dornen an Stängeln und Blättern. Unsere heutigen Kultursorten sind das Ergebnis jahrtausendelanger Züchtung, die auf größere Früchte und weniger Bitterstoffe abzielte.

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Wachstumsbedingungen und Ansprüche der Aubergine

Auberginen sind anspruchsvolle Pflanzen, die spezifische Bedingungen für ein optimales Wachstum benötigen:

  • Temperatur: Ideal sind Tagestemperaturen zwischen 20 und 30°C. Unter 15°C stellen Auberginen ihr Wachstum ein.
  • Licht: Auberginen sind sehr lichtbedürftig und benötigen mindestens 6-8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich.
  • Boden: Sie bevorzugen einen nährstoffreichen, lockeren und gut drainierten Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,8.
  • Wasser: Regelmäßige, gleichmäßige Bewässerung ist wichtig. Staunässe sollte jedoch vermieden werden.
  • Nährstoffe: Auberginen haben einen hohen Nährstoffbedarf, besonders an Stickstoff, Phosphor und Kalium.

Übersicht über den Anbauzyklus der Aubergine

Der Anbauzyklus der Aubergine erstreckt sich über mehrere Monate und lässt sich grob in folgende Phasen einteilen:

  • Aussaat (Februar/März): In Anzuchtschalen bei 20-25°C
  • Keimung (7-14 Tage): Entwicklung der Keimblätter
  • Pikieren (nach 3-4 Wochen): Umsetzen der Sämlinge in größere Töpfe
  • Wachstumsphase (6-8 Wochen): Entwicklung kräftiger Jungpflanzen
  • Abhärtung (1-2 Wochen): Vorbereitung auf Außenbedingungen
  • Auspflanzen (ab Mitte Mai): Ins Freiland oder Gewächshaus
  • Blüte und Fruchtansatz (ab Juni): Beginn der Fruchtbildung
  • Ernte (ab August): Je nach Sorte und Witterung bis in den Oktober

Die richtige Vorbereitung für die Aussaat

Wahl des optimalen Zeitpunkts

Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat von Auberginen liegt zwischen Mitte Februar und Anfang März. So haben die Pflanzen genügend Zeit, sich zu kräftigen Jungpflanzen zu entwickeln, bevor sie ins Freiland oder Gewächshaus kommen.

Bedenken Sie, dass Auberginen etwa 8-10 Wochen brauchen, bis sie pflanzbereit sind. Planen Sie also rückwärts vom geplanten Auspflanzdatum, das in der Regel Mitte Mai liegt, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

Benötigte Materialien und Werkzeuge

Für eine erfolgreiche Aussaat von Auberginen benötigen Sie:

  • Aussaatschalen oder kleine Töpfe mit Abzugslöchern
  • Spezielle Anzuchterde oder Kokossubstrat
  • Auberginensamen
  • Plastikfolie oder Abdeckhaube
  • Sprühflasche für die Bewässerung
  • Thermometer zur Temperaturkontrolle
  • Eventuell eine Heizmatte für konstante Bodentemperatur
  • Wachstumslampe für zusätzliches Licht

Auswahl geeigneter Sorten für das Vorziehen

Bei der Sortenwahl für das Vorziehen sollten Sie auf folgende Eigenschaften achten:

  • Frühe Reife: Sorten wie 'De Barbentane' oder 'Hansel' eignen sich gut für unser Klima.
  • Kompakter Wuchs: 'Patio Baby' oder 'Pot Black' sind ideal für Topfkultur und kleine Gärten.
  • Krankheitsresistenz: Achten Sie auf Sorten mit guter Widerstandsfähigkeit gegen typische Auberginenkrankheiten.
  • Ertrag: Sorten wie 'Black Beauty' oder 'Moneymaker' versprechen gute Erträge.

Bedenken Sie, dass robustere Sorten oft besser mit den Herausforderungen unseres Klimas zurechtkommen. Experimentieren Sie ruhig mit verschiedenen Sorten, um herauszufinden, welche in Ihrem Garten am besten gedeihen.

Der Aussaatprozess: Von der Bohne zur Pflanze

Vorbereitung des Saatguts

Bevor wir uns an die Aussaat machen, sollten wir unser Saatgut unter die Lupe nehmen. Gesunde Auberginensamen sind hellbraun bis beige und haben eine glatte Oberfläche. Kleine oder verfärbte Samen sortieren wir besser aus. Eine bewährte Methode ist das Einweichen der Samen über Nacht in lauwarmem Wasser. Das kann die Keimung beschleunigen, ist aber kein Muss.

Die Wahl des richtigen Substrats

Für die Aussaat eignet sich am besten eine nährstoffarme, lockere Anzuchterde. Sie sollte gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden. Ich mische gerne etwas Perlit unter die Erde, das verbessert die Drainage zusätzlich. Torffreie Substrate sind übrigens eine umweltfreundliche Alternative, die ich aus eigener Erfahrung empfehlen kann.

Aussaattechniken für Auberginen

Nun geht's ans Eingemachte! Füllen Sie Ihre Anzuchtschalen oder kleine Töpfe mit dem vorbereiteten Substrat. Drücken Sie mit einem Bleistift oder Ihrem Finger kleine Mulden von etwa 0,5 cm Tiefe. In jede Mulde kommt ein Samen, den Sie vorsichtig mit Erde bedecken. Bei größeren Flächen können Sie die Samen auch in Reihen aussäen und dünn mit Erde bestreuen.

