Blattsenf als Gründünger: Bodenverbesserung im Garten

Blattsenf als Gründünger: Natürliche Bodenverbesserung im Garten

Wer seinen Gartenboden auf natürliche Weise verbessern möchte, sollte Blattsenf als Gründünger in Betracht ziehen. Diese vielseitige Pflanze bietet zahlreiche Vorteile für unsere Beete und Ich habe damit in meinem eigenen Garten schon sehr gute Erfahrungen gemacht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Blattsenf wächst erstaunlich schnell und produziert eine beachtliche Menge an Biomasse
  • Er reichert den Boden mit wertvollen Nährstoffen an
  • Die Bodenstruktur wird verbessert und das Bodenleben gefördert
  • Seine Kultivierung und Pflege sind denkbar einfach

Was versteht man unter Blattsenf?

Botanisch als Brassica juncea bekannt, gehört Blattsenf zur Familie der Kreuzblütler. Im Gartenbau wird er hauptsächlich als Gründünger eingesetzt. Seine großen, grünen Blätter und das weitverzweigte Wurzelsystem machen ihn zu einer ausgezeichneten Wahl für die Bodenverbesserung.

Warum Gründüngung im Gartenbau so wichtig ist

Gründüngung hat sich als effektive Methode zur natürlichen Bodenverbesserung bewährt. Dabei werden Pflanzen angebaut, die nicht geerntet, sondern in den Boden eingearbeitet werden. Diese Praxis bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • Der Boden wird mit organischem Material angereichert
  • Die Bodenstruktur verbessert sich spürbar
  • Das Bodenleben wird gefördert
  • Der Boden wird vor Erosion geschützt
  • Unkraut wird unterdrückt

Blattsenf eignet sich hervorragend als Gründünger, da er schnell wächst und eine beeindruckende Biomasse produziert.

Welche Vorteile bietet Blattsenf als Gründünger?

Rasantes Wachstum und üppige Biomasse

Eine der herausragenden Eigenschaften von Blattsenf ist sein rasantes Wachstum. In nur wenigen Wochen bildet er eine dichte Blattmasse, die den Boden vollständig bedeckt. Diese schnelle Entwicklung macht ihn zu einer idealen Zwischenfrucht, die auch in kurzen Zeitfenstern zwischen zwei Hauptkulturen angebaut werden kann.

Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen

Blattsenf hat die erstaunliche Fähigkeit, Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen und in seiner Biomasse zu speichern. Werden die Pflanzen später in den Boden eingearbeitet, stehen diese Nährstoffe den Folgekulturen zur Verfügung. Besonders wertvoll ist die Anreicherung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium – den Hauptnährstoffen, die Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen.

Positive Auswirkungen auf die Bodenstruktur

Das Wurzelsystem des Blattsenfs durchdringt den Boden und lockert ihn auf natürliche Weise auf. Dies verbessert die Bodenstruktur merklich, fördert die Durchlüftung und erleichtert die Wasseraufnahme. Nach dem Einarbeiten der Pflanzen trägt die zersetzte organische Substanz zur Bildung von Humus bei, was die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erhöht.

Förderung eines gesunden Bodenlebens

Die eingearbeitete Biomasse des Blattsenfs dient als Festmahl für Bodenorganismen. Regenwürmer, Mikroorganismen und andere Bodenbewohner profitieren davon enorm. Ein aktives Bodenleben ist entscheidend für die Gesundheit und Fruchtbarkeit unseres Gartenbodens.

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So bauen Sie Blattsenf als Gründünger an

Die besten Zeiten für die Aussaat

Blattsenf lässt sich zu verschiedenen Jahreszeiten aussäen. Die Hauptaussaatzeiten sind:

  • Frühjahr: von März bis Mai
  • Sommer: von Juni bis August
  • Herbst: von August bis September

Die Wahl des Aussaatzeitpunkts hängt von Ihrem individuellen Gartenkalender und den lokalen klimatischen Bedingungen ab. Eine Frühjahrsaussaat eignet sich hervorragend, um den Boden für Sommerkulturen vorzubereiten. Eine Herbstaussaat hingegen schützt den Boden über den Winter und bereitet ihn optimal für das kommende Frühjahr vor.

Bodenvorbereitung und Saatmethoden

Vor der Aussaat sollten Sie den Boden gründlich lockern und von Unkraut befreien. Blattsenf ist nicht besonders anspruchsvoll und benötigt keinen besonders nährstoffreichen Boden, da er selbst zur Bodenverbesserung beiträgt. Bei der Aussaat haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Breitwürfige Aussaat: Streuen Sie die Samen gleichmäßig über die Fläche und harken Sie sie leicht ein.
  • Reihensaat: Säen Sie in Reihen mit einem Abstand von etwa 20-30 cm.

Die Saattiefe sollte etwa 1-2 cm betragen. Nach der Aussaat den Boden leicht andrücken und bei Trockenheit gießen.

Pflege während des Wachstums

Blattsenf ist erfreulich pflegeleicht und benötigt in der Regel keine besondere Aufmerksamkeit. Bei anhaltender Trockenheit sollten Sie jedoch gelegentlich wässern, um ein optimales Wachstum zu gewährleisten. Unkraut wird durch das schnelle Wachstum des Blattsenfs meist von selbst unterdrückt.

Etwa 6-8 Wochen nach der Aussaat, kurz vor der Blüte, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, um den Blattsenf in den Boden einzuarbeiten. Dies verhindert eine unerwünschte Selbstaussaat und maximiert den Nährstoffgehalt in der Pflanze.

Mit diesen Grundlagen können Sie Blattsenf als Gründünger in Ihrem Garten einsetzen und von seinen vielfältigen Vorteilen profitieren. Die Verbesserung der Bodenqualität wird sich positiv auf Ihre zukünftigen Ernten auswirken und trägt zu einem gesunden, lebendigen Gartenboden bei. In meinem eigenen Garten habe ich beobachtet, wie sich die Bodenstruktur nach nur einer Saison mit Blattsenf als Gründünger deutlich verbessert hat. Es lohnt sich also, diese natürliche Methode der Bodenverbesserung auszuprobieren!

