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Mischkultur mit Blattkohl: Pflanzpartner, Abstände und Beetaufbau

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Grünkohl gelten unter anderem Salat, Spinat, Sellerie, Tomaten, Stangenbohnen und Erbsen als mögliche Partner.
  • Radieschen, Rucola, Kresse, Pak Choi und andere Kohlarten sind Kreuzblütler und gehören nicht direkt neben den Blattkohl.
  • Grünkohl setzt du mit 40 bis 50 cm Abstand in der Reihe und 50 bis 60 cm Reihenabstand.
  • Zwischenkulturen wie Salat erntest du, bevor sie den Kohl bedrängen; langlebige Partner bekommen eine eigene Reihe.
  • Im Kübel bekommt jeder Grün- oder Palmkohl ein eigenes Gefäß mit mindestens 25 l Volumen.
  • Mischkultur unterstützt, garantiert aber nichts: Nachbarschaftswirkungen sind schwer nachzuweisen.
Hand liegt auf großen blaugrünen Kohlblättern mit violetten Blattrippen und feinen Wassertropfen
Foto: Marina Leonova · Pexels License · Quelle ↗

Grünkohl steht bei mir vom Pflanzen im Frühsommer bis weit in den Winter im Beet. Jeder Partner, den ich ihm an die Seite stelle, muss mit dieser langen Standzeit zurechtkommen. Setzt du die Nachbarn zu dicht, fehlt allen Licht und Platz, sobald der Kohl seine volle Größe erreicht. Mischkultur mit Blattkohl beginnt deshalb mit einem Plan für Raum und Zeit, erst danach geht es um die Partner.

Was zählt zum Blattkohl?

Blattkohl ist ein Sammelbegriff für kopflose Formen des Gemüsekohls, darunter Grünkohl und Palmkohl. Geerntet werden weder Kopf noch Knolle, sondern die Blätter. Welche Kohlarten es sonst gibt und welches Organ du jeweils erntest, erklärt der Abschnitt Arten, Ernteorgane und Herkunft im Kohl-Ratgeber.

Aussaatkalender Blattkohl
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Mai, Juni; Ernte: Januar, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: JanuarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Was Mischkultur leisten kann und was nicht

In einer Mischkultur wachsen mehrere Gemüsearten gleichzeitig auf einem Beet, und kurzlebige Zwischenkulturen nutzen die Lücken, solange der Kohl klein ist. Günstige Nachbarschaftswirkungen lassen sich schwer nachweisen, denn sie hängen von Standort, Licht, Boden und Pflege ab. Was Mischkultur bei Kohl allgemein bringt und wo ihre Grenzen liegen, liest du im Ratgeber für alle Kohlarten.

Welche Pflanzpartner passen zu Blattkohl?

Für Grünkohl gelten unter anderem Salat, Spinat, Sellerie, Tomaten, Stangenbohnen und Erbsen als mögliche Mischkulturpartner. Für Palmkohl nutze ich dieselbe Liste, weil beide kopflose Formen des Gemüsekohls sind. Entscheidend für den Beetplan ist die Rolle, die ein Partner übernimmt: Davon hängt ab, wo und wie lange er stehen darf.

Partner Rolle im Beet Darauf achte ich
Salat Zwischenkultur in den Lücken ernten, bevor er den Kohl bedrängt
Spinat Zwischenkultur oder frühe Vorkultur rechtzeitig räumen
Sellerie Nachbar in eigener Reihe Platz für seine endgültige Größe
Tomaten Nachbar in eigener Reihe Platz für ihre endgültige Größe
Stangenbohnen obere Etage am Gerüst Gerüst so stellen, dass sein Schatten wenig stört
Erbsen obere Etage am Gerüst wie bei Stangenbohnen

Salat, Sellerie und Bohnen tauchen auch bei Blumenkohl, Wirsing und Kohlrabi als Partner auf. Wer mehrere Kohlarten anbaut, kommt deshalb mit einem kleinen Grundstock an Begleitern aus. Auch Schnittsellerie gilt als Kohlpartner; dass er Schädlinge abwehrt, ist allerdings eine Erfahrungsangabe, die vom Standort abhängt. Weitere Kombinationen kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen. Planst du ein reines Grünkohlbeet, findest du Partner und Beetplan speziell für Grünkohl in einem eigenen Ratgeber.

