Vielfalt der Chicoree-Sorten: Ein umfassender Überblick für Gärtner und Genießer

Chicoree: Das vielseitige Wintergemüse mit Charakter

Chicoree ist ein bemerkenswertes Gemüse, das in der kalten Jahreszeit für Abwechslung auf dem Teller sorgt. Ob roh im Salat oder gegart als Beilage – seine vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten machen es zu einem beliebten Wintergemüse.

Chicoree-Wissen kompakt

  • Botanisch zur Familie der Korbblütler gehörend
  • Anbau in zwei Phasen: Wurzelproduktion und Treiberei
  • Vielfältige Sorten mit unterschiedlichen Geschmacksnuancen
  • Reich an Vitaminen und Ballaststoffen
  • Charakteristische Bitterstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung

Einführung in die Welt des Chicoree

Definition und botanische Einordnung

Chicoree, wissenschaftlich als Cichorium intybus var. foliosum bekannt, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es handelt sich um eine Kulturform der Gemeinen Wegwarte, die speziell für die Produktion von Blattsprossen gezüchtet wurde. Die knackigen, länglichen Sprosse mit ihren eng anliegenden Blättern sind das Ergebnis eines aufwendigen Anbauverfahrens.

Geschichte und Herkunft

Die Entdeckung des Chicorees als Gemüse war eher ein Zufall. Im 19. Jahrhundert bemerkte ein belgischer Bauer, dass Zichorienwurzeln, die er in seinem dunklen Keller gelagert hatte, blasse Sprossen trieben. Diese Sprossen schmeckten überraschend mild und knackig. Seitdem hat sich der Anbau von Chicoree stetig weiterentwickelt. Heute ist er besonders in Belgien, den Niederlanden und Nordfrankreich verbreitet, findet aber auch in Deutschland immer mehr Anhänger.

Ernährungsphysiologische Bedeutung

Chicoree ist nicht nur geschmacklich interessant, sondern auch aus ernährungsphysiologischer Sicht wertvoll. Er ist kalorienarm und enthält wichtige Vitamine wie Folsäure und Vitamin C. Besonders hervorzuheben sind die enthaltenen Bitterstoffe, allen voran das Intybin. Diese regen die Verdauung an und können sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken. Zudem ist Chicoree reich an Ballaststoffen, die für eine gesunde Darmflora sorgen.

Hauptkategorien von Chicoree-Sorten

Treibchicoree

Merkmale und Eigenschaften

Treibchicoree ist die am häufigsten anzutreffende Form. Er wird in einem zweistufigen Verfahren angebaut: Zunächst werden die Wurzeln im Freiland kultiviert. Im Herbst werden diese geerntet und in dunklen Räumen bei kontrollierten Bedingungen zum Treiben gebracht. Dies führt zur Bildung der charakteristischen weißen Sprosse mit gelben Blattspitzen. Treibchicoree zeichnet sich durch seinen milden bis leicht bitteren Geschmack aus und ist besonders zart.

Beliebte Treibchicoree-Sorten

Es gibt verschiedene Sorten von Treibchicoree, die sich in Größe, Form und Geschmacksintensität unterscheiden. Einige beliebte Sorten sind:

  • Zoom F1: Eine ertragreiche Sorte mit kompakten, festen Sprossen
  • Vintor F1: Zeichnet sich durch besonders große, schwere Köpfe aus
  • Mittelfeine: Eine klassische Sorte mit ausgewogenem Geschmack

Freilandchicoree

Charakteristika und Anbaubesonderheiten

Im Gegensatz zum Treibchicoree wächst Freilandchicoree, wie der Name schon sagt, direkt im Garten oder auf dem Feld. Er bildet lockere Köpfe mit grünlichen bis rötlichen Blättern. Der Anbau ist einfacher als beim Treibchicoree, da keine spezielle Treibphase erforderlich ist. Allerdings ist Freilandchicoree oft bitterer im Geschmack und weniger zart in der Textur.

Populäre Freilandchicoree-Sorten

Auch beim Freilandchicoree gibt es eine Vielzahl von Sorten:

  • Zuckerhut: Bildet längliche, feste Köpfe mit grünen Außenblättern
  • Rossa di Verona: Eine rotblättrige Sorte mit intensivem Geschmack
  • Catalogna: Hat schmale, gezahnte Blätter und einen nussigen Geschmack

Farbvarianten von Chicoree

Weißer Chicoree

Geschmacksprofil und Verwendung

Weißer Chicoree ist die klassische und am weitesten verbreitete Variante. Sein Geschmack reicht von mild bis leicht bitter, wobei die Intensität von der Sorte und den Anbaubedingungen abhängt. Er eignet sich hervorragend für rohe Salate, kann aber auch gedünstet, gegrillt oder überbacken werden. Die zarten Blätter harmonieren gut mit süßlichen Zutaten wie Äpfeln oder Orangen, die die Bitterkeit ausgleichen.

Bekannte weiße Sorten

Einige beliebte weiße Chicoree-Sorten sind:

  • Bea: Eine frühe Sorte mit kompakten Köpfen
  • Platine: Zeichnet sich durch besonders milde Blätter aus
  • Focus: Eine ertragreiche Sorte mit festen, gleichmäßigen Sprossen

Roter Chicoree (Radicchio)

Geschmackliche Besonderheiten

Roter Chicoree, oft auch als Radicchio bezeichnet, besticht durch seine intensiv rote Färbung und seinen kräftigen, oft herb-bitteren Geschmack. Diese Bitterkeit macht ihn zu einer interessanten Komponente in Salaten und gekochten Gerichten. Durch Grillen oder Braten entwickelt er eine leichte Süße, die seinen Geschmack abrundet.

Beliebte rote Sorten

Bei den roten Chicoree-Sorten gibt es eine beeindruckende Vielfalt:

  • Radicchio di Treviso: Längliche Form mit dunkelroten Blättern und weißen Rippen
  • Radicchio di Chioggia: Bildet runde, feste Köpfe ähnlich einem Rotkohl
  • Palla Rossa: Eine kugelförmige Sorte mit intensiv roter Färbung

Die Vielfalt der Chicoree-Sorten bietet für jeden Geschmack und jede Verwendung die passende Variante. Ob mild oder bitter, weiß oder rot – Chicoree bereichert die winterliche Küche und sorgt für Abwechslung auf dem Teller.