Optimale Keimbedingungen schaffen

Auberginen sind echte Wärmefans! Für eine erfolgreiche Keimung brauchen sie Temperaturen zwischen 20 und 25°C. Ein Heizungsfenster oder eine Fensterbank über der Heizung sind ideale Plätze. Wer möchte, kann auch eine Anzuchtmatte verwenden. Wichtig ist, dass die Erde gleichmäßig feucht bleibt - nicht nass, aber auch nicht austrocknen. Ein Tipp aus meinem Garten: Ich stelle die Anzuchtschalen in eine mit Wasser gefüllte Untersetzer. So kann die Erde von unten Feuchtigkeit ziehen.

Pflege der Keimlinge: Der Weg zum kräftigen Setzling

Lichtbedarf und Beleuchtung

Sobald die ersten grünen Spitzen aus der Erde lugen, brauchen unsere Auberginen-Babys viel Licht. Ein heller Standort ist jetzt besonders wichtig. Im Winter oder an trüben Tagen kann eine Pflanzenlampe sehr hilfreich sein. Ich habe gute Erfahrungen mit LED-Grow-Lights gemacht, die energiesparend sind und kaum Wärme abgeben.

Temperaturmanagement für gesunde Pflanzen

Nach der Keimung können wir die Temperatur etwas senken, auf etwa 18-22°C tagsüber und nicht unter 15°C nachts. Zu viel Wärme führt zu schwachen, langen Trieben. Ein kühler Luftzug ist aber tabu - Auberginen sind da ziemlich empfindlich.

Bewässerung und Luftfeuchtigkeit

Junge Auberginen mögen es feucht, aber nicht nass. Gießen Sie vorsichtig von unten, um die zarten Blätter nicht zu befeuchten. Eine Sprühflasche ist super, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. In meinem Gewächshaus stelle ich oft eine Schale mit Wasser auf, das verdunstet langsam und sorgt für ein angenehmes Klima.

Düngung in der frühen Wachstumsphase

Mit der Düngung warten wir, bis die ersten echten Blätter erscheinen. Dann starten wir mit einer verdünnten Lösung eines organischen Flüssigdüngers. Ich schwöre auf selbst angesetzten Brennnesselsud - der stinkt zwar, ist aber sehr wirkungsvoll! Alle zwei Wochen eine kleine Portion reicht völlig aus.

Beobachten Sie Ihre Pflänzchen genau. Werden die Blätter hell oder gelblich, ist das oft ein Zeichen für Nährstoffmangel. Dann heißt es: nachdüngen! Aber Vorsicht, zu viel des Guten kann die zarten Wurzeln verbrennen.

Mit diesen Tipps haben Sie gute Chancen, kräftige Auberginen-Setzlinge heranzuziehen. Denken Sie daran: Geduld ist eine Gärtnertugend. Bis zur Ernte der ersten Früchte vergehen noch einige Monate. Aber glauben Sie mir, wenn Sie Ihre erste selbstgezogene Aubergine ernten, ist das ein unbeschreibliches Gefühl!

Pikieren und Umtopfen: Der nächste Schritt für Ihre Auberginen

Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren

Das Pikieren ist ein wichtiger Schritt in der Auberginenanzucht. Sobald die Sämlinge ihre ersten echten Blätter entwickelt haben, ist es Zeit für diesen Vorgang. Dies geschieht in der Regel etwa 2-3 Wochen nach der Keimung. Ein zu spätes Pikieren kann zu Wachstumsstörungen führen, während ein zu frühes Pikieren die zarten Pflänzchen schädigen könnte.

So gehen Sie beim Pikieren vor

Beim Pikieren ist Vorsicht geboten. Gehen Sie wie folgt vor:

  • Feuchten Sie die Erde leicht an, um die Sämlinge leichter entnehmen zu können.
  • Heben Sie die Pflänzchen vorsichtig mit einem Pikierstab oder einem kleinen Löffel aus.
  • Fassen Sie die Sämlinge nur an den Keimblättern an, nicht am Stängel.
  • Setzen Sie jede Pflanze in einen eigenen, mit frischer Erde gefüllten Topf.
  • Pflanzen Sie die Sämlinge etwas tiefer als zuvor, bis zu den Keimblättern.

Die Wahl der richtigen Töpfe und des Substrats

Für das Pikieren eignen sich Töpfe mit einem Durchmesser von etwa 8-10 cm. Achten Sie auf ausreichende Drainagelöcher. Als Substrat empfiehlt sich eine nährstoffarme, lockere Anzuchterde. Diese fördert eine gute Wurzelentwicklung und beugt Staunässe vor.

Pflege nach dem Umtopfen

Nach dem Pikieren benötigen Ihre Auberginen besondere Aufmerksamkeit:

  • Gießen Sie die Pflanzen vorsichtig an, vermeiden Sie aber Staunässe.
  • Stellen Sie die Töpfe an einen hellen, aber nicht zu sonnigen Ort.
  • Halten Sie eine Temperatur von etwa 20-22°C.
  • Beginnen Sie nach etwa zwei Wochen mit einer leichten Düngung.

Die Abhärtung: Vorbereitung für robuste Auberginen

Bedeutung der Abhärtungsphase

Die Abhärtung bereitet die Pflanzen auf die Bedingungen im Freien vor und stärkt ihre Widerstandskraft gegen Wind, Temperaturunterschiede und direkte Sonneneinstrahlung.

