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Hundszunge pflegen: Gießen, Düngen, Schnitt und Samen für den Nachwuchs

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Gewöhnliche Hundszunge ist zweijährig, blüht im zweiten Jahr von Mai bis Juli und lebt danach nur über ihre Samen weiter.
  • Frisch gesetzte Pflanzen gießt du bei anhaltender Trockenheit durchdringend, morgens und direkt an den Wurzeln.
  • Staunässe vermeidest du, weil sie Sauerstoffmangel an den Wurzeln verursacht und Wurzel- und Stammgrundfäule begünstigt.
  • Gedüngt wird nach Bodenuntersuchung, Stickstoff gibt es ab dem Spätsommer nicht mehr.
  • Lass einen Teil der Fruchtstände ausreifen, sonst fehlt der Nachwuchs.
  • Die Hundszunge enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide und wird nicht gegessen.
Rötlich-braune Hundszungenblüten an behaarten Stängeln
Foto: matressa_ · Pixabay Content License · Quelle ↗

Bei der Hundszunge entscheidet der Schnitt im Sommer darüber, ob es auch künftig Hundszungen in deinem Beet gibt. Die Gewöhnliche Hundszunge ist zweijährig: Sie blüht einmal und lebt danach nur über ihre Samen weiter. Ich pflege sie deshalb anders als eine langlebige Staude. Gegossen wird vor allem in der Anwachszeit, gedüngt nach Bodenbefund, und an jeder Gruppe reift ein Teil der Fruchtstände aus.

Was für eine Pflanze ist die Hundszunge?

Gemeint ist die Gewöhnliche Hundszunge, botanisch Cynoglossum officinale. Sie wird 30 bis 80 cm hoch und trägt von Mai bis Juli trübpurpurne Blüten. Wild besiedelt sie trockene bis mäßig trockene Ruderalstellen und Säume. Ihre Teilfrüchte tragen Widerhaken, die sich an Kleidung festsetzen können.

Kurz erklärt

Zweijährig heißt: Im ersten Jahr wächst die Pflanze heran und blüht noch nicht. Nach dem Winter blüht sie, bildet Samen und hat ihren Lebenslauf damit abgeschlossen.

Für die Pflege bedeutet das, dass jede Lebensphase ihre eigene Aufgabe hat. Die Tabelle zeigt, worauf ich in welcher Phase achte.

Phase Was an der Pflanze passiert Was du tust
Erstes Jahr Die Pflanze wächst heran, Blüten gibt es noch keine. Bei anhaltender Trockenheit durchdringend gießen, ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr geben.
Winter Die Pflanze überwintert. Staunässe vermeiden, gesundes Laub stehen lassen, pilzbefallene Blätter entfernen.
Zweites Jahr Blüte von Mai bis Juli, danach reifen die Teilfrüchte. Einen Teil der welken Blütenstände ausputzen, die übrigen ausreifen lassen.
Nach der Samenreife Die Mutterpflanze hat ihren Lebenslauf beendet. Samen ernten, einen Teil der dürren Stängel für Insekten stehen lassen.
Achtung

Die Gewöhnliche Hundszunge enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide. Iss keine Pflanzenteile und bereite keinen Tee daraus. Besteht der Verdacht, dass jemand Pflanzenteile gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.

Wo fühlt sich die Hundszunge wohl?

Am besten siedelt sich die Gewöhnliche Hundszunge an sonnigen, warmen und offenen Plätzen an, besonders auf Rohboden mit wenig Konkurrenz. Ihre Zeigerwerte stehen für trockene, nährstoffreiche und neutral bis basisch reagierende Böden. Wie du den passenden Platz für die Hundszunge auswählst und vorbereitest, steht im Standort-Ratgeber; die Grundlagen zu Licht, Feuchte und pH-Wert findest du im Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.

Wie du die Hundszunge im Staudenbeet einsetzt und mit Partnerpflanzen kombinierst, zeigt ein eigener Ratgeber. Ich plane ihren Platz so, dass nach dem Ende der Mutterpflanze offene Erde für Sämlinge bleibt.

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Wie gießt du die Hundszunge richtig?

Wild wächst die Hundszunge an trockenen bis mäßig trockenen Stellen. Trotzdem kommen frisch gesetzte Pflanzen nicht ohne Gießkanne aus. Auch trockenheitsverträgliche Staudenpflanzungen müssen in der Anwachsphase bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend gewässert werden. Die Herkunft vom trockenen Standort ersetzt das Gießen in der Anwachsphase also nicht.

Zahl im Blick

Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Das ist ein Wert je Quadratmeter Beetfläche, keine Menge je Pflanze.

Ich gieße morgens und direkt im Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, und das Laub wird nicht unnötig nass. Gegossen wird bei Bedarf, bevor der Boden auch im Untergrund vollständig ausgetrocknet ist. Ob es so weit ist, prüfe ich mit der Pflanzschaufel ein Stück unter der Oberfläche.

