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Chinakohl als Nachkultur: Zeitplan für eine späte Ernte im Herbst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Direktsaat für Herbst-Chinakohl: Anfang Juli bis Mitte August, in Bayern gilt ein engeres Fenster im Juli.
  • Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen im Hausgarten 55 bis 75 Tage.
  • Vorgezogene Jungpflanzen lassen die erste Kultur länger im Beet stehen.
  • Kopf-Chinakohl im Herbst: 40 bis 50 cm Abstand in der Reihe und etwa 50 cm zwischen den Reihen.
  • Vor Chinakohl steht kein Kreuzblütler, auch Radieschen, Senf und Raps zählen zur Kohlpause.
  • Als Gründüngung vor Kohl passen Phacelia oder Buchweizen.
  • Herbstlicher Chinakohl verträgt grob etwa −4 °C, wiederholtes Frieren und Tauen kann Fäulnis fördern.
Gestapelte Chinakohlköpfe mit hellgrünen, stark geaderten Blättern und breiten weißen Blattrippen
Foto: L. Lum · Pexels License · Quelle ↗

Im Sommer räumst du die erste Kultur ab, und bis zum Herbst bleibt das Beet leer, wenn du nichts nachsetzt. Chinakohl kann diese Zeit nutzen, wenn der Termin stimmt: Von der Pflanzung bis zur Ernte braucht er im Hausgarten 55 bis 75 Tage. Ich plane den Nachfolger deshalb, solange die erste Kultur noch steht. So weiß ich rechtzeitig, ob ich direkt säe oder Jungpflanzen im Topf vorziehe.

Warum Chinakohl als Nachkultur passt

Als Nachkultur folgt Chinakohl im selben Jahr auf eine Kultur, die bereits geerntet ist. Für die Herbsternte säst du ihn von Anfang Juli bis Mitte August direkt ins Beet.

Mehr Spielraum geben dir vorgezogene Jungpflanzen. Die 55 bis 75 Tage bis zur Ernte zählen ab der Pflanzung, und wenn du vorziehst, darf die erste Kultur entsprechend länger auf dem Beet stehen. Die Zeit im Topf läuft also neben der Vorkultur her und kostet dich keine Beetzeit.

Bei der Sorte entscheidet dein Ziel. Willst du den Chinakohl im Herbst lagern, wählst du eine lagerfähige Sorte. Im frühen Anbau zählen dagegen schossfeste Sorten. Wie du Termine, Fruchtfolge und Sorten zusammenbringst, zeigt der Ratgeber zur Planung von Chinakohl im Gemüsebeet.

Aussaatkalender Chinakohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: JuliPflanzung: AugustVorkulturAussaatErntePflanzung

Der Zeitplan für die Herbsternte

Die Richtwerte gelten für Kopf-Chinakohl, den du im Herbst ernten willst.

Schritt Richtwert
Direktsaat ins Beet Anfang Juli bis Mitte August, in Bayern engeres Fenster im Juli
Pflanzung bis Ernte 55 bis 75 Tage im Hausgarten
Ernte als sehr junges Gemüse bereits 6 Wochen nach der Aussaat
Abstand in der Reihe 40 bis 50 cm in der Sommer- und Herbstkultur
Reihenabstand etwa 50 cm in der Sommer- und Herbstkultur
Frosttoleranz etwa −4 °C als grober Richtwert für herbstlichen Chinakohl

Bei vorgezogenen Pflanzen rechnest du vom Pflanztag aus. Je später du pflanzt, desto weiter reicht die Kultur in den Herbst hinein, und desto mehr entscheidet der Frost mit, für den die Tabelle nur einen groben Richtwert nennt. Friert und taut der Chinakohl mehrmals hintereinander, kann das Fäulnis fördern.

Die Kohltermine fürs ganze Jahr hast du im Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einen Blick. Für Sätze im Frühjahr und Sommer findest du die Termine im Ratgeber zu den Aussaatzeiten von Chinakohl je nach Jahreszeit.