Vorgehensweise beim Abhärten

Die Abhärtung sollte schrittweise erfolgen:

  • Beginnen Sie etwa zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanzen.
  • Stellen Sie die Pflanzen zunächst für 1-2 Stunden täglich ins Freie, an einen geschützten, schattigen Ort.
  • Verlängern Sie die Außenzeit täglich um 1-2 Stunden.
  • Gewöhnen Sie die Pflanzen langsam an mehr Sonnenlicht.
  • In der zweiten Woche können die Auberginen auch nachts draußen bleiben, sofern kein Frost droht.

Anpassung an Außenbedingungen

Während der Abhärtungsphase passen sich die Auberginen an verschiedene Faktoren an:

  • Die Blätter werden dicker und widerstandsfähiger gegen UV-Strahlung.
  • Die Wachsschicht auf den Blättern verstärkt sich, was den Wasserverlust reduziert.
  • Das Wurzelsystem wird kräftiger und kann Temperaturschwankungen besser ausgleichen.

Auberginen ins Freiland oder Gewächshaus pflanzen

Den richtigen Zeitpunkt bestimmen

Auberginen sind wärmeliebende Pflanzen. Pflanzen Sie sie erst aus, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. In der Regel ist dies ab Mitte Mai der Fall. Im Gewächshaus können Sie schon etwas früher beginnen.

Den Pflanzplatz vorbereiten

Bereiten Sie den Boden gründlich vor:

  • Wählen Sie einen sonnigen, windgeschützten Standort.
  • Lockern Sie den Boden tiefgründig und entfernen Sie Unkraut.
  • Arbeiten Sie etwas reifen Kompost ein, um die Bodenstruktur zu verbessern.
  • Bei schweren Böden kann eine Drainage aus Kies hilfreich sein.

So pflanzen Sie Auberginen richtig aus

Beim Auspflanzen sollten Sie Folgendes beachten:

  • Pflanzabstand: 50-60 cm zwischen den Pflanzen, 70-80 cm zwischen den Reihen.
  • Pflanzen Sie die Auberginen etwas tiefer als sie im Topf standen.
  • Gießen Sie die Pflanzen gut an und mulchen Sie den Boden um die Pflanzen herum.
  • Stützen Sie die Pflanzen mit Stäben, da sie unter der Last der Früchte umknicken können.

Erste Pflege am neuen Standort

In den ersten Wochen nach dem Auspflanzen ist eine sorgfältige Pflege wichtig:

  • Gießen Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe.
  • Schützen Sie die Pflanzen bei kühlem Wetter mit Vlies oder Folientunneln.
  • Entfernen Sie Unkraut konsequent.
  • Beginnen Sie etwa zwei Wochen nach dem Auspflanzen mit regelmäßiger Düngung.

Mit diesen Schritten haben Sie gute Voraussetzungen geschaffen, um kräftige, gesunde Auberginen heranzuziehen. Nun heißt es, geduldig zu sein und sich auf eine reiche Ernte zu freuen!

Häufige Probleme und Lösungen bei der Auberginenanzucht

Keimprobleme und deren Ursachen

Bei der Anzucht von Auberginen können verschiedene Keimprobleme auftreten. Häufig liegt es an einer zu niedrigen Temperatur oder schwankender Feuchtigkeit. Achten Sie darauf, dass die Keimtemperatur konstant zwischen 20 und 25°C liegt. Ein praktischer Tipp: Stellen Sie die Aussaatschale auf eine Heizmatte oder einen warmen Heizkörper. Zu nasses Substrat kann ebenfalls Probleme verursachen - die Samen könnten faulen. Gießen Sie lieber öfter kleine Mengen, statt einmal viel.

Umgang mit Schädlingen in der Anzuchtphase

Junge Auberginenpflanzen sind besonders anfällig für Schädlinge. Blattläuse sind oft die ersten ungebetenen Gäste. Um sie loszuwerden, können Sie die Pflanzen vorsichtig mit Wasser abspritzen oder mit einer Seifenlauge behandeln. Spinnmilben mögen es warm und trocken - erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit, um sie fernzuhalten. Bei stärkerem Befall hilft oft nur noch das Entfernen befallener Blätter.

Vermeidung und Behandlung von Pilzkrankheiten

Pilzkrankheiten sind bei Auberginen leider keine Seltenheit. Echter Mehltau zeigt sich als weißer Belag auf den Blättern. Hier hilft gute Luftzirkulation und das Vermeiden von Staunässe. Bei ersten Anzeichen können Sie mit einer Lösung aus Backpulver und Wasser sprühen. Grauschimmel tritt oft bei zu hoher Luftfeuchtigkeit auf. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort und reduzieren Sie das Gießen.

Nährstoffmangel erkennen und beheben

Gelbe Blätter können auf Stickstoffmangel hindeuten. Geben Sie in diesem Fall etwas stickstoffhaltigen Dünger. Violette Verfärbungen an den Blattunterseiten weisen oft auf Phosphormangel hin. Hier hilft ein ausgewogener Volldünger. Bei Kaliummangel werden die Blattränder braun. In diesem Fall empfiehlt sich die Zugabe von Kompost oder speziellem Kaliumdünger.

Tipps für eine erfolgreiche Auberginenernte

Pflegemaßnahmen während der Wachstumsphase

Sobald Ihre Auberginen ins Freiland oder Gewächshaus umgezogen sind, brauchen sie regelmäßige Pflege. Gießen Sie am besten morgens und vermeiden Sie dabei, die Blätter zu befeuchten. Ein Tomatendünger eignet sich gut für die Nährstoffversorgung. Entfernen Sie regelmäßig Unkraut und lockern Sie vorsichtig den Boden um die Pflanzen herum. Bei hohen Pflanzen kann eine Stütze nötig sein, um das Umknicken zu verhindern.