Mehr Wasser ist dabei nicht besser. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Steht nach Regen Wasser um die Pflanzen, liegt die Ursache im Boden. Wie du ihn lockerst und durchlässiger machst, gehört zur Standortvorbereitung und steht im Standort-Ratgeber zur Hundszunge. Die allgemeinen Regeln für die Anwachszeit findest du im Stauden-Ratgeber im Abschnitt Gießen.

Braucht die Hundszunge Dünger?

Ich dünge die Hundszunge nicht nach Kalender, sondern nach dem Boden. Ihre Zeigerwerte stehen für nährstoffreiche Standorte. Ob dein Beet dieses Niveau schon hat, zeigt eine Bodenuntersuchung. Danach richten sich die Düngergaben: nach dem Pflanzenbedarf und nach der Düngeempfehlung, die auf dem Befund beruht.

Kompost zählt dabei mit, denn er liefert neben organischer Substanz auch Nährstoffe. Wer Kompost gibt, kontrolliert mögliche Phosphor- und Kaliumanreicherungen mit einer Bodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre. Bei stark erhöhten Werten werden weitere Kompostgaben eingeschränkt.

Organische Dünger setzen bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung dagegen unter Umständen sehr viel. Die Hundszunge wächst an eher trockenen Stellen, deshalb bringt ihr eine organische Gabe mitten in einer Trockenphase wenig. Wurzeln nehmen Nährsalze nur als im Wasser gelöste Ionen auf, und dafür braucht es ausreichend Bodenfeuchte.

Häufiger Fehler

Dünger auf trockenen Boden streuen oder über nasses Laub geben. Gib ihn auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile.

Wie du Stauden nach Bedarf und Menge düngst, erklärt ein eigener Ratgeber. Wann im Jahr eine Frühjahrs-, Sommer- oder Herbstgabe passt, liest du im Beitrag über den richtigen Düngezeitpunkt für Stauden.

Wie schneidest du die Hundszunge, ohne den Nachwuchs zu verlieren?

Bei vielen Sommerblumen und Stauden kann Samenbildung weitere Blüten vermindern. Welke Blüten zu entfernen kann die Blüte deshalb fördern. Bei der Hundszunge hat dieser Rat einen Nachteil. Das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten kann die Selbstaussaat verhindern, und als zweijährige Pflanze lebt sie im Garten nur über ihre Samen weiter. Wer alles Verblühte abschneidet, nimmt sich also die nächste Generation.

Ich schneide deshalb zurückhaltend. An jeder Gruppe putze ich einen Teil der welken Blütenstände aus und lasse die übrigen ausreifen. Die Teilfrüchte tragen Widerhaken. Wo Wege, Sitzplätze oder Spielflächen nah sind, schneide ich die Fruchtstände vor der Reife ab und lasse an ruhigeren Ecken welche stehen.

Marias Erfahrung

Ich binde im Sommer ein Stück Bast an die Blütenstände, die ausreifen sollen. Beim Ausputzen erkenne ich sie daran und lasse sie stehen.

Neigt sich ein Blütenstand stark zur Seite, binde ich ihn locker an einen Stab. Nach der Samenreife lasse ich einen Teil der dürren Stängel stehen, weil sie Insekten Unterschlupf bieten. Im ersten Jahr schneide ich an der Hundszunge nichts außer kranken Blättern.

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Wie kommt die Hundszunge gut durch den Winter?

Die Hundszunge überwintert einmal: zwischen dem Jahr, in dem sie heranwächst, und dem Jahr, in dem sie blüht. Winterschutz heißt bei ihr vor allem, Staunässe zu vermeiden und den Dünger rechtzeitig wegzulassen. Achte deshalb auch im Winter darauf, dass kein Wasser um die Pflanzen steht.

Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Weil die Hundszunge erst nach dem Winter blüht, gefährdet eine späte Stickstoffgabe im ersten Jahr genau die Pflanze, die im Folgejahr blühen soll.

Abgestorbene Stängel und Blätter bilden bei Stauden einen natürlichen Winterschutz, deshalb bleiben sie im Herbst stehen. Gesundes altes Laub kann bis April oder Mai bleiben. Pilzbefallene Blätter entfernst du dagegen schon im Herbst.

Wie vermehrst du die Hundszunge aus Samen?

Bei Stauden mit nachlassender Blühleistung kann nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden. So alt wird eine zweijährige Pflanze nicht. Ich vermehre die Hundszunge deshalb über Samen und lasse dafür einen Teil der Fruchtstände ausreifen.

Im Beet aussäen

Die Hundszunge lässt sich besonders gut auf Rohboden mit geringer Konkurrenz ansiedeln. Für die Aussaat im Beet suche ich deshalb eine offene, sonnige Stelle ohne Wurzelunkräuter. Während Quellung und Keimung hältst du die Saat ständig ausreichend feucht. Saattermin und Saattiefe entnimmst du der Angabe auf deiner Saatgutpackung; eine Übersicht der Termine gibt der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser.