Marias Erfahrung

Ich schreibe mir den Pflanztag ins Gartenheft und zähle mit dem oberen Wert der Spanne weiter, also 75 Tage. So sehe ich schon beim Pflanzen, wie weit die Kultur in den Herbst reicht.

Chinakohl im September pflanzen: reicht die Zeit noch?

Für die Direktsaat von Herbst-Chinakohl liegt der September hinter dem Fenster, das Mitte August endet. Bei vorgezogenen Jungpflanzen machst du die Rechnung selbst: Pflanztag plus 55 bis 75 Tage ergibt deinen Erntezeitraum. Fällt dieser Zeitraum in die Wochen, in denen es bei dir regelmäßig friert, wird es für einen festen Kopf eng. Als grober Richtwert verträgt herbstlicher Chinakohl etwa −4 °C; friert und taut er wiederholt, kann das Fäulnis fördern.

Ein Ausweg ist die Ernte als junges Gemüse. Willst du ihn als sehr junges Gemüse, kannst du Chinakohl bereits 6 Wochen nach der Aussaat ernten. Einen so späten Satz behandle ich als Versuch und ernte die Pflanzen jung, statt auf feste Köpfe zu warten.

Im unbeheizten Gewächshaus baust du Chinakohl vor allem im Frühjahr an. Hält die Kälte an, ist auch ein unbeheiztes Gewächshaus kein verlässlicher Frostschutz. Wie du Chinakohl unter Glas anbaust, liest du im Ratgeber Chinakohl im Gewächshaus anbauen. Welche Temperaturen und welches Wetter Chinakohl verträgt, erklärt der Ratgeber zu den Klimaansprüchen von Chinakohl.

Welche Vorkultur vor Chinakohl passt

Vor Chinakohl steht kein Kreuzblütler. Auch Radieschen, Rettich, Senf, Raps und Kresse rechnest du zur Kohlpause: Als Verwandte des Kohls können sie die Kohlhernie begünstigen. Ein Satz Radieschen im Frühjahr passt deshalb nicht als Vorkultur, auch wenn das Beet danach früh frei wird.

Nach Kohl gilt dasselbe. Hast du im Sommer Brokkoli oder Blumenkohl abgeerntet, setzt du als Nachfrucht Endivie. Sie kommt von Mitte Juli bis Mitte August ins Beet.

Gut vor Kohl passen im ökologischen Anbau Leguminosen, als Gemenge oder als Zwischenfrucht, denn sie tragen zur Stickstoffversorgung bei. Bei der Anbaupause für Kohl beginnen die Empfehlungen bei 3 bis 4 Jahren. Andere Empfehlungen reichen bis 4 bis 5 Jahre. Den Wechsel über die Jahre behältst du mit dem Beetplaner für deine Gemüsebeete im Blick. Welche Nachbarn im Beet zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Wie du Kohl über die Jahre wechselst, steht ausführlich unter Fruchtfolge und Mischkultur im Kohl-Ratgeber.

Mini-Checkliste

Bevor Chinakohl als Nachkultur ins Beet kommt, prüfe ich vier Punkte.

  • In der Kohlpause stand hier kein Kreuzblütler, auch kein Radieschen und kein Senf.
  • Pflanztag plus 75 Tage fällt nicht in die Zeit, in der es bei mir regelmäßig friert.
  • Die Jungpflanzen sind vorgezogen, wenn die erste Kultur abgeräumt ist.
  • Die Sorte passt zum Ziel, also lagerfähig, wenn ich lagern will.

Gründüngung zwischen Vor- und Nachkultur

Liegt zwischen der Ernte der ersten Kultur und dem Chinakohl eine Lücke, kann eine Gründüngung den Boden bis dahin bedecken. Für Beete, auf denen danach Kohl wächst, kommen Phacelia oder Buchweizen infrage. Da Phacelia mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist, kannst du sie in einer Kohlfruchtfolge als Gründüngung einsetzen. Auf leichten Böden kann eine Gründüngung die Wasserspeicherung verbessern, schwere Böden kann sie durchlässiger machen.