Erkennen der Fruchtreife

Die Bestimmung des richtigen Erntezeitpunkts ist bei Auberginen gar nicht so einfach. Eine reife Frucht sollte prall und glänzend sein. Drücken Sie leicht mit dem Daumen auf die Schale - bleibt eine Delle zurück, ist die Aubergine perfekt reif. Die Farbe allein ist kein zuverlässiger Indikator, da es je nach Sorte Unterschiede gibt. Generell gilt: Lieber etwas zu früh als zu spät ernten, da überreife Früchte bitter schmecken können.

Richtige Erntetechnik

Beim Ernten der Auberginen ist Vorsicht geboten. Die Stiele sind oft recht fest und mit Dornen besetzt. Verwenden Sie am besten eine scharfe Gartenschere und schneiden Sie die Frucht mit einem Stück des Stiels ab. Ziehen Sie nicht an der Frucht, da dies die Pflanze beschädigen könnte. Tragen Sie beim Ernten Handschuhe, um Ihre Hände vor den Dornen zu schützen. Nach der Ernte können Sie die Früchte kurzzeitig bei Zimmertemperatur aufbewahren oder im Gemüsefach des Kühlschranks für einige Tage frisch halten.

Auberginen: Ein lohnenswertes Projekt für Hobbygärtner

Die Anzucht und Pflege von Auberginen mag anfangs herausfordernd erscheinen, aber mit den richtigen Techniken und etwas Geduld können Sie köstliche Früchte ernten. Bedenken Sie, dass jeder Garten einzigartig ist und Sie möglicherweise etwas experimentieren müssen, um die optimalen Bedingungen für Ihre Auberginen zu finden. Lassen Sie sich von anfänglichen Rückschlägen nicht entmutigen - der Moment, in dem Sie Ihre erste selbstgezogene Aubergine ernten, wird die Mühe belohnen.