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Bunter Chicoree: Ein Fest für Augen und Gaumen

Neben den klassischen weißen und roten Sorten gibt es auch bunte Chicoree-Varianten, die optisch und geschmacklich beeindrucken. Diese Vielfalt entsteht durch gezielte Züchtung und bietet Gärtnern wie Feinschmeckern interessante Möglichkeiten.

Optische und geschmackliche Vielfalt

Bunte Chicoree-Sorten zeichnen sich durch ihre farbenfrohen Blätter aus, die von zartem Rosa über kräftiges Rot bis hin zu violetten und grünlichen Tönen reichen können. Diese Farbenpracht macht sie zu einem attraktiven Element auf dem Teller. Geschmacklich bieten sie oft eine ausgewogene Mischung aus der typischen Bitterkeit des Chicorees und einer leichten Süße.

Interessante bunte Sorten

  • Rossa di Verona: Eine italienische Sorte mit rotvioletten Blättern und einem milden, nussigen Geschmack.
  • Palla Rossa: Bildet kompakte, runde Köpfe mit rötlichen Blättern und einem ausgewogenen Aroma.
  • Variegata di Castelfranco: Eine besonders ansprechende Sorte mit cremeweißen, rotgefleckten Blättern und einem zarten Geschmack.

Spezielle Chicoree-Typen: Vielfalt im Gemüsebeet

Neben den bekannten Chicoree-Sorten gibt es einige spezielle Typen, die sich durch besondere Eigenschaften auszeichnen und in der Küche vielseitig einsetzbar sind.

Zuckerhut (Fleischkraut): Der süße Verwandte

Der Zuckerhut, auch als Fleischkraut bekannt, ist eine besondere Form des Chicorees mit länglichen, kegelförmigen Köpfen.

Merkmale und Anbau

Zuckerhut bildet feste, bis zu 30 cm lange Köpfe mit hellgrünen Blättern. Er ist winterhart und kann direkt im Freiland angebaut werden. Die Aussaat erfolgt im Mai bis Juni, die Ernte von Oktober bis in den Winter hinein.

Kulinarische Verwendung

Zuckerhut zeichnet sich durch seinen milden, leicht süßlichen Geschmack aus. Er eignet sich gut für Salate, kann aber auch gedünstet oder gegrillt werden. Seine knackige Textur macht ihn zu einer beliebten Zutat in der winterlichen Küche.

Catalogna-Zichorie: Der mediterrane Genuss

Die Catalogna-Zichorie, auch Puntarelle genannt, ist eine beliebte Gemüsesorte in der italienischen Küche.

Charakteristika und Anbau

Catalogna bildet lange, schmale Blätter und knackige Sprosse. Sie wird im Frühjahr oder Spätsommer ausgesät und benötigt einen sonnigen Standort. Die Ernte erfolgt, wenn die Sprosse etwa 15-20 cm lang sind.

Einsatz in der Küche

Die zarten Sprosse und Blätter der Catalogna werden oft roh in Salaten verwendet. Sie haben einen leicht bitteren, nussigen Geschmack. In Italien werden die Sprosse häufig mit einer Knoblauch-Anchovis-Sauce serviert.

Wurzelzichorie: Mehr als nur Kaffeeersatz

Die Wurzelzichorie ist vor allem für ihre Verwendung als Kaffeeersatz bekannt, bietet aber noch weitere interessante Nutzungsmöglichkeiten.

Besonderheiten im Anbau

Wurzelzichorie wird im Frühjahr ausgesät und benötigt einen tiefgründigen, lockeren Boden. Die Pflanzen bilden lange, fleischige Wurzeln, die im Herbst geerntet werden. Sie sind winterhart und können bei Bedarf auch im Boden überwintern.

Verwendung als Kaffeeersatz

Die gerösteten und gemahlenen Wurzeln der Zichorie werden seit Jahrhunderten als Kaffeeersatz oder -zusatz verwendet. Sie geben dem Getränk eine leicht malzige Note und sind koffeinfrei. Darüber hinaus können die Wurzeln auch als Gemüse zubereitet werden, ähnlich wie Schwarzwurzeln.

Anbaumethoden für verschiedene Chicoree-Sorten

Je nach Chicoree-Sorte und gewünschtem Erntezeitpunkt kommen unterschiedliche Anbaumethoden zum Einsatz. Hier ein Überblick über die wichtigsten Techniken:

Freilandanbau: Der klassische Weg

Viele Chicoree-Sorten lassen sich problemlos im Freiland anbauen. Dabei ist eine gute Vorbereitung des Bodens wichtig für den Erfolg.

Bodenvorbereitung und Aussaat

Der Boden sollte tiefgründig gelockert und mit Kompost angereichert werden. Chicoree bevorzugt einen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. Die Aussaat erfolgt in Reihen mit einem Abstand von etwa 30 cm. Die Samen werden nur leicht mit Erde bedeckt, da sie Lichtkeimer sind.

Pflege und Ernte

Regelmäßiges Hacken und Wässern bei Trockenheit sind wichtig. Je nach Sorte kann die Ernte nach 60 bis 120 Tagen beginnen. Bei Zuckerhut und anderen winterharten Sorten kann die Ernte bis in den Winter hinein erfolgen.

Treiberei: Der Weg zum zarten Wintergemüse

Die Treiberei ist eine spezielle Methode, um auch im Winter frischen Chicoree zu ernten. Sie wird vor allem bei Treibchicoree-Sorten angewendet.

Vorbereitung der Wurzeln

Die Wurzeln werden im Sommer im Freiland angezogen. Im Herbst werden sie geerntet und die Blätter bis auf etwa 2 cm über dem Wurzelhals entfernt. Die Wurzeln können dann eingelagert oder direkt zur Treiberei verwendet werden.

Treibprozess und Lichtabschirmung

Die Wurzeln werden aufrecht in Kisten oder Beete gepflanzt und mit Erde bedeckt. Wichtig ist eine vollständige Dunkelheit während des Treibens, um die Bildung von Bitterstoffen zu verhindern. Bei einer Temperatur von 10-15°C bilden sich nach 3-4 Wochen die charakteristischen weißen Chicoree-Köpfe.

Mit diesen vielfältigen Anbaumethoden und der großen Sortenauswahl bietet Chicoree für jeden Gärtner und Feinschmecker interessante Möglichkeiten. Ob knackiger Salat im Sommer oder zartes Wintergemüse – Chicoree bereichert den Garten und die Küche das ganze Jahr über.

Chicoree-Sorten für spezielle Anbausituationen

Sorten für den Balkon- und Terrassenanbau

Auch ohne großen Garten kann man selbst gezogenen Chicoree genießen. Für Balkon und Terrasse eignen sich kompakte Sorten wie 'Zoom F1' oder 'Vintor'. Diese bilden kleinere Köpfe und gedeihen gut in Töpfen oder Balkonkästen. Eine Topftiefe von mindestens 20 cm ist für die Wurzelbildung wichtig.

Chicoree im Gewächshaus

Im Gewächshaus lässt sich Chicoree ganzjährig anbauen. Sorten wie 'Metafora' oder 'Totem' reagieren weniger empfindlich auf Temperaturschwankungen. Die kontrollierte Umgebung ermöglicht eine präzise Steuerung der Lichtbedingungen, was für die Treiberei vorteilhaft ist.

Geeignete Sorten für den Bio-Anbau

Für den biologischen Anbau eignen sich robuste Sorten wie 'Redoria' oder 'Platine'. Diese zeichnen sich durch höhere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge aus, was den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel erleichtert. Oft sind sie auch besser an lokale Klimabedingungen angepasst.

Geschmacksprofile verschiedener Chicoree-Sorten

Milde Sorten für Einsteiger

Für Chicoree-Neulinge oder Liebhaber milderer Geschmacksnoten sind Sorten wie 'Bea' oder 'Fakir' geeignet. Diese Züchtungen haben einen milderen Geschmack und eine leichte Süße, die den typischen Bittergeschmack ausgleicht. Sie passen gut in Salate oder als Rohkost.

Intensiv bittere Sorten für Liebhaber

Viele Chicoree-Fans schätzen den intensiven Bittergeschmack. Sorten wie 'Cesare' oder 'Fiero' bieten genau das. Ihr kräftiges Aroma entfaltet sich besonders in gekochten Gerichten oder als Kontrast in Salaten mit süßlichen Zutaten wie Äpfeln oder Nüssen.

Sorten mit besonderen Geschmacksnoten

Manche Chicoree-Sorten überraschen mit ungewöhnlichen Geschmacksnuancen. Die Sorte 'Rossa di Verona' hat neben ihrer auffälligen roten Färbung leicht nussige Untertöne. 'Catalogna' besticht durch ein leicht pfeffriges Aroma, das in der italienischen Küche geschätzt wird.

Erntezeit und Lagerung

Optimale Erntezeitpunkte für verschiedene Sorten

Der richtige Erntezeitpunkt variiert je nach Sorte und Anbaumethode. Freiland-Chicoree wie 'Zuckerhut' wird meist im späten Herbst geerntet, nach den ersten Frösten. Treibsorten wie 'Witloof' werden in zwei Phasen kultiviert: Die Wurzeln werden im Herbst geerntet und im Winter zur Sprossung gebracht. Die Spitzen sind nach etwa 3-4 Wochen erntereif, wenn sie fest und kompakt sind.

Lagerungsmethoden zur Geschmackserhaltung

Für optimalen Geschmack und Knackigkeit sollte Chicoree kühl und dunkel gelagert werden. Die Köpfe in feuchtes Küchenpapier wickeln und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren hält sie bis zu zwei Wochen frisch. Chicoree nicht neben Äpfeln oder Tomaten lagern, da deren Ethylen-Ausstoß ihn schneller altern lässt.

Haltbarkeit verschiedener Chicoree-Typen

Die Haltbarkeit unterscheidet sich je nach Chicoree-Typ. Freiland-Chicoree wie Radicchio hält bei kühler Lagerung bis zu drei Wochen. Treibchicoree ist empfindlicher und sollte innerhalb einer Woche verbraucht werden. Rote Sorten wie 'Rossa di Treviso' haben oft eine etwas längere Haltbarkeit als weiße Sorten.

Krankheiten und Schädlinge bei Chicoree

Häufige Probleme im Anbau

Im Chicoree-Anbau treten oft Pilzerkrankungen wie Grauschimmel (Botrytis) und Sklerotinia-Fäule auf. Blattläuse können besonders bei Freiland-Chicoree Schäden verursachen. In der Treiberei kann zu hohe Luftfeuchtigkeit zu Bakterienfäule führen. Gute Belüftung und optimale Temperatur sind daher wichtig.

Sortenspezifische Resistenzen und Anfälligkeiten

Moderne Züchtungen wie 'Vintor' oder 'Platine' zeigen oft verbesserte Resistenzen gegen gängige Krankheiten. 'Redoria' beispielsweise ist weniger anfällig für Blattlausbefall. Allerdings ist keine Sorte gegen alle Krankheiten resistent, und Resistenzen können mit der Zeit nachlassen.

Biologische und integrierte Pflanzenschutzmaßnahmen

Für nachhaltigen Chicoree-Anbau eignen sich biologische Pflanzenschutzmaßnahmen. Nützlinge wie Florfliegen oder Marienkäfer helfen gegen Blattläuse. Gegen Pilzerkrankungen wirken vorbeugende Maßnahmen wie gute Fruchtfolge und Kompost zur Bodenverbesserung. Bei der Treiberei ist sorgfältige Hygiene wichtig, um Infektionen zu vermeiden. In hartnäckigen Fällen können biologische Pflanzenstärkungsmittel aus Algen oder Pflanzenextrakten eingesetzt werden.

Kulinarische Verwendung verschiedener Chicoree-Sorten

Rohe Zubereitung in Salaten

Chicoree ist ein vielseitiges Gemüse, das sich hervorragend für frische Salate eignet. Die knackigen Blätter verleihen jedem Salat eine angenehme Textur und einen leicht bitteren Geschmack. Besonders beliebt sind Kombinationen mit süßen Früchten wie Äpfeln oder Birnen, die den Bittergeschmack ausgleichen. Ein Klassiker ist der Waldorfsalat mit Chicoree, Äpfeln, Walnüssen und einer cremigen Joghurt-Dressing.

Gekochte und gebratene Gerichte

Gekocht oder gebraten entfaltet Chicoree ein ganz anderes Geschmacksprofil. Durch die Hitze wird die Bitterkeit gemildert und es entwickeln sich süßliche Noten. Ein beliebtes Gericht ist gratinierter Chicoree, bei dem die Köpfe in Schinken gewickelt und mit Käse überbacken werden. Auch als Beilage zu Fisch oder Fleisch macht sich Chicoree gut - einfach in Butter angebraten und mit etwas Zitrone und Petersilie verfeinert.

Innovative Rezeptideen für spezielle Sorten

Für experimentierfreudige Köche bieten die verschiedenen Chicoree-Sorten interessante Möglichkeiten. Roter Chicoree eignet sich gut für farbenfrohe Salate oder als essbarer Löffel für Fingerfood. Zuckerhut-Chicoree kann man hervorragend grillen - einfach längs halbieren, mit Olivenöl bestreichen und kurz auf den Grill legen. Die Catalogna-Zichorie schmeckt besonders gut als Pesto oder in einer Frittata.

Züchtung und Entwicklung neuer Chicoree-Sorten

Aktuelle Trends in der Chicoree-Züchtung

Die Züchtung von Chicoree konzentriert sich derzeit auf mehrere Aspekte. Ein wichtiges Ziel ist die Reduzierung der Bitterkeit, um den Geschmack für ein breiteres Publikum attraktiver zu machen. Gleichzeitig arbeiten Züchter daran, die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge zu verbessern. Ein weiterer Trend ist die Entwicklung von Sorten mit höherem Ertrag und längerer Haltbarkeit nach der Ernte.

Zukünftige Entwicklungen und Potenziale

Die Zukunft der Chicoree-Züchtung birgt interessante Möglichkeiten. Forscher arbeiten an Sorten mit erhöhtem Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen wie Antioxidantien. Auch die Anpassung an verschiedene Klimabedingungen steht im Fokus, um den Anbau in unterschiedlichen Regionen zu ermöglichen. Einige Züchter experimentieren sogar mit bunten Chicoree-Varianten, die nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch überzeugen sollen.

Die Vielfalt des Chicoree: Ein Gemüse für jeden Geschmack

Zusammenfassung der Sortenvielfalt

Von klassischem weißen Treibchicoree über roten Radicchio bis hin zu Zuckerhut und Catalogna-Zichorie - die Welt des Chicoree ist bemerkenswert vielfältig. Jede Sorte hat ihre eigenen Charakteristika in Geschmack, Textur und Verwendungsmöglichkeiten. Diese Vielfalt macht Chicoree zu einem interessanten Gemüse für Gärtner und Feinschmecker gleichermaßen.

Entscheidungshilfen für die Sortenwahl

Bei der Wahl der richtigen Chicoree-Sorte spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Für Einsteiger eignen sich mildere Sorten wie der klassische weiße Chicoree. Liebhaber intensiverer Geschmäcker greifen eher zu Radicchio oder Catalogna. Auch der geplante Verwendungszweck sollte berücksichtigt werden - während sich einige Sorten besonders gut für Salate eignen, machen andere beim Kochen oder Grillen eine gute Figur.

Ausblick auf die Zukunft des Chicoree-Anbaus

Der Chicoree-Anbau steht vor interessanten Herausforderungen und Chancen. Mit der zunehmenden Nachfrage nach gesunden, vielseitigen Gemüsesorten könnte Chicoree in Zukunft eine noch größere Rolle in unserer Ernährung spielen. Die Entwicklung neuer Sorten, die sowohl geschmacklich überzeugen als auch robust im Anbau sind, wird dabei wichtig sein. Gleichzeitig bietet der Trend zu regionalen und saisonalen Produkten Chancen für lokale Anbauer, mit speziellen Chicoree-Sorten neue Märkte zu erschließen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich dieses vielseitige Gemüse in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was ist Chicoree und zu welcher Pflanzenfamilie gehört er?
    Chicoree, wissenschaftlich als Cichorium intybus var. foliosum bekannt, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es handelt sich um eine Kulturform der Gemeinen Wegwarte, die speziell für die Produktion von Blattsprossen gezüchtet wurde. Die charakteristischen knackigen, länglichen Sprosse mit eng anliegenden Blättern entstehen durch ein spezielles Anbauverfahren. Als Mitglied der Korbblütler-Familie ist Chicoree mit anderen bekannten Gemüsesorten wie Löwenzahn, Endivien und Artischocken verwandt. Die Pflanze wurde ursprünglich aus der wild wachsenden Wegwarte entwickelt und hat sich zu einem vielseitigen Wintergemüse entwickelt, das sowohl roh als auch gegart verwendet werden kann. Seine botanische Zugehörigkeit erklärt auch die charakteristischen Bitterstoffe, die typisch für viele Korbblütler sind.
  2. Welche Haupttypen von Chicoree-Sorten gibt es?
    Die Haupttypen von Chicoree-Sorten lassen sich in zwei große Kategorien unterteilen: Treibchicoree und Freilandchicoree. Treibchicoree ist die am häufigsten anzutreffende Form und wird in einem zweistufigen Verfahren kultiviert. Zunächst werden die Wurzeln im Freiland angezogen, dann im Herbst geerntet und in dunklen Räumen zur Bildung der charakteristischen weißen Sprosse gebracht. Beliebte Treibsorten sind 'Zoom F1', 'Vintor F1' und 'Mittelfeine'. Freilandchicoree hingegen wächst direkt im Garten und bildet lockere Köpfe mit grünlichen bis rötlichen Blättern. Zu dieser Kategorie gehören Sorten wie 'Zuckerhut', 'Rossa di Verona' und 'Catalogna'. Zusätzlich gibt es Farbvarianten wie weißen Chicoree, roten Chicoree (Radicchio) und bunte Sorten, die sich in Geschmack, Aussehen und Verwendungszweck unterscheiden.
  3. Wie unterscheidet sich Treibchicoree vom Freilandchicoree?
    Der Hauptunterschied liegt im Anbauverfahren und den resultierenden Eigenschaften. Treibchicoree durchläuft einen zweiphasigen Anbau: Die Wurzeln werden zunächst im Freiland kultiviert, dann geerntet und in dunklen Räumen bei kontrollierten Bedingungen zur Sprossung gebracht. Dies führt zu den charakteristischen weißen Sprossen mit gelben Blattspitzen, die besonders zart sind und einen milden bis leicht bitteren Geschmack haben. Freilandchicoree wächst dagegen direkt im Garten ohne spezielle Treibphase und bildet lockere Köpfe mit grünlichen bis rötlichen Blättern. Der Anbau ist einfacher, da keine aufwendige Treiberei erforderlich ist. Allerdings ist Freilandchicoree oft bitterer im Geschmack und weniger zart in der Textur. Während Treibchicoree ganzjährig in kontrollierten Umgebungen produziert werden kann, ist Freilandchicoree saisonal begrenzt und wird hauptsächlich im Herbst und Winter geerntet.
  4. Was ist der zweiphasige Anbau bei Treibchicoree?
    Der zweiphasige Anbau bei Treibchicoree ist ein spezielles Kultivierungsverfahren, das in zwei deutlich getrennten Phasen abläuft. In der ersten Phase, der Wurzelproduktion, werden die Chicoree-Pflanzen im Freiland angebaut. Die Aussaat erfolgt meist im Frühjahr, und die Pflanzen entwickeln während der Sommermonate kräftige, fleischige Wurzeln. Diese Wurzeln speichern Nährstoffe und Energie für die spätere Sprossbildung. Im Herbst werden die Wurzeln geerntet und die Blätter bis auf etwa 2 cm über dem Wurzelhals entfernt. Die zweite Phase ist die eigentliche Treiberei: Die Wurzeln werden aufrecht in Kisten oder Beete gepflanzt, mit Erde bedeckt und bei völliger Dunkelheit und Temperaturen von 10-15°C zur Sprossung gebracht. Nach 3-4 Wochen bilden sich die charakteristischen weißen, kompakten Chicoree-Köpfe. Dieses Verfahren ermöglicht die ganzjährige Produktion von hochwertigem Chicoree.
  5. Warum ist Lichtabschirmung bei der Chicoree-Treiberei wichtig?
    Die vollständige Lichtabschirmung ist bei der Chicoree-Treiberei von entscheidender Bedeutung für die Qualität des Endprodukts. Ohne Licht bleiben die Sprosse weiß und entwickeln ihre charakteristische zarte Textur. Lichteinfall würde zur Bildung von Chlorophyll führen, wodurch die Blätter grün werden und gleichzeitig verstärkt Bitterstoffe produziert werden. Dies würde den Geschmack erheblich beeinträchtigen und die Sprosse zäher machen. Die Dunkelheit verhindert auch die normale Photosynthese, wodurch die Pflanze ihre gespeicherten Nährstoffe aus der Wurzel für das Wachstum der Sprosse verwendet. Dadurch entstehen die kompakten, fest geschlossenen Köpfe mit den typischen gelben Blattspitzen. Professionelle Anbauer verwenden spezielle Abdeckmaterialien oder dunkle Räume, um eine vollständige Lichtabschirmung zu gewährleisten. Selbst kleine Lichtspalten können die Qualität der Chicoree-Köpfe negativ beeinflussen und zu ungleichmäßiger Färbung führen.
  6. Worin unterscheiden sich Chicoree und Endivien im Geschmack?
    Chicoree und Endivien gehören beide zur Familie der Korbblütler, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Geschmacksprofil. Chicoree hat einen charakteristischen, oft intensiven bitteren Geschmack, der durch die enthaltenen Bitterstoffe wie Intybin verursacht wird. Je nach Sorte kann diese Bitterkeit von mild bis sehr ausgeprägt variieren. Treibchicoree ist dabei meist milder als Freilandchicoree. Die Bitterkeit verleiht Chicoree seinen unverwechselbaren Charakter und macht ihn zu einem geschätzten Wintergemüse. Endivien hingegen haben einen deutlich milderen, weniger bitteren Geschmack mit einer leicht nussigen Note. Ihre Bitterkeit ist subtiler und wird oft als angenehm empfunden. Endivien besitzen zudem eine knackigere, saftigere Textur im Vergleich zum festeren Chicoree. Während Chicoree oft als 'erworben' Geschmack gilt, sind Endivien für die meisten Gaumen zugänglicher und werden häufig als Einstieg in die Welt der leicht bitteren Salate empfohlen.
  7. Was ist der Unterschied zwischen Radicchio und normalem Chicoree?
    Radicchio ist eine spezielle Form des roten Chicorees und unterscheidet sich vom normalen weißen Chicoree in mehreren wichtigen Aspekten. Der offensichtlichste Unterschied ist die Färbung: Radicchio besticht durch seine intensiv rote bis violette Farbe mit weißen Blattrippen, während normaler Chicoree weiß bis gelblich ist. Geschmacklich ist Radicchio deutlich kräftiger und herb-bitterer als weißer Chicoree. Diese intensivere Bitterkeit macht ihn zu einer interessanten Komponente in Salaten und gekochten Gerichten. Beliebte Radicchio-Sorten sind 'Radicchio di Treviso' mit länglicher Form und 'Radicchio di Chioggia' mit runden, festen Köpfen. Während normaler Chicoree hauptsächlich durch Treiberei produziert wird, wächst Radicchio meist im Freiland. Durch Grillen oder Braten entwickelt Radicchio eine leichte Süße, die seinen Geschmack abrundet. Nutritiv sind beide Varianten wertvoll, wobei die rote Färbung des Radicchio auf zusätzliche Antioxidantien hinweist.
  8. Welche gesundheitsfördernden Eigenschaften haben Chicoree-Bitterstoffe?
    Die Bitterstoffe in Chicoree, allen voran das Intybin, besitzen verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften, die das Gemüse zu mehr als nur einer Geschmackskomponente machen. Diese natürlichen Verbindungen regen die Verdauung an, indem sie die Produktion von Verdauungssäften stimulieren und die Magen-Darm-Tätigkeit fördern. Dies kann besonders nach schweren Mahlzeiten hilfreich sein. Die Bitterstoffe können sich zudem positiv auf den Stoffwechsel auswirken und die Leberfunktion unterstützen. Traditionell werden bittere Gemüse in der Naturheilkunde zur Entgiftung und Reinigung des Körpers eingesetzt. Darüber hinaus können die Bitterstoffe appetitanregend wirken und bei regelmäßigem Verzehr zur Gewöhnung an natürliche, unverarbeitete Geschmäcker beitragen. Chicoree ist zusätzlich reich an Ballaststoffen, die eine gesunde Darmflora fördern, sowie an wichtigen Vitaminen wie Folsäure und Vitamin C. Die Kombination aus Bitterstoffen und anderen Nährstoffen macht Chicoree zu einem wertvollen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
  9. Wo kann man qualitativ hochwertiges Chicoree-Saatgut kaufen?
    Qualitativ hochwertiges Chicoree-Saatgut erhält man am besten bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die sich auf Gemüsesamen konzentrieren. Etablierte Online-Gartenshops wie samen.de bieten eine große Auswahl verschiedener Chicoree-Sorten mit detaillierten Anbauhinweisen und Qualitätsgarantien. Beim Kauf sollte man auf Keimfähigkeit, Sortenreinheit und das Erntejahr achten - frisches Saatgut keimt deutlich besser. Seriöse Anbieter geben diese Informationen transparent an und bieten oft auch Bio-zertifizierte Sorten an. Local Gartencenter und Raiffeisen-Märkte führen ebenfalls Chicoree-Saatgut, meist von bekannten Herstellern. Bei der Sortenwahl sollte man zwischen Treib- und Freilandsorten unterscheiden und auf regionale Klimaanpassung achten. Professionelle Gartenshops beraten auch bei der Auswahl der passenden Sorte für den jeweiligen Anbautyp. Wichtig ist, nur bei vertrauenswürdigen Händlern zu kaufen, die eine ordnungsgemäße Lagerung des Saatguts gewährleisten können.
  10. Welche Bio-Chicoree-Sorten bieten spezialisierte Gartenshops wie samen.de?
    Spezialisierte Gartenshops wie samen.de führen typischerweise ein breites Sortiment an Bio-zertifizierten Chicoree-Sorten für unterschiedliche Anbauansprüche. Das Angebot umfasst meist klassische Treibsorten wie 'Zoom F1' und 'Vintor F1' in Bio-Qualität, die sich durch hohe Erträge und gute Treibergebnisse auszeichnen. Für den Freilandanbau werden robuste Bio-Sorten wie 'Zuckerhut', 'Rossa di Verona' oder 'Catalogna' angeboten, die sich durch natürliche Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge auszeichnen. Viele Gartenfachgeschäfte führen auch seltene und regionale Sorten in Bio-Qualität, die besondere Geschmacksnuancen oder historische Bedeutung haben. Die Bio-Zertifizierung garantiert, dass das Saatgut ohne chemische Behandlung und Gentechnik produziert wurde. Erfahrene Anbieter bieten zusätzlich detaillierte Anbauanleitungen und beraten bei der Sortenwahl. Für Einsteiger werden oft mildere Bio-Sorten empfohlen, während erfahrene Gärtner auch intensivere, traditionelle Varietäten wählen können. Die Verfügbarkeit kann saisonal variieren, daher empfiehlt sich eine rechtzeitige Bestellung.
  11. Wie beeinflusst die Wurzelqualität die Sprosse bei der Chicoree-Treiberei?
    Die Qualität der Wurzeln ist bei der Chicoree-Treiberei von entscheidender Bedeutung für die Qualität der späteren Sprosse. Kräftige, gesunde Wurzeln mit einem Durchmesser von 3-5 cm und einer Länge von 15-20 cm liefern die besten Ergebnisse. Diese müssen während der Freilandphase ausreichend Nährstoffe und Energie in Form von Kohlenhydraten gespeichert haben. Schwache oder zu dünne Wurzeln produzieren kleine, lockere Sprosse mit geringerer Qualität. Verletzungen oder Faulstellen an den Wurzeln können zu Problemen während der Treiberei führen und die Bildung kompakter Köpfe verhindern. Die richtige Lagerung der Wurzeln vor der Treiberei ist ebenfalls wichtig - sie müssen kühl und feucht gehalten werden, dürfen aber nicht faulen. Optimal vorbereitete Wurzeln sollten einen geraden Wuchs haben und frei von Schädlingsbefall sein. Die Qualität der ursprünglichen Aussaat und die Pflege während der Freilandphase bestimmen somit direkt den Erfolg der späteren Treiberei und die Qualität der Chicoree-Köpfe.
  12. Welche Rolle spielen Bitterstoffe beim Geschmacksprofil verschiedener Chicoree-Sorten?
    Bitterstoffe sind das charakteristische Geschmacksmerkmal, das verschiedene Chicoree-Sorten definiert und voneinander unterscheidet. Das Hauptbitterstoff Intybin und verwandte Verbindungen bestimmen maßgeblich das Geschmacksprofil jeder Sorte. Milde Sorten wie 'Bea' oder 'Platine' wurden gezielt auf reduzierten Bitterstoffgehalt gezüchtet, um sie für Einsteiger und geschmackssensible Personen attraktiver zu machen. Diese eignen sich besonders für rohe Salate und Kinder. Im Gegensatz dazu haben intensive Sorten wie 'Cesare' oder traditionelle Radicchio-Varianten einen hohen Bitterstoffgehalt, der von Liebhabern kräftiger Aromen geschätzt wird. Die Bitterstoffkonzentration variiert auch innerhalb einer Pflanze - die äußeren Blätter sind meist bitterer als das Herz. Durch Kochen, Grillen oder Braten werden die Bitterstoffe teilweise abgebaut und entwickeln süßliche Noten. Verschiedene Anbaubedingungen wie Lichtverhältnisse, Temperatur und Nährstoffversorgung beeinflussen ebenfalls die Bitterstoffbildung und damit das finale Geschmacksprofil der jeweiligen Sorte.
  13. Wie entwickeln sich die Nährstoffgehalte bei verschiedenen Chicoree-Arten?
    Die Nährstoffgehalte variieren zwischen den verschiedenen Chicoree-Arten und werden von Faktoren wie Sorte, Anbaumethode und Reifegrad beeinflusst. Generell ist Chicoree kalorienarm und reich an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Freilandchicoree wie Zuckerhut oder Catalogna weist oft höhere Konzentrationen an Vitamin C und Folsäure auf, da die Pflanzen direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Treibchicoree hingegen hat durch den Lichtabschluss geringere Vitamin-C-Gehalte, dafür aber eine höhere Konzentration an Ballaststoffen. Rote Sorten wie Radicchio enthalten zusätzliche Antioxidantien, die für die charakteristische Färbung verantwortlich sind und gesundheitliche Vorteile bieten. Der Bitterstoffgehalt, besonders Intybin, variiert stark zwischen den Sorten und beeinflusst die verdauungsfördernden Eigenschaften. Alle Chicoree-Arten sind reich an Kalium, Folsäure und Ballaststoffen, wobei die genauen Werte je nach Wachstumsbedingungen und Erntezeitpunkt schwanken können. Bio-Sorten zeigen oft ausgewogenere Nährstoffprofile aufgrund natürlicher Anbaumethoden.
  14. Warum bilden italienische Chicoree-Begriffe wie Puntarelle ein eigenes semantisches Feld?
    Italienische Chicoree-Begriffe wie Puntarelle, Radicchio di Treviso oder Catalogna bilden ein eigenes semantisches Feld, weil sie spezifische kulinarische und kulturelle Traditionen repräsentieren, die über die reine botanische Klassifikation hinausgehen. Diese Begriffe sind eng mit regionalen italienischen Anbautraditionen, Zubereitungsarten und geschmacklichen Vorlieben verknüpft. 'Puntarelle' beispielsweise bezeichnet nicht nur die Catalogna-Zichorie, sondern impliziert auch eine bestimmte Zubereitungsart mit charakteristischen Saucen und Gewürzen. 'Radicchio di Treviso' trägt sogar eine geschützte Ursprungsbezeichnung und steht für spezifische Anbaumethoden in einer bestimmten Region. Diese Begriffe schaffen eine semantische Brücke zwischen Botanik, Kulinarik und Kultur. Sie differenzieren nicht nur verschiedene Sorten, sondern transportieren auch Informationen über Geschmacksprofile, Verwendungszwecke und traditionelle Rezepte. In der internationalen Küche haben sich diese italienischen Begriffe etabliert, weil sie präziser und kulturell aufgeladener sind als die allgemeinen deutschen Bezeichnungen und somit ein eigenes, reichhaltiges Bedeutungsfeld erschaffen.
  15. Wie kann man Chicoree erfolgreich im Balkonkasten anbauen?
    Chicoree lässt sich durchaus erfolgreich im Balkonkasten anbauen, wenn einige wichtige Faktoren beachtet werden. Zunächst ist die Wahl des richtigen Behälters entscheidend - er sollte mindestens 20 cm tief sein, um ausreichend Platz für die Wurzelentwicklung zu bieten. Kompakte Sorten wie 'Zoom F1' oder 'Vintor F1' eignen sich besonders gut für den Balkonanbau, da sie kleinere Köpfe bilden und weniger Platz benötigen. Der Balkonkasten sollte an einem sonnigen bis halbschattigen Standort stehen, wobei Morgensonne ideal ist. Eine hochwertige Gemüseerde mit guter Drainage ist wichtig, um Staunässe zu vermeiden. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr direkt in den Kasten mit einem Abstand von etwa 10-15 cm zwischen den Pflanzen. Regelmäßiges, aber mäßiges Gießen ist wichtig - die Erde sollte gleichmäßig feucht, aber nicht nass sein. Für Treibchicoree können die Wurzeln im Herbst geerntet und in einem dunklen Keller oder Schuppen zum Treiben gebracht werden. Mit der richtigen Sortenwahl und Pflege ist auch auf dem Balkon eine erfolgreiche Chicoree-Kultur möglich.
  16. Welche praktischen Tipps gibt es für die Chicoree-Lagerung nach der Ernte?
    Die richtige Lagerung ist entscheidend für den Erhalt von Frische, Geschmack und Nährstoffen nach der Chicoree-Ernte. Chicoree sollte sofort nach der Ernte von Erde befreit und kühl gelagert werden. Optimal ist eine Lagertemperatur von 2-4°C bei hoher Luftfeuchtigkeit von etwa 90-95%. Die Köpfe sollten in feuchtes Küchenpapier oder ein feuchtes Tuch eingewickelt und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Wichtig ist, Chicoree nicht neben ethylen-produzierenden Früchten wie Äpfeln oder Tomaten zu lagern, da deren Ausdünstungen den Alterungsprozess beschleunigen und Bitterkeit verstärken können. In perforierte Plastikbeutel verpackt bleibt Chicoree bis zu zwei Wochen frisch. Treibchicoree ist empfindlicher als Freilandchicoree und sollte innerhalb einer Woche verbraucht werden. Rote Sorten wie Radicchio haben meist eine etwas längere Haltbarkeit. Bei ersten Anzeichen von Welke sollten die äußeren Blätter entfernt werden. Für längere Lagerung können ganze Wurzeln mit anhaftender Erde in feuchtem Sand im Keller eingeschlagen werden.
  17. Stimmt es, dass Chicoree nur bitter schmeckt?
    Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum - Chicoree schmeckt keineswegs nur bitter. Die Geschmackspalette ist deutlich vielfältiger und hängt stark von der Sorte, Anbaumethode und Zubereitung ab. Moderne Züchtungen wie 'Bea' oder 'Platine' wurden gezielt auf milderen Geschmack selektiert und haben nur eine dezente Bitterkeit mit leicht süßlichen Noten. Treibchicoree ist generell milder als Freilandchicoree, da die Lichtabschirmung die Bildung von Bitterstoffen reduziert. Durch verschiedene Zubereitungsarten verändert sich das Geschmacksprofil erheblich: Beim Grillen oder Braten entwickelt Chicoree süßliche, karamellisierte Aromen, die die Bitterkeit überlagern. Roher Chicoree kombiniert mit süßen Früchten wie Äpfeln oder Birnen schmeckt ausgewogen und harmonisch. Auch die Verarbeitung beeinflusst den Geschmack - das bitterste ist der Strunk, während die inneren Blätter milder sind. Zudem gibt es geschmacklich sehr unterschiedliche Sorten: Catalogna hat nussige Noten, während manche Radicchio-Sorten herb-würzige Aromen entwickeln. Mit der richtigen Sortenwahl und Zubereitung ist Chicoree für fast jeden Geschmack geeignet.
  18. Seit wann wird Chicoree als Wintergemüse in Deutschland angebaut?
    Der Anbau von Chicoree als Wintergemüse in Deutschland begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und etablierte sich vor allem im 20. Jahrhundert. Die ursprüngliche Entdeckung des Chicorees als Gemüse erfolgte um 1850 durch einen belgischen Bauer, der zufällig bemerkte, dass Zichorienwurzeln in seinem dunklen Keller blasse, schmackhafte Sprosse trieben. Diese Innovation verbreitete sich zunächst in Belgien, den Niederlanden und Nordfrankreich. In Deutschland fasste der Chicoree-Anbau erst ab den 1920er Jahren Fuß, zunächst hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen und anderen westlichen Regionen mit ähnlichen klimatischen Bedingungen wie in Belgien. Nach dem Zweiten Weltkrieg intensivierte sich der Anbau durch verbesserte Anbautechniken und steigende Nachfrage nach vitaminreichem Wintergemüse. Heute ist Chicoree in Deutschland ein etabliertes Wintergemüse, das sowohl kommerziell angebaut als auch in Hobbygärten kultiviert wird. Die Entwicklung moderner Treibhäuser und Lagertechniken ermöglichte eine ganzjährige Verfügbarkeit, wodurch Chicoree seinen Status als typisches Wintergemüse gefestigt hat.
  19. Was unterscheidet Zichorie von Chicorée und Witloof?
    Die Begriffe Zichorie, Chicorée und Witloof bezeichnen verschiedene Aspekte und Verwendungsformen derselben botanischen Art Cichorium intybus, was oft zu Verwirrung führt. 'Zichorie' ist der Oberbegriff für die gesamte Pflanzengruppe und umfasst sowohl die Wildform (Gemeine Wegwarte) als auch alle Kulturformen. Traditionell wird Zichorie hauptsächlich für die Wurzelnutzung angebaut - die gerösteten Wurzeln dienen als Kaffeeersatz oder -zusatz. 'Chicorée' (französische Schreibweise) oder 'Chicoree' (deutsche Schreibweise) bezeichnet spezifisch die für Blattsprossen gezüchteten Kulturformen. 'Witloof' ist ein belgischer Begriff, der wörtlich 'weißes Blatt' bedeutet und speziell die getriebenen weißen Sprosse des Treibchicorees beschreibt. Witloof-Chicoree ist somit eine Untergruppe des Chicorées und bezeichnet die klassische Form der weißen Treibsprossen. Während Zichorie als Sammelbegriff alle Nutzungsformen einschließt, stehen Chicorée und Witloof für die speziell als Blattgemüse verwendeten Formen. Diese begrifflichen Unterscheidungen spiegeln die verschiedenen kulturellen und kulinarischen Traditionen der jeweiligen Anbauregionen wider.
  20. Wie grenzt sich Catalogna-Zichorie von anderen Salatpflanzen ab?
    Catalogna-Zichorie, auch als Puntarelle bekannt, unterscheidet sich deutlich von anderen Salatpflanzen durch ihre charakteristischen morphologischen und geschmacklichen Eigenschaften. Im Gegensatz zu typischen Kopfsalaten bildet Catalogna keine geschlossenen Köpfe, sondern entwickelt lange, schmale, gezahnte Blätter und knackige hohle Sprosse. Diese Sprosse sind das Besondere an der Catalogna - sie werden traditionell in der italienischen Küche als Delikatesse geschätzt. Geschmacklich hebt sich Catalogna durch ihren leicht bitteren, aber angenehm nussigen Geschmack von anderen Salaten ab, der intensiver ist als bei Kopfsalat, aber milder als bei klassischem Chicoree. Die Textur ist einzigartig knackig und bleibt auch nach längerer Lagerung erhalten. Catalogna ist zudem deutlich robuster als andere Salatpflanzen und verträgt kühlere Temperaturen besser. Ihre Anbauzeit unterscheidet sich ebenfalls - sie wird oft im Spätsommer gesät und im Winter geerntet. Kulinarisch wird sie meist roh in speziellen italienischen Salaten verwendet, oft mit charakteristischen Dressings aus Knoblauch, Sardellen und Olivenöl, was sie von der Verwendung herkömmlicher Salate abgrenzt.
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