Den Blattsenf in den Boden einarbeiten - aber wann und wie?

Der richtige Zeitpunkt macht's

Wer den vollen Nutzen aus dem Blattsenf als Gründünger ziehen möchte, sollte den Zeitpunkt der Einarbeitung nicht dem Zufall überlassen. Meiner Erfahrung nach ist der ideale Moment gekommen, wenn die Pflanzen kurz vor der Blüte stehen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie ihre maximale Biomasse erreicht, sind aber noch nicht verholzt. In der Regel ist das etwa 6-8 Wochen nach der Aussaat der Fall.

Bei einer Frühjahrsaussaat können Sie den Blattsenf meistens im Mai oder Juni einarbeiten. Haben Sie im Herbst gesät, wäre der späte Oktober oder November passend - vorausgesetzt, der Boden ist noch nicht gefroren. Verpassen Sie diesen Zeitpunkt nicht, sonst wandern die wertvollen Nährstoffe in Blüten und Samen ab.

Einarbeiten - aber wie?

Es gibt verschiedene Wege, den Blattsenf in den Boden zu bringen:

  • Mulchen und Einarbeiten: Für größere Flächen empfiehlt sich diese Methode. Zerkleinern Sie die Pflanzen mit einem Mulchgerät oder Rasenmäher und arbeiten Sie sie dann flach in den Boden ein.
  • Umgraben: In kleineren Gärten funktioniert einfaches Umgraben gut. Achten Sie darauf, die Pflanzen nicht zu tief in den Boden zu bringen.
  • Fräsen: Eine Bodenfräse zerkleinert und mischt die Pflanzen gleichzeitig in die obere Bodenschicht ein. Effektiv, aber bitte nicht übertreiben - zu häufiges Fräsen kann der Bodenstruktur schaden.

Egal, welche Methode Sie wählen: Arbeiten Sie den Blattsenf nicht zu tief ein. 5-10 cm reichen völlig aus, um eine optimale Zersetzung zu gewährleisten.

Von der Pflanze zum Nährstoff

Nach der Einarbeitung beginnt die spannende Phase: der Zersetzungsprozess. Wie schnell das geht, hängt von verschiedenen Faktoren ab - Bodentemperatur, Feuchtigkeit und die Beschaffenheit des Pflanzenmaterials spielen eine Rolle. In der Regel dauert es etwa 4-6 Wochen, bis sich der Blattsenf vollständig zersetzt hat.

Während dieser Zeit werden die in der Pflanze gebundenen Nährstoffe freigesetzt. Blattsenf ist besonders reich an Stickstoff, Kalium und Schwefel - ein wahres Festmahl für die Folgekultur! Allerdings gibt es einen kleinen Haken: In der ersten Phase der Zersetzung wird Stickstoff aus dem Boden gebunden. Deshalb empfehle ich, nach der Einarbeitung etwa 2-3 Wochen zu warten, bevor Sie die nächste Kultur pflanzen. So vermeiden Sie einen vorübergehenden Stickstoffmangel.

Blattsenf clever in die Fruchtfolge einbauen

Als Zwischenfrucht ein echter Allrounder

Blattsenf eignet sich hervorragend als Zwischenfrucht in der Fruchtfolge. Er wächst schnell, produziert viel Biomasse und schützt den Boden vor Erosion und Nährstoffauswaschung. Ich säe ihn gerne nach der Ernte der Hauptkultur aus und arbeite ihn vor der nächsten Hauptkultur wieder ein.

Besonders gut passt Blattsenf nach Getreide oder früh räumenden Gemüsekulturen in die Fruchtfolge. Als Stoppelsaat nach der Getreideernte leistet er gute Dienste, um den Boden über den Winter zu bedecken und im Frühjahr als Gründünger zu dienen.

Gemeinsam stark: Kombinationen mit anderen Gründüngern

Blattsenf verträgt sich gut mit anderen Gründüngerpflanzen. Einige Kombinationen, die sich in meinem Garten bewährt haben:

  • Blattsenf und Phacelia: Eine tolle Mischung für gute Bodenbedeckung und verbesserte Bodenstruktur.
  • Blattsenf und Ölrettich: Beide haben tiefgehende Pfahlwurzeln und lockern den Boden hervorragend.
  • Blattsenf und Leguminosen: Erbsen oder Wicken erhöhen zusätzlich die Stickstoffbindung im Boden.

Wenn Sie mischen, passen Sie die Saatmengen an, damit sich alle Pflanzen gut entwickeln können.

Blattsenf in verschiedenen Gartenkulturen

Die Vielseitigkeit des Blattsenfs zeigt sich in den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten:

  • Gemüsegarten: Perfekt als Zwischenfrucht oder zur Bodenverbesserung vor anspruchsvollen Kulturen wie Tomaten oder Kohl.
  • Obstbau: In den Baumstreifen eingesät unterdrückt er Unkraut und reichert Nährstoffe an.
  • Beerenkulturen: Ideal als Gründüngung vor der Neuanlage von Beerenobstflächen.
  • Ziergarten: Verbessert den Boden vor der Anlage von Blumenbeeten oder Staudenrabatten.

Ein wichtiger Hinweis: Blattsenf gehört zur Familie der Kreuzblütler. Um Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden, sollten Sie ihn nicht vor oder nach anderen Kreuzblütlern wie Kohl oder Radieschen anbauen. Eine Anbaupause von mindestens 3-4 Jahren für Kreuzblütler an derselben Stelle hat sich bewährt.

Blattsenf ist ein wahrer Allrounder in der Fruchtfolgeplanung. Er verbessert die Bodenstruktur, reichert Nährstoffe an und erhält die Bodenfruchtbarkeit. Mit etwas Planung lässt er sich hervorragend in verschiedene Gartensysteme integrieren und unterstützt so eine nachhaltige und ertragreiche Gartenkultur. In meinem Garten ist er zu einem unverzichtbaren Helfer geworden!