Ob Sie nun ein erfahrener Gärtner sind oder gerade erst anfangen - die Auberginenanzucht bietet für jeden etwas. Sie lernen nicht nur viel über Pflanzen und ihre Bedürfnisse, sondern können am Ende auch stolz Ihre eigenen, schmackhaften Früchte genießen. Probieren Sie es aus und starten Sie Ihr eigenes Auberginen-Projekt!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wann ist der optimale Zeitpunkt für das Vorziehen von Auberginen?
    Der optimale Zeitpunkt für das Vorziehen von Auberginen liegt zwischen Mitte Februar und Anfang März. Diese Timing ermöglicht es den Pflanzen, sich zu kräftigen Jungpflanzen zu entwickeln, bevor sie ab Mitte Mai ins Freiland oder Gewächshaus kommen. Da Auberginen etwa 8-10 Wochen brauchen, bis sie pflanzbereit sind, sollten Sie rückwärts vom geplanten Auspflanzdatum planen. Ein zu früher Start kann zu schwachen, überlangen Pflanzen führen, während ein zu spätes Vorziehen die ohnehin schon lange Wachstumsperiode von 150-180 Tagen noch weiter verkürzt. Bedenken Sie, dass Auberginen eine konstante Wärme benötigen und empfindlich auf Nachtfröste reagieren. Der Februar-März-Zeitraum gewährleistet, dass die Pflanzen rechtzeitig vor der frostfreien Zeit ausreichend entwickelt sind.
  2. Welche Temperatur ist beim Auberginen vorziehen erforderlich?
    Auberginen benötigen für eine erfolgreiche Keimung konstante Temperaturen zwischen 20-25°C. Diese Wärmebedürftigkeit ist höher als bei vielen anderen Gemüsearten. Nach der Keimung können die Temperaturen leicht auf 18-22°C tagsüber gesenkt werden, sollten aber nachts nicht unter 15°C fallen. Temperaturschwankungen führen zu Wachstumsstörungen und schwächeren Pflanzen. Eine Heizmatte oder ein warmer Standort über einer Heizung sind ideale Lösungen für gleichmäßige Bodentemperaturen. Die Wurzeltemperatur ist dabei besonders wichtig für die Entwicklung. Zu niedrige Temperaturen verzögern nicht nur die Keimung erheblich, sondern können auch zu Ausfällen führen. Erst wenn keine Nachtfröste mehr drohen und die Außentemperaturen konstant über 15°C liegen, können die Pflanzen nach draußen.
  3. Wie funktioniert die Anzucht von Auberginen Schritt für Schritt?
    Die Auberginen-Anzucht erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten: Zunächst werden die Samen in Anzuchtschalen mit nährstoffarmer Anzuchterde bei 20-25°C ausgesät und 0,5 cm tief eingedrückt. Nach 7-14 Tagen erfolgt die Keimung. Sobald sich die ersten echten Blätter zeigen (nach 2-3 Wochen), werden die Sämlinge in größere Töpfe pikiert. Während der 6-8 wöchigen Wachstumsphase benötigen die Jungpflanzen viel Licht, regelmäßige Bewässerung und nach zwei Wochen erste Düngergaben. Etwa zwei Wochen vor dem Auspflanzen beginnt die Abhärtungsphase, bei der die Pflanzen schrittweise an Außenbedingungen gewöhnt werden. Ab Mitte Mai können sie schließlich ins Freiland oder Gewächshaus ausgepflanzt werden. Qualitätssaatgut ist dabei entscheidend - erfahrene Gartenfachhändler wie samen.de bieten bewährte Sorten für deutsche Anbaubedingungen.
  4. Was macht Auberginen so anspruchsvoll beim Anbau in Mitteleuropa?
    Auberginen gelten als anspruchsvoll, weil sie ursprünglich tropische Pflanzen sind und hohe Wärmeansprüche haben. Unser mitteleuropäisches Klima mit kühlen Frühlings- und Herbstnächten sowie wechselhaften Sommern entspricht nicht ihren natürlichen Wachstumsbedingungen. Sie benötigen durchgehend Temperaturen über 15°C, ideal sind 20-25°C. Zusätzlich sind sie sehr lichtbedürftig und reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen. Die lange Wachstumsperiode von 150-180 Tagen stellt eine weitere Herausforderung dar, da unsere Vegetationsperiode oft zu kurz ist. Auberginen stellen ihr Wachstum bereits bei unter 15°C ein, was in unseren Breiten häufig vorkommt. Nachtfröste sind absolut tödlich für diese Pflanzen. Diese Faktoren machen ein kontrolliertes Vorziehen und oft den Anbau im geschützten Gewächshaus notwendig.
  5. Warum benötigen Auberginen eine so lange Wachstumsperiode?
    Auberginen benötigen eine exceptionally lange Wachstumsperiode von 150-180 Tagen aufgrund ihrer biologischen Eigenschaften als wärmeliebende Langtagspflanzen. Anders als schnell wachsende Gemüse wie Radieschen entwickeln sich Auberginen langsam und durchlaufen mehrere Entwicklungsphasen: Keimung, Jugendwachstum, Blütenbildung, Fruchtansatz und schließlich die Fruchtreife. Jede Phase benötigt ausreichend Zeit bei optimalen Temperaturen. Die Pflanze muss erst ein stabiles Wurzelsystem und kräftiges Blattwerk aufbauen, bevor sie Energie in die Blüten- und Fruchtproduktion investieren kann. Die Fruchtentwicklung selbst dauert mehrere Wochen von der Bestäubung bis zur Ernte. Diese langsame Entwicklung ist evolutionär bedingt, da Auberginen aus warmen Klimazonen stammen, wo ganzjährig optimale Wachstumsbedingungen herrschen. In unserem Klima wird diese natürliche Langsamkeit zum limitierenden Faktor.
  6. Worin unterscheiden sich Auberginen von Tomaten beim Vorziehen?
    Obwohl beide zur Familie der Nachtschattengewächse gehören, gibt es wichtige Unterschiede beim Vorziehen: Auberginen benötigen konstant höhere Temperaturen (20-25°C) als Tomaten (18-22°C) und reagieren empfindlicher auf Temperaturschwankungen. Die Keimzeit bei Auberginen ist mit 7-14 Tagen länger als bei Tomaten (5-10 Tage). Auberginen entwickeln sich insgesamt langsamer und benötigen mehr Zeit bis zur Pflanzreife. Während Tomaten robuster sind und kleine Temperaturschwankungen verkraften, stellen Auberginen bereits bei unter 15°C das Wachstum ein. Der Lichtbedarf ist bei beiden hoch, aber Auberginen sind noch lichtbedürftiger. Beim Pikieren sind Auberginen zarter und benötigen vorsichtigere Behandlung. Die Abhärtungsphase muss bei Auberginen behutsamer erfolgen. Tomaten können früher nach draußen, während Auberginen erst bei garantiert frostfreien Bedingungen ausgepflanzt werden dürfen. Diese Unterschiede machen Auberginen anspruchsvoller in der Anzucht.
