Rosenkohl in Mischkultur: gute Nachbarn und welche du meidest
- Sellerie, Salat und Bohnen stehen bei allen nahen Kohlverwandten des Rosenkohls auf der Partnerliste.
- Andere Kreuzblütler wie Kohlarten, Radieschen, Rettich und Gelbsenf gehören nicht direkt neben Rosenkohl.
- Radieschen sind als Lückenfüller zwischen jungem Rosenkohl ungeeignet, Pflücksalat passt besser.
- Blühender Dill und ungefüllte Ringelblumen füttern Schwebfliegen und parasitoide Wespen, deren Nachwuchs an Kohlblattläusen lebt.
- Zwischenkulturen erntest du, bevor sich die Rosenkohlreihen schließen.
- Mischkultur unterstützt, garantiert aber keinen schädlingsfreien Rosenkohl.

Rosenkohl steht von der Pflanzung im späten Frühjahr bis in den Winter im Beet, und zwischen den jungen Pflanzen ist anfangs viel Platz. Genau dort landen oft Radieschen oder Kresse. Beide sind Kreuzblütler, und ihre Verwandtschaft mit dem Kohl kann die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen. Ich plane mein Rosenkohlbeet deshalb vom Rosenkohl aus: zuerst die Reihen, dann die Partner, dann der Erntetermin für alles, was nur kurz bleibt.
Als Partner plane ich Sellerie, Salat und Bohnen ein, denn sie stehen bei allen nahen Verwandten des Rosenkohls auf der Partnerliste. Blühender Dill und ungefüllte Ringelblumen kommen als Futterquelle für Nützlinge dazu. Nicht direkt daneben gehören andere Kreuzblütler: weitere Kohlarten, Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Gelbsenf.
Mischkultur heißt, dass verschiedene Arten gleichzeitig im selben Beet wachsen. Ob ein Nachbar dem anderen tatsächlich hilft, ist oft schwer nachzuweisen, und Erfahrungen aus verschiedenen Gärten widersprechen sich teilweise. Eine Partnerliste ist deshalb ein Planungsraster und kein Wirkversprechen. Die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.
Welche guten Nachbarn passen zu Rosenkohl?
Rosenkohl gehört wie Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Blumenkohl und Kohlrabi zur Art Brassica oleracea. Für jeden dieser Verwandten werden Mischkulturpartner empfohlen. Sellerie, Salat und Bohnen stehen auf jeder dieser Listen, deshalb plane ich mit genau diesen dreien auch beim Rosenkohl. Wie die Listen im Einzelnen aussehen, liest du in den Ratgebern dazu, welche Begleiter Weißkohl verträgt, wie ein Wirsing-Mischbeet aussieht, welche Partner neben Grünkohl stehen und was neben Blumenkohl gut wächst.
| Nachbar | Als Partner genannt bei | Worauf ich beim Rosenkohl achte |
|---|---|---|
| Sellerie | Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi | Platz für seine volle Größe bis zur Ernte einplanen |
| Salat | Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi | als ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. ernten, bevor sich die Reihen schließen |
| Bohnen | Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Blumenkohl, Kohlrabi | Stangenbohnen so setzen, dass der Rosenkohl vollsonnig bleibt |
| Spinat | Weißkohl, Wirsing, Grünkohl | früh ernten und den Platz räumen |
| Tomaten | Weißkohl, Grünkohl, Blumenkohl | gegen Kohlweißlinge für Kopfkohl empfohlen, Rosenkohl bildet keinen Kopf |
| Erbsen | Weißkohl, Grünkohl, Blumenkohl | Standraum beider Kulturen einplanen |
| Gurken, Kartoffeln, Porree, Möhren, Paprika | jeweils bei einem oder zwei Verwandten | nur mit eigenem, vollem Standraum |
Sellerie und Tomaten
Schnittsellerie gilt als traditioneller Mischkulturpartner von Kohl. Die ihm zugeschriebene Abwehrwirkung gegen ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. und Raupen wird aber nicht an jedem Standort gleichermaßen beobachtet. Für Kopfkohl werden Tomaten und Sellerie empfohlen, um den Befall mit Kohlweißlingen zu mindern. Rosenkohl bildet allerdings keinen Kopf, sondern Röschen aus verdickten Blattknospen. Ob sich die Wirkung überträgt, musst du im eigenen Beet beobachten.
Ich setze Sellerie so neben den Rosenkohl, dass beide bis zur Ernte Platz für ihre volle Größe behalten. In Mischkultur braucht jede Art diesen Raum bis zum Schluss, auch wenn das Beet nach der Pflanzung noch leer wirkt.
Salat und Spinat für die Lücken
Salat steht bei allen fünf Verwandten auf der Liste, Spinat bei Weißkohl, Wirsing und Grünkohl. Beide passen in die Zeit, in der der junge Rosenkohl noch viel Platz lässt. Bei Blumenkohl ist das ausdrücklich so vorgesehen: Frühsalat hat zwischen den jungen Pflanzen Platz, muss aber geerntet sein, ehe der Kohl die Reihen schließt. Was nur kurz im Beet steht, muss generell weichen, bevor es dem Rosenkohl Platz, Licht und Luft nimmt.
Ich ernte Pflücksalat und Spinat zwischen den Rosenkohlreihen, bevor sich die Rosenkohlblätter über der Reihenmitte berühren.
Radieschen als schnelle Zwischenkultur zwischen jungen Rosenkohl säen. Radieschen sind Kreuzblütler und werden für die Mischkultur nicht als unmittelbare Nachbarn des Rosenkohls empfohlen. Nimm für die Lücken lieber Pflücksalat.
Bohnen und Erbsen
Bohnen tauchen bei allen fünf Verwandten als Partner auf, bei Grünkohl ausdrücklich als Stangenbohnen. Erbsen werden bei Weißkohl, Grünkohl und Blumenkohl genannt. Als Leguminosen binden beide mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff. Was in ihren Pflanzenresten steckt, wird beim Verrotten für die Folgekulturen verfügbar.
Rosenkohl braucht einen vollsonnigen Standort. Stangenbohnen setze ich deshalb so, dass ihr Schatten nicht auf die Rosenkohlreihe fällt.
„Bohnen und Erbsen nehmen dem Rosenkohl Kalium und Phosphor weg und gehören nicht ins Kohlbeet.“ Die Partnerlisten der nahen Verwandten sehen das anders: Bohnen stehen auf allen, Erbsen auf drei davon.
Welche Blühpflanzen helfen dem Rosenkohl?
Am Rosenkohl erscheint die Mehlige Kohlblattlaus durch ihren Wachsbelag blaugrau, die befallenen Blätter werden fleckig und buckelig. Zu ihren natürlichen Gegenspielern gehören die Brackwespe Diaeretiella rapae sowie die Larven von Gallmücken, Schwebfliegen und Marienkäfern. Erwachsene Schwebfliegen ernähren sich dagegen von Pollen und Nektar. Blühender Dill, Fenchel und ungefüllte Ringelblumen bieten ihnen und parasitoiden Wespen diese Nahrung gut zugänglich.
Wer Dill und ungefüllte Ringelblumen in der Nähe des Rosenkohls blühen lässt, füttert also die erwachsenen Tiere, deren Nachwuchs die Läuse frisst oder parasitiert. Das kann den Befall bremsen, verhindern kann es ihn nicht.
Greif bei Ringelblumen zu ungefüllten Sorten, denn an offenen Blüten kommen Schwebfliegen und parasitoide Wespen leicht an Pollen und Nektar.
Beim Kontrollieren achte ich auf harte, kugelige, hellbraune Blattläuse. Das können Mumien parasitierter Läuse sein, und die lasse ich sitzen. Gelbe Kokonhaufen neben abgestorbenen Kohlweißlingsraupen können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen, auch sie bleiben im Beet.
Ein geschlossenes Kulturschutznetz kann den Gegenspielern allerdings den Zugang zum Kohl verwehren. Sitzen schon Läuse unter dem Netz, werden sie von angelockten Nützlingen nicht automatisch reguliert.
„Salbei und Thymian halten mit ihrem Duft Schädlinge vom Rosenkohl fern.“ Kräuterbarrieren aus Thymian, Salbei oder Pfefferminze schützen nicht verlässlich vor Schnecken. Ich pflanze diese Kräuter für die Küche und nicht als Schutz für den Kohl.
Schlechte Nachbarn: Was gehört nicht neben Rosenkohl?
Kreuzblütler: die klare Grenze
Andere Kohlarten, Radieschen, Rettich und Gelbsenf gehören wie Rosenkohl zu den Kreuzblütlern und werden für die Mischkultur nicht als unmittelbare Familiennachbarn empfohlen. Allgemein gilt: Pflanzen aus derselben Familie setzt du nicht Seite an Seite. Das betrifft auch Chinakohl und Pak Choi; welche Nachbarn Chinakohl stattdessen bekommt, steht in einem eigenen Ratgeber.
Zu den Kreuzblütlern zählen alle Kohlarten, dazu Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Pak Choi. Auch die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps gehören in diese Familie.
Kohlhernie befällt nicht nur Kohl, sondern kann auch Rettich, Radieschen und Raps treffen. Die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Ein Radieschen zwischen den Rosenkohlreihen ist deshalb kein neutraler Lückenfüller, sondern eine weitere mögliche Wirtspflanze im Kohlbeet.
Dasselbe Risiko tragen Beikräuter wie Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Ich ziehe sie im Rosenkohlbeet heraus, solange sie klein sind.
Zwiebeln und Knoblauch
Beim Wirsing stehen Zwiebeln, Knoblauch und andere Kohlarten auf der Liste der ungeeigneten Nachbarn. Beim Rosenkohl gelten Zwiebeln dagegen als günstige VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen.. Ich nutze Zwiebeln deshalb vor dem Rosenkohl und setze sie nicht direkt daneben.
Wie viel Platz braucht Rosenkohl im Mischbeet?
Beim Planen lege ich zuerst die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. fest; Vor-, Nach- und Zwischenkulturen kommen danach, jeweils mit ihrer Belegungsdauer. Beim Rosenkohl kommen also die Reihen zuerst in den Plan und die Partner in den Raum, der übrig bleibt. Dafür zeichne ich die Reihen im Beetplaner ein, bevor der erste Salat dazukommt.
| Rosenkohl im Mischbeet | Wert |
|---|---|
| Pflanzung für die Winterernte | Mai bis Anfang Juni |
| Abstand in der Reihe | 50 cm |
| Reihenabstand | 60 cm |
| Wuchshöhe | 60 bis 90 cm |
| Wuchsbreite | 40 bis 50 cm |
| Standzeit ab Pflanzung | je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage, rund 5,5 bis 8 Monate |
| Ernte | Oktober bis Dezember sowie Januar und Februar |
Rosenkohl steht bis zur Winterernte im Beet, und kurzlebige Zwischenkulturen müssen vorher weichen. Für Partner zwischen den Reihen bleibt damit vor allem die Zeit zwischen Pflanzung und Reihenschluss. Was länger bleiben soll, etwa Sellerie, braucht von Anfang an einen eigenen Platz mit vollem Standraum.
Damit Mischkultur überhaupt etwas bringt, müssen Bodenpflege, Pflanzabstände und Wasserversorgung passen. Einzelne Paare prüfst du vorab im Mischkultur-Werkzeug.
Ich stecke die Rosenkohlreihen zuerst mit einer Schnur ab. Sellerie bekommt eine eigene Reihe neben dem Rosenkohl, mit so viel Abstand, dass beide bis zur Ernte Platz für ihre volle Größe haben. In die übrigen Lücken kommt Pflücksalat, den ich ernte, bevor sich die Rosenkohlblätter berühren. Dill und ungefüllte Ringelblumen säe ich an die Stirnseiten des Beets.
Gesät wird Rosenkohl von März bis Mai. Alle Termine stehen im Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken. Die Anzucht beschreibt der Kohl-Ratgeber unter Aussaat, Anzucht und Pflanzung, das Pflücken der Röschen unter Ernte und Lagerung.
Boden, Wasser und Schutz im Mischbeet
Rosenkohl bevorzugt mittlere bis schwere, kalkhaltige Böden. Für ihn wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5 empfohlen; alles Weitere steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.
Achte von Anfang August bis Mitte September besonders auf eine gleichmäßige und ausreichende Bewässerung. Gieße im Sommer vorzugsweise früh morgens direkt auf den Boden, so verdunstet wenig und die Blätter trocknen tagsüber ab.
Im Mischbeet wachsen Stark- und SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. gemeinsam, deshalb unterscheiden sich die Nährstoffansprüche von Pflanze zu Pflanze. Beim Rosenkohl leidet zudem die Röschenbildung, wenn du zu kräftig mit Stickstoff düngst. Ich dünge deshalb gezielt an der Rosenkohlreihe und nicht pauschal das ganze Beet.
Mischkultur ersetzt kein Kulturschutznetz, das direkt nach der Pflanzung aufgelegt und am Rand dicht geschlossen wird. Für Rosenkohl wählst du zusätzlich eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.
Was kommt vor und nach dem Rosenkohl?
Als günstige Vorfrüchte für Rosenkohl gelten Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Nach dem Rosenkohl eignen sich Möhren, Kopfsalat und Spinat, die aus anderen Pflanzenfamilien stammen und weniger Nährstoffe brauchen. Als Gründüngung passt Phacelia, denn sie hat keine Verwandtschaft mit den gängigen Gemüsearten. Senf, Ölrettich und Raps meidest du dagegen.
Kreuzblütler baust du vorbeugend nur alle 3 bis 5 Jahre am selben Platz an. Ist dort schon Kohlhernie aufgetreten, gilt für Kreuzblütler eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren.
Rosenkohlreihen zuerst planen, Partner danach; Sellerie, Salat und Bohnen als Nachbarn einplanen; keine Kreuzblütler direkt daneben, auch keine Radieschen oder Rucola; Zwischenkulturen ernten, bevor sich die Reihen schließen; Dill und ungefüllte Ringelblumen blühen lassen; Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel früh jäten.




