Blumenwiesen pflegen: Jahresplan für eine blühende Vielfalt

Blumenwiesen: Oasen der Artenvielfalt im eigenen Garten

Wer hätte gedacht, dass ein Stück ungepflegter Rasen sich in ein buntes Paradies verwandeln kann? Blumenwiesen sind nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch wahre Hotspots für unsere kleinen geflügelten Freunde.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Blumenwiesen fördern die Biodiversität
  • Sie benötigen weniger Pflege als Rasen
  • Standort und Bodenbeschaffenheit sind entscheidend
  • Richtige Saatgutmischung wählen
  • Aussaat im Frühjahr oder Herbst möglich

Was macht eine Blumenwiese aus?

Eine Blumenwiese ist mehr als nur ein hübscher Anblick. Sie ist ein komplexes Ökosystem, das aus einer Vielzahl von Gräsern und Blühpflanzen besteht. Im Gegensatz zu einem akkurat geschnittenen Rasen wachsen hier Pflanzen in unterschiedlichen Höhen und blühen zu verschiedenen Zeiten. Das schafft einen vielfältigen Lebensraum für Insekten, Kleintiere und Vögel.

Ökologischer Wert für Insekten und Biodiversität

Blumenwiesen sind wahre Schatzkammern der Biodiversität. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insektenarten. In Zeiten des Insektensterbens sind solche Flächen besonders wertvoll. Bei meinen Beobachtungen konnte ich feststellen, wie sich die Insektenvielfalt in meinem Garten innerhalb eines Jahres nach Anlage einer Blumenwiese deutlich erhöhte.

Aber nicht nur Insekten profitieren. Auch Vögel finden hier Nahrung und Nistmaterial. Sogar kleine Säugetiere wie Igel nutzen die Wiese als Rückzugsort. Eine Blumenwiese trägt somit aktiv zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Der Unterschied zu konventionellen Rasenflächen

Während ein kurz geschnittener Rasen oft als Inbegriff eines gepflegten Gartens gilt, ist er ökologisch gesehen wenig wertvoll. Er bietet kaum Lebensraum und verbraucht viele Ressourcen. Eine Blumenwiese hingegen:

  • Benötigt weniger Wasser
  • Muss seltener gemäht werden
  • Braucht keine Dünger oder Pestizide
  • Fördert die Bodengesundheit
  • Bietet ganzjährig Nahrung für Tiere

Zudem ist eine Blumenwiese pflegeleichter. Statt wöchentlichen Mähens reichen ein bis zwei Schnitte pro Jahr. Das spart Zeit und Energie - und lässt mehr Raum für andere Gartenaktivitäten.

Vorbereitung und Anlage einer Blumenwiese

Die richtige Standortwahl und Bodenbeschaffenheit

Der Erfolg einer Blumenwiese hängt maßgeblich vom Standort ab. Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Platz. Der Boden sollte nicht zu nährstoffreich sein, denn viele Wildblumen gedeihen am besten auf mageren Böden. Ist der Boden zu nährstoffreich, setzen sich oft Gräser durch und verdrängen die Blumen.

Vor der Aussaat ist eine Bodenanalyse sinnvoll. Sie gibt Aufschluss über den pH-Wert und Nährstoffgehalt. Bei zu nährstoffreichen Böden kann man die obere Schicht abtragen oder Sand einarbeiten, um den Boden abzumagern.

Bodenvorbereitung und Saatbeetherstellung

Eine gründliche Bodenvorbereitung ist entscheidend für den Erfolg. Folgende Schritte haben sich bewährt:

  • Entfernen Sie die vorhandene Vegetation gründlich.
  • Lockern Sie den Boden etwa 20 cm tief auf.
  • Entfernen Sie Steine und Wurzelreste.
  • Ebnen Sie die Fläche ein und walzen Sie sie leicht an.

Ein feinkrümeliges Saatbett erleichtert den Wildblumensamen das Keimen. Beachten Sie, dass viele Wildblumensamen Lichtkeimer sind. Sie dürfen nicht zu tief in den Boden eingearbeitet werden.

Auswahl geeigneter Saatgutmischungen

Die Wahl der richtigen Saatgutmischung ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Blumenwiese. Achten Sie auf regionale Mischungen, die an Ihren Standort angepasst sind. Es gibt Mischungen für:

  • Trockene Standorte
  • Feuchte Wiesen
  • Schattige Bereiche
  • Verschiedene Bodentypen

Wählen Sie eine Mischung aus einjährigen und mehrjährigen Pflanzen für eine dauerhafte Blüte. Einjährige sorgen für schnelle Farbe, mehrjährige für Stabilität. In meiner Wiese habe ich gute Erfahrungen mit einer Mischung aus 20% Gräsern und 80% Blühpflanzen gemacht.

Optimaler Zeitpunkt und Methode der Aussaat

Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist entweder im Frühjahr (April bis Mai) oder im Spätsommer bis Frühherbst (August bis September). Eine Frühjahrsaussaat hat den Vorteil, dass Sie schon im ersten Jahr eine blühende Wiese genießen können.

Bei der Aussaat gehen Sie wie folgt vor:

  • Mischen Sie das Saatgut mit Sand zur besseren Verteilung.
  • Säen Sie gleichmäßig aus, indem Sie die Fläche kreuzweise abgehen.
  • Walzen Sie die Fläche leicht an oder treten Sie sie vorsichtig fest.
  • Halten Sie den Boden in den ersten Wochen gleichmäßig feucht.

Geduld ist gefragt: Einige Samen keimen erst nach Wochen oder gar im nächsten Frühjahr. Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege wird Ihre Blumenwiese zu einem blühenden Paradies für Mensch und Tier. Und glauben Sie mir, es gibt kaum etwas Schöneres, als an einem Sommermorgen durch seine eigene kleine Blumenoase zu spazieren und dem Summen der Insekten zu lauschen.

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Frühjahrspflege der Blumenwiese (März bis Mai)

Mit dem Erwachen der Natur beginnt die spannende Zeit der Frühjahrspflege für unsere Blumenwiesen. Diese Phase ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung und eine üppige Blütenpracht im Sommer.

Kontrolle der Winterschäden und Ausbesserungen

Zunächst gilt es, die Wiese auf mögliche Winterschäden zu untersuchen. Kahle Stellen oder Bereiche mit Staunässe verdienen besondere Aufmerksamkeit. Bei Bedarf können diese Stellen behutsam aufgelockert und nachgesät werden. Hierbei empfiehlt sich eine Saatgutmischung, die der ursprünglichen Zusammensetzung möglichst nahekommt.

Umgang mit Frühjahrskräutern und unerwünschten Pflanzen

Das Frühjahr bringt oft ungebetene Gäste wie Löwenzahn oder Giersch mit sich. Diese sollten entfernt werden, bevor sie sich ausbreiten können. Dabei ist Vorsicht geboten, um die gewünschten Wildblumen nicht zu beschädigen. In meiner Erfahrung hat sich das manuelle Ausstechen problematischer Pflanzen als schonender erwiesen als der Einsatz chemischer Mittel.

Bewässerung in der Anwachsphase bei Trockenheit

Obwohl Blumenwiesen im Allgemeinen recht robust sind, kann in der Anwachsphase bei anhaltender Trockenheit eine zusätzliche Bewässerung nötig sein. Dies gilt besonders für frisch eingesäte oder nachgesäte Bereiche. Eine gründliche, aber seltene Bewässerung fördert die Wurzelbildung besser als häufiges oberflächliches Gießen.

Erster Schröpfschnitt bei Neuanlagen

Bei neu angelegten Blumenwiesen spielt der erste Schröpfschnitt eine wichtige Rolle. Er erfolgt, wenn die Pflanzen etwa 10-15 cm hoch sind, und wird auf eine Höhe von 5-7 cm durchgeführt. Dieser Schnitt fördert die Verzweigung der Pflanzen und verhindert, dass schnellwüchsige Arten die langsameren überwuchern. Das Schnittgut sollte entfernt werden, um eine Nährstoffanreicherung zu vermeiden.

Sommerpflege der Blumenwiese (Juni bis August)

Im Sommer zeigen unsere Blumenwiesen ihre volle Pracht. Die Pflege zielt nun darauf ab, diese Schönheit zu erhalten und die ökologische Funktion der Wiese zu unterstützen.

Hauptblütezeit: Beobachtung und minimale Eingriffe

Während der Hauptblütezeit sollten wir uns auf Beobachtung konzentrieren und Eingriffe auf ein Minimum beschränken. Es ist die perfekte Zeit, um die Vielfalt der Blumen und das rege Insektenleben zu genießen. Nur bei extremer Trockenheit oder ernsthaften Problemen sollte man eingreifen. Diese Phase eignet sich hervorragend, um die Entwicklung der Wiese zu dokumentieren und wertvolle Erkenntnisse für künftige Pflegemaßnahmen zu sammeln.

Selektives Entfernen dominanter Pflanzen

Trotz der generellen Zurückhaltung bei Eingriffen kann es nötig sein, besonders dominante Pflanzen zu entfernen. Dies betrifft vor allem Arten, die andere zu verdrängen drohen. Hier ist behutsames Vorgehen gefragt, um das empfindliche Gleichgewicht der Wiese nicht zu stören. Oft reicht es aus, die Blütenstände dieser Pflanzen vor der Samenbildung zu entfernen.

Mahdzeitpunkte und -techniken für etablierte Wiesen

Die Sommermahd ist ein wichtiger Aspekt der Wiesenpflege. Der optimale Zeitpunkt hängt von der Zusammensetzung der Wiese ab. Bei artenreichen Wiesen hat sich eine gestaffelte Mahd bewährt: Ein Teil wird früher gemäht (Ende Juni/Anfang Juli), der andere später (August/September). Diese Methode fördert die Artenvielfalt und bietet Insekten kontinuierlich Nahrung und Lebensraum. Die Schnitthöhe sollte nicht unter 7-10 cm liegen, um Kleintiere zu schonen. Balken- oder Sichelmäher haben sich als schonender erwiesen als Fadenmäher.

Umgang mit Sommertrockenheit

Etablierte Blumenwiesen sind in der Regel gut an Trockenperioden angepasst. Bei extremer oder lang anhaltender Trockenheit kann jedoch eine gelegentliche, tiefgründige Bewässerung sinnvoll sein. Am besten führt man diese in den frühen Morgenstunden durch, um Verdunstungsverluste zu minimieren. Eine Mulchschicht aus dem Mähgut der Frühjahrsmahd kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Bei der Bewässerung sollte man sorgsam darauf achten, dass keine Staunässe entsteht, da dies die Wurzeln schädigen und Fäulnis begünstigen könnte.

Herbstpflege für Blumenwiesen: Vorbereitung auf die Ruhephase

Der Herbst läutet eine wichtige Übergangszeit für unsere Blumenwiesen ein. Eine sorgfältige Pflege in dieser Phase legt den Grundstein für eine gesunde und blühfreudige Wiese im kommenden Jahr.

Herbstmahd: Der richtige Zeitpunkt

Die ideale Zeit für die Herbstmahd liegt zwischen Mitte September und Anfang Oktober. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Pflanzen ihre Samen verstreut, und die fleißigen Insekten hatten ausreichend Gelegenheit, Nektar und Pollen zu sammeln. Eine spätere Mahd gibt zudem vielen Kleintieren die Chance, sichere Winterquartiere zu finden.

Bei der Durchführung empfiehlt es sich, die Schnitthöhe nicht zu niedrig anzusetzen - etwa 10 cm sind optimal. Dies schützt bodennahe Rosetten und Triebe vor Frostschäden und bietet Kleintieren einen willkommenen Unterschlupf.

Umgang mit dem Mahdgut: Abräumen oder liegen lassen?

Nach der Mahd stellt sich unweigerlich die Frage: Was tun mit dem Schnittgut? Hier gibt es zwei Möglichkeiten, die beide ihre Vor- und Nachteile haben:

  • Abräumen: Das Entfernen des Mahdguts beugt einer Nährstoffanreicherung im Boden vor. Dies ist besonders für magere Standorte wichtig, da viele Wildblumen nährstoffarme Böden bevorzugen. Zudem verringert es das Risiko von Fäulnis und Schimmelbildung.
  • Liegen lassen: Das Mahdgut für einige Tage liegen zu lassen, ermöglicht es Samen und Kleintieren, sich aus dem Schnittgut zu befreien. Danach sollte es jedoch entfernt werden.

Ein praktikabler Kompromiss könnte sein, einen Teil des Schnittguts auf Haufen am Rand der Wiese zu lagern. Diese bieten Igeln und anderen Tieren willkommene Winterquartiere.

Nachsaat und Lückenfüllung im Herbst

Der Herbst eignet sich hervorragend, um kahle Stellen in der Blumenwiese nachzusäen. Die feuchte Witterung begünstigt die Keimung, und die jungen Pflanzen haben bis zum Frühjahr Zeit, sich zu etablieren. Bei der Nachsaat sollte man darauf achten, Saatgut zu verwenden, das zur bestehenden Pflanzenzusammensetzung passt.

Besonders geeignet sind Arten, die eine Kältekeimung benötigen, wie beispielsweise Glockenblumen oder Margeriten. Diese Samen keimen erst im Frühjahr, nachdem sie den Winter über im Boden waren.

Vorbereitung auf den Winter

Um die Blumenwiese gut auf den Winter vorzubereiten, sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Entfernung invasiver Arten, die sich zu stark ausbreiten könnten
  • Lockern verdichteter Bodenstellen, um Staunässe zu vermeiden
  • Anbringen von Schutzvorrichtungen gegen Wildverbiss, falls notwendig
  • Belassen einiger höherer Grashorste als Winterquartiere für Insekten

Diese Vorbereitungen helfen der Wiese, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen und im Frühjahr kräftig auszutreiben.

Winterpflege: Ruhezeit für die Blumenwiese

Im Winter tritt die Blumenwiese in ihre wohlverdiente Ruhephase ein. Obwohl in dieser Zeit wenig aktive Pflege nötig ist, gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten.

Die Ruhephase der Blumenwiese

Während der Wintermonate ruht das Wachstum der meisten Pflanzen. Diese Zeit ist entscheidend für die Regeneration und Vorbereitung auf die nächste Wachstumsperiode. Viele Samen benötigen sogar eine Kälteperiode, um im Frühjahr keimen zu können.

In dieser Phase sollte die Wiese möglichst wenig betreten werden, um Bodenverdichtungen zu vermeiden. Schneedecken bieten einen natürlichen Schutz vor Frost und sollten nicht entfernt werden.

Schutz vor Winternässe und Frost

Obwohl die meisten heimischen Wiesenpflanzen winterhart sind, können extreme Wetterlagen Schäden verursachen. Besonders problematisch ist Staunässe, die zu Fäulnis führen kann. Um dem vorzubeugen, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Drainage-Systeme überprüfen und gegebenenfalls verbessern
  • Bei Bedarf leichte Erhöhungen anlegen, um Wasserabfluss zu fördern
  • Empfindliche Pflanzen mit Reisig oder Laub abdecken

Bei Kahlfrost, also Frost ohne schützende Schneedecke, können Sie die Wiese zusätzlich mit einer dünnen Schicht Mulch schützen. Verwenden Sie dafür am besten Material aus dem eigenen Garten wie Laub oder Grasschnitt.

Planung und Vorbereitung für das kommende Jahr

Die Wintermonate bieten eine gute Gelegenheit, das vergangene Gartenjahr zu reflektieren und Pläne für die kommende Saison zu schmieden. Überlegen Sie:

  • Welche Pflanzen haben sich besonders gut entwickelt?
  • Gibt es Arten, die Sie neu einbringen möchten?
  • Sind strukturelle Änderungen wie neue Wege oder Sitzgelegenheiten geplant?

Jetzt ist auch die Zeit, um Saatgut und Werkzeuge für das Frühjahr zu bestellen. So sind Sie bestens vorbereitet, wenn die neue Gartensaison beginnt.

Winterquartiere für Insekten erhalten

Eine naturnahe Blumenwiese ist nicht nur ein Paradies für Pflanzen, sondern auch für zahlreiche Insekten. Viele von ihnen überwintern in abgestorbenen Pflanzenstängeln oder unter Laubhaufen. Um ihnen Schutz zu bieten, sollten Sie:

  • Einige Bereiche der Wiese ungemäht lassen
  • Totholz und Laubhaufen an geschützten Stellen belassen
  • Insektenhotels aufstellen und pflegen

Diese Maßnahmen fördern die Biodiversität und sorgen dafür, dass Ihre Blumenwiese im Frühjahr schnell wieder von summenden Besuchern bevölkert wird.

Mit der richtigen Pflege im Herbst und Winter legen Sie den Grundstein für eine prächtige Blumenwiese im kommenden Jahr. Die Ruhezeit ist eine wichtige Phase im Jahreszyklus der Wiese und verdient unseren Respekt. Gleichzeitig bietet sie die Chance, neue Ideen zu entwickeln und sich auf das nächste Gartenjahr zu freuen.

Spezielle Pflegetipps für Ihre Blumenwiese

Eine Blumenwiese zu pflegen ist eine Kunst, die Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert. Über die Jahre habe ich einige Methoden entdeckt, die sich bewährt haben, um eine Wiese in voller Pracht zu erhalten:

Umgang mit problematischen Wildkräutern

Nicht jede Pflanze in Ihrer Blumenwiese ist ein willkommener Gast. Manche können sich regelrecht ausbreiten und die Vielfalt beeinträchtigen. Hartnäckige Gesellen wie Disteln oder Ampfer entferne ich am liebsten von Hand, bevor sie zur Samenbildung kommen. Bei größeren Flächen hat sich ein gezielter Schnitt vor der Blüte als hilfreich erwiesen, um die Ausbreitung einzudämmen.

Förderung bestimmter Arten oder Blühaspekte

Möchten Sie bestimmte Pflanzenarten fördern, können Sie deren Samen gezielt nachsäen. Wichtig ist, dass Sie standortgerechte Arten wählen. Eine Methode, die sich bei mir bewährt hat, ist das Ausbringen von Samen in kleinen, vorbereiteten Bereichen. So lässt sich gut beobachten, wie sich die neuen Arten etablieren.

Integration von Strukturelementen

Totholz und Steinhaufen sind wahre Magnete für Insekten, Reptilien und Kleinsäuger. Platzieren Sie diese Elemente am Rand Ihrer Blumenwiese, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich ein alter Baumstamm im Laufe der Jahre zu einem interessanten Mikrokosmos entwickeln kann.

Anpassung der Pflege an verschiedene Wiesentypen

Jede Blumenwiese hat ihren eigenen Charakter. Feuchte Wiesen kommen mit weniger häufiger Mahd aus als trockene Standorte. Magere Böden sind oft artenreicher, während nährstoffreiche Böden dazu neigen, von wenigen konkurrenzstarken Arten dominiert zu werden. Beobachten Sie Ihre Wiese genau und passen Sie Ihre Pflegemaßnahmen entsprechend an.

Die Blumenwiese im Wandel der Zeit

Eine Blumenwiese ist ein dynamisches Ökosystem, das sich stetig verändert. Mit der richtigen Pflege können Sie diese Entwicklung positiv beeinflussen:

Langfristige Entwicklung und Dynamik

Im Laufe der Jahre werden Sie vermutlich feststellen, dass sich die Zusammensetzung Ihrer Blumenwiese verändert. Manche Arten verschwinden, andere tauchen neu auf. Das ist ein natürlicher Prozess, den Sie beobachten und behutsam lenken können. Ich empfehle, diese Veränderungen zu dokumentieren - es ist wirklich spannend zu sehen, wie sich eine Wiese über die Zeit entwickelt.

Bedeutung für Natur- und Artenschutz

Blumenwiesen sind wahre Hotspots der Biodiversität. Sie bieten Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Durch die Pflege Ihrer Blumenwiese leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Besonders in Zeiten des besorgniserregenden Insektenschwunds sind solche Flächen von unschätzbarem Wert.

Mut zur naturnahen Gartenpflege

Zugegeben, eine Blumenwiese mag auf den ersten Blick weniger 'gepflegt' erscheinen als ein akkurat geschnittener Rasen. Doch gerade in dieser natürlichen Anordnung liegt ihre Schönheit und ökologische Bedeutung. Ich möchte Sie ermutigen, Teile Ihres Gartens in eine blühende Oase zu verwandeln. Die Vielfalt an Farben, Formen und Leben, die Sie dadurch gewinnen, wird Sie mit Sicherheit begeistern.

Blühende Zukunft: Ihre Blumenwiese als Naturparadies

Eine Blumenwiese zu pflegen ist mehr als nur Gartenarbeit – es ist ein Beitrag zum Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür. Mit jedem Jahr, das Ihre Wiese besteht, entwickelt sie sich zu einem einzigartigen Ökosystem. Sie werden staunen, welche Vielfalt an Pflanzen und Tieren sich dort ansiedelt. Genießen Sie dieses kleine Stück Natur und lassen Sie sich von seiner Schönheit und Dynamik inspirieren. Ihre Blumenwiese wird es Ihnen mit einem farbenfrohen Blütenmeer und summenden Insekten danken – ein lebendiges Beispiel dafür, dass jeder einen Beitrag zum Naturschutz leisten kann.

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wie unterscheidet sich eine Blumenwiese von einem herkömmlichen Rasen?
    Eine Blumenwiese unterscheidet sich grundlegend von einem herkömmlichen Rasen durch ihre natürliche Vielfalt und ökologische Funktion. Während ein kurz geschnittener Rasen aus wenigen Grasarten besteht und regelmäßig gemäht wird, wachsen in einer Blumenwiese Pflanzen in unterschiedlichen Höhen und blühen zu verschiedenen Zeiten. Dies schafft einen komplexen Lebensraum für Insekten, Kleintiere und Vögel. Blumenwiesen benötigen weniger Wasser, müssen seltener gemäht werden (nur ein bis zwei Mal pro Jahr), brauchen keine Dünger oder Pestizide und fördern die Bodengesundheit. Sie bieten ganzjährig Nahrung für Tiere und sind deutlich pflegeleichter als Rasenflächen. Ökologisch gesehen ist ein Rasen wenig wertvoll, während eine Blumenwiese als wahre Schatzkammer der Biodiversität fungiert und aktiv zum Erhalt der biologischen Vielfalt beiträgt.
  2. Welche Rolle spielen Blumenwiesen für die Biodiversität im Garten?
    Blumenwiesen sind wahre Hotspots der Biodiversität und spielen eine entscheidende Rolle für das ökologische Gleichgewicht im Garten. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insektenarten. In Zeiten des besorgniserregenden Insektensterbens sind solche Flächen besonders wertvoll. Die Insektenvielfalt kann sich bereits innerhalb eines Jahres nach Anlage einer Blumenwiese deutlich erhöhen. Aber nicht nur Insekten profitieren – auch Vögel finden hier Nahrung und Nistmaterial, während kleine Säugetiere wie Igel die Wiese als Rückzugsort nutzen. Blumenwiesen schaffen durch ihre Pflanzenvielfalt verschiedene Mikrohabitate und Nahrungsquellen, die das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. Sie tragen somit aktiv zum Artenschutz bei und sind ein wichtiger Baustein für naturnahe Gärten und den Erhalt der lokalen Biodiversität.
  3. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat einer Wildblumenwiese?
    Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat einer Wildblumenwiese liegt entweder im Frühjahr von April bis Mai oder im Spätsommer bis Frühherbst von August bis September. Beide Zeiträume haben ihre spezifischen Vorteile: Eine Frühjahrsaussaat ermöglicht es, bereits im ersten Jahr eine blühende Wiese zu genießen, da die Pflanzen während der warmen Monate ausreichend Zeit zum Wachsen und Blühen haben. Die Herbstaussaat hingegen nutzt die natürlichen Witterungsbedingungen mit ausreichend Feuchtigkeit und gibt den Samen Zeit für die notwendige Stratifikation über den Winter. Viele heimische Wildblumensamen sind Kaltkeimer und benötigen sogar eine Kälteperiode, um im Frühjahr erfolgreich zu keimen. Die Herbstaussaat ist daher besonders für Arten geeignet, die eine solche Kältekeimung benötigen, wie beispielsweise Glockenblumen oder Margeriten.
  4. Warum ist eine Bodenanalyse vor der Anlage einer Blumenwiese wichtig?
    Eine Bodenanalyse vor der Anlage einer Blumenwiese ist entscheidend für den langfristigen Erfolg des Projekts. Sie gibt wichtige Aufschlüsse über pH-Wert, Nährstoffgehalt und Bodenstruktur, die maßgeblich bestimmen, welche Pflanzen sich etablieren können. Viele Wildblumen gedeihen am besten auf mageren, nährstoffarmen Böden. Ist der Boden zu nährstoffreich, setzen sich oft konkurrenzstarke Gräser durch und verdrängen die gewünschten Blühpflanzen. Mit einer Analyse können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen: Bei zu nährstoffreichen Böden kann die obere Schicht abgetragen oder Sand eingearbeitet werden, um den Boden abzumagern. Der pH-Wert bestimmt die Verfügbarkeit von Nährstoffen und beeinflusst, welche Pflanzenarten sich ansiedeln können. Eine fundierte Bodenanalyse ermöglicht es, die passende Saatgutmischung auszuwählen und gegebenenfalls Bodenverbesserungsmaßnahmen durchzuführen, bevor die Aussaat erfolgt.
  5. Was versteht man unter einem Schröpfschnitt bei Blumenwiesen?
    Ein Schröpfschnitt ist ein wichtiger Pflegeschnitt bei neu angelegten Blumenwiesen, der eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Etablierung spielt. Dieser erste Schnitt erfolgt, wenn die jungen Pflanzen etwa 10-15 cm hoch sind, und wird auf eine Höhe von 5-7 cm durchgeführt. Der Schröpfschnitt fördert die Verzweigung der Pflanzen und verhindert, dass schnellwüchsige Arten die langsameren überwuchern. Dies ist besonders wichtig, da sich ohne diesen Eingriff oft wenige dominante Pflanzen durchsetzen und die gewünschte Artenvielfalt unterdrücken würden. Das beim Schröpfschnitt anfallende Schnittgut sollte immer entfernt werden, um eine unerwünschte Nährstoffanreicherung im Boden zu vermeiden. Dieser Pflegeschnitt wird in der Regel nur im ersten Jahr nach der Aussaat durchgeführt und trägt maßgeblich zur Entwicklung einer artenreichen, ausgeglichenen Blumenwiese bei.
  6. Wie unterscheidet sich der Pflegeaufwand zwischen Naturwiese und Rasenfläche?
    Der Pflegeaufwand zwischen einer Naturwiese und einer Rasenfläche unterscheidet sich erheblich, wobei die Naturwiese deutlich pflegeleichter ist. Eine Rasenfläche erfordert wöchentliches Mähen während der Wachstumsperiode, regelmäßige Bewässerung, Düngung und oft auch den Einsatz von Pestiziden gegen Unkräuter. Hinzu kommen Arbeiten wie Vertikutieren, Nachsäen und intensive Unkrautbekämpfung. Eine Naturwiese hingegen benötigt nur ein bis zwei Schnitte pro Jahr – meist einen im Herbst und gegebenenfalls einen Schröpfschnitt bei Neuanlagen. Sie kommt ohne Dünger und Pestizide aus, ist trockenresistenter und benötigt weniger Bewässerung. Die Mahd erfolgt mit einfachen Geräten wie Balkenmähern oder Sensen. Das spart nicht nur Zeit und Energie, sondern auch erhebliche Kosten für Betriebsstoffe und Pflegemittel. Gleichzeitig leistet die Naturwiese einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zum Naturschutz.
  7. Welche Vorteile bietet ein Naturgarten gegenüber konventioneller Gartenpflege?
    Ein Naturgarten bietet zahlreiche Vorteile gegenüber konventioneller Gartenpflege, sowohl ökologisch als auch praktisch. Ökologisch unterstützt er die Biodiversität durch vielfältige Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere. Er verzichtet auf chemische Dünger und Pestizide, wodurch Boden und Grundwasser geschont werden. Praktisch bedeutet naturnahe Gartenpflege weniger Arbeitsaufwand: Statt wöchentlichem Mähen genügen ein bis zwei Schnitte pro Jahr, die Bewässerung reduziert sich durch trockenresistente Pflanzen, und die Bodengesundheit verbessert sich natürlich. Finanziell spart man Kosten für Dünger, Pflanzenschutzmittel und häufige Maschinenwartung. Der Naturgarten ist zudem klimaresilienter, da heimische Pflanzen besser an lokale Bedingungen angepasst sind. Nicht zuletzt bietet er ganzjährig interessante Beobachtungsmöglichkeiten und eine entspanntere, naturverbundenere Herangehensweise an die Gartenpflege, die mehr Zeit für Genuss und Beobachtung lässt.
  8. Welche Methoden eignen sich für die Herbstmahd einer Blühwiese?
    Für die Herbstmahd einer Blühwiese haben sich schonende Methoden bewährt, die sowohl die Pflanzen als auch die Tierwelt berücksichtigen. Die ideale Zeit liegt zwischen Mitte September und Anfang Oktober, wenn die meisten Pflanzen ihre Samen verstreut haben. Balkenmäher oder Sichelmäher sind schonender als Fadenmäher, da sie einen sauberen Schnitt erzeugen und weniger Kleintiere verletzen. Die Schnitthöhe sollte nicht unter 7-10 cm liegen, um bodennahe Rosetten und Triebe vor Frostschäden zu schützen und Kleintieren Unterschlupf zu bieten. Eine bewährte Methode ist die gestaffelte Mahd: Teile der Wiese werden zu unterschiedlichen Zeiten gemäht, um kontinuierlich Lebensraum zu erhalten. Das Mahdgut sollte für einige Tage liegen bleiben, damit Samen und Kleintiere ausfallen können, dann aber entfernt werden, um Nährstoffanreicherung zu vermeiden. Ein Teil kann als Winterquartier für Igel am Wiesenrand verbleiben.
  9. Wo kann man hochwertige Wildblumensamen für eine artenreiche Wiese kaufen?
    Hochwertige Wildblumensamen für artenreiche Wiesen erhalten Sie am besten bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die sich auf heimisches Saatgut konzentrieren. Fachkundige Gartenhändler wie samen.de bieten regionale Saatgutmischungen, die optimal an lokale Standortbedingungen angepasst sind. Wichtige Qualitätskriterien sind: zertifiziertes Regio-Saatgut aus regionaler Herkunft, hohe Keimfähigkeit, artenreiche Mischungen ohne Kulturformen und detaillierte Standortangaben. Professionelle Anbieter beraten auch zur passenden Mischung je nach Bodentyp, Lichtverhältnissen und gewünschter Blühdauer. Achten Sie auf Anbieter, die transparente Informationen über Herkunft, Zusammensetzung und Aussaatmengen liefern. Meiden Sie Billigsaatgut aus dem Baumarkt, da dieses oft exotische Arten oder Zuchtformen enthält, die nicht zur heimischen Flora passen. Gute Händler bieten auch verschiedene Spezial-Mischungen für unterschiedliche Standorte wie Trocken-, Feucht- oder Schattenwiesen an.
  10. Welche Saatgutmischung eignet sich am besten für Gartenanfänger?
    Für Gartenanfänger eignet sich am besten eine ausgewogene Universalmischung aus einjährigen und mehrjährigen heimischen Wildblumen, die pflegeleicht und standorttolerant ist. Ideale Anfängermischungen enthalten etwa 20% Gräser und 80% Blühpflanzen, wobei robuste Arten wie Margerite, Kornblume, Wiesenflockenblume, Schafgarbe und Klatschmohn dominieren sollten. Diese Pflanzen sind anspruchslos, etablieren sich schnell und bieten eine lange Blütezeit. Samen.de gehört zu den Fachgeschäften, die spezielle Einsteiger-Mischungen mit detaillierten Anleitungen anbieten. Wichtig für Anfänger sind: einfache Aussaat ohne komplizierte Bodenbearbeitung, schnelle Keimung für frühe Erfolgserlebnisse, Toleranz gegenüber verschiedenen Standorten und geringer Pflegeaufwand. Eine gute Anfängermischung sollte auch verschiedene Blühzeitpunkte abdecken, damit von Frühjahr bis Herbst Farbe im Garten ist. Mischungen für magere Böden sind oft erfolgreicher, da sich Blumen besser gegen Gräser durchsetzen können.
  11. Wie beeinflusst die Bodengesundheit die Entwicklung von Blühpflanzen?
    Die Bodengesundheit ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Entwicklung von Blühpflanzen in Wildblumenwiesen. Gesunde Böden zeichnen sich durch eine aktive Bodenbiologie, gute Struktur und ausgewogene Nährstoffverfügbarkeit aus. Ein intaktes Bodenleben mit Regenwürmern, Mikroorganismen und Pilzen verbessert die Nährstoffaufnahme und Wurzelentwicklung der Pflanzen. Paradoxerweise bevorzugen viele heimische Wildblumen eher magere, nährstoffarme Böden, da sie sich dort besser gegen konkurrenzstarke Gräser behaupten können. Überdüngung führt oft zu dominanten Grasarten und geringerer Blütenvielfalt. Eine gute Bodenstruktur mit ausreichender Drainage verhindert Staunässe, die viele Blühpflanzen nicht vertragen. Der pH-Wert beeinflusst die Nährstoffverfügbarkeit – die meisten Wiesenblumen gedeihen bei leicht sauren bis neutralen Werten am besten. Verdichtete Böden behindern die Wurzelentwicklung und sollten vor der Aussaat gelockert werden. Langfristig verbessert die Blumenwiese selbst die Bodengesundheit durch Humusaufbau und Bodenschutz.
  12. Welche Bedeutung haben Kaltkeimer für die natürliche Samenverbreitung?
    Kaltkeimer spielen eine wichtige Rolle für die natürliche Samenverbreitung und die Stabilität von Wildblumenwiesen. Diese Samen benötigen eine Kälteperiode (Stratifikation), um ihre Keimhemmung zu überwinden und im Frühjahr zu keimen. Beispiele sind Glockenblumen, Margeriten und viele heimische Stauden. Diese Strategie hat mehrere evolutionäre Vorteile: Sie verhindert die Keimung zu ungünstigen Zeiten wie dem Winter und synchronisiert die Keimung mit optimalen Wachstumsbedingungen im Frühjahr. In der natürlichen Samenverbreitung ermöglichen Kaltkeimer eine kontinuierliche Bestandserneuerung über Jahre hinweg. Samen können mehrere Jahre im Boden ruhen und bei passenden Bedingungen keimen, was zur genetischen Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Population beiträgt. Für Blumenwiesen bedeutet dies, dass sich der Bestand über Jahre hinweg entwickelt und verändert. Bei der Aussaat sollten Kaltkeimer bevorzugt im Herbst gesät werden, damit sie den notwendigen Kältereiz über den Winter erhalten.
  13. Wie wirkt sich der Mahdzeitpunkt auf die Pflanzenvielfalt aus?
    Der Mahdzeitpunkt hat einen entscheidenden Einfluss auf die Pflanzenvielfalt in Blumenwiesen und bestimmt maßgeblich, welche Arten sich langfristig etablieren können. Eine zu frühe Mahd vor der Samenreife verhindert die natürliche Vermehrung vieler Pflanzenarten und kann zum Verschwinden spätblühender Arten führen. Eine zu späte Mahd begünstigt hingegen konkurrenzstarke Gräser. Die optimale Zeit liegt meist zwischen Ende September und Anfang Oktober, wenn die meisten Pflanzen ihre Samen verstreut haben. Eine gestaffelte Mahd, bei der Teilbereiche zu unterschiedlichen Zeiten gemäht werden, fördert die Artenvielfalt optimal. Diese Methode bietet kontinuierlich Nahrung für Insekten und ermöglicht verschiedenen Pflanzenarten die Samenreife. Früh- und spätblühende Arten können so koexistieren. Bei artenreichen Wiesen empfiehlt sich oft eine zweiphasige Mahd: ein Teil früher (Juni/Juli), der andere später (August/September). Dies schafft unterschiedliche Mikrohabitate und maximiert die botanische Diversität der Blumenwiese.
  14. Welchen Einfluss hat nährstoffarmer Boden auf das Ökosystem Wiese?
    Nährstoffarmer Boden ist paradoxerweise der Schlüssel für artenreiche Wiesenökosysteme und fördert die Biodiversität erheblich. Auf mageren Standorten können sich kleinwüchsige Wildblumen und Kräuter besser gegen konkurrenzstarke Gräser behaupten, da diese bei Nährstoffmangel weniger dominant wachsen. Das führt zu einer ausgeglicheneren Artengemeinschaft mit höherer Pflanzenvielfalt. Viele seltene und spezialisierte Blühpflanzen wie Enzian, Küchenschelle oder verschiedene Orchideenarten sind sogar auf nährstoffarme Böden angewiesen. Diese Vielfalt zieht entsprechend spezialisierte Insektenarten an, die wiederum Nahrungsgrundlage für Vögel und andere Tiere bilden. Nährstoffarme Böden fördern auch tiefere Wurzelsysteme, was die Trockenresistenz erhöht und zur Bodenstruktur beiträgt. Das Ökosystem wird stabiler und widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse. Aus diesem Grund ist bei der Blumenwiesenanlage oft eine Bodenabmagerung durch Sandeinarbeitung oder Oberbodenabtrag sinnvoll, um optimale Bedingungen für die Artenvielfalt zu schaffen.
  15. Wie bereitet man den Boden optimal für die Anlage einer Wildblumenwiese vor?
    Eine optimale Bodenvorbereitung ist entscheidend für den Erfolg einer Wildblumenwiese und erfordert systematisches Vorgehen. Zunächst muss die vorhandene Vegetation gründlich entfernt werden, einschließlich Wurzeln von Gräsern und Unkräutern, da diese sonst die jungen Wildblumen verdrängen. Der Boden wird etwa 20 cm tief gelockert, wobei Steine und Wurzelreste sorgfältig entfernt werden. Ein feinkrümeliges Saatbett ist wichtig, da viele Wildblumensamen Lichtkeimer sind und nicht tief eingearbeitet werden dürfen. Bei zu nährstoffreichen Böden empfiehlt sich eine Abmagerung durch Einarbeitung von Sand oder Abtragen der oberen Erdschicht, da Wildblumen magere Standorte bevorzugen. Die Fläche wird geebnet und leicht angewalzt für guten Bodenschluss. Vor der Aussaat sollte eine Bodenanalyse durchgeführt werden, um pH-Wert und Nährstoffgehalt zu bestimmen. Bei Bedarf kann der pH-Wert durch Kalkung angepasst werden. Wichtig ist auch eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden, da die meisten Wildblumen empfindlich auf zu viel Nässe reagieren.
  16. Welche Schritte sind bei der ersten Aussaat von Wiesensamen zu beachten?
    Die erste Aussaat von Wiesensamen erfordert sorgfältige Planung und präzise Durchführung für optimale Ergebnisse. Der beste Zeitpunkt ist Frühjahr (April-Mai) oder Spätsommer (August-September) bei feuchter, aber nicht nasser Witterung. Zunächst wird das Saatgut mit Sand gemischt, um eine gleichmäßige Verteilung zu ermöglichen – das Verhältnis beträgt etwa 1:3 bis 1:5. Die Aussaat erfolgt am besten bei windstillem Wetter, indem die Fläche kreuzweise abgegangen wird: erst längs, dann quer zur Hauptrichtung. Die empfohlene Saatmenge beträgt meist 2-5 g pro Quadratmeter, je nach Mischung. Nach der Aussaat wird die Fläche vorsichtig angewalzt oder festgetreten, um guten Bodenschluss zu gewährleisten, ohne die Samen zu tief zu vergraben. In den ersten 4-6 Wochen muss der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne Staunässe zu verursachen. Geduld ist gefragt, da manche Arten erst nach Wochen oder sogar im nächsten Jahr keimen. Ein Aussaatprotokoll mit Datum, Saatgutmischung und Witterung hilft bei der späteren Erfolgskontrolle.
  17. Stimmt es, dass Blumenwiesen mehr Arbeit machen als Rasenflächen?
    Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum – Blumenwiesen machen tatsächlich deutlich weniger Arbeit als Rasenflächen. Während ein Rasen wöchentliches Mähen von April bis Oktober erfordert (etwa 25-30 Mal pro Jahr), benötigt eine etablierte Blumenwiese nur ein bis zwei Schnitte jährlich. Der Rasenpflegeaufwand umfasst zusätzlich regelmäßiges Bewässern, Düngen, Vertikutieren, Unkrautbekämpfung und Nachsäen kahler Stellen. Blumenwiesen kommen ohne Dünger und Pestizide aus, sind trockenresistenter und benötigen weniger Bewässerung. Selbst die Bodenbearbeitung ist seltener nötig. Der einzige höhere Aufwand entsteht im ersten Jahr durch die Anlage und gegebenenfalls einen Schröpfschnitt. Langfristig spart die Blumenwiese erheblich Zeit, Energie und Kosten für Betriebsstoffe. Hinzu kommt der ökologische Mehrwert durch Biodiversitätsförderung und Insektenschutz. Die entspanntere, naturnahe Herangehensweise lässt mehr Zeit für Gartengenuss statt ständiger Pflegearbeit. Nach der Etablierungsphase ist die Blumenwiese praktisch selbsterhaltend und entwickelt ihre eigene natürliche Balance.
  18. Welche regionalen Unterschiede gibt es bei der Auswahl von Saatgutmischungen?
    Regionale Unterschiede bei Saatgutmischungen sind entscheidend für den Erfolg einer Blumenwiese und spiegeln die natürlichen Standortbedingungen wider. In Norddeutschland dominieren andere Pflanzengemeinschaften als im Alpenvorland oder in Mittelgebirgslagen. Klimatische Faktoren wie Niederschlagsmenge, Temperaturverlauf und Frostperioden bestimmen, welche Arten sich etablieren können. Meeresnähe bringt mildere Winter und salzhaltige Luft mit sich, was salztolerante Arten begünstigt. Geologische Unterschiede beeinflussen den Bodentyp: Kalkböden in süddeutschen Regionen erfordern andere Mischungen als die sandigen Böden Norddeutschlands. Spezialisierte Gartenfachgeschäfte wie samen.de bieten deshalb regionale Saatgutmischungen an, die optimal an lokale Verhältnisse angepasst sind. Diese enthalten Arten der jeweiligen Pflanzenregion und sind oft als Regio-Saatgut zertifiziert. Bei der Auswahl sollten Faktoren wie Höhenlage, vorherrschende Windrichtung, Bodenbeschaffenheit und lokale Klimadaten berücksichtigt werden. Heimische Arten sind immer vorzuziehen, da sie besser an regionale Bedingungen angepasst sind und die lokale Tierwelt optimal unterstützen.
  19. Worin unterscheiden sich Trockenwiese und Feuchtwiese in der Pflege?
    Trocken- und Feuchtwiesen unterscheiden sich grundlegend in ihren Pflegeanforderungen, da sie völlig verschiedene Standortbedingungen und Pflanzengemeinschaften aufweisen. Trockenwiesen auf mageren, durchlässigen Böden benötigen meist nur einen Schnitt pro Jahr im Spätherbst, da das Wachstum durch Nährstoff- und Wassermangel natürlich begrenzt ist. Sie sind besonders pflegeleicht und kommen ohne zusätzliche Bewässerung aus. Die Mahd erfolgt oft später (Oktober), um spätblühenden Arten wie Herbst-Astern Zeit zu geben. Feuchtwiesen hingegen wachsen auf nährstoffreicheren, feuchten Böden deutlich üppiger und erfordern häufigere Schnitte – meist zwei pro Jahr (Juni und September). Sie neigen ohne Pflege zur Verschilfung oder Verbuschung. Das Schnittgut muss bei Feuchtwiesen unbedingt abgeräumt werden, um Nährstoffanreicherung zu vermeiden. Bei Trockenwiesen kann teilweise Mulch liegen bleiben. Feuchtwiesen benötigen Drainage-Kontrolle gegen Staunässe, während Trockenwiesen in extremen Perioden bewässert werden müssen. Die Pflanzenauswahl und Saatgutmischungen sind völlig unterschiedlich und an die jeweiligen Wasserverhältnisse angepasst.
  20. Was ist der Unterschied zwischen einer Bienenweide und einer Schmetterlingswiese?
    Bienenweide und Schmetterlingswiese unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Zielsetzung, obwohl beide der Insektenförderung dienen. Eine Bienenweide fokussiert auf Pflanzen mit hohem Nektar- und Pollengehalt, die von Bienen bevorzugt werden. Dazu gehören Arten wie Phacelia, Sonnenblumen, Kornblume, Boretsch und Luzerne. Diese Pflanzen blühen oft länger und bieten kontinuierlich Nahrung für Honigbienen und Wildbienen. Der Schwerpunkt liegt auf der Quantität des Nektarangebots und lang anhaltender Blüte. Eine Schmetterlingswiese hingegen berücksichtigt den kompletten Lebenszyklus der Schmetterlinge und enthält sowohl Nektarpflanzen für adulte Falter als auch Futterpflanzen für Raupen. Beispiele sind Disteln, Flockenblumen, Wilde Möhre für Nektar sowie Brennnessel, Fenchel oder spezielle Gräser als Raupenfutter. Schmetterlingswiesen sind oft strukturreicher mit verschiedenen Wuchshöhen und beinhalten auch weniger auffällige Pflanzen. Beide Wiesentypen ergänzen sich optimal und können teilweise kombiniert werden, um ein breites Spektrum von Bestäubern zu unterstützen.
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