  7. Was ist der Unterschied zwischen Eierfrucht und Melanzani?
    Eierfrucht und Melanzani sind lediglich verschiedene regionale Bezeichnungen für dieselbe Pflanze - die Aubergine (Solanum melongena). Der Begriff "Eierfrucht" leitet sich von den ursprünglich weißen, eiförmigen Früchten ab, die den heutigen violetten Auberginen vorausgingen. Diese Bezeichnung ist im deutschen Sprachraum üblich. "Melanzani" stammt aus dem Italienischen und wird hauptsächlich in Österreich und Südtirol verwendet. Botanisch gesehen handelt es sich um identische Pflanzen derselben Art. Alle diese Namen bezeichnen das wärmeliebende Nachtschattengewächs mit seinen charakteristischen violetten bis schwarzen Früchten. Regionale Kochtraditionen haben zu unterschiedlichen Namen geführt, aber Anbau, Pflege und Verwendung sind identisch. In Frankreich heißt sie "Aubergine", in England "Eggplant" - alles dasselbe Gemüse. Gartenfachhändler wie samen.de führen entsprechende Sorten unter allen gängigen Bezeichnungen, damit jeder Gärtner das gewünschte Saatgut findet.
  8. Welche botanische Familie gehören Auberginen an und welche Verwandtschaft besteht?
    Auberginen gehören zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und sind eng verwandt mit Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Tabak. Die botanische Bezeichnung lautet Solanum melongena. Diese Verwandtschaft erklärt ähnliche Anbauansprüche, aber auch gemeinsame Probleme wie Anfälligkeit für bestimmte Schädlinge und Krankheiten. Alle Nachtschattengewächse enthalten natürliche Alkaloide - bei Auberginen ist dies hauptsächlich Solanin, das in unreifen Früchten und grünen Pflanzenteilen vorkommt. Die ursprüngliche Heimat liegt in Südostasien, wo heute noch wilde Vorfahren mit kleineren, oft dornigen Früchten existieren. Die Domestizierung führte zu größeren, weniger bitteren Früchten. Interessant ist, dass trotz der Verwandtschaft jede Art spezifische Ansprüche hat: Während Kartoffeln kühlere Temperaturen bevorzugen, sind Auberginen noch wärmebedürftiger als Tomaten. Diese botanische Verwandtschaft hilft Gärtnern beim Verständnis von Anbaumethoden und Fruchtfolge-Überlegungen.
  9. Welche Auberginen-Sorten eignen sich am besten für Anfänger?
    Für Anfänger eignen sich besonders frühreife und robuste Sorten, die auch unter nicht-optimalen Bedingungen gute Erträge liefern. 'Black Beauty' ist ein bewährter Klassiker mit zuverlässigem Ertrag und guter Anpassungsfähigkeit. 'De Barbentane' reift früh und eignet sich gut für das deutsche Klima. Kompakte Sorten wie 'Patio Baby' sind ideal für Topfkultur und kleine Gärten. 'Hansel' produziert viele kleine Früchte und ist sehr ertragreich. 'Moneymaker' punktet mit Robustheit und gutem Geschmack. Mini-Auberginen wie 'Ophelia' sind weniger anspruchsvoll und reifen schneller. Weiße Sorten wie 'Casper' sind oft mild im Geschmack und weniger bitter. Wichtig ist, auf Sorten zu achten, die speziell für mitteleuropäische Bedingungen gezüchtet wurden. Spezialisierte Gartenfachhändler wie samen.de bieten bewährte Anfänger-Sorten mit detaillierten Anbauhinweisen. Vermeiden Sie als Anfänger sehr große oder späte Sorten, da diese höhere Ansprüche stellen.
  10. Wo kann man hochwertiges Auberginen-Saatgut für die Anzucht kaufen?
    Hochwertiges Auberginen-Saatgut erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die auf Gemüsesaatgut spezialisiert sind. Samen.de bietet als etablierter Gartenexperte eine große Auswahl bewährter Auberginen-Sorten mit detaillierten Anbauinformationen. Wichtige Qualitätskriterien sind: hohe Keimfähigkeit, sortenreine Abpackung und detaillierte Kulturbeschreibungen. Achten Sie auf Saatgut mit aktuellen Erntejahren und ordnungsgemäßer Lagerung. Bio-zertifiziertes Saatgut garantiert den Verzicht auf chemische Behandlungen. Regional angepasste Sorten haben oft bessere Erfolgschancen als exotische Varianten. Viele Fachhändler bieten auch Raritäten und alte Sorten an. Online-Shops haben den Vorteil größerer Sortenvielfalt und detaillierter Produktbeschreibungen. Lokale Gartencenter führen meist gängige Standardsorten. Saatgutbörsen und Tauschbörsen sind interessant für seltene Sorten. Vermeiden Sie Billiganbieter ohne Qualitätsgarantien, da schlechtes Saatgut zu Misserfolgen bei der aufwendigen Auberginen-Anzucht führen kann.
  11. Welche Rolle spielt die Photoperiode bei der Auberginen-Entwicklung?
    Die Photoperiode, also die Tageslichtdauer, spielt eine wichtige Rolle in der Auberginen-Entwicklung, obwohl sie nicht so kritisch ist wie bei anderen Kulturen. Auberginen sind grundsätzlich Langtagspflanzen, die bei längeren Tageslichtstunden bessere Blütenbildung zeigen. Optimale Bedingungen herrschen bei 12-14 Stunden Tageslicht. Während der Anzuchtphase im Winter/Frühjahr kann zusätzliches Kunstlicht die Entwicklung fördern und kompakte, kräftige Pflanzen heranziehen. Zu kurze Tage können zu verlangsamtem Wachstum und verzögerter Blütenbildung führen. Moderne LED-Pflanzenlampen können dieses Problem lösen. Die Lichtqualität ist ebenfalls wichtig - Vollspektrumlicht fördert gesundes Wachstum. Bei der Anzucht im Haus sollten die Pflanzen täglich mindestens 12-14 Stunden Licht erhalten. Interessant ist, dass zu lange Tage (über 16 Stunden) auch stress verursachen können. Die richtige Balance zwischen Licht und Dunkelheit ist essentiell für die Photosynthese und die nächtlichen Regenerationsprozesse der Pflanzen.