Mythos-Check

Zwiebeln, Knoblauch, Kapuzinerkresse und Tagetes gelten oft als Schutzpflanzen für Kohl. Günstige Nachbarschaftswirkungen sind aber häufig schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich teilweise. Eine Kulturanleitung für Wirsing stuft Zwiebeln und Knoblauch sogar als ungeeignete Nachbarn ein. Ich plane Zwiebeln deshalb nicht neben dem Blattkohl ein, sondern als Folgekultur im Jahr danach.

Welche Nachbarn meidest du?

Gemüse derselben Pflanzenfamilie sollen nicht unmittelbar nebeneinanderstehen. Bei Blattkohl betrifft das alle Kreuzblütler, also andere Kohlarten ebenso wie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Pak Choi. Rotkohl und Chinakohl bekommen deshalb eigene Beete mit eigenen Partnern. Nachlesen kannst du, wie du Rotkohl in Mischkultur anbaust und welche Nachbarn zu Chinakohl passen.

Häufiger Fehler

Radieschen oder Rucola als Lückenfüller zwischen den jungen Grünkohl säen. Beide sind Kreuzblütler und stehen dann direkt neben einem nahen Verwandten. Für die Lücken nehme ich Salat oder Spinat.

Blattkohl pflanzen: Termine und Abstände

Grünkohl ziehst du in Schalen oder Töpfen vor und setzt die Jungpflanzen dann ins Mischbeet. Das Beet kann dadurch länger mit einer frühen Kultur belegt bleiben.

Schritt Grünkohl
Vorziehen Anfang Mai bis Mitte Juni in Schalen oder Töpfen
Pflanzreife nach etwa 6 Wochen Vorkultur, mit höchstens 4 Laubblättern
Auspflanzen Anfang Juni bis Mitte Juli
Ernte je nach Sorte Oktober bis März

Im Beet stehen die Pflanzen frei als Einzelpflanzen, mit 40 bis 50 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 50 bis 60 cm frei. Grünkohl wird bis zu 100 cm hoch. Niedrige Formen bleiben bei ungefähr 25 bis 30 cm.

Palmkohl ‘Nero di Toscana’ ziehst du ab März warm vor oder säst ihn im Mai und Juni direkt ins Freiland. Er liefert Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst und ist nur bedingt frosthart. Grünkohl dagegen erntest du je nach Sorte bis in den März. Brauchst du das Beet im Frühjahr früh wieder, ist Palmkohl deshalb die passendere Wahl. Alle Kohltermine auf einem Blatt hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.

So legst du das Mischbeet an

Ich plane ein Mischbeet immer in derselben Reihenfolge. Zuerst verteile ich den Blattkohl als Hauptkultur, danach ergänze ich Vor-, Nach- und Zwischenkulturen mit ihrer jeweiligen Belegungsdauer. Jede Art muss bis zur Ernte genug Platz für ihre endgültige Größe behalten, und kurzlebige Zwischenkulturen erntest du, bevor sie den Kohl bedrängen. Daraus folgt eine einfache Regel: Was vor dem Kohl fertig ist, darf in seine Lücken, und was so lange steht wie er, bekommt eine eigene Reihe.

Vor Rotkohl, der ebenfalls erst ab Juni ins Freiland kommt, können Salat oder Spinat als frühe Vorkultur stehen. Beim Grünkohl plane ich es genauso. Deinen Plan kannst du vorab im Beetplaner zeichnen.

Marias Erfahrung

Wenn ich Salat zwischen den jungen Grünkohl setze, lege ich beim Pflanzen fest, bis wann er geerntet sein muss. Das Datum schreibe ich auf das Pflanzschild. Beim Kontrollgang lese ich die Schilder und ernte, was fällig ist.

Mini-Checkliste

Diese Punkte gehe ich vor dem Pflanzen durch:

  • Standen auf der Fläche zuletzt Kreuzblütler? Vorbeugend kommen sie nur alle 3 bis 5 Jahre an denselben Platz.
  • Ist der Blattkohl mit Abstand in der Reihe und Reihenabstand verteilt?
  • Stehen kurzlebige Partner in den Lücken und langlebige in eigenen Reihen?
  • Steht kein Kreuzblütler direkt neben dem Kohl?
  • Fällt der Schatten des Bohnengerüsts dorthin, wo er wenig stört?

