Düngung von Schalerbsen: Zeitpunkt und Methoden

Schalerbsen: Ein unterschätzter Schatz im Garten

Schalerbsen, auch als Palerbsen bekannt, sind wahre Alleskönner im Gemüsegarten. Sie bereichern nicht nur unseren Speiseplan mit ihrem köstlichen Geschmack, sondern tragen auch zur Bodengesundheit bei. Als Leguminosen haben sie die faszinierende Fähigkeit, Luftstickstoff zu binden und den Boden damit anzureichern. Das macht sie zu idealen Vorfrüchten für nährstoffhungrige Gemüsearten.

In meinem eigenen Garten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schalerbsen eine wunderbare Ergänzung zu anderen Gemüsesorten sind. Sie wachsen relativ zügig und belohnen uns oft schon nach wenigen Wochen mit den ersten zarten Hülsen. Für ungeduldige Gärtner wie mich ist das natürlich besonders reizvoll.

Was Schalerbsen so besonders macht

Botanisch als Pisum sativum bekannt, gehören Schalerbsen zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie zeichnen sich durch einige interessante Merkmale aus:

  • Eine rankende Wuchsform, die oft eine Kletterhilfe benötigt
  • Anmutige weiße bis zartrosa Blüten
  • Essbare, flache Hülsen mit noch unreifen Samen
  • Je nach Sorte können sie zwischen 50 cm und beeindruckenden 2 m hoch werden

Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Zuckererbsen, bei denen die ganze Hülse verzehrt wird, ernten wir bei Schalerbsen nur die unreifen Samen. Und genau das macht sie zu einer besonderen Delikatesse in der Küche.

Was Schalerbsen zum Wachsen brauchen

Nährstoffe: Weniger ist oft mehr

Schalerbsen sind recht genügsam, was ihren Nährstoffbedarf angeht. Sie brauchen zwar eine ausgewogene Versorgung für gesundes Wachstum und eine reiche Ernte, sind aber bei weitem nicht so anspruchsvoll wie manch andere Gemüsearten.

Ein wichtiger Punkt, den ich in meinem Garten gelernt habe: Vorsicht vor Überdüngung, besonders mit Stickstoff! Zu viel des Guten kann zu üppigem Blattwachstum führen, was auf Kosten der Hülsenbildung geht. Bei der Düngung von Schalerbsen gilt also wirklich: Weniger ist oft mehr.

Die erstaunliche Fähigkeit der Stickstoff-Fixierung

Eine faszinierende Eigenschaft der Schalerbsen ist ihre Fähigkeit zur Stickstoff-Fixierung. An ihren Wurzeln leben in einer Art Wohngemeinschaft Knöllchenbakterien, die atmosphärischen Stickstoff binden und für die Pflanze verfügbar machen können. Diese natürliche Düngung ist der Grund, warum Schalerbsen oft keine zusätzliche Stickstoffdüngung benötigen.

Diese kleinen Helfer sorgen dafür, dass die Schalerbsen nicht nur sich selbst mit Stickstoff versorgen können, sondern auch den Boden für nachfolgende Kulturen anreichern. Das macht sie zu wertvollen Partnern in der Fruchtfolge und in Mischkulturen.

Phosphor und Kalium: Die stillen Stars

Während Stickstoff durch die fleißigen Knöllchenbakterien bereitgestellt wird, sind Phosphor und Kalium für Schalerbsen besonders wichtig. Diese Nährstoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Hülsenbildung und der allgemeinen Pflanzengesundheit.

  • Phosphor: Unterstützt die Wurzelbildung und fördert Blüten und Früchte.
  • Kalium: Stärkt die Pflanzen gegen Krankheiten und verbessert die Qualität der Hülsen.

In meinem Garten habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, im Herbst vor der Frühjahrsaussaat Kompost in das Beet einzuarbeiten. So haben die Nährstoffe Zeit, sich im Boden zu verteilen und stehen den Pflanzen im Frühjahr optimal zur Verfügung.

Den Boden für Schalerbsen vorbereiten

Der perfekte Boden für glückliche Schalerbsen

Schalerbsen lieben es locker und luftig im Boden. Sie bevorzugen einen tiefgründigen Untergrund, der es ihren Wurzeln ermöglicht, sich gut auszubreiten. Ein zu schwerer, verdichteter Boden kann das Wachstum beeinträchtigen und zu Problemen bei der Wasserversorgung führen.

Mein Tipp: Lockern Sie den Boden vor der Aussaat gründlich, aber vorsichtig. Eine Grabegabel ist dafür ideal. Sie lockert den Boden, ohne ihn komplett umzugraben, und erhält so die natürlichen Bodenschichten.

Der richtige pH-Wert macht's

Schalerbsen mögen es leicht sauer bis neutral im Boden, mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. In diesem Bereich können die Pflanzen Nährstoffe optimal aufnehmen und die Knöllchenbakterien ihre Arbeit am besten verrichten.

Falls Ihr Boden zu sauer sein sollte, kann eine leichte Kalkung helfen. Aber Vorsicht: Nicht übertreiben! Zu viel Kalk kann die Verfügbarkeit anderer wichtiger Nährstoffe beeinträchtigen. Ich rate dazu, vor einer Kalkung immer den pH-Wert des Bodens zu testen. Das geht ganz einfach mit Test-Kits aus dem Gartenfachhandel.

Kompost: Das Gold des Gärtners

Kompost einzuarbeiten ist eine der besten Methoden, um den Boden für Schalerbsen vorzubereiten. Er verbessert nicht nur die Bodenstruktur, sondern liefert auch wichtige Nährstoffe in einer für die Pflanzen gut verfügbaren Form.

Meine Empfehlung: Arbeiten Sie etwa 2-3 Liter gut verrotteten Kompost pro Quadratmeter Beetfläche ein. Harken Sie den Kompost oberflächlich in den Boden ein, aber nicht zu tief, um die Bodenstruktur nicht zu stören.

Eine Besonderheit bei Schalerbsen: Sie reagieren empfindlich auf frischen Mist. Verwenden Sie daher nur gut verrotteten Kompost oder abgelagerten Mist. Frischer Mist kann zu übermäßigem Blattwachstum führen und die Hülsenbildung beeinträchtigen.

Mit diesen Vorbereitungen schaffen Sie ideale Bedingungen für Ihre Schalerbsen. Sie werden es Ihnen mit gesundem Wachstum und einer reichen Ernte danken. Denn wie so oft beim Gärtnern gilt: Die Vorbereitung ist der halbe Erfolg!

Düngung bei der Aussaat von Schalerbsen

Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat

Schalerbsen sind erstaunlich robust und können schon früh im Jahr in die Erde. In meinem Garten säe ich sie meist zwischen Mitte März und Anfang Mai aus, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist. In milderen Gegenden ist sogar eine Herbstaussaat denkbar, was im Frühjahr zu einer frühen Ernte führen kann - ein echter Vorteil für ungeduldige Gärtner wie mich!

Kompost: Das Wundermittel für einen guten Start

Bei der Aussaat von Schalerbsen spielt Kompost eine Schlüsselrolle. Er verbessert nicht nur die Bodenstruktur, sondern versorgt die Pflanzen auch mit wichtigen Nährstoffen. Ich arbeite normalerweise eine etwa 2-3 cm dicke Schicht gut verrotteten Kompost in die obere Bodenschicht ein. Das bietet den Erbsen einen optimalen Start ins Leben. Der Kompost hält Feuchtigkeit, fördert das Bodenleben und gibt langsam Nährstoffe ab - quasi wie ein natürliches Langzeitdünger-Depot.

Vorsicht bei frischem Mist: Weniger ist mehr

Obwohl Mist grundsätzlich ein wertvoller organischer Dünger ist, sollte man bei Schalerbsen vorsichtig sein. Frischer Mist kann leicht zu einer Überdüngung führen, was übermäßiges Blattwachstum auf Kosten der Hülsenbildung fördert. Wenn Sie Mist verwenden möchten, sollte dieser gut verrottet und mindestens ein halbes Jahr alt sein. Selbst dann rate ich dazu, ihn sparsam einzusetzen. Manchmal ist weniger einfach mehr, besonders bei so genügsamen Pflanzen wie Schalerbsen.

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Produktbild von Sperli Schalerbsen Kleine Rheinländerin mit geöffneten Hülsen und grünen Erbsen auf weißer Fläche sowie Informationen zu Ertrag und Geschmack in deutscher Sprache.
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Düngung während der Wachstumsphase

Ein wachsames Auge auf die Pflanzen

Nach der Aussaat heißt es beobachten. Gesunde Schalerbsen sollten kräftig grün sein und stetig wachsen. Ich achte besonders auf die Blattfarbe und -größe sowie auf die Bildung von Blüten und später Hülsen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln!

Warnzeichen erkennen

Trotz ihrer beeindruckenden Fähigkeit, Luftstickstoff zu binden, können Schalerbsen manchmal Mangelerscheinungen zeigen:

  • Gelbliche Blätter deuten möglicherweise auf Stickstoffmangel hin
  • Violette Verfärbungen an den Blatträndern sind oft ein Zeichen für Phosphormangel
  • Braune Blattränder könnten auf Kaliummangel hinweisen

 

Behutsames Nachdüngen

Sollten Sie solche Mangelerscheinungen beobachten, können Sie vorsichtig nachdüngen. Ein ausgewogener organischer Flüssigdünger, verdünnt nach Anweisung, kann hier Wunder wirken. Gießen Sie den Dünger direkt an die Wurzeln und vermeiden Sie dabei, die Blätter zu benetzen. In meinem Garten habe ich überraschend gute Erfahrungen mit selbst angesetzter Brennnesseljauche gemacht. Sie ist reich an Stickstoff und die Pflanzen scheinen sie regelrecht aufzusaugen!

Organische vs. mineralische Dünger für Schalerbsen

Die Vorzüge organischer Dünger

Organische Dünger wie Kompost oder gut verrotteter Mist haben viele Vorteile:

  • Sie verbessern langfristig die Bodenstruktur
  • Nährstoffe werden langsam und kontinuierlich freigesetzt
  • Sie fördern das Bodenleben
  • Es besteht eine geringere Gefahr der Überdüngung

Allerdings wirken sie langsamer als mineralische Dünger und die genaue Nährstoffzusammensetzung ist schwerer zu kontrollieren. Man braucht also etwas Geduld und Vertrauen in die Natur.

 

Mineralische Dünger: Schnelle Hilfe mit Vorsicht

Mineralische Dünger wirken schneller und haben eine genau definierte Nährstoffzusammensetzung. Für Schalerbsen eignen sich besonders phosphor- und kaliumreiche Dünger, da Stickstoff meist nicht zusätzlich benötigt wird. Allerdings ist beim Einsatz Vorsicht geboten. Eine Überdüngung ist leicht möglich und kann zu Wachstumsproblemen führen. Hier gilt: Lieber etwas zurückhaltend sein und genau beobachten.

Das Beste aus beiden Welten

In meinem Garten habe ich gute Erfahrungen mit einer Kombination aus organischen und mineralischen Düngern gemacht. Diese Methode vereint die Vorteile beider Ansätze. Dabei wird der Boden langfristig mit organischem Material verbessert, während mineralische Dünger bei akutem Bedarf schnell wirken können. Meine bewährte Strategie ist eine Grundversorgung mit Kompost zur Aussaat und bei Bedarf eine gezielte Nachdüngung mit einem mineralischen Dünger während der Wachstumsphase. So bleiben meine Schalerbsen gesund und produktiv - und ich habe die Freude, eine reiche Ernte einzufahren!

Spezielle Düngungstechniken für Schalerbsen

Bei der Düngung von Schalerbsen gibt es einige besondere Methoden, die sich als besonders wirksam erwiesen haben. Diese Techniken können den Ertrag steigern und gleichzeitig die Bodengesundheit fördern. Es lohnt sich, diese Methoden auszuprobieren und zu sehen, welche in Ihrem Garten am besten funktionieren.

Mulchen zur Nährstoffversorgung

Das Mulchen ist eine hervorragende Methode, um Schalerbsen mit Nährstoffen zu versorgen. Dabei wird organisches Material wie Stroh, Gras oder Laub um die Pflanzen herum ausgelegt. In meinem Garten habe ich damit erstaunliche Ergebnisse erzielt. Die Vorteile sind vielfältig:

  • Langsame und kontinuierliche Nährstoffabgabe
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Reduzierung der Verdunstung
  • Unterdrückung von Unkraut

Eine etwa 5 cm dicke Mulchschicht hat sich als optimal erwiesen. Allerdings sollte sie nicht direkt an den Stängeln anliegen, um Fäulnis zu vermeiden. Das habe ich auf die harte Tour gelernt!

Gründüngung in der Fruchtfolge

Die Gründüngung ist eine weitere effektive Methode zur Bodenverbesserung und Nährstoffanreicherung. Hierbei werden Pflanzen wie Klee, Lupinen oder Wicken vor oder nach dem Erbsenanbau gesät und später in den Boden eingearbeitet. Diese Pflanzen sind wahre Wunderwuzzis:

  • Sie reichern den Boden mit Stickstoff an
  • Lockern den Boden durch ihre Wurzeln auf
  • Fördern das Bodenleben

Aus meiner Erfahrung sollte die Gründüngung etwa 4-6 Wochen vor der Aussaat der Schalerbsen eingearbeitet werden. So haben die Nährstoffe genug Zeit, um verfügbar zu werden.

Jauchen und Brühen als Flüssigdünger

Selbst hergestellte Jauchen und Brühen sind eine kostengünstige und ökologische Alternative zu gekauften Düngern. In meinem Garten haben sich besonders bewährt:

  • Brennnesseljauche: reich an Stickstoff und Eisen
  • Beinwelljauche: liefert Kalium und fördert die Blütenbildung
  • Schachtelhalmbrühe: stärkt die Pflanzen gegen Pilzerkrankungen

Diese Flüssigdünger sollten immer stark verdünnt (1:10) angewendet werden, um Verbrennungen zu vermeiden. Eine Anwendung alle 2-3 Wochen während der Hauptwachstumsphase ist in der Regel ausreichend. Der Geruch ist manchmal gewöhnungsbedürftig, aber die Pflanzen lieben es!

Düngung in verschiedenen Anbausystemen

Je nach Anbausystem müssen bei der Düngung von Schalerbsen unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden. Hier sind einige Tipps aus meiner langjährigen Erfahrung:

Düngung im Freiland

Im Freiland haben Schalerbsen in der Regel mehr Platz und Zugang zu natürlichen Nährstoffen im Boden. Dennoch sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Vor der Aussaat den Boden mit reifem Kompost anreichern
  • Während der Wachstumsphase sparsam mit Flüssigdüngern nachdüngen
  • Auf eine gute Fruchtfolge achten, um Nährstoffungleichgewichte zu vermeiden

Düngung in Hochbeeten

In Hochbeeten ist die Nährstoffversorgung besonders wichtig, da der begrenzte Raum schneller ausgelaugt wird. Hier mein Erfolgsrezept:

  • Vor der Bepflanzung nährstoffreiche Komposterde verwenden
  • Regelmäßig mit Flüssigdüngern nachdüngen, etwa alle 2-3 Wochen
  • Mulchen, um die Nährstoffe im Boden zu halten

Düngung bei Topfkultur auf Balkon oder Terrasse

Bei der Kultivierung von Schalerbsen in Töpfen oder Kübeln ist eine sorgfältige Düngung unerlässlich. Hier sind meine bewährten Tipps:

  • Nährstoffreiche, torffreie Pflanzerde verwenden
  • Alle 2 Wochen mit einem organischen Flüssigdünger versorgen
  • Auf ausreichende Drainage achten, um Staunässe zu vermeiden
  • Kleinere Töpfe benötigen häufigere Düngergaben

In meinem Balkongarten habe ich überraschend gute Erfahrungen mit selbstgemachtem Komposttee gemacht. Er versorgt die Pflanzen schonend mit Nährstoffen und fördert gleichzeitig das Bodenleben. Ein echter Geheimtipp!

Fehler bei der Düngung vermeiden

Bei der Düngung von Schalerbsen können einige Fehler gemacht werden, die sich negativ auf das Wachstum und den Ertrag auswirken. Hier sind die häufigsten Probleme und wie man sie vermeidet - alles aus eigener, manchmal schmerzhafter Erfahrung:

Überdüngung und ihre Folgen

Eine Überdüngung kann mehr schaden als nutzen:

  • Übermäßiges Blattwachstum auf Kosten der Hülsenbildung
  • Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge
  • Mögliche Verbrennung der Wurzeln

Um eine Überdüngung zu vermeiden, halte ich mich an die empfohlenen Mengen und dünge lieber etwas weniger als zu viel. Ein guter Indikator ist das Aussehen der Pflanzen - kräftiges, dunkelgrünes Laub deutet auf eine ausreichende Versorgung hin.

Ungleichmäßige Düngung

Eine ungleichmäßige Düngung kann zu Wachstumsstörungen führen:

  • Einige Pflanzen können unterversorgt sein, während andere überdüngt werden
  • Ungleichmäßiges Wachstum und Reifezeit der Hülsen

Um dies zu vermeiden, verteile ich den Dünger gleichmäßig und achte bei Flüssigdüngern auf eine gute Durchmischung. Bei der Verwendung von Langzeitdüngern ist eine gleichmäßige Einarbeitung in den Boden wichtig.

Falsche Düngerwahl

Nicht jeder Dünger ist für Schalerbsen geeignet:

  • Zu stickstoffreiche Dünger fördern das Blattwachstum auf Kosten der Hülsenbildung
  • Mineralische Dünger können das Bodenleben beeinträchtigen
  • Frischer Mist kann zu Verbrennungen führen

Für Schalerbsen eignen sich besonders gut kalium- und phosphorbetonte organische Dünger. Diese fördern die Blüten- und Hülsenbildung, ohne das vegetative Wachstum zu sehr anzuregen. Reifer Kompost, Hornspäne oder spezielle Hülsenfruchtdünger sind gute Optionen, mit denen ich sehr zufrieden bin.

Durch die Beachtung dieser Punkte und die Anwendung der speziellen Düngungstechniken können Sie Ihre Schalerbsen optimal versorgen und sich auf eine reiche Ernte freuen. Jeder Garten ist anders und es braucht etwas Erfahrung, um die passende Düngungsstrategie für Ihren Standort zu finden. Experimentieren Sie ruhig ein bisschen und beobachten Sie genau, wie Ihre Pflanzen reagieren. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür dafür, was Ihre Schalerbsen brauchen. Viel Erfolg und Freude beim Gärtnern!

Ernte und Nachbereitung des Bodens

Erntezeichen und -methoden

Die Ernte von Schalerbsen ist für mich immer ein besonderer Moment im Gartenjahr. Es erfordert ein gutes Gespür, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, damit die Erbsen ihren vollen Geschmack entfalten können.

Folgende Anzeichen deuten auf die Erntereife hin:

  • Prall gefüllte Hülsen in einem satten Grün
  • Gut entwickelte, aber noch zarte Erbsen in den Hülsen
  • Hülsen, die sich leicht vom Stängel lösen lassen

Ich empfehle, Schalerbsen in den kühleren Morgenstunden oder am Abend zu ernten. Beim Pflücken nehme ich mir Zeit und nutze beide Hände, um die Pflanze zu schonen. Regelmäßiges Ernten regt die Bildung neuer Blüten an und verlängert so die Erntezeit - ein schöner Kreislauf!

Bodenpflege nach der Ernte

Nach der Ernte ist vor der nächsten Saison - die Bodenpflege spielt jetzt eine wichtige Rolle. Zunächst entferne ich alle Pflanzenreste vom Beet. Gesunde Reste wandern auf meinen Komposthaufen, sie sind zu wertvoll, um sie zu verschwenden.

Eine oberflächliche Bodenlockerung verbessert die Struktur und fördert die Durchlüftung. In meinem Garten habe ich gute Erfahrungen mit einer Gründüngung gemacht. Schnell wachsende Pflanzen wie Phacelia oder Senf reichern den Boden mit Nährstoffen an und schützen ihn vor Erosion - ein echter Mehrwert für jedes Beet.

Vorbereitung für die nächste Kultur

Schalerbsen sind wahre Bodenverbesserer - sie hinterlassen einen stickstoffreichen Boden, der sich für nährstoffhungrige Nachfolgekulturen geradezu anbietet. Bei der Planung der Fruchtfolge lohnt es sich, strategisch vorzugehen. Aus meiner Erfahrung eignen sich besonders gut:

  • Kohlgewächse wie Brokkoli oder Blumenkohl
  • Blattgemüse wie Salat oder Spinat
  • Wurzelgemüse wie Möhren oder Rote Bete

Ich gönne dem Boden vor der neuen Bepflanzung gerne eine kleine Pause. Ein paar Wochen Ruhe können Wunder wirken!

Kernaspekte der Schalerbsen-Düngung

Bei der Düngung von Schalerbsen gilt für mich: Weniger ist oft mehr. Hier die wichtigsten Punkte, die ich über die Jahre gelernt habe:

  • Schalerbsen sind eher genügsam, was ihren Nährstoffbedarf angeht
  • Stickstoffdüngung ist meist überflüssig - die cleveren Pflanzen binden Luftstickstoff selbst
  • Kalium und Phosphor spielen die Hauptrolle für Hülsenbildung und Pflanzengesundheit
  • Eine gute Portion Kompost vor der Aussaat reicht oft schon aus
  • Ein wachsames Auge auf die Pflanzen hilft, Nährstoffmängel früh zu erkennen

Eine ausgewogene Versorgung fördert gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte. Zu viel des Guten kann allerdings nach hinten losgehen - übermäßige Düngung führt oft zu üppigem Blattwachstum, während die Hülsenbildung auf der Strecke bleibt. Manchmal ist es klüger, etwas zurückhaltender zu sein.

Häufig gestellte Fragen zur Düngung von Schalerbsen

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Düngen?

Aus meiner Erfahrung ist der ideale Zeitpunkt für die Grunddüngung vor der Aussaat. Ich arbeite gerne reifen Kompost oder gut verrotteten Mist in den Boden ein. Während der Wachstumsphase dünge ich nur nach, wenn die Pflanzen deutliche Mangelerscheinungen zeigen.

Wie oft sollte gedüngt werden?

In den meisten Fällen genügt eine Grunddüngung vor der Aussaat. Bei sandigen Böden oder besonders kräftigem Wachstum kann eine leichte Extraportion zur Blütezeit sinnvoll sein. Ich beobachte meine Pflanzen genau und reagiere auf Anzeichen von Nährstoffmangel - so finde ich die richtige Balance.

Welche Dünger sind für Schalerbsen am besten geeignet?

Ich schwöre auf organische Dünger wie Kompost oder gut verrotteten Mist. Sie versorgen die Pflanzen nicht nur langfristig mit Nährstoffen, sondern tun auch dem Boden gut. Bei Bedarf greife ich auch mal zu speziellen Hülsenfruchtdüngern oder kalium- und phosphorbetonten Mineraldüngern. Mit stickstoffbetonten Düngern bin ich vorsichtig - sie können das Blattwachstum auf Kosten der Hülsenbildung anregen.

Schalerbsen: Ein Genuss aus dem eigenen Garten

Schalerbsen sind für mich ein echtes Highlight im Garten - lecker und dankbar im Anbau. Mit der richtigen Pflege und Düngung wird man mit einer reichen Ernte belohnt. Natürlich ist jeder Garten anders, und manchmal braucht es etwas Experimentierfreude, um die optimale Strategie zu finden. Aber glauben Sie mir: Der Geschmack frisch geernteter Schalerbsen aus dem eigenen Garten ist unvergleichlich. Viel Spaß beim Anbauen und guten Appetit!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wie kann man Schalerbsen richtig düngen, ohne ihre natürliche Stickstoff-Fixierung zu beeinträchtigen?
    Schalerbsen sollten sparsam und gezielt gedüngt werden, um ihre Stickstoff-Fixierung nicht zu stören. Verwenden Sie hauptsächlich reifen Kompost (2-3 Liter pro Quadratmeter) vor der Aussaat als Grundversorgung. Vermeiden Sie stickstoffreiche Dünger komplett, da diese die Knöllchenbakterien hemmen und das natürliche System beeinträchtigen können. Konzentrieren Sie sich auf phosphor- und kaliumreiche organische Dünger, die die Hülsenbildung fördern. Eine dünne Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt unterstützt die kontinuierliche Nährstoffversorgung. Bei Mangelerscheinungen können Sie vorsichtig mit verdünnter Brennnesseljauche (1:10) nachdüngen. Wichtig ist, dass der pH-Wert zwischen 6,0-7,0 liegt, damit die Knöllchenbakterien optimal arbeiten können. Diese zurückhaltende Düngungsmethode respektiert die natürliche Symbiose und führt zu gesunden, produktiven Pflanzen mit kräftigen Wurzelknöllchen.
  2. Warum benötigen Palerbsen meist weniger Stickstoffdünger als andere Gemüsepflanzen?
    Palerbsen gehören zu den Leguminosen und besitzen die einzigartige Fähigkeit zur symbiotischen Stickstoff-Fixierung. An ihren Wurzeln leben Rhizobium-Bakterien in speziellen Knöllchen, die atmosphärischen Stickstoff (N₂) in pflanzenverfügbare Verbindungen umwandeln. Diese Bakterien können bis zu 200 kg Stickstoff pro Hektar aus der Luft binden - eine beeindruckende Leistung der Natur. Dadurch decken Palerbsen ihren Stickstoffbedarf größtenteils selbst ab, während andere Gemüsepflanzen wie Kohl oder Salat vollständig auf externen Stickstoff angewiesen sind. Diese Selbstversorgung macht sie nicht nur pflegeleicht, sondern auch zu wertvollen Bodenverbesserern. Nach der Ernte hinterlassen sie stickstoffreiche Wurzelreste, von denen Folgefrüchte profitieren. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung ist daher meist überflüssig und kann sogar kontraproduktiv wirken, da sie die natürliche Symbiose mit den Knöllchenbakterien hemmt.
  3. Welche Nährstoffe sind bei der Düngung von Schalerbsen besonders wichtig für die Hülsenbildung?
    Für eine optimale Hülsenbildung sind Phosphor und Kalium die entscheidenden Nährstoffe bei Schalerbsen. Phosphor unterstützt die Wurzelentwicklung, fördert die Blütenbildung und ist essentiell für die Energieübertragung in der Pflanze. Er verbessert die Fruchtansetzung und die Entwicklung der jungen Hülsen erheblich. Kalium stärkt die Zellwände, reguliert den Wasserhaushalt und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Es verbessert außerdem die Qualität der Hülsen und deren Lagerfähigkeit. Magnesium spielt als zentraler Baustein des Chlorophylls eine wichtige Rolle bei der Photosynthese. Calcium stabilisiert die Zellstruktur und beugt Stoffwechselstörungen vor. Bor ist für die Blütenbildung und den Pollentransfer unentbehrlich. Diese Nährstoffe sind in gutem Kompost, Holzasche (sparsam verwendet) oder speziellen Hülsenfruchtdüngern enthalten. Eine ausgewogene Versorgung mit diesen Elementen fördert die Bildung zahlreicher, gut entwickelter Hülsen.
  4. Warum kann frischer Mist bei Schalerbsen zu Problemen führen?
    Frischer Mist kann bei Schalerbsen mehrere Probleme verursachen und sollte daher vermieden werden. Erstens enthält er sehr hohe Stickstoffkonzentrationen, die zu übermäßigem vegetativem Wachstum führen - die Pflanzen entwickeln dann viel Blattmasse, aber wenige Hülsen. Zweitens kann frischer Mist die empfindlichen Wurzeln verbrennen und die wichtigen Knöllchenbakterien schädigen oder abtöten. Diese Bakterien sind essentiell für die natürliche Stickstoff-Fixierung der Leguminosen. Drittens fördert frischer Mist oft Pilzkrankheiten und Schädlinge, da er nicht vollständig zersetzt ist. Viertens kann der hohe Salzgehalt in frischem Mist die Keimung beeinträchtigen. Stattdessen sollte nur gut verrotteter, mindestens sechs Monate alter Mist verwendet werden. Besser ist jedoch reifer Kompost, der eine ausgewogene, langsame Nährstofffreisetzung gewährleistet und die Bodenstruktur verbessert, ohne die empfindliche Symbiose zwischen Pflanze und Bakterien zu stören.
  5. Welche Rolle spielen Knöllchenbakterien bei der Ernährung von Leguminosen wie Schalerbsen?
    Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) bilden eine faszinierende Lebensgemeinschaft mit Schalerbsen und anderen Leguminosen. Diese Bakterien dringen in die Wurzelhaare ein und bilden charakteristische Knöllchen, die wie kleine rosa Perlen an den Wurzeln sitzen. In diesen Knöllchen vollbringen sie wahre Wunder: Sie wandeln atmosphärischen Stickstoff (N₂) mithilfe des Enzyms Nitrogenase in Ammoniak um, den die Pflanze direkt verwerten kann. Im Gegenzug erhalten die Bakterien von der Pflanze Kohlenhydrate und andere Nährstoffe - eine perfekte Win-Win-Situation. Diese Symbiose kann bis zu 300 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr bereitstellen. Die Bakterien sind jedoch empfindlich gegenüber hohen Stickstoffkonzentrationen, extremen pH-Werten und Trockenheit. Deshalb ist eine schonende Düngung so wichtig. Nach dem Absterben der Pflanzen zersetzen sich die Knöllchen und geben den gespeicherten Stickstoff an den Boden ab - ein natürlicher Düngeeffekt für Folgefrüchte.
  6. Worin unterscheiden sich Schalerbsen von Zuckererbsen in Bezug auf die Düngung?
    Obwohl beide zur selben Art (Pisum sativum) gehören, gibt es bei der Düngung subtile Unterschiede zwischen Schal- und Zuckererbsen. Zuckererbsen, bei denen die ganze Hülse gegessen wird, benötigen etwas mehr Kalium für die Entwicklung zarter, knackiger Hülsenwände. Sie profitieren von einer leicht erhöhten Magnesiumversorgung für die Chlorophyllbildung, da die Hülsen lange grün und photosynthetisch aktiv bleiben müssen. Schalerbsen konzentrieren ihre Energie mehr auf die Samenentwicklung und benötigen daher verstärkt Phosphor für die Kornfüllung. Zuckererbsen werden oft früher und häufiger geerntet, wodurch sie einen kontinuierlicheren Nährstoffnachschub benötigen. Eine leichte Nachdüngung mit verdünntem Flüssigdünger alle 3-4 Wochen kann bei Zuckererbsen sinnvoll sein. Bei Schalerbsen genügt meist die Grunddüngung mit Kompost. Beide Arten profitieren gleichermaßen von der Stickstoff-Fixierung durch Knöllchenbakterien und sollten nicht mit stickstoffreichen Düngern überversorgt werden.
  7. Wie unterscheidet sich die Düngung von Schalerbsen in Hochbeeten im Vergleich zum Freilandanbau?
    Die Düngung in Hochbeeten erfordert einen intensiveren Ansatz als im Freiland, da der begrenzte Bodenraum schneller ausgelaugt wird. Hochbeete benötigen eine nährstoffreichere Grundausstattung - verwenden Sie 3-4 Liter gut verrotteten Kompost pro Quadratmeter statt der üblichen 2-3 Liter im Freiland. Die bessere Drainage in Hochbeeten führt zu schnellerer Nährstoffauswaschung, daher ist eine regelmäßige, aber vorsichtige Nachdüngung alle 3-4 Wochen mit verdünntem organischen Flüssigdünger empfehlenswert. Mulchen ist in Hochbeeten besonders wichtig, um Nährstoffe zu konservieren und die Verdunstung zu reduzieren. Die wärmeren Bodentemperaturen in Hochbeeten fördern zwar das Wachstum, können aber auch die Knöllchenbakterien stressen - achten Sie daher auf ausreichende Bewässerung. Der pH-Wert kann in Hochbeeten schwanken, regelmäßige Kontrollen sind ratsam. Die intensivere Betreuung wird jedoch mit früherem und oft ertragreicheren Wachstum belohnt.
  8. Welcher pH-Wert ist optimal für Schalerbsen und wie beeinflusst er die Nährstoffaufnahme?
    Der optimale pH-Wert für Schalerbsen liegt zwischen 6,0 und 7,0 - leicht sauer bis neutral. In diesem Bereich können die Pflanzen alle wichtigen Nährstoffe optimal aufnehmen und die Knöllchenbakterien arbeiten am effizientesten. Bei zu saurem Boden (unter pH 5,5) werden Phosphor und Molybdän schlecht verfügbar, während Aluminium und Mangan toxische Konzentrationen erreichen können. Das hemmt sowohl das Pflanzenwachstum als auch die Stickstoff-Fixierung. Bei zu alkalischem Boden (über pH 7,5) können Eisen, Mangan und Bor schwer löslich werden, was zu Mangelerscheinungen führt. Molybdän, das für die Stickstoff-Fixierung essentiell ist, wird erst bei pH-Werten über 5,5 ausreichend verfügbar. Die Knöllchenbakterien sind besonders pH-empfindlich - bereits kleine Abweichungen können ihre Aktivität drastisch reduzieren. Eine Bodenanalyse vor der Aussaat ist daher empfehlenswert. Korrekturen sollten mit Kalk (bei zu saurem Boden) oder Schwefel (bei zu alkalischem Boden) vorgenommen werden.
  9. Wo kann man hochwertigen Bio-Dünger für Erbsen und andere Hülsenfrüchte kaufen?
    Qualitätsorientierte Gartenfachhändler wie samen.de bieten eine breite Auswahl an bio-zertifizierten Düngern speziell für Hülsenfrüchte. Hier finden Sie phosphor- und kaliumreiche organische Dünger ohne übermäßigen Stickstoffgehalt, die ideal für Erbsen geeignet sind. Lokale Gartencenter führen oft regionale Bio-Dünger und können kompetent beraten. Bio-Hofläden bieten häufig eigenen, gut verrotteten Kompost und Mist von hoher Qualität. Online-Plattformen ermöglichen den Vergleich verschiedener Produkte und Kundenbewertungen. Spezialisierte Bio-Dünger-Hersteller verkaufen oft direkt und bieten detaillierte Beratung zur Anwendung. Wichtig beim Kauf: Achten Sie auf bio-zertifizierte Produkte, niedrigen Stickstoffgehalt (N-Anteil unter 5%), hohen Phosphor- und Kaliumgehalt sowie organische Basis. Hornspäne, Knochenmehl, Kompost und spezielle Hülsenfruchtdünger sind ideale Optionen. Lassen Sie sich über die richtige Dosierung beraten, da Überdüngung bei Erbsen kontraproduktiv ist.
  10. Welche Produkte eignen sich am besten für die Grunddüngung von Schalerbsen im Hausgarten?
    Für die Grunddüngung von Schalerbsen eignen sich mehrere bewährte Produkte besonders gut. Reifer Gartenkompost ist die erste Wahl - er verbessert die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und gibt Nährstoffe langsam frei. Hornspäne sind ideal als organische Phosphor- und Kaliumquelle mit moderatem Stickstoffgehalt. Knochenmehl liefert viel Phosphor für die Wurzel- und Hülsenentwicklung. Gesteinsmehl wie Urgesteinsgranulat ergänzt Spurenelemente und verbessert die Bodenstruktur langfristig. Spezialisierte Gartenhändler wie samen.de führen oft Hülsenfruchtdünger, die perfekt auf die Bedürfnisse von Erbsen abgestimmt sind. Holzasche (sehr sparsam dosiert) kann als Kaliumquelle dienen, sollte aber nur bei sauren Böden verwendet werden. Ein bewährtes Rezept: 3 Liter Kompost + 50g Hornspäne + 30g Knochenmehl pro Quadratmeter, oberflächlich eingearbeitet. Diese Kombination deckt alle Nährstoffbedürfnisse ab, ohne die wichtigen Knöllchenbakterien zu beeinträchtigen.
  11. Wie wirkt sich die symbiotische Beziehung zwischen Erbsenpflanzen und Bodenmikroorganismen auf die Bodengesundheit aus?
    Die Symbiose zwischen Erbsenpflanzen und Bodenmikroorganismen wirkt wie eine natürliche Bodenverbesserung. Die Knöllchenbakterien fixieren nicht nur Stickstoff für die Pflanze, sondern reichern auch den Boden mit organischen Stickstoffverbindungen an. Nach dem Absterben der Knöllchen wird dieser Stickstoff langsam mineralisiert und steht Folgefrüchten zur Verfügung. Die Wurzelausscheidungen der Erbsen enthalten organische Säuren und Zucker, die das Bodenleben aktivieren und die Nährstoffverfügbarkeit verbessern. Mykorrhiza-Pilze, die ebenfalls mit Erbsenwurzeln in Symbiose leben, erweitern das Wurzelsystem effektiv und verbessern die Phosphor- und Wasseraufnahme. Diese Mikroorganismen produzieren Enzyme, die organische Substanzen abbauen und Nährstoffe mobilisieren. Das gesamte Bodengefüge wird durch die intensive biologische Aktivität gelockert und durchlüftet. Regenwürmer werden durch die erhöhte organische Substanz angelockt und verbessern zusätzlich die Bodenstruktur. Dieser natürliche Kreislauf macht den Boden fruchtbarer, strukturstabiler und widerstandsfähiger gegen Erosion.
  12. Welche biochemischen Prozesse ermöglichen es Hülsenfrüchtlern, Luftstickstoff zu verwerten?
    Die Stickstoff-Fixierung bei Hülsenfrüchtlern ist ein faszinierender biochemischer Prozess. Rhizobium-Bakterien nutzen das Enzym Nitrogenase, um die extrem stabile Dreifachbindung des atmosphärischen Stickstoffs (N₂) zu spalten. Dieser Prozess erfordert enorm viel Energie - etwa 16 ATP-Moleküle pro fixiertes Stickstoffmolekül. Die Nitrogenase ist sauerstoffempfindlich, daher schaffen die Knöllchen eine sauerstoffarme Umgebung durch das eisenhaltige Protein Leghämoglobin, das den Sauerstoff bindet. Der fixierte Stickstoff wird zunächst zu Ammoniak (NH₃) reduziert, dann zu Glutamin und anderen Aminosäuren umgewandelt. Diese werden über das Phloemsystem in der ganzen Pflanze verteilt und für den Proteinaufbau verwendet. Die Pflanze versorgt im Gegenzug die Bakterien mit Photosyntheseprodukten - hauptsächlich organische Säuren wie Malat und Succinat. Dieser Prozess wird durch Molybdän und Eisen als Cofaktoren unterstützt. Bei optimalen Bedingungen können so 100-300 kg Stickstoff pro Hektar jährlich fixiert werden.
  13. Wie beeinflusst die Nährstoffverfügbarkeit im Boden die Entwicklung der Wurzelknöllchen bei Pisum sativum?
    Die Nährstoffverfügbarkeit im Boden hat entscheidenden Einfluss auf die Knöllchenbildung bei Pisum sativum. Paradoxerweise hemmt ein hoher Stickstoffgehalt im Boden die Knöllchenentwicklung erheblich - die Pflanze investiert dann weniger Energie in die Symbiose, da bereits verfügbarer Stickstoff vorhanden ist. Phosphormangel reduziert die Knöllchenzahl drastisch, da Phosphor für die energieaufwändigen Fixierungsprozesse essentiell ist. Kalium beeinflusst die Knöllchenfunktion positiv, da es den Wassertransport und die Enzymaktivität unterstützt. Molybdän ist kritisch für die Nitrogenase-Funktion - bereits geringer Mangel kann die Stickstoff-Fixierung komplett stoppen. Eisen wird für das Leghämoglobin benötigt, das die sauerstofffreie Umgebung in den Knöllchen schafft. Ein pH-Wert unter 5,5 hemmt sowohl die Bakterien als auch die Knöllchenbildung. Calcium verbessert die Knöllchenstruktur und -stabilität. Interessant ist, dass mäßiger Nährstoffmangel die Symbiose fördert, da die Pflanze dann verstärkt auf die bakterielle Stickstoff-Fixierung angewiesen ist.
  14. Welche Auswirkungen hat eine Überdüngung auf das Verhältnis von vegetativem Wachstum zur Hülsenproduktion?
    Überdüngung verschiebt das Wachstum dramatisch zugunsten der vegetativen Entwicklung auf Kosten der Hülsenproduktion. Bei Stickstoffüberschuss entwickeln Schalerbsen übermäßig viel Blattmasse - die Pflanzen werden zwar beeindruckend grün und buschig, bilden aber deutlich weniger Blüten und Hülsen. Dieses Phänomen nennt sich "Mastigophorie" - das Geilwachstum. Die Pflanze investiert ihre gesamte Energie in vegetatives Wachstum, da Stickstoff das Wachstumshormon-System aktiviert. Gleichzeitig wird die natürliche Stickstoff-Fixierung durch die Knöllchenbakterien gehemmt, was die Symbiose stört. Phosphorüberschuss kann zu vorzeitiger Blüte führen, aber mit schlecht entwickelten Hülsen. Kaliumüberschuss blockiert die Aufnahme von Magnesium und Calcium. Die überdüngten Pflanzen werden zudem anfälliger für Pilzkrankheiten wie Mehltau und Schädlinge wie Blattläuse. Das optimale Verhältnis liegt bei etwa 60% Hülsenbildung zu 40% vegetativem Wachstum. Eine zurückhaltende, ausgewogene Düngung ist daher der Schlüssel zum Erfolg.
  15. Wie erstellt man eine selbstgemachte Brennnesseljauche für die Düngung von Hülsenfrüchten?
    Brennnesseljauche ist ein bewährter, kostengünstiger Flüssigdünger für Hülsenfrüchte. Sammeln Sie 1 kg frische Brennnesseln (vor der Blüte, da dann der Nährstoffgehalt am höchsten ist) und zerkleinern Sie diese grob. Verwenden Sie einen Plastik- oder Holzbehälter, niemals Metall, da die Säure das Material angreift. Geben Sie die Brennnesseln in 10 Liter Regenwasser (kalkarm) und decken Sie den Behälter mit einem groben Tuch ab - Luftzutritt ist wichtig für die Fermentation. Rühren Sie täglich um und lassen Sie die Mischung 2-3 Wochen bei 18-25°C gären. Die Jauche ist fertig, wenn sie nicht mehr schäumt und dunkelbraun riecht (der intensive Geruch lässt nach). Verdünnen Sie vor der Anwendung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Gießen Sie nur an die Wurzeln, nie über die Blätter. Brennnesseljauche liefert Stickstoff, Kalium und Spurenelemente und stärkt die Pflanzen gegen Schädlinge. Für Schalerbsen sparsam verwenden - maximal alle 3-4 Wochen während der Wachstumsphase.
  16. Welche Mulchmaterialien eignen sich am besten für die Nährstoffversorgung von Erbsenpflanzen?
    Verschiedene Mulchmaterialien bieten unterschiedliche Vorteile für die Nährstoffversorgung von Erbsenpflanzen. Grasschnitt ist ideal, da er schnell verrottet und kontinuierlich Stickstoff, Kalium und Spurenelemente freisetzt - perfekt für die moderate Nachdüngung. Stroh wirkt langfristiger, verbessert die Bodenstruktur und gibt langsam Kalium ab. Herbstlaub ist besonders wertvoll, da es beim Verrotten wichtige Spurenelemente und organische Substanz liefert. Gehäckseltes Staudenmaterial enthält oft viel Kalium und Phosphor. Kompost als Mulch ist die Königsdisziplin - er versorgt kontinuierlich mit allen wichtigen Nährstoffen. Grünschnitt von Leguminosen (falls verfügbar) ist besonders geeignet, da er selbst stickstoffreich ist. Rindenmulch sollte vermieden werden, da er Stickstoff beim Verrotten bindet. Die optimale Mulchschicht ist 3-5 cm dick und sollte nicht direkt an die Stängel reichen. Mischen Sie verschiedene Materialien für optimale Effekte: Grasschnitt für schnelle Wirkung, Stroh für Langzeiteffekt.
  17. Stimmt es, dass Erbsen generell keinen zusätzlichen Dünger benötigen?
    Diese Aussage ist zu pauschal und nicht völlig richtig. Erbsen benötigen zwar dank ihrer Stickstoff-Fixierung meist keinen zusätzlichen Stickstoffdünger, sind aber nicht völlig anspruchslos. Die Knöllchenbakterien können nur Stickstoff fixieren - alle anderen wichtigen Nährstoffe müssen aus dem Boden aufgenommen werden. Phosphor ist essentiell für Wurzelbildung und Hülsenentwicklung, Kalium für die Pflanzengesundheit und Hülsenqualität. In nährstoffarmen Sandböden oder nach intensiver Vorkultur können durchaus Mangelerscheinungen auftreten. Eine Grundversorgung mit Kompost oder organischem Dünger ist daher meist sinnvoll. Auch die Bodenvorbereitung mit pH-Korrektur kann nötig sein, damit die Knöllchenbakterien optimal arbeiten können. In Hochbeeten oder Topfkulturen ist eine regelmäßige, aber sparsame Düngung oft unerlässlich. Die Faustregel lautet: Erbsen benötigen deutlich weniger Dünger als andere Gemüse, sind aber nicht völlig dünger-frei zu kultivieren. Eine zurückhaltende, ausgewogene Nährstoffversorgung bringt die besten Ergebnisse.
  18. Wann ist die beste Jahreszeit für die Aussaat und Düngung von Schalerbsen in Mitteleuropa?
    In Mitteleuropa ist die optimale Aussaatzeit für Schalerbsen von Mitte März bis Anfang Mai, sobald der Boden nicht mehr gefroren und einigermaßen abgetrocknet ist. Schalerbsen sind sehr kältetolerant und vertragen leichte Fröste bis -5°C. Die Bodenvorbereitung mit Kompost sollte bereits im Herbst erfolgen, damit sich die Nährstoffe über Winter gut verteilen können. Bei Frühjahrsaussaat kann die Grunddüngung 2-3 Wochen vor der Saat erfolgen. Eine zweite Aussaat ist im Juli/August möglich für eine Herbsternte. Der Boden sollte eine Temperatur von mindestens 5°C haben, optimal sind 8-12°C für eine zügige Keimung. In milderen Regionen wie dem Rheintal ist sogar eine Herbstaussaat im September/Oktober möglich - diese überwintern dann und treiben früh im Jahr aus. Bei Hochbeeten oder Folientunneln kann bereits ab Februar gesät werden. Wichtig: Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) gesäte Erbsen leiden oft unter der zunehmenden Hitze und sollten daher früher ausgesät werden.
  19. Was unterscheidet die Düngungsanforderungen von Hülsenfrüchtlern von denen anderer Gemüsesorten?
    Hülsenfrüchtler haben völlig andere Düngungsanforderungen als andere Gemüsearten. Der wichtigste Unterschied liegt in der Stickstoffversorgung: Während Kohlgewächse, Salate oder Tomaten große Mengen externes Stickstoff benötigen (oft 100-200 kg N/ha), decken Leguminosen ihren Bedarf durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien selbst ab. Zu viel Stickstoff hemmt sogar diese natürliche Fixierung. Hülsenfrüchtler benötigen dafür proportional mehr Phosphor für die energieaufwändige Stickstoff-Fixierung und Kalium für die Hülsenbildung. Molybdän und Eisen sind kritische Spurenelemente, die bei anderen Gemüsearten weniger wichtig sind. Der pH-Wert muss für Leguminosen präziser eingestellt werden (6,0-7,0), da die Knöllchenbakterien pH-empfindlich sind. Organische Dünger sind für Hülsenfrüchtler idealer als mineralische, da sie das Bodenleben fördern. Die Düngung erfolgt zurückhaltender und seltener - oft genügt eine Grunddüngung mit Kompost. Nach der Ernte hinterlassen Leguminosen stickstoffreiche Böden, während andere Gemüse den Boden eher auslaugen.
  20. Worin liegt der Unterschied zwischen organischen und mineralischen Düngern bei der Erbsenkultur?
    Bei der Erbsenkultur zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen organischen und mineralischen Düngern. Organische Dünger wie Kompost, Hornspäne oder Mist wirken langsam und kontinuierlich, da die Nährstoffe erst durch Mikroorganismen freigesetzt werden müssen. Diese sanfte Nährstoffabgabe harmoniert perfekt mit dem natürlichen Wachstumsrhythmus der Erbsen und unterstützt das wichtige Bodenleben, einschließlich der Knöllchenbakterien. Mineralische Dünger wirken schnell und haben exakt definierte Nährstoffgehalte, können aber bei Überdosierung leicht zu Salzschäden oder gestörter Knöllchenbildung führen. Der hohe Salzgehalt mineralischer Dünger kann empfindliche Keimwurzeln schädigen. Organische Dünger verbessern zusätzlich die Bodenstruktur, Wasserspeicherfähigkeit und fördern Regenwürmer und andere Bodenlebewesen. Für Erbsen sind organische Dünger meist die bessere Wahl, da sie das empfindliche Gleichgewicht der Stickstoff-Fixierung nicht stören. Eine Kombination beider Düngertypen kann sinnvoll sein: organische Grundversorgung plus mineralische Korrektur bei akuten Mängeln.
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