  12. Wie beeinflusst die Wurzeltemperatur das Wachstum von Auberginen-Sämlingen?
    Die Wurzeltemperatur ist entscheidend für das Wachstum von Auberginen-Sämlingen und oft wichtiger als die Lufttemperatur. Optimale Wurzeltemperaturen liegen zwischen 20-25°C. Bei Temperaturen unter 15°C stellen die Wurzeln ihre Aktivität fast vollständig ein, was zu Wachstumsstillstand führt. Kalte Wurzeln können keine Nährstoffe aufnehmen, auch wenn diese reichlich vorhanden sind. Dies führt zu Mangelerscheinungen trotz guter Düngung. Heizmatten unter den Anzuchtschalen sind eine effektive Lösung für konstante Bodentemperaturen. Zu warme Wurzeln (über 30°C) können ebenfalls schädlich sein und Wurzelfäule fördern. Die Wurzeltemperatur beeinflusst auch die Hormonproduktion der Pflanzen. Warme Wurzeln fördern die Bildung von Wachstumshormonen, während kalte Wurzeln Stresshormone produzieren. Ein praktischer Tipp: Messen Sie die Bodentemperatur mit einem Thermometer direkt im Substrat. Isolierende Unterlagen unter den Töpfen können helfen, die Wurzelwärme zu halten. Diese Aufmerksamkeit für die Wurzeltemperatur macht oft den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg bei der Auberginen-Anzucht.
  13. Warum entwickeln Auberginen manchmal Bitterstoffe und wie lässt sich das vermeiden?
    Auberginen entwickeln Bitterstoffe (hauptsächlich Solanin und andere Alkaloide) als natürlichen Schutz vor Fressfeinden. Besonders unreife, überreife oder gestresste Früchte enthalten mehr Bitterstoffe. Hauptursachen sind: Wasserstress, extreme Temperaturen, Nährstoffmangel oder zu späte Ernte. Moderne Zuchtsorten enthalten deutlich weniger Bitterstoffe als wilde Formen. Vermeidung gelingt durch: gleichmäßige Bewässerung ohne Staunässe, optimale Temperaturführung, ausgewogene Nährstoffversorgung und Ernte zum richtigen Zeitpunkt. Früchte sollten prall und glänzend sein, aber noch nicht überreif. Ein Drucktest hilft: reife Früchte geben leicht nach, bleiben aber fest. Überdüngung mit Stickstoff kann Bitterkeit fördern. Auch Lichtmangel erhöht den Alkaloidgehalt. Falls Bitterstoffe vorhanden sind, hilft das traditionelle "Salzen" vor der Zubereitung: Auberginenscheiben mit Salz bestreuen, 30 Minuten ziehen lassen und abspülen. Qualitätssaatgut moderner Sorten von etablierten Anbietern wie samen.de reduziert das Risiko bitterer Früchte erheblich.
  14. Welchen Einfluss hat die Nährstoffversorgung auf die Fruchtqualität bei Auberginen?
    Die Nährstoffversorgung hat enormen Einfluss auf Fruchtqualität, Geschmack und Ertrag bei Auberginen. Ein ausgewogenes NPK-Verhältnis (Stickstoff-Phosphor-Kalium) ist entscheidend: Stickstoff fördert das Blattwachstum, aber Überversorgung führt zu zu viel Blattmasse auf Kosten der Früchte. Phosphor ist wichtig für Blüten- und Fruchtbildung, Kalium verbessert Geschmack und Lagerfähigkeit. Magnesium als zentraler Baustein des Chlorophylls ist essentiell für die Photosynthese. Calcium stärkt die Zellwände und verhindert Fruchtfäule. Mikronährstoffe wie Bor fördern die Bestäubung. Überdüngung führt zu nitratreichen, wenig schmackhaften Früchten und erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten. Regelmäßige, moderate Gaben organischer Dünger sind besser als seltene Überdüngung. Kompost verbessert zusätzlich die Bodenstruktur. Flüssigdünger ermöglicht präzise Dosierung. Mangelerscheinungen zeigen sich schnell: gelbe Blätter (Stickstoff), violette Verfärbungen (Phosphor), braune Blattränder (Kalium). Eine bedarfsgerechte Düngung resultiert in aromatischen, gut lagerfähigen Früchten.
  15. Wie kann man Auberginen-Jungpflanzen richtig pikieren ohne sie zu beschädigen?
    Das Pikieren von Auberginen-Jungpflanzen erfordert Fingerspitzengefühl und die richtige Technik. Optimaler Zeitpunkt ist bei 2-4 echten Blättern, etwa 2-3 Wochen nach der Keimung. Wichtige Schritte: Substrat vor dem Pikieren leicht anfeuchten, aber nicht nass machen. Niemals am zarten Stängel fassen, sondern nur an den Keimblättern. Mit einem Pikierstab oder kleinen Löffel die Sämlinge vorsichtig ausheben, dabei das Wurzelwerk schonen. In vorbereitete 8-10 cm Töpfe mit frischer Anzuchterde setzen, dabei die Pflänzchen bis zu den Keimblättern einpflanzen. Nach dem Pikieren vorsichtig angießen und an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz stellen. Die ersten Tage sollten die Temperaturen bei 20-22°C liegen. Luftfeuchtigkeit durch Übersprühen erhöhen, aber Staunässe vermeiden. Erste Düngung erst nach zwei Wochen, wenn die Pflanzen angewachsen sind. Geduld ist wichtig - die Pflanzen brauchen einige Tage zur Eingewöhnung. Qualitätswerkzeuge erleichtern die Arbeit und reduzieren Verluste.
  16. Welche Methoden gibt es für das Abhärten von Auberginen vor dem Auspflanzen?