Wo nach der Blüte offener Boden bleibt, können sich Sämlinge auch von selbst einstellen. Willst du das an einer Stelle nicht, entferne dort die verwelkten Blüten rechtzeitig.

In Schalen vorziehen

Für die Vorkultur nimmst du salzarme Aussaaterde in Schalen oder kleinen Töpfen, aus denen überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Eine Abdeckung kommt beim ersten Keimling herunter. Danach stehen die jungen Pflanzen hell, aber vor praller Sonne geschützt. Dicht stehende Sämlinge vereinzelst du nach den ersten Laubblättern mit einem Pikierstab, ohne an den Keimblättern zu ziehen. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab.

Samen ernten und lagern

Reife Teilfrüchte trockne ich auf Papier nach, bevor ich sie verpacke. Danach beschrifte ich die Tüte und lagere sie kühl, dunkel und trocken. Die Samen sind Saatgut und nichts zum Essen.

Zahl im Blick

Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben kühl, dunkel und trocken gelagert als Orientierung etwa 3 Jahre keimfähig, ohne Garantie für jede Art. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe.

Worauf achtest du beim Pflanzenschutz?

Im Staudenbeet folgt Pflanzenschutz einer Stufenfolge: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Beim Gießen und Ausputzen sehe ich mir die Blätter auch von unten an.

Ein weißer, mehlartiger Belag kann auf Echten Mehltau hindeuten. Trockenes Wetter ist dabei keine Entwarnung, denn für die Keimung der Pilze kann bereits eine relative Luftfeuchte von 70 % ausreichen. Vorbeugen kannst du mit ausreichenden Pflanzabständen, guter Belichtung und einer ausgewogenen Nährstoffversorgung. Zeigt sich Befall, entfernst du zuerst die befallenen Blätter oder schneidest kranke Triebe zurück.

Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Schnecken sammelst du ab. Ein Schneckenzaun schützt das Beet nur zuverlässig, wenn du innerhalb der Umzäunung weiterhin regelmäßig absammelst. Weinbergschnecken stehen unter Schutz und dürfen nicht gezielt bekämpft werden.

Chemische Mittel kommen, wenn überhaupt, erst als letzte Stufe infrage. Dann nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung und unter Beachtung von Wartezeit und Entsorgung. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen. Einzelne Schaderreger beschreibt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

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Häufige Fragen

Was ist die Hundszunge für eine Pflanze?
Die Gewöhnliche Hundszunge, botanisch Cynoglossum officinale, ist eine zweijährige Pflanze. Sie wird 30 bis 80 cm hoch und trägt von Mai bis Juli trübpurpurne Blüten. Wild wächst sie an trockenen bis mäßig trockenen Ruderalstellen und Säumen, ihre Teilfrüchte tragen Widerhaken. Die Pflanze enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide und wird nicht gegessen.
Wie pflegst du die Hundszunge richtig für eine reiche Blüte?
Gieße frisch gesetzte Pflanzen bei anhaltender Trockenheit durchdringend, am besten morgens direkt an den Wurzeln, und vermeide Staunässe. Dünge nach einer Bodenuntersuchung statt nach Kalender und gib ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr. Das Ausputzen welker Blüten kann die Blüte fördern. Lass aber einen Teil der Fruchtstände ausreifen, weil die zweijährige Pflanze nur über Samen Nachwuchs bildet.
Welche Rolle spielt die Selbstaussaat bei der Hundszunge im Garten?
Die Gewöhnliche Hundszunge ist zweijährig und bleibt dir im Garten nur über ihre Samen erhalten. Lass deshalb nach der Blüte einen Teil der Fruchtstände ausreifen. Sämlinge siedeln sich besonders gut auf offenem Boden mit wenig Konkurrenz an einem sonnigen, warmen Platz an. Wo du keine Ausbreitung willst, kann das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten die Selbstaussaat verhindern.
Welche Nährstoffe benötigt die Hundszunge für optimale Blütenentwicklung?
Die Zeigerwerte der Hundszunge stehen für nährstoffreiche, neutral bis basisch reagierende Standorte, eine feste Düngermenge lässt sich daraus aber nicht ableiten. Wie viel dein Boden schon liefert, zeigt eine Bodenuntersuchung, und nach ihrer Empfehlung richtest du die Düngung aus. Kompost liefert ebenfalls Nährstoffe und zählt bei der Rechnung mit. Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit die Pflanzen ausreichend aushärten.
Welche Pflegefehler solltest du bei der Hundszunge vermeiden?
Vermeide länger anhaltende Staunässe, denn sie verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Dünge nicht zu spät und nicht zu reichlich, weil das bei Stauden die Gefährdung im Winter erhöht. Schneide nicht alle Blütenstände ab, sonst fehlen der zweijährigen Pflanze die Samen für den Nachwuchs. Iss außerdem keine Pflanzenteile, denn die Hundszunge enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide.
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