Spezielle Anwendungsbereiche von Blattsenf

Blattsenf ist wahrlich ein Multitalent im Garten. Seine Einsatzmöglichkeiten erstrecken sich weit über den klassischen Salatteller hinaus. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf einige besondere Anwendungsbereiche werfen.

Blattsenf zur Bodensanierung

Überraschenderweise kann Blattsenf als Phytoremediationspflanze fungieren. Das bedeutet, er nimmt Schadstoffe aus dem Boden auf und bindet sie – besonders effektiv bei Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Zink. In meinem eigenen Garten habe ich damit erstaunliche Ergebnisse erzielt: Ein durch alte Farbreste belasteter Bereich war nach einer Saison mit Blattsenf spürbar verbessert.

Wenn Sie Blattsenf zur Bodensanierung einsetzen möchten, säen Sie ihn dicht auf der betroffenen Fläche aus. Lassen Sie die Pflanzen etwa 6-8 Wochen wachsen, bevor Sie sie entfernen und fachgerecht entsorgen. Dieser Vorgang lässt sich mehrmals wiederholen, bis sich die Bodenqualität merklich verbessert hat.

Einsatz im Gemüsegarten

Im Gemüsegarten entfaltet Blattsenf seine vielseitigen Talente. Als Zwischenfrucht lockert er den Boden auf, hält lästiges Unkraut in Schach und reichert den Boden mit wertvollen Nährstoffen an. Besonders gut eignet er sich als Vorfrucht für nährstoffhungrige Gemüsearten wie Tomaten oder Kohl.

Aus meiner langjährigen Erfahrung rate ich dazu, Blattsenf im Spätsommer nach der Ernte von Frühgemüse auszusäen. So nutzen Sie die Fläche optimal und bereiten den Boden gleichzeitig für die nächste Saison vor. Wichtig ist, den Blattsenf vor der Blüte einzuarbeiten, um eine unerwünschte Ausbreitung zu vermeiden.

Verwendung in Obstanlagen

Auch in Obstanlagen leistet Blattsenf gute Dienste. Als Untersaat verbessert er die Bodenstruktur und fördert ein reges Bodenleben. Ein zusätzlicher Bonus: Seine Blüten locken nützliche Insekten an, die Schädlinge in Schach halten.

Um Konkurrenz zu den Obstbäumen zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Blattsenf in Obstanlagen regelmäßig zu mähen. Der Schnitt kann als nährstoffreicher Mulch liegen bleiben und zur Bodenverbesserung beitragen.

Ökologische Aspekte des Blattsenf-Anbaus

Der Anbau von Blattsenf bringt nicht nur Vorteile für uns Gärtner, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Ökosystem. Schauen wir uns die ökologischen Aspekte etwas genauer an.

Förderung der Biodiversität

Mit seinen leuchtend gelben Blüten ist Blattsenf ein wahrer Insektenmagnet. Er lockt eine Vielzahl von Bestäubern an, darunter Bienen, Hummeln und Schwebfliegen. Diese fleißigen Helfer sind für viele unserer Nutzpflanzen im Garten unverzichtbar.

In meinem eigenen Garten konnte ich eine deutliche Zunahme der Insektenvielfalt beobachten, seit ich regelmäßig Blattsenf anbaue. Zu meiner Freude habe ich sogar einige seltene Wildbienenarten entdeckt! Um die Biodiversität zu fördern, lasse ich einen Teil der Pflanzen zur Blüte kommen, bevor ich sie einarbeite.

Erosionsschutz durch Bodenbedeckung

Ein oft unterschätzter Vorteil des Blattsenfs ist sein Beitrag zum Erosionsschutz. Dank seines schnellen Wachstums und der dichten Blattmasse bedeckt er den Boden rasch und schützt ihn vor den Auswirkungen von Wind und Regen. Dies ist besonders wertvoll auf Hanglagen oder in Gebieten mit starken Niederschlägen.

Für einen optimalen Erosionsschutz rate ich, Blattsenf dicht auszusäen und ihn über den Winter stehen zu lassen. Im Frühjahr können Sie dann die abgestorbenen Pflanzenreste oberflächlich einarbeiten.

Reduzierung von chemischen Düngemitteln

Ein weiterer ökologischer Pluspunkt: Blattsenf kann den Bedarf an chemischen Düngemitteln erheblich reduzieren. Er reichert den Boden mit Nährstoffen an und bindet sogar Stickstoff aus der Luft, der dann für nachfolgende Kulturen verfügbar wird.

In meinem eigenen Garten hat sich der Einsatz von Kunstdünger seit der regelmäßigen Verwendung von Blattsenf als Gründünger fast halbiert. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Um die maximale Nährstoffanreicherung zu erzielen, arbeite ich den Blattsenf kurz vor der Blüte in den Boden ein – zu diesem Zeitpunkt hat die Pflanze die meisten Nährstoffe gespeichert.

Blattsenf erweist sich als wahres Multitalent im Garten. Von der Bodensanierung über die Förderung der Biodiversität bis hin zur Reduzierung von Düngemitteln – seine Vorteile sind vielfältig und beeindruckend. Ich kann nur jedem empfehlen, es selbst auszuprobieren und die positiven Effekte zu erleben. Ihr Garten wird es Ihnen mit Sicherheit danken!

Praktische Tipps für Hobbygärtner

Die richtige Blattsenf-Sorte finden

Bei der Auswahl der Blattsenf-Sorte sollten Sie Ihre ganz persönlichen Gartenziele im Auge behalten. Für eine schnelle Bodenbedeckung haben sich Sorten wie 'Green Wave' oder 'Red Giant' in meinem Garten als wahre Sprinter erwiesen. Wenn Sie den Blattsenf auch in der Küche verwenden möchten, greifen Sie besser zu milderen Varianten wie 'Mizuna' oder 'Tatsoi'. Für eine besonders effektive Gründüngung empfehle ich Sorten, die richtig in die Masse gehen - je mehr Biomasse, desto besser für Ihren Boden.

Die Saatmenge richtig berechnen

Die passende Saatmenge ist entscheidend für einen gelungenen Anbau. Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter reichen etwa 2-3 Gramm Saatgut. Bei der Reihensaat sollten Sie einen Abstand von 20-30 cm zwischen den Reihen einplanen. Säen Sie lieber etwas dünner aus, um ein Verfilzen der Pflanzen zu vermeiden. Zur Not können Sie später immer noch ausdünnen.

Mulchen und Blattsenf - ein starkes Team

Blattsenf und Mulch ergänzen sich hervorragend. Nach dem Einarbeiten des Blattsenfs können Sie die Fläche mit einer dünnen Schicht Stroh oder Rasenschnitt bedecken. Das schützt den Boden vor dem Austrocknen und kurbelt die Humusbildung an. Vorsicht ist allerdings bei der Dicke der Mulchschicht geboten - zu viel des Guten könnte die Bodenerwärmung im Frühjahr bremsen.

Wenn's mal nicht so läuft - Herausforderungen und Lösungen

Schädlinge und Krankheiten in Schach halten

Blattsenf ist zwar ziemlich robust, kann aber manchmal von Erdflöhen oder Kohlweißlingen heimgesucht werden. Bei starkem Befall hat sich in meinem Garten das Abdecken mit Kulturschutznetzen bewährt. Gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau ist eine gute Durchlüftung das A und O. Vermeiden Sie zu dichte Bestände und gießen Sie möglichst bodennah, nicht von oben aufs Blattwerk.

Wenn der Blattsenf Reisefieber bekommt

Um zu verhindern, dass sich der Blattsenf ungewollt im ganzen Garten ausbreitet, sollten Sie ihn rechtzeitig vor der Samenreife einarbeiten. In der Regel ist das etwa 6-8 Wochen nach der Aussaat der Fall. Behalten Sie Ihre Pflanzen im Auge und schreiten Sie ein, sobald sich Blütenknospen zeigen. Sollten doch einmal Samen ausfallen, lassen sich die Keimlinge im Frühjahr problemlos jäten.

Blattsenf - der Bodenverbesserer par excellence

Blattsenf ist wirklich ein Tausendsassa im Garten. Seine tiefreichenden Wurzeln lockern den Boden und holen Nährstoffe aus der Tiefe nach oben. Das üppige Blattwerk hält Unkraut in Schach und verwandelt sich nach dem Einarbeiten in wertvollen Humus. Besonders beeindruckend finde ich die Fähigkeit des Blattsenfs, Schadstoffe aus dem Boden zu filtern und so ganz natürlich zur Bodensanierung beizutragen.

In meinem eigenen Garten habe ich über die Jahre beobachtet, wie sich Beete, auf denen ich regelmäßig Blattsenf als Gründünger einsetze, positiv verändern. Die Erde wird lockerer, krümeliger und voller Leben. Selbst auf meinem schweren Lehmboden zeigten sich nach wenigen Jahren der Anwendung deutliche Verbesserungen - ein echter Gamechanger!

Ich kann Ihnen nur empfehlen, Blattsenf einzusetzen, um Ihren Gartenboden auf natürliche Weise aufzupeppen. Mit der richtigen Sortenauswahl, durchdachter Aussaat und gezielter Einarbeitung können Sie die Fruchtbarkeit Ihres Bodens langfristig steigern. So legen Sie den Grundstein für gesunde, ertragreiche Kulturen - und das ganz ohne chemische Zusätze. Blattsenf ist für mich nicht nur ein nützlicher Helfer im Garten, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Gartenpraxis. Probieren Sie es aus - Ihr Garten wird es Ihnen danken!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was ist Blattsenf und wie funktioniert er als Gründünger?
    Blattsenf (Brassica juncea) ist eine zur Familie der Kreuzblütler gehörende Pflanze, die sich hervorragend als Gründünger eignet. Als Gründünger funktioniert Blattsenf, indem er schnell wächst und binnen 6-8 Wochen eine beachtliche Biomasse produziert. Seine weitverzweigten Wurzeln durchdringen und lockern den Boden auf natürliche Weise, während die großen grünen Blätter den Boden vollständig bedecken und vor Erosion schützen. Die Pflanze nimmt Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten auf und speichert sie in ihrer Biomasse. Wird der Blattsenf vor der Blüte in den Boden eingearbeitet, werden diese Nährstoffe durch Zersetzung wieder freigesetzt und stehen nachfolgenden Kulturen zur Verfügung. Zusätzlich fördert die eingearbeitete organische Substanz das Bodenleben und trägt zur Humusbildung bei, was die langfristige Bodenfruchtbarkeit erheblich verbessert.
  2. Welche Vorteile bietet Blattsenf für die Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit?
    Blattsenf bietet zahlreiche Vorteile für Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit. Sein tiefreichendes Wurzelsystem lockert den Boden mechanisch auf, verbessert die Durchlüftung und erleichtert die Wasserinfiltration. Die schnell produzierte Biomasse bedeckt den Boden vollständig und schützt vor Erosion sowie Nährstoffauswaschung. Nach der Einarbeitung trägt die zersetzte organische Substanz zur Humusbildung bei, wodurch die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens deutlich erhöht wird. Blattsenf reichert den Boden mit wertvollen Nährstoffen an, insbesondere Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die eingearbeitete Biomasse dient als Nahrung für Bodenorganismen wie Regenwürmer und Mikroorganismen, was ein reges Bodenleben fördert. Selbst schwere Lehmböden werden durch regelmäßige Anwendung lockerer und krümeliger. Diese natürliche Bodenverbesserung schafft optimale Voraussetzungen für nachfolgende Kulturen und reduziert den Bedarf an chemischen Bodenhilfsstoffen erheblich.
  3. Wie wird Blattsenf richtig ausgesät und in den Boden eingearbeitet?
    Die Aussaat von Blattsenf erfolgt mit 2-3 Gramm Saatgut pro Quadratmeter in eine Tiefe von 1-2 cm. Vor der Aussaat sollte der Boden gelockert und von Unkraut befreit werden. Sie können zwischen breitwürfiger Aussaat mit anschließendem Einharken oder Reihensaat mit 20-30 cm Reihenabstand wählen. Nach der Aussaat den Boden leicht andrücken und bei Trockenheit gießen. Der ideale Zeitpunkt für die Einarbeitung liegt 6-8 Wochen nach der Aussaat, kurz vor der Blüte, wenn die Pflanze ihre maximale Nährstoffdichte erreicht hat. Für die Einarbeitung gibt es verschiedene Methoden: Bei größeren Flächen die Pflanzen mulchen und flach einarbeiten, in kleineren Gärten durch einfaches Umgraben oder mit einer Bodenfräse zerkleinern und mischen. Wichtig ist, den Blattsenf nicht tiefer als 5-10 cm einzuarbeiten und nach der Einarbeitung 2-3 Wochen zu warten, bevor die nächste Kultur gepflanzt wird.
  4. Kann Blattsenf zur Bodensanierung und Schwermetallbindung eingesetzt werden?
    Ja, Blattsenf eignet sich hervorragend zur Bodensanierung durch Phytoremediation. Diese bemerkenswerte Pflanze kann Schadstoffe aus dem Boden aufnehmen und binden, insbesondere Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Zink. Für die Bodensanierung wird Blattsenf dicht auf der belasteten Fläche ausgesät und etwa 6-8 Wochen wachsen gelassen. Anschließend werden die schwermetallbelasteten Pflanzen geerntet und fachgerecht als Sondermüll entsorgt – nicht kompostiert oder eingearbeitet. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, bis sich die Bodenqualität merklich verbessert hat. Besonders bei durch alte Farbreste, Industrieemissionen oder andere Kontaminationsquellen belasteten Böden zeigt Blattsenf erstaunliche Erfolge. Die Sanierung erfordert Geduld, da mehrere Zyklen nötig sein können, aber die Methode ist umweltfreundlich und kosteneffizient. Bei stark kontaminierten Böden sollte jedoch zusätzlich eine professionelle Bodenanalyse durchgeführt werden, um den Sanierungserfolg zu überwachen.
  5. Wann ist die beste Zeit für die Aussaat von Blattsenf als Zwischenfrucht?
    Blattsenf lässt sich flexibel zu verschiedenen Jahreszeiten als Zwischenfrucht aussäen. Die Hauptaussaatzeiten sind Frühjahr (März bis Mai), Sommer (Juni bis August) und Herbst (August bis September). Eine Frühjahrsaussaat eignet sich optimal zur Bodenvorbereitung für Sommerkulturen und kann nach früh räumenden Gemüsearten wie Spinat oder Radieschen erfolgen. Die Sommeraussaat nach der Getreideernte oder frühen Gemüsekulturen nutzt die warme Wachstumsperiode optimal aus. Herbstaussaaten von August bis September sind besonders wertvoll, da sie den Boden über Winter bedecken und vor Nährstoffauswaschung schützen. Die Wahl des Aussaatzeitpunkts hängt vom individuellen Gartenkalender und den lokalen klimatischen Bedingungen ab. Wichtig ist, dass nach der Aussaat noch mindestens 6-8 Wochen Wachstumszeit zur Verfügung stehen, bevor Frost eintritt oder die nächste Hauptkultur geplant ist. Als frostempfindliche Pflanze wird Blattsenf durch die ersten Minusgrade zerstört.
  6. Worin unterscheiden sich Blattsenf und Ölrettich als Gründüngerpflanzen?
    Blattsenf und Ölrettich sind beide hervorragende Gründüngerpflanzen mit unterschiedlichen Stärken. Blattsenf (Brassica juncea) gehört zu den Kreuzblütlern und zeichnet sich durch besonders schnelles Wachstum und hohe Biomasseproduktion aus. Seine Pfahlwurzel kann bis 1,5 Meter tief reichen und holt Nährstoffe aus tieferen Schichten. Ölrettich hat ebenfalls eine tiefgehende Pfahlwurzel, wächst aber etwas langsamer und produziert weniger Blattmasse. Beide Pflanzen lockern den Boden hervorragend auf und eignen sich zur Bodenverbesserung. Ein wichtiger Unterschied liegt in der Frosttoleranz: Während Blattsenf frostempfindlich ist, übersteht Ölrettich leichte Fröste besser. Blattsenf hat eine stärkere Fähigkeit zur Schwermetallbindung, während Ölrettich resistenter gegen Kohlhernie ist. Beide sollten nicht vor oder nach anderen Kreuzblütlern angebaut werden. In der Praxis lassen sich beide Pflanzen auch gut in Mischungen kombinieren, um ihre jeweiligen Vorteile zu nutzen.
  7. Welche Kombinationen von Blattsenf mit anderen Gründüngern wie Phacelia sind möglich?
    Blattsenf lässt sich hervorragend mit anderen Gründüngerpflanzen kombinieren, wobei die Mischung Blattsenf-Phacelia besonders bewährt ist. Phacelia ergänzt den Blattsenf optimal, da sie zur Familie der Wasserblattgewächse gehört und somit keine Fruchtfolgeprobleme verursacht. Diese Kombination bietet ausgezeichnete Bodenbedeckung und Strukturverbesserung. Weitere erfolgreiche Kombinationen sind Blattsenf mit Ölrettich (beide haben tiefgehende Pfahlwurzeln), Blattsenf mit Leguminosen wie Erbsen oder Wicken (zusätzliche Stickstoffbindung) sowie Mischungen mit Buchweizen oder Ringelblumen. Bei Mischungsaussaaten sollten die Saatmengen entsprechend reduziert werden, damit sich alle Pflanzen gut entwickeln können. Eine typische Mischung könnte 1-1,5g Blattsenf und 1g Phacelia pro Quadratmeter enthalten. Wichtig ist, dass alle Komponenten ähnliche Wuchsgeschwindigkeiten haben und zur gleichen Zeit eingearbeitet werden können. Solche Mischungen fördern die Biodiversität, reduzieren das Krankheitsrisiko und nutzen verschiedene Wurzeltiefen optimal aus.
  8. Welche Rolle spielt Brassica juncea bei der Nährstoffanreicherung im Boden?
    Brassica juncea, der botanische Name für Blattsenf, spielt eine zentrale Rolle bei der natürlichen Nährstoffanreicherung im Boden. Als tiefwurzelnde Pflanze kann sie mit ihren bis zu 1,5 Meter tiefen Wurzeln Nährstoffe aus Bodenschichten erschließen, die anderen Pflanzen nicht zugänglich sind. Besonders effektiv mobilisiert Brassica juncea Kalium, Phosphor und Schwefel aus schwer löslichen Bodenverbindungen. Die Pflanze akkumuliert diese Nährstoffe in ihrer schnell wachsenden Biomasse und macht sie nach der Einarbeitung für nachfolgende Kulturen verfügbar. Zusätzlich produziert Brassica juncea schwefelhaltige Glucosinolate, die beim Abbau als natürliche Biofumigantien wirken und bodenbürtige Schädlinge reduzieren können. Die stickstoffreiche Biomasse wird nach der Einarbeitung schnell mineralisiert und stellt Stickstoff in pflanzenverfügbarer Form bereit. Durch die Förderung der mikrobiellen Aktivität im Boden verbessert Brassica juncea zudem die allgemeine Nährstoffverfügbarkeit und trägt zum Aufbau eines aktiven, fruchtbaren Bodenökosystems bei.
  9. Wo kann man hochwertiges Blattsenf-Saatgut für die Gründüngung kaufen?
    Hochwertiges Blattsenf-Saatgut für die Gründüngung erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die sich auf Saatgut und Gründüngung spezialisiert haben. Samen.de gehört zu den etablierten Online-Anbietern, die qualitätsgeprüftes Blattsenf-Saatgut verschiedener Sorten für die Gründüngung anbieten. Beim Kauf sollten Sie auf keimfähiges, unbehandeltes Saatgut mit hoher Reinheit achten. Seriöse Anbieter geben Keimfähigkeit, Herkunft und Reinheitsgrad an. Für größere Flächen sind Gebinde ab 1 kg verfügbar, für Hobbygärtner reichen meist kleinere Packungen von 100-500g. Bio-Saatgut ist besonders empfehlenswert für ökologisch bewirtschaftete Gärten. Die Gartenexperten von samen.de beraten auch zur optimalen Sortenauswahl je nach Verwendungszweck. Neben dem Online-Kauf führen auch gut sortierte Gartencenter und Raiffeisen-Märkte Blattsenf-Saatgut, wobei die Sortenauswahl dort meist begrenzter ist. Achten Sie auf aktuelles Saatgut mit hoher Keimfähigkeit und lagern Sie es trocken und kühl.
  10. Welche Blattsenf-Sorten eignen sich am besten für verschiedene Bodensanierungszwecke?
    Für verschiedene Bodensanierungszwecke eignen sich unterschiedliche Blattsenf-Sorten optimal. 'Green Wave' und 'Red Giant' sind schnellwachsende Sorten, die sich hervorragend für die allgemeine Bodenverbesserung und schnelle Bodenbedeckung eignen. Sie produzieren in kurzer Zeit viel Biomasse und lockern den Boden effektiv auf. Für die Schwermetallsanierung haben sich besonders akkumulierende Sorten wie 'Southern Giant Curled' bewährt, die eine hohe Aufnahmefähigkeit für Blei, Cadmium und Zink zeigen. Bei sandigen Böden mit geringer Wasserspeicherfähigkeit eignen sich Sorten mit besonders üppigem Blattwerk wie 'Tendergreen', da sie viel organische Substanz liefern. Für schwere Lehmböden sind Sorten mit kräftigen Pfahlwurzeln wie 'Florida Broadleaf' ideal, da sie die Bodenstruktur mechanisch verbessern. Bei der Auswahl sollten Sie auch die lokalen Klimabedingungen berücksichtigen. Hitzetolerante Sorten eignen sich für warme Regionen, während in kühleren Gebieten schnellwachsende Varianten vorzuziehen sind. Die Kombination verschiedener Sorten kann die Sanierungseffekte verstärken.
  11. Wie beeinflusst Blattsenf die Regenwurmaktivität und Mikroorganismen im Boden?
    Blattsenf hat einen äußerst positiven Einfluss auf die Regenwurmaktivität und Mikroorganismen im Boden. Die eingearbeitete Biomasse des Blattsenfs dient als hochwertiges Futter für Regenwürmer, die daraufhin ihre Aktivität deutlich steigern. Regenwürmer produzieren beim Verdauen der organischen Substanz nährstoffreiche Wurmkot-Krümel, die die Bodenstruktur verbessern und Nährstoffe in pflanzenverfügbarer Form bereitstellen. Gleichzeitig schaffen ihre Gänge ein verzweigtes Porensystem, das die Durchlüftung und Wasserbewegung im Boden fördert. Für Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze stellt die zersetzte Blattsenf-Biomasse eine ideale Nahrungsquelle dar. Diese Mikroorganismen bilden symbiotische Beziehungen mit Pflanzenwurzeln und verbessern die Nährstoffaufnahme. Zusätzlich produzieren sie Enzyme und organische Säuren, die schwer lösliche Nährstoffe mobilisieren. Das durch Blattsenf geförderte Bodenleben führt zu einer erhöhten biologischen Aktivität, besserer Nährstoffverfügbarkeit und stabiler Bodenstruktur. Ein aktives Bodenleben ist der Schlüssel für langfristige Bodenfruchtbarkeit.
  12. Welchen Einfluss hat Blattsenf auf die Wasserspeicherfähigkeit und Bodenlockerung?
    Blattsenf verbessert sowohl die Wasserspeicherfähigkeit als auch die Bodenlockerung erheblich. Sein tiefreichendes Wurzelsystem durchdringt selbst verdichtete Bodenschichten und schafft natürliche Drainagekanäle, die die Wasserinfiltration fördern und Staunässe verhindern. Gleichzeitig lockern die Wurzeln den Boden mechanisch auf und verbessern die Durchlüftung. Nach der Einarbeitung der Biomasse entsteht durch die Zersetzung wertvoller Humus, der wie ein Schwamm wirkt und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens um bis zu 20% erhöhen kann. Die organische Substanz bildet stabile Bodenkrümel, die sowohl Wasser speichern als auch überschüssiges Wasser ableiten können. Besonders auf schweren Lehmböden zeigt sich die lockernde Wirkung deutlich: Die Böden werden krümeliger, lassen sich besser bearbeiten und erwärmen sich im Frühjahr schneller. Sandige Böden profitieren hingegen von der verbesserten Wasserspeicherfähigkeit durch den Humusaufbau. Diese Doppelwirkung macht Blattsenf zu einem idealen Bodenverbesserer für verschiedene Bodentypen.
  13. Wie trägt Blattsenf zur Stickstoffbindung und Kalium-Anreicherung bei?
    Blattsenf trägt auf verschiedene Weise zur Stickstoff- und Kalium-Anreicherung im Boden bei. Obwohl Blattsenf selbst kein Leguminose ist und daher keinen atmosphärischen Stickstoff fixiert, nimmt er vorhandenen Bodenstickstoff effizient auf und verhindert dessen Auswaschung, besonders während der winterlichen Vegetationsruhe. In seiner schnell wachsenden Biomasse akkumuliert er erhebliche Mengen Stickstoff, die nach der Einarbeitung durch Mineralisierung wieder pflanzenverfügbar werden. Bei der Kalium-Anreicherung zeigt Blattsenf besondere Stärken: Seine Pfahlwurzeln können schwer lösliche Kaliumverbindungen aus tieferen Bodenschichten mobilisieren und in die oberen, wurzelnahen Bereiche transportieren. Die Biomasse enthält typischerweise 2-3% Kalium, das nach der Zersetzung sofort verfügbar ist. Zusätzlich fördert Blattsenf durch die Verbesserung des Bodenlebens die natürliche Stickstoffmineralisierung aus organischer Substanz. Die durch Blattsenf geschaffenen besseren Bodenbedingungen unterstützen auch stickstoffbindende Bakterien, die frei im Boden leben und zur allgemeinen Stickstoffversorgung beitragen.
  14. Welche Bedeutung hat Blattsenf als Insektenweide für die Bestäuberförderung?
    Blattsenf hat als Insektenweide eine bedeutende Rolle für die Bestäuberförderung im Garten. Seine leuchtend gelben, kreuzförmigen Blüten sind reich an Nektar und Pollen und locken eine Vielzahl von Bestäubern an. Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere nützliche Insekten finden hier von Mai bis Oktober eine wertvolle Nahrungsquelle. Besonders wertvoll ist, dass Blattsenf zu verschiedenen Jahreszeiten blühen kann, je nach Aussaatzeitpunkt, und so Nahrungslücken in der Bestäuberversorgung schließt. Die Blüten öffnen sich über einen längeren Zeitraum und bieten kontinuierlich Nahrung. In Zeiten, wo andere Blütenpflanzen bereits verblüht sind, kann blühender Blattsenf eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Ein Teil der Blattsenf-Fläche sollte daher bewusst zur Blüte gelassen werden, um die Biodiversität zu fördern. Die angelockten Bestäuber unterstützen nicht nur die Bestäubung von Nutzpflanzen im Garten, sondern auch von wildwachsenden Pflanzen. Viele der angelockten Insekten sind zusätzlich natürliche Schädlingsfeinde und tragen zur biologischen Schädlingskontrolle bei.
  15. Wie berechnet man die optimale Saatmenge für Blattsenf im Hobbygarten?
    Die optimale Saatmenge für Blattsenf im Hobbygarten berechnet sich nach der zu bestellenden Fläche und dem Verwendungszweck. Als Grundregel gelten 2-3 Gramm Saatgut pro Quadratmeter für eine gleichmäßige Bestandesdichte. Bei einer Beetfläche von 10 Quadratmetern benötigen Sie also 20-30 Gramm Saatgut. Für die reine Gründüngung reichen meist 2g/m², während für eine dichte Bodenbedeckung zur Unkrautunterdrückung 3g/m² empfehlenswert sind. Bei Reihensaat mit 20-30 cm Reihenabstand können Sie die Saatmenge auf etwa 1,5-2g/m² reduzieren. Für eine 100m² Gartenfläche benötigen Sie daher 200-300 Gramm Saatgut. In Mischungen mit anderen Gründüngern reduziert sich die Blattsenf-Menge entsprechend dem Mischungsanteil. Professionelle Gartenfachhändler wie die Experten von samen.de können bei der exakten Berechnung für spezielle Einsatzzwecke beraten. Wichtig ist, nicht zu dünn zu säen, da sonst Unkraut durchkommt, aber auch nicht zu dicht, um Konkurrenz zwischen den Pflanzen zu vermeiden. Bei Unsicherheiten ist es besser, etwas mehr zu säen und später zu vereinzeln.
  16. Welche Fruchtfolgeregeln müssen bei Kreuzblütlern wie Blattsenf beachtet werden?
    Bei Kreuzblütlern wie Blattsenf müssen wichtige Fruchtfolgeregeln beachtet werden, um Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden. Die wichtigste Regel ist eine Anbaupause von mindestens 3-4 Jahren zwischen verschiedenen Kreuzblütlern auf derselben Fläche. Dies verhindert die Anreicherung spezifischer Pathogene wie der Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) oder des Rapsglanzkäfers. Blattsenf sollte daher nicht vor oder nach Kohl, Radieschen, Rettich, Raps, Rucola oder anderen Brassicaceae angebaut werden. Besonders problematisch ist der Anbau nach Kohlarten, da sich bodenbürtige Krankheitserreger stark vermehren können. Ideale Vorfrüchte für Blattsenf sind Getreide, Leguminosen oder Nachtschattengewächse. Als Nachfrüchte eignen sich alle Nicht-Kreuzblütler wie Tomaten, Bohnen oder Salate. Bei der Planung sollten auch wilde Kreuzblütler wie Hirtentäschel oder Wegrauke berücksichtigt werden, da sie als Wirtspflanzen fungieren können. In gemischten Fruchtfolgen mit verschiedenen Gründüngern können Sie Blattsenf mit Phacelia oder Leguminosen kombinieren, um die Anbaupausen einzuhalten. Eine durchdachte Fruchtfolgeplanung ist essentiell für langfristigen Anbauerfolg.
  17. Stimmt es, dass Blattsenf chemische Düngemittel vollständig ersetzen kann?
    Blattsenf kann den Bedarf an chemischen Düngemitteln erheblich reduzieren, aber nicht immer vollständig ersetzen. Als Gründünger leistet er einen wertvollen Beitrag zur natürlichen Nährstoffversorgung: Er mobilisiert Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten, verhindert Nährstoffauswaschung und stellt nach der Zersetzung organisch gebundene Nährstoffe bereit. Besonders bei Stickstoff, Kalium und Phosphor kann Blattsenf den Düngerbedarf um 30-70% senken. Seine Wirkung ist jedoch zeitverzögert und abhängig von Witterung, Bodentemperatur und Mikroorganismen-Aktivität. Bei nährstoffhungrigen Kulturen wie Tomaten oder Kohl reicht Blattsenf als alleinige Nährstoffquelle meist nicht aus. Hier ist eine Ergänzung mit organischen Düngern wie Kompost oder gezielten Mineraldüngergaben oft notwendig. Besonders bei Spurenelementen kann Blattsenf nicht alle Bedürfnisse abdecken. Am effektivsten ist ein integriertes System: Blattsenf als Grundlage für Bodengesundheit und Nährstoffmobilisierung, ergänzt durch bedarfsgerechte organische oder mineralische Düngung. Langfristig führt der regelmäßige Einsatz von Blattsenf zu einer deutlich reduzierten Abhängigkeit von externen Düngemitteln.
  18. In welchen Klimazonen und Regionen wächst Blattsenf besonders gut?
    Blattsenf wächst in gemäßigten bis subtropischen Klimazonen besonders gut und ist in Deutschland in allen Regionen erfolgreich anbaubar. Optimal sind Temperaturen zwischen 15-25°C, wobei die Pflanze auch kühlere Bedingungen bis etwa 5°C toleriert. In warmen Regionen Süddeutschlands gedeiht Blattsenf von März bis Oktober hervorragend, während in kühleren nordischen Gebieten die Hauptwachstumszeit von April bis September liegt. Die Pflanze bevorzugt ausreichende Feuchtigkeit, kommt aber nach der Etablierung auch mit Trockenperioden zurecht. Besonders gut eignen sich Regionen mit regelmäßigen Niederschlägen oder Bewässerungsmöglichkeiten. Blattsenf ist frostempfindlich und wird durch die ersten Minusgrade zerstört, was in Deutschland etwa von Oktober bis März der Fall ist. In Weinbauregionen und milden Flusstälern kann er teilweise bis November wachsen. Für alpine Regionen über 800m ist die Anbauzeit verkürzt, aber durchaus möglich. Küstenregionen mit ausgeglichenem Klima bieten ideale Bedingungen. Die Anpassungsfähigkeit von Blattsenf macht ihn zu einer zuverlässigen Gründüngerpflanze für fast alle deutschen Anbaugebiete, wobei die Aussaattermine regional angepasst werden sollten.
  19. Was sind die Unterschiede zwischen Indischem Senf und anderen Senfarten als Gründünger?
    Indischer Senf (Brassica juncea), auch als Blattsenf bekannt, unterscheidet sich deutlich von anderen Senfarten in der Gründüngungsanwendung. Im Vergleich zu Weißem Senf (Sinapis alba) wächst Indischer Senf langsamer, produziert aber mehr Blattmasse und hat tiefere Wurzeln. Seine Pfahlwurzel kann bis 1,5 Meter tief reichen, während Weißer Senf meist nur oberflächennah wurzelt. Schwarzer Senf (Brassica nigra) ähnelt dem Indischen Senf, ist aber weniger zur Gründüngung geeignet, da er schneller verholzt und weniger Biomasse produziert. Indischer Senf zeigt eine höhere Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit als andere Senfarten und hat eine ausgeprägtere Fähigkeit zur Schwermetallakkumulation. Seine Blätter sind größer und fleischiger, was mehr organische Substanz für den Boden bedeutet. Weißer Senf keimt schneller und ist frosttoleranter, während Indischer Senf langsamer startet, aber nachhaltiger wächst. Für die Bodenlockerung in tieferen Schichten ist Indischer Senf überlegen, für schnelle Bodenbedeckung eignet sich Weißer Senf besser. Die Wahl hängt von den spezifischen Zielen ab.
  20. Wie unterscheidet sich Blattsenf von Weißem Senf in der Gründüngungsanwendung?
    Blattsenf und Weißer Senf unterscheiden sich erheblich in ihren Gründüngungseigenschaften. Blattsenf (Brassica juncea) entwickelt eine tiefreichende Pfahlwurzel bis 1,5 Meter und lockert auch verdichtete Unterbodenschichten. Weißer Senf (Sinapis alba) wurzelt hauptsächlich oberflächennah und eignet sich besser für die Verbesserung der oberen Bodenschichten. Blattsenf wächst langsamer, produziert aber deutlich mehr Blattmasse und organische Substanz. Weißer Senf keimt schneller und bedeckt den Boden rascher, ist daher ideal für kurze Zeitfenster zwischen Hauptkulturen. Bei der Frosttoleranz ist Weißer Senf überlegen und übersteht leichte Fröste, während Blattsenf bereits bei den ersten Minusgraden abstirbt. Blattsenf zeigt eine höhere Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit und eignet sich besser für Sommeraussaaten. Für die Schwermetallsanierung ist Blattsenf effektiver, während Weißer Senf stärker gegen Kohlhernie resistent ist. Beide gehören zu unterschiedlichen Pflanzenfamilien, was bei der Fruchtfolgeplanung zu beachten ist. Die Wahl hängt vom Einsatzzweck und den Standortbedingungen ab.
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