Häufiger Fehler

Senf, Ölrettich oder Raps als Gründüngung vor Chinakohl säen. Alle drei sind Kreuzblütler und gehören damit in die Kohlpause, vor Kohl lässt du sie deshalb weg.

Wie lange die Gründüngung wachsen kann, bestimmt dein Pflanztermin für den Chinakohl. Ist die Lücke klein, ziehe ich den Chinakohl lieber im Topf vor und setze ihn direkt ins abgeräumte Beet. Vor dem Pflanzen mähe ich die Gründüngung ab und lockere das Beet mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Das mache ich erst, wenn keine Erde mehr am Gerät haften bleibt.

Nach der Chinakohlernte kann eine herbstliche Begrünung den Boden durchwurzeln und vor Auswaschung schützen. Auch dann bleiben Senf, Ölrettich und Raps außen vor, weil sie zur Kohlpause zählen.

Jungpflanzen vorziehen

Ich säe in nährstoffarme, humose Aussaaterde und nehme Gefäße mit Wasserabzug. Die Aussaat halte ich gleichmäßig feucht ohne Staunässe, und je wärmer der Platz ist, desto heller stelle ich die Töpfe. Vor dem Auspflanzen härte ich die Jungpflanzen ab, indem ich sie kühler stelle und gut lüfte; wie du pikierst und pflanzt, steht im Kohl-Ratgeber unter Aussaat, Anzucht und Pflanzung.

Pflege bis zur Ernte in Kürze

Boden: Am liebsten steht Chinakohl in humosem sandigem Lehm, der Wasser gut hält, locker und tiefgründig ist und nicht zu Staunässe neigt. Ob Kalk nötig ist, zeigen dir Bodenart und Bodenuntersuchung; mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.

Gießen und Hacken: Wie viel du gießt, richtet sich nach Sorte und Wetter, nach deinem Boden und danach, wie sonnig und windig das Beet liegt. Wo kein Mulch liegt, hacke ich flach; so halte ich Beikräuter zurück, und es verdunstet weniger Wasser. Im Hochbeet trocknet die Erde schneller aus; worauf du dort achtest, steht im Ratgeber Chinakohl im Hochbeet anbauen.

Düngen: Kompost und anderes organisches Düngematerial kannst du schon im Herbst vor dem Anbaujahr in den Oberboden bringen. Düngst du einseitig oder zu viel, steigt bei Chinakohl das Risiko für Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen. Wie du mit natürlicher Düngung arbeitest, erklärt der Ratgeber zum biologischen Anbau von Chinakohl.

Schädlinge: Die neue Generation der Kohlerdflöhe erscheint ab Juli, also genau in der Zeit, in der Herbst-Chinakohl gesät wird. Deshalb kommt direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite aufs Beet, das bis zur Ernte geschlossen bleibt. Bei feuchtem Wetter trocknet Chinakohl darunter langsamer ab, was das Risiko für Pilzerkrankungen erhöhen kann; mehr dazu im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.

Krankheiten: Das Risiko für Kohlhernie senkst du, wenn du Staunässe vermeidest und die Kohlpause einhältst. Befallene Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Bei Jungpflanzen senkst du das Risiko für Falschen Mehltau, wenn Luft an die Blätter kommt, sich kein Tau bildet und die Blätter rasch abtrocknen; mehr dazu im Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.

Ernte, Lagerung und Küche

In Folie gewickelt bleibt frischer Chinakohl im Gemüsefach ungefähr 1 bis 2 Wochen haltbar. Wie du den Kopf schonend erntest und länger frisch hältst, erklärt der Ratgeber zum Ernten und Lagern von Chinakohl. In der Küche kommt er roh in den Salat oder gegart in den Wok; Grundtechniken der Zubereitung findest du bei den Zubereitungsarten für Chinakohl.

