Pflanzkartoffel-Mischungen im Biogarten: Sorten wählen, Reihen planen, getrennt ernten
- Eine Pflanzkartoffel-Mischung vereint mehrere Sorten, die sich in Reife, Kochtyp und Anfälligkeit unterscheiden.
- Für den Biogarten nimmst du Pflanzgut aus ökologischer Vermehrung und wählst Sorten mit geringer Krautfäuleanfälligkeit.
- Jede Sorte bekommt ihre eigene, beschriftete Reihe, das erleichtert Gießen, Ernte und Lager.
- Frühe Sorten erntest du portionsweise bei grünem Kraut, Lagersorten erst 2 bis 3 Wochen nach dem Absterben des Krauts.
- Auf dieselbe Fläche kommen Kartoffeln erst nach einer Anbaupause von 4 bis 6 Jahren wieder.

Wer nur eine Kartoffelsorte pflanzt, hat in jeder Reihe dieselbe Reifezeit, denselben Kochtyp und dieselbe Anfälligkeit. Kommt ein nasser Sommer mit KrautfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten., kann er den ganzen Bestand auf dieselbe Weise treffen. Ich pflanze deshalb jedes Jahr mehrere Sorten nebeneinander, jede in ihrer eigenen Reihe. Die frühe Reihe grabe ich im Sommer portionsweise für die Küche aus, während die Lagersorten nebenan weiterwachsen.
Was eine Pflanzkartoffel-Mischung ist
Eine Pflanzkartoffel-Mischung vereint mehrere Kartoffelsorten für dasselbe Beet. Fertige Mischungen enthalten zum Beispiel die drei Sorten Annabelle, Heiderot und Laura. Du kannst dir deine Mischung aber auch aus einzelnen Sorten selbst zusammenstellen. Der Nutzen liegt in drei Punkten:
- Ernte staffeln: Frühe Sorten liefern die ersten Knollen für die Küche, mittelfrühe Sorten halten im Lager bis ins Frühjahr.
- Kochtypen mischen: Festkochende Knollen landen im Kartoffelsalat und als Bratkartoffeln in der Pfanne, mehligkochende in Püree, Suppen und Klößen.
- Risiko verteilen: Sorten unterscheiden sich in ihrer Anfälligkeit für Krautfäule und in ihrem Wasserbedarf, deshalb reagieren nicht alle gleich auf ein schwieriges Jahr. Eine sichere Ernte garantiert dir aber auch die Mischung nicht.
Eine Pflanzkartoffel-Mischung besteht nur aus Kartoffeln verschiedener Sorten. Bei einer Mischkultur stehen Kartoffeln dagegen neben anderen Gemüsearten oder Blumen. Beides lässt sich verbinden, die passenden Nachbarn für die Kartoffelreihen findest du weiter unten.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.
- Anbauort
Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.
Pflege
- Pflege
In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.
- Düngung
Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.
Sorten für die Bio-Mischung auswählen
Im Biogarten wähle ich zuerst nach Robustheit und erst danach nach Küche. Wer der Krautfäule im ökologischen Anbau vorbeugen will, achtet auf drei Kriterien: ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. gegen Krautfäule, frühen Knollenansatz und geringen Stickstoffbedarf. Danach verteilst du die Sorten auf verschiedene Reifezeiten und Kochtypen.
Wie sich die Reifegruppen von sehr früh bis spät unterscheiden und was den Kochtyp bestimmt, erklären die Reifegruppen und Kochtypen im Kartoffel-Ratgeber. Eine Anleitung, wie du eine Mischung von der Pflanzung bis zur Ernte auf Ertrag planst, findest du in einem eigenen Beitrag.
Diese Sorten ergänzen sich in einer Mischung, weil sie sich in Reife, Kochtyp und Robustheit unterscheiden:
| Sorte | Reife und Kochtyp | Besonderheit |
|---|---|---|
| Annabelle | sehr früh bis früh, festkochend | erste Knollen für die Küche; neigt wegen geringer Keimruhe früh zum Austreiben |
| Belana | früh, festkochend | gelbes Fleisch |
| Adretta | mittelfrüh, mehligkochend | vom Züchter als trockentolerant beschrieben, sehr lange Keimruhe, gut lagerfähig |
| Agria | mittelfrüh, je nach Quelle vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend | mittlere bis hohe Anfälligkeit für Kartoffelschorf |
| Linda | je nach Quelle mittelfrüh oder spät, festkochend | tiefgelbes Fleisch |
| Vitelotte | mittelfrüh, mehligkochend und dennoch schnittfest | alte Sorte mit blauviolettem Fleisch, eher geringe Erträge |
| Alanis | mittelspät | geringe Krautfäuleanfälligkeit, Boniturnote 3 in einer Sortenbewertung |
| Cara | spät, vorwiegend festkochend | schließt die Ernte im Herbst ab |
| Laura | vorwiegend festkochend | rote Schale, tiefgelbes Fleisch |
| Bellarosa | vorwiegend festkochend | als trockenheitstolerant beschrieben |
Alte Sorten wie Vitelotte oder Landsorten wie das längliche Bamberger Hörnchen bringen Farbe und Form in die Mischung. Alte Sorten können allerdings gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein, deshalb kaufe ich sie nur als zertifiziertes Pflanzgut. Mehr Porträts stehen im Beitrag über alte Kartoffelsorten und ihre Eigenheiten.
Pflanzgut: ökologisch vermehrt und sortenweise vorgekeimt
Für den ökologischen Anbau nimmst du Pflanzgut aus ökologischer Vermehrung. Achte auf zertifizierte, virusfreie Knollen, denn damit sicherst du dir im Reklamationsfall Ansprüche gegenüber dem Lieferanten.
Annabelle neigt wegen ihrer geringen Keimruhe früh zum Austreiben, Adretta hat dagegen eine sehr lange Keimruhe. Die Sorten einer Mischung keimen also nicht gleich schnell, und ich lege jede in eine eigene flache Kiste mit dem Sortennamen auf der Stirnseite. Die Knollen liegen mit den Augen nach oben, angestrebt sind kurze, stabile Triebe von etwa 1 bis 2 cm. Im ökologischen Anbau kann Vorkeimen einen Wachstumsvorsprung von 10 bis 14 Tagen bringen und einen Teil des Wachstums vor einen möglichen Krautfäulebefall verlegen. Temperatur, Dauer und das AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. vor dem Auspflanzen stehen im Kartoffel-Ratgeber im Abschnitt zu Pflanzgut und Vorkeimen.
Die Mischung ins Beet legen: eine Sorte je Reihe
Leg die Sorten reihenweise, statt alle Knollen bunt durcheinander zu mischen. In einem Feldversuch mit unterschiedlich krautfäuleanfälligen Sorten hat der reihenweise Wechsel den Befall stärker gesenkt als die vollständige Durchmischung. Das ist ein einzelner Versuch und keine Garantie für dein Beet. Reihen helfen dir aber auch im Alltag, weil du jede Sorte nach ihrem Bedarf gießen und zu ihrer Zeit ernten kannst.
Ich setze die frühen Sorten an eine Beetseite und die späten an die andere. So grabe ich die frühen Reihen aus, ohne zwischen wachsenden Pflanzen zu stehen. An jeden Reihenanfang stecke ich ein Schild, und welche Sorte wo steht, halte ich zusätzlich im Beetplaner Reihe für Reihe fest.
Abstand, Tiefe und Dammkultur sind in der Mischung dieselben wie bei jeder Kartoffel und stehen im Kartoffel-Ratgeber unter Pflanzen. Als Richtwert für den Pflanztermin gilt eine durchschnittliche Bodentemperatur von rund 8 Grad. Den Zeitraum für deine Planung zeigt der Pflanzkalender für Kartoffeln zum Ausdrucken.
So plane ich die Reihen einer Mischung.
- Jede Sorte bekommt eine eigene Reihe.
- Frühe Sorten stehen an einer Beetseite, späte an der anderen.
- Am Reihenanfang steckt ein Schild mit dem Sortennamen.
- Sorte, Reihe und Jahr trage ich in den Beetplan ein.
- Tomaten und andere NachtschattengewächseNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. kommen nicht direkt daneben.
„Eine Sortenmischung schützt vor Krautfäule.“ So einfach ist es nicht. Wenig anfällige Sorten und ein reihenweiser Wechsel können den Befall bremsen, verhindern können sie ihn nicht.
Nachbarn für die Kartoffelreihen
Neben die Kartoffelreihen passen Prunkbohnen und Studentenblumen. Tomaten, Paprika, Auberginen, Physalis und Birnenmelonen stellst du nicht daneben, weil sie als Nachtschattengewächse Krankheiten wie die Kraut- und KnollenfäuleKnollenfäule meint meist den Befall von Kartoffelknollen durch den Pilz Phytophthora infestans, den Erreger der Kraut- und Knollenfäule; die Knollen faulen oft erst im Lager. Allgemeiner heißt so jede Fäulnis an Knollen, auch an Blumenknollen. mit Kartoffeln teilen. Günstige Nachbarschaftseffekte sind allerdings schwer nachzuweisen, verlass dich also nicht darauf. Welche Partnerpflanzen neben Kartoffeln passen, beschreibt ein eigener Ratgeber, und einzelne Paare kannst du im Mischkultur-Planer prüfen.
Wenig Platz im Beet? Setz jede Sorte in ein eigenes Gefäß mit Löchern im Boden, damit überschüssiges Wasser abläuft. Vitelotte und Highland Burgundy Red kommen auch für den Kartoffeleimer in Frage. Schwarze Eimer stellst du nicht in die pralle Sonne, weil sie sich für die Pflanzen zu stark erwärmen können.
Pflege im Biogarten: gleiche Grundregeln für alle Sorten
Boden, Wasser und Nährstoffe behandelst du in der Mischung wie bei jeder Kartoffel. Unterschiede machst du dort, wo Sorten verschieden reagieren.
Boden: Kartoffeln wachsen sonnig bis halbschattig in tiefgründigem, nährstoffreichem Boden, der Wasser gut speichert. Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Düngen: Im Gartenboden brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Nur auf armen Böden können späte Hauptsorten beim zweiten Anhäufeln von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren, und in getrennten Reihen gibst du ihn gezielt dort. Zu viel Stickstoff kann Abreife und Schalenfestigkeit verzögern.
Gießen: Besonders wichtig ist Wasser zwischen Knollenansatz und Blüte. Sieglinde braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung, Adretta und Bellarosa gelten als trockentolerant, also gießt du in Trockenphasen zuerst die Sieglinde-Reihe. Ich gieße morgens auf den Boden statt aufs Laub und prüfe danach, ob die Erde 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet ist.
Anhäufeln und Unkraut: Sobald die Triebe erscheinen, hacke ich das Unkraut und häufle handhoch an, 3 bis 4 Wochen später folgt der zweite Durchgang. Im ökologischen Anbau kombinierst du Striegeln und Anhäufeln und erwischst Unkraut möglichst im Fädchenstadium. Dabei verletzt du die Stolonen nicht, an deren Enden die neuen Knollen entstehen.
Die Einzelheiten stehen im Kartoffel-Ratgeber in den Abschnitten zu Boden, Düngen, Gießen und Anhäufeln. Wie du Düngung und Bewässerung auf den Ertrag abstimmst, zeigt ein eigener Beitrag.
Krautfäule und Kartoffelkäfer: vorbeugen statt spritzen
Gegen Krautfäule arbeite ich mit wenig anfälligen Sorten und luftigen Reihen, die schneller abtrocknen, und befallenes Kraut kommt nicht auf den eigenen Kompost. Kartoffelkäfer, ihre orangefarbenen Eigelege an den Blattunterseiten und die Larven sammle ich ab. Woran du Krautfäule erkennst und was sonst vorbeugt, steht im Kartoffel-Ratgeber unter Krankheiten und Schädlinge.
Gestaffelt ernten, Reihe für Reihe
Die frühen Reihen erntest du portionsweise, sobald die Knollen groß genug sind, auch wenn das Kraut noch grün ist. Diese Knollen haben oft noch keine ganz feste Schale und halten höchstens eine Woche, deshalb kommen sie gleich in die Küche. Solange das Kraut grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. In sortenreinen Reihen holst du also die frühen Knollen heraus, während die späteren Sorten nebenan weiter zulegen.
Lagersorten bleiben stehen, bis ihr Kraut vollständig abgestorben ist, und kommen erst 2 bis 3 Wochen danach aus der Erde. Lässt sich die Schale nicht mehr leicht mit dem Daumen abreiben, ist sie fest genug fürs Lager. Die Reifezeichen im Einzelnen beschreibt der Kartoffel-Ratgeber unter Ernte.
Ich ernte bei trockenem Wetter mit der Grabgabel, Reihe für Reihe in beschriftete Kisten. Nimm dabei alle Knollen auf, auch die kleinen, denn das gehört zur Vorbeugung gegen die Kraut- und Knollenfäule.
Sortenrein lagern
Lagere jede Sorte in einem eigenen, beschrifteten Jutesack, denn die Sorten halten unterschiedlich lange. Oberhalb von 8 Grad beginnen Kartoffeln zu keimen, und Annabelle neigt wegen ihrer geringen Keimruhe ohnehin früh zum Austreiben. Ich lege sie deshalb an die kühlste Stelle und verbrauche sie zuerst. Adretta und Freya gelten als gut lagerfähig, sie hole ich später aus dem Lager.
Das Lager hältst du dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad, weil Licht die Knollen ergrünen lässt. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht; Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig weg. Luftfeuchte, Behälter und die Kontrolle im Winterlager beschreibt der Kartoffel-Ratgeber unter Lagern.
Fruchtfolge: wohin die Kartoffeln im nächsten Jahr nicht kommen
Auf dieselbe Fläche kommen Kartoffeln erst nach einer AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 4 bis 6 Jahren wieder. Nach den Kartoffeln folgen Kulturen aus anderen Pflanzenfamilien: zunächst Mittelstarkzehrer wie Salat, später SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. wie Möhren. Durchwuchskartoffeln ziehst du aus diesen Folgekulturen heraus, weil sie Krankheiten und Schädlingen das Überdauern zwischen den Anbaujahren ermöglichen. Mehr zur Planung steht im Kartoffel-Ratgeber unter FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. und Mischkultur.