Streifenanbau: Reihe für Reihe

Im Streifenanbau wechseln Reihen mit Blattkohl und Reihen mit Partnern ab. Sellerie und Tomaten bekommen dabei ihren eigenen Streifen mit eigenem Standraum. Ein Kulturschutznetz bleibt von der Pflanzung bis zur Ernte geschlossen über dem Kohl. Für Salat zwischen den Kohlpflanzen müsstest du das Netz dann bei jeder Ernte öffnen. Sobald ich netze, setze ich Salat und Spinat deshalb in einen eigenen Streifen neben den Kohl.

Etagen nach dem Drei-Schwestern-Prinzip

Im klassischen Drei-Schwestern-System dient Mais den Bohnen als Rankhilfe, und Kürbisblätter bedecken den Boden. Für Blattkohl übernehme ich nur das Prinzip der Etagen. Oben ranken Stangenbohnen an einem festen Gerüst, in der Mitte steht der Kohl, und unten decken Salat oder Spinat den Boden, solange der Kohl klein ist. Den Kohl selbst nutze ich nie als Rankhilfe, denn er braucht bis zur Ernte seinen vollen Platz. Sind die Zwischenkulturen abgeerntet, lege ich eine dünne Mulchschicht aus trockenem Grasschnitt oder Stroh aus, die die Verdunstung aus dem offenen Boden vermindert.

Grünkohl verträgt auch Schatten, und Palmkohl eignet sich für sonnige bis halbschattige Plätze. Als Halbschatten gelten bis zu etwa vier Stunden direkte Sonne am Tag. Ein Bohnengerüst darf dem Blattkohl deshalb einen Teil des Tages die Sonne nehmen. Rund drei Stunden direkte Sonne gelten allerdings allgemein als Minimum für Gemüse. Ich stelle das Gerüst an die Nordseite des Beets, damit der Kohl möglichst viel Licht behält.

Vertikal auf dem Balkon und im Hochbeet

Auf dem Balkon bekommt jeder Blattkohl sein eigenes Gefäß. Palmkohl ‘Nero di Toscana’ eignet sich für den Kübel und braucht dort durchlässige, nährstoffreiche Erde. Die Partner wachsen in eigenen Kästen daneben, Erbsen oder Stangenbohnen zum Beispiel an einem Gitter am Geländer. Auch in Kisten müssen Licht, Bodenfeuchte, Wuchsverhalten und Abstände zur gewählten Kultur passen.

Zahl im Blick

Für Grün- und Palmkohl im Kübel sind mindestens 25 l Gefäßvolumen empfohlen, dazu eine Pflanze je Topf mit 30 cm Durchmesser, vorzugsweise bei niedrigen Sorten. Jedes Gefäß braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser staut.

Im Hochbeet setze ich niedrige Grünkohlformen ein, weil sie die Größenplanung auf dem erhöhten Beet erleichtern. Die Beetbreite wählst du so, dass du die Mitte von beiden Längsseiten bequem erreichst. Weil ich Grünkohl den Winter über immer wieder beernte, setze ich ihn so, dass ich jede Pflanze vom Rand aus pflücken kann.

Pflege im Mischbeet

Im Mischbeet wachsen Stark- und Schwachzehrer nebeneinander, deshalb dünge ich den Blattkohl gezielt an der Pflanze und nicht über das ganze Beet. Wie du Gießen und Düngen bei Blattkohl zusammenbringst, erklärt ein eigener Ratgeber. Netz, Kontrollgänge und die übrigen Handgriffe findest du im Abschnitt Pflege des Kohl-Ratgebers.

Ernte: Blatt für Blatt

Palmkohl erntest du blattweise von außen und unten, die Herzblätter bleiben für das weitere Wachstum stehen. Bei der ersten Grünkohlernte bleiben mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk. Wann welche Kohlart erntereif ist und wie du die Blätter lagerst, steht im Abschnitt Ernte und Lagerung des Kohl-Ratgebers.

Und nach dem Blattkohl?

Einen Kreuzblütler setzt du vorbeugend erst nach 3 bis 5 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Nach dem Kohl kann im nächsten Jahr eine Zwiebel folgen und im Jahr darauf Bohnen. Wer im folgenden Frühjahr Radieschen auf dasselbe Beet sät, unterläuft die Pause, denn auch sie sind Kreuzblütler. Als Gründüngung nach Kohl eignet sich Phacelia, weil sie mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt ist. Senf, Ölrettich und Raps meidest du als Gründüngung, wenn viel Kohl in deiner Fruchtfolge steht.

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Häufige Fragen

Was versteht man unter Mischkultur mit Blattkohl und welche Vorteile bietet sie?
Mischkultur heißt, dass Blattkohl gleichzeitig mit anderen Gemüsearten auf demselben Beet wächst. Du nutzt damit Lücken und Zeitfenster, etwa mit Salat zwischen den jungen Kohlpflanzen, den du erntest, bevor er den Kohl bedrängt. Günstige Nachbarschaftswirkungen sind allerdings schwer nachzuweisen und hängen von Standort, Licht, Boden und Pflege ab.
Welche Pflanzpartner eignen sich für den Anbau von Blattkohl?
Für Grünkohl gelten unter anderem Salat, Spinat, Sellerie, Tomaten, Stangenbohnen und Erbsen als mögliche Mischkulturpartner. Auch Schnittsellerie gilt als Kohlpartner, seine Schädlingsabwehr ist aber eine standortabhängige Erfahrungsangabe. Für Palmkohl nutze ich dieselbe Liste, weil beide kopflose Formen des Gemüsekohls sind.
Welche natürlichen Strategien gegen Schädlinge bietet die Mischkultur für Blattkohl?
Dass Nachbarpflanzen Schädlinge vom Kohl fernhalten, ist schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich teilweise. Gegen Kohlerdflöhe legst du direkt nach der Pflanzung ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und hältst es bis zur Ernte geschlossen. Nützlinge finden an ungefüllten Blüten Nahrung und in Laub- oder Totholzhaufen Rückzugsräume.
Worin unterscheidet sich Grünkohl von anderen Kohlsorten in der Mischkultur?
Grünkohl bildet keinen festen Kopf; seine Blätter erntest du je nach Sorte von Oktober bis März. Er belegt sein Beet deshalb bis in den Winter, während Weißkohl von Juni bis Oktober geerntet wird. Bei vielen Grünkohlsorten steigt der Zuckergehalt durch Kälte, Frost ist dafür nicht nötig.
Welche Pflanzabstände werden bei Blattkohl in der Mischkultur empfohlen?
Grünkohl setzt du mit 40 bis 50 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 50 bis 60 cm frei. Partner, die so lange stehen wie der Kohl, bekommen eine eigene Reihe. Salat darf als Zwischenkultur in die Lücken, wenn du ihn erntest, bevor er den Kohl bedrängt.
Wie beeinflusst die Stickstoffanreicherung durch Hülsenfrüchte das Blattkohl-Wachstum?
Hülsenfrüchte hinterlassen Stickstoff im Boden und eignen sich deshalb als Vorfrucht für Kohl. Dass Bohnen oder Erbsen den Blattkohl nebenan in derselben Saison mitversorgen, darauf verlasse ich mich nicht. Grünkohl bekommt bei mir vor dem Pflanzen reifen Kompost und wird während der Kultur regelmäßig nachgedüngt.
Wie erstellst du einen Mischkulturplan für Blattkohl?
Verteile zuerst den Blattkohl als Hauptkultur mit Abstand in der Reihe und Reihenabstand. Danach ergänzt du Vor-, Nach- und Zwischenkulturen und notierst, wie lange jede das Beet belegt. Prüfe außerdem, wann auf der Fläche zuletzt Kreuzblütler standen, denn vorbeugend kommen sie nur alle 3 bis 5 Jahre an denselben Platz.
Was ist der Unterschied zwischen Mischkultur und Fruchtfolge beim Gemüseanbau?
In der Mischkultur wachsen mehrere Arten gleichzeitig auf einem Beet. Die Fruchtfolge regelt, was in den folgenden Jahren nacheinander auf derselben Fläche steht. Nach Kohl kann zum Beispiel im nächsten Jahr eine Zwiebel folgen und danach Bohnen.
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