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Häufige Fragen

Was ist Chinakohl und warum eignet er sich als Nachkultur?
Chinakohl gehört zu den Kohlgewächsen und damit zu den Kreuzblütlern. Für die Herbsternte säst du ihn von Anfang Juli bis Mitte August, also auf Flächen, die im Sommer frei werden. Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen im Hausgarten 55 bis 75 Tage. Ziehst du ihn vor, kann die erste Kultur länger im Beet stehen bleiben.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Chinakohl als Herbstgemüse?
Für Herbst-Chinakohl liegt die Direktsaat zwischen Anfang Juli und Mitte August, in Bayern gilt ein engeres Fenster im Juli. Ziehst du Jungpflanzen vor, planst du vom Pflanztag aus, denn bis zur Ernte vergehen danach 55 bis 75 Tage. Je später der Termin, desto mehr zählt der Frost: Herbstlicher Chinakohl verträgt grob etwa −4 °C.
Wie lange dauert die Kultivierungszeit von Chinakohl bis zur Ernte?
Im Hausgarten vergehen von der Pflanzung bis zur Ernte 55 bis 75 Tage. Als sehr junges Gemüse ist Chinakohl schon 6 Wochen nach der Aussaat erntefähig. Ziehst du ihn vor, kommt die Zeit im Topf noch davor, belegt aber das Beet nicht.
Welche Bodenvorbereitung benötigt Chinakohl für einen erfolgreichen Anbau?
Gut geeignet sind humose sandige Lehmböden, die Wasser speichern, locker und tiefgründig sind und keine Staunässe bilden. Die Vorbereitung beginnt schon im Herbst davor: Dann arbeitest du Kompost und weiteres organisches Düngematerial in den Oberboden ein. Ob Kalk nötig ist, zeigen dir Bodenart und Bodenuntersuchung.
Wie plant man die optimale Direktsaat von Chinakohl im eigenen Garten?
Säe für die Herbsternte zwischen Anfang Juli und Mitte August auf ein Beet, auf dem in der Kohlpause kein Kreuzblütler stand. Kopf-Chinakohl braucht in der Herbstkultur 40 bis 50 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen planst du etwa 50 cm ein. Direkt nach der Saat legst du ein Kulturschutznetz auf, weil die neue Generation der Kohlerdflöhe ab Juli erscheint.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Chinakohl und anderen Kreuzblütlern in der Fruchtfolge?
In der Fruchtfolge zählt Chinakohl wie jeder andere Kohl. Auch Radieschen, Rettich, Senf, Raps und Kresse zählst du zur Kohlpause, denn als Verwandte können sie die Kohlhernie begünstigen. Die empfohlene Pause beginnt bei 3 bis 4 Jahren. Manche Empfehlungen setzen 4 bis 5 Jahre an.
Stimmt es, dass Chinakohl nur in warmen Klimazonen erfolgreich angebaut werden kann?
Nein. Chinakohl wird in Deutschland im Frühjahr und als Herbstkultur angebaut, für den Herbst mit Direktsaat von Anfang Juli bis Mitte August. Kälte in der Anzucht kann ihn allerdings zum Schossen bringen: Im Frühanbau gelten 5 bis 8 °C bei den Jungpflanzen als besonders schossfördernd. Als grober Richtwert verträgt herbstlicher Chinakohl etwa −4 °C, und wiederholtes Frieren und Tauen kann Fäulnis fördern.
Wie lassen sich Zwischenfrucht und Folgekultur in der Anbauplanung voneinander abgrenzen?
Eine Folgekultur wie dein Herbst-Chinakohl wird geerntet, eine Zwischenfrucht dient als Gründüngung vor allem dem Boden. Auf leichtem Boden kann sie helfen, Wasser zu halten, schweren Boden kann sie durchlässiger machen. Vor Kohl kannst du Phacelia oder Buchweizen säen, Senf, Ölrettich und Raps lässt du dort weg.
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