    Das Abhärten ist essentiell für erfolgreiche Auberginen-Kultur und sollte schrittweise über 1-2 Wochen erfolgen. Methoden umfassen: Schrittweise Gewöhnung beginnt mit 1-2 Stunden täglich an geschützten, schattigen Plätzen im Freien. Täglich die Außenzeit um 1-2 Stunden verlängern. Langsam an mehr Sonnenlicht gewöhnen, aber direkte Mittagssonne zunächst meiden. Windschutz ist wichtig, da Auberginen empfindlich reagieren. In der zweiten Woche können Pflanzen auch nachts draußen bleiben, sofern über 10°C. Bei drohendem Frost sofort reinholen. Vlies oder Folientunnel bieten zusätzlichen Schutz. Bewässerung während der Abhärtung reduzieren, um die Pflanzen abzuhärten. Kälteschäden zeigen sich durch dunkle Flecken oder welke Blätter. Mini-Gewächshäuser mit Lüftung ermöglichen kontrollierten Übergang. Nach erfolgreicher Abhärtung sind die Pflanzen bereit für Temperaturen ab 15°C. Spezialisierte Gartenfachhändler wie samen.de bieten passende Abhärtungsausrüstung wie Frühbeetkästen und Schutzfolien für diesen kritischen Übergang.
  17. Stimmt es, dass Auberginen giftig sind wenn sie unreif geerntet werden?
    Ja, unreife Auberginen enthalten höhere Konzentrationen von Solanin und anderen Alkaloiden, die in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein können. Diese Stoffe sind natürliche Pestizide der Pflanze. Symptome einer Solanin-Vergiftung können Übelkeit, Erbrechen und Magenbeschwerden sein. Jedoch ist das Risiko bei modernen Auberginen-Sorten deutlich geringer als bei wilden Formen. Die Konzentration nimmt mit der Reife ab, verschwindet aber nie völlig. Unreife Früchte erkennt man an: harter Schale, matter Oberfläche, grünlichen Verfärbungen und festen, weißlichen Kernen. Reife Auberginen haben eine glänzende Schale, geben bei Druck leicht nach und haben dunkle, weiche Kerne. Das traditionelle Salzen vor der Zubereitung reduziert Bitterstoffe und potentielle Alkaloide. Kochen baut diese Stoffe teilweise ab. Kleine Mengen unreifer Aubergine sind meist unbedenklich, aber man sollte sie meiden. Schwangere und Kinder sollten besonders auf reife Früchte achten. Moderne Zuchtsorten haben deutlich niedrigere Alkaloidgehalte als ursprüngliche Formen.
  18. Wann wurden Auberginen erstmals in Deutschland angebaut und kultiviert?
    Auberginen kamen vergleichsweise spät nach Deutschland. Erste Erwähnungen datieren ins 16. Jahrhundert, als sie durch arabische und türkische Einflüsse über das Mittelmeer nach Europa gelangten. Zunächst wurden sie hauptsächlich als Zierpflanze kultiviert, da ihr Nährwert unbekannt war. Der regelmäßige Anbau begann erst im 18. Jahrhundert in Süddeutschland, besonders in Klostergärten. Breitere Kultivierung entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert mit verbessertem Gewächshauswesen. Die erste große Verbreitung erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg durch italienische Gastarbeiter, die ihre Essgewohnheiten mitbrachten. In der DDR wurden Auberginen ab den 1960ern systematisch in Gewächshäusern angebaut. Heute sind sie fester Bestandteil deutscher Gärten, obwohl der kommerzielle Anbau aufgrund klimatischer Herausforderungen begrenzt bleibt. Moderne Züchtungen und Gewächshaustechnik haben den Hobbyanbau deutlich erleichtert. Spezialisierte Saatgutanbieter wie samen.de fördern heute die Verbreitung mit klimaangepassten Sorten und detaillierten Anbauanleitungen für deutsche Verhältnisse.
  19. Was unterscheidet die Anzucht von Auberginen von anderen Nachtschattengewächsen?
    Auberginen sind die anspruchsvollsten unter den Nachtschattengewächsen und unterscheiden sich in mehreren Punkten: Sie benötigen konstant höhere Temperaturen (20-25°C) als Tomaten oder Paprika (18-22°C). Die Keimzeit ist länger (7-14 Tage vs. 5-10 bei Tomaten). Auberginen reagieren extrem empfindlich auf Temperaturschwankungen und stellen bereits bei 15°C das Wachstum ein. Ihr Lichtbedarf ist höher und sie entwickeln sich generell langsamer. Beim Pikieren sind sie zarter und verletzlicher. Die Abhärtungsphase muss behutsamer erfolgen - während Tomaten auch kühlere Nächte vertragen, benötigen Auberginen konstant warme Bedingungen. Nährstoffbedarf ist ähnlich, aber Auberginen reagieren empfindlicher auf Über- oder Unterdüngung. Wasserbedarf ist hoch, aber Staunässe wird noch schlechter vertragen. Krankheitsanfälligkeit ist bei Auberginen oft höher. Die Wachstumsperiode bis zur Ernte ist länger. Kartoffeln sind als Nachtschattengewächse kühlere Temperaturen gewöhnt - das Gegenteil von Auberginen. Diese Unterschiede machen Auberginen zur Königsklasse der Nachtschattengewächs-Anzucht.
  20. Worin liegt der Unterschied zwischen Gewächshaus- und Freilandanbau bei Auberginen?
    Der Unterschied zwischen Gewächshaus- und Freilandanbau bei Auberginen ist erheblich und beeinflusst Erfolg und Ertrag maßgeblich. Im Gewächshaus herrschen kontrollierte Bedingungen mit konstanteren Temperaturen, Schutz vor Witterungsextremen und längerer Vegetationsperiode. Dies ermöglicht frühere Pflanzung und spätere Ernte. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich besser regulieren, Schädlingsdruck ist oft geringer. Nachteile sind höhere Kosten, mögliche Überhitzung im Sommer und höhere Krankheitsanfälligkeit bei schlechter Belüftung. Freilandanbau ist kostengünstiger, bietet natürliche Bestäubung durch Insekten und oft aromatischere Früchte durch Temperaturwechsel. Jedoch sind die Pflanzen Wetterextremen ausgesetzt, die Saison ist kürzer und Erträge oft geringer. In Deutschland ist Gewächshausanbau meist erfolgreicher, besonders in nördlichen Regionen. Freilandanbau gelingt am besten in warmen, geschützten Lagen mit Südausrichtung. Viele Hobbygärtner kombinieren beide Methoden oder nutzen Folientunnel als Kompromiss. Die Sortenwahl sollte an die Anbaumethode angepasst werden.
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