Strohblumen düngen: So versorgst du Beet und Kasten mäßig und gezielt
- Garten-Strohblumen werden im Beet und im Gefäß nur mäßig gedüngt.
- Ein Stickstoffüberschuss kann Laub auf Kosten der Blüten fördern.
- Mehr Phosphat ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten.
- Im Ziergarten dienen 2 l Kompost je m² und Jahr als Orientierung.
- Ausreichend vorgedüngte Blumenerde reicht nach dem Einpflanzen häufig für etwa 4 bis 6 Wochen.
- Holzasche gehört nicht ins Beet, sondern abgekühlt in den Hausmüll.

Mehr Dünger heißt bei Strohblumen nicht mehr Blüten. Garten-Strohblumen werden im Beet wie im Gefäß nur mäßig gedüngt. Bekommen sie zu viel Stickstoff, kann das starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern. Ich schaue deshalb erst nach, was Boden und Erde schon mitbringen, bevor ich überhaupt einen Dünger öffne.
Gemeint ist die Garten-Strohblume, botanisch Xerochrysum bracteatum, mit ihren papierartigen Blüten. Sie braucht einen sonnigen, warmen Standort mit durchlässigem Boden. Deshalb beginnt die Düngung beim Boden.
Standort und Boden: erst durchlässig, dann gedüngt
Strohblumen brauchen Sonne, Wärme und einen Boden, der Wasser abführt. Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Staunässe über verdichteten Schichten kann Sauerstoffmangel verursachen, der Wurzelfäulnis auslöst und die Nährstoffaufnahme stoppt. Auf schwerem Boden kümmerst du dich also zuerst um die Durchlässigkeit und erst danach um den Dünger.
Ich steche vor dem Pflanzen einen Spaten tief aus und schaue mir Krümel, Feuchte und Wurzeln an. So eine SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge. hilft dir, Verdichtungen und nasse Schichten einzuordnen.
So bereitest du schweren Boden vor:
- Warte mit der Bearbeitung, bis der Boden nicht mehr zu feucht ist.
- Lockere das Beet im Frühjahr mit dem Sauzahn kreuzweise in etwa 20 cm Abstand, ohne die Schichten umzuwenden.
- Arbeite für mehr Durchlässigkeit 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m² ein. Ob später mehr nötig ist, zeigt der Bodenzustand.
Auf sandigem Boden verbessert Kompost die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Grundversorgung im Beet: Kompost im Frühjahr
Die Grundversorgung fürs Strohblumenbeet gibst du möglichst im Frühjahr. Eine Frühjahrsdüngung vermindert im Hausgarten Auswaschungsverluste gegenüber einer Herbstdüngung. Auf einem leeren Beet nimmt keine Pflanze die frei werdenden Nährstoffe auf, sie sind dann auswaschungsgefährdet.
Als Basis dient reifer Kompost. Für Blumenbeete siebst du ihn auf Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm ab. Eingearbeitet wird er nur oberflächlich, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können. Ich siebe meinen Kompost durch ein Gitter in die Schubkarre und harke ihn danach nur in die oberste Bodenschicht.
Für den Ziergarten dienen 2 l Kompost je m² und Jahr als Orientierung. Bei Phosphat-Gehaltsstufe C bis E liegt die Obergrenze im Ziergarten bei 3 l Gartenkompost je m² und Jahr. Über notwendige Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse.
Ob dein Beet überhaupt Nachschub braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung. Die Untersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Vorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge eines Düngers. Wie du dafür die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. ziehst, erklären die Grundlagen zu Boden, Humus und Bodenanalyse.
Erst Kompost ins Beet und dann noch die volle Packungsdosis Dünger obendrauf. Die Menge auf der Packung setzt einen optimal versorgten Boden voraus und gilt nur, wenn du nicht zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst. Rechne den Kompost deshalb mit und passe die Düngermenge an.
pH-Wert: kein Einheitswert für Strohblumen
Verlass dich nicht auf einen einzelnen pH-Wert für Strohblumen. Der geeignete Boden-pH richtet sich nach Bodenart und Pflanzengruppe, ein einheitlicher Zielbereich für alle Blühpflanzen passt deshalb nicht. Für Gartenböden gelten je nach Humusgehalt diese Bereiche, Moorbeetpflanzen ausgenommen:
| Bodenart | Anzustrebender pH-Bereich |
|---|---|
| Sand | 5,0 bis 6,5 |
| Lehm | 5,5 bis 7,0 |
| Ton | 6,0 bis 7,5 |
Kalk gibst du nur, wenn die Messung unter dem Bereich deiner Bodenart liegt. Liegt der Wert darüber, bleiben kalkhaltige Dünger und auch Kompost weg, denn Kompost kann den pH-Wert anheben. Eisen und Mangan zählen zu den Spurennährstoffen, und ein zu hoher Boden-pH kann einen Mangel daran auslösen, obwohl sie im Boden vorhanden sind. Wie Blühdünger, pH-Wert und Bodenstruktur zusammenwirken, vertieft ein eigener Ratgeber.
Strohblumen im Kasten und Topf
Im Balkonkasten startest du mit frischer, ausreichend vorgedüngter Blumenerde. Ihr Vorrat reicht nach dem Einpflanzen häufig für etwa 4 bis 6 Wochen ohne zusätzlichen Dünger. Ich schreibe mir das Pflanzdatum auf ein Stecketikett im Kasten, damit ich weiß, wann dieser Vorrat zur Neige gehen kann.
Bei torffreier Erde lohnt ein zweiter Blick. Ihre Ersatzstoffe können Stickstoff binden, sodass trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. vorübergehend zu wenig davon verfügbar ist. Willst du mit Hornspänen oder Hornmehl ergänzen, mischst du sie schon vor dem Pflanzen unter die Erde. Feste organische Dünger müssen erst mikrobiell abgebaut werden und können in kleinen Gefäßen deshalb verzögert wirken.
Für die ganze Saison kannst du beim Bepflanzen einen Langzeitdünger ins Substrat mischen. Wie schnell ein umhüllter DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. Nährstoffe abgibt, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Diese Grunddüngung rechnest du an, bevor du später Flüssigdünger dazugibst.
Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Die Dosierung richtet sich nach der Anweisung auf der Packung. Jeder Kasten braucht außerdem einen Ablauf, durch den überschüssiges Wasser entweichen kann.
Pelargonien zählen zu den Starkzehrern. Eingewurzelt und wachsend bekommen sie ohne Langzeitdünger alle 10 bis 14 Tage flüssigen VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt.. Teilen sich Strohblume und Pelargonie einen Kasten, bekommt die mäßig gedüngte Strohblume bei diesem Rhythmus mehr, als sie braucht. Ich setze Strohblumen deshalb in eigene Gefäße. Welche Düngerformen für Balkonblumen infrage kommen, vom Flüssigdünger bis zum Stäbchen, ordnet ein eigener Ratgeber ein.
Granulat und Langzeitdünger misst du besser nicht nach Augenmaß ab. Wiege die passende Menge einmal ab, füll sie in einen Becher und markiere die Füllhöhe. Weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, bekommt jedes Produkt seinen eigenen Becher.
Dünger bewahre ich verpackt und trocken auf. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Blumendünger erwischt, ruf das Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
Wann Strohblumen Nachschub brauchen
Statt nach einem festen Kalender richtest du dich nach drei Fragen. Was bringt der Boden mit? Was steckt schon in Erde oder Langzeitdünger? Und wie wächst die Pflanze gerade? Wann im Jahr und in welcher Wachstumsphase Blumen allgemein Dünger bekommen, erklärt ein eigener Ratgeber.
Beim Pflanzen
Im Beet ist der Kompost aus dem Frühjahr der Start. Im Kasten übernimmt das die vorgedüngte Erde oder der eingemischte Langzeitdünger. Alles, was du zusätzlich gibst, rechnest du gegen diesen Vorrat an.
In der Wachstumsphase
In dieser Phase schaust du vor allem hin. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig bereits genügend Nährstoffe nach. Organische Dünger setzen bei Trockenheit, Frost oder Staunässe kaum etwas frei, bei feuchtwarmem Wetter können sie dagegen starke Schübe auslösen. Eine weitere Gabe behebt eine gehemmte Freisetzung deshalb nicht zuverlässig.
Planst du im Beet eine Stickstoffergänzung mit Horn, rechne mit der Umsetzungszeit. Hornmehl wird im Boden in etwa 6 Wochen umgesetzt, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate.
Bei Hitze und Trockenheit gibst du eine notwendige Flüssigdüngung nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen. Feste Dünger streust du auf feuchten Boden und nicht auf nasse Blätter, weil dort Ätzschäden entstehen können.
Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl genug im Boden steckt. Torffreie Erde kann oben trocken und unten noch nass sein, prüf sie vor dem Gießen also auch unter der Oberfläche. Wie du Gießen und Wasserablauf abstimmst, erklärt der Grundlagenteil zu Gießen, Gefäßen und Drainage im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.
Ein eigener Ratgeber zeigt, wie oft Blühpflanzen je nach Düngerform und Standort Nachschub bekommen.
Bevor ich nachdünge, gehe ich vier Fragen durch. Ist die Erde feucht? Läuft überschüssiges Wasser frei ab? Habe ich den Vorrat aus vorgedüngter Erde und Langzeitdünger angerechnet? Kenne ich die Dosierung auf der Packung?
Wenn sich Knospen zeigen
Rund um die Knospen achtest du vor allem darauf, dass kein Stickstoff im Überschuss ankommt. Sobald sich die ersten Knospen zeigen, schaue ich mir den Zuwachs an. Treibt vor allem Laub nach, gebe ich keinen Stickstoff mehr dazu.
Für üppige Blüten: Stickstoff begrenzen, Phosphor nicht überschätzen
Stickstoff wird für das Wachstum von Trieben und Blättern gebraucht, Phosphor wirkt im Energiehaushalt und Kalium regelt den Wasserhaushalt. Wie du eine NPK-Angabe liest und was die Nährstoffe im Einzelnen leisten, erklärt der Grundlagenteil zu Nährstoffen im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.
Für die Blüte zählt, dass die Versorgung zum Bedarf passt. Die Düngermenge berücksichtigt dafür die gemessenen Vorräte im Boden und alles, was Kompost oder andere Dünger schon liefern. Was darüber hinausgeht, landet als Stickstoff eher im Laub als in der Blüte.
„Viel Phosphor im Blühdünger bringt mehr Blüten.“ Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg dorthin, und pauschal ist ein phosphatbetonter Blütendünger aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und die Vermeidung von Stickstoffüberschüssen. Ist dein Boden schon sehr hoch mit Phosphat versorgt und fehlt ein anderer Nährstoff, gibst du gezielt nur diesen.
Streu keine Holzasche als Kaliumquelle um deine Strohblumen. Asche kann Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten und gehört deshalb weder ins Beet noch auf den Kompost. Abgekühlt gibst du sie in den Hausmüll, ohne Staub aufzuwirbeln.
Obstreste wie Bananenschalen lege ich nicht als Mulch ums Beet, sie kommen bei mir in den Kompost.
Wenn die Blätter Signale senden
Gelbe Blätter sind ein Hinweis und keine Diagnose, denn Vergilbung kann außer auf Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. hindeuten. Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung erzeugen ähnliche Bilder, deshalb prüfe ich zuerst Feuchte und Wasserablauf. Wie du Mangel und Überdüngung auseinanderhältst, ordnet der Grundlagenteil zu Mangel und Überdüngung genauer ein.
Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Bei bestätigter Überdüngung im Kasten spülst du den Ballen langsam bei freiem Abfluss durch, schwere Fälle erfordern ein Umtopfen. Weiße Krusten am Topfrand können auch von Salzen aus dem Gießwasser stammen und beweisen allein keine Überdüngung.
Mulch, Gründüngung und Jauche kurz eingeordnet
Eine Mulchdecke vermindert im Sommer Bodenerhitzung, Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Stroh, Holzhäcksel und Rindenmulch können beim Abbau allerdings Stickstoff binden, und eine feuchte Decke kann Nacktschnecken begünstigen. Saatrillen und junge Pflanzen lässt du frei.
Nach dem Abräumen im Herbst bindet eine Gründüngung freigesetzte Nährstoffe und vermindert deren Auswaschung. Arbeitest du frische Gründüngung ein, wartest du gewöhnlich etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Pflanzung, und ihr Stickstoff zählt bei der Düngung mit.
Pflanzenjauche, etwa aus Brennnesseln, wird für die Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Feste Mengen oder Intervalle gibt es dafür nicht, weil ihr Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit schwankt. In Gemüsebauversuchen der LWG ließ sich eine Wirksamkeit Effektiver Mikroorganismen wissenschaftlich nicht nachweisen.
Den Hintergrund zu allen drei Methoden liefert der Grundlagenteil